Technischer Hintergrund
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Mehrkomponentenverpackung, insbesondere
für Haftvermittler.
Technisches Gebiet / Stand der Technik
[0002] Obwohl auf beliebige Mehrkomponentenverpackungen anwendbar, werden die vorliegende
Erfindung sowie die ihr zugrunde liegenden Problematik nachfolgend mit Bezug auf eine
Zweikomponentenverpackung für Haftvermittler näher erläutert.
[0003] Haftvermittlersubstanzen werden seit langem für die Verbesserung der Haftung, insbesondere
derjenigen von Klebstoffen und Dichtstoffen verwendet. Im besonderen sind als solche
Haftvermittlersubstanzen Silan- und Titanat-Verbindungen seit langem bekannt. Es hat
sich gezeigt, dass fallspezifisch je nach Material und Beschaffenheit der Oberflächen
und dem verwendeten Kleb-oder Dichtstoff ganz spezifische Haftvermittlersubstanzen
oder Mischungen davon ausgewählt werden müssen. Diese Haftvermittlerzusammensetzung
werden als Primer oder Haft-Aktivatoren für die Vorbehandlung von zu verklebenden
oder abzudichtenden Oberflächen verwendet. Einerseits werden im Stand der Technik
solche Haftvermittlersubstanzen in einem inerten leicht flüchtigen Lösungsmittel gelöst,
und sind dadurch bei Feuchtigkeitsausschluss über längere Zeit lagerfähig. Bei der
Applikation dieser Haftvermittlerzusammensetzung auf eine Oberfläche verdunstet das
leicht flüchtige Lösungsmittel und die Luftfeuchtigkeit hydrolysiert die Haftvermittlersubstanzen
und führt zur deren Kondensation untereinander sowie gegebenenfalls mit polaren Gruppen
der Oberfläche. Diese Reaktion benötigt jedoch eine gewisse Zeit bis der Haftungsaufbau
erfolgt ist.
[0004] Wenn diese Haftvermittlersubstanzen mit Wasser in Kontakt kommen, hydrolysieren und
kondensieren sie zu Oligo- und/oder Polymeren. Bei der Applikation solcher Oligomeren
und vor allem solcher Polymeren tritt jedoch sehr häufig eine markant schlechtere
bis überhaupt keine Haftvermittlerwirkung mehr auf. Es hat sich gezeigt, dass der
Haftungsaufbau vielfach ungenügend ist, wenn auf die Haftvermittlerzusammensetzung
ein sehr schnell vernetzender Klebstoff, insbesondere ein sehr schneller Polyurethanklebstoff
appliziert wird.
[0005] Zweikomponentige Systeme sind beispielsweise in der Druckschrift
WO 2005/093002 beschrieben. Bei diesen werden eine Vorläuferverbindung und ein Aktivierungsmittel
in zwei dichten, voneinander getrennten aber aneinander angrenzenden Kammern innerhalb
einer Verpackung zur Lagerung aufbewahrt. Zweikomponentensysteme sind insbesondere
deshalb vorteilhaft, da sich ein genaues Mischverhältnis zwischen der Vorläuferverbindung
und dem Aktivierungsmittel einstellen lässt. Bei der Applikation auf der zu behandelnden
Oberfläche wird die Vorläuferverbindung mit dem Aktivierungsmittel im Idealfall vermischt
und führt somit zur Aktivierung der Vorläuferverbindung innerhalb kürzester Zeit.
[0006] Im Idealfall deshalb, da bei den beschriebenen zweikomponentigen Systemen eine Applikation
der Vorläuferverbindung auf einer zu behandelnden Oberfläche ohne vorherige Vermischung
mit dem Aktivierungsmittel oder umgekehrt eine Applikation des Aktivierungsmittels
auf einer zu behandelnden Oberfläche ohne vorherige Vermischung mit der Vorläuferverbindung
nicht ausgeschlossen ist. Somit ergibt sich das Risiko, dass bei der Verklebung von
Bauteilen mit der behandelten Oberfläche eine nur unzureichende Haftvermittlung gegeben
ist. Dies ist jedoch insbesondere im Bereich sicherheitsrelevanter Bauteile, beispielsweise
Windschutzscheiben von Fahrzeugen, nicht tolerierbar.
Darstellung der Erfindung
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Mehrkomponentenverpackung
sowie ein verbessertes Verfahren zur Entnahme dieser bereitzustellen.
[0008] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch eine Mehrkomponentenverpackung mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1 und oder ein Verfahren zur Entnahme eines Gemisches
aus einer Mehrkomponentenverpackung gemäss dem Patentanspruchs 14 gelöst.
[0009] Demgemäss wird eine Mehrkomponentenverpackung zur Verpackung von mindestens einer
ersten und einer zweiten Komponente, mit einer ersten Kammer zur Aufnahme der ersten
Komponente, wobei die erste Kammer eine Öffnung zur Entnahme eines Gemisches aus der
mindestens ersten und zweiten Komponente aufweist, mit einer innerhalb der ersten
Kammer angeordneten zweiten Kammer zur Aufnahme der zweiten Komponente und mit einem
Verschlussmittel, welches in einem Lagerzustand der Mehrkomponentenverpackung die
Öffnung fluiddicht verschliesst, bereitgestellt.
[0010] Ferner wird ein Verfahren zur Entnahme eines Gemisches aus einer Mehrkomponentenverpackung
mit mindestens einer ersten Kammer, welche eine erste Komponente aufnimmt, und einer
innerhalb der ersten Kammer angeordneten zweiten Kammer, welche eine zweite Komponente
aufnimmt, mit folgenden Schritten, bereitgestellt: Durchstossen der zweiten Kammer
mittels eines Durchstossmittels, Vermischen der ersten und zweiten Komponente zum
Bilden des Gemisches, freigeben einer mittels eines Verschlussmittels verschlossenen
Öffnung der ersten Kammer und Ausgiessen des Gemisches aus der Öffnung.
[0011] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, dass das Verschlussmittel
die Öffnung der ersten Kammer erst freigibt, wenn oder zumindest während eine bewusste
Vermischung der zwei Komponenten stattgefunden hat bzw. stattfindet. Demnach können
die Komponenten nur im vermischten Zustand auf einer zu behandelnden Oberfläche appliziert
werden. Somit wird eine ausreichende Haftvermittlung zwischen der zu behandelnden
Oberfläche und z.B. auf dieser aufgebrachten Kleb- oder Dichtstoffen, Lack, usw. sichergestellt.
[0012] In den Unteransprüchen finden sich vorteilhafte Ausgestaltungen, Verbesserungen und
Weiterbildungen der in dem Patentanspruch 1 angegebenen Mehrkomponentenverpackung
bzw. des im Patentanspruch 16 angegebenen Verfahrens zur Entnahme eines Haftvermittlers.
[0013] Unter einer "Kammer" ist vorliegend ein Volumen zu verstehen, welches von einer Wandung
nahezu vollständig oder vollständig umschlossen ist.
[0014] Unter einem "Durchstossen" einer Kammer ist vorliegend die Erzeugung einer oder mehrerer
Öffnungen in einem Bereich oder in mehreren, insbesondere auch gegenüberliegenden
Bereichen der Kammer zu verstehen.
[0015] Unter "Freigeben" der Öffnung ist vorliegend auch ein lediglich teilweises Freigeben
zu verstehen.
[0016] Gemäss einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist weiterhin ein Durchstossmittel
zum Durchstossen der zweiten Kammer mittels Schütteln der Mehrkomponentenverpackung
innerhalb der ersten oder zweiten Kammer angeordnet. Unter "Schütteln" ist vorliegend
eine Beschleunigung, insbesondere eine periodische Beschleunigung in entgegengesetzte
Richtungen, zu verstehen. Unter einem "Durchstossmittel" ist vorliegend jede Art von
Mittel zu verstehen, welches ein Durchstossen der zweiten Kammer ermöglicht und dabei
direkt mit dieser in Kontakt tritt. Eine Anordnung des Durchstossmittels in der ersten
oder zweiten Kammer ist insofern vorteilhaft, als dass dieses so auf einfache Weise
in die Mehrkomponentenverpackung integriert werden kann ohne beispielsweise als separates
Teil mitgeführt werden zu müssen.
[0017] Das Verschlussmittel ist vorzugsweise im Wesentlichen innerhalb der ersten Kammer
angeordnet.
[0018] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Verschlussmittel
durch die zweite Kammer selbst ausgebildet. Dadurch wird vorteilhaft erreicht, dass
das Durchstossmittel die zweite Kammer erst durchstossen muss, bevor die Öffnung der
ersten Kammer freigegeben wird. Dabei durchstösst das Durchstossmittel von einem Innenraum
der ersten Kammer herkommend vorzugsweise eine erste dem Innenraum der ersten Kammer
zugewandte Wandung der zweiten Kammer, sodass in dieser ein Durchbruch entsteht, durch
welchen die zweite Komponente in den Innenraum der ersten Kammer fliessen und sich
dort mit der ersten Komponente vermischen kann. Wird nun weiter geschüttelt, durchstösst
das Durchstossmittel auch eine jetzt durch den erzeugten Durchbruch zugängliche, von
dem Innenraum der zweiten Kammer abgewandte Wandung. Damit entsteht eine Öffnung in
der Mehrkomponentenverpackung, durch welche der durch Vermischen der ersten und zweiten
Komponente gebildete Haftvermittler ausgegossen werden kann.
[0019] Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Durchstossmittel
mit dem Verschlussmittel fest gekoppelt und bezogen auf die zweite Kammer so angeordnet,
dass eine Durchstossbewegung des Durchstossmittels das Durchstossen der zweiten Kammer
bewirkt und das Verschlussmittel zum Freigeben der Öffnung betätigt. Somit wird vorteilhaft
ein gleichzeitiges Freigeben der Öffnung und Durchstossen der zweiten Kammer und damit
ein Vermischen der zweiten Komponente mit der ersten Komponente erreicht.
[0020] Genauso denkbar ist es jedoch, dass das Durchstossmittel mit dem Verschlussmittel
derart mechanisch gekoppelt ist, dass die Durchstossbewegung des Durchstossmittels
zunächst ein Durchstossen einer dem Durchstossmittel zugewandten Wandung der zweiten
Kammer bewirkt und erst bei einem Fortführen der Durchstossbewegung das Durchstossmittel
das Verschlussmittel zum Freigeben der Öffnung betätigt. Dadurch wird garantiert,
dass der ersten und zweiten Komponente eine gewisse Zeit bleibt um sich zu vermischen,
bis das Verschlussmittel die Öffnung freigibt. Mit "mechanisch gekoppelt" ist beispielsweise
eine Schulter an dem Durchstossmittel gemeint, welche erst bei dem Fortführen der
Durchstossbewegung mit dem Verschlussmittel in Eingriff kommt und dieses dann zum
Freigeben der Öffnung betätigt.
[0021] Bei einer weiter bevorzugten Verbesserung der Erfindung ist das Verschlussmittel
durch das Durchstossmittel selbst ausgebildet. Dabei übernimmt das Durchstossmittel
eine Doppelfunktion: Zum einen dient es zum Durchstossen der zweiten Kammer, zum anderen
als Verschlussmittel. Dies ist hinsichtlich eines Herstellungsaufwands für die Mehrkomponentenverpackung
vorteilhaft.
[0022] Bei einer weiter bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist ein Haltemittel vorgesehen,
welches vorzugsweise im Bereich der Öffnung angeordnet ist und welches das Durchstossmittel
in dem Lagerzustand hält und das Durchstossmittel in Abhängigkeit einer auf die Mehrkomponentenverpackung
wirkenden Beschleunigung freigibt. Die wirkende Beschleunigung kann sich dabei aus
einem Schüttelvorgang der Mehrkomponentenverpackung ergeben. Ein unbeabsichtigtes
Lösen des Durchstossmittels und damit ein eventuelles unbeabsichtigtes Zerstören der
zweiten Kammer kann mittels der Haltemittel verhindert werden. Als Haltemittel kommen,
beispielsweise Klebstoffe, Folien und/oder Fäden in Betracht. Denkbar wären allerdings
auch Gummi, Stege und andere Haltevorrichtungen am Verschluss.
[0023] Gemäss einer weiterbevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die zweite Kammer
eine Wandung auf, welche so ausgelegt ist, dass eine Durchstossbewegung des Durchstossmittels
mit einer vorbestimmten kinetischen Energie zum Durchstossen der zweiten Kammer führt.
Die Auslegung der Wandung erfolgt dabei mittels der Wandstärke und/oder des Materials
und/oder der Geometrie der Wandung. Während des Schüttelns steigt die kinetische Energie
sowohl des Durchstossmittels als auch der vorzugsweise flüssigen ersten und zweiten
Komponente. Die kinetische Energie des Durchstossmittels steht dabei in einem vorbestimmtem
Verhältnis zu der kinetischen Energie der ersten bzw. zweiten Komponente. Ein gutes
Durchmischen der ersten und zweiten Komponente wird insbesondere dann gewährleistet,
wenn die erste und zweite Komponente mit einer vorbestimmten kinetischen Energie aufeinander
treffen. Dies wird dadurch sichergestellt, dass die Wandung der zweiten Kammer erst
durchstossen werden kann, wenn das Durchstossmittel selbst eine vorbestimmte kinetische
Energie erreicht.
[0024] Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die erste Kammer flexibel
ausgebildet und die zweite Kammer mit dem Verschlussmittel derart verbunden, dass
ein Stauchen der ersten Kammer zu einem Durchstossen des Verschlussmittels führt,
wobei das Stauchen der ersten Kammer zuvor ein Durchstossen oder Brechen der zweiten
Kammer bedingt. Vorzugsweise bildet ein Teil der zweiten Kammer selbst das Verschlussmittel
aus, wobei zusätzlich insbesondere für eine Abdichtung geeignete Dichtmittel zwischen
der zweiten Kammer und der ersten Kammer im Bereich der Öffnung vorgesehen sein können.
Vorzugsweise ist die erste Kammer als Faltflasche ausgebildet, was ein Stauchen dieser
erleichtert. Dabei führt der beim Stauchen der ersten Kammer auf die zweite Kammer
aufgebrachte Druck zu einem vollständigen Zerbrechen der zweiten Kammer, so dass die
Öffnung freigegeben wird und sich vorzugsweise gleichzeitig die erste und zweite Komponente
miteinander vermischen. Es ist weiterhin möglich die zweite Kammer mit einer Sollbruchstelle
vorzusehen, die bei einem ersten Stauchvorgang der ersten Kammer bricht und somit
die zweite Komponente für ein Vermischen mit der ersten Komponente freigibt, wobei
dann ein sich an den ersten Stauchvorgang anschliessender zweiter Stauchvorgang zu
einem Durchstossen des Verschlussmittels führt. Auch bei dieser Weiterbildung wird
sichergestellt, dass ein Vermischen der ersten und zweiten Komponente erfolgt, bevor
die Öffnung zum Ausgiessen des Haftvermittlers der ersten Kammer freigegeben wird.
[0025] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Wandung der
zweiten Kammer aus Glas und/oder Metall (bevorzugt Aluminium) und/oder Kunststoff
ausgebildet. Das Material der Wandung bestimmt zusammen mit dem Material bzw. der
Form des Durchstossmittels erheblich unter welchen Bedingungen das Durchstossmittel
die Wandung der zweiten Kammer durchstösst.
[0026] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die erste Kammer
einen sich an einen Grundkörper anschliessendem, insbesondere tüllenförmigen Ausguss
und allenfalls einen daran anschliessenden Ausgiesser auf. Diese erleichtern ein Applizieren
oder Umfüllen des Haftvermittlers auf eine zu behandelnde Oberfläche. Gemäss der vorliegenden
Erfindung ist der Ausguss und falls vorhanden der Ausgiesser Teil der ersten Kammer.
Die "Öffnung" der ersten Kammer wird vorzugsweise durch den Ausguss, insbesondere
durch den Übergang zwischen dem Grundkörper und dem Ausguss, und/oder durch eine Öffnung
des sich an dem Ausguss anschliessenden Ausgiessers gebildet.
[0027] Der Ausgiesser ist insbesondere ein tüllenförmig und/oder verschliessbar. Der tüllenförmige
Ausgiesser verjüngt sich dabei zu einem kleineren Durchmesser als der des Ausgusses.
Durch die Ausgestaltung des Ausgusses/Ausgiessers ergibt sich die Möglichkeit, den
Haftvermittler noch gezielter zu applizieren bzw. ein Applikationshilfsmittel (Schwamm,
Filz) aufzustecken. Vorzugsweise ist der Ausguss/Ausgiesser mittels eines Verschlussmittels,
beispielsweise einer Verschlusskappe, verschliessbar, derart, dass ein gebildeter
Haftvermittler zwar bei freigegebener Öffnung aus dieser ausfliessen kann, jedoch
bei geschlossenem Verschlussmittel ein Ausfliessen aus der Mehrkomponentenverpackung
mittels des Verschlussmittels verhindert wird.
[0028] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform weist die erste Komponente ein Aktivierungsmittel,
beispielsweise Wasser, und/oder die zweite Komponente eine Vorläuferverbindung, beispielsweise
eine hydrolysierbare Silan- und oder Titanatverbindung, auf. Eine Vermischung dieser
führt zu einem aktivierten Haftvermittler.
[0029] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Durchstossmittel,
insbesondere wenigstens eine Kugel, ein härteres oder zumindest solideres Material
als das einer Wandung der zweiten Kammer und/oder Schnittmittel zum Durchbohren der
Wandung der zweiten Kammer auf, oder es hat eine andere beschaffenheit die zum Brechen
oder Durchbohren führt. Damit wird gewährleistet, dass das Durchstossmittel zum Durchstossen
der Wandung der zweiten Kammer im Stande ist. Die Schnittmittel können beispielsweise
als Dorne auf der wenigstens einen Kugel ausgebildet sein.
[0030] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die erste Kammer
teilweise befüllt. Somit wird es der ersten Komponente ermöglicht, eine ausreichende
kinetische Energie zu erreichen, bevor das Durchstossmittel die zweite Kammer durchstösst.
Eine gute Durchmischung der ersten und zweiten Komponente wird damit sichergestellt.
[0031] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahren
wird zunächst die zweite Kammer durchstossen, anschliessend die erste und zweite Komponente
zum Bilden des Haftvermittlers teilweise, bevorzugt homogen, vermischt und weiterhin
anschliessend die Öffnung der ersten Kammer freigeben. Ein Ausgiessen des Haftvermittlers
ohne Aktivierung desselben wird somit ausgeschlossen.
[0032] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahren
wird beim Durchstossen der zweiten Kammer zunächst eine einer der ersten Kammer zugewandte
Wandung der zweiten Kammer und anschliessend eine von der ersten Kammer abgewandte
Wandung, welche das Verschlussmittel ausbildet, der zweiten Kammer von dem Durchstossmittel
durchstossen. Somit wird ein Vermischen der ersten und zweiten Komponente vor dem
Durchstossen der abgewandten Wandung sichergestellt. Das Durchstossen der abgewandten
Wandung der zweiten Kammer bewirkt ein Freigeben der Öffnung der ersten Kammer zum
Ausgiessen des dann aktivierten Haftvermittlers.
[0033] Bei einer weiter bevorzugten Verbesserung des erfindungsgemässen Verfahrens wird
beim Durchstossen oder direkt im Anschluss an das Durchstossen der zweiten Kammer
das Verschlussmittel mittels mechanischer Kopplung mit dem Durchstossmittels zum Freigeben
der Öffnung bewegt. Auch hier liegt der Vorteil darin, dass eine Freigabe der Öffnung
der zweiten Kammer nur erfolgt, wenn die zweite Kammer durchstossen wird bzw. wurde,
sodass es zu einer Vermischung der ersten und zweiten Komponente kommt.
[0034] Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wird
zunächst die zweite Kammer durch Stauchen der ersten Kammer durchstossen und anschliessend
die Öffnung der ersten Kammer durch noch weiteres Stauchen freigegeben. Dabei führt
das Stauchen zu einer Mischbewegung und ein Vermischen der ersten und zweiten Komponente
wird auch hier vor dem Freigeben der Öffnung der ersten Kammer für ein Ausgiessen
des aktivierten Haftvermittlers sichergestellt.
[0035] Gemäss einer weiter bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens
wird die Öffnung der ersten Kammer von dem Durchstossmittel, welches das Verschlussmittel
ausbildet, freigegeben, und gleichzeitig die zweite Kammer von dem Durchstossmittel
durchstossen und die erste und zweite Komponente zum Bilden des Haftvermittlers vermischt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0036] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Figuren schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0037] Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht eine Mehrkomponentenverpackung gemäss einem weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 4A
- in einer Teilansicht eine Variation des Details A gemäss Figur 4;
- Fig. 4B
- in einer Teilansicht eine Variation des Details A gemäss Figur 4;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 7
- in einer Teilansicht eine Variation des Ausführungsbeispiels gemäss Fig. 6; und
- Fig. 8
- in einer Teilansicht eine weitere Variation des Ausführungsbeispiels gemäss Fig. 6.
- Fig. 9
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 10
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 11
- eine Querschnittsansicht einer Mehrkomponentenverpackung gemäss einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
[0038] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Komponenten.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0039] Fig. 1 zeigt in einer Querschnittsansicht eine Mehrkomponentenverpackung 1 gemäss
einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung schematisch, wobei der grundsätzliche
Aufbau gemäss der Erfindung dargestellt werden soll.
[0040] Die Mehrkomponentenverpackung 1 weist eine erste Kammer 2 zur Aufnahme einer ersten
Komponente 3 und eine innerhalb der ersten Kammer 2 angeordnete zweite Kammer 4 zur
Aufnahme einer zweiten Komponente 5 auf.
[0041] Die erste Komponente 3 ist vorzugsweise als ein Aktivierungsmittel, insbesondere
Wasser und allenfalls weitere Additive wie Säuren, Netzmittel, Farbstoffe, usw., ausgebildet.
Die zweite Komponente 5 ist vorzugsweise als eine Vorläuferverbindung, insbesondere
eine Silan- oder Titanatverbindung und allenfalls Additive wie Farbstoffe, usw., ausgebildet.
[0042] Die erste Kammer 2 weist eine Wandung 6 auf, welche einen Raum 7 umgibt. Vorzugsweise
weist die erste Kammer 2 eine für eine Handhabung geeignete Form, beispielsweise eine
Flaschenform, auf.
[0043] Die Wandung 6 der ersten Kammer 2 ist mit einer Öffnung 11 versehen, welche in einem
Lagerzustand der Mehrkomponentenverpackung 1 mittels eines vorzugsweise innerhalb
der ersten Kammer 2 angeordneten Verschlussmittels 12, beispielsweise einer Folie
oder einem Deckel, verschlossen ist.
[0044] Somit wird verhindert, dass die erste Komponente 3 in dem Lagerzustand der Mehrkomponentenverpackung
1 aus der Öffnung 11 austritt.
[0045] Die zweite Kammer 4 weist einen Raum 13 auf, in welchem in dem Lagerzustand die zweite
Komponente 5 angeordnet ist und welcher vorzugsweise vollständig von einer Wandung
14 der zweiten Kammer 4 umschlossen ist. Die Form der zweiten Kammer 4 ist nahezu
beliebig.
[0046] Bezüglich der Ausführungsbeispiele gemäss den Fig. 2 bis 8 werden nachfolgend lediglich
die Unterschiede zu dem grundsätzlichen Ausführungsbeispiel aus Figur 1 erläutert.
[0047] Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist die erste Kammer 2 etwa in der Form
einer Flasche ausgebildet, wobei die erste Kammer 2 einen sich an einen Grundkörper
8 anschliessenden und die Öffnung 11 ausbildenden Ausguss 15 aufweist. Der Ausguss
15 ist vorzugsweise mit einem Ausgiesser 16, vorzugsweise mittels einer Schraubverbindung
17, oder nicht dargestellt mit einer Steckverbindung oder prellverbindung, verbunden.
Der Ausgiesser 16 ist vorzugsweise selbst tüllenförmig ausgebildet und an seinem von
der ersten Kammer 2 abgewandten Ende 21 mit einem Verschluss 22 zum Verschliessen
einer Öffnung 23 des Ausgiessers 16 vorgesehen. Der Verschluss 22 ist über eine flexible
Sicherungslasche 24 für ein Halten des Verschlusses 22 im abgenommen Zustand mit dem
Ausgiesser 16 verbunden.
[0048] Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist in der ersten Kammer 2 ein Durchstossmittel
25 freibeweglich angeordnet, welches vorzugsweise als eine Kugel, beispielsweise aus
Stahl, ausgebildet ist.
[0049] Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist das Verschlussmittel 12 als die zweite
Kammer 4 ausgebildet. Dabei schliesst die Wandung 14 der zweiten Kammer 4 fluiddicht
mit der Wandung 6 der ersten Kammer 2 in einem Abdichtbereich 26 ab. Dabei kann zusätzlich
ein Halte- bzw. Dichtmittel, insbesondere ein Klebstoff und/oder eine elastische Dichtung,
in dem Abdichtbereich 26 eingebracht werden, welches einerseits die Fluiddichtigkeit
verbessert und andererseits die zweite Kammer 4 in einem den Ausguss 15 verschliessenden
Zustand hält.
[0050] Vorzugsweise ist die Wandung 14 der zweiten Kammer 4 aus Glas hergestellt und weist
bevorzugt einen ovalen Querschnitt auf. Der ovale Querschnitt der zweiten Kammer 4
begünstigt eine erhöhte Stabilität der Wandung 14, wodurch sich vorteilhaft eine Wandstärke
der Wandung 14 reduzieren lässt. Dies führt vorteilhaft zu einer Materialeinsparung.
[0051] Soll nun mittels der Mehrkomponentenverpackung 1 ein Haftvermittler in einem Bereitstellungszustand
bereitgestellt werden, so wird die Mehrkomponentenverpackung 1 beispielsweise durch
eine Bedienperson oder durch eine Schüttelmaschine (nicht dargestellt) geschüttelt.
Dabei kann die erste Kammer 2 vorzugsweise nur teilweise mit der ersten Komponente
3 befüllt sein. Durch die Schüttelbewegung der Mehrkomponentenverpackung 1 kommt das
Durchstossmittel 25 in Bewegung. Trifft das Durchstossmittel 25 mit einer genügenden
kinetischen Energie auf die Wandung 14 der zweiten Kammer 4 auf, so durchstösst das
Durchstossmittel 25 vorzugsweise zunächst das von dem Abdichtbereich 26 abgewandte
und in den Raum 7 hineinweisende Ende 27 der zweiten Kammer 4. Bei dem Durchstossen
kommt es im Falle einer aus Glas ausgebildeten Wandung 14 zu einem schlagartigen Sprödbruch
dieser in dem Bereich des Endes 27. Anschliessend vermischt sich die erste Komponente
3 mit der nun freigesetzten zweiten Komponente 5. Dabei ist die Stärke der Wandung
14 bzw. deren Material und das Material bzw. die Form bzw. das Gewicht des Durchstossmittels
25 so aufeinander abgestimmt, dass das Ende 27 erst durchstossen wird, wenn zum einen
keine ungewollte Bewegung, beispielsweise durch den Transport der Mehrkomponentenverpackung
1, vorliegt und zum anderen die erste und/oder die zweite Komponente derart in Bewegung
sind, dass eine sehr homogene Vermischung dieser bei Durchstossen des Endes 27 zügig
erfolgt.
[0052] Vorzugsweise ist die beschriebene Abstimmung der Wandung 14 bzw. des Durchstossmittels
25 derart vorgenommen, dass das Durchstossmittel 25 nach dem Durchstossen des Endes
27 soviel an kinetischer Energie verloren hat, dass ein sofortiges, sich also an das
Durchstossen des Endes 27 anschliessendes Durchstossen des von dem Abdichtbereicht
26 und dem Raum 7 abgewandten Ende 31 der Wandung 14 der zweiten Kammer 4 verhindert
wird.
[0053] Durch weiteres Schütteln nimmt das Durchstossmittel wieder kinetische Energie auf,
währenddessen es vorzugsweise für ein gutes Durchmischen der ersten Komponente 3 und
der zweiten Komponente 5 sorgt.
[0054] Erreicht das Durchstossmittel 25 eine weitere vorbestimmten kinetische Energie, so
durchstösst es das Ende 31 der Wandung 14, wobei dann ein Ausgiessen der einen Haftvermittler
bildenden vermischten ersten und zweiten Komponente 3, 5 aus der zweiten Kammer ermöglicht
wird.
[0055] Genauso kann das Material der Wandung 14 der zweiten Kammer 4 derart ausgebildet
sein, dass sie beim Durchstossen vollkommen, vorzugsweise in viele kleine Stücke,
zerbricht, insbesondere zersplittert, wodurch dann gleichzeitig ein Vermischen der
ersten und zweiten Komponente 3 bzw. 5 und ein Freigeben des Ausgusses 15 erzielt
wird.
[0056] Der Haftvermittler fliesst dann vorzugsweise durch ein Filtersieb 32, welches etwaige
Splitter, beispielsweise Glassplitter, der zerstörten Wandung 14 herausfiltert. Das
Filtersieb kann auch ein Schwamm, eine Fritte, usw. sein.
[0057] Bei abgenommenem Verschluss 22 kann dann mittels des tüllenförmigen Ausgiessers 16
der Haftvermittler einfach auf einer zu behandelnden Oberfläche (nicht dargestellt)
appliziert, oder in einen anderen Behälter umgegossen werden, oder ein geeignetes
Applikationsmittel aufgesteckt werden.
[0058] Das Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 2 dadurch, dass bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 die zweite Kammer
4 mit einem im Wesentlichen trapezförmigen Querschnitt ausgebildet ist. Es sind aber
auch andersförmige Querschnitte denkbar.
[0059] Mittels der Trapezform bildet die zweite Kammer 4 eine zu dem Raum 7 hinweisende,
im Wesentlichen plane Fläche 27 aus.
[0060] Gemäss dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 ist die Wandung 14 der zweiten Kammer
4 aus Metall (bevorzugt Aluminium oder einer Aluminiumlegierung) oder einem Kunststoff
gebildet oder einem Verbundmaterial oder Kombinationen davon.
[0061] Weiterhin ist das Durchstossmittel 25 bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel mit
Stacheln (beispielhaft mit dem Bezugszeichen 34 versehen). Es könne jedoch auch beliebige
andere Schneidmittel wie Schneidkanten, Schneidecken, usw. angeformt sein.
[0062] Dadurch, dass die Fläche 27 im Wesentlichen senkrecht zu einer vorhergesehenen Bewegungsrichtung
des Durchstossmittels ausgerichtet ist, kann diese einfach von den Stacheln 34 durchstossen
werden. Das Ende 27 ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 als eine Fläche
ausgebildet, welche im Wesentlichen senkrecht zu einer vorhergesehenen Bewegung des
Durchstossmittels 25 ausgerichtet ist.
[0063] Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2, ist bei dem Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 4 und Fig. 4A das Durchstossmittel 25 als ein Stab 35 ausgebildet, welcher
an seinem einen Ende 36 gegen die Wandung 14 der Kammer 4, welche vorzugsweise auf
einem Boden 37 der ersten Kammer 2 angeordnet ist, anliegt. Das Ende 36 ist vorzugsweise
scheibenförmig ausgestaltet und kann bevorzugt auch als Sieb ausgestaltet sein, wobei
dann vorzugsweise der Durchmesser des Endes 36 dem Innendurchmesser der ersten Kammer
in diesem Bereich entspricht. Der Stab 35 dient dabei als Verschlussmittel, ferner
kann der Stab 35 mit einem zusätzlich angeordneten Verschlussmittel 12 fest verbunden
sein, welches als eine Schliessplatte ausgebildet ist, und die Öffnung in dem dargestellten
Lagerzustand fest verschliesst.
[0064] Wird nun auf den Verschluss 22 und einen im Verschluss integrierten Stab 41 eine
vorbestimmte Kraft in Richtung der zweiten Kammer 4 aufgebracht, so wird der Stab
35 ins Innere der Kammer 2 gedrückt und die Öffnung 23 freigegeben. Durch die auf
den Verschluss aufgebrachte Kraft geht die Wandung 14, die im Falle dieses Ausführungsbeispiels
vorzugsweise aus Glas ausgebildet ist, zu Bruch und die erste und zweite Komponente
3 bzw. 5 vermischen sich. Falls eine zusätzliche Schliessplatte angeordnet ist, kann
mit der Bewegung des Stabs 35 in Richtung der zweiten Kammer 4 die Schliessplatte
welche mit dem Stab 35 fest verbunden ist mit dem Stab 35 mitbewegt und somit der
Ausguss 15 für ein Bereitstellen des Haftvermittlers freigegeben werden.
[0065] In Fig. 4B ist eine weitere Variante dargestellt, bei der der Stab 35 hohl und röhrenförmig
ausgestaltet ist und aus der Öffnung 23 herausragt. Unterhalb der Öffnung 23 weist
der Stab 23 eine Öffnung 49 auf. Im ungebrauchten Zustand verschliesst der Stab 35
die Öffnung 23. Wird der Verschluss 22 heruntergedrückt, wird der Stab 35 in die erste
Kammer 2 hineingedrückt und die zweite Kammer 4 analog wie oben beschrieben zerstört.
Über die Öffnung 49 im Stab und den hohlen Stab kann dann der Haftvermittler ausgegossen
werden
[0066] Das Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 5 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 2 dadurch, dass sich die zweite Kammer 4 von dem Abdichtbereich 26 bis
zu dem dem Ausguss 15 gegenüberliegenden Boden 37 der ersten Kammer 2, also im Wesentlichen
senkrecht zu dem im Wesentlichen ringförmigen Abdichtbereich 26, erstreckt.
[0067] Dabei ist die Wandung 6 der ersten Kammer 2 in einer Richtung 42 flexibel, insbesondere
stauchbar ausgebildet.
[0068] Wird nun auf das als Boden 37 ausgebildete Durchstossmittel 25 eine vorbestimmte
Kraft aufgebracht, so bricht die Wandung 14 der zweiten Kammer 4 zunächst an einer
Sollbruchstelle 43, woraufhin sich die erste und zweite Komponente 3 bzw. 5 miteinander
zum Bilden des Haftvermittlers vermischen. Das Ende 27 der zweiten Kammer 4 bricht
dabei vorzugsweise, wie dargestellt (siehe Bezugszeichen 44) ab. Wird nun eine weitere
vorbestimmte Kraft von unten auf das Durchstossmittel 25 gegeben, so kommt dieses
in Anlage mit dem der Sollbruchstelle 43 zugeordneten Ende 45 der zweiten Kammer 4.
Zwischenzeitlich kann die Mehrkomponentenverpackung 1 ausreichend geschüttelt werden,
um eine bestmögliche Vermischung der ersten und zweiten Komponente 3 bzw. 5 zu erreichen.
[0069] Wird nun eine vorbestimmte Kraft auf das Ende 45 aufgebracht, so reissen die Haltemittel
28 ab, wodurch der Ausguss 15 für ein Bereitstellen des Haftvermittlers freigegeben
wird und dieser aus dem Ausgiesser 16 ausgeschüttet werden kann.
[0070] Genauso kann das Material der Wandung 14 der zweiten Kammer 4 derart ausgebildet
sein, dass sie beim Durchstossen mittels des Durchstossmittels 25 (Boden 37) vollkommen,
vorzugsweise in viele kleine Stücke, zerbricht, insbesondere zersplittert, wodurch
dann gleichzeitig ein Vermischen der ersten und zweiten Komponente 3 bzw. 5 und ein
Freigeben des Ausgusses 15 respektive Ausgiessers 16 erzielt wird.
[0071] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 6 verschliesst das Durchstossmittel 25 zusammen
mit Haltemitteln 28 den Ausguss 15 respektive Ausgiesser 16.
[0072] Die zweite Kammer 4 ist vorzugsweise in einem dem Durchstossmittel 25 gegenüberliegenden
Bereich des Bodens 37 angeordnet. Sie kann dort über geeignete Haltemittel (nicht
dargestellt) gehalten werden.
[0073] Erfährt die Mehrkomponentenpackung eine vorbestimmte Beschleunigung, insbesondere
in eine mit dem Bezugszeichen 46 versehene Richtung, so reissen die Haltemittel 28
ab oder verformen sich elastisch und geben somit das Durchstossmittel 25 für eine
Bewegung desselben in eine Richtung entgegengesetzt zu der Richtung 46 relativ zu
der ersten Kammer 2 frei. Dabei wird der Ausguss 15 freigegeben. Anschliessend trifft
das Durchstossmittel 25 auf die Wandung 14, insbesondere aus Glas, auf und durchbricht
diese, sodass sich die erste und zweite Komponente 3 bzw. 5 miteinander zum Bilden
des Haftvermittlers vermischen. Der gebildete Haftvermittler kann nun ungehindert
aus dem Ausguss 15 und anschliessend aus dem Ausgiesser 16 für eine Applikation des
Haftvermittlers ausfliessen.
[0074] Die Haltemittel 28 sind gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 als Finger, als
Gummiband und/oder als ein das Durchstossmittel 25 wenigstens abschnittsweise an seinem
Umfang umgreifender Ring ausgebildet.
[0075] Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 sind im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel
gemäss Fig. 6 die Haltemittel 28 als ein an seinem gesamten Umfang mit der Wandung
6 bzw. dem Abdichtbereich 26 verbundenes, im Wesentlichen schalenförmige Zwischenwand,
beispielsweise eine Membran oder eine Folie, ausgebildet, das den Ausguss 15 selbstständig
fluiddicht verschliesst.
[0076] Erfährt das Durchstossmittel 25 eine vorbestimmte Beschleunigung 46, so durchbricht
diese die insbesondere als Folie ausgebildete Zwischenwand 28. Der weitere Prozess
entspricht dann dem, wie er für die Fig. 6 beschrieben worden ist, d. h. die Kugel
durchstösst die zweite Kammer 4 und es kommt zum Vermischen der ersten und zweiten
Komponente 3 bzw. 5. Ein Ausgiessen des gebildeten Haftvermittlers durch das zerrissene
Haltemittel 28 und Ausgiessen desselben für eine Applikation durch den Ausguss 15
und den Ausgiesser 16 ist freigegeben.
[0077] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 8 verschliesst das Durchstossmittel 25 im
Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 eine Öffnung 47 des Ausgiessers
16 in dem Lagerzustand der Mehrkomponentenverpackung 1. Die Haltemittel 28 sind wie
bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 6 oder 7 ausgebildet. Zusätzlich kann hier
das Haltemittel, respektive die Membran, durch herunterdrücken des Deckels zerstört
werden. Durch das herunterdrücken des Deckels wird das Durchstossmittel 25 heruntergedrückt
und durch die Membran 28 gedrückt, so dass das Durchstossmittel 25 und der Ausguss
freigegeben wird. Das Durchstossmittel 25 bewerkstelligt dann ein Vermischen der ersten
und zweiten Komponente 3 bzw. 5 entsprechend dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 6.
Im Ausguss kann ein Filter angebracht sein, um die teile der zweiten Kammer auszufiltern.
[0078] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 9 ist das Durchstossmittel 25 im Unterschied
zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 in der Flasche in der ersten Kammer angeordnet.
Die zweite Kammer 4 weist neben der zweiten Komponente 5 noch einen Anteil eines Gases
auf, so dass die zweite Kammer 4 in der ersten Komponente 3 schwimmt. Der Ausguss
15 ist über ein Verschlussmittel 12, welches hier als Membran ausgestaltet ist, verschlossen.
Dieses Verschlussmittel kann aber auch anders ausgestaltet sein, wesentlich ist nur,
dass es durch das Durchstossmittel zerstört und so der Ausguss freigegeben wird. Diese
Membran ist im Bereich 36 angeordnet. Wird nun die Flasche geschüttelt, wird durch
das Durchstossmittel die zweite Kammer 4, welche vorzugsweise als Glasampulle ausgestaltet
ist, zerstört und die zweite Komponente 5 freigegeben. Beim weiteren Schütteln werden
die beiden Komponenten vermischt und bei weiterem starken Schütteln das Verschlussmittel
12 zerstört.
[0079] In Fig. 10A, 10B und 10C ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Hier schwimmt analog der Fig. 9 die zweite Kammer 4 und das mindestens eine Durchstossmittel
25 frei in der ersten Kammer 2, Fig. 10C. Das Verschlussmittel 12 ist als Klappverschluss
mit einem Scharnier 51 ausgeführt und auf die erste Kammer 2, d.h. den Ausguss 15
der ersten Kammer 4 aufgeprellt. Vor dem Aufprellen des Verschlussmittels 12 wird
ein Einsatz 52 mit einem Halter 50 in den Ausguss 15 eingeführt. Der Halter ist beweglich
ausgeführt, so dass ein Steg 53 des Halters 50 nach oben gedrückt wird. Dieser Steg
drückt auf einen im Deckel 54 des Verschlussmittels 12 angeordneten Schnapper 55.
Dieser Schnapper greift im geschlossenen Zustand des Verschlussmittels in den unteren
Teil des Verschlussmittels mittels eines Hinterschnittes ein, so dass der Deckel 54
nicht geöffnet werden kann. Wird nun der Halter 50 in Richtung des Deckels bewegt,
trifft der Steg 53 auf den Schnapper 55 und drückt diesen zur Seite, so dass der Schnapper
nicht mehr in den unteren Teil des Verschlussmittels eingreifen kann. Der Deckel 54
wird so freigegeben und kann geöffnet werden. Mittels einer Rastervorrichtung 56 kann
der Halter 50 in der geöffneten Position gehalten werden, so dass der Deckel 54 beliebig
verschlossen und geöffnet werden kann.
Wird die Flasche geschüttelt, wird durch das Durchstossmittel 25 die zweite Kammer
4, welche vorzugsweise als Glasampulle ausgestaltet ist, zerstört und die zweite Komponente
5 freigegeben. Beim weiteren Schütteln werden die beiden Komponenten vermischt und
bei weiterem starken schütteln der Halter 50 nach oben gedrückt, der Steg 53 gibt
den Schnapper 55 frei und der Deckel 54 kann geöffnet werden und die vermischten Komponenten
ausgegossen werden.
Um ein Ausgiessen der Bruchstücke der zweiten Kammer 4 zu verhindern, kann im Ausgussbereich,
vorzugsweise im Halter ein Grobsieb 57 angeordnet sein. Weiter kann vor dem Ausgiesser
16 ein Filter 58 angeordnet sein, um feinste Teile auszufiltern.
[0080] In Fig. 11 ist ein zu Fig. 10 analoges Ausführungsbeispiel dargestellt. Hier wird
jedoch die zweite Kammer 4 durch den Halter 50 gehalten. Nachdem hier die zweite Kammer
4 durch Schütteln des Durchstossmittels 25 zerstört wird, kann der Halter, respektive
der Steg 53 und damit der Schnapper 55, bewegt werden, um den Deckel 54 freizugeben.
Der Deckel 54 kann dann abgenommen und der Ausgiesser durch abschneiden der Spitze
des Ausgiessers freigegeben werden. Analog zu Fig. 10 kann jedoch auch ein dort dargestelltes
Verschlussmittel 12 mit Deckel und Scharnier verwendet werden, respektive in Fig.
11 der Deckel von Fig. 10.
[0081] Die Erfindung ist nicht auf den in den vorstehenden Figuren dargestellten, speziellen
Aufbau einer Mehrkomponentenverpackung beschränkt.
[0082] Beispielsweise können auch mehr als zwei Kammer, beispielsweise drei oder vier Kammern
vorgesehen sein, die jeweils unterschiedliche feste, flüssige und/oder gasförmige
Komponenten beinhalten. In allen Ausführungsbeispielen kann das Verschlussmittel so
angebracht werden, dass es nicht mehr entfernt werden kann, beispielsweise durch verschweissen,
aufprellen, usw.
Bezugszeichenliste
[0083]
- 1
- Mehrkomponentenverpackung
- 2
- erste Kammer
- 3
- erste Komponente
- 4
- zweite Kammer
- 5
- zweite Komponente
- 6
- Wandung
- 7
- Raum
- 8
- Grundkörper
- 11
- Öffnung
- 12
- Verschlussmittel
- 13
- Raum
- 14
- Wandung
- 15
- Ausguss
- 16
- Ausgiesser
- 17
- Schraubverbindung
- 21
- Ende
- 22
- Verschluss
- 23
- Öffnung
- 24
- Sicherungslasche
- 25
- Durchstossmittel
- 26
- Abdichtbereich
- 27
- Ende
- 28
- Haltemittel
- 31
- Ende
- 32
- Filter
- 34
- Stachel
- 35
- Stab
- 36
- Ende
- 37
- Boden
- 41
- Ende
- 42
- Richtung
- 43
- Sollbruchstelle
- 44
- abgebrochenes Ende
- 45
- Ende
- 46
- Beschleunigung
- 47
- Öffnung
- 48
- Öffnung
- 50
- Halter
- 51
- Scharnier
- 52
- Einsatz
- 53
- Steg
- 54
- Deckel
- 55
- Schnapper
- 56
- Rastervorrichtung
- 57
- Grobsieb
- 58
- Filter
1. Mehrkomponentenverpackung (1), insbesondere für einen Haftvermittler, zur Verpackung
von mindestens einer ersten und einer zweiten Komponente (3, 5),
- mit einer ersten Kammer (2) zur Aufnahme der ersten Komponente (3), wobei die erste
Kammer (2) einen Bereich (11, 15, 47), insbesondere eine Öffnung, zur Entnahme eines
Gemisches aus der mindestens ersten und zweiten Komponente aufweist,
- mit einer innerhalb der ersten Kammer (2) angeordneten zweiten Kammer (4) zur Aufnahme
der zweiten Komponente (5),
- ein Durchstossmittel (25) zum Durchstossen der zweiten Kammer (4) mittels Schütteln
der Mehrkomponentenverpackung (1),
- mit einem Verschlussmittel (12), welches in einem Lagerzustand der Mehrkomponentenverpackung
die Öffnung (11, 15, 47) fluiddicht verschliesst, wobei das Verschlussmittel (12)
im wesentlichen durch das Durchstossmittel (25) selbst ausgebildet ist.
2. Mehrkomponentenverpackung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Durchstossmittel (25) mit dem Verschlussmittel (12) fest gekoppelt und bezogen
auf die zweite Kammer (4) so angeordnet ist, dass eine Durchstossbewegung des Durchstossmittels
(25) das Durchstossen der zweiten Kammer (4) bewirkt und das Verschlussmittel (12)
zum Freigeben der Öffnung (11, 15, 47) betätigt.
3. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Haltemittel (28) vorgesehen ist, welches vorzugsweise im Bereich der Öffnung
(11, 15, 47) angeordnet ist und welches das Durchstossmittel (25) in dem Lagerzustand
hält und das Durchstossmittel (25) in Abhängigkeit von einer auf die Mehrkomponentenverpackung
(1) wirkenden Beschleunigung in dem Bereitstellungszustand freigibt.
4. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Kammer (4) eine Wandung (14) aufweist, welche aus einem Material besteht,
das so beschaffen ist, dass eine Durchstossbewegung des Durchstossmittels (25) mit
einer vorbestimmten kinetischen Energie zu einem Durchstossen der zweiten Kammer (4)
führt.
5. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Wandung (14) der zweiten Kammer (4) aus Glas und/oder Metall, insbesondere Aluminium
oder eine Aluminiumlegierung, und/oder Kunststoff ausgebildet ist.
6. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Öffnung (11) der ersten Kammer (2) als ein insbesondere tüllenförmiger Ausguss
(15) ausgebildet ist.
7. Mehrkomponentenverpackung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich an den Ausguss (15) ein Ausgiesser (16), insbesondere ein tüllenförmiger und/oder
verschliessbarer Ausgiesser (16), anschliesst.
8. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Durchstossmittel (25), insbesondere wenigstens eine Kugel, ein solideres Material
als das einer Wandung (14) der zweiten Kammer (4) und/oder Schnittmittel zum Durchbohren
der Wandung (14) der zweiten Kammer (4) aufweist.
9. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und/oder die zweite Kammer (2, 4) nur teilweise befüllt ist.
10. Mehrkomponentenverpackung nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gemisch aus der ersten Komponente (3) und der zweiten Komponente ein Haftvermittler
ist.
11. Mehrkomponentenverpackung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Komponente (3) ein Aktivierungsmittel, beispielsweise Wasser und/oder die
zweite Komponente (5) eine Vorläuferverbindung, beispielsweise eine hydrolysierbare
Haftvermittlersubstanz, aufweist.
12. Verfahren zur Entnahme eines Gemisches, insbesondere eines Haftvermittlers, aus einer
Mehrkomponentenverpackung (1) gemäss Anspruch 1, mit folgenden Schritten:
- Freigeben einer mittels eines Verschlussmittels (12) verschlossenen Öffnung (11,
15, 47) der ersten Kammer (2), wobei ein Durchstossmittel (25) im wesentlichen das
Verschlussmittel (12) ausbildet,
- Durchstossen der zweiten Kammer (4) mittels des Durchstossmittels (25),
- Vermischen der ersten und zweiten Komponente (3, 5) zum Bilden des Gemisches, und
- Ausgiessen des Gemisches aus der Öffnung (11, 15, 47).
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Haltemittel (28) vorgesehen ist, welches vorzugsweise im Bereich der Öffnung
(11, 15, 47) angeordnet ist und welches das Durchstossmittel (25) in dem Lagerzustand
hält und das Durchstossmittel (25) in Abhängigkeit von einer auf die Mehrkomponentenverpackung
(1) wirkenden Beschleunigung in dem Bereitstellungszustand freigibt.
14. Verfahren wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gemisch ein Haftvermittler ist.