[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Einbettung einer steganographischen
Information in eine Signalinformation eines Signal-Codierers.
[0002] Neben den analogen Ton-, Bild- und Videoübertragungen gewinnt die digitale Übertragung
immer mehr Gewicht. Dies liegt unter anderem auch daran, dass digitale Signalinformationen
einfacher bearbeitet, d.h. kopiert oder auch komprimiert werden können. So führt insbesondere
die Komprimierung von digitalen Signalinformationen dazu, dass mittels Signalübertragungskanälen
mit begrenzten Datenübertragungsraten mit hoher Informationsdichte Informationen übertragen
werden können.
[0003] Neben der Komprimierung von Signalinformationen als eine Art der Bearbeitung hat
sich in jüngster Zeit auch das Einbetten von "unsichtbaren" - steganographischen -
Informationen in Signalinformationen durchgesetzt. Eine solche Einbettung von Zusatzinformationen
ermöglicht beispielsweise eine Kennzeichnung von Urheberrechten - wenn es sich bei
der Signalinformation beispielsweise um ein Musikstück handelt - oder allgemein gesprochen
um eine allgemeine Herkunftsangabe, also ein "digitales Wasserzeichen".
[0004] Auch wenn sich eine derartige Einbettung von steganographischen Informationen in
Musik- und/oder Videosignalen bereits weitgehend durchgesetzt hat, so ist eine Einbettung
von steganographischen Informationen in eine codierte Signalinformation, insbesondere
wenn sie in "Echtzeit" zu übertragen ist, weiterhin mit Schwierigkeiten verbunden.
Dies ist in der Tatsache begründet, dass gewisse Codierungen keine Redundanz und damit
keinen Raum für steganographische Informationen bieten, oder dass die steganographische
Information beim Decodieren der codierten Signalinformation verloren geht.
[0005] Eine derartige Ausgangssituation, bei der Signalinformationen, im gegebenen Fall
vornehmlich Sprachinformationen, über einen Kanal gesendet und empfangen werden, und
in Echtzeit codiert und decodiert werden, und bei der nicht unbeschränkt Übertragungsressourcen
zur Verfügung stehen, findet man beispielsweise in der Mobilfunktelefonie. Hier erlaubt
das GSM-Netz bestenfalls eine Übertragungsrate von maximal 13,0 kbit/s. Eine uncodierte
Sprachinformation, d.h. hier eine nicht komprimierte Sprachinformation, wäre aufgrund
der sehr geringen Übertragungsrate auf Empfängerseite kaum mehr zu verstehen. Um trotzdem
verständliche Sprachinformationen beispielsweise von einem Mobilfunkgerät auf ein
anderes zu übertragen, haben sich die sogenannten Sprach-Codecs als ein probates Mittel
zur komprimierten Sprachsignalübertragung herauskristallisiert. Sollen zusätzliche
Informationen, d.h. steganographische Informationen, in eine solche Signalinformation
eingebettet werden, so sind die sich aus der Codierung ergebenden Besonderheiten zu
berücksichtigen.
[0006] Im Bereich der mobilen Telekommunikation werden beispielsweise in GSM (Global System
for Mobile Communications) - Mobilfunknetzwerken oder UMTS (Universal Mobile Telecommunications
Standard) - Mobilfunknetzwerken die zu übertragenden Sprachinformationen mittels des
bekannten CELP (Code-book Excited Linear Predictive Coding) bzw. ACELP (Algebraic
Code Excited Linear Prediction) oder zukünftig der AMR (Adaptive Multi-Rate) - Codierung
codiert. Diese Sprachcodierungen basieren allesamt auf einem Modell der Spracherzeugung,
bei dem in einer ersten Nährung die Bildung des Sprachsignals in einer Anregungsstufe
und einer Filterungsstufe erzeugt wird. Ein Signalcodierer, wie beispielsweise ein
CELP-Codierer , ein ACELP-Codierer oder ein AMR-Codierer, erzeugt einen Codebucheintrag,
in der Regel einen Vektor aus einem sogenannten Codebuch, wobei die Codeelemente des
Codebucheintrages - also in der Regel die Vektorkomponenten - Informationen bezüglich
der (Filter-)Anregung enthalten. Filterkoeffizienten, Verstärkungsfaktoren etc. werden
als Zeitinformation mittels dedizierter Codebücher codiert.
[0007] Ein Codebuch zur Anregungscodierung besteht in der Regel aus einer Menge von Vektoren,
beispielsweise mit jeweils 10 Komponenten bei der ACELP-Codierung nach den Enhanced
Full Rate (EFR) Standard, die die zu übermittelnde Sprachinformation für eine bestimmte
Länge, beispielsweise 5 Millisekunden, codieren. Aus dem fest vorgegebenen Codebuch,
welches insgesamt eine große Vielzahl von Vektoren umfasst, wobei die Vektoren nach
bekannten Kriterien aufgebaut sind, wird in der Regel eine Teilmenge des Codebuches,
ein Sub-Codebuch, verwendet, die oftmals ausreichend ist, um die gewöhnlichen Sprachinformationen
mit einer guten Qualität übertragen zu können.
[0008] Zur Unterscheidung zwischen dem im Rahmen der Codierung vorgegebenen vollständigen
Codebuch, wird das in der Praxis verwendete Sub-Codebuch als "praktisches Codebuch"
bezeichnet.
[0009] Zum schnellen Auffinden eines geeigneten Codebucheintrages wird das praktische Codebuch
nur heuristisch durchsucht, d.h. es wird keine vollständige Suche nach einem geeigneten
Codebucheintrag durchgeführt.
[0010] Ein Verfahren, welches die Zerlegung eines festen Codebuches berücksichtigt, wird
in dem Artikel "
Watermarking Combined with CELP Speech Coding for Authentication" von Zhe-Ming Lu
et al. (in IEICE TRANS. INF. & SYST., Vol. E88-D, No. 2 February 2005) offenbart. Dabei wird zunächst ein Codebuch in drei Sub-Codebücher zerlegt, aus
denen wiederum zwei Codebücher generiert werden, welche unterschiedliche Eigenschaften
aufweisen. Je nachdem, welche steganographische Information übermittelt werden soll,
wird nun ein Codebucheintrag aus dem dafür bestimmten Sub-Codebuch ausgewählt und
zur Codierung der zu übermittelnden Sprachinformation verwendet. Diese Sprachinformation
kann auf Empfängerseite decodiert werden, wobei der eigentliche Decodierer auch gleichzeitig
erkennen kann, aus welcher Zerlegung des Codebuches der Codebucheintrag stammt. Um
eine hinreichend gute Codierung aus einem der Sub-Codebücher bereitzustellen, wird
in der Veröffentlichung auch das bekannte Analysis-by-Synthesis Verfahren beschrieben.
Bei diesem Verfahren wird das ausgewählte Codewort bewertet, d.h. die Güte der Codierung
wird überprüft. Dies gescheht im Wesentlichen dadurch, dass, nachdem eine Sprachinformation
codiert wurde, die Codierung decodiert, d.h. synthetisiert, wird und das Ergebnis
der Decodierung, welches wiederum eine Sprachinformation darstellt, mit der ursprünglichen
Sprachinformation verglichen wird. Somit wird vorab auf Senderseite - Codiererseite
- eine Synthese durchgeführt, die, nach einer etwaigen Übertragung, ebenfalls auf
Empfängerseite -Decodiererseite - durchgeführt wird. Mit einer solchen Analysis-by-Synthesis
Schleife ist es möglich, ein Codewort, d.h. in der Regel einen Vektor aus einem Codebuch,
aufzufinden, welches zum einen die gewünschte Eigenschaft, d.h. aus dem entsprechend
zerlegten Sub-Codebuch stammend, aufweist und dabei die Sprachinformation mit einer
ausreichenden Qualität codiert.
[0011] Es zeigt sich jedoch, dass die feste Aufteilung eines praktischen Codebuchs - welches
ja ohnehin schon eine Untermenge eines übergeordneten Codebuchs ist - in mehrere Sub-Codebücher
die Anzahl der verwendbaren Codeworte pro Sub-Codebuch derart reduziert, dass eine
hörbare Reduktion der Sprachqualität nicht ausgeschlossen ist.
[0012] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht,
eine steganographische Information in eine Signalinformation eines Signalcodierers
derart einzubetten, dass eine Reduktion der Sprachqualität weitestgehend vermieden
wird.
[0013] Bei einem Verfahren zur Einbettung einer steganographischen Information in eine Signalinformation
eines Signal-Codierers wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch Bereitstellen
einer Dateninformation, insbesondere einer Sprachinformation, Auswählen einer steganographischen
Information aus einer Menge von steganographischen Informationen, Erzeugen eines Codewortes
aus einem bereitgestellten Codebuch mittels eines Signal-Codierers auf Basis von das
Codewort bildenden Codeelementen, derart, dass unter Verwendung des erzeugten Codewortes
im Rahmen eines mit dem Codebuch assoziierbaren Übertragungsstandards die Dateninformation
in eine das Codewort beinhaltende und/oder auf das Codewort verweisende Signalinformation
codiert wird; und, dass das erzeugte Codewort eine zusätzliche, auf Basis der das
Codewort bildenden Codeelemente berechenbare Eigenschaft aufweist, wobei die zusätzliche
Eigenschaft die steganographische Information darstellt.
[0014] Ein solches Verfahren zur Einbettung einer steganographischen Information in eine
Signalinformation eines Signalcodierers, bei dem ein Codewort aus einem bereitgestellten
Codebuch mittels des Signalcodierers auf Basis von das Codewort bildenden Codeelementen
erzeugt wird, ermöglicht es, ein Codewort bereitzustellen, welches zum einen eine
berechenbare Eigenschaft aufweist, d.h. eine steganographische Information darstellt,
und zum anderen gleichzeitig eine Signalinformation bereitstellt, welche für eine
Dateninformation, insbesondere eine Sprachinformation, codiert. Dadurch, dass nicht
von vorneherein eine Zerlegung des Codebuches durchgeführt wird, sondern statt dessen
ein Codebucheintrag erzeugt wird, und zwar auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente,
können Codeworte berücksichtigt werden, die nicht in dem praktischen Codebuch und/oder
den Zerlegungen des praktischen Codebuches vorhanden waren. Dies erweitert die Anzahl
der Codeelemente auf die zurückgegriffen werden kann erheblich, so dass entweder eine
Zerlegung in mehr Sub-Codebüchern im Vergleich zum Stand der Technik oder aber bei
einer gleichen Anzahl von Sub-Codebüchern eine verbesserte Sprachqualität im Vergleich
zum Stand der Technik bereitgestellt werden kann.
[0015] Bevorzugt wird in einer Ausgestaltung der Erfindung eine Bewertung des erzeugten
Codewortes im Rahmen eines mit dem bereitgestellten Codebuch assoziierbaren Übertragungsstandards
mittels Decodierens des Codewortes und anschließenden Vergleichens der decodierten
Dateninformation mit der ursprünglichen Dateninformation durchgeführt.
[0016] Dies hat den Vorteil, dass die Qualität des erzeugten Codewortes bezüglich der Codierungs-Decodierungstreue,
d.h. dem Verlust der (Sprach-)Qualität aufgrund der Codierung und Decodierung, bewertet
werden kann.
[0017] Weiterhin bevorzugt wird in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens das Erzeugen
des Codewortes aus dem bereitgestellten Codebuch mittels des Signal-Codierers auf
Basis der das Codewort bildenden Codeelemente unter Berücksichtigung der Bewertung
durchgeführt.
[0018] Die Berücksichtigung der Bewertung bei der Erzeugung des Codewortes aus dem bereitgestellten
Codebuch ermöglicht das Erzeugen von Codeworten, welche eine hohe Sprachqualität bezüglich
der zu codierenden Information aufweisen.
[0019] In einer Ausgestaltung der Erfindung wird die Verwendung eines auf Basis des GSM
(Global System for Mobile Communications)- und/oder des UMTS (Universal Mobile Telecommunications
Standard)-Übertragungsstandards basierenden Codierers und Codebuches vorgesehen.
[0020] Dies hat den Vorteil, dass das Verfahren zur Einbettung einer steganographischen
Information auch in Mobilfunknetzen verwendet werden kann.
[0021] Zur weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Erzeugen eines Codewortes auf Basis
der CELP-, der ACELP (Algebraic Code Exited Linear Prediction)- und /oder der AMR-Codierung
vorgesehen.
[0022] Die hohe Verbreitung der CELP oder der ACELP Codierung ermöglicht die Verwendung
des erfindungsgemäßen Verfahrens in vielen Bereichen der Technik, insbesondere der
mobilen Telekommunikation. Dies gilt zukunftsweisend analog auch für die AMR-Codierung.
[0023] Weiterhin wird in einer Ausgestaltung die Berechnung der Eigenschaft des Codewortes
als Ergebnis einer Anwendung mindestens einer Operation auf mindestens eines der das
Codewort bildenden Codeelemente durchgeführt.
[0024] So ist es möglich, auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente unter Anwendung
mindestens einer, vorzugsweise mathematischen, Operation eine Eigenschaft des Codewortes
zu bestimmen, welche die steganographische Information darstellt.
[0025] Weiterhin wird in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Bereitstellung
des Codewortes derart ausgeführt, dass das Codewort die Eigenschaft implizit erfüllt.
[0026] Dies hat den Vorteil, dass ein Codewort derartig erzeugt werden kann, dass es die
Eigenschaft, welche die steganographische Information darstellt, bereits während seiner
Erzeugung erfüllt.
[0027] Weiterhin wird in einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Auswahl
der steganographischen Information derart durchgeführt, dass die steganographische
Information zur Signalverbesserung, insbesondere bei Sprachübertragung, wie eine künstliche
Bandbreitenerweiterung und/oder Störreduktion, verwendet wird.
[0028] Es wurde festgestellt, dass die zusätzliche übertragbare steganographische Information
genutzt werden kann, um beispielsweise eine Eigenschaft der eigentlich zu übertragenden
Dateninformation zu beschreiben, so dass die steganographische Information zur Signalverbesserung
benutzt werden kann. Das bedeutet, dass - sofern das für die Dateninformation codierende
Codewort nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt wird - der marginale Verlust
in der Übertragungsqualität durch die steganographische Zusatzinformation nicht nur
kompensiert, sondern sogar überkompensiert werden kann.
[0029] Weiterhin wird in einer Ausgestaltung die Auswahl der steganographischen Information
derart durchgeführt, dass die steganographische Information als digitales Wasserzeichen
verwendet wird.
[0030] Bei der Verwendung der steganographischen Information als digitales Wasserzeichen
können nicht nur die Originalität und die Herkunft von Dateninformationen gekennzeichnet
werden, vielmehr können auch Urheberrechte an Dateninformationen mit Hilfe der steganographischen
Information in Form eines digitalen Wasserzeichens eingebracht werden. Dabei wird
die Dateninformation im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens qualitativ kaum beeinträchtigt.
[0031] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird ein Übertragen der das Codewort beinhaltenden
oder auf das Codewort verweisenden Signalinformationen an einen Empfänger durchgeführt.
[0032] Vorteilhafterweise ist es durch ein Übertragen an einen Empfänger möglich, die Dateninformation
und die steganographische Information in Form einer Signalinformation über eine räumliche
Distanz zu übertragen.
[0033] Weiterhin wird in einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ein empfangsseitiges
Bereitstellen einer Dateninformation mittels Decodierens des Codewortes im Rahmen
eines mit dem bereitgestellten Codebuch assoziierbaren Übertragungsstandards durchgeführt.
[0034] Durch die Decodierung des Codewortes können die in der Signalinformation beinhalteten
Dateninformationen sowie die steganographische Information zurückgewonnen und verwendet
werden.
[0035] Weiterhin bevorzugt wird in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ein empfangsseitiges
Bereitstellen der steganographischen Information mittels Berechnens der zusätzlichen
Eigenschaft des Codewortes auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente durchgeführt.
[0036] Je nach Ausgestaltung des Empfängers ist es möglich, die steganographische Information,
welche sich in der Signalinformation beinhaltet, zu berechnen. Diese Möglichkeit kann
optional genutzt werden, d.h. Systeme, welche nicht in der Lage sind, die steganographische
Information zurück zu berechnen, werden lediglich die Dateninformation aus der Signalinformation
extrahieren, ohne an die steganographische Information zu gelangen.
[0037] Schließlich wird in einer Ausgestaltung des Verfahrens weiterhin ein Ausführen des
Verfahrens in einer Mobilfunkvorrichtung ausgeführt.
[0038] Das Verfahren eignet sich insbesondere für die Signalinformationsübertragung, d.h.
Sprach- oder sonstige Information, mittels Mobilfunkvorrichtungen, welche in einem
Mobilfunknetz betreibbar sind.
[0039] Die vorgenannten sowie beanspruchten und in den Ausführungsbeispielen beschriebenen
zu verwendenden Bauteile unterliegen in ihrer Größe, Form, Gestaltung, Materialauswahl
und technischen Konzeptionen keinen besonderen Ausnahmebedingungen, so dass die in
dem Anwendungsgebiet bekannten Auswahlkriterien uneingeschränkt Anwendung finden können.
[0040] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen
Zeichnungen, in der - beispielhaft - ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt ist.
[0041] Zu den beschriebenen Codierungsverfahren gemäß Ausführungsbeispielen der Erfindung
werden entsprechende Codierer bereitgestellt sowie entsprechende Verfahren zum Dekodieren
und entsprechende Dekodierer.
- Figur 1
- zeigt einen Codierer 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Figur 2
- zeigt ein Codier/Decodiersystem 200 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Figur 3
- zeigt einen Codierer 300 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Figur 4
- zeigt einen Codierer 400 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Figur 5
- zeigt ein Codebuch 500 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0042] Fig.1 zeigt einen Codierer 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0043] Dem Codierer 100 wird ein zu codierende Signal 101, beispielsweise ein Sprachsignal
100, zugeführt. Außerdem werden dem Codierer 100 einzubettende Daten 102 zugeführt.
Der Codierer erzeugt aus dem zu codierenden Signal 101 ein codiertes Signal 103, in
das die einzubettenden Daten 102 eingebettet sind, das heißt, aus dem ein entsprechender
Decodierer die einzubettenden Daten 102 ermitteln kann.
[0044] Das codierte Signal 103 wird beispielsweise an einen Empfänger übermittelt, beispielsweise
mittels eines Computernetzwerks oder mittels eines Funknetzwerks.
[0045] Bei dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel wird angenommen, dass der
Codierer 100 in einem Mobilfunknetzwerk gemäß GSM (Global System for Mobile Communications)
eingesetzt wird. Bei anderen Ausgestaltungen der Erfindung kann der Codierer auch
im Rahmen eines Mobilfunknetzwerks gemäß UMTS (Universal Mobile Telecommunications
Standard), CDMA2000 (CDMA: Code Division Multiple Access) oder gemäß FOMA (Freedom
of Mobile Access) eingesetzt werden.
[0046] In dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel wird angenommen, dass das zu
codierende Signal 101 ein Sprachsignal ist, das von dem Codierer 100 gemäß einem ACELP
(Algebraic Code Excited Linear Prediction) - Sprachkompressionsverfahren, beispielsweise
gemäß einem "Enhanced Full-Rate"-ACELP-Sprachkompressionsverfahren codiert werden
soll, wie es in einem GSM-Mobilfunknetz eingesetzt wird.
[0047] Der Codierer 100 verwendet zur Informationseinbettung, das heißt zur Einbettung der
einzubettenden Daten 102 in das codierte Signal 103 in einer Ausführungsform zur Codierung
des sogenannten Restsignals ein festes (anders ausgedrückt stochastisches) Codebuch,
welches in N Sub-Codebücher zerlegt wird. Zur eigentlichen Restsignal-Codierung wird
je nach einzubettender Information gemäß einem Binning-Schema (binning scheme) das
entsprechende Sub-Codebuch herangezogen.
[0048] Da das Codebuch bei einem CELP-Sprach-Codierer nicht erschöpfend (sondern lediglich
heuristisch) durchsucht wird, können die Sub-Codebücher einen zum durchsuchten Teil
des festen Codebuches durchaus vergleichbaren Umfang haben und die Qualität der CELP-Codierung
leidet nur wenig unter der Informationseinbettung. Ferner kann die die Informationseinbettung
mit geringer algorithmischer Komplexität durchgeführt werden.
[0049] Bei dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel verwendet der Codierer 100
ein Codebuch, das wie folgt definiert ist:
[0050] Das in diesem Ausführungsbeispiel verwendete Codebuch C ist das Codebuch des GSM
EFR (Enhanced Full Rate) Codecs und ist gegeben durch die Vektoren
c der ACELP-Pulspositionen, (in diesem Ausführungsbeispiel ohne Vorzeichen) für jeden
Subrahmen der Länge 5ms:

mit
c0, c5 ∈ {0, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35}, c1, c6 ∈ {1, 6, 11, 16, 21, 26, 31, 36}
c2, c7 ∈ (2, 7, 12, 17, 22, 27, 32, 37) , c3, c8 ∈ {3, 8, 13, 18, 23, 28, 33, 38}
und
c4, c9 ∈ {4, 9, 14, 19, 24, 29, 34, 39}
[0051] Ein Codewort
c aus dem Codebuch (d.h. der Menge aller möglichen Codeworte) C ist somit ein Vektor
mit zehn Komponenten, wobei jede Komponente eine Position eines Pulses innerhalb eines
Subrahmens beschreibt. Das Codebuch C hat in diesem Ausführungsbeispiel einen Umfang
von 2^(10*log_2(8)) = 2^30 Codewörtern.
[0052] In einem anderen Ausführungsbeispiel sind die Komponenten der Vektoren
c, wie gemäß EFR vorgesehen, vorzeichenbehaftet. Die Verwendung von vorzeichenbehafteten
Komponenten ermöglicht eine verbesserte Informationseinbettung. In einer Ausführungsform
wird bei EFR jedoch aus Komplexitätsgründen auf die Verwendung von vorzeichenbehafteten
Komponenten verzichtet.
[0053] Das Codebuch C wird in einer Ausführungsform derart in zwei Sub-Codebücher C(1) und
C(2) zerlegt, dass pro Codewort in das codierte Signal 102 ein Bit der einzubettenden
Daten 101 eingebettet werden kann und dementsprechend ein Bit der einzubettenden Daten
101 pro Subrahmen übermittelt wird, was bei einer Subrahmendauer von 5ms einer Datenrate
von 200bit/s entspricht.
[0054] Die Codewörter der Sub-Codebücher unterscheiden sich darin, dass die Summe der Komponenten
c
i eines Codewortes aus dem einen Sub-Codebuch gerade und aus dem anderen Sub-Codebuch
ungerade ist. Beispielsweise erfüllen alle Codeworte aus C(1) die Bedingung

(d.h. Summe der Komponenten ist gerade) und alle Codeworte aus C(2) die Bedingung

(d.h. Summe der Komponenten ist ungerade) wobei trunc die Abrundungsoperation, das
heißt das Abrunden auf die nächstkleinere ganze Zahl, bezeichnet.
[0055] Soll eine erste Nachricht (in diesem Beispiel bestehend aus einem Bit, beispielsweise
dem Bitwert 0) übermittelt werden, so wird ein Codewort aus C(1) zur Codierung (der
aktuellen Signalwerte des zu codierenden Signals 101) verwendet, und soll eine zweite
Nachricht (in diesem Beispiel bestehend aus einem Bit, beispielsweise dem Bitwert
1) übermittelt werden, so wird ein Codewort aus C(1) zur Codierung verwendet. Ein
Empfänger bzw. ein Decodierer kann basierend auf der Zugehörigkeit eines empfangenen
Codeworts zu C(1) oder zu C(2) ermitteln, ob die erste Nachricht oder die zweite Nachricht
eingebettet worden ist.
[0056] In einer anderen Ausführungsform wird die Unterteilung von C nach gerader und ungerader
Parität der Summe der Komponenten der Codeworte durchgeführt. Beispielsweise gehört
ein Codewort zu C(1) wenn

in Binärdarstellung eine gerade Anzahl von Einsen aufweist und zu C(2) andernfalls.
[0058] Analog zu der obigen Alternative kann auch bei der Unterteilung des Codebuchs C in
vier Sub-Codebücher dies basierend auf der Parität einer Binärdarstellung der Summe
von Komponenten mit geradem bzw. ungeradem Index durchgeführt werden, also basierend
auf der Parität von

bzw.

[0059] In den obigen Bedingungen für die Codebücher C(1) und C(2) bzw. C(1) bis C(4) kann
alternativ statt einer Komponente c
i selbst auch der Ausdruck trunc(c
i/5) verwendet werden, der eine Pulsposition innerhalb eines sogenannten Tracks eindeutig
bezeichnet. Alternativ kann auch die jeweils Graycodierte Version GRAY(ci) bzw. GRAY(trunc(c
i/5)) verwendet werden, wie sie zur Kanalcodierung bei EFR vorgesehen ist. Unter Berücksichtigung
der tatsächlichen Übertragung der Codeworte über einen GSM-Mobilfunkkanal erweist
sich diese Möglichkeit zur Codebuchzerlegung als besonders vorteilhaft. Damit wird
erreicht, dass besonders wenige Kanalbits einen Einfluss auf die eingebetteten Daten
haben, wodurch die Bitfehlerrate der übertragenen eingebetteten Daten bei gestörter
Übertragung sinkt.
[0060] Allgemein kann das Codebuch C in einer Ausführungsform derart zerlegt werden, dass
die Codeworte des Sub-Codebuchs, das zur Codierung verwendet wird, wenn ein Nachrichtenbit
mi übermittelt werden soll, die Bedingung

erfüllen, wobei A
i eine Indexmenge, b
j die Komponenten des jeweiligen Codeworts bezeichnen. Die Summation wird dabei modulo
2 durchgeführt, so dass gefordert wird, dass die Summe modulo 2 mehrerer Codewortbits
b
j gleich dem einzubettenden Nachrichtenbit m
i ist.
[0061] Zur Rekonstruktion einer eingebetteten Nachricht in einem empfangenen bzw. zu decodierenden
Codewort ist es lediglich erforderlich, dass der Decodierer ermittelt, zu welchem
Sub-Codebuch das Codewort gehört. Werden die Codeworte ungestört an den Decodierer
übermittelt, so können auch die eingebetteten Informationen fehlerlos rekonstruiert
werden.
[0062] Die oben beschriebene Vorgehensweise zur Einbettung von Informationen kann auch bei
anderen Codierern eingesetzt werden, beispielsweise bei allen CELP Sprach-Codierern
aber auch bei anderen Signal-Codierern wie Video-Codierern, Bild-Codierern etc.
[0063] Die Übertragung von Seiteninformationen (eingebetteten Informationen) mittels Steganographie
kann auch zur Signalverbesserung eingesetzt werden und stellt eine Lösung für das
Problem der Rückwärtskompatibilität dar. Ein Empfänger ohne Kenntnis der eingebetteten
Informationen kann das (Sprach-) Signal, in das die Informationen eingebettet wurden,
wie gewohnt, das heißt wie im Falle keiner Einbettung von Informationen mit nur geringen
Verlusten decodieren. Kennt der Empfänger hingegen die eingebetteten Informationen,
so können die Seiteninformationen zur Signalverbesserung verwendet werden. Ein entsprechendes
Ausführungsbeispiel wird im Folgenden mit Bezug auf Fig.2 beschrieben.
[0064] Fig.2 zeigt ein Codier/Decodiersystem 200 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der
Erfindung.
[0065] Das Codier/Decodiersystem 200 weist einen Codierer 201 wie mit Bezug auf Fig.1 beschrieben
auf. Entsprechend werden dem Codierer 201 ein zu codierendes Signal 202 und einzubettende
Daten 203 zugeführt. Die einzubettenden Daten werden zur Signalverbesserung verwendet
und werden dementsprechend von einer Signal-Analyse-Einrichtung 204, dem das zu codierende
Signal 202 zugeführt wird, in für eine Signalverbesserung codierenden Signals 202
geeigneter Weise erzeugt.
[0066] Analog zu Fig.1 gibt der Codierer 201 ein codiertes Signal 205 aus, in das die einzubettenden
Daten 203 eingebettet sind. Das codierte Signal 205 kann nun an einen Empfänger übermittelt
werden, beispielsweise, wie oben beschrieben, mittels eines Mobilfunk-Kommunikationsnetzwerks.
[0067] Weist der Empfänger einen "konventionellen" Decodierer 206 auf, das heißt einen Decodierer,
der die eingebetteten Daten nicht aus dem codierten Signal 205 ermitteln kann, so
decodiert der Decodierer 206 lediglich das codierte Signal 205 zu einem decodierten
Signal 207, welches (bis auf Übertragungsfehler und Codier/Decodierverluste) dem zu
codierenden Signal 202 entspricht.
[0068] Weist der Empfänger einen "erweiterten" Decodierer 208 auf, das heißt einen Decodierer,
der die eingebetteten Daten aus dem codierten Signal 205 ermitteln kann, so werden
die eingebetteten Daten extrahiert und die extrahierten Daten 209 von einer Signalverbesserungseinheit
210 zur Signalverbesserung verwendet, welche ein decodiertes und (gegenüber dem decodierten
Signal 207) verbessertes Signal 211 erzeugt.
[0069] Als Signalverbesserung kann z.B. künstliche Bandbreitenerweiterung, oder Störreduktion
eingesetzt werden. Auch die Koeffizienten eines sendeseitig bestimmten Postfilters
können per Steganographie übertragen werden.
[0070] Insbesondere die Anwendung der künstlichen Bandbreitenerweiterung ist vorteilhaft,
da das Telefonnetz historisch bedingt auf eine akustische Bandbreite von 3.1kHz (300Hz-3.4kHz)
begrenzt ist, eine Übertragung von Breitbandsprache (50Hz-7kHz) jedoch nur mit enormem
Aufwand seitens der Netzbetreiber und der Endgerätehersteller zu bewerkstelligen wäre.
Änderungen im (Mobilfunk-)Übertragungsnetz sind zur Realisierung der oben beschriebenen
Ausführungsformen hingegen nicht erforderlich. Entsprechende (leistungsfähige) Bandbreitenerweiterungsalgorithmen
sind beispielsweise in der Veröffentlichung von
Peter Jax, Bernd Geiser, Stefan Schandl, Hervé Taddei, und Peter Vary, "An Embedded
Scalable Wideband Codec Based on the GSM EFR Codec", in Proceedings of ICASSP, Toulouse,
Mai 2006 beschrieben. Weiterhin wird in der Veröffentlichung von
Peter Jax und Peter Vary, "Bandwidth Extension of Speech Signals: A Catalyst for the
Introduction of Wideband Speech Coding?", IEEE Communications Magazine, vol. 44, no.
5, Mai 2006 die Einführung breitbandiger Sprachübertragung über den Umweg der Bandbreitenerweiterung
(ggf. mit Unterstützung von digitalen Wasserzeichen) erwähnt.
[0071] Im Folgenden wird eine weitere Möglichkeit für eine Zerlegung des oben definierten
Codebuchs C (EFR ACELP Codebuch) beschrieben.
[0072] Zunächst wird zum besseren Verständnis kurz die Suchstrategie des EFR-Codecs erläutert:
- 1) Zunächst wird die erste Pulsposition i0 ∈ {0,...,39} heuristisch ermittelt und bleibt während der gesamten Suche fest. Der
zu i0 gehörige "Track" ist beispielsweise x = 4 oder x = 9. Für die x-te Komponente cx des entsprechenden Codeworts gilt cx = i0.
- 2) Die Position des zweiten Pulses i1 ∈ {0, ... , 39} wird ebenfalls heuristisch ermittelt, wobei für jede der vier Iterationen
des unten stehenden Algorithmus (Schritt 3) ein anderer Wert angenommen wird. Beispielsweise
gehöre für die erste Iteration zur gewählten Position i1 der Track y=3 oder y=8, d.h. Cy = i1.
- 3) Für die verbleibenden acht Tracks werden für jede von vier Iterationen die Pulse
sukzessive in Paaren zu je zwei Tracks durch erschöpfende Suche optimiert. In jeder
der vier Iterationen werden die Track-Paare durch Permutation neu zusammengestellt,
wobei cx und cy nicht wiederverwendet werden
[0073] Beispielsweise wird für das Track-Paar c
0 / c
6 die Optimierung entsprechend dem folgenden Pseudocode durchgeführt:
for(i = 0, 5, 10,..., 35) // Iteration über alle zulässigen Elemente für c0
for(j = 1, 6, 11,..., 36) // Iteration über alle zulässigen Elemente für c6
Teste Puls-Paar (c0=i, c6=j) entsprechend CELP-Kriterium auf Optimalität
[0074] Bei dieser Suchstrategie gemäß EFR werden insgesamt 1024 Kombinationen (4 Iterationen
* 4 Track-Paare * 8 Puls-Positionen * 8 Puls-Positionen = 1024 Kombinationen) untersucht
und daraus die optimalen Puls-Paare ausgewählt.
[0075] Zur Einbettung von Informationen, im Folgenden Beispiel eines einzelnen (Wasserzeichen-)bits
b, in ein Codewort
c = (c
0, ..., c
9) wird gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung der obige Algorithmus wie im
Folgenden beschrieben abgeändert.
[0076] Wenn bei einer Suche bereits ein Puls für einen Track , beispielsweise c
1, ermittelt wurde, kann bei der Wahl des (identisch aufgebauten) Tracks c
6 durch ein Wasserzeichenbit b in das Puls-Positionenpaar c
1 und c
6 eingebettet werden, indem c
6 in Abhängigkeit des Bits b gewählt wird. Die paarweise Suche wird dazu beispielsweise
wie folgt modifiziert:
c6_offset = 5 * ((c1 + b + 1) mod 2)
for(i = 0, 5, 10,..., 35) // Iteration über alle zulässigen Elemente für c0
for(j = 1,11,21,31) // Iteration über alle zulässigen Elemente für c6 (gegenüber oben halbe Anzahl)
Teste Puls-Paar (c0=i, c6=j+c6_offset) entsprechend CELP-Kriterium auf Optimalität
[0077] Das eingebettete Bit b kann im Empfänger bzw. Decodierer durch die Operation

ermittelt werden.
[0078] Statt c6_offset = 5 * ((c1 + b + 1) mod 2) können auch andere Kombinationen von bereits
ermittelten Pulspositionen und einzubettenden Bis verwendet werden. In dem obigen
Beispiel wurde der Suchraum für die Pulsposition c
6 in zwei gleiche Teile (ungerade/gerade Werte) aufgeteilt. Weitere Aufteilungen (etwa
erste/zweite Wertehälfte) sind auch möglich, wobei die Gleichung für c6_offset entsprechend
anzupassen ist.
[0079] Die Anzahl der untersuchten Pulsposition-Kombinationen ist durch das auf diese Weise
eingebettete Bit auf

gesunken.
[0080] Zur Einbettung mehrerer Bits in ein Codewort
c kann der Suchraum für c
6 noch einmal halbiert werden, oder ein identisches Verfahren für ein zweites Pulspaar
angewendet werden. Es ist günstig, gerade solche Pulse im Rahmen der Informationseinbettung
durch c6_offset (bzw. das Bit b) zu koppeln, die in einem Track liegen. Anderenfalls
kann, aufgrund der Vorzeichencodierung des EFR, im Empfänger keine eindeutige Zuordnung
der Pulse mehr vorgenommen werden. Durch entsprechenden Zusatzaufwand im Sender kann
diese Beschränkung aufgehoben werden. Im Empfänger sind c1 und c6 nicht voneinander
zu unterscheiden. Die Datenextraktion via b=(c1+c6) mod 2 macht daher keine Probleme,
allerdings ist es schwierig, beispielsweise b=(c1+c5) mod 2 zu berechnen, da (je nach
Vorzeichen) "versehentlich" b=(c6+c5) mod 2 berechnet werden könnte. Der sendeseitige
"Zusatzaufwand" besteht darin, die Vorzeichencodierung in den Optimierungsschleifen
zu berücksichtigen und quasi pro Optimierungsschritt vorwegzunehmen.
[0081] Durch die der reduzierte Anzahl von untersuchten Kombinationen (896 statt 1024 in
dem obigen Beispiel) ergibt sich eine geringere Codierqualität durch Wasserzeicheneinbettung.
Dies kann durch eine erweiterte Suche, das heißt eine Erweiterung des Suchraums, kompensiert
werden. Dazu werden die Tracks nicht mehr in Paaren sondern in Gruppen zu 3 oder 4
(oder auch mehr) Tracks gemeinsam durchsucht. Die gemeinsame Suche (ohne Wasserzeicheneinbettung)
für 3 Tracks (z.B. c
0, c
6 und c
7) wird beispielsweise wie folgt realisiert:
for(i2 = 0,5,10,...,35) // Iteration über die zulässigen Werte von c0
for(i3 = 1,6,11,...,36) // Iteration über die zulässigen Werte von c6
for(i4 = 2,7,12,...,37) // Iteration über die zulässigen Werte von c7
Suche optimales Tripel (c0=i2, c6=i3, c7=i4)
[0082] Für jedes Tripel bedeutet dies, dass 8*8*8 = 512 Kombinationen durchsucht werden.
Wird die gesamte Suche für die 8 variablen Pulspositionen (gemäß den Schritten 1 und
2 sind ja zwei Pulspositionen fest) so aufgeteilt, dass 2 Tripel und 1 Paar gemeinsam
optimiert werden, so ergibt sich, dass

untersucht werden, was gegenüber den 1024 Kombinationen gemäß EFR einen erheblichen
Mehraufwand bedeutet.
[0083] Werden jedoch z.B. im Zuge der Optimierung des ersten Tripels 3 Wasserzeichenbits,
im Zuge der Optimierung des zweiten Tripels 2 Wasserzeichenbits wie oben beschrieben
eingebettet, während für das Pulspositionen-Paar keine Einbettung vorgenommen wird,
so ergibt sich die Zahl der zu untersuchenden Kombinationen zu

d.h. exakt die Anzahl der untersuchten Kombinationen im Standard-EFR-Codec. Die Wasserzeichendatenrate
liegt in diesem Fall bei (2+3)bit/5ms = 1kbit/s.
[0084] Schließlich ist eine weitere Möglichkeit zur Erweiterung des Suchraumes die Erhöhung
der Iterationszahl, d.h. die Untersuchung weiterer Track-Permutationen.
[0085] Die einem Ausführungsbeispiel zu Grunde liegende Idee kann darin gesehen werden,
dass die Informationseinbettung dem Signal-Codierer bekannt ist, was durch eine gemeinsame
Dateneinbettung und Signalcodierung erreicht wird, das heißt es wird beispielsweise
die Wasserzeichen-Einbettung in den Codierer integriert. Dies kann innerhalb einer
Analyse-durch-Synthese Schleife durchgeführt werden ("closed-loop"), wie es in Fig.3
dargestellt ist.
[0086] Fig.3 zeigt einen Codierer 300 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0087] Dem Codierer werden ein zu codierendes Signal und einzubettende Daten 302 zugeführt.
[0088] Ein codiertes Signal 303 wird aus dem zu codierenden Signal 301 mittels einer Schleife
erzeugt, die ein Codebuch 304, eine Syntheseeinrichtung 305 und einen Vergleicher
306 aufweist. Dabei wird eine mögliche Codierung des zu codierenden Signals 301 von
dem Codebuch 304 erzeugt und es wird mittels der Syntheseeinrichtung 305 und dem Vergleicher
306 überprüft, wie gut es das zu codierende Signal 301 widerspiegelt und gegebenenfalls,
basierend auf der Ausgabe des Vergleichers 306, abgeändert.
[0089] Die einzubettenden Daten 302 werden im Laufe das Codierungsprozesses in das codierte
Signal 303 eingebettet, beispielsweise gemäß einer der oben beschriebenen Vorgehensweisen.
[0090] Beispielsweise wird basierend auf den einzubettenden Daten 302 ein Sub-Codebuch des
Codebuchs 304 ausgewählt, wie es in Fig.4 dargestellt ist.
[0091] Fig.4 zeigt einen Codierer 400 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0092] Analog zu dem in Fig.3 dargestellten Codierer 300 werden dem Codierer einzubettende
Daten 402 und ein zu codierendes Signal 401 zugeführt und er erzeugt ein codiertes
Signal 403, in das die einzubettenden Daten 402 eingebettet sind. Neben einer Syntheseeinrichtung
405 und einem Vergleicher 406 analog zu dem Codierer 300 in Fig.3 weist der Codierer
400 ein Mehrzahl von Sub-Codebüchern 404 also ein in mehrere Sub-Codebücher 404 unterteiltes
Codebuch auf. Basierend auf den einzubettenden Daten werden die Sub-Codebücher bei
der Codierung des zu codierenden Signals 401 ausgewählt. Beispielsweise wird einem
Datenwort des zu codierenden Signals 401 ein Codewort aus einem ersten Sub-Codebuch
zugeordnet, wenn eine erste Seiteninformation aus den einzubettenden Daten 402, beispielsweise
ein Bit mit dem Wert 0, eingebettet werden soll und es wird ein Codewort aus einem
zweiten Sub-Codebuch zugeordnet, wenn eine zweite Seiteninformation aus den einzubettenden
Daten 402, beispielsweise ein Bit mit dem Wert 1, eingebettet werden soll.
[0093] Die Aufteilung eines Codebuchs in mehrere Sub-Codebücher ist in Fig.5 illustriert.
[0094] Fig.5 zeigt ein Codebuch 500 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0095] Das Codebuch 500 ist mit C bezeichnet. Aus Effizienzgründen wird, wenn der Codewortumfang
des Codebuchs 500 sehr groß ist, das Codebuch 500 beim Codieren nur teilweise durchsucht,
d.h. es werden Codeworte zur Codierung nur aus einer Codebuch-Teilmenge 501, welche
mit C' (praktisches Codebuch) bezeichnet ist, ausgewählt.
[0096] Bei den obigen Ausführungsbeispielen wird das Codebuch 500 zur Dateneinbettung wie
oben erläutert in Codebücher zerlegt, beispielsweise in vier Sub-Codebücher 502, welche
mit C(1) bis C(4) bezeichnet sind.
[0097] Da ein Sub-Codebuch 502 einen geringeren Codewortumfang hat als die Codebuch-Teilmenge
501 und damit die Qualität der Signalcodierung (abhängig von der Anzahl der Sub-Codebücher
502) gegenüber einer Verwendung der gesamten Codebuch-Teilmenge 501 sinken würde,
wird in einem Ausführungsbeispiel der Codeumfang der Sub-Codebücher 502 erweitert,
so dass insgesamt eine erweiterte Codebuch-Teilmenge 503 zur Codierung verwendet wird.
Dabei steigt die algorithmische Komplexität nur geringfügig an, die Qualität der Codierung
sinkt nicht und es kann in Sonderfällen sogar eine Qualitätssteigerung erzielt werden.
[0098] In einer Ausführungsform wird ein algebraisches Codebuch verwendet. Im Gegensatz
zu einem gewöhnlichen Codebuch in Tabellenform existiert ein algebraisches Codebuch
nur im Sinne einer algebraischen Konstruktionsvorschrift. Dies bedeutet, dass die
einzelnen Codebuch-Einträge (Codewörter) im Zuge der Signalcodierung durch einen Codewortgenerator
erzeugt werden. Das "Binning Scheme" zur Informationseinbettung, das heißt die Zerlegung
des Codebuchs in Sub-Codebücher und Auswahl des zur Codierung verwendeten Sub-Codebuchs
in Abhängigkeit der einzubettenden Information, bei einem Codierer mit algebraischem
Codebuch besteht nun nicht mehr lediglich in der Aufteilung des Codebuches in eine
Anzahl von Sub-Codebüchern, sondern darüber hinaus auch in der Modifikation des Codewortgenerators
dahingehend, dass jeweils nur zu dem durch die aktuell einzubettende Nachricht i ausgewählten
Sub-Codebuch C(i) gehörige Codewörter ausgegeben werden.
1. Verfahren zur Einbettung einer steganographischen Information in eine Signalinformation
eines Signal-Codierers (100),
gekennzeichnet durch
- Bereitstellen einer Dateninformation, insbesondere einer Sprachinformation, als
zu codierendes Signal (101),
- Auswählen einer steganographischen Information als einzubettende Daten (102), wobei
die steganografische Information aus einer Menge von steganographischen Informationen
ausgewählt wird,
- Erzeugen eines Codewortes aus einem bereitgestellten Codebuch (500) mittels des
Signal-Codierers (100) auf Basis von das Codewort bildenden Codeelementen, derart,
dass
• unter Verwendung des erzeugten Codeworts im Rahmen eines mit dem Codebuch assoziierbaren
Übertragungsstandards die Dateninformation in eine das Codewort beinhaltende und/oder
auf das Codewort verweisende Signalinformation als codiertes Signal (103) codiert
wird; und, dass
• das erzeugte Codewort eine zusätzliche, auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente
berechenbare Eigenschaft aufweist, wobei die zusätzliche Eigenschaft die steganographische
Information darstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Erzeugen des Codewortes derart, dass das Codebuch (500) in eine Anzahl von Sub-Codebüchern
aufgeteilt ist und dass durch den Signal-Codierer (100) jeweils nur ein zu dem durch die aktuell einzubettende steganografische Information ausgewählten Sub-Codebuch
gehöriges Codewort ausgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Bewertung des erzeugten Codewortes im Rahmen eines mit dem bereitgestellten
Codebuch assoziierbaren Übertragungsstandards mittels Decodierens des Codewortes und
anschließenden Vergleichens der decodierten Dateninformation mit der ursprünglichen
Dateninformation und ferner gekennzeichnet durch das optionale Erzeugen des Codewortes aus dem bereitgestellten Codebuch mittels des
Signal-Codierers (100) auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente unter Berücksichtigung
der Bewertung.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung eines auf Basis des GSM- und/oder des UMTS-Übertragungsstandards basierenden
Codierers (100) und Codebuches.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Erzeugen des Codewortes aus einem bereitgestellten algebraischen Codebuch (500) im
Sinne einer algebraischen Konstruktionsvorschrift und/oder auf Basis der CELP-, der
ACELP- oder der AMR-Codierung.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Berechnung der Eigenschaft des Codewortes als Ergebnis einer Anwendung mindestens
einer Operation auf mindestens eines der das Codewort bildenden Codeelemente.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Bereitstellung des Codewortes derart, dass das Codewort die Eigenschaft implizit
erfüllt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch Erzeugung des Codeworts derart, dass es die Eigenschaft, welche die steganografische
Information darstellt, bereits während seiner Erzeugung erfüllt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Auswahl der steganographischen Information derart, dass die steganographische
Information empfangsseitig zur Signalverbesserung, insbesondere bei Sprachübertragung,
wie eine künstliche Bandbreitenerweiterung und/oder Störreduktion, verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Auswahl der steganographischen Information derart, dass die steganographische
Information als digitales Wasserzeichen verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Übertragen der das Codewort beinhaltenden oder auf das Codewort verweisenden
Signalinformation an einen Empfänger.
12. Verfahren nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch ein empfangsseitiges Bereitstellen einer Dateninformation mittels Decodierens des
Codewortes im Rahmen eines mit dem bereitgestellten Codebuch assoziierbaren Übertragungsstandards.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, gekennzeichnet durch ein empfangsseitiges Bereitstellen der steganographischen Information mittels Berechnens
der zusätzlichen Eigenschaft des Codewortes auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Ausführen des Verfahrens in einer Mobilfunkvorrichtung.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei dem Signal-Codierer (100)
die einzubettende Information zugeführt wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Signal-Codierer (100)
ein erstes Codeelement und ein zweites Codeelement des Codewortes ermittelt, wobei
das zweite Codeelement in Abhängigkeit des ersten Codeelements und der einzubettenden
Information ermittelt wird.
17. Signal-Codierer (100) zur Einbettung einer steganographischen Information in eine
Signalinformation des Signal-Codierers (100),
gekennzeichnet durch
- eine Einrichtung zum Empfangen einer Dateninformation, insbesondere einer Sprachinformation,
als zu codierendes Signal (101),
- eine Einrichtung zum Empfangen einer steganographischen Information als einzubettende
Daten (102), wobei die steganografische Information aus einer Menge von steganographischen
Informationen ausgewählt wird,
- eine Einrichtung zum Erzeugen eines Codewortes aus einem bereitgestellten Codebuch
(500) mittels des Signal-Codierers (100) auf Basis von das Codewort bildenden Codeelementen,
derart, dass
• unter Verwendung des erzeugten Codeworts im Rahmen eines mit dem Codebuch assoziierbaren
Übertragungsstandards die Dateninformation in eine das Codewort beinhaltende und/oder
auf das Codewort verweisende Signalinformation als codiertes Signal (103) codiert
wird; und dass
• das erzeugte Codewort eine zusätzliche, auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente
berechenbare Eigenschaft aufweist, wobei die zusätzliche Eigenschaft die steganographische
Information darstellt.
18. Verfahren zur empfangsseitigen Bereitstellung einer steganographischen Information,
die von einem Signal-Codierer (100) in eine Signalinformation eingebettet wurde durch
Erzeugen eines Codewortes aus einem bereitgestellten Codebuch (500) mittels des Signal-Codierers
(100) auf Basis von das Codewort bildenden Codeelementen, derart, dass
• unter Verwendung des erzeugten Codeworts im Rahmen eines mit dem Codebuch assoziierbaren
Übertragungsstandards eine Dateninformation als zu codierendes Signal (101) in eine
das Codewort beinhaltende und/oder auf das Codewort verweisende Signalinformation
als codiertes Signal (103) codiert ist; und dass
• das erzeugte Codewort eine zusätzliche, auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente
berechenbare Eigenschaft aufweist, wobei die zusätzliche Eigenschaft die steganographische
Information darstellt;
wobei die empfangsseitige Bereitstellung der steganografischen Information das Berechnen
der zusätzlichen Eigenschaft des Codeworts auf Basis der das Codewort bildenden Codeelemente
umfasst.
19. Verfahren nach Anspruch 18, wobei empfangsseitig ein erstes Codeelement und ein zweites
Codeelement des Codewortes ermittelt werden, wobei die steganografische Information
in Abhängigkeit des ersten Codeelements und des zweiten Codeelements ermittelt wird.
20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, ferner umfassend Ermitteln der eingebetteten Daten
aus einem codierten Signal (205) und Verwenden der so ermittelten Daten (209) zur
Signalverbesserung, insbesondere zur künstlichen Bandbreitenerweiterung und/oder Störreduktion,
oder zur Ermittlung der Koeffizienten eines senderseitig bestimmten Postfilters.
21. Decodierer (208), der zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 18
bis 20 ausgebildet ist.