[0001] Die Erfindung betrifft eine Rezirkulationsleitung zur Rezirkulation eines Fluids
in einem Leitungssystem sowie ein Verfahren zur Bereitstellung einer Rezirkulationsleitung
gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie.
[0002] Ein bekannter Nachteil von Warmwasserinstallationen in Gebäuden ist, dass an den
Zapfstellen, wie z.B. Badewanne, Dusche oder Waschtisch, an denen das warme Wasser
zur Nutzung entnommen werden soll, das warme Wasser erst zur Verfügung steht, nachdem
eine nicht unerhebliche Menge an kaltem Wasser entnommen wurde. Das kommt daher, dass
das Wasser in der Zuleitung zur Zapfstelle auf die Umgebungstemperatur des Gebäudes
abgekühlt, wenn über eine gewisse Zeitdauer kein warmes Wasser abgezapft wird.
[0003] Dies ist aus ganz verschiedenen Gründen nicht wünschenswert. Zunächst ist die Menge
an kaltem Wasser, das aus der Zuleitung abgelassen werden muss, bevor wieder warmes
Wasser verfügbar ist, völlig nutzlos verloren, das heisst, es ist einfach verschwendet.
Aber nicht nur die entsprechende Menge an Wasser an sich ist verschwendet. Sondern
auch eine nicht unerhebliche Menge an Energie, die zuvor in einem Warmwassererhitzer
aufgewendet werden musste, um das Wasser zuvor zu erhitzen, ist verloren. Wenn nämlich
ein Zapfvorgang zum Zapfen von warmen Wasser abgeschlossen ist, steht zunächst in
der gesamten Zuleitung bis zur entsprechenden Zapfstelle, zum Beispiel in der Warmwasser
Steigleitung eines Gebäudes bis zu einem Waschtisch, warmes Wasser an. Da jedoch nach
dem Schliessen der Zapfstelle kein warmes Wasser mehr entnommen wird und damit der
Warmwasserfluss vom Warmwassererhitzer bis zur Zapfstelle unterbrochen ist, kühlt,
wie bereits erwähnt, das in der Zuleitung zur Zapfstelle stehende Wasser mit der Zeit
aus. Die Energie, die zuvor zur Erhitzung dieser Wassermenge aufgewendet werden musste,
ist also ebenfalls verloren und damit verschwendet.
[0004] Das ist nicht nur nicht ökonomisch nachteilig sondern auch ökologisch in jeder Hinsicht
bedenklich.
[0005] Selbstverständlich ist auch der Komfort bei der Nutzung des warmen Wassers dadurch
massiv beeinträchtigt, da der Nutzer möglichst sofort und nicht erst nach einer beträchtlichen
Wartezeit das warme Wasser an der Zapfstelle zur Verfügung haben möchte.
[0006] Um hier Abhilfe zu schaffen, sind im Stand der Technik Rezirkulationssysteme bekannt,
bei welchen zusätzlich zur regulären Warmwasserinstallation eine Rezirkulationsleitung
im Gebäude installiert wird.
[0007] Zum besseren Verständnis dieses Standes Technik ist eine solche Warmwasserinstallation
100' mit Rezirkulationsleitung R' anhand von Fig. 1 an einem einfachen Beispiel schematisch
dargestellt.
[0008] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Bezugszeichen zu Merkmalen von aus
dem Stand der Technik bekannten Beispielen mit einem Hochkomma versehen sind, während
Bezugzeichen im Zusammenhang mit erfindungsgemässen Ausführungsbeispielen kein Hochkomma
tragen.
[0009] Dargestellt ist in Fig. 1 eine einfache Warmwasserinstallation 100' eines Gebäudes
mit Zapfstellen BW', WT' für warmes Wasser F' in vier übereinander angeordneten Etagen.
Als Beispiel für Zapfstellen BW', WT' wurde hier auf jeder Etage jeweils die Badewanne
BW' und ein Waschtisch WT' gewählt. Es versteht sich von selbst, dass in der Praxis
in an sich bekannter Weise auch andere Zapfstellen BW', WT' vorgesehen sein können.
[0010] Die Warmwasserinstallation 100' umfasst als zentrales Element eine Steigleitung 2',
der aus einem nicht dargestellten Warmwassererhitzer, der zum Beispiel im Keller des
Gebäudes angeordnet ist, warmes Wasser F' über die Zuflussöffnung 21' zugeführt wird.
Über die Steigleitung 2' wird das warme Wasser F' den verschiedenen Zapfstellen BW',
WT' auf allen Etagen zugeführt, wie die eingezeichneten Pfeile andeuten.
[0011] Ohne die in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnete Rezirkulationsleitung R', kühlt das
in der Steigleitung 2' sich befindende warme Wasser F' mit der Zeit aus, wenn über
einen längeren Zeitraum aus keiner oder nur aus wenigen der Zapfstellen BW', WT' warmes
Wasser F' entnommen wird. Das heisst, nach einer gewissen Zeit wird zumindest das
Wasser F', das sich zischen der Zuflussöffnung 21' und allen Zapfstellen BW', WT'
in der Warmwasserinstallation 100' befindet, auf die Umgebungstemperatur des Gebäudes
abgekühlt sein und ist damit insofern verloren, als es zunächst wieder abgelassen
werden muss, so dass warmes Wasser F' aus dem Warmwassererhitzer wieder nachfliessen
kann.
[0012] Um dieses Problem zu entschärfen, wurde im Stand der Technik bisher eine zusätzliche
Rezirkulationsleitung R' vorgesehen. Die Rezirkulationsleitung R' wird meistens in
der Nähe des höchsten Punktes der Steigleitung 2' an diese angeschlossen. Im Fall,
dass alle oder einige Zapfstellen BW', WT' der Warmwasserinstallation 100' geschlossen
sind, kann das warme Wasser F', das aus dem Warmwassererhitzer der Steigleitung 2'
zugeführt wird, über die Zirkulationsleitung R' zum Warmwassererhitzer im Keller rezirkuliert
werden. Das heisst, das warme Wasser F' kommt in der Steigleitung 2' nicht zum Stillstand
und kühlt daher im wesentlichen nicht aus, oder zumindest nicht so stark aus, weil
es ständig vom Warmwassererhitzer über die Steigleitung 2' und zurück über die Rezirkulationsleitung
R' wieder zum Warmwassererhitzer rezirkuliert wird und somit ständig in Bewegung bleibt.
[0013] Die Vorteile dieser aus dem Stand der Technik bekannten Lösung liegen auf der Hand.
Das warme Wasser F' kühlt in der Steigleitung 2' nicht mehr oder zumindest nicht mehr
so stark aus. Dadurch steht an allen Zapfstellen BW', WT' sehr schnell beim Öffnen
der Zapfstellen BW', WT' das warme Wasser F' zur Verfügung. Was nicht nur einen grossen
Gewinn an Komfort bedeutet, sondern auch Wasser an sich spart, da kaum noch kaltes
Wasser abgelassen werden muss, bis warmes Wasser F' wieder verfügbar ist. Es dient
darüber hinaus auch der Umwelt, weil das warme Wasser F' in der Steigleitung 2' nicht
mehr auskühlt, wodurch normalerweise die darin gespeicherte Wärme verloren geht.
[0014] Aber neben den zuvor genannten Vorteilen haben diese bekannten Lösungen auch deutliche
Nachteile. Neben dem Steigrohr 2' muss eine zusätzliche Leitung, nämlich die Rezirkulationsleitung
R' installiert werden, was offensichtlich aufwendig und teuer ist. Da der Wärmeverlust
in der Wand des Gebäudes eine wichtige Rolle spielt, müssen möglichst beide Leitungen,
also die Steigleitung 2' und die Rezirkulationsleitung R' mit einer Wärmeisolation
versehen werden, um den Wärmeverlust an das umgebende Gebäude möglichst klein zu halten,
und auch eine gleichmässige Wärmeverteilung zwischen der Steigleitung 2' und der Rezirkulationsleitung
R' zu gewährleisten, was die Kosten solcher Installationen noch weiter erheblich steigert.
[0015] Ein ganz anderer gravierender Nachteil besteht darin, dass zum Beispiel eine ältere
Warmwasserinstallation 100', die noch nicht über eine Rezirkulationsleitung R' verfügt,
nur unter erheblichem Aufwand mit einer Rezirkulationsleitung R' nachgerüstet werden
kann, was darüber hinaus aus baulichen Gründen jedoch oft gar nicht mehr möglich ist
oder sich einfach finanziell nicht lohnt.
[0016] Dabei sind die zuvor sehr ausführlich beschriebenen Probleme mit einer Warmwasserinstallation
in einem Gebäude nur stellvertretend für andere Installationen zu sehen, bei welchen
ähnliche Probleme bekannt sind.
[0017] Diese Probleme können nämlich grundsätzlich an allen Systemen auftreten, bei welchen
an einem Ort ein Fluid, also ein Gas oder eine Flüssigkeit auf eine vorgebbare Temperatur
erwärmt oder auch abgekühlt wird und über eine Rohrleitungsinstallation an einen anderen
Ort geführt werden muss, wo das Fluid selbst oder auch nur die im Fluid gespeicherte
Wärme oder Kälte genutzt werden soll.
[0018] Ein weiteres prominentes Beispiel neben der oben beschriebenen Warmwasserinstallation
in einem Gebäude, sind Wärmepumpensysteme, die die Wärme für die Wärmepumpe über eine
Erdsonde aus der Tiefe des Erdbodens beziehen. Hier wird ein Fluid, zum Beispiel Wasser
oder ein Wärmetauschermedium in einem Wärmetauscher, der tief unter der Erdoberfläche
plaziert ist, von der immer vorhandenen Erdwärme erhitzt und das erhitzte Wasser über
eine Steigleitung einer Wärmepumpe zugeführt. Die Wärme des erhitzten Wassers wird
dann an die Wärmepumpe übertragen, wodurch sich das zuvor erhitzte Wasser abkühlt.
Das abgekühlte Wasser wird über eine Rezirkulationsleitung aus der Wärmepumpe wieder
zum Wärmetauscher tief unter Erdoberfläche zurückgeführt, wo es erneut erwärmt wird.
[0019] Auch hier ist also eine Installation von mindestens zwei Leitungen notwendig, was
teuer und aufwendig ist.
[0020] Aber auch bei anderen Anwendungen können in analoger Weise verwandte Probleme auftreten.
So zum Beispiel bei Anwendungen, in denen in analoger Weise heisse oder kalte Gase
oder Flüssigkeiten, wie Wärmetauscher Flüssigkeiten oder Kühlflüssigkeiten zwischen
einem Kühlaggregat und einem Wärmetauschern ausgetauscht werden müssen.
[0021] Das heisst, wie der Fachmann sofort versteht, können nicht nur beim Transport von
Wärme mit beliebigen fluiden Medien, sondern auch beim Transport von Kälte zwischen
einem Ort der Abkühlung des Fluids und einem Ort der Nutzung der Kälte völlig analoge
Probleme auftreten, die im Stand der Technik bis heute nicht gelöst sind.
[0022] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine neue verbesserte Installation und ein
neues Verfahren zur Bereitstellung einer Installation vorzuschlagen, die die eingangs
erwähnten Probleme aus dem Stand der Technik löst. Insbesondere soll eine Lösung vorgeschlagen
werden, mit welcher bestehende Installationen auf einfache Weise und zu wirtschaftlich
vertretbaren Bedingungen nachgerüstet werden können, wobei die bauliche Umgebung der
bestehenden Installationen in möglichst geringem Umfang beeinträchtigt beziehungsweise
verändert werden muss.
[0023] Die diese Aufgaben lösenden Gegenstände der Erfindung sind durch die Merkmale des
unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie gekennzeichnet.
[0024] Die jeweiligen abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0025] Die Erfindung betrifft somit eine Rezirkulationsleitung zur Rezirkulation eines Fluids
in einem Leitungssystem umfassend eine äussere Führungsleitung mit einer Zuflussöffnung
und einer Abflussöffnung. Erfindungsgemäss ist eine in einer Längsrichtung ummantelte
Kernleitung zwischen einer ersten Anschlussöffnung und einer zweiten Anschlussöffnung
in einem Inneren der äusseren Führungsleitung derart ausgebildet und unter Bereitstellung
eines Leitungsvolumens zwischen der Kernleitung und der äusseren Führungsleitung angeordnet,
dass das Fluid über die Zuflussöffnung der Rezirkulationsleitung zuführbar ist, über
das Leitungsvolumen und die Kernleitung rezirkulierbar ist, und über die Abflussöffnung
aus der Rezirkulationsleitung wieder abführbar ist. Dabei ist die Kernleitung im Bereich
der ersten Anschlussöffnung zwischen der Zuflussöffnung und der Abflussöffnung derart
dichtend in der äusseren Führungsleitung angeordnet, dass eine Rezirkulation des Fluids
zwischen der Zuflussöffnung und der Abflussöffnung unter Umgehung der inneren Kernleitung
unterbunden ist.
[0026] Wesentlich für die Erfindung ist es somit, dass innerhalb der Führungsleitung eine
Kernleitung vorgesehen wird und nicht, wie aus dem Stand der Technik bekannt, eine
zusätzliche Rezirkulationsleitung parallel zur Führungsleitung installiert werden
muss. Vielmehr wird durch die vorliegende Erfindung eine Rezirkulationsleitung vorgeschlagen,
die in Form einer kombinierten Leitung aus einer äusseren Führungsleitung und einer
im Inneren der Führungsleitung angeordneten Kernleitung gebildet ist.
[0027] Durch die erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung, die eine aus einer Kernleitung
und einer äusseren Führungsleitung aufgebaute Kombinationsleitung ist, werden alle
oben beschriebenen aus dem Stand der Technik bekannten Probleme erstmals gelöst.
[0028] Um den Wärmeverlust in der Wand des Gebäudes zu minimieren, müssen bei Verwendung
der erfindungsgemässen Lösung erstmals nicht mehr zwei Leitungen, also wie im Stand
der Technik die Steigleitung und die zusätzliche Rezirkulationsleitung mit einer Wärmeisolation
versehen werden, sondern, wenn überhaupt, muss nur noch die äussere Führungsleitung
isoliert werden. Da die innere Kernleitung von der äusseren Führungsleitung ummantelt
ist, wird eine Isolation der inneren Kernleitung völlig überflüssig. Dadurch wird
der Aufwand für die Wärmeisolation durch die vorliegende Erfindung mindestens halbiert,
was die Kosten erfindungsgemässer Installationen im Vergleich zum Stand der Technik
entsprechend massiv senkt.
[0029] Die erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung stellt dabei, anders als im Stand der
Technik, automatisch eine gleichmässige Wärmeverteilung zwischen Hin-und Rückleitung
sicher, weil ein ständiger Wärmeaustausch zwischen dem im Inneren der Kernleitung
fliessenden warmen Wasser und dem im Leitungsvolumen zwischen Kernleitung und äusserer
Führungsleitung zirkulierendem Wasser automatisch sicher gestellt ist.
[0030] Ein für die Praxis enorm wichtiger Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin,
dass zum Beispiel eine ältere Warmwasserinstallation, die noch nicht über eine Rezirkulationsleitung
verfügt, mit minimalem Aufwand nachgerüstet werden kann, indem zum Beispiel in eine
bereits vorhandene Steigleitung, die warmes Wasser zu den entsprechenden Zapfstellen
des Gebäudes transportiert, einfach eine Kernleitung mit geeignetem äusseren Durchmesser
eingeschoben wird. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass im Keller die Steigleitung
an einer geeigneten Stelle, die als Zuflussöffnung zur Steigleitung angesehen werden
kann, geöffnet wird und eine Kernleitung einfach in die bestehende Steigleitung eingeschoben
wird. An der Zuflussöffnung braucht dann nur noch zum Beispiel ein geeignetes T-Stück
installiert zu werden, so dass die Kernleitung im Bereich der ersten Anschlussöffnung
zwischen der Zuflussöffnung und der Abflussöffnung derart dichtend in der äusseren
Führungsleitung angeordnet ist, dass eine Rezirkulation des Fluids zwischen der Zuflussöffnung
und der Abflussöffnung unter Umgehung der inneren Kernleitung unterbunden ist. Die
beiden Anschlüsse des im Bereich der Zuflussöffnung installierten T-Stücks müssen
nur noch mit dem bereits vorhandenen Warmwassererhitzer verbunden werden und die komplette
Nachrüstung des Gebäudes mit einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung ist abgeschlossen.
Somit sind nur einige wenig aufwendige Installationsarbeiten z.B. im Keller des Gebäudes
notwendig, und die komplette ursprüngliche Steigleitung ist saniert.
[0031] Aber selbst wenn zum Beispiel die bereits vorhandene Steigleitung einen zu kleinen
inneren Durchmesser hat, so dass eine Kernleitung im Inneren nicht mehr installiert
werden kann, ist es häufig dennoch oftmals möglich, mit wenig Aufwand eine erfindungsgemässe
Rezirkulationsleitung nachzurüsten.
[0032] Zum Beispiel dann, wenn zwischen der Zuflussöffnung der Steigleitung und einem oberen
Ende der Steigleitung keine zusätzlichen Abzweigungen zu Warmwasserzapfstellen vorhanden
sind, sondern die Abzweigungen zu den Warmwasserzapfstellen ausschliesslich am oberen
Ende der Steigleitung vorgesehen sind. Das kann in der Praxis auch bei mehrgeschossigen
Gebäuden durchaus der Fall sein, da häufig, anders als das Beispiel der Fig. 1 zeigt,
jedes Stockwerk über eine eigene separate Steigleitung verfügen kann, so dass zwischen
der Zuflussöffnung der Steigleitung und dem oberen Ende der Steigleitung keine zusätzlichen
Abzweigungen zu Warmwasserabzweigungen vorhanden sind.
[0033] In einem solchen Fall kann zum Beispiel an einem oberen Ende der vorhandenen Steigleitung
eine Wand des Gebäudes aufgebrochen werden und das obere Ende der Steigleitung von
der restlichen Warmwasserinstallation abgetrennt werden. Die vorhandene Leitung kann
dann aus der Wand entfernt werden, die vorhandene Bohrung, in der die ursprüngliche
Steigleitung installiert war, auf einen geeigneten Durchmesser aufgebohrt werden,
so dass schliesslich eine erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung mit äusserer Führungsleitung
und innerer Kernleitung einfach nachgerüstet werden kann.
[0034] In einem solchen Fall ist die Rezirkulationsleitung bevorzugt vollständig aus einem
biegsamen Material, zum Beispiel aus einem biegsamen Kunststoff gefertigt, so dass
auch eine lange Rezirkulationsleitung, die zum Beispiel in einer beliebigen Länge
auf einer Trommel bereitgestellt werden kann, in die erweiterte Bohrung bequem, und
auch zum Beispiel unter beengten Platzverhältnissen, in die erweitere Bohrung bis
zu den Abzweigungen, die zu den Zapfstellen führen, eingeschoben werden kann.
[0035] Wie der Fachmann ohne weiteres versteht, ist eine Nachrüstung durch Entfernen einer
ursprünglichen Steigleitung und deren Ersetzung durch eine erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung
selbst dann möglich, wenn zwischen der Zuflussöffnung der Steigleitung und einem oberen
Ende der Steigleitung weitere zusätzlichen Abzweigungen zu Warmwasserzapfstellen vorhanden
sind, und somit die Abzweigungen zu den Warmwasserzapfstellen nicht ausschliesslich
am oberen Ende der Steigleitung vorgesehen sind. In dem Fall ist die Nachrüstung mit
einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung zwar etwas aufwendiger, weil die Wand
des Gebäudes, in der das ursprüngliche Steigrohr vorgesehen war, an den entsprechenden
zusätzlichen Stellen an den Abzweigungen zwischen dem oberen Ende und dem unteren
Ende der Steigleitung aufgebrochen werden muss. Aber eine Nachrüstung ist dennoch
möglich.
[0036] Nachdem die Wand des Gebäudes an allen notwendigen Stellen, wo die Abzweigungen auf
den verschiedenen Etagen des Gebäudes zu den Warmwasserzapfstellen abzweigen, aufgebrochen
wurde und die ursprüngliche Steigleitung an allen Stellen von der restlichen Warmwasserinstallation
abgetrennt wurde, wird die Steigleitung zunächst aus der Wand vollständig entfernt.
Sodann wird die Bohrung zur Installation der erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung
auf einen vorgegebenen Durchmesser erweitert und die erfindungsgemässe Rezirkulationleitung
wie oben bereits beschrieben in die Bohrung eingeführt. Die Wandung der äusseren Führungsleitung
der so installierten erfindungemässen Rezirkulationsleitung wird dann mit geeigneten
Mitten an den Stellen geöffnet, an denen die zusätzlichen Abzweigungen zwischen dem
oberen Ende und dem unteren Ende der Rezirkulationsleitung wieder angeschlossen werden
müssen. An den so geöffneten Stellen werden geeignete Anschlussstutzen an der Führungsleitung
installiert, an denen dann die vorhandenen Abzweigungen zu den Warmwasserzapfstellen
in an sich bekannter Weise einfach wieder angeschlossen werden können. Der Rest der
Installation verläuft dann wie oben bereits beschrieben.
[0037] Somit kann die erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung nicht nur bei Neuinstallationen
vorteilhaft eingesetzt werden, sondern praktisch alle bestehenden Installationen können
sehr wirtschaftlich und ohne grossen baulichen Aufwand mit einer erfindungsgemässen
Rezirkulationsleitung nachgerüstet werden, auch dort, wo es bisher aus baulichen Gründen
oft gar nicht möglich war oder sich einfach finanziell nicht gelohnt hat.
[0038] Dabei beschränkt sich der Einsatz einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung
selbstverständlich nicht auf die Neuausstattung oder die Nachrüstung von Warmwasserinstallationen
in Gebäuden.
[0039] Auch die bisher ungelösten Probleme, die an anderen Systemen zu beklagen waren, also
bei Systemen, bei welchen an einem Ort ein Fluid, also ein Gas oder eine Flüssigkeit
auf eine vorgegebene Temperatur erwärmt oder auch abgekühlt wird und über eine Rohrleitungsinstallation
an einen anderen Ort geführt werden muss, wo das Fluid selbst oder auch nur die im
Fluid gespeicherte Wärme oder Kälte genutzt werden soll, lassen sich auf einfache
und wirtschaftliche Weise durch die Verwendung einer Rezirkulationsleitung gemäss
der vorliegenden Erfindung lösen.
[0040] Ein solches weiteres prominentes Beispiel neben der oben beschriebenen Warmwasserinstallation
in einem Gebäude, sind Wärmepumpesysteme, die die Wärme für die Wärmepumpe über eine
Erdsonde aus der Tiefe des Erdbodens beziehen. Wie bereits eingangs bei der Diskussion
des Standes der Technik beschrieben, wird hier ein Fluid, zum Beispiel Wasser oder
ein Wärmetauschermedium in einem Wärmetauscher, der tief unter der Erdoberfläche plaziert
ist, von der immer vorhandenen Erdwärme erhitzt und das erhitzte Wasser über eine
Steigleitung einer Wärmepumpe zugeführt. Die Wärme des erhitzten Wassers wird dann
an die Wärmepumpe übertragen, wodurch sich das zuvor erhitzte Wasser abkühlt und das
abgekühlte Wasser wird über eine Rezirkulationsleitung aus der Wärmepumpe wieder zum
Wärmetauscher tief unter Erdoberfläche zurückgeführt, wo es erneut erwärmt wird.
[0041] Wie der Fachmann sofort versteht, kann auch hier, wo bislang eine Installation von
mindestens zwei Leitungen notwendig war, eine erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung
das bis jetzt verwendete, aus zwei separaten Leitungen bestehende Leitungssystem sehr
vorteilhaft ersetzen. Das betrifft sowohl die Neuinstallation von Erdsonden als auch
die Nachrüstung von bereits bestehenden Erdsondensystemen.
[0042] Aber auch zum Beispiel bei Anwendungen, in denen in analoger Weise heisse oder kalte
Gase oder Flüssigkeiten, wie Wärmetauscher Flüssigkeiten oder Kühlflüssigkeiten zwischen
einem Kühlaggregat und einem Wärmetauschern ausgetauscht werden müssen, kann die Rezirkulationsleitung
der vorliegenden Erfindung sehr vorteilhaft alte Zweileitungssystem ersetzen.
[0043] Das heisst, wie der Fachmann sofort versteht, können nicht nur beim Transport von
Wärme mit beliebigen fluiden Medien, sondern auch beim Transport von Kälte zwischen
einem Ort der Abkühlung des Fluids und einem Ort der Nutzung der Kälte, die aus dem
Stand der Technik bekannten Probleme mit einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung
überwunden werden.
[0044] Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung, ist
das Fluid über die Zuflussöffnung der Rezirkulationsleitung zuführbar, ist dann zunächst
über das Leitungsvolumen und anschliessend über die Kernleitung rezirkulierbar, und
schliesslich über die Abflussöffnung aus der Rezirkulationsleitung wieder abführbar.
Das heisst, das zum Beispiel das von einem Warmwassererhitzer bereit gestellte warme
Wasser wird zunächst durch das Leistungsvolumen, das die innere Kernleitung in der
Führungsleitung umgibt, an der Kernleitung vorbei bis zu einem Ende der Rezirkulationsleitung
geleitet und dann durch die innere Kernleitung hindurch wieder zurück geführt.
[0045] Es versteht sich von selbst, dass die Rezirkulation in speziellen Fällen auch umgekehrt
erfolgen kann. Also zunächst durch die innere Kernleitung bis zum Ende der Rezirkulationsleitung
und dann durch das äussere Leitungsvolumen wieder zurück.
[0046] Bevorzugt ist bei einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung die Kernleitung
im Bereich der ersten Anschlussöffnung zwischen der Zuflussöffnung und der Abflussöffnung
mittels einer zusätzlichen Dichtung abgedichtet, wobei die Zuflussöffnung und die
Abflussöffnung besonders bevorzugt an einem geeignet ausgebildeten T-Stück angeordnet
sind, und die Kernleitung im Bereich der ersten Anschlussöffnung zwischen der Zuflussöffnung
und der Abflussöffnung im Bereich der Abflussöffnung abgedichtet ist.
[0047] Die erste Anschlussöffnung und / oder vor allem die zweite Anschlussöffnung kann
besonders vorteilhaft in Form eines Schrägschnitts ausgebildet sein. Dadurch ist sichergestellt,
dass wenn die Kernleitung in die Führungsleitung eingeschoben wird, die erste und
/ oder zweite Anschlussöffnung der Kernleitung nicht, beispielsweise an einem Knick
der Führungsleitung, derart dichtend anliegt, dass die Anschlussöffnung ganz oder
teilweise verschlossen wird, so dass das Fluid nicht mehr in die Kernleitung einfliessen
bzw. nicht mehr aus dieser abfliessen kann.
[0048] Im Speziellen kann die Führungsleitung und / oder die Kernleitung aus einem biegsamen
Material gefertigt sein und kann insbesondere ein Kunststoffrohr sein, so dass die
Führungsleitung und / oder die Kernleitung z.B. aufgerollt auf einer Trommel bereit
gestellt werden kann und auch unter sehr beengten Platzverhältnissen einfach installiert
werden kann.
[0049] Dabei kann an der Kernleitung ein Abstandshalter vorgesehen sein, so dass zur Bereitstellung
des Leitungsvolumens ein vorgebbarer Abstand zwischen Führungsleitung und Kernleitung
einstellbar ist, so dass immer ein guter Durchfluss des Fluids durch das Leitungsvolumen
zwischen Kernleitung und äusserer Führungsleitung gewährleistet ist.
[0050] Es versteht sich von selbst, dass für spezielle Anwendungen in ein und derselben
Führungsleitung eine Mehrzahl von Kernleitungen vorgesehen sein können, die eventuell
auch in weitere Führungsleitungen in unterschiedliche Richtungen abzweigen können.
[0051] Aus Energiespargründen kann die Führungsleitung sehr vorteilhaft auch eine Wärmeisolation
umfassen.
[0052] In einem für die Praxis besonders wichtigen Ausführungsbeispiel ist das Leitungssystem,
in dem eine erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung vorgesehen ist, eine Warmwasser
Hausinstallation oder zum Beispiel eine Erdsondeninstallation für eine Wärmepumpe.
[0053] Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Bereitstellung einer Rezirkulationsleitung
zur Rezirkulation eines Fluids in einem Leitungssystem umfassend eine äussere Führungsleitung
mit einer Zuflussöffnung und einer Abflussöffnung. Erfindungsgemäss wird eine in einer
Längsrichtung ummantelte Kernleitung zwischen einer ersten Anschlussöffnung und einer
zweiten Anschlussöffnung in einem Inneren der Führungsleitung derart ausgebildet und
unter Bereitstellung eines Leitungsvolumens zwischen der Kernleitung und der äusseren
Führungsleitung angeordnet, dass das Fluid im Betriebszustand über die Zuflussöffnung
der Rezirkulationsleitung zugeführt wird, über das Leitungsvolumen und die Kernleitung
rezirkuliert wird, und über die Abflussöffnung aus der Rezirkulationsleitung wieder
abgeführt wird. Dabei wird die Kernleitung im Bereich der ersten Anschlussöffnung
zwischen der Zuflussöffnung und der Abflussöffnung derart dichtend in der äusseren
Führungsleitung angeordnet, dass eine Rezirkulation des Fluids zwischen der Zuflussöffnung
und der Abflussöffnung unter Umgehung der Kernleitung unterbunden wird.
[0054] Zur Installation der Kernleitung im Inneren der Führungsleitung wird dabei die Kernleitung
bevorzugt durch die Abflussöffnung in die äussere Führungsleitung eingeschoben, wobei
ein für die Praxis besonders wichtiges Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen
Verfahrens, das Verfahren ein Nachrüstverfahren zur Nachrüstung einer Führungsleitung
einer bestehenden Warmwasserinstallation oder einer Erdsondeninstallation einer Wärmepumpe
mit einer Kernleitung ist.
[0055] Auch ist es möglich, dass eine elektrische Heizleitung, die in an sich bekannter
Weise in einer bestehenden Warmwasserinstallation vorgesehen sein kann, gegen eine
Kernleitung gemäss der vorliegenden Erfindung ausgetauscht wird.
[0056] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand der schematischen Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine aus dem Stand der Technik bekannte Warmwasser Hausinstallation mit separater
Rezirkulationsleitung;
- Fig. 2
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung;
- Fig. 3
- eine Warmwasser Hausinstallation mit einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung;
- Fig. 4
- eine erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung mit Schrägschnitt an der zweiten Anschlussöffnung;
- Fig. 5a
- ein Ausführungsbeispiel mit einer Mehrzahl von Kernleitungen;
- Fig. 5b
- ein Schnitt gemäss Fig. 5a entlang der Schnittlinie I-I.
[0057] Die Fig. 1 betrifft eine aus dem Stand der Technik bekannte Warmwasser Hausinstallation
mit separater Rezirkulationsleitung, die eingangs bereits eingehend beschrieben wurde
und daher an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden muss.
[0058] In Fig. 2 ist schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen
Rezirkulationsleitung 1 exemplarisch dargestellt, wie sie für verschiedenste Anwendungen
sowohl für Neuinstallationen aber auch zum Nachrüsten von bestehenden Installationen
im Prinzip verwendet werden kann.
[0059] Die Rezirkulationsleitung 1 zur Rezirkulation eines Fluids F in einem Leitungssystem
100 mit einem Nutzernetzwerk N, in dem das Fluid F, zum Beispiel warmes Wasser F genutzt
werden soll, umfasst eine äussere Führungsleitung 2 mit einer Zuflussöffnung 21 und
einer Abflussöffnung 22. Eine in einer Längsrichtung L ummantelte Kernleitung 3 ist
zwischen einer ersten Anschlussöffnung 31 und einer zweiten Anschlussöffnung 32 in
einem Inneren der äusseren Führungsleitung 2 derart ausgebildet und unter Bereitstellung
eines Leitungsvolumens 4 zwischen der Kernleitung 3 und der äusseren Führungsleitung
2 angeordnet, dass das Fluid F über die Zuflussöffnung 21 der Rezirkulationsleitung
zuführbar ist, zunächst über das Leitungsvolumen 4 und dann über die Kernleitung 3
rezirkulierbar ist, und über die Abflussöffnung 22 aus der Rezirkulationsleitung wieder
abführbar ist. Die Kernleitung 3 ist dabei im Bereich der ersten Anschlussöffnung
31 zwischen der Zuflussöffnung 21 und der Abflussöffnung 22 derart dichtend in der
äusseren Führungsleitung 2 angeordnet, dass eine Rezirkulation des Fluids F zwischen
der Zuflussöffnung 21 und der Abflussöffnung 22 unter Umgehung der inneren Kernleitung
3 unterbunden ist, d.h., das Fluid F muss bei seinem Fluss von der Zuflussöffnung
21 zur Abflussöffnung 22 zwingend seinen Weg durch die Kernleitung 3 nehmen.
[0060] In Fig. 3 ist eine für die Praxis sehr wichtige Warmwasser Hausinstallation mit einer
erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung 1 gemäss Fig. 2 schematisch dargestellt.
[0061] Die Warmwasserinstallation 100 eines Gebäudes mit Zapfstellen BW, WT für warmes Wasser
F ist in vier übereinander angeordneten Etagen installiert. Als Beispiel für Zapfstellen
BW, WT wurde hier auf jeder Etage jeweils die Badewanne BW und ein Waschtisch WT willkürlich
gewählt. Es versteht sich von selbst, dass in der Praxis in an sich bekannter Weise
auch andere Zapfstellen BW, WT vorgesehen sein können.
[0062] Die Warmwasserinstallation 100 umfasst als zentrales Element eine als Steigleitung
ausgebildete Rezirkulationsleitung 1 mit Führungsleitung 2 und Kernleitung 3, der
aus einem nicht dargestellten Warmwassererhitzer, der zum Beispiel in einem ebenfalls
aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht näher dargestellten Keller des Gebäudes angeordnet
ist, warmes Wasser F über die Zuflussöffnung 21 zugeführt wird. Über das Leitungsvolumen
4 zwischen der äusseren Führungsleitung 2 und der darin angeordneten Kernleitung 3
wird das warme Wasser F den verschiedenen Zapfstellen BW, WT auf allen Etagen zugeführt,
wie die eingezeichneten Pfeile andeuten.
[0063] Anders als im Stand der Technik, kühlt das in der Rezirkulationsleitung 1 sich befindende
warme Wasser F mit der Zeit nicht aus, wenn über einen längeren Zeitraum aus keiner
oder nur aus wenigen der Zapfstellen BW, WT warmes Wasser F entnommen wird, da es
durch die erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung 1 ständig über den Warmwassererhitzer
rezirkuliert wird.
[0064] D.h., im Falle, dass alle oder einige Zapfstellen BW, WT der Warmwasserinstallation
100 geschlossen sind, kann das warme Wasser F, über die erfindungsgemässe Rezirkulationsleitung
1 ständig zum Warmwassererhitzer im Keller rezirkuliert werden, so dass das warme
Wasser F in der Rezirkulationsleitung 1 nicht zum Stillstand kommt und daher auch
im wesentlichen nicht auskühlt.
[0065] Die Vorteile gegenüber dem Stand der Technik liegen klar auf der Hand. Das warme
Wasser F kühlt in der Rezirkulationsleitung 1 nicht mehr aus. Dadurch steht an allen
Zapfstellen BW, WT fast augenblicklich beim Öffnen der Zapfstellen BW, WT das warme
Wasser F zur Verfügung. Was nicht nur einen grossen Gewinn an Komfort bedeutet, sondern
auch Wasser an sich spart, da kaum noch kaltes Wasser abgelassen werden muss, bis
warmes Wasser F wieder verfügbar ist. Es dient somit darüber hinaus in zweifacher
Hinsicht auch der Umwelt, weil das warme Wasser F in der Rezirkulationsleitung 1 nicht
mehr auskühlt, wodurch normalerweise die darin gespeicherte Wärme verloren geht.
[0066] Anhand der Fig. 4 wird ein für die Praxis besonders wichtiges Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung 1 mit Abstandshaltern 6 zur sicheren
Gewährleistung des Leitungsvolumens 4 und mit einem Schrägschnitt 33 an der zweiten
Anschlussöffnung 32 kurz diskutiert, wobei selbstverständlich auch an der ersten Anschlussöffnung
31 vorteilhaft ein Schrägschnitt 33 vorgesehen sein kann.
[0067] Durch den Schrägschnitt 33 ist sichergestellt, dass wenn die Kernleitung 3 in die
Führungsleitung 2 eingeschoben wird bzw. ist, die erste und / oder zweite Anschlussöffnung
31, 32 der Kernleitung 3 nicht am Knick 200, 201 der Führungsleitung 2 derart dichtend
anliegt, dass die Anschlussöffnung 31, 32 ganz oder teilweise verschlossen wird, so
dass das Fluid F nicht mehr in die Kernleitung 3 einfliessen bzw. nicht mehr aus dieser
abfliessen kann.
[0068] Anhand der Fig. 5a und Fig. 5b ist schliesslich ein Ausführungsbeispiel mit einer
Mehrzahl von Kernleitungen schematisch dargestellt, wobei die Fig. 5b zur Verdeutlichung
einen Schnitt gemäss Fig. 5a entlang der Schnittlinie I-I zeigt. Beim vorliegenden
Beispiel ist eine Erdsondeninstallation zur Versorgung von zwei Wärmepumpen W1, W2
in zwei benachbarten Gebäuden N mit einer erfindungsgemässen Rezirkulationsleitung
1 nachgerüstet worden. Durch die vorliegende Erfindung ist nunmehr nur noch eine einzige
Rezirkulationsleitung 1 mit einer einzigen Wärmeisolierung notwendig um gleichzeitig
die Wärmepumpen W1, W2 von zwei oder mehreren Gebäuden mit Warmwasser aus dem Erdinneren
gleichzeitig zu versorgen.
[0069] Es versteht sich von selbst, dass die Erfindung nicht auf die speziellen Ausführungsbeispiele
beschränkt ist, wie sie im Rahmen der vorliegenden Anmeldung beschrieben sind. Vielmehr
sind auch alle geeigneten Kombinationen der beschriebenen Ausführungsbeispiele von
der Erfindung abgedeckt und der Fachmann versteht mit seinem Fachwissen sofort die
einfachen Weiterbildungen, die die Erfindung selbstverständlich ebenfalls umfasst.
1. Rezirkulationsleitung zur Rezirkulation eines Fluids (F) in einem Leitungssystem (100),
umfassend eine äussere Führungsleitung (2) mit einer Zuflussöffnung (21) und einer
Abflussöffnung (22), dadurch gekennzeichnet dass eine in einer Längsrichtung (L) ummantelte Kernleitung (3, 301, 303) zwischen einer
ersten Anschlussöffnung (31) und einer zweiten Anschlussöffnung (32) in einem Inneren
der äusseren Führungsleitung (2) derart ausgebildet und unter Bereitstellung eines
Leitungsvolumens (4) zwischen der Kernleitung (3, 301, 302) und der äusseren Führungsleitung
(2) angeordnet ist, dass das Fluid (F) über die Zuflussöffnung (21) der Rezirkulationsleitung
zuführbar ist, über das Leitungsvolumen (4) und die Kernleitung (3, 301, 302) rezirkulierbar
ist, und über die Abflussöffnung (22) aus der Rezirkulationsleitung wieder abführbar
ist, wobei die Kernleitung (3) im Bereich der ersten Anschlussöffnung (31) zwischen
der Zuflussöffnung (21) und der Abflussöffnung (22) derart dichtend in der äusseren
Führungsleitung (2) angeordnet ist, dass eine Rezirkulation des Fluids (F) zwischen
der Zuflussöffnung (21) und der Abflussöffnung (22) unter Umgehung der inneren Kernleitung
(3, 301, 302) unterbunden ist.
2. Rezirkulationsleitung nach Anspruch 1, wobei das Fluid (F) über die Zuflussöffnung
(21) der Rezirkulationsleitung zuführbar ist, zunächst über das Leitungsvolumen (4)
und dann über die Kernleitung (3, 301, 302) rezirkulierbar ist, und über die Abflussöffnung
(22) aus der Rezirkulationsleitung wieder abführbar ist.
3. Rezirkulationsleitung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Kernleitung (3,
301, 302) im Bereich der ersten Anschlussöffnung (31) zwischen der Zuflussöffnung
(21) und der Abflussöffnung (22) mittels einer Dichtung (5) abgedichtet ist.
4. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Zuflussöffnung
(21) und die Abflussöffnung (22) an einem T-Stück (23) ausgebildet sind, und die Kernleitung
(3, 301, 302) im Bereich der ersten Anschlussöffnung (31) zwischen der Zuflussöffnung
(21) und der Abflussöffnung (22) im Bereich der Abflussöffnung (22) abgedichtet ist.
5. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste Anschlussöffnung
(31) und / oder die zweite Anschlussöffnung (32) in Form eines Schrägschnitts (33)
ausgebildet ist.
6. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Führungsleitung
(2) und / oder die Kernleitung (3, 301, 302) aus einem biegsamen Material gefertigt
ist, insbesondere ein Kunststoffrohr (3, 301, 302) ist.
7. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei an der Kernleitung
(3, 301, 302) ein Abstandshalter (6) vorgesehen ist, so dass zur Bereitstellung des
Leitungsvolumens (4) ein vorgebbarer Abstand zwischen Führungsleitung (2) und Kernleitung
(3, 301,302) einstellbar ist.
8. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in der Führungsleitung
(2) eine Mehrzahl von Kernleitungen (3, 301, 302) vorgesehen sind.
9. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Führungsleitung
(2) eine Wärmeisolation umfasst.
10. Rezirkulationsleitung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Leitungssystem
(100) eine Warmwasser Hausinstallation oder eine Erdsondeninstallation für eine Wärmepumpe
(W1, W2) ist.
11. Verfahren zur Bereitstellung einer Rezirkulationsleitung (1) zur Rezirkulation eines
Fluids (F) in einem Leitungssystem (100), umfassend eine äussere Führungsleitung (2)
mit einer Zuflussöffnung (21) und einer Abflussöffnung (22), dadurch gekennzeichnet dass eine in einer Längsrichtung (L) ummantelte Kernleitung (3, 301, 302) zwischen einer
ersten Anschlussöffnung (31) und einer zweiten Anschlussöffnung (32) in einem Inneren
der Führungsleitung (2) derart ausgebildet und unter Bereitstellung eines Leitungsvolumens
(4) zwischen der Kernleitung (3, 301, 302) und der äusseren Führungsleitung (2) angeordnet
wird, dass das Fluid (F) im Betriebszustand über die Zuflussöffnung (21) der Rezirkulationsleitung
(1) zugeführt wird, über das Leitungsvolumen (4) und die Kernleitung (3, 301, 302)
rezirkuliert wird, und über die Abflussöffnung (22) aus der Rezirkulationsleitung
(1) wieder abgeführt wird, wobei die Kernleitung (3, 301, 302) im Bereich der ersten
Anschlussöffnung (31) zwischen der Zuflussöffnung (21) und der Abflussöffnung (22)
derart dichtend in der äusseren Führungsleitung (2) angeordnet wird, dass eine Rezirkulation
des Fluids (F) zwischen der Zuflussöffnung (21) und der Abflussöffnung (22) unter
Umgehung der Kernleitung (3, 301, 302) unterbunden wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei zur Installation der Kernleitung (3, 301, 301) im
Inneren der Führungsleitung (2) die Kernleitung (3, 301, 302) durch die Abflussöffnung
(22) in die äussere Führungsleitung (2) eingeschoben wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei das Verfahren ein Nachrüstverfahren
zur Nachrüstung einer Führungsleitung (2) einer bestehenden Warmwasserinstallation
mit einer Kernleitung (3, 301, 302) ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei eine elektrische Heizleitung der bestehenden Warmwasserinstallation
gegen eine Kernleitung (3, 301, 302) ausgetauscht wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei die Warmwasserinstallation eine
Warmwasser Hausinstallation oder eine Erdsondeninstallation für eine Wärmepumpe (W1,
W2) ist.