[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Verbesserung der menschlichen
Sitzhaltung auf einem Stuhl oder dergleichen, die insbesondere zwischen einer Säule
und einer Sitzplatte eines Stuhles angeordnet ist.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist der
EP 0579097 A1 zu entnehmen. Zwischen der Sitzplatte und der Säule des Stuhles ist dabei ein Kugelgelenk
vorgesehen, durch das die Bewegungen der Sitzplatte auf die Säule übertragen ist.
Die durch die Bewegungen des Oberkörpers des Menschen entstehende Verkippungen der
Sitzplatte während der Sitzposition, werden somit über das Kugelgelenk an die Säule
des Stuhles die Bewegungen übertragen. Dies soll bewirken, dass die Rückenmuskulatur
des Menschen ständig angespannt ist und dass die Bandscheiben und sonstige Rückengelenke
des Menschen ständig in Bewegung sind, um Haltungsschäden zu vermeiden.
[0003] Als nachteilig bei solchen Vorrichtungen hat sich herausgestellt, dass die Sitzhaltung
ständig zu korrigieren ist, da die Vorrichtung, insbesondere das Kugelgelenkt der
Vorrichtung, die Stabilität der Sitzplatte einschränkt. Die Sitzplatte ist nämlich
um eine Vielzahl von Achsen oder Freiheitsgraden, die senkrecht zu der Säule des Stuhles
verlaufen, kippbar. Somit wird jede Sitzpositionsveränderung durch das Kugelgelenk
nicht behindert, so dass die Sitzplatte ständig um den Mittelpunkt des Kugelgelenkes
bewegt ist.
[0004] Insbesondere wenn der Benutzer einer solchen Vorrichtung jedoch die Sitzposition
einnimmt, ist die Bewegungsmöglichkeit der Sitzplatte oftmals störend und führt zu
Irritationen des Gleichgewichtssinns beim Benutzer, denn jede Belastungsveränderung
führt zu einer Verkippung der Sitzplatte bzw. die Ausgangsposition der Sitzplatte
ist bereits aus der horizontalen Ebene geneigt, wodurch eine ungewohnte Sitzhaltung
einzunehmen ist.
[0005] Darüber hinaus ist bei einer solchen Vorrichtung als nachteilig anzusehen, dass die
Korrekturmöglichkeiten zur Beeinflussung der Bewegungen der Vorrichtung nicht gegeben
sind. Vielmehr ist durch die Position des Benutzers die Sitzplatte in möglichst horizontaler
Ebene auszurichten. Durch den Benutzer erfolgt demnach ausschließlich die Neigungskorrektur
der Sitzplatte.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung
derart weiterzubilden, dass die menschliche Sitzposition auf einem Stuhl oder dergleichen
möglichst durch den Benutzer einstellbar und veränderbar ist und gleichzeitig eine
Dämpfung der Bewegungen der Sitzplatte vorhanden ist, um der vom Benutzer aufgebrachten
Kraft entgegen zu wirken. Gleichzeitig sollen die Freiheitsgrade bei der Veränderung
der Sitzplatte sowie die Neigungswinkel definiert einstellbar sein. Insbesondere die
Auslenkung der Sitzplatte um eine horizontale, senkrecht zu der Säule des Stuhls verlaufende
Drehachse soll dabei an die individuellen Bedürfnisse anpassbar sein.
[0007] Diese Aufgaben sind durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Patentanspruch
1 oder 2 gelöst.
[0008] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Dadurch, dass die Sitzplatte mittels der Gelenkeinrichtung vorzugsweise um drei verschiedene
Drehachsen kippbar gegenüber der Säule des Stuhles auslenkbar ist, und dass gleichzeitig
die Dämpfungskolben auf die Sitzplatte derart einwirken, dass deren Neigungsverstellung
abgefedert oder gedämpft ist, ist gewährleistet, dass die Bewegungen der Sitzplatte
gegen eine Reaktionskraft, die von den Dämpfungskolben erzeugt ist, vorzunehmen ist.
Die von dem Dämpfungskolben ausgeübten Reaktionskräfte sind dabei derart an die Neigungsposition
der Sitzplatte anpassbar, dass die Reaktionskräfte linear ansteigen je größer der
Neigungswinkel der Sitzplatte ist. Dies ist mittels der Stellung des Steuerkolbens
erreicht, durch den der Durchfluss des Mediums durch das Leitungssystem selbsttätig
gesteuert ist.
[0010] Darüber hinaus sind vorteilhafter Weise die Neigungswinkel der Sitzplatte gegenüber
der Säule variabel einstellbar, so dass die Auslenkung der Sitzplatte aus der horizontalen
Ebene von einem Benutzer des Stuhles frei wählbar ist.
[0011] Da die Dämpfungskolben eine Rückstellkraft auf die Sitzplatte ausüben, die von dem
Benutzer zur Veränderung der Neigungsposition der Sitzplatte zu überwinden ist, sind
höhere Belastungen erforderlich, die eine definierte Bewegung der Sitzplatte überhaupt
erst ermöglichen, um Haltungsschäden während des Sitzens zu verhindern. Die in der
Dämpfungseinrichtung vorgesehenen Leitungen sind nämlich derart konstruktiv angeordnet,
dass jedem Dämpfungskolben ein Leitungssystem zugeordnet ist, so dass jeder Dämpfungskolben
in Abhängigkeit von der Neigungsposition der Sitzplatte, die von dem Steuerkolben
erfasst ist, mit einem bestimmten voreinstellbaren Druckzustand beaufschlagt sind.
Demzufolge ist die Bewegungsmöglichkeit des jeweiligen Dämpfungskolbens sowohl von
außen einstellbar als auch durch die Neigungsposition der Sitzplatte vorgegeben. Der
Steuerkolben weist nämlich zwei Dichtungsringflächen auf, die über die in die Hülse
eingearbeiteten Öffnungen axial verschoben sind, und zwar in Abhängigkeit von der
Neigungsposition der Sitzplatte. Dies bedeutet, dass die Sitzplatte den Steuerkolben
relativ zu der Hülse bewegt, so dass die entsprechenden Öffnungen entweder freigegeben,
teilweise oder vollständig verschlossen sind. Somit kann das in den Leitungssystemen
eingefüllte Medium, beispielsweise Hydraulikflüssigkeit, begrenzt innerhalb des Druckraumes,
in den der jeweilige Dämpfungskolben eingesetzt ist, hin und her strömen. Durch die
Vergrößerung des Durchtrittsquerschnittes des Leitungssystems ist die Dämpfungseigenschaft
des jeweiligen Druckkolbens veränderbar.
[0012] Die Verringerung des Leitungsquerschnitts durch die Dichtungsringflächen des Steuerkolbens
gewährleistet folglich, dass die Druckkolben in Abhängigkeit von der Stellung des
Steuerkolbens gedämpft bzw. freigegeben sind und durch die in den jeweiligen Druckraum
eingesetzte Druckfeder in ihrer Ausgangsposition zurückgedrückt sind, Sobald demnach
die Kraftbeaufschlagung auf die Sitzplatte verringert ist, wird diese durch die Druckfedern
in die horizontale Ebene zurück überführt und die Dämpfungskolben durch die Druckfeder
in ihre Ausgangsposition gedrückt. Die Sitzplatte ist folglich im unbelasteten Zustand
in der gewünschten horizontalen Ebene angeordnet, so dass der Benutzer beim erstmaligen
Platznehmen auf der Sitzplatte keine Gleichgewichtsstörungen empfindet, sondern vielmehr
nach der ersten Belastung individuell die Neigung der Sitzplatte einstellt.
[0013] Dadurch, dass zum Einen der Steuerkolben trieblich mit der Gelenkeinrichtung verbunden
ist oder zum Anderen der Steuerkolben von außen in seiner Position einstellbar ist,
ist sichergestellt, dass die Durchtrittsöffnungen oder Querschnittsflächen des Leitungssystems
im Inneren der Dämpfungseinrichtung mittels des Steuerkolbens entweder in Abhängigkeit
von der Sitzposition oder in Abhängigkeit von den individuellen Vorstellungen zur
Dämpfung der Bewegung der Sitzplatte durch den Benutzer einstellbar sind. Durch die
Veränderung der Stellschraube wird nämlich die Durchtrittsöffnung entweder völlig
freigegeben oder nahezu vollständig verschlossen bzw. zwischen diesen beiden Extrempositionen
eine entsprechende Querschnittsfläche freigegeben, durch die das Medium im Inneren
des Leitungssystems hindurchströmt. Es versteht sich, dass mit Verringerung der Durchtrittsfläche
des Leitungssystems die Dämpfungseigenschaften der Dämpfungskolben derart verändert
sind, dass diese langsamer bzw. mit einer erhöhten Kraftaufwendung zu bewegen sind.
Bei völliger Freigabe der Querschnittsflächen strömt das Medium ungehindert durch
das Leitungssystem, so dass lediglich die Reibungen, die durch die Strömung des Mediums
im Inneren des Leitungssystems entstehen, dämpfende Eigenschaften ausüben.
[0014] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt,
das nachfolgend näher erläutert ist. Im Einzelnen zeigt:
- Figur 1
- eine Vorrichtung, die zwischen einer Sitzplatte und einer Säule eines Stuhles angebracht
ist, mit einer Gelenkeinrichtung und einer Dämpfungseinrichtung, in perspektivischer
und vergrößerter Ansicht,
- Figur 2a
- die Gelenkeinrichtung gemäß Figur 1 mit einem ersten und einem zweiten Körper, die
zueinander verschwenkbar sind, in perspektivischer Ansicht,
- Figur 2b
- die Gelenkeinrichtung gemäß Figur 1 in Seitenansicht sowie ein Ausschnitt der Drehachse,
im Schnitt,
- Figur 2c
- die Gelenkeinrichtung gemäß Figur 2a in Seitenansicht,
- Figur 3
- die Vorrichtung gemäß Figur 1 im Schnitt sowie mit einem vergrößerten Teilausschnitt,
- Figur 4a
- die Vorrichtung gemäß Figur 1 in einer bestimmten Betriebsstellung, im Schnitt sowie
das Leitungssystem der Vorrichtung,
- Figur 4b
- die Vorrichtung gemäß Figur 1 in der Ausgangsposition sowie das der Vorrichtung zugeordnete
Leitungssystem, im Schnitt und
- Figur 5
- die Vorrichtung gemäß Figur 1 im Schnitt mit einem von außen einstellbaren Steuerkolben.
[0015] In Figur 1 ist eine Vorrichtung 1 in vergrößerter Darstellung abgebildet, durch die
eine Sitzplatte 4 an einer Säule 3 eines Stuhles 2 derart verbunden ist, dass die
Sitzplatte 4 um mindestens eine senkrecht zu der Längsachse 7 der Säule 3 verlaufenden
Drehachse kippbar ist und gleichzeitig die Neigungsveränderung der Sitzplatte 4 gedämpft
oder abgefedert ist. Zu diesem Zweck besteht die Vorrichtung 1 aus einer nachfolgend
näher erläuterten Gelenkeinrichtung 11 und aus einer Dämpfungseinrichtung 21, durch
die die Verstellung in den entsprechenden Freiheitsgraden und deren Dämpfung sowie
Rückstellung ermöglicht ist.
[0016] Zunächst ist der konstruktive Aufbau und die Funktionsweise der Gelenkeinrichtung
11 erläutert. Diese ist detailliert in den Figuren 2a, 2b und 2c dargestellt.
[0017] Die Gelenkeinrichtung 11 umfasst drei Körper 12, 13 und 14, die in einer bestimmten
Art und Weise zueinander verschwenkbar sind. Der erste Körper 12 ist an der Dämpfungseinrichtung
21 drehbar abgestützt. Dies ist dadurch erreicht, dass der Körper 12 zwei zueinander
fluchtende Öffnungen 20 aufweist, in die jeweils ein Stift 15 eingesetzt ist. Der
Stift 15 ist an der Dämpfungseinrichtung 21 in an dieser angebrachten Anformungen
41 eingesetzt. In die Anformung 41 ist jeweils eine Öffnung 20' eingearbeitet, die
im montierten Zustand fluchtend zu der Öffnung 20 des Körpers 12 ausgerichtet ist.
Um die Rotation des Stiftes 15 zu erleichtert, ist dieser in einer Kunststoffschale
17 gelagert, die zwischen dem Körper 12 und der Anformung 41 angeordnet ist. Diese
Lagerungsart ist insbesondere aus der vergrößerten Schnittdarstellung der Figur 2b
zu entnehmen.
[0018] Der Stift 15 bildet somit für den Körper 12 an der Dämpfungseinrichtung 21 eine Drehachse
16. Der Körper 12 weist im Wesentlichen eine dreieckförmige Außenkontur auf; einer
der Schenkel ist demnach durch die Drehachse 16 definiert. Beabstandet zu der Drehachse
16 ist in dem Körper 12 eine Stellschraube 18 eingesetzt, deren freies Ende 19 auf
die Oberfläche der Dämpfungseinrichtung 21, wie dies insbesondere in Figur 1 abgebildet
ist, aufliegt, wenn die Neigung der Sitzplatte 4 um die Drehachse 16 in Richtung auf
die Dämpfungseinrichtung 21 ausgelenkt ist.
[0019] Das freie Ende 19 der Stellschraube 18 dient als Oberflächen-Anschlag, durch den
die Bewegung bzw. Neigung des Körpers 12 einstellbar ist.
[0020] Aus Figur 2a ist ersichtlich, dass zwischen der Drehachse 16 und der Position der
Stellschraube 18 an dem Körper 12 eine weitere Drehachse 16' vorgesehen ist, an der
der zweite Körper 13 verschwenkbar an dem ersten Körper 12 angebracht ist. Der konstruktive
Aufbau der Drehachse 16' ist identisch mit der Konstruktion der Drehachse 16 wie vorstehend
erläutert. Die Drehachse 16' verläuft parallel und beabstandet zu der Drehachse 16.
[0021] Der zweite und dritte Körper 13 und 14 sind im Querschnitt im Wesentlich U-förmig
ausgestaltet, so dass senkrecht zu der Drehachse 16' eine Drehachse 16" verläuft,
durch die der dritte Körper 14 an dem zweiten Körper 13 verschenkbar gehalten ist.
Auch die Konstruktion der Drehachse 16" ist mit der Konstruktion der Drehachse 16
identisch.
[0022] Folglich weist die Gelenkeinrichtung 11 drei Drehachsen 16, 16' und 16" auf, um die
die Sitzplatte 4 bezogen auf die Dämpfungseinrichtung 21 und die Säule 3 verschwenbar
ist. Der Körper 14 ist dabei an der Unterseite der Sitzplatte 4 befestigt.
[0023] Um die Neigungen der Sitzplatte 4 abzustützen, weist die Dämpfungseinrichtung 21
zwei parallel zueinander angeordnete Dämpfungskolben 22 und 23 auf. Die Dämpfungskolben
22 und 23 sind im Inneren der Dämpfungseinrichtung 21, wie dies nachfolgend noch näher
erläutert ist, abgestützt; eine an dem Dämpfungskolben 22 oder 23 angebrachte Kolbenstange
35 ragt aus der Dämpfungseinrichtung 21. Das freie Ende 35' der Kolbenstange 22 ragt
aus der Dämpfungseinrichtung 21 in Richtung auf die Unterseite der Sitzplatte 4 und
steht mit dieser in trieblicher Wirkverbindung. Folglich durchgreifen die Dämpfungskolben
22 und 23 die Gelenkeinrichtung 11, wie dies insbesondere in Figur 1 zu entnehmen
ist.
[0024] In Figur 3 ist die Lagerung der Dämpfungskolben 22 und 23 gezeigt, zwischen denen
ein Steuerkolben 24 angeordnet ist, so dass die Achsen des Dämpfungskolbens 22, 23
sowie des Steuerkolbens 24 in Draufsicht ein Dreieck bilden. Das freie Ende 36 des
Steuerkolbens 24 steht ebenfalls in trieblicher Wirkverbindung mit der Unterseite
der Sitzplatte 4. Durch die Neigungsveränderung der Sitzplatte 4 ist somit zunächst
die Position des Steuerkolbens 24 und ausschließlich durch die Positionen der Dämpfungskolben
22, 23 verändert; diese sind nämlich in das Innere der Dämpfungseinrichtung 21 aufgrund
der Belastung der Sitzplatte 4 eingedrückt.
[0025] Aus den Figuren 4a und 4b ist ein Leitungssystem 26 schematisch zu entnehmen. Jedem
der beiden Dämpfungskolben 22 und 23 ist eines der Leitungssysteme 26 zugeordnet,
die demnach nicht miteinander verbunden sind, sondern jeder der Dämpfungskolben 22
und 23 ist in einen Druckraum 29 eingesetzt, der im Inneren der Dämpfungseinrichtung
21 vorgesehen ist. Der Dämpfungskolben wirkt im Ausgangszustand gegen die Kraft einer
Feder 10 und gegen das in dem Druckraum 29 eingefüllte Medium 25, das nämlich durch
das Herunterdrücken des jeweiligen Druckkolbens 22 oder 23 aus dem Druckraum 29 auszupressen
ist. Das in den Figuren 4a und 4b dargestellte Leitungssystem 26 besteht aus zwei
Leitungen 27 und 27' für den Druckraum 29 des Dämpfungskolbens 22 und aus zwei Leitungen
28 und 28' für den Druckraum 29 des Dämpfungskolben 23. Die Leitungen 27 und 27' bzw.
28 und 28' münden zueinander in unterschiedlichen Höhenniveaus in den jeweiligen Druckraum
29 ein und sind durch den jeweiligen Druckkolben 22 oder 23 voneinander getrennt.
Der Druckraum 29 ist permanent vollständig mit einem Medium 25, das beispielsweise
als Hydraulikflüssigkeit ausgebildet ist, gefüllt.
[0026] Ist die Sitzplatte 4 einseitig belastet, ist beispielsweise der Dämpfungskolben 22
mit Kraft beaufschlagt und wird in die Dämpfungseinrichtung 21 gedrückt, so dass das
Medium 25 aus dem Druckraum 29 durch die untere Leitung 27 herausgepresst ist. Das
Medium 25 strömt durch die Leitung 27 in einen Steuerraum 30, in den der Steuerkolben
24 eingesetzt ist. Da der Steuerkolben 24 ebenfalls axial durch die Belastung der
Sitzplatte 4 in das Innere der Dämpfungseinrichtung 21 gedrückt ist, hat sich dessen
Position gegenüber dem Ausgangszustand verändert. Durch den Steuerkolben 24 soll nämlich
die Durchflussmenge, die durch die Leitung 27 in den Steuerraum 30 und von diesem
zurück durch die Leitung 27' in den Druckraum 29 des Dämpfungskolbens 22 fließen kann,
einstellbar sein, geregelt sein.
[0027] Zu diesem Zweck ist in den Steuerraum 30 eine Hülse 31 eingesetzt, in der insgesamt
vier Öffnungen 32 eingearbeitet sind. Jede der Leitungen 27, 27' sowie 28 und 28'
mündet dabei in eine der Öffnungen 32. Die Hülse 31 ist ortsfest im Inneren der Dämpfungseinrichtung
21 angebracht; relativ zu der Hülse 31 ist der Steuerkolben 24 axial beweglich gelagert.
[0028] Ausgehend von der Belastung des Dämpfungskolbens 22, wird durch eine an dem Steuerkolben
24 vorgesehene Dichtungsringfläche 33 die Öffnung 32, die der Leitung 27' zugeordnet
ist, teilweise verschlossen, so dass die Strömungsgeschwindigkeit und die Durchflussmenge,
die durch die Leitung 27' zurück in den Druckraum 29 des Dämpfungskolbens 22 strömen
kann, reduziert ist. Somit wird der Dämpfungskolben 22, in Abhängigkeit von der Position
des Steuerkolbens 24, in seiner Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt, denn es ist eine
höhere Kraft erforderlich, das Medium 25 durch die Leitung 27 zurück in den Druckraum
29 durch die Leitung 27' zu pressen. Darüber hinaus taucht der Steuerkolben 24 in
die unterste der Öffnungen 32 ein, die der Leitung 27 zugeordnet ist und verschließt
diese.
[0029] Die zwei Dichtungsringflächen 33, die an dem Steuerkolben 24 vorgesehen sind, sind
daher jeweils einer der Öffnungen 32 oder 32" des Leitungssystems 26 zugeordnet, und
zwar derart, dass durch die axiale Verschiebung des Steuerkolbens 24 die entsprechenden
Öffnungen 32 oder 32" ganz oder teilweise durch die Dichtungsringflächen 33 verschlossen
sind, um die Bewegungsmöglichkeiten des jeweiligen Dämpfungskolbens 22 bzw. 23 zu
verändern. Je weiter nämlich der Steuerkolben 24 nach unten gedrückt ist, desto weniger
Medium 25 kann durch die Leitung 27 bzw. 28 aus dem jeweiligen Druckraum 29 der Dämpfungskolben
22 bzw. 23 in den Steuerraum 30 einströmen. Dieses Strömungsverhalten erhöht somit
die Dämpfungseigenschaften der beiden Dämpfungskolben 22, 23.
[0030] Sobald die Belastung der Sitzplatte 4 aufgehoben ist, wird der Steuerkolben durch
eine Feder 10 angehoben, so dass die Öffnungen 32 in der Hülse 31 freigegeben sind,
so dass das Medium 25 ungehindert in dem jeweiligen Leitungssystem 26 strömen kann.
Durch die den Dämpfungskolben 22 bzw. 23 zugeordnete Feder 10 werden diese aus der
Dämpfungseinrichtung 21 nach oben gedrückt, so dass die Sitzplatte 4 in eine horizontale
Position überführt ist.
[0031] In Figur 3 ist des Weiteren gezeigt, dass die freien Enden 35' der Kolbenstangen
35 in einem Kugelgelenk 37 angeordnet sind, das aus zwei Halbschalen 38' und 38" sowie
aus einer Kugel 38 besteht. Die Kugel 38 ist dabei zwischen den beiden Halbschalen
38' und 38" angeordnet. Die dem Dämpfungskolben 22 oder 23 zugeordnete Halbschale
38' weist eine Aufnahmetasche auf, in der die Kugel 38 gehalten ist. Die der Sitzplatte
4 zugeordnete Halbschale 38" weist eine bogenförmige Innenkontur auf, an der die Kugel
38 abrollen kann, so dass durch die triebliche Wirkverbindung zwischen den jeweiligen
Kolbenstangen 35 die Bewegungen der Sitzplatte 4 nicht behindert sind.
[0032] Um ein Abheben der Sitzplatte 4 von den Kolbenstangen 35 zu verhindern, ist seitlich
neben dem Kugelgelenk 37 ein Permanentmagnet 40 vorgesehen. Der Nordpol des Permanentmagneten
40 ist dabei an der Kolbenstange 35 angebracht und der Südpol des Permanentmagneten
40 ist der Unterseite der Sitzplatte 4 zugeordnet. Zwischen den beiden Polen des Permanentmagneten
40 entsteht somit ein Magnetfeld, dessen Anziehungskraft derart groß bemessen ist,
dass die Sitzplatte 4 nicht nach oben von den freien Enden 35' der Kolbenstangen 35
abgehoben werden kann.
[0033] Falls im Verlauf von Lastwechseln Leckageverluste in dem Leitungssystem 26 festgestellt
sind, kann von außen das Medium 25 in das Leitungssystem 26 nachgefüllt sein. Es ist
auch denkbar, in dem Inneren der Dämpfungseinrichtung 21 einen Vorratsraum vorzusehen,
der beispielsweise über ein Nadelventil mit dem jeweiligen Leitungssystem 26 in Verbindung
steht, so dass bei einer Druckminderung aufgrund von Leckageverlusten in dem jeweiligen
Leitungssystem 26, aus dem Vorratsraum das Medium 25 selbständig nachströmt. Folglich
ist gewährleistet, dass in dem Leitungssystem 26 ein konstanter Druck herrscht, so
dass die Dämpfungseigenschaften der Dämpfungseinrichtung 21 auch bei einer Vielzahl
von Lastwechseln konstant ist bzw. von einem Benutzer auf die individuellen Bedürfnisse
eingestellt werden kann.
[0034] Aus Figur 5 ist ersichtlich, dass die Dämpfungseigenschaften für die Dämpfungskolben
22 und 23 von außen manuell mittels des Steuerkolbens 24 einstellbar ist. Durch die
Position des Steuerkolbens 24 sind nämlich die beiden Dichtungsringflächen 33 derart,
in Bezug auf die Durchtrittsöffnungen 32 bzw. 32", positioniert, dass durch diese
die Querschnittsfläche der jeweiligen Durchtrittsöffnungen 32 bzw. 32" ganz oder teilweise
geöffnet sind. Durch die Positionierung des Steuerkolbens 24 ist somit die Dämpfungs-
oder Federeigenschaft der Druckkolben 22 und 23 individuell an die Vorstellungen des
Benutzers anpassbar.
1. Vorrichtung (1) zur Verbesserung der menschlichen Sitzhaltung auf einem Stuhl (2),
die insbesondere zwischen einer Säule (3) und einer Sitzplatte (4) des Stuhles (2)
angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (1) aus einer an der Sitzplatte (4) befestigten und mit dieser zusammenwirkenden
Gelenkeinrichtung (11) und aus einer an der Säule (3) angebrachten Dämpfungseinrichtung
(21) besteht, dass die Gelenkeinrichtung (11) mindestens um eine senkrecht zu der
Säule (3) verlaufenden Achse (7) kippbar ist, dass die Dämpfungseinrichtung (21) mindestens
einen Dämpfungs- (22, 23) und einen Steuerkolben (24) aufweist, deren jeweiliges freies
aus der Dämpfungseinrichtung (21) ragendes und die Gelenkeinrichtung (11) durchgreifendes
Ende (35, 36) mit der Sitzplatte (4) in einer trieblichen Wirkverbindung stehen, dass
im Inneren der Dämpfungseinrichtung (21) für jeden Dämpfungskolben (22, 23) ein mit
einem Medium (25) gefülltes Leitungssystem (26) vorgesehen ist und dass durch den
Steuerkolben (24) in Abhängigkeit von der Neigungsstellung der Sitzplatte (4) das
Durchflussvolumen des Mediums (25) in dem jeweiligen Leitungssystem (26) derart regelbar
ist, dass durch die Position des Steuerkolbens (24) die Durchtrittsöffnungen (32,
32") des Leitungssystems (26) ganz oder teilweise freigegeben sind.
2. Vorrichtung (1) zur Verbesserung der menschlichen Sitzhaltung auf einem Stuhl (2),
die insbesondere zwischen einer Säule (3) und einer Sitzplatte (4) des Stuhles (2)
angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (1) aus einer an der Sitzplatte (4) befestigten und mit dieser zusammenwirkenden
Gelenkeinrichtung (11) und aus einer an der Säule (3) angebrachten Dämpfungseinrichtung
(21) besteht, dass die Gelenkeinrichtung (11) mindestens um eine senkrecht zu der
Säule (3) verlaufenden Achse (7) kippbar ist, dass die Dämpfungseinrichtung (21) mindestens
einen Dämpfungskolben (22, 23) aufweist, dessen jeweiliges freies aus der Dämpfungseinrichtung
(21) ragendes und die Gelenkeinrichtung (11) durchgreifendes Ende (35) mit der Sitzplatte
(4) in einer trieblichen Wirkverbindung steht, dass im Inneren der Dämpfungseinrichtung
(21) für jeden Dämpfungskolben (22, 23) ein mit einem Medium (25) gefülltes Leitungssystem
(26) vorgesehen ist, und dass das Durchflussvolumen des Mediums (25) durch das Leitungssystem
(26) mittels eines Steuerkolbens (24) derart einstellbar ist, dass durch die Position
des Steuerkolbens (24) die Durchtrittsöffnungen (32, 32") des Leitungssystems (26)
ganz oder teilweise freigegeben sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gelenkeinrichtung (11) aus drei gelenkig miteinander verbundenen Körpern (12,
13, 14) besteht, dass der erste Körper (12) an der Dämpfungseinrichtung (21) mittels
eines eine Drehachse (16) bildenden Stift (15) verschwenkbar angebracht ist, dass
der zweite Körper (13) an dem ersten Körper (12) an einem parallel zu der Drehachse
(16) des ersten Körpers (12) und beabstandet zu diesem verlaufenden eine Drehsache
(16') bildenden Stift (15') verschwenkbar abgestützt ist, dass der dritte Körper (14)
an einem eine Drehachse (16") bildenden Stift (15"), der senkrecht zu der Drehachse
(16') des zweiten Körpers (13) verläuft, montiert ist, und dass an dem dritten Körper
(14) die Sitzplatte (4) des Stuhles (2) befestigt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der die Drehachsen (16, 16', 16") der drei Körper (12, 13, 14) bildende Stift (15,
15', 15") jeweils in einer Kunststoffschale (17) eingesetzt ist, die an dem jeweiligen
Körper (12, 13, 14) bzw. der Dämpfungseinrichtung (21) gehalten sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem ersten Körper (12) eine Stellschraube (18) vorgesehen ist, deren freies Ende
(19) in Richtung auf die Dämpfungseinrichtung (21) ausgerichtet ist, und dass der
Abstand zwischen dem ersten Körper (12) und der Dämpfungseinrichtung (21) mittels
der Stellschraube (18) variabel einstellbar ist, und dass die Stellschraube (18) beabstandet
zu der Drehachse (16) zwischen dem ersten Körper (12) und der Dämpfungseinrichtung
(21) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Außenkontur des ersten Körpers (12) im Wesentlichen dreieckförmig und die Querschnittskonturen
des zweiten und dritten Körpers (13, 14) U-förmig ausgestaltet sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei der Dämpfungskolben (22, 23) der Dämpfungseinrichtung (21) seitlich neben dem
einen Steuerkolben (24) angeordnet sind, die vorzugsweise im vorderen Drittel der
Dämpfungseinrichtung (21), und die in einer parallel zu der von dem Steuerkolben (24)
gebildeten Achse verlaufenden Ebene liegen, und dass die Längsachse des Steuerkolbens
(24) zusammen mit den beiden Längssachsen der Dämpfungskolben (22, 23) in Draufsicht
in Form eines Dreieckes angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerkolben (24) in einem in der Dämpfungseinrichtung (21) eingearbeiteten Steuerraum
(30) eingesetzt ist, in dem vier Leitungen (27, 27', 28, 28') des Leitungssystems
(26) in unterschiedlichen Höhenniveaus münden, dass jeweils zwei der vier Leitungen
(27, 27' bzw. 28, 28') in einen Druckraum (29) münden, in den der jeweilige Dämpfungskolben
(22 oder 23) eingesetzt ist und dass die Mündungen der jeweiligen Leitung (27, 27',
28, 28') in dem Druckraum (29) durch den Dämpfungskolben (22 oder 23) voneinander
getrennt sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerkolben (24) in eine Hülse (31) eingesetzt und in dieser axial verschieblich
gelagert ist, dass in die Wand der Hülse (31) vier zueinander beabstandete Öffnungen
(32, 32', 32", 32"') eingearbeitet sind, die jeweils einem bestimmten Teilbereich
(34) des Steuerkolbens (24) zugeordnet sind, dass zwischen jedem Teilbereich (34)
des Steuerkolbens (24) eine Dichtungsringfläche (33) an diesem vorgesehen ist, deren
Durchmesser größer als der Durchmesser der Teilbereiche (34) bemessen ist, und dass
durch die Dichtungsringflächen (33) die jeweilige Öffnungen (32, 32") der Hülse (31)
in Abhängigkeit von der Position des Steuerkolbens (24) ganz oder teilweise verschließbar
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede der Leitungen (27, 27', 28, 28') des Leitungssystems (26) in den Steuerraum
(30), in dem die Hülse (31) und der Steuerkolben (24) eingesetzt sind, mündet, und
dass jede der Öffnungen der Hülse (31) einer der Öffnungen der Leitungen (27, 27',
28, 28') des Leitungssystems (26) fluchtend zugeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in die Dämpfungseinrichtung (21) ein flüssiges oder gasförmiges Medium (25) eingefüllt
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Druckzustand des Mediums (25) in dem Leitungssystem (26) von außen einstellbar
ist und/oder dass in der Dämpfungseinrichtung (21) ein Vorratsraum vorgesehen ist,
in dem das Medium (25) eingefüllt ist, und dass bei Leckageverlust im Leitungssystem
(26) selbsttätig aus dem Vorratsraum in das Leitungssystem (26) der Dämpfungseinrichtung
(21) das Medium (25) nachgefüllt ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die triebliche Wirkverbindung zwischen der Sitzplatte (4) und dem jeweiligen freien
Ende (35') der Kolbenstange (35) des Dämpfungskolbens (22 oder 23) mittels eines Kugelgelenkes
(37) bewerkstelligt ist.
14. Vorrichtung Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kugelgelenk (37) aus zwei Halbschalen (38', 38") und aus einer in den Halbschalen
(38', 38") angeordneten Kugel (38) besteht und dass eine der Halbschalen (38') an
der Sitzplatte (4) und die andere Halbschale (38") an der Kolbenstange (35) befestigt
sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass seitlich neben dem Kugelgelenk (37) ein zweiteiliger Permanentmagnet (40) angeordnet
ist, dass der eine den Südpol bildende Teil des Permanentmagneten (40) an der Sitzplatte(n)
(4) und der andere den Nordpol bildende Teil des Permanentmagneten (40) an der Kolbenstange
(35) angebracht ist.