[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Nähgarn oder Stickgarn mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
[0002] Näh- oder Stickgarne können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. So sind beispielsweise
Garne bekannt, die ausschließlich aus Synthesefasern oder ausschließlich aus Naturfasern
bestehen. Ebenso bekannt sind Garne, die neben Naturfasern auch einen Synthesefaseranteil
umfassen, wobei derartige Garne auch als Mischgarne in der Praxis und nachfolgend
so bezeichnet werden. Ein solches Mischgarn ist beispielsweise als Coregarn konstruiert
und weist eine Seele aus multifilen Polyesterfasern und eine Umspinnung aus Baumwolle
auf.
[0003] Um die zuvor beschriebenen, synthesefaserhaltigen Garne, bei denen es sich um reine
Synthesefasern oder um Mischgarne handelt, herzustellen, werden vorzugsweise als Synthesefasern
Polyesterfasern, sei es als Stapelfaser oder als multifile Faser, eingesetzt, wobei
diese Polyesterfasern gezielt für die Herstellung der Garne aus einer entsprechenden
Polyesterschmelze in einem Primärspinnprozeß erstellt werden. Insbesondere besteht
diese Polyesterschmelze aus Polyethylenterephthalat mit einem vorgegebenen Molekulargewicht
oder mit einer vorgegebenen Molekulargewichtsverteilung. Hier unterscheidet man zwischen
der textilen Polyesterfaser und der technischen, auch hochfest benannten Polyesterfaser,
die aufgrund der nach einem Standardverfahren gemessenen Intrinsic-Viskosität zu unterscheiden
sind. Diese Intrinsic-Viskosität liegt für die textile Polyesterfaser in der Größenordnung
zwischen 0,5 dl/g und 0,75 dl/g, vorzugsweise in der Größenordnung zwischen 0,5 dl/g
und 0,63 dl/g, und für die technische, hochfeste Polyesterfaser zwischen etwa 0,75
dl/g und 0,95 dl/g, jeweils gemessen als entsprechende Polymerlösung in Dichloressigsäure
bei 25°C. Zu diesen als Ausgangsmaterial eingesetzten Polyesterfasern vertritt die
Fachwelt, insbesondere die Nähgarnhersteller, die Auffassung, daß es für die reproduzierbare
Herstellung von Nähgarnen erforderlich ist, Ausgangsmaterialien einzusetzen, die vorgegebene
bestimmte, einen ermittelten Grenzwert nicht unterschreitende Eigenschaften, so insbesondere
bestimmte Höchstzugkräfte, Höchstzugkraftdehnungen und Feinheitsfestigkeiten, aufweisen
müssen, um zu einem reproduzierbaren Näh- bzw. Stickgarn zu gelangen, das den extremen
Anforderungen beim Nähen bzw. Sticken, insbesondere beim maschinellen Nähen bzw. Sticken,
genügt.
[0004] Aufgrund der sich verknappenden Situation auf dem Rohstoffsektor und der Zunahme
der Verwendung von polymeren Gebrauchsmaterialien aus Polyester, so insbesondere Einweggebinde
und vorzugsweise Flaschen, die zwar in der Regel nach Gebrauch zentral gesammelt aber
nicht mehr neu verfüllt werden, drängt sich das technische Problem auf, diese polymeren
Gebrauchsmaterialien nicht nur thermisch, d.h. als Zusatz zur Müllverbrennung, zu
verwerten und somit zu verbrennen, sondern hierfür eine weitere Verwertung vorzusehen.
[0005] Die
JP-A 2000 160429 beschreibt ein Garn, bei dem im Rahmen des Primärspinnens dem hierfür verwendeten
Polyethylenterephthalat-Ausgangsmaterial ein Anteil an recyceltem Polyester zugesetzt
wird, um hieraus ein multifiles Polyestergarn zu spinnen. Das so gesponnene Garn wird
verstreckt und soll als Nähgarn verwendet werden, wobei jedoch weitere konstruktive
Einzelheiten zu diesem bekannten Nähgarn nicht beschrieben sind.
[0006] Die
WO-A-2005/007944 beschreibt ein Garn, das einen Anteil an Polyesterfasern aufweist, die aus recyceltem
Material im Rahmen des Primärspinnprozesses gesponnen sind. Aufgrund der Konstruktion
des bekannten Garnes ist dieses nicht geeignet, als Näh- oder Stickgarn verwendet
zu werden. Weder die
JP-A 2000 160429 noch die
WO-A-2005/007944 erwähnen mittlere Molekulargewichte oder CIELab-Weißgrade der aus dem recyceltem
Polyester hergestellten Polyesterfasern.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein polyesterfaserhaltiges
Näh- oder Stickgarn unter Verwendung von aus recycelten Polyester hergestellten Polyesterfasern
mit ausgezeichneten mechanisch-technologischen Eigenschaften sowie einem einwandfreien
Färbeverhalten zur Verfügung zu stellen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Näh- bzw. Stickgarn mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Das erfindungsgemäße Näh- oder Stickgarn, mit mindestens einem Garnanteil aus Polyesterfasern,
das nachfolgend auch zusammengefaßt als Garn bezeichnet wird, weist die Konstruktion
eines Zwirnes, eines luftverwirbelten Garnes oder eines Coregarnes auf, wobei das
Garn wenigstens 20 Gew.% einer aus recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfaser,
bezogen auf den Gesamtanteil an Polyesterfasern im Garn, enthält. Desweiteren besitzen
die aus dem recycelten Polyester hergestellten Polyesterfasern ein mittleres Molekulargewicht
zwischen 68.000 und 82.000, ermittelt durch Gelpermeationschromatographie, und einen
CIELab-Weißgrad zwischen 70 und 30.
[0010] Mit anderen Worten wird ein Teil der üblicherweise verwendeten textilen oder hochfesten
Polyesterfaser, nämlich wenigstens 20 Gew.% hiervon, durch solche Polyesterfasern
ersetzt, die aus recyceltem Polyester hergestellt sind, wobei derzeit als eine Hauptquelle
für die Herstellung dieser aus recycelten Polyester erstellten Polyesterfasern, die
nachfolgend auch kurz als recycelte Polyesterfasern bezeichnet werden und die zuvor
erwähnten polymeren, polyesterhaltigen Gebrauchsmaterialien, insbesondere Polyethylenterephthalat-Flaschen,
dient. Mit dem zuvor quantifizierten CIELab-Weißgrad lassen sich die erfindungsgemäßen
Garne überraschenderweise selbst bei einem hohen Anteil an recycelten Polyesterfasern
noch in sehr hellen Tönen einfärben, ohne daß hierbei Farbton- oder Farbtiefenunterschiede
zwischen recyceltem Polyesterfaseranteil und konventionell hergestellten Polyesterfaseranteil
erkennbar sind. Ebensowenig konnte festgestellt werden, daß Farbechtheitsunterschiede
zwischen diesen beiden Faseranteilen feststellbar waren. Auch nach extrem langen Belichtungszeiten
traten zwischen den beiden Faseranteilen keine Farbunterschiede oder Echtheitsunterschiede
auf.
[0011] Abhängig von der jeweiligen Konstruktion des erfindungsgemäßen Näh- oder Stickgarns
kann die erfindungsgemäß vorgeschlagene recycelte Polyesterfaser entweder eine Stapelfaser
mit einer vorgegebenen Stapelfaserlänge oder eine endlose multifile recycelte Polyesterfaser
sein. Eine textile Polyesterfaser ist insbesondere eine solche Stapel- oder Multifilamentfaser,
deren Intrinsic-Viskosität zwischen 0,5 dl/g und 0,75 dl/g, insbesondere 0,5 dl/g
und 0,63 dl/g liegt, während vorzugsweise die Intrinsic-Viskositäten einer hochfesten
Polyesterfaser, sei es eine Multifilamentfaser oder ein Fasergarn, zwischen 0,75 dl/g
und 0,95 dl/g, liegen, jeweils gemessen als entsprechende Polymerlösungen in Dichloressigsäure
bei 25 °C.
[0012] Klarstellend wird darauf verwiesen, daß das mittlere Molekulargewicht (Gewichtsmittel
der Molmasse) so bestimmt wird, wie dies nachfolgend bei den Ausführungsbeispielen
konkretisiert ist.
[0013] Das erfindungsgemäße Garn weist eine Reihe von Vorteilen auf. So ist zunächst festzuhalten,
daß durch die anteilige oder ausschließliche Verwendung der recycelten Polyesterfaser
in dem erfindungsgemäßen Garn insbesondere unter Umweltaspekten sinnvoll Rohstoffe
eingespart und somit besonders wirtschaftlich wiederverwendet werden. Für die Fachwelt
überraschend konnte jedoch festgestellt werden, daß sich die in dem erfindungsgemäßen
Garn zu mindestens 20 Gew.% enthaltenen recycelten Polyesterfaser im Vergleich zu
den ebenfalls hier vorhandenen nicht recycelten Polyesterfasern vom Farbton und von
der Farbtiefe her identisch anfärben ließen, wobei es diesbezüglich bisweilen erforderlich
war, den Färbeprozeß insbesondere durch Reduzierung der Aufheizrate an die in dem
erfindungsgemäßen Garn verarbeiteten unterschiedlichen Polyesterfasern-Provenienzen
(recycelte Polyesterfasern und herkömmlich hergestellte Polyesterfasern) auf die jeweils
zu färbende Farbnuance anzupassen. Obwohl die recycelte Polyesterfaser abhängig von
der Herkunft des zu recycelnden polyesterhaltigen Ausgangsmaterials bisweilen einen
Weißgrad aufweist, der unterhalb des Weißgrades einer herkömmlich hergestellten Polyesterfaser
liegt, ließen sich mit dem erfindungsgemäßen Näh- oder Stickgarn, auch helle Farbtöne
erstellen, ohne daß hierbei Farbton- oder Farbtiefenunterschiede zwischen den einzelnen
Faseranteilen des erfindungsgemäßen Garnes erkennbar waren, sofern der zuvor erwähnte
CIEBLab-Weißgrad eingehalten wird. Selbst bei solchen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Garnes, die sich durch einen hohen Anteil an recycelten Polyesterfasern auszeichneten
oder deren Polyesterfasergesamtanteil ausschließlich aus recycelten Polyesterfasern
bestand, ließen sich ordnungsgemäß zu verarbeitende Näh- oder Stickgarne erstellen,
obwohl hierbei vorgegebene und für die Herstellung von Näh- oder Stickgarnen für erforderlich
gehaltene Höchstzugkraft-, Höchstzugkraftdehnungs- oder Feinheitsfestigkeitswerte
unterschritten waren. Desweiteren erlaubt das erfindungsgemäße Näh- oder Stickgarn
durch Variation des Verhältnisses an recyceltem Polyesterfaseranteil zu herkömmlich
hergestelltem Polyesterfaseranteil (also nicht aus recycelten Polyester hergestellte
Polyesterfasern), in einem weiten Rahmen erwünschte mechanisch-technologische Grenzwerte
(so zum Beispiel für Höchstzugkraft, Höchstzugkraftdehnung, Abriebfestigkeit oder
Feinheitsfestigkeit) oder ein erwünschtes Anfärbeverhalten und hieraus resultierende
Echtheiten so weit auf die jeweiligen Anforderungen an das erfindungsgemäße Garn einzustellen.
[0014] Bei einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Garnes weist dieses Garn zwischen
100 Gew.% und 25 Gew.%, insbesondere zwischen 95 Gew.% und 50 Gew.%, der aus dem recyceltem
Polyester hergestellten Polyesterfasern, jeweils bezogen auf den Gesamtanteil an Polyesterfasern
im Garn, auf. Die zuvor beschriebenen hohen Werte zwischen 100 Gew.% und 95 Gew.%
an recycelten Polyesterfasern werden vorzugsweise immer auch dann in dem erfindungsgemäßen
Garn vorgesehen, wenn dieses ein Mischgarn ist und neben Polyesterfasern noch andere
Fasern, so insbesondere Baumwollfasern oder Polyamidfasern, enthält. Werte zwischen
95 Gew.% und 50 Gew.% an recycelten Polyesterfasern weisen vorzugsweise solche Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Garnes auf, die ausschließlich aus Polyesterfasern und somit
aus recycelten Polyesterfasern und herkömmlich hergestellten Polyesterfasern bestehen.
[0015] Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Garnes schlägt vor, daß das erfindungsgemäße
Näh- oder Stickgarn insgesamt ein Polyesterfasergarn ist. Hierbei kann diese Ausführungsform
vorzugsweise als Einfach-, Zweifach- oder Dreifachzwirn konstruiert sein und weist
einen Anteil an recycelten Polyesterfasern auf, der zwischen 100 Gew.% und 25 Gew.%.,
insbesondere zwischen 95 Gew.% und 50 Gew.%, variiert.
[0016] Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Garnes besitzen
die aus dem recycelten Polyester hergestellten Polyesterfasern ein mittleres Molekulargewicht
zwischen 72.000 und 78.000, ermittelt durch Gelpermeationschromatographie. Hier hat
sich überraschenderweise gezeigt, daß ein derartiges, bezüglich des mittleren Molekulargewichts
im vorstehenden Umfang begrenztes recyceltes Polyesterfasermaterial einen weiten Anwendungsbereich
bei der Herstellung von Näh- und Stickgarnen abdeckt, wobei die so hergestellten Näh-
oder Stickgarne akzeptable Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften, so insbesondere
Festigkeiten, Näh- bzw. Stickverhalten und/oder Farbechtheiten, aufweisen.
[0017] Insbesondere dann, wenn die aus dem recycelten Polyester hergestellten Polyesterfasern
eine Konzentration an Polyolefinen zwischen 0,1 ppm und 50 ppm und/oder eine Konzentration
an Polyvinylchloriden zwischen 0,1 ppm und 100 ppm und/oder eine Konzentration an
sonstigen Verunreinigungen, vorzugsweise an metallischen und/oder cellulosischen Verunreinigungen
zwischen 0,1 ppm und 80 ppm enthalten, weist eine derartige Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Garnes sowohl die zuvor genannten erwünschten mechanisch-technologischen Eigenschaften
als auch das zuvor aufgeführte Anfärbeverhalten und die hieraus resultierende guten
Echtheiten im besonderen Maße auf.
[0018] Wie bereits vorstehend wiederholt dargelegt, handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen
Garn um ein Nähgarn. So sieht eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Nähgarnes
vor, daß das Nähgarn aus gezwirnten Polyestermultifilamenten besteht, die zu 100 Gew.%
bis 25 Gew.%, insbesondere zu 95 Gew.% bis 50 Gew.% solche Polyestermultifilamente
enthalten, die aus recyceltem Polyester hergestellt sind. Desweiteren weist diese
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Nähgarnes eine Feinheitsfestigkeit von wenigstens
35 cN/tex, insbesondere von wenigstens 45 cN/tex, auf, wobei der Zwirn vorzugsweise
ein Zweifachzwirn oder ein Dreifachzwirn ist. Eine derartige Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Nähgarnes läßt sich für mannigfache Nähoperationen hervorragend einsetzen und zeichnet
sich insbesondere durch eine große Nahtlänge ohne Auftreten von Fadenbrüchen aus.
[0019] Bei einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Nähgarnes ist dieses ebenfalls
als Zwirn konstruiert, wobei jedoch hierbei dieser Zwirn aus Polyesterfasergarnen
mit den zuvor aufgeführten Anteilen an recycelten Polyesterfasergarnen besteht. Hierbei
besitzt der fertige Polyesterfasergarnzwirn insbesondere eine Feinheitsfestigkeit
von wenigstens 30 cN/tex, vorzugsweise von wenigstens 40 cN/tex, wobei auch dieser
Zwirn insbesondere als Zweifach- oder Dreifachzwirn mit hervorragenden Näheigenschaften
konstruiert ist.
[0020] Eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Garnes ist als gezwirntes Coregarn
konstruiert und weist insbesondere eine Feinheitsfestigkeit von wenigstens 30 cN/tex,
insbesondere von wenigstens 35 cN/tex, auf. Abhängig davon, ob bei einer derartigen
Coregarnkonstruktion das recycelte Polyestermultifilamentgarn die Seele ausbildet
oder ein recyceltes Polyesterfasergarn die Umspinnung darstellt, variiert die Feinheitsfestigkeit
des fertigen Nähgarnes. Bildet das recycelte Polyestermultifilamentgarn die Seele
aus, so liegt die Feinheitsfestigkeit einer derartigen Ausführungsform eher im Bereich
zwischen 30 cN/tex und 35 cN/tex, wohingegen bei einer solchen Ausgestaltung, bei
der das recycelte Polyesterfasergarn die Umspinnung stellt, die Feinheitsfestigkeit
primär durch das Seelenmaterial sichergestellt wird, so daß dementsprechend bei einer
textilen Standardmultifilamentfaser als Seelenmaterial die Feinheitsfestigkeit zwischen
30 cN/tex und 50 cN/tex und bei einer hochfesten Standardmultifilamentfaser als Seelenmaterial
die Feinheitsfestigkeit zwischen 45 cN/tex und 70 cN/tex liegt.
[0021] Bei einer vierten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Nähgarnes besteht dieses
aus lufttexturierten Garnen, insbesondere hochgedrehten Einfach- bis Vierfachgarnen,
wobei die lufttexturierten Garne eine Feinheitsfestigkeit von wenigstens 30 cN/tex,
insbesondere von wenigstens 35 cN/tex, aufweisen. Auch bei einem derartigen lufttexturierten
Nähgarn hängt die konkrete Festigkeit davon ab, ob das innenliegende Stehermaterial
oder die außenliegende Überlage, die die von der Verwirbelung erzeugte Bogen- und
Schlingenausgestaltung aufweist, aus recycelter Polyestermultifilamentfaser besteht.
Sollte lediglich die Überlage aus diesen recycelten Polyestermultifilamentfasern teilweise
oder vollständig ausgebildet sein, so hängt die Feinheitsfestigkeit nahezu überwiegend,
d.h. zu etwa 85 % bis 95 %, von der Feinheitsfestigkeit des Seelenmaterials, insbesondere
des multifilen, herkömmlichen textilen oder technisch hochfesten Polyester-Seelenmaterials
ab. In diesem Fall variiert die Feinheitsfestigkeit zwischen 35 cN/tex und 50 cN/tex
(für textiles multifiles Polyester-Seelenmaterial) oder zwischen 50 cN/tex bis 70
cN/tex (für technisch hochfestes multifiles Polyester-Seelenmaterial). Weist hingegen
das erfindungsgemäße Nähgarn eine Seele aus einer recycelten multifilen Polyesterfaser
auf, so weist eine derartige Ausführung eine Feinheitsfestigkeit auf, die zwischen
30 cN/tex und 45 cN/tex, insbesondere zwischen 35 cN/tex und 43 cN/tex, variiert.
[0022] Eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Nähgarnes, das insbesondere im
Bereich der Unterwäsche und für das Vernähen von Säumen verwendet wird, sieht vor,
daß hierbei das Nähgarn ein gebauschtes multifiles Garn, insbesondere ein Einfach-
oder Zweifach-Nähgarn, ist und eine Feinheitsfestigkeit von wenigstens 20 cN/tex,
insbesondere von wenigstens 25 cN/tex und vorzugsweise zwischen 30 cN/tex und 40 cN/tex,
aufweist. Da an ein derartiges Nähgarn insbesondere bezüglich der Festigkeit und vorzugsweise
bezüglich der Nahtfestigkeit nicht so hohe Anforderungen gestellt werden, variiert
die Feinheitsfestigkeit vorzugsweise zwischen 23 cN/tex und 35 cN/tex. Diese Anforderungen
bezüglich der Feinheitsfestigkeit gelten auch unabhängig von der Konstruktion für
Stickgarne.
[0023] Um das erfindungsgemäße Garn bezüglich seines Herstellers oder seiner Zusammensetzung,
d.h. seiner quantitativen Anteile an recycelten Polyesterfasern identifizieren zu
können, sieht eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Garnes vor, daß auf dem Garn
eine die Verarbeitungseigenschaften verbessernde Avivage vorgesehen ist, die überwiegend
auf der Oberfläche des Garnes angeordnet ist, wobei die Avivage wenigstens eine zusätzliche,
mit chemischen und/oder physikalischen Methoden nachweisbare Komponente enthält, die
die zuvor angesprochene Identifizierung erlaubt.
[0024] Überraschend konnte festgestellt werden, daß durch diese mindestens eine zusätzliche
Komponente, die in der Avivage des erfindungsgemäßen Garnes vorgesehen und vorzugsweise
dort homogen verteilt ist, keine Erhöhung des Avivageabriebes oder der mechanisch-technologischen
Eigenschaften oder des Färbeverhaltens oder der Farbechtheiten verursacht wird, selbst
dann nicht, wenn es sich bei dieser mindestens einen zusätzlichen Komponente um ein
in der Avivage unlösbares Pigment handelt. Hierbei deckt der Begriff chemische und/oder
physikalische Methoden alle Nachweisverfahren ab, die, abhängig von dem chemischen
Aufbau der ausgewählten mindestens einen zusätzlichen Komponente, einen qualitativen
und/oder quantitativen Nachweis dieser mindestens einen Komponente erlauben.
[0025] Geeignete Nachweismethoden sind dabei neben den klassischen, naßchemischen Nachweismethoden
insbesondere physikalisch-chemische Methoden, wie zum Beispiel spektroskopische Methode,
Atomabsorptionsspektroskopie, Röntgenfluoreszenzspektroskopie, Massenspektroskopie,
Infrarot-Messungen, UV-Messungen, Messungen des Magnetismuses sowie Messungen des
Ad- oder Absorptionsverhaltens, insbesondere von Licht. Besonders geeignet ist es
hierbei, wenn diese physikalisch-chemischen Methoden direkt an dem erfindungsgemäßen
Garn durchgeführt werden können, ohne daß es hierzu erforderlich ist, die Avivage
über entsprechende Extraktionsverfahren vom Garn abzulösen und hiernach zu isolieren.
[0026] Bezüglich der Konzentration, in der die mindestens eine zusätzliche weitere Komponente
in der Avivage des erfindungsgemäßen Garnes vorhanden ist, ist allgemein festzuhalten,
daß sich diese Konzentration danach richtet, um welche zusätzliche mindestens eine
Komponente es sich dabei handelt. Allgemein gilt, daß solche Komponenten, die auch
in geringen Konzentrationen sehr einfach nachweisbar sind, die Konzentration dieser
mindestens einen Komponente in der Avivage relativ niedrig angesetzt wird, während
solche Komponenten, für deren Nachweis eine größere Konzentration an Komponenten erforderlich
ist, die diesbezügliche Avivage, die auf dem erfindungsgemäßen Garn vorgesehen ist,
eine entsprechend hohe Konzentration aufweist, wobei ein bevorzugter Konzentrationsbereich
der mindestens einen zusätzlichen Komponente zwischen 100 ppm und 3 %, bezogen auf
das Gewicht der Avivage, variiert.
[0027] Bezüglich der Art der mindestens einen zusätzlichen Komponente, die in der Avivage
des erfindungsgemäßen Garnes vorgesehen ist, bestehen mehrere Möglichkeiten.
[0028] So sieht eine erste Möglichkeit vor, daß hierbei die mindestens eine Komponente eine
farbige Komponente ist, wobei der Begriff farbige Komponente nicht nur auf die Farbigkeit
bei der Wellenlänge des sichtbaren Lichtes beschränkt ist sondern insbesondere auch
den UV-Bereich umfaßt und somit fluoreszierende, phosphorisierende und/oder lumineszierende
Komponenten abdeckt.
[0029] Zusätzlich zu der zuvor beschriebenen farbigen Komponente oder anstelle dieser farbigen
Komponente kann als zweite Möglichkeit die auf dem erfindungsgemäßen Garn vorgesehene
Avivage eine solche Komponente enthalten, die ein Metalloxid, ein Sulfid und/oder
ein Oxid-Sulfid und insbesondere ein Oxid, ein Sulfid und/oder ein Oxid-Sulfid der
Seltenen Erden, umfaßt, wobei diese Komponenten insbesondere dann als in der Avivage
unlösliche Komponenten vorliegen.
[0030] Bei einer dritten, ebenfalls vorteilhaften Möglichkeit wird die Komponente durch
ein Metall, insbesondere ein magnetisches Metall, und/oder ein Metallgemisch ausgebildet,
wobei dieses Metall bzw. dieses Metallgemisch dann alternativ oder zusätzlich zu der
zuvor angesprochenen farbigen Komponente (erste Möglichkeit) und/oder dem Metalloxid,
Metallsulfid und/oder Metalloxid-Sulfid (zweite Möglichkeit) in der Avivage des erfindungsgemäßen
Garnes vorhanden ist.
[0031] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das erfindungsgemäße Garn eine solche Avivage
aufweist, die nicht nur eine Komponente sondern mehrere Komponenten der zuvor beschriebenen
Art umfaßt, wobei durch Variation der Konzentration, der chemischen Art der Komponente
und der Anzahl der Komponenten dann jedes hiermit avivierte Garn entsprechend codiert
werden kann, mit der Folge, daß eine Fälschung dieser Codierung nahezu unmöglich ist,
insbesondere dann, wenn eine hierauf beruhende Codierung kundenspezifisch variiert
und/oder nach Ablauf einer vorgegebenen Zeit modifiziert wird. Der besondere Vorteil
eines derartig markierten erfindungsgemäßen Garnes liegt darin begründet, daß anhand
des in dem jeweiligen Teil verarbeiteten Garnes dann das Teil selbst einem bestimmten
Hersteller zugeordnet werden kann, so daß hierdurch wirksam und einfach die Produktpiraterie
bekämpft werden kann. Dies wird im verstärktem Maße dadurch erreicht, daß die mindestens
eine Komponente, die der Avivage zugesetzt ist, auf der Oberfläche des verarbeiteten
Garnes besonders einfach und schnell nachgewiesen werden kann, was beispielsweise
dann zutrifft, wenn diese Komponente auch in geringen Konzentrationen Licht ad- oder
absorbiert oder ein magnetisches Feld hervorruft oder beeinflußt.
[0032] Bezüglich der Konzentration, in der das erfindungsgemäße Garn die zuvor angesprochene
Avivage aufweist, ist festzuhalten, daß sich diese Konzentration der Avivage nach
den erforderlichen mechanisch-technologischen Eigenschaften bei der Verarbeitung des
Garnes richtet. Üblicherweise variiert die Avivagekonzentration auf der Oberfläche
des Garnes zwischen 1 Gew.% und 10 Gew.%, insbesondere zwischen 2 Gew.% und 5 Gew.%.
[0033] Wird das erfindungsgemäße Näh- oder Stickgarn in den zuvor beschriebenen Konstruktionen
ausgebildet, so variiert pro Garnkomponente bevorzugt der Titer eines derartigen Garnes
zwischen 50 dtex und 500 dtex und insbesondere zwischen 100 dtex und 250 dtex, während
die Elementarfadenzahl einer solchen Garnkomponente zwischen 16 und 64 beträgt.
[0034] Grundsätzlich sind bezüglich des Gesamtiters bei dem erfindungsgemäßen Garn keine
Grenzen gesetzt, wobei vorzugsweise Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Näh- oder
Stickgarne verwendet werden, deren Gesamttiter zwischen 50 dtex und 1.500 dtex, insbesondere
zwischen 100 dtex und 1.000 dtex, variieren.
[0035] Wird das erfindungsgemäße Garn als Multifilamentgarn ausgebildet, so weist es bevorzugt
eine Gesamtfilamentzahl auf, die zwischen 16 Filamenten und 300 Filamenten, insbesondere
zwischen 24 Filamenten und 100 Filamenten, variiert.
[0036] Insbesondere dann, wenn das multifile erfindungsgemäße Garn einen Einzelfilamenttiter
besitzt, der zwischen 0,6 dtex und 6 dtex, bevorzugt zwischen 1,5 dtex und 4 dtex,
variiert, so läßt sich ein derartiges Garn hervorragend und störungsfrei verarbeiten.
[0037] Desweiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein konfektioniertes Teil, wobei dieses
mindestens ein Stick- oder Nähgarn aufweist, wie dies zuvor anhand des erfindungsgemäßen
Garnes beschrieben ist. Insbesondere dann, wenn die Avivage eines derartigen Garnes
die vorstehend ausführlich dargelegte mindestens eine zusätzliche Komponente enthält,
die mit chemischen und/oder physikalischen Methoden nachweisbar ist, läßt sich anhand
eines derartigen Garnes sehr schnell überprüfen, von welchem Hersteller dieses konfektionierte
Teil stammt, so daß damit sehr wirksam einer Produktpiraterie entgegengewirkt werden
kann. Hierbei deckt der Begriff konfektioniertes Teil nicht nur Bekleidungstextilien
sondern auch konfektionierte Lederware, wie beispielsweise Handtaschen, Koffer, Uhrarmbänder,
Gürtel und/oder Schuhe, und auch Heimtextilien jeglicher Art sowie Möbel ab, wobei
es ebenfalls möglich ist, technische Textilien, wie beispielsweise Sicherheitsgurte,
Airbags und/oder Schutzbekleidung mittels des erfindungsgemäßen Garnes, dessen Avivage
die zuvor beschriebene zusätzliche, mit chemischen und/oder physikalischen Methoden
nachweisbare Komponente enthält, zu identifizieren.
[0038] Der in dieser Beschreibung verwendete Begriff Polyester umfaßt nicht nur Polyethylenterephthalat
sondern auch Polybutylenterephthalat und Polytrimethylenterephthalat.
[0039] Klarstellend sei angemerkt, daß der im vorliegenden Text verwendete Begriff "und/oder"
die Bedeutung hat, daß die einzelnen Elemente bei der entsprechenden Aufzählung sowohl
additiv als auch alternativ zu sehen sind, wobei bei der additiven Benennung dann
mindestens zwei Elemente der Aufzählung miteinander kombiniert sind.
[0040] Avivage im Sinne der vorliegenden Beschreibung bedeutet jede für die Verarbeitung
und Weiterverarbeitung des erfindungsgemäßen Garnes aufgebrachte Substanz. Bevorzugte
Avivagen weisen als Bestandteile (Inhaltsstoffe) ein oder mehrere Polysiloxane, insbesondere
ein oder mehrere Alkylpolysiloxane, und/oder mindestens ein Wachs auf, wobei bei den
Alkylpolysiloxanen der Alkylrest insbesondere als gesättigter linearer C
1-C
4-Alkylrest vorliegt.
[0041] Insbesondere weist die Avivage neben dem zuvor erwähnten Polysiloxan bzw. den Polysiloxanen
und/oder dem Wachs bzw. den Wachsen desweiteren eine Fettsäure, insbesondere eine
C
14-C
24-Fettsäure, ein Fettsäurederivat der C
14-C
24-Fettsäure und/oder einen Emulgator auf, wobei der Begriff Fettsäurederivat vorzugsweise
auch eine Alkali- oder Erdalkalisalz und/oder ein Ester umfaßt. Vorzugsweise ist die
C
14-C
24-Fettsäure nicht nur eine gesättigte Fettsäure sondern auch eine lineare gesättigte
Fettsäure, wobei insbesondere solche Ausführungsformen einen Emulgator enthalten,
die als wäßrige Dispersion bzw. Emulsion entweder nach der Badavivierung oder nach
einem Sprüh-Verfahren, vorzugsweise bei Raumtemperatur, auf das erfindungsgemäße Garn
appliziert werden.
[0042] Bezüglich des Emulgators ist festzuhalten, daß hierfür jeder Emulgator geeignet ist,
der in der Lage ist, die zuvor beschriebenen Bestandteile (Inhaltsstoffe) der Avivage
zu emulgieren. Insbesondere weist das erfindungsgemäße Garn solche Avivagen auf, die
als Emulgator einen ethoxilierten Emulgator enthalten, wobei der Ethoxilierungsgrad
des Emulgators vorzugsweise zwischen 6 und 400 variiert.
[0043] Besonders geeignet ist es, wenn das erfindungsgemäße Garn eine solche Avivage enthält,
die als Emulgator ein ethoxiliertes Öl, vorzugsweise ein Rhizinusöl-Ethoxilat, enthält.
[0044] Bereits vorstehend ist dargelegt worden, daß bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Garnes eine solche Avivage aufweisen, die als Bestandteil mindestens ein Wachs enthalten.
Hierbei handelt es sich insbesondere um ein Paraffinwachs, um ein Mikrowachs und/oder
um ein Esterwachs, wobei das Paraffinwachs schwerpunktmäßig einen Schmelzpunkt zwischen
50 °C und 80 °C, das Mikrowachs einen Schmelzpunkt zwischen 85°C und 95 °C und das
Esterwachs einen Tropfpunkt zwischen 70 °C und 95 °C, aufweisen.
[0045] Abhängig von dem jeweiligen Garn, das mit der Avivage versehen wird und abhängig
von dem Einsatz des erfindungsgemäßen Garnes variiert die Viskosität des Polysiloxans,
das vorzugsweise ein Dimethylpolysiloxan ist, zwischen 100 mPas und 15.000 mPas, insbesondere
zwischen 500 mPas und 8.000 mPas.
[0046] Eine vielfach anzuwendende und sich sehr weit bewerte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Garnes, das auf seiner Oberfläche mit einer Avivage versehen ist, weist eine solche
Avivage auf, die zwischen
75 bis 95 Gew.% Dimethylpolysiloxan,
2 bis 10 Gew.% Paraffinwachs,
0 bis 5 Gew.% Mikrowachs,
0 bis 3 Gew.% Esterwachs,
0 bis 5 Gew.% gesättigte Fettsäuren,
1 bis 3 Gew.% Fettsäurederivate, insbesondere Fettsäure-Amin-Kondensate auf der Basis
von gesättigten C14-C20-Fettsäuren und Alkanolaminen, und
0 bis 2 Gew.% Rhizinusöl-Ethoxilate
enthält. Ein derartig aviviertes Garn, dessen Avivage vorzugsweise die zuvor anhand
der Viskosität spezifizierten Dimethylpolysiloxane, anhand der Schmelzpunkte spezifizierte
Paraffin- und Mikrowachse bzw. anhand des Tropfpunktes spezifizierten Esterwachse,
anhand ihres chemischen Aufbaus spezifizierten Fettsäuren und Fettsäurederivate sowie
die vorstehend anhand des Ethoxilierungsgrades definierten Rhizinusöl-Emulgatoren
enthält, zeichnet sich dadurch aus, daß insbesondere dieses Garn auch in unterschiedlichen
Stärken und Konstruktionen einen geringen Avivageabrieb aufweist. Dementsprechend
weist eine derartige Ausführung des erfindungsgemäßen Garnes in verstärktem Maße alle
die Vorteile auf, wie sie vorstehend für das erfindungsgemäße Garn ausführlich beschrieben
sind.
[0047] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Garnes sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0048] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Ausführungsbeispiele
Messung des mittleren Molekulargewichtes
[0049] Von den jeweils zu untersuchenden Polyesterfaser-Proben wurden 20 mg entnommen und
in ein dicht schließendes Glasfläschchen überführt. Zu dieser Faserprobe wurden jeweils
0,7 ml Hexafluorisopropanol zugegeben. Die Probe wurde leicht geschüttelt und über
Nacht stehengelassen. Hiernach erfolgte ein Versetzen der Probe so lange mit Chloroform,
bis nach Zugabe von etwa 10 ml Chloroform die anfänglich einsetzende Trübung verschwand.
Die so erstellte Lösung wurde mittels Einwegspritze über ein 0,2 µ Teflon-Membranfilter
in ein Probengläschen filtriert. Hieraus wurden anschließend jeweils 20 µl in die
Gelpermeationschromatographie-Anlage injiziert.
[0050] Die Kalibration erfolgte mittels Polystyrol-Standards im M
w-Bereich von 1.180 bis 400.000. Für die Gelpermeationschromatographie wurden folgende,
hintereinander geschaltete Säulen verwendet; Jordi DVB-Gel: 100, 1.000, 10.000 und
100.000 Angström. Als Eluent diente Chloroform Chromasolv, 1 ml/min, die Detektion
erfolgte bei 254 nm. Von jeder Probe wurde eine Doppelbestimmung durchgeführt. Zu
der zuvor beschriebenen Meßmethode ist anzumerken, daß es sich hierbei um die Methode
handelt, die von dem Institut für Textilchemie und Chemiefasern Denkendorf als "ITCF-Hausmethode
- GPC von PES in Chloroform" bezeichnet wird. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden
Tabelle wiedergegeben.
| Probenbezeichnung |
Mw |
Mz |
| Nr. 1 |
96.812 |
149.986 |
| |
95.844 |
144.106 |
| Nr. 2 |
76.607 |
113.573 |
| |
76.578 |
114.274 |
| Nr. 3 |
74.283 |
110.011 |
| |
73.053 |
108.500 |
[0051] In der vorstehenden Tabelle, die die Ergebnisse der Doppelbestimmung für die unterschiedlichen
Proben 1 bis 3 wiedergibt, bedeuten M
w das mittlere Molekulargewicht (Gewichtsmittel der Molmasse) und M
z die zentrifugengemittelte Molmasse.
[0052] Unter der Bezeichnung Probe Nr. 1 wurde ein herkömmliches Polyestermultifilamentgarn,
Type 712, Lieferant: Performance Fibers, Bad Hersfeld, untersucht.
[0053] Unter der Bezeichnung Probe Nr. 2 wurde ein aus recycelten Polyester hergestelltes
Polyestermultifilament untersucht, das in dem nachfolgend noch beschriebenen Zwirnen
1 und 3 verwendet wurde.
[0054] Unter der Bezeichnung Probe Nr. 3 wurde ein aus recycelten Polyester hergestelltes
Polyestermultifilament untersucht, das bei dem nachfolgend noch beschriebenen Coregarn
2 als Seelenmaterial verwendet worden ist.
Messung des Weißgrades
[0055] Zur Messung des Weißgrades wurden die jeweils zu untersuchenden Proben dreilagig
in Parallelwicklung auf eine Wickelkarte aus weißer Pappe derart aufgewickelt, daß
die Oberfläche der Wickelkarte vollständig durch die Parallelwicklung des jeweils
zu untersuchenden Garnes dreilagig abgedeckt war. Die Wicklung wurde auf einem handelsüblichen
Multi Color Cardwinder Typ 440 der Firma Graf & Co. GmbH, Bad Tölz, unter folgenden
Bedingungen durchgeführt:
Anzahl der übereinander angeordneten Wickelschichten: 3 Lagen
Transversalverschiebung während der Wicklung: 0,48 mm/Umdrehung
Wickelgeschwindigkeit: 1.500 Umdrehungen/min
Bewicklungsfläche: 3,5 cm x 4 cm
Wickelspannung, abhängig vom jeweils aufzuwickelnden Garn unter Berücksichtigung einer
einwandfreien Parallelwicklung
[0056] Der Weißgrad der so hergestellten Wicklung der jeweiligen Garnprobe wurde auf einem
herkömmlichen Spektralfotometer mit der Typenbezeichnung Spectraflash SF600 der Firma
Datacolor International, Dietlikon, Schweiz, in einem Wellenlängenbereich von 360
nm bis 700 nm, ermittelt. Hierzu wurden die, wie zuvor beschrieben, hergestellten
Garnwicklungen in einem entsprechenden Probehalter des Spektralfotometers fixiert
und entsprechend vermessen. Zur Kalibration diente eine vom Hersteller zur Verfügung
gestellten weißen Keramikkachel mit einem CIELab-Weißgrad von 80. Über eine vom Spektralfotometer
vorgegebene interne Berechnung wurde dieser mit der Keramikkachel ermittelte Wert
auf den CIELab-Wert für Bariumsulfat von Weißgrad 100 abgeglichen, so daß sich die
in diesem Text verwendeten Weißgrad-Angaben auf das Referenzmaterial Bariumsulfat
beziehen.
[0057] Alle untersuchten Garne waren nicht optisch aufgehellt, so daß dementsprechend keine
UV-Anteile den angegebenen CIELab-Weißgrad beeinflussen. Hierbei konnten folgende
Weißgrad-Werte ermittelt werden, wie diese in der nachfolgenden Tabelle wiedergegeben
sind.
[0058] Weißgrad in Abhängigkeit des Anteils an aus recycelten Polyester hergestellten Polyesterfasern,
bezogen auf den Gesamtanteil an Polyesterfasern im Garn (in Gew.%)
| Untersuchtes Garn |
Anteil an recycelter multifiler Polyesterfaser in Gew.% |
CIELab-Weißgrad |
| Garn 1 |
0 |
81 |
| Garn 2 |
20 |
75 |
| Garn 3 |
40 |
69 |
| Garn 4 |
60 |
58 |
| Garn 5 |
80 |
51 |
| Garn 6 |
100 |
45 |
[0059] Die Garne 2 bis 6 unterscheiden sich lediglich in ihrem quantitativen Anteil an aus
recycelten Polyester hergestellten multifilen Polyesterfasern, während das Garn 1
keinen Anteil an aus recycelten Polyester hergestellten multifilen Polyesterfasern
enthielt. Vielmehr handelte es sich bei dem Garn 1 um ein Polyestermultifilamentgarn,
Type 712, Lieferant: Performance Fibers, Bad Hersfeld, wie dieses vorstehend als Probe
Nr. 1 bei der mittleren Molekulargewichtsbestimmung beschrieben ist. Klarstellend
ist anzumerken, daß die Konstruktion der Garne 1 bis 6 identisch waren und sich lediglich
in ihrem quantitativen Anteil, wie dieser in der vorstehenden Tabelle ausgewiesen
ist, an recycelten multifilen Polyesterfaser unterscheiden, wobei das Garn 6 zu 100
Gew.% aus recycelter multifiler Polyesterfaser bestand. Garn 2 ist nicht erfindungsgemäß.
Beispiele 1 bis 3
[0060] Es wurden drei multifile Zwirne, nachfolgend Zwirn 1, Zwirn 2 und Zwirn 3 bezeichnet,
nach einem herkömmlichen Zwirnverfahren unter Berücksichtigung der nachfolgend angegebenen
technischen Details hergestellt, wobei alle drei multifilen Zwirne aus Polyesterfasern
bestanden, die zu 100 % aus recycelten Polyester hergestellt worden sind. Die Zwirne
1 und 2 sind Nähgarne, der Zwirn 3 ist ein Stickgarn. Die Zwirne 1 bis 3 wiesen folgende
Eigenschaften auf:
| Garnbezeichnung |
Zwirn 1 |
Zwirn 2 |
Zwirn 3 |
| Feinheit (dtex) |
170 x 3 |
140 x 2 |
175 x 2 |
| Höchstzugkraft (cN) |
1.850 |
1.490 |
1.345 |
| Höchstzugkraftdehnung (%) |
19 |
21 |
26 |
| Garndrehung (t/m im Rohzwirn) |
S 670 |
S 640 |
S 635 |
| Zwirndrehung (t/m im Rohzwirn) |
Z 450 |
Z 580 |
Z 600 |
| Feinheitsfestigkeit (cN/tex) |
36 |
53 |
38 |
| Weißgrad CIELab |
43 |
48 |
45 |
[0061] Klarstellend ist festzuhalten, daß sich alle Weißgrad-Angaben auf die aus recyceltem
Polyester hergestellten Polyesterfasern (Multifilamente oder Fasergarne) vor ihrer
Verarbeitung zu dem beanspruchten Näh- oder Stickgarn beziehen, es sei denn, es ist
ausdrücklich etwas anderes beschrieben.
[0062] Als Ausgangsmaterial für die Herstellung des Zwirnes 1 und des Zwirnes 3 wurde ein
aus Polyesterflaschen gewonnenes recyceltes und erneut primär gesponnenes Polyester
verwendet, während das Ausgangsmaterial für die Herstellung des Zwirnes 2 ein hochfestes,
recyceltes Polyester war, das nach einer Fehlproduktion bei der Faserherstellung erneut
aufgeschmolzen und primär gesponnenen worden ist.
[0063] Die Ergebnisse zur Messung des mittleren Molekulargewichtes des Materials, aus dem
der Zwirn 1 erstellt wurde, sind vorstehend unter der Probenbezeichnung Nr. 2 wiedergegeben.
[0064] Von den zuvor aufgeführten Zwirnen -Zwirn 1 und Zwirn 2-, die beide als Nähgarne
konzeptioniert wurden, wurde die Nähleistung bestimmt. Die Ergebnisse sind in der
nachfolgenden Tabelle zusammengefaßt.
| Nähoperation |
Zwirn 1 |
Zwirn 2 |
| Zick-Zack, 150 cN (Fa/Fe) |
0/0 |
0,33/0 |
| Zick-Zack, 175 cN (Fa/Fe) |
0/0 |
0,67/5 |
| Rückwärts, 150 cN (%) |
82 |
100 |
| Rückwärts, 200 cN (%) |
74 |
100 |
| Rückwärts, 250 cN (%) |
70 |
100 |
| Rückwärts, 300 cN (%) |
58 |
33 |
[0065] Die vorstehend in der Tabelle und auch nachstehend verwendete Bezeichnung (Fa/Fe)
stellt den Mittelwert aus jeweils drei Prüfungen dar, wobei Fa die Mittelwerte der
Anzahl der Fadenbrüche und Fe die Mittelwerte der Anzahl der Fehlstiche angibt.
[0066] Zur Bestimmung dieser Nähleistung wird eine modifizierte industrielle Nähmaschine,
Typ Pfaff DOST Nähmaschine, Klasse 483-G-8/01-900/5 verwendet, wobei eine Stichlängen
von 5 Stichen/cm, eine Stichfrequenz von 5.000 Stichen/min und einem Nadelsystem System
134 zugrundegelegt worden ist. Zwei Lagen eines Köpers werden auf 150 cm in Kettrichtung
zugeschnitten und an einer Seite zusammengenäht. Die Streifenbreite beträgt in Schußrichtung
ca. 20 cm. Pro Einheit und Spannungsbereich werden 5 Nähte angefertigt, wobei bei
einer Länge von 750 cm oder bis zum Fadenbruch genäht wird.
[0067] Zur Auswertung wird das Verhältnis aus mittlerer Nahtlänge aller fünf Nähte zur Gesamtnähgutlänge
ermittelt und ergibt die Rückwärtsnäheigenschaften des jeweils untersuchten Garnes,
die in % angegeben wird. Zum Ausschließen von Fehlern wird das jeweilige Ergebnis
in Korrelation zu dem mit einem Standardfaden ermittelten Werten gesetzt.
Beispiele 4 und 5
[0068] Es wurden zwei Coregarne, nachfolgend Coregarn 1 und Coregarn 2 bezeichnet, nach
einem herkömmlichen Verfahren unter Berücksichtigung der nachfolgend angegebenen technischen
Details hergestellt, wobei beide Coregarne als Seelenmaterial multifilen Polyesterfasern
enthielten, die zu 100 % aus recycelten Polyester hergestellt worden sind. Die Umspinnung
bei beiden Coregarnen bestand aus einer herkömmlichen Polyester-Stapelfaser. Coregarn
1 ist nicht erfindungsgemäß. Die Coregarne 1 und 2 sind als Nähgarne konzeptioniert
und wiesen folgende Eigenschaften auf:
| Garnbezeichnung |
Coregarn 1 |
Coregarn 2 |
| Feinheit (dtex) |
210 x 2 |
148 x 2 |
| Höchstzugkraft (cN) |
1.648 |
786 |
| Höchstzugkraftdehnung (%) |
18 |
14 |
| Garndrehung (t/m im Rohzwirn) |
S 770 |
S 1.015 |
| Zwirndrehung (t/m im Rohzwirn) |
Z 720 |
Z 970 |
| Feinheitsfestigkeit (cN/tex) |
39 |
27 |
| Weißgrad CIELab |
84 |
55 |
| Anteil an recycelten Polyesterfasern, bezogen auf Gesamtanteil der Polyesterfasern
im Garn |
68 Gew.% |
60 Gew.% |
[0069] Als Ausgangsmaterial für die Seele des Coregarnes 2 wurde ein aus Polyesterflaschen
gewonnenes recyceltes und erneut primär gesponnenes Polyester verwendet, während das
Ausgangsmaterial für die Herstellung der Seele des Coregarnes 1 ein hochfestes, recyceltes
Polyester war, das nach einer Fehlproduktion bei der Faserherstellung erneut aufgeschmolzen
und primär gesponnenen worden ist. Die in der vorstehenden Tabelle angegebenen CIELab-Werte
für Coregarn 1 und Coregarn 2 beziehen sich ausschließlich auf das in diesen Coregarnen
verarbeitete Seelenmaterial vor seiner Umspinnung mit dem Fasergarn.
[0070] Die Ergebnisse zur Messung des mittleren Molekulargewichtes des für die Seele des
Coregarnes 2 eingesetzten und aus recycelten Polyester hergestellten Polyestermultifilamenten
sind vorstehend unter der Probenbezeichnung Nr. 3 wiedergegeben.
[0071] Von den zuvor aufgeführten Coregarnen 1 und 2, die beide als Nähgarne konzeptioniert
wurden, wurde die Nähleistung so bestimmt, wie dies vorstehend bei den Beispielen
1 bis 3 beschrieben ist. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefaßt.
| Nähoperation |
Coregarn 1 |
Coregarn 2 |
| Zick-Zack, 150 cN (Fa/Fe) |
0/0 |
0,15/0,012 |
| Zick-Zack, 175 cN (Fa/Fe) |
0/0 |
0,34/0,23 |
| Rückwärts, 150 cN (%) |
100 |
96 |
| Rückwärts, 200 cN (%) |
100 |
48 |
| Rückwärts, 250 cN (%) |
97 |
8 |
| Rückwärts, 300 cN (%) |
73 |
4 |
Beispiele 6 und 7
[0072] Es wurden zwei Bauschgarne, nachfolgend Bauschgarn 1 und Bauschgarn 2 bezeichnet,
nach einem herkömmlichen Verfahren unter Berücksichtigung der nachfolgend angegebenen
technischen Details hergestellt, wobei beide Bauschgarne zu 100 % aus multifilen Polyesterfasern
bestanden, die aus recyceltem Polyester hergestellt worden sind. Die Bauschgarne 1
und 2 sind als Nähgarne konzeptioniert und wiesen folgende Eigenschaften auf:
| Garnbezeichnung |
Bauschgarn 1 |
Bauschgarn 2 |
| Feinheit (dtex) |
193 x 1 |
188 x 2 |
| Höchstzugkraft (cN) |
703 |
1.342 |
| Höchstzugkraftdehnung (%) |
25 |
26 |
| Anzahl der Tengelpunkte/m |
10-20 |
10-20 |
| Zwirndrehung (t/m im Rohzwirn) |
S 85 |
Z 85 |
| Feinheitsfestigkeit (cN/tex) |
36 |
36 |
| Weißgrad CIELab |
45 |
48 |
[0073] Als Ausgangsmaterial für beide Bauschgarne wurde ein aus Polyesterflaschen gewonnenes
recyceltes und erneut primär gesponnenes Polyester verwendet.
1. Näh- oder Stickgarn mit mindestens einem Garnanteil aus Polyesterfasern, wobei das
Garn die Konstruktion eines Zwirnes, eines luftverwirbelten Garnes oder eines Coregarnes
aufweist, und das Garn wenigstens 20 Gew.% einer aus recyceltem Polyester hergestellten
Polyesterfaser, bezogen auf den Gesamtanteil an Polyesterfasern im Garn, enthält,
dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfasern ein mittleres Molekulargewicht
zwischen 68.000 und 82.000, ermittelt durch Gelpermeationschromatographie und einen
CIELab-Weißgrad zwischen 70 und 30 besitzen.
2. Garn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn zwischen 100 Gew.% und 25 Gew.%, insbesondere zwischen 95 Gew.% und 50 Gew.%
der aus dem recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfasern, jeweils bezogen auf
den Gesamtanteil an Polyesterfasern im Garn, aufweist.
3. Garn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn insgesamt ein Polyesterfasergarn ist.
4. Garn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfasern ein mittleres Molekulargewicht
zwischen 72.000 und 78.000, ermittelt durch Gelpermeationschromatographie, besitzen.
5. Garn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfasern eine Konzentration
an Polyolefinen zwischen 0,1 ppm und 50 ppm aufweisen.
6. Garn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfasern eine Konzentration
an Polyvinylchloriden zwischen 0,1 ppm und 100 ppm enthalten.
7. Garn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem recyceltem Polyester hergestellten Polyesterfasern eine Konzentration
an sonstigen Verunreinigungen, insbesondere an metallischen und/oder cellulosischen
Verunreinigungen zwischen 0,1 ppm und 80 ppm enthalten.
8. Garn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn ein Nähgarn ist und aus gezwirnten Polyestermultifilamenten besteht und
eine Feinheitsfestigkeit von wenigstens 35 cN/tex, insbesondere von wenigstens 45
cN/tex, besitzt.
9. Garn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn ein Nähgarn ist und aus gezwirnten Polyesterfasergarnen besteht und eine
Feinheitsfestigkeit von wenigstens 30 cN/tex, insbesondere von wenigstens 40 cN/tex,
aufweist.
10. Garn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn ein Nähgarn ist und aus gezwirnten Coregarnen besteht und eine Feinheitsfestigkeit
von wenigstens 30 cN/tex, insbesondere von wenigstens 35 cN/tex, aufweist.
11. Garn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn ein Nähgarn ist und aus lufttexturierten Garnen, insbesondere hochgedrehten
Einfach- bis Vierfachgarnen, besteht, wobei die lufttexturierten Garne eine Feinheitsfestigkeit
von wenigstens 30 cN/tex, insbesondere von wenigstens 35 cN/tex, aufweisen.
12. Garn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn ein gebauschtes multifiles Nähgarn, insbesondere ein Einfach- oder Zweifach-Nähgarn,
ist und eine Feinheitsfestigkeit von wenigstens 20 cN/tex, insbesondere von wenigstens
25 cN/tex und vorzugsweise zwischen 30 cN/tex und 40 cN/tex, aufweist.
13. Garn nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Garn eine die Verarbeitungseigenschaften verbessernde Avivage vorgesehen
ist, die überwiegend auf der Oberfläche des Garnes angeordnet ist, wobei die Avivage
wenigstens eine zusätzliche, mit chemischen und/oder physikalischen Methoden nachweisbare
Komponente enthält, die eine Identifizierung des Herstellers des Garnes oder seiner
Zusammensetzung ermöglicht.
14. Garn nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Avivage die Komponente in einer Konzentration zwischen 100 ppm und 3 %, bezogen
auf das Gewicht der Avivage, aufweist.
15. Garn nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente eine farbige Komponente ist.
16. Garn nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente ein Metalloxid, insbesondere ein Oxid, ein Sulfid und/oder ein Oxid-Sulfid
der Seltenen Erden, ist.
17. Garn nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente ein Metall, insbesondere ein magnetisches Metall, und/oder ein Metallgemisch
ist.
18. Konfektioniertes Teil, dadurch gekennzeichnet, daß das Teil mindestens ein Stick- oder Nähgarn nach einem der Ansprüche 1 bis 17 aufweist.
1. A sewing or embroidery yarn having at least one yarn portion of polyester fibres,
wherein the yarn has the structure of a plied yarn, an intermingled yarn or a core
yarn and the yarn contains at least 20 wt.% of a polyester fibre made from recycled
polyester, relative to the total portion of polyester fibres in the yarn, characterised in that the polyester fibres made from recycled polyester have an average molecular weight
of between 68.000 and 82.000, determined by gel permeation chromatography, and a CIELab
degree of whiteness between 70 and 30.
2. The yarn according to claim 1, characterised in that the yarn comprises between 100 wt.% and 25 wt.%, in particular between 95 wt.% and
50 wt.%, of the polyester fibres made from recycled polyester, in each case relative
to the total portion of polyester fibres in the yarn.
3. The yarn according to claim 1 or 2, characterised in that the yarn overall is a polyester fibre yarn.
4. The yarn according to any one of the preceding claims, characterised in that the polyester fibres made from recycled polyester have an average molecular weight
between between 72.000 and 78.000, determined by gel permeation chromatography.
5. The yarn according to any one of the preceding claims, characterised in that the polyester fibres made from recycled polyester have a concentration of polyolefines
between 0,1 ppm and 50 ppm.
6. The yarn according to any one of the preceding claims, characterised in that the polyester fibres made from recycled polyester have a concentration of polyvinyl
chlorides between 0,1 ppm and 100 ppm.
7. The yarn according to any one of the preceding claims, characterised in that the polyester fibres made from recycled polyester have a concentration of other impurities,
in particular of metal impurities and/or cellulose impurities, between 0,1 ppm and
80 ppm.
8. The yarn according to any one of the preceding claims, characterised in that the yarn is a sewing yarn and consists of twisted polyester multi-filaments and has
a tenacity of at least 35 cN/tex, in particular of at least 45 cN/tex.
9. The yarn according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the yarn is a sewing yarn and consists of twisted polyester fibre yarns and has a
tenacity of at least 30 cN/tex, in particular of at least 40 cN/tex.
10. The yarn according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the yarn is a sewing yarn and consists of twisted core yarns and has a tenacity of
at least 30 cN/tex, in particular of at least 35 cN/tex.
11. The yarn according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the yarn is a sewing yarn and consists of air-textured yarns, in particular highly
twisted single-ply to four-ply yarns, wherein the air-textured yarns have a tenacity
of at least 30 cN/tex, in particular of at least 35 cN/tex.
12. The yarn according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the yarn is a bulked multifilament sewing yarn, in particular a single or a double
sewing yarn, having a tenacity of at least 20 cN/tex, in particular of at least 25
cN/tex and preferably between 30 cN/tex and 40 cN/tex.
13. The yarn according to any one of the preceding claims, characterised in that a lubricant which improves the processing properties is provided on the yarn, the
lubricant being predominantly disposed on the surface of the yarn, wherein the lubricant
contains at least one additional component which can be detected by chemical and/or
physical methods to identify the manufacturer of the yarn or its composition.
14. The yarn according to claim 13, characterised in that the lubricant comprises the component in a concentration between 100 ppm and 3%,
relative to the weight of the lubricant.
15. The yarn according to any one of claims 13 or 14, characterised in that the component is a coloured component.
16. The yarn according to any one of claims 13 or 14, characterised in that the component is a metal oxide, in particular an oxide, a sulphide and/or an oxide-sulphide
of the rare earths.
17. The yarn according to any one of claims 13 or 14, characterised in that the component is a metal, in particular a magnetic metal, and/or a metal mixture.
18. A ready-made part, characterised in that the part comprises at least one embroidery or sewing yarn according to any one of
claims 1 to 17.
1. Fil à coudre ou à broder comprenant au moins une partie de fil en fibres de polyester,
le fil présentant la structure d'un fil retors, d'un fil entremêlé par air ou un fil
à âme, et le fil contient au moins 20 % en poids d'une fibre de polyester fabriquée
à partir de polyester recyclé, par rapport au pourcentage total de fibres de polyester
dans le fil, caractérisé en ce que les fibres de polyester fabriquées à partir du polyester recyclé ont un poids moléculaire
moyen entre 68 000 et 82 000, déterminé par chromatographie par perméation de gel
et un degré de blancheur CIELab entre 70 et 30.
2. Fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que le fil présente entre 100 % en poids et 25 % en poids, en particulier entre 95 %
en poids et 50 % en poids des fibres de polyester fabriquée à partir du polyester
recyclé, chaque fois par rapport au pourcentage total de fibres de polyester dans
le fil.
3. Fil selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le fil est dans l'ensemble un fil de fibres de polyester.
4. Fil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fibres de polyester fabriquées à partir du polyester recyclé ont un poids moléculaire
moyen entre 72 000 et 78 000, déterminé par chromatographie par perméation de gel.
5. Fil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fibres de polyester fabriquées à partir du polyester recyclé présentent une concentration
de polyoléfines entre 0,1 ppm et 50 ppm.
6. Fil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fibres de polyester fabriquées à partir du polyester recyclé contiennent une
concentration de chlorures de polyvinyle entre 0,1 ppm et 100 ppm.
7. Fil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fibres de polyester fabriquées à partir du polyester recyclé contiennent une
concentration d'autres impuretés, en particulier d'impuretés métalliques et/ou cellulosiques,
entre 0,1 ppm et 80 ppm.
8. Fil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le fil est un fil à coudre et est constitué de multiples filaments de polyester retordus
et ont une ténacité d'au moins 35 cN/tex, en particulier d'au moins 45 cN/tex.
9. Fil selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le fil est un fil à coudre et est constitué de fils de fibres de polyester retordus
et présente une ténacité d'au moins 30 cN/tex, en particulier d'au moins 40 cN/tex.
10. Fil selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le fil est un fil à coudre et est constitué de fils à âme retordus et présente une
ténacité d'au moins 30 cN/tex, en particulier d'au moins 35 cN/tex.
11. Fil selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le fil est un fil à coudre et est constitué de fils texturés par air, en particulier
de fils à un brin à quatre brins fortement tordus, les fils texturés par air présentant
une ténacité d'au moins 30 cN/tex, en particulier d'au moins 35 cN/tex.
12. Fil selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le fil est un fil à coudre multifilament bouffant, en particulier un fil à coudre
à un brin ou à deux brins, et présente une ténacité d'au moins 20 cN/tex, en particulier
d'au moins 25 cN/tex et de préférence entre 30 cN/tex et 40 cN/tex.
13. Fil selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu sur le fil un avivage améliorant les propriétés de traitement qui est
disposé essentiellement sur la surface du fil, l'avivage contenant au moins un composant
supplémentaire détectable par des méthodes chimiques et/ou physiques qui permet une
identification du fabricant du fil ou de sa composition.
14. Fil selon la revendication 13, caractérisé en ce que l'avivage présente le composant dans une concentration entre 100 ppm et 3 %, par
rapport au poids de l'avivage.
15. Fil selon la revendication 13 ou 14, caractérisé en ce que le composant est un composant coloré.
16. Fil selon la revendication 13 ou 14, caractérisé en ce que le composant est un oxyde métallique, en particulier un oxyde, un sulfure et/ou un
oxyde-sulfure des terres rares.
17. Fil selon la revendication 13 ou 14, caractérisé en ce que le composant est un métal, en particulier un métal magnétique et/ou un mélange de
métaux.
18. Pièce confectionnée, caractérisée en ce que la pièce présente au moins un fil à broder ou à coudre selon l'une des revendications
1 à 17.