[0001] Die Erfindung betrifft eine Temperierungsvorrichtung für eine Druckgusseinrichtung.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Druckgusseinrichtung.
[0002] Temperierungsvorrichtungen für Druckgusseinrichtungen sind aus dem Stand der Technik
bekannt. Die Druckgusseinrichtung dient dabei dem Druckgießen. Das Druckgießen wird
bevorzugt zum Gießen von Metall, insbesondere Nichteisenmetallen oder hochfesten Warmarbeitsstählen,
oder Sonderwerkstoffen eingesetzt. Beim Druckgießen wird das geschmolzene Gießmaterial,
die Schmelze, unter hohem Druck mit relativ großer Geschwindigkeit in eine Gießform
- auch als Formeinsatz bezeichnet - gedrückt. Dabei werden Fließgeschwindigkeiten
der Schmelze von 20 bis 160 m/s und kurze Schusszeiten zum Einbringen von 10 bis 100
ms erreicht. Die Gießform beziehungsweise Druckgussform besteht dabei beispielsweise
aus Metall, bevorzugt aus einem Warmarbeitsstahl. Für das Druckgießen können das Warmkammer-Verfahren
und das Kaltkammer-Verfahren unterschieden werden. Bei Ersterem bilden die Druckgusseinrichtung
und ein Warmhalteofen für die Schmelze eine Einheit. Das Gießaggregat, welches die
Schmelze der Gießform zuführt, befindet sich in der Schmelze; bei jedem Gießvorgang
wird ein bestimmtes Volumen der Schmelze in die Gießform gedrückt. Bei dem Kaltkammer-Verfahren
sind dagegen die Druckgusseinrichtung und der Warmhalteofen für die Schmelze getrennt
angeordnet. Nur die für den jeweiligen Abguss erforderliche Menge wird in eine Gießkammer
dosiert und von dort aus in die Gießform eingebracht.
[0003] Zur Temperierung, insbesondere zum Kühlen, zumindest eines Bereichs der Druckgusseinrichtung
dient die Temperierungsvorrichtung. Diese kann insbesondere dazu verwendet werden,
einen mit einem Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich der Druckgusseinrichtung zu
temperieren. Ein solcher Bereich ist beispielsweise ein Gießeinlass der Druckgusseinrichtung,
entlang welchem oder durch welchen das Gießmaterial in Richtung einer Druckgussform
der Druckgusseinrichtung gelangt. Dabei tritt jedoch bei aus dem Stand der Technik
bekannten Temperierungsvorrichtungen das Problem auf, dass eine zuverlässige und gleichmäßige
Temperierung des mit Gießmaterial beaufschlagbaren Bereichs nicht realisierbar ist.
Die Temperierung beziehungsweise die Kühlung des Bereichs muss derart dimensioniert
sein, dass eine zuverlässige Kühlung gegeben ist und gleichzeitig das Auskühlen eines
herzustellenden Druckgussbauteils in der Druckgussform beziehungsweise des in dem
Bereich verbliebenen Gießmaterials nicht durch zu schnelles und/oder zu ungleichmäßiges
Abkühlen beeinträchtigt wird. Aus den Randbedingungen der ausreichenden Kühlung des
Druckgussformteils und dem möglichst gleichmäßigen Abkühlen des Druckgussbauteils
ergeben sich vergleichsweise niedrige Taktzeiten bei der Herstellung des Druckgussbauteils,
um auf diese Weise eine gute Haltbarkeit des Druckgussbauteils zu erzielen. Das bedeutet
jedoch, dass pro Zeiteinheit lediglich eine vergleichsweise niedrige Anzahl an Druckgussbauteilen
herstellbar ist.
[0004] Es ist demgegenüber die Aufgabe der Erfindung, eine Temperierungsvorrichtung für
eine Druckgusseinrichtung vorzustellen, welche die eingangs genannten Nachteile nicht
aufweist, sondern gleichzeitig eine gute Auskühlungscharakteristik und einen hohen
Durchsatz (Druckgussbauteile pro Zeiteinheit) ermöglicht.
[0005] Dies wird erfindungsgemäß mit einer Temperierungsvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist vorgesehen, dass diese ein erstes Bauteil, ein zweites
Bauteil und mindestens einen in dem ersten Bauteil und/oder dem zweiten Bauteil ausgebildeten
Fluidkanal aufweist, wobei das erste Bauteil und/oder das zweite Bauteil zumindest
eine Aufnahme für einen mit einem Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich der Druckgusseinrichtung,
insbesondere eines Gießeinlasses, aufweisen, und wobei der Fluidkanal in mindestens
eine Wärmetauschkammer mündet, die als randoffene Ausnehmung in dem ersten Bauteil
zumindest bereichsweise vorliegt und mit dem zweiten Bauteil verschließbar ist. Die
Temperierungsvorrichtung für die Druckgusseinrichtung ist demnach zumindest zweiteilig
ausgeführt. Sie setzt sich aus dem ersten und dem zweiten Bauteil zusammen.
[0006] Der zur Temperierung des Bereichs der Druckgusseinrichtung, also insbesondere des
mit Gießmaterial beaufschlagbaren Bereichs, ist zumindest teilweise in der Aufnahme
anordenbar. Der mit Gießmaterial beaufschlagbare Bereich der Druckgusseinrichtung
ist beispielsweise der Gießeinlass, welcher in Form eines Strömungskanals vorliegen
kann oder diesen mit ausbildet. Entlang des Strömungskanals kann während des Druckgussvorgangs
Gießmaterial, also Schmelze, in Richtung der Druckgussform strömen, aus welcher nachfolgend
das Druckgussbauteil entnommen werden kann. Die Aufnahme der Temperierungsvorrichtung
kann entweder von dem ersten Bauteil, dem zweiten Bauteil oder von beiden Bauteilen
gemeinsam ausgebildet sein.
[0007] Zur Temperierung ist die Temperierungsvorrichtung mit einem Temperierungsfluid, insbesondere
Kühlfluid, beaufschlagbar. Dieses Temperierungsfluid durchströmt während eines Betriebs
der Temperierungsvorrichtung den zumindest einen Fluidkanal, welcher in dem ersten
Bauteil und/oder dem zweiten Bauteil ausgebildet ist. Der Fluidkanal mündet beispielsweise
in einen Fluidanschluss der Temperierungsvorrichtung, über welchen das Temperierungsfluid
in den Fluidkanal einbringbar beziehungsweise aus diesem entnehmbar ist. Um die Temperierungseffizienz
der Temperierungsvorrichtung zu erhöhen, ist die Wärmetauschkammer vorgesehen. Die
Wärmetauschkammer liegt als randoffene Ausnehmung in dem ersten Bauteil vor und ist
mit Hilfe des zweiten Bauteils verschließbar. Das bedeutet, dass das zweite Bauteil
derart an dem ersten Bauteil angeordnet werden kann, dass die randoffene Ausnehmung
verschlossen und die Wärmetauschkammer ausgebildet ist.
[0008] Die randoffene Ausnehmung ist demnach zu dem zweiten Bauteil hin offen ausgebildet,
wobei die Öffnung der Ausnehmung mit dem zweiten Bauteil abdeckbar beziehungsweise
verschließbar ist. Über den Fluidkanal ist so weiterhin eine Versorgung der Wärmetauschkammer
mit Temperierungsfluid gewährleistet. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Wärmetauschkammer
ausschließlich von der randoffenen Ausnehmung in dem ersten Bauteil gebildet ist,
also keine weitere Vertiefung vorgesehen ist.
[0009] Durch das Einbringen des auf eine bestimmte Temperatur eingestellten Temperierungsfluid
in die Wärmetauschkammer, kann die Temperatur des mit Gießmaterial beaufschlagbaren
Bereichs der Druckgusseinrichtung zumindest näherungsweise steuernd und/oder regelnd
eingestellt werden. Zu diesem Zweck kann an beziehungsweise in der Temperierungsvorrichtung
mindestens ein Temperatursensor vorgesehen sein, mit welchem ihre Temperatur und/oder
die Temperatur des beaufschlagbaren Bereichs zumindest näherungsweise bestimmbar ist.
Aufgrund dieser bestimmten Temperatur kann anschließend die Temperatur und/oder der
Durchsatz (Volumen beziehungsweise Masse pro Zeiteinheit) des Temperierungsfluids
gewählt beziehungsweise eingestellt werden. Das Temperierungsfluid durchströmt die
Wärmetauschkammer und überströmt dabei beispielsweise eine Wärmeübertragungsfläche.
Wenn diese thermisch beziehungsweise wärmeübertragend dem mit Gießmaterial beaufschlagbaren
Bereich zugeordnet ist, erfolgt auf diese Weise eine Temperierung des Bereichs.
[0010] Üblicherweise ist die Temperatur des Temperierungsfluids dabei deutlich kleiner als
die Temperatur der Temperierungsvorrichtung beziehungsweise des beaufschlagbaren Bereichs,
so dass diese möglichst schnell abgekühlt werden können und das herzustellende Druckgussbauteil
der Druckgusseinrichtung entnommen werden kann. Im Unterschied zu aus dem Stand der
Technik bekannten Temperierungsvorrichtungen ist hier demnach die Wärmetauschkammer
zumindest teilweise in dem ersten Bauteil ausgebildet, was ein zuverlässigeres Beaufschlagen
der Wärmeübertragungsfläche mit dem Temperierungsfluid und folglich eine bessere Abkühlcharakteristik
beziehungsweise ein schnelleres Abkühlen des beaufschlagbaren Bereichs ermöglicht.
[0011] Es soll an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt sein, dass die Temperierungsvorrichtung
sowohl für eine Druckgusseinrichtung vorgesehen ist, welche gemäß dem Warmkammer-Verfahren
arbeitet, als auch für eine solche, die das Kaltkammer-Verfahren umsetzt. Auch können
beliebige Materialzusammensetzungen der Schmelze verwendet werden.
[0012] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Wärmetauschkammer teilweise
von einer Fluidleitvertiefung des zweiten Bauteils mit ausgebildet ist. Die Fluidleitvertiefung
des zweiten Bauteils ist dabei zu dem ersten Bauteil hin offen ausgebildet. Sie kann
demnach mit der randoffenen Ausnehmung des ersten Bauteils gemeinsam die Wärmetauschkammer
bilden. Üblicherweise ist das Volumen der randoffenen Ausnehmung des ersten Bauteils
größer als das Volumen der Fluidleitvertiefung. Es kann jedoch auch vorgesehen sein,
dass die Fluidleitvertiefung ein größeres Volumen aufweist als die Ausnehmung des
ersten Bauteils, also einen größeren Anteil an der Wärmetauschkammer hat.
[0013] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Wärmetauschkammer einen größeren
Querschnitt aufweist als der Fluidkanal. Der Querschnitt liegt dabei in einer Schnittebene,
welche senkrecht auf der Richtung der größte Erstreckung des Fluidkanals steht. Dies
gilt sowohl für den Fluidkanal als auch für die Wärmetauschkammer. Die Wärmetauschkammer
weist demnach, im Querschnitt gesehen, eine größere, zur Temperierung der Druckgusseinrichtung
beitragende Fläche auf. An der Mündungsstelle des Fluidkanals in die Wärmetauschkammer
soll also eine Aufweitung vorliegen. Strömt aus den Fluidkanal Temperierungsfluid
in die Wärmetauschkammer ein, so bildet sich eine Art Freistrahl in der Wärmetauschkammer.
[0014] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass mehrere Fluidkanäle in die Wärmetauschkammer
münden, wobei zumindest einer der Fluidkanäle ein mit einem Fluidzuführanschluss verbundener
Fluidzuführkanal und mindestens ein weiterer der Fluidkanäle ein mit einem Fluidabführanschluss
verbundener Fluidabführkanal ist. Durch den Fluidzuführkanal kann der Wärmetauschkammer
das Temperierungsfluid zugeführt und über den Fluidabführkanal der Wärmetauschkammer
entnommen werden. Der Fluidzuführanschluss und der Fluidabführanschluss, mit welchen
der Fluidzuführkanal und der Fluidabführkanal verbunden beziehungsweise fluidverbunden
sind, sind an der Temperierungsvorrichtung derart angeordnet, dass ein einfaches Anschließen
an eine Zuführeinrichtung vorgenommen werden kann. Die Zuführeinrichtung dient beispielsweise
der Versorgung mit Temperierungsfluid und/oder dessen Temperierung auf eine bestimmte
Temperatur.
[0015] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Fluidabführkanal, insbesondere
in axialer Richtung der Temperierungsvorrichtung, versetzt zu dem Fluidzuführkanal
in die Wärmetauschkammer mündet. Das bedeutet, dass der Fluidabführkanal und der Fluidzuführkanal
in ihrer axialen Richtung gesehen nicht gegenüberliegend, sondern vielmehr versetzt
zueinander in die Wärmetauschkammer einmünden. So trifft durch den Fluidzuführkanal
in die Wärmetauschkammer einströmendes Temperierungsfluid nicht unmittelbar auf den
Fluidabführkanal beziehungsweise dessen Mündungsstelle in die Wärmetauschkammer. Auf
diese Weise wird eine Zirkulation des Temperierungsfluids in der Wärmetauschkammer
erreicht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn dem Fluidzuführkanal eine Wandung, insbesondere
eine Wärmeübertragungsfläche, der Wärmetauschkammer gegenüber liegt.
[0016] Auf diese trifft das durch den Fluidzuführkanal in die Wärmetauschkammer einströmende
Temperierungsfluid bei seinem Eintreten in die Wärmetauschkammer demnach unmittelbar
im Sinne einer Prallkühlung auf. Durch dieses Auftreffen wird ein hoher Wärmeübertragungskoeffizient
erzielt. Erst nachfolgend strömt das Temperierungsfluid durch den Fluidabführkanal
wieder aus der Wärmetauschkammer ab. Anders ausgedrückt soll die Einströmungsrichtung
des Temperierungsfluids aus dem Fluidzuführkanal in die Wärmetauschkammer in ihrer
lateralen Richtung versetzt zu einer Ausströmungsrichtung des Temperierungsfluids
durch den Fluidabführkanal aus der Wärmetauschkammer angeordnet sein. Unter lateraler
Richtung ist dabei eine Richtung zu verstehen, welche auf der jeweiligen Strömungsrichtung
senkrecht steht. Beispielsweise kann diese Richtung einer axialen Richtung der Temperierungsvorrichtung
entsprechen.
[0017] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Wandung der Wärmetauschkammer
mindestens eine Wärmeübertragungsfläche aufweist, welche einer Druckzone, die mit
dem beaufschlagten Bereich der Druckgusseinrichtung assoziiert ist, thermisch zugeordnet
ist. Die Druckzone ist demnach ein Bereich, welcher entweder selbst unmittelbar mit
dem Gießmaterial beaufschlagt beziehungsweise beaufschlagbar ist oder zumindest dem
beaufschlagten Bereich der Druckgusseinrichtung zugeordnet ist. Die Wärmeübertragungsfläche
ist der Druckzone thermisch zugeordnet, was bedeutet, dass zwischen der Wärmeübertragungsfläche
und Druckzone Wärme übertragbar ist beziehungsweise übertragen wird. Beispielsweise
liegen die Druckzone auf einer Seite der Wandung der Temperierungsvorrichtung und
die Wärmeübertragungsfläche auf der gegenüberliegenden Seite der Wandung vor.
[0018] Vorzugsweise besteht die Wandung dabei aus einem gut wärmeleitenden Material. Über
die Wärmeübertragungsfläche ist demnach die Druckzone beziehungsweise der mit Gießmaterial
beaufschlagbare Bereich der Druckgusseinrichtung temperierbar. Dies gilt insbesondere,
wenn die Wärmeübertragungsfläche mit Temperierungsfluid überströmbar beziehungsweise
anströmbar ist. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn der Fluidzuführkanal der
Temperierungsvorrichtung auf die Wärmeübertragungsfläche gerichtet ist, so dass durch
den Fluidzuführkanal in die Wärmetauschkammer einströmendes Temperierungsfluid die
Wärmeübertragungsfläche direkt überströmt beziehungsweise auf diese aufprallt.
[0019] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Kontur der Wärmeübertragungsfläche
zumindest bereichsweise an eine, insbesondere dreidimensionale Kontur der Druckzone
angenähert ist oder ihr entspricht. Dies kann beispielsweise durch eine gleichmäßige
Wandstärke der Wandung erreicht werden, welcher sowohl die Druckzone als auch die
Wärmeübertragungsfläche auf jeweils gegenüberliegenden Seiten zugeordnet sind. Alternativ
kann über eine entsprechende Wahl der Wandstärke jedoch auch eine gewünschte Wärmeleitrate
in dieser erzielt werden beziehungsweise für bestimmte Bereiche gezielt eingestellt
werden. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass die Wandstärke der Wandung in
Strömungsrichtung des Fluids abnimmt, da sich das Fluid bei dem Durchströmen aufwärmt
und somit seine Kühlwirkung auf die Wärmeübertragungsfläche beziehungsweise die Druckzone
abnimmt. Um dies auszugleichen, kann es notwendig sein, die Wärmeleitfähigkeit der
Wandung zu erhöhen, was üblicherweise durch eine geringere Wandstärke erzielbar ist.
Unter der dreidimensionalen Kontur ist dabei zu verstehen, dass die Kontur der Wärmeübertragungsfläche
in allen Raumrichtungen an die Kontur der Druckzone angenähert ist beziehungsweise
ihr entspricht.
[0020] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Aufnahme eine, insbesondere
kegelstumpfförmige und/oder zentral, in dem ersten Bauteil ausgebildete Ausnehmung
ist. Die Aufnahme liegt demnach in dem ersten Bauteil vor. Sie ist als Ausnehmung
ausgebildet und durchgreift vorzugsweise das erste Bauteil vollständig, ist also beidseitig
randoffen ausgebildet. In der Ausnehmung kann, wie bereits vorstehend beschrieben,
der mit Gießmaterial beaufschlagbare Bereich der Druckgusseinrichtung angeordnet werden.
Alternativ bildet die Aufnahme beziehungsweise Ausnehmung den Bereich mit aus. Beispielsweise
wird der Strömungskanal für das Gießmaterial durch ein Zusammenwirken der Aufnahme
und eines Gegenelements, insbesondere eines Gießmaterialleitfortsatzes, der Druckgusseinrichtung
erreicht. Vorzugsweise ist die Ausnehmung kegelstumpfförmig ausgebildet, weist also
sich in Längsrichtung verkleinernde oder vergrößernde Abmessungen auf. Dabei kann
es vorgesehen sein, dass die Ausnehmung zentral, also mittig, in dem ersten Bauteil
ausgebildet ist.
[0021] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das zweite Bauteil im Wesentlichen
plattenförmig ausgebildet ist. Das zweite Bauteil dient demnach beispielsweise als
Verschlussplatte für die randoffene Ausnehmung des ersten Bauteils. Unter plattenförmig
ist dabei zu verstehen, dass das zweite Bauteil im Vergleich zu seinen lateralen Erstreckungen
lediglich eine geringe Stärke aufweist. Auch kann es vorgesehen sein, dass die dem
ersten Bauteil zugewandte Seite des zweiten Bauteils im Wesentlichen eben ausgebildet
ist. In diesem Fall wird die Wärmetauschkammer allein von der randoffenen Ausnehmung
des ersten Bauteils ausgebildet. Das zweite Bauteil weist demnach keine Fluidleitvertiefung
auf, welche die Wärmetauschkammer zumindest teilweise mit ausbildet.
[0022] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das zweite Bauteil in einer Aufnahmevertiefung
des ersten Bauteils anordenbar ist. Das erste Bauteil weist demnach eine Vertiefung
auf, welche einer Form beziehungsweise einem Umriss des zweiten Bauteils zumindest
im Wesentlichen entspricht. Insbesondere ist es dabei vorteilhaft, wenn die Aufnahmevertiefung
eine Tiefe aufweist, welche der Stärke des zweiten Bauteils im Wesentlichen entspricht
oder größer ist. Somit kann das zweite Bauteil derart an dem ersten Bauteil angeordnet
werden, dass eine plane Oberfläche gebildet ist beziehungsweise das zweite Bauteil
nicht über das erste Bauteil übersteht. Auf diese Weise wird eine gute Handhabbarkeit
der Temperierungsvorrichtung erreicht.
[0023] Nach dem Einsetzen des zweiten Bauteils in die Aufnahmevertiefung ist es vorzugsweise
derart von dem ersten Bauteil umgriffen, dass es zumindest in lateraler Richtung festgesetzt
ist, also kein Verrutschen des zweiten Bauteils gegenüber dem ersten Bauteils in lateraler
Richtung möglich ist. In der Aufnahmevertiefung kann auch eine Dichtung vorgesehen
sein, mit welcher eine Dichtwirkung zwischen dem ersten Bauteil und dem zweiten Bauteil
erzielt wird, so dass die Wärmetauschkammer mittels des zweiten Bauteils dichtend
abgeschlossen ist.
[0024] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das erste und/oder das zweite Bauteil
mindestens einen in die Wärmetauschkammer hineinragenden Fluidleitvorsprung aufweisen.
Ist der Fluidleitvorsprung an dem ersten Bauteil vorgesehen, so weist er üblicherweise
in Richtung des zweiten Bauteils. Ist er umgekehrt an dem zweiten Bauteil vorgesehen,
so weist er in Richtung des ersten Bauteils. Mittels des Fluidleitvorsprungs ist eine
Konturierung des ersten beziehungsweise des zweiten Bauteils und damit einer Wandung
der Wärmetauschkammer erzielt. Mit einer solchen Konturierung können die Anströmung
der Wärmeübertragungsfläche mit dem Temperierungsfluid verbessert beziehungsweise
gezielt Bereiche der Wärmeübertragungsfläche mit Temperierungsfluid beaufschlagt werden.
Auf diese Weise ist die bessere Abkühlcharakteristik beziehungsweise das schnellere
Abkühlen erzielbar. Durch eine gezielte Anordnung eines oder mehrerer Fluidleitvorsprünge
an dem ersten und/oder dem zweiten Bauteil kann demnach eine gleichmäßige Temperaturverteilung
beziehungsweise eine gleichmäßige Kühlwirkung der Temperierungsvorrichtung beziehungsweise
auf die Wärmeübertragungsfläche erzielt werden.
[0025] Beispielsweise ist dies für Bereiche der Wärmeübertragungsfläche vorgesehen, welche
mit thermisch besonders hoch belasteten Bereichen des beaufschlagbaren Bereichs korrespondieren.
Vorzugsweise ist die Wärmeübertragungsfläche derart konturiert, dass ein möglichst
gleichmäßiges Abkühlen erzielt wird. Auf diese Weise werden Spannungen in dem Gießmaterial
vermieden und somit eine hohe Stabilität des Druckgussbauteils erreicht.
[0026] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das erste Bauteil mit dem zweiten
Bauteil, insbesondere mittels einer Schraubverbindung, lösbar verbunden ist. Es ist
demnach vorgesehen, dass das zweite Bauteil getrennt von dem ersten Bauteil ausgebildet
wird. Anschließend werden die beiden Bauteile zu der Temperierungsvorrichtung zusammengesetzt
und lösbar miteinander verbunden. Dabei wird die Wärmetauschkammer ausgebildet. Die
lösbare Verbindung kann prinzipiell beliebig hergestellt sein. Bevorzugt ist jedoch
eine Schraubverbindung mit wenigstens einer Schraube oder einem Gewindebolzen.
[0027] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass zwischen dem ersten Bauteil und
dem zweiten Bauteil eine die Wärmetauschkammer abdichtende Dichtung vorgesehen ist.
Um ein unvorgesehenes Austreten des Temperierungsfluids aus der Wärmetauschkammer
zu verhindern, ist dieser die Dichtung zugeordnet. Die Dichtung kann dabei beispielsweise
als O-Ring ausgelegt sein und die Wärmetauschkammer in Umfangsrichtung im Wesentlichen
umgreifen. Ein Austausch des in der Wärmetauschkammer befindlichen Temperierungsfluids
ist selbstredend weiterhin mittels des Fluidkanals möglich.
[0028] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Druckgusseinrichtung, mit mindestens einer
Temperierungsvorrichtung, insbesondere gemäß den vorstehenden Ausführungen, wobei
die Temperierungsvorrichtung über ein erstes Bauteil, ein zweites Bauteil und mindestens
einen in dem ersten Bauteil und/oder dem zweiten Bauteil ausgebildeten Fluidkanal
verfügt, wobei das erste Bauteil und/oder das zweite Bauteil zumindest eine Aufnahme
für einen mit einem Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich der Druckgusseinrichtung,
insbesondere eines Gießeinlasses, aufweisen, und wobei der Fluidkanal in mindestens
eine Wärmetauschkammer mündet, die als randoffene Ausnehmung in dem ersten Bauteil
zumindest bereichsweise vorliegt und mit dem zweiten Bauteil verschließbar ist. Die
Druckgusseinrichtung ist beispielsweise eine Druckgussmaschine und ist demnach zur
Herstellung von Druckgussbauteilen ausgebildet. Sie verfügt neben weiteren, allgemein
bekannten Elementen über mindestens eine Temperierungsvorrichtung, welche gemäß den
vorstehenden Ausführungen aus- beziehungsweise weitergebildet ist.
[0029] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Es zeigen:
Figur 1 eine Explosionsdarstellung einer Druckgusseinrichtung mit einer Gießformeinheit,
einer Angusseinheit und einer Gießeinlasseinheit, wobei diese jeweils eine aus zwei
Druckgussformteilen bestehende Druckgussform aufweisen,
Figur 2 eine seitliche Schnittdarstellung der Druckgusseinrichtung, wobei die Gießeinlasseinheit
und eine Temperierungsvorrichtung im Detail dargestellt sind, und
Figur 3 eine schematische Darstellung der Temperierungsvorrichtung für die Druckgusseinrichtung,
welche der Gießeinlasseinheit zugeordnet ist.
[0030] Die Figur 1 zeigt eine Druckgusseinrichtung 1, beispielsweise eine Druckgussmaschine
beziehungsweise einen Teil einer solchen. Die Druckgusseinrichtung 1 dient der Herstellung
eines oder mehrerer Druckgussbauteile (nicht dargestellt). Sie verfügt über eine Gießformeinheit
2, eine Angusseinheit 3 und eine Gießeinlasseinheit 4. Die Gießformeinheit 2 besteht
aus einer ersten Druckgussform 5, die Angusseinheit 3 aus einer zweiten Druckgussform
6 und die Gießeinlasseinheit 4 aus einer dritten Druckgussform 7. Die erste Druckgussform
5 setzt sich aus zwei Druckgussformteilen 8 und 9 und die zweite Druckgussform aus
Druckgussformteilen 10 und 11 zusammen. Die dritte Druckgussform 7 besteht aus einem
Druckgussformteil 12.
[0031] Die Gießformeinheit 2 verfügt über eine Gießform 13. Die Gießform 13 weist im Wesentlichen
eine Form auf, welche ein Negativ eines herzustellenden Druckgussbauteils wiedergibt.
Bei einem mit der Druckgusseinrichtung 1 durchgeführten Gießvorgang wird demnach Gießmaterial
beziehungsweise Schmelze in die Gießform 13 eingebracht und nach einem Abkühlen und
Erstarren der Schmelze das Druckgussbauteil aus der Gießform 13 entnommen. Zu diesem
Zweck ist das Druckgussformteil 8 und/oder das Druckgussformteil 9 in vertikaler Richtung
von dem jeweils anderen Druckgussformteil 9 oder 8 fortverlagerbar. Zu diesem Zweck
ist demnach eine entsprechende Verlagerungsvorrichtung vorgesehen.
[0032] Die Figur 1 zeigt weiterhin die Gießeinlasseinheit 4 mit der dritten Druckgussform
7. Der Gießeinlasseinheit 4 ist eine als Kühlring 14 ausgebildete Temperierungsvorrichtung
zugeordnet, welche eine Wärmetauschkammer 15 aufweist. Der Kühlring 14 beziehungsweise
die Temperierungsvorrichtung besteht dabei aus einem ersten Bauteil 16 und einem zweiten
Bauteil 17. Der Kühlring 14 beziehungsweise das erste Bauteil 16 weisen eine Aufnahme
18 für einen mit Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich der Druckgusseinrichtung 1
auf. Die Aufnahme 18 ist als zentrale Ausnehmung 19 ausgebildet, in welche ein Gießmaterialleitfortsatz
20 des Druckgussformteils 12 eingreift. Auf dem Gießmaterialleitfortsatz 20 ist ein
Strömungskanal als Gießeinlass 21 ausgebildet, der sich bis hin zu der Angusseinheit
3 erstrecken kann. Entlang dieses Gießeinlasses 21 kann geschmolzenes Gießmaterial
(Schmelze) strömen, um durch die Angusseinheit 3 in die Gießformeinheit 2 zu gelangen.
Der Gießeinlass 21 wird, wenn der Gießmaterialleitfortsatz 20 in der Aufnahme 18 angeordnet
ist, von einer Wandung 22 der Aufnahme 18 und dem Gießeinlass 21 des Gießmaterialleitfortsatzes
20 gemeinsam ausgebildet. Das bedeutet, dass sowohl der Gießeinlass 21 als auch die
Wandung 22 bei einem Druckgießen mit der Druckgusseinrichtung 1 mit Gießmaterial beaufschlagbar
beziehungsweise beaufschlagt sind.
[0033] Die Wärmetauschkammer 15 liegt als randoffene Ausnehmung 23 in dem ersten Bauteil
16 zumindest bereichsweise vor. Randoffen bedeutet dabei, dass die Ausnehmung 23 eine
Außenwand des Kühlrings 14 zumindest teilweise durchgreift. Die randoffene Ausnehmung
23 beziehungsweise die durch das Durchgreifen der Außenwand vorliegende Öffnung ist
mittels des zweiten Bauteils 17 verschließbar. Dabei weist das erste Bauteil 16 eine
Aufnahmevertiefung 24 auf, welche eine der Stärke des zweiten Bauteils 17 entsprechende
Tiefe aufweist. Das zweite Bauteil 17 kann also vollständig in der Aufnahmevertiefung
24 aufgenommen werden. Das erste Bauteil 16 und das zweite Bauteil 17 sind mittels
einer Schraubverbindung 25 miteinander verbunden. Dazu sind vier Schrauben vorgesehen,
welche in der Figur 1 jedoch nicht dargestellt sind.
[0034] In der Aufnahmevertiefung 24 ist eine Auflagefläche 26 für das zweite Bauteil 17
vorgesehen, welche als um die Wärmetauschkammer 15 umlaufender Auflagesteg ausgebildet
ist. Die Aufnahmevertiefung 24 ist derart ausgebildet, dass das erste Bauteil 16 das
zweite Bauteil 17 vollständig aufnehmen kann, so dass das zweite Bauteil 17 zumindest
bereichsweise auf der Auflagefläche 26 aufliegt, wodurch eine Dichtwirkung zwischen
dem ersten Bauteil 16 und dem zweiten Bauteil 17 erzielt wird. Zusätzlich kann in
der Auflagefläche 26 selbstverständlich eine Dichtung vorgesehen werden, welche beispielsweise
als O-Ring ausgebildet ist und die Dichtwirkung zwischen dem ersten Bauteil 16 und
dem zweiten Bauteil 17 weiter erhöht.
[0035] Die Figur 2 zeigt eine seitliche Schnittdarstellung der Druckgusseinrichtung 1, wobei
die Gießeinlasseinheit 4 und die Temperierungsvorrichtung beziehungsweise der Kühlring
14 im Detail dargestellt sind. Dabei ist der Gießmaterialleitfortsatz 20 in der Aufnahme
18 angeordnet, so dass der Gießeinlass 21 gemeinsam von dem Gießmaterialleitfortsatz
20 und der Wandung 22 ausgebildet ist. Die Wandung 22 der Wärmetauschkammer 15 weist
demnach eine Druckzone 27 auf, welche mit Gießmaterial beaufschlagbar ist beziehungsweise
den mit Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich der Druckgusseinrichtung 1 darstellt.
Die Druckzone 27 ist auf einer Seite der Wandung 22, außerhalb der Wärmetauschkammer
15, angeordnet. Auf der gegenüberliegenden Seite der Wandung 22 liegt eine Wärmeübertragungsfläche
28 vor. Die Wärmeübertragungsfläche 28 begrenzt zumindest teilweise die Wärmetauschkammer
15. Sie ist zudem der Druckzone 27 thermisch zugeordnet. Das bedeutet, dass zwischen
der Druckzone 27 und der Wärmeübertragungsfläche 28 Wärme übertragbar ist. Anders
gesagt sind Druckzone 27 und Wärmeübertragungsfläche 28 wärmeübertragend einander
zugeordnet. Durch eine Temperierung der Wärmeübertragungsfläche 28 kann demnach auch
die Druckzone 27 temperiert werden.
[0036] Die Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung der Temperierungsvorrichtung beziehungsweise
des Kühlrings 14. Dabei ist lediglich das erste Bauteil 16, nicht jedoch das zweite
Bauteil 17 dargestellt. Es wird deutlich, dass das erste Bauteil 16 mehrere Fluidkanäle
29 aufweist, durch welche ein Temperierungsfluid den Kühlring 14 durchströmen kann.
Durch dieses Durchströmen wird der Kühlring 14 und damit die Druckzone 27 beziehungsweise
der mit Gießmaterial beaufschlagbare Bereich der Druckgusseinrichtung 1 temperiert,
insbesondere gekühlt. Die Figur 3 zeigt, dass mehrere der Fluidkanäle 29 in die Wärmetauschkammer
15 einmünden. Dabei ist einer der Fluidkanäle 29 ein Fluidzuführkanal 30 und ein weiterer
der Fluidkanäle 29 ein Fluidabführkanal 31. Durch den Fluidzuführkanal 30 kann Temperierungsfluid
in die Wärmetauschkammer 15 eingebracht werden, während es ihr durch den Fluidabführkanal
31 entnehmbar ist.
[0037] Die Bezeichnung Fluidzuführkanal 30 und Fluidabführkanal 31 ist hier rein beispielhaft
zu verstehen. Selbstverständlich kann das Temperierungsfluid durch einen beliebigen
der Fluidkanäle 29 in die Wärmetauschkammer 15 eingebracht und durch einen beliebigen
wieder entnommen werden. Der Fluidzuführkanal 30 ist mit einem Fluidzuführanschluss
32 und der Fluidabführkanal 31 mit einem Fluidabführanschluss 33 fluidverbunden. Diese
können beispielsweise mit einer Zuführeinrichtung verbunden werden, welche über den
Fluidzuführanschluss 32 den Kühlring 14 temperiertes Temperierungsfluid zuführt und
durch den Fluidabführanschluss 33 wieder entnimmt.
[0038] Die Figur 3 zeigt eindeutig, dass die Wärmetauschkammer 14 einen größeren Querschnitt
aufweist als die Fluidkanäle 29. Das bedeutet, dass an der Mündungsstelle der Fluidkanäle
29 in die Wärmetauschkammer 15 in Richtung der Wärmetauschkammer 15 eine Aufweitung
des Strömungsquerschnitts vorliegt.
[0039] Es ist zudem erkennbar, dass der Fluidabführkanal 31 versetzt zu dem Fluidzuführkanal
30 in die Wärmetauschkammer 15 mündet. Das bedeutet, dass eine Mündungsstelle des
Fluidabführkanals 31 in die Wärmetauschkammer 15 nicht gegenüberliegend einer Mündungsstelle
des Fluidzuführkanals 30 in die Wärmetauschkammer 15 angeordnet ist. Auf diese Weise
wird der Fluidabführkanal 31 nicht unmittelbar von durch den Fluidzuführkanal 30 in
die Wärmetauschkammer 14 einströmendem Temperierungsfluid angeströmt. Vielmehr wird
eine Durchströmung der Wärmetauschkammer 15 und damit eine effiziente Temperierung
der Wärmeübertragungsfläche 28 erreicht. In dem in der Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Mündungsstellen von Fluidzuführkanal 30 und Fluidabführkanal 31 in die Wärmetauschkammer
15 derart angeordnet, dass die Wärmeübertragungsfläche 28 über den größten Teil beziehungsweise
ihre gesamte Längserstreckung von dem Temperierungsfluid überströmbar ist. Somit wird
eine gleichmäßige Temperierung der Druckzone 27 beziehungsweise des mit Gießmaterial
beaufschlagbaren Bereichs der Druckgusseinrichtung 1 erreicht.
[0040] Die in der Figur 1 dargestellte Druckgusseinrichtung 1 dient dem Herstellen von Druckgussbauteilen
aus Gießmaterial, welches in Form der Schmelze vorliegt. Zum Herstellen des Druckgussbauteils
werden die Druckgussformteile 8 und 9 und die Druckgussformteile 10 und 11 aufeinander
zu bewegt, sodass die Gießform 13 beziehungsweise ein Angussbereich der Angusseinheit
3 abgedichtet sind. Anschließend wird durch eine Öffnung der Gießeinlasseinheit 4
die unter Druck stehende Schmelze zugeführt, welche entlang des Gießeinlasses 21 in
Richtung der Angusseinheit 3 läuft und in deren Angussbereich beziehungsweise Strömungskanäle
einströmt. Die Strömungskanäle sorgen für eine Auffächerung des Stroms aus Schmelze,
sodass der Gießform 13 die Schmelze in lateraler Richtung gesehen an verschiedenen
Positionen zuführbar ist. Der Gießeinlasseinheit 4 wird solange Schmelze zugeführt,
bis die Gießform 13 gefüllt ist.
[0041] Anschließend wird die Schmelze abgekühlt, wozu Fluid in Wärmetauschkammern der Druckgussformteile
8, 9, 10, 11 und 12 sowie die Wärmetauschkammer 15 eingebracht wird. Die Temperatur
des Fluids beziehungsweise dessen Massenstrom wird derart gewählt, dass eine möglichst
gute Abkühlcharakteristik des Druckgussbauteils vorliegt. Dazu ist es insbesondere
notwendig, dieses möglichst gleichmäßig abzukühlen, um eine ausreichend hohe Stabilität
des Druckgussbauteils zu gewährleisten. Ein weiteres Ziel ist das möglichst rasche
Abkühlen, um einen hohen Durchsatz der Druckgussbauteile und damit geringere Produktionskosten
zu erzielen.
[0042] Nach dem Erstarren beziehungsweise Abkühlen der Schmelze werden die Druckgussformteile
8 und 9 und die Druckgussformteile 10 und 11 jeweils voneinander wegverlagert, sodass
die Gießform 13 und der Angussbereich freigegeben sind. Ebenso wird der Kühlring 14
von der Gießeinlasseinheit 4 entfernt. Anschließend kann das hergestellte Druckgussbauteil
mitsamt dem in dem Angussbereich verbliebenen Anguss und dem im Bereich der Gießeinlasseinheit
4 verbliebenen Gießmaterial der Druckgusseinrichtung 1 entnommen werden. Im Rahmen
einer Nachbearbeitung wird der Anguss von dem Druckgussbauteil entfernt und vorzugsweise
erneut eingeschmolzen.
1. Temperierungsvorrichtung (14) für eine Druckgusseinrichtung (1), mit einem ersten
Bauteil (16), einem zweiten Bauteil (17) und mindestens einem in dem ersten Bauteil
(16) und/oder dem zweiten Bauteil (17) ausgebildeten Fluidkanal (29), wobei das erste
Bauteil (16) und/oder das zweite Bauteil (17) zumindest eine Aufnahme (18) für einen
mit einem Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich (27) der Druckgusseinrichtung (1),
insbesondere eines Gießeinlasses (21), aufweisen, und wobei der Fluidkanal (29) in
mindestens eine Wärmetauschkammer (15) mündet, die als randoffene Ausnehmung (23)
in dem ersten Bauteil (16) zumindest bereichsweise vorliegt und mit dem zweiten Bauteil
(17) verschließbar ist.
2. Temperierungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmetauschkammer (15) teilweise von einer Fluidleitvertiefung des zweiten Bauteils
(17) mit ausgebildet ist.
3. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmetauschkammer (15) einen größeren Querschnitt aufweist als der Fluidkanal
(29).
4. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Fluidkanäle (29) in die Wärmetauschkammer (15) münden, wobei zumindest einer
der Fluidkanäle (29) ein mit einem Fluidzuführanschluss (32) verbundener Fluidzuführkanal
(30) und mindestens ein weiterer der Fluidkanäle (29) ein mit einem Fluidabführanschluss
(33) verbundener Fluidabführkanal (31) ist.
5. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluidabführkanal (31), insbesondere in axialer Richtung der Temperierungsvorrichtung
(14), versetzt oder auf gleicher Ebene zu dem Fluidzuführkanal (30) in die Wärmetauschkammer
(15) mündet.
6. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (23) der Wärmetauschkammer (15) mindestens eine Wärmeübertragungsfläche
(28) aufweist, welche einer Druckzone (27), die mit dem beaufschlagbaren Bereich der
Druckgusseinrichtung (1) assoziiert ist, thermisch zugeordnet ist.
7. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur der Wärmeübertragungsfläche (28) zumindest bereichsweise an eine, insbesondere
dreidimensionale Kontur der Druckzone (27) angenähert ist oder ihr entspricht.
8. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (18) eine, in allen denkbaren Formen insbesondere kegelstumpfförmige
und/oder zentral, in dem ersten Bauteil (16) ausgebildete Ausnehmung (19) ist.
9. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Bauteil (17) im Wesentlichen plattenförmig ausgebildet ist.
10. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Bauteil (17) in einer Aufnahmevertiefung (24) des ersten Bauteils (16)
anordenbar ist.
11. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauteil (16) und/oder das zweite Bauteil (17) mindestens einen in die Wärmetauschkammer
(15) hineinragenden Fluidleitvorsprung aufweist.
12. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Wandung (22), insbesondere zwischen Wärmeübertragungsfläche (28) und Druckzone
(27), mindestens eine Sensoraufnahme für einen Temperatursensor vorgesehen ist.
13. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauteil (16) mit dem zweiten Bauteil (17), insbesondere mittels einer Schraubverbindung
(24), lösbar verbunden ist.
14. Temperierungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Bauteil (16) und dem zweiten Bauteil (17) eine die Wärmetauschkammer
(15) abdichtende Dichtung vorgesehen ist.
15. Druckgusseinrichtung (1), mit mindestens einer Temperierungsvorrichtung (14), insbesondere
gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Temperierungsvorrichtung
(14) über ein erstes Bauteil (16), ein zweites Bauteil (17) und mindestens einen in
dem ersten Bauteil (16) und/oder dem zweiten Bauteil (17) ausgebildeten Fluidkanal
(29) verfügt, wobei das erste Bauteil (16) und/oder das zweite Bauteil (17) zumindest
eine Aufnahme (18) für einen mit einem Gießmaterial beaufschlagbaren Bereich der Druckgusseinrichtung
(1), insbesondere eines Gießeinlasses (21), aufweisen, und wobei der Fluidkanal (29)
in mindestens eine Wärmetauschkammer (15) mündet, die als randoffene Ausnehmung (23)
in dem ersten Bauteil (16) zumindest bereichsweise vorliegt und mit dem zweiten Bauteil
(17) verschließbar ist.