[0001] Die Erfindung betrifft eine Rückfahrhilfeeinrichtung zur Regelung einer Rückwärtsfahrt
eines Fahrzeuggespanns mit einem Zugfahrzeug und einem Anhänger, umfassend ein Bedienelement
zur Eingabe eines einen durch einen automatischen Lenkeingriff einzustellenden Soll-Winkels
zwischen der Längsachse des Zugfahrzeugs und des Anhängers oder zwischen der Längsachse
des Anhängers und seiner Anhängerdeichsel.
[0002] Die Rückwärtsfahrt mit einem Fahrzeuggespann bestehend aus einem Zugfahrzeug und
einem Anhänger bereitet häufig Schwierigkeiten, da für manche Fahrer die reale Bewegung
des Anhängers in Abhängigkeit der vom Fahrer vorgenommenen Bewegung des Lenkrads und
daraus resultierend der Lenkung des Zugfahrzeugs mitunter nur schwer vorhersehbar
ist. Zu diesem Zweck wird bei einem modernen Kraftfahrzeug häufig eine Rückfahrhilfeeinrichtung
vorgesehen, die der Regelung einer solchen Rückwärtsfahrt dient. Der Fahrer gibt über
ein Bedienelement einen Soll-Winkel vor, der beispielsweise den Knick-Winkel zwischen
der Längsachse des Zugfahrzeugs und des eine ungelenkte Radachse aufweisenden Anhängers
definiert. Die Rückfahrhilfeeinrichtung umfasst oder ihr zugeordnet ist ferner eine
Einrichtung, über die ein automatischer Lenkeingriff am Zugfahrzeug möglich ist, über
die also automatisch die Vorderräder (und bei zusätzlich gelenkten Hinterrädern gegebenenfalls
auch die Hinterräder) ausgelenkt werden können. Hierüber wird über eine geeignete
Steuer- oder Regeleinrichtung die Lenkung des Zugfahrzeugs nun derart beeinflusst,
dass sich der eingestellte Soll-Winkel einstellt. Im Bereich der Ankopplung des Anhängers
an das Zugfahrzeug oder, wenn der Soll-Winkel den Knick-Winkel zwischen der Längsachse
des Anhängers und seiner Anhängerdeichsel eines eine lenkbare Achse aufweisenden Anhängers
definiert, im Bereich der Achsanlenkung der Anhängerachse, ist ein Sensorelement vorgesehen,
das den Ist-Winkel erfasst. Eine geeignete Steuer- oder Regelungseinrichtung wertet
nun den kontinuierlich gemessenen Ist-Winkel aus und veranlasst einen entsprechenden
Lenkeingriff, sodass sich in möglichst kurzer Zeit der vorgegebene Soll-Winkel einstellt.
[0003] Bei einem aus
DE 10 2005 043 467 A1 bekannten Rückfahrhilfesystem wird als Eingabeeinrichtung respektive Bedienelement
beispielsweise ein Joystick verwendet, der sowohl in Längs- als auch in Querrichtung
verschwenkbar ist. Durch eine Bewegung in Querrichtung, ausgehend von einer Nullstellung,
kann der entsprechende Soll-Winkel eingestellt werden, während eine Bewegung in Längsrichtung
der Längsführung des Zugfahrzeugs dient. Die Bedienung der Rückfahrhilfeeinrichtung
über diesen Joystick ist aus mehrerlei Gründen problematisch. Hat der Fahrer einen
Soll-Winkel eingestellt und bei vorzunehmender Einstellung des Soll-Winkels im Knickbereich
die Fahrt aufgenommen, und möchte eher nach oder kurz vor Ende der Kurvenfahrt das
Gespann in einer geraden Linie weiterbewegen, so muss er erst umständlich den eingestellten
Soll-Winkel in den systemimantenten inkrementellen Schritten wieder auf Null einstellen,
wozu er den Joystick in die entsprechend entgegengesetzte Richtung bewegen muss. Der
Joystick ist während der Längsbewegung jedoch auch in Längsrichtung ausgelenkt, sodass
die Einstellung des Soll-Winkels noch umständlicher ist. Da der Joystick wie beschrieben
zur Längsführung des Fahrzeugs zu bewegen ist, besteht darüber hinaus die Gefahr,
dass es bei Bewegen des Joysticks in Längsrichtung zu einer ungewollten Querbewegung
kommt, woraus möglicherweise eine Veränderung des zuvor eingestellten Soll-Winkels
resultiert.
[0004] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, eine Rückfahrhilfeeinrichtung anzugeben,
die auf einfache Weise die Einstellung des Soll-Winkels und seine Rücksetzung auf
den neutralen 0°-Wert ermöglicht.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist bei der Rückfahrhilfeeinrichtung der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Bedienelement wenigstens zwei Bewegungsfreiheiten
aufweist, wobei bei Bewegung des Bedienelements in der einen Bewegungsfreiheit der
Soll-Winkel erhöht oder erniedrigt und bei Bewegung in der anderen Bewegungsfreiheit
der Soll-Winkel auf 0° gesetzt wird.
[0006] Das erfindungsgemäße Bedienelement weist zwei separate Bewegungsfreiheiten auf, denen
unterschiedliche Funktionalitäten zugeordnet sind. Wird das Bedienelement in der einen
Bewegungsfreiheit bewegt, so kann der Soll-Winkel, der den einzustellenden Knick-Winkel
definiert, in inkrementellen Schritten, beispielsweise in 1°-Schritten, erhöht oder
erniedrigt werden. Der jeweils eingestellte Wert wird dem Fahrer beispielsweise an
einem geeigneten Display angezeigt. Um dann, wenn der Fahrer die Rückwärtsfahrt in
gerader Richtung fortsetzen will, zu vermeiden, dass er umständlich durch erneute
Bewegung des Bedienelements in der ersten Bewegungsfreiheit den Soll-Winkel wiederum
inkrementell reduzieren muss, ist der zweiten Bewegungsfreiheit die automatische Einstellung
des Soll-Winkels auf 0° zugeordnet. Das heißt, dass bei einer Bewegung des Bedienelements
in der zweiten Bewegungsfreiheit der Soll-Winkel automatisch auf den neutralen 0°-Wert
gesetzt wird. Der Fahrer ist also nicht gezwungen, das Bedienelement in der ersten
Bewegungsfreiheit quasi zurückzubewegen und inkrementell den Soll-Winkel-Wert zu reduzieren,
was mitunter länger dauern kann, je nachdem wie schnell der Winkelwert reduziert wird
und was auch dazu führen kann, dass bei schneller Reduzierung über den 0°-Wert hinaus
geändert wird, mithin also der Fahrer mehrfach "umschalten" muss. Vielmehr ist eine
einfache, kurze Bewegung des Bedienelements in der zweiten Bewegungsfreiheit ausreichend,
um automatisch den 0°-Soll-Winkel einzustellen.
[0007] Hinsichtlich der Ausgestaltung des Bedienelements sind verschiedene Alternativen
denkbar. Eine besonders bevorzugte Alternative sieht vor, dass das Bedienelement ein
Dreh-Drück-Steller ist, wobei die erste Bewegungsfreiheit die Rotation und die zweite
Bewegungsfreiheit die Translation ist. Mit einem solchen Bedienelement wird also der
Soll-Winkel bei Drehung in der einen Richtung, beispielsweise im Uhrzeigersinn, in
positiver Richtung erhöht, während er bei Drehung in der anderen Richtung, also gegen
den Uhrzeigersinn, in negativer Richtung erhöht wird. Soll also beispielsweise ein
Knick-Winkel von + 45° eingestellt werden, der beispielsweise definitionsgemäß ein
Auslenken des beispielsweise ungelenkten Anhängers nach rechts bedeutet, so ist der
Dreh-Drück-Steller so lange zu drehen, bis am Display beispielsweise "+ 45°" angezeigt
wird. Eine Auslenkung in die andere Richtung oder eine Reduktion des eingestellten
Winkels beispielsweise auf "+ 25°" wird durch einfache Drehbewegung in die andere
Richtung ermöglicht.
[0008] Die Einstellung des 0°-Winkels erfolgt bei Verwendung dieses Bedienelements durch
einfaches Drücken in Richtung der Drehachse des Dreh-Drück-Stellers. Hierüber wird
der Soll-Winkel, unabhängig davon, welcher Soll-Winkel zuvor eingestellt wurde, sofort
auf 0° gesetzt, was dem Fahrer ebenfalls angezeigt wird. Ein solcher Dreh-Drück-Steller
lässt auf besonders einfache und intuitive Weise die Einstellung des Soll-Winkels
zu, sodass der Fahrer, der im Übrigen häufig bereits die Bedienung diverser Fahrerassistenzsysteme
über einen solchen Dreh-Drück-Steller kennt, auch die erfindungsgemäße Rückfahrhilfeeinrichtung
mühelos einstellen und bedienen kann.
[0009] Eine Alternative zur Verwendung eines Dreh-Drück-Stellers ist ein Dreh-Schiebe-Steller,
wobei wiederum die erste Bewegungsfreiheit die Rotation ist, während die zweite Bewegungsfreiheit
die Translation ist. Hier erfolgt die Anwahl des 0°-Soll-Winkels durch eine Schiebebewegung
senkrecht zur Drehachse beispielsweise nach vorne. Auch hierüber kann auf einfache
und intuitive Weise der neutrale Soll-Winkel eingestellt werden.
[0010] Eine weitere Alternative eines verwendbaren Bedienelements ist ein in zwei aufeinander
senkrecht stehenden Richtungen schieb- oder kippbarer Hebel, also ein Joystick, dessen
Bedienrichtungen unterschiedliche Funktionen zugeordnet sind. Eine seitliche Bewegung
führt zu einer Erhöhung oder Erniedrigung des Soll-Winkels in inkrementellen Schritten,
während ein kurzes Tippen des Hebels beispielsweise nach vorne automatisch die Einstellung
des 0°-Soll-Winkels bewirkt.
[0011] Wie bereits beschrieben ist zweckmäßigerweise ein Anzeigedisplay vorgesehen, an dem
wenigstens eine Information betreffend den oder abgeleitet aus dem Soll-Winkel darstellbar
ist. Als eine solche Information kann beispielsweise der Wert des Soll-Winkels selbst
dargestellt werden, das heißt, dass der Fahrer am Anzeigedisplay den Winkelwert als
Zahlenwert angezeigt bekommt, der sich bei Bewegung des Bedienelements entsprechend
inkrementell verändert.
[0012] Zusätzlich oder alternativ hierzu ist es auch denkbar, dass als Information eine
das Fahrzeuggespann gegebenenfalls stilisiert wiedergebende Bilddarstellung, in der
das Zugfahrzeug und der Anhänger in einer den eingestellten Soll-Winkel abbildenden
Anordnung dargestellt sind, anzeigbar ist. Hier wird dem Fahrer also piktogrammartig
die sich ergebende gewinkelte Anordnung von Zugfahrzeug und Anhänger relativ zueinander
in Abhängigkeit des eingestellten Soll-Winkels angezeigt. Eine solche Bilddarstellung
ist für den Fahrer besonders informativ, da er mitunter mit dem reinen Zahlenwert
des Soll-Winkels nicht unbedingt auf die reale Gespanngeometrie schließen kann. Die
stilisierte Bilddarstellung kann beispielsweise das Zugfahrzeug und den Anhänger in
Form zweier Rechtecke darstellen, denkbar wäre selbst eine Bilddarstellung in Form
zweier gewinkelt zueinander stehender Linien, von denen die eine das Zugfahrzeug und
die andere den Anhänger darstellt. Selbstverständlich können die beiden Gespannteile
auch in unterschiedlichen Farben und Ähnliches dargestellt werden.
[0013] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im
Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung eines Zuggespanns, und
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung der wesentlichen Komponenten der erfindungsgemäßen Rückfahrhilfeeinrichtung.
[0014] Fig. 1 zeigt in Form einer Prinzipdarstellung ein Zuggespann 1 umfassend ein Zugfahrzeug
2 sowie einen Anhänger 3. Am Zugfahrzeug 2 ist in bekannter Weise eine Anhängerkupplung
4 vorgesehen, an der eine Anhängerstange 5 des im gezeigten Ausführungsbeispiel nur
eine starre, also unbewegliche Achse aufweisenden Anhängers 3 angeordnet ist. Es bildet
sich eine Drehgelenksverbindung 6 aus, um welche herum der Anhänger 3 relativ zum
Zugfahrzeug 2 verschwenken kann, wenn das Zugfahrzeug 2 und damit das Fahrzeuggespann
1 rückwärts fährt. Gezeigt ist ferner der Knick-Winkel α, der sich zwischen dem Zugfahrzeug
2 und dem Anhänger 3 einstellt, wenn die lenkbaren Räder des Zugfahrzeugs 2 aus der
Geradeaus-Stellung in der entsprechenden Richtung verstellt werden. Dieser Knick-Winkel
α wird über ein in Fig. 1 nicht näher gezeigtes Sensorelement kontinuierlich als Ist-Winkel
erfasst und geht nachfolgend in die Berechnung der Steuer- oder Regelparameter ein,
über die ein automatischer Lenkeingriff an den lenkbaren Rädern des Zugfahrzeugs 2
erfolgt, um den Ist-Winkel, also den Knick-Winkel α auf einen vom Fahrer gewünschten
Soll-Winkel einzustellen.
[0015] Fig. 2 zeigt in Form einer Prinzipdarstellung eine erfindungsgemäße Rückfahrhilfeeinrichtung
7 mit ihren wesentlichen Komponenten. Die Rückfahrhilfeeinrichtung 7 umfasst zum einen
eine Steuer- oder Regeleinrichtung 8, die als zentrale Einheit den Betrieb der Rückfahrhilfeeinrichtung
7 steuert. Ferner ist ein Sensorelement 9 vorgesehen, das wie bereits beschrieben
den Knick-Winkel α, mithin also den momentan gegebenen Ist-Winkel, wie er sich zwischen
den Längsachsen des Zugfahrzeugs 2 und des Anhängers 3 einstellt, erfasst, wobei in
Fig. 1 der Knick-Winkel α der Übersichtlichkeit halber bezogen auf die jeweiligen
Normalen auf die Längsachsen dargestellt ist. Der gemessene Ist-Winkel wird kontinuierlich
an die Steuer- oder Regeleinrichtung 8 gegeben.
[0016] Vorgesehen ist ferner ein Bedienelement 10 in Form eines Dreh-Drück-Stellers 11.
Dieser umfasst einen Knopf 12, der, wie durch den Doppelpfeil 13 dargestellt ist,
um eine in die Zeichenebene verlaufende Drehachse rotiert werden kann. Ferner kann
er, wie durch das Symbol 14 dargestellt ist, auch in Richtung der Drehachse nach unten
gedrückt werden. Die jeweilige Bewegung, die im Falle der Drehbewegung in inkrementell
erfassbaren Schritten erfolgt, wird durch nicht näher gezeigte Erfassungsmittel sensiert.
Die Rotationsmöglichkeit stellt eine erste Bewegungsfreiheit dar, die Drückmöglichkeit
eine zweite Bewegungsfreiheit. Beiden Bewegungsfreiheiten sind unterschiedliche Funktionalitäten
zugeordnet, die jedoch jeweils in der Einstellung eines Soll-Winkels, den der Knick-Winkel
α, also der Ist-Winkel einnehmen soll, resultieren. Bei einer Bewegung des Knopfes
12 in der ersten Bewegungsfreiheit, wenn er also wie durch den Doppelpfeil 13 dargestellt
in und gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird, wird der Soll-Winkel, der beispielsweise
beim Aktivieren der Rückfahrhilfeeinrichtung 7 auf 0° voreingestellt ist, erhöht (Drehung
im Uhrzeigersinn) oder erniedrigt (Drehung gegen den Uhrzeigersinn), wobei ein positiver
Soll-Winkel definitionsgemäß beispielsweise dann gegeben ist, wenn der Anhänger, gesehen
an einer Aufsicht auf das Zuggespann 1, relativ zum Zugfahrzeug nach rechts ausgeschwenkt
ist, während ein negativer Soll-Winkel bei einer Auslenkung des Anhängers 3 relativ
zum Zufahrzeug 2 nach links gegeben wäre. Das Bedienelement 10 erfasst nun kontinuierlich
die Drehbewegung und die inkrementelle Veränderung und gibt diese wiederum an die
Steuer- oder Regeleinrichtung 8, die daraus konkret den vom Fahrer eingestellten Soll-Winkel
ermittelt. Die Erhöhung respektive Erniedringung des Soll-Winkels ist in Fig. 2 durch
die Angaben "+ x°" bzw. "- x°" dargestellt. Der Fahrer kann hierüber jeden beliebigen
Soll-Winkel innerhalb eines definierten Winkelintervalls, das von einem minimalen
und einem maximalen Knick-Winkel (respektive über einen negativen Grenzwinkel und
einem positiven Grenzwinkel) begrenzt ist, einstellen. Diese Grenzwinkel hängen vom
maximalen Winkel ab, den der Anhänger 3 relativ zum Zugfahrzeug 2 einnehmen kann.
[0017] Wie beschrieben kann der Knopf 12 auch in Richtung der Drehachse gedrückt werden,
wie durch das Symbol 14 dargestellt ist. Dies ist eine zweite Bewegungsfreiheit des
Bedienelements 10. Wird der Knopf 12 gedrückt, welche Drückbewegung wiederum sensiert
wird und an die Steuer- oder Regeleinrichtung 8 gemeldet wird, stellt diese automatisch
einen Soll-Winkel von 0° ein. Das heißt, dass der Bewegung in der zweiten Bewegungsfreiheit
zwangsläufig sich ein Soll-Winkel von 0° zugeordnet ist. Der Fahrer kann hierüber,
wenn er eine Rückwärtsfahrt vornimmt und von einer Kurvenfahrt in eine gerade Rückwärtsfahrt
wechseln möchte, unmittelbar die 0°-Soll-Winkel anwählen, ohne hierfür erst durch
Drehen den eingestellten Soll-Winkel schrittweise auf Null zu reduzieren.
[0018] Damit der Fahrer Kenntnis über den eingestellten Soll-Winkel erhält, ist ein Display
15 vorgesehen, an dem die Steuer- oder Regeleinrichtung 8 wenigstens eine Information
bezüglich des Soll-Winkels oder abgeleitet aus dem eingestellten Soll-Winkel darstellt.
In Fig. 2 sind zwei unterschiedliche Möglichkeiten dargestellt. Wie in der linken
Bilddarstellung 15a angegeben ist, kann als Information direkt der eingestellte Soll-Winkel
Wert, hier "x°", dargestellt werden. Dieser Wert ändert sich kontinuierlich beim Drehen
des Knopfes 12 in inkrementellen Schritten, beispielsweise in 1°-Schritten, respektive
springt direkt auf 0°, wenn der Knopf 12 gedrückt wird.
[0019] Wie in der Bilddarstellung 15b gezeigt, kann (auch zusätzlich zur Angabe des Soll-Winkelwerts
gemäß 15a) eine gegebenenfalls stilisierte Bilddarstellung des Zuggespanns 1 gezeigt
werden, die stilisiert das Zugfahrzeug 2 und den Anhänger 3 zeigen, wobei deren Winkelstellung
relativ zueinander in Abhängigkeit des gerade eingestellten Soll-Winkels dargestellt
wird. Die Bilddarstellung ändert sich bei Veränderung des Soll-Winkels kontinuierlich,
wird also bei Drehen oder Drücken des Knopfes 12 sofort nachgeführt. Hierüber erhält
der Fahrer eine sehr intuitive Information über den eingestellten Knick-Winkel respektive
dessen Auswirkung auf die reale "Geometrie" des Zuggespanns 1.
[0020] Ist nach Aktivierung der Rückfahrhilfeeinrichtung 7 über einen An-AusSchalter oder
dergleichen der Soll-Winkel eingestellt und wünscht der Fahrer, dass die Rückfahrhilfeeinrichtung
diesen automatisch einregelt, so bestätigt er beispielsweise zunächst durch Betätigen
eines entsprechenden Bedienelements, das hier nicht näher gezeigt ist, den eingestellten
Sollwert oder er betätigt einfach das Gaspedal nach Einlegen des Rückwärtsgangs, wobei
auch bereits das Einlegen des Rückwärtsgangs als eine solche Bestätigung gewertet
werden kann. Hierauf regelt die Steuer- oder Regeleinrichtung über ein Eingriffsmittel
18, das an die Lenkung 19 der Vorderräder 20 angreift, die Lenkung der Vorderräder
20, das heißt, diese werden automatisch verstellt. Der Fahrer ist also hier nicht
gefordert. Selbstverständlich kann der Fahrer zu jeder Zeit in den Lenkbetrieb eingreifen,
wenn dies aus welchem Grund auch immer erforderlich sein sollte. Über ein nicht näher
gezeigtes Sensorelement wird kontinuierlich der Lenkradwinkel β ermittelt und an die
Steuer- oder Regeleinrichtung 8 gegeben, die über das Eingriffsmittel 18 kontinuierlich
den Lenkwinkel β so einstellt, dass der Knick-Winkel α, also der Ist-Winkel, in kürzester
Zeit dem eingestellten Soll-Winkel entspricht.
[0021] Wenngleich die gezeigten Figuren ein Fahrzeuggespann mit einem Anhänger 3 mit starrer,
also unbeweglicher Achse zeigen, besteht selbstverständlich die Möglichkeit, die erfindungsgemäße
Rückfahrhilfeeinrichtung auch bei einem Fahrzeuggespann mit einem Anhänger mit beweglicher,
also lenkbarer Hinterachse umfassend eine Anhängerdeichsel einzusetzen. In diesem
Fall würde der Knick-Winkel α, als der Winkel zwischen der Längsachse des Anhängers
und seiner Anhängerdeichsel respektive deren Längsachse bestimmt, das heißt, dass
letztlich die Auslenkung respektive Verdrehung der Anhängerdeichsel relativ zum Anhänger
bestimmt wird. Der Soll-Winkel definiert den Winkel, den dieser anhängerbezogene Knick-Winkel
durch automatische Einstellung über die Rückfahrhilfeeinrichtung einnehmen soll.
1. Rückfahrhilfeeinrichtung zur Regelung einer Rückwärtsfahrt eines Fahrzeuggespanns
mit einem Zugfahrzeug und einem Anhänger, umfassend ein Bedienelement zur Eingabe
eines einen durch einen automatischen Lenkeingriff einzustellenden Soll-Winkels zwischen
der Längsachse des Zugfahrzeugs und des Anhängers oder zwischen der Längsachse des
Anhängers und seiner Anhängerdeichsel,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienelement (10, 11, 12) wenigstens zwei Bewegungsfreiheiten (13, 14) aufweist,
wobei bei Bewegung des Bedienelements (10, 11, 12) in der einen Bewegungsfreiheit
der Soll-Winkel erhöht oder erniedrigt und bei Bewegung in der anderen Bewegungsfreiheit
der Soll-Winkel auf 0° gesetzt wird.
2. Rückfahrhilfeeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienelement (10) ein Dreh-Drück-Steller (11) ist, wobei die erste Bewegungsfreiheit
die Rotation und die zweite Bewegungsfreiheit die Translation ist.
3. Rückfahrhilfeeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienelement (10) ein Dreh-Schiebe-Steller ist, wobei die erste Bewegungsfreiheit
die Rotation und die zweite Bewegungsfreiheit die Translation ist.
4. Rückfahrhilfeeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bedienelement (10) ein in zwei aufeinander senkrecht stehenden Richtungen schieb-
oder kippbarer Hebel ist.
5. Rückfahrhilfeeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass dass ein Anzeigedisplay (15) vorgesehen ist, an dem wenigstens eine Information betreffend
den oder abgeleitet aus dem Soll-Winkel darstellbar ist.
6. Rückfahrhilfeeinrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Information der Wert des Soll-Winkels selbst oder eine das Fahrzeuggespann (1)
gegebenenfalls stilisiert wiedergebende Bilddarstellung (15b), in der das Zugfahrzeug
(2) und der Anhänger (3) in einer den Soll-Winkel abbildenden Anordnung dargestellt
sind, anzeigbar ist.