[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen
Profilzylinderschlüssel nach Oberbegriff des Hauptanspruchs sowie eine Kombination
aus einem derartigen Profilzylinderschlüssel und einem zugehörigem Profilzylinder.
[0002] Profilzylinderschlüssel sind allgemein bekannt.
[0003] Sie weisen eine Schlüsselreide auf und einen von der Schlüsselreide ausgehenden Schlüsselschaft.
[0004] Üblicherweise befinden sich am Schlüsselschaft Ausnehmungen zum mechanischen Ausrichten
von Zuhaltungen, die an einem zugehörigen Profilzylinder oder Schließzylinder vorgesehen
sind.
[0005] Diese Zuhaltungen bestehen nach dem Stand der Technik aus Kernstiften und Gehäusestiften
und werden in Richtung zum Schließkern eines derartigen Profilzylinders federbeaufschlagt.
[0006] Durch das Ausrichten der Zuhaltungen, was bei vollständig eingestecktem Profilzylinderschlüssel
erfolgt, werden die Trennebenen der Kern- und Gehäusestifte so verlagert, dass letztlich
alle gemeinsam in der Drehfläche des Schließzylinderkerns im Gehäuse des Profilzylinders
liegen, so dass der Schließzylinderkern dann frei drehbar ist.
[0007] Derartige Profilzylinderschlüssel haben sich hervorragend bewährt, da sie für den
redlichen Verbraucher eine hohe Sicherheit bieten.
[0008] Alle namhaften Hersteller haben sich nämlich verpflichtet, hochwertige Profilzylinderschlüssel
nur nach Vorlage einer entsprechenden Sicherungskarte selbst zu kopieren oder kopieren
zu lassen.
[0009] Das Problem entsteht allerdings dann, wenn mit den heute zugänglichen Kopierfräsverfahren
derartige Schlüsselrohlinge nachgefräst werden um dann die entsprechenden Ausnehmungen
am Schlüsselschaft einfach zu übernehmen.
[0010] Dies lässt sich mit den Geschäftsprinzipien eines namhaften Herstellers von derartigen
Profilzylinderschlüsseln und zugehörigen Profilzylindern dann nicht mehr vereinbaren,
wenn der Hersteller selbst sich an die entsprechenden Zusagen halten will, die er
mit Übergabe der Sicherungskarte versichert, Dritte allerdings jedermann auf Abruf
einen unzulässig kopierten Nachschlüssel liefern können.
[0011] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den bekannten Profilzylinderschlüssel
so weiterzubilden, dass die Kopiersicherheit weiter erhöht wird, ohne dass zusätzliche
elektronische Kennungen etc. notwendig werden.
[0012] Diese Aufgabe löst die Erfindung mit den Merkmalen des Hauptanspruchs.
[0013] Aus der Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass beim Anfertigen einer unzulässigen
Kopie für den Nachahmer die Funktion der kurvig verlaufenden Längsnut nicht klar erkennbar
ist, da er nicht weiß oder nicht wissen kann, ob der Profilzylinder, welchem der erfindungsgemäße
Profilzylinderschlüssel zugeordnet ist, tatsächlich die entsprechenden Sekantialschieber
aufweist, welche mit der erfindungsgemäßen kurvig verlaufenden Längsnut betätigt werden
können, sofern tatsächlich vorhanden.
[0014] Sind die Sekantialschieber vorhanden, so bedarf es in jedem Fall einer erfindungsgemäß
vorhandenen kurvig verlaufenden Längsnut, während andererseits bei nicht vorhandenen
Sekantialschiebern die Längsnut durchaus funktionslos sein kann, der Profilzylinder
allerdings durchaus auch die Möglichkeit bieten kann, entsprechende Sekantialschieber
nachzurüsten.
[0015] Damit wird, dass ist ein besonderer Augenmerk der Erfindung, für den Nachahmer nicht
erkennbar sein, ob die Längsnut funktionsbehaftet oder funktionslos ist und es ist
evident, dass ein derartiger Schlüssel nicht ohne weiteres unzulässiger Weise kopiert
werden darf.
[0016] Dabei genügt insbesondere lediglich ein einziger Sekantialschieber, um die erfindungsgemäße
Längsnut in Funktion zu bringen.
[0017] Vorteilhafterweise sind jedoch auch mehrere Sekantialschieber möglich, um die Schlüsselkodierung
weiter zu verfeinern.
[0018] Bei einem Profilzylinderschlüssel mit dem erfindungsgemäß notwendigen etwa 8-förmigen
Querschnitt sind zweckmäßiger Weise alle Merkmale zum Ausrichten der Zuhaltungen und
der eventuell vorhandenen Sekantialschieber an den Dickbereichen des Profilzylinderschlüssels
vorgesehen, dort, wo der Profilzylinderschlüssel große Querschnitte aufweist.
[0019] Die erfindungsgemäße Längsnut schwächt daher den Schlüsselquerschnitt nur unerheblich,
falls sie in einem der beiden Dickbereiche des Profilzylinderschlüssels verläuft.
[0020] Ferner wird durch die nach wie vor vorgesehenen, etwa radial zu den Dickbereichen
des Profilzylinderschlüssels stehenden Zuhaltungen eine Kombination aus unterschiedlichen
Zuhaltungstypen möglich, welche den Profilzylinder gegen die üblichen Öffnungsmethoden
durch Vibration oder Zylinderpicking zusätzlich schützt.
[0021] Folglich ist ein mit den erfindungsgemäß vorgesehenen Sekantialschiebern ausgestatteter
Profilzylinder auch gegen die bekannten Öffnungsmethoden zusätzlich gesichert.
[0022] Zweckmäßigerweise verläuft die Kurve der Längsnut zwischen zwei vorbestimmten Kurvenbegrenzungslinien
und besitzt im Bereich der Schlüsselspitze, dort wo die ggf. vorgesehenen Sekantialschieber
mit ihren Gleitstiften in die Längsnut einlaufen sollen, einen Einlauftrichter, dessen
Trichteröffnung wenigstens dem Abstand der Kurvenbegrenzungslinien entspricht.
[0023] Auf diese Weise ist ein praktisch ruckfreies Einlaufen der Gleitstifte in die erfindungsgemäße
Längsnut möglich unabhängig von der Frage, wo sich die Gleitstifte in der Schlüsseleinsteckstellung,
in der Sperrstellung der Sekantialschieber befinden.
[0024] Dabei können die vorbestimmten Bahnpositionen am Profilzylinderschlüssel etwa mittig
zwischen den Positionen der sacklochartigen Ausnehmungen angeordnet sein.
[0025] Für diesen Fall würden sich, über die Länge des Schlüsselschafts gesehen, die Positionen
der Ausnehmungen für die Zuhaltungen und die vorbestimmten Bahnpositionen zum Ausrichten
der ggf. vorgesehenen Sekantialschieber abwechseln.
[0026] Andererseits können die vorbestimmten Bahnpositionen am Profilzylinderschlüssel auch
in einem separaten Längsbereich des Schlüsselschafts liegen, wo keine sacklochartigen
Ausnehmungen zu finden sind.
[0027] Der Schlüsselschaft würde dann aus zwei Abschnitten gebildet, von denen ein erster
Abschnitt die Bahnpositionen der Längsnut aufweist zum Ausrichten der Sekantialschieber
und der andere Längsabschnitt die sacklochartigen Ausnehmungen zum Ausrichten der
Zuhaltungen.
[0028] Die Weiterbildung des erfindungsgemäßen Profilzylinderschlüssels mit einem zur Längsmittelachse
punktsymmetrischem Aufbau einschließlich der Längsnut bietet den Vorteil, dass ein
derartiger Profilzylinderschlüssel als Wendeschlüssel ausgeführt sein kann, der in
zwei möglichen Drehstellungen in den Schlüsselkanal des Profilzylinders eingeführt
werden kann.
[0029] Die Merkmale der Ansprüche 6 bis 10 betreffen eine Kombination aus dem erfindungsgemäßen
Profilzylinderschlüssel mit einem zugehörigem Profilzylinder, der zumindest vorgerichtet
ist, um die erfindungsgemäß auszurichtenden Sekantialschieber aufzunehmen.
[0030] Dabei ist es auch von Belang, dass ein derartiger Profilzylinder die Sekantialschieber
nicht unbedingt aufweisen muss, aber vorgerichtet sein kann durch entsprechende Bohrungen
etc.
[0031] Auch hier wird der Grundgedanke der Erfindung verfolgt, dass der unzulässige Nachbau
eines derartigen Profilzylinderschlüssels Kenntnisse über den Profilzylinder voraussetzt,
die man nur durch genaue Untersuchung des Profilzylinders erhalten kann.
[0032] Wesentlich ist, dass bei vollständig eingestecktem Profilzylinderschlüssel die durch
die Längsnut vorgesehenen Bahnpositionen an Stellen des Profilzylinders liegen, die
nicht durch die üblicher Weise abgefederten Zuhaltungen besetzt sind.
[0033] Dort sind im Schließkern des Profilzylinders in der Schlüsseleinsteckstellung vertikal
verlaufende Bohrungen vorgesehen, die auf vertikalen Sekanten des Schließkerns liegen
und mit ebenfalls sekantial verlaufenden Bohrungsabschnitten im kreiszylindrischen
Gehäuseteil des Profilzylinders in fluchtende Positionen bringbar sind.
[0034] Die fluchtende Position wird in der Schlüsseleinsteckstellung erreicht.
[0035] Zweckmäßigerweise sind die Bohrungsabschnitte im kreiszylindrischen Gehäuseteil des
Gehäuses des Profilzylinders sowohl oberhalb als auch unterhalb des Schließkerns angeordnet,
so dass die Sekantialschieber allein unter dem Einfluss ihrer Gewichtskraft bei nicht
eingestecktem zutrittsberechtigten Profilzylinderschlüssel automatisch in die Sperrstellung
gelangen.
[0036] Infolge der Tatsache, dass die erfindungsgemäße Längsnut beim Einstecken eines zutrittsberechtigten
Profilzylinderschlüssels an den Gleitstiften der Sekantialschieber vorbei streicht
und diese höhenmäßig so ausrichtet, dass sich die Sekantialschieber bei vollständig
eingestecktem Profilzylinderschlüssel ausschließlich nur noch innerhalb des Schließkerns
befinden, ist diese Drehsperre dann überwunden.
[0037] Sofern der zutrittsberechtigte Schlüssel dann auch noch die richtigen Ausnehmungen
zum Ausrichten der abgefederten Zuhaltungen aufweist, kann der Profilzylinder gedreht
werden.
[0038] Hierzu sind, ausgehend von den sekantial verlaufenden Bohrungen im Schließkern ebenfalls
sekantial verlaufende Schlitzkanäle vorgesehen, welche den Schlüsselkanal anschneiden
und welche dem Zweck dienen, die Gleitstifte der ggf. vorhandenen Sekantialschieber
in Kontakt mit der erfindungsgemäßen kurvigen Längsnut am Profilzylinderschlüssel
zu bringen.
[0039] Die Gleitstifte, welche durch die sekantial verlaufenden Schlitzkanäle weisen, ragen
zu diesem Zweck bis in den Schlüsselkanal hinein, wo sie dann mit der Längsnut des
einzusteckenden Profilzylinderschlüssels kämmen, um die an ihnen befestigten Sekantialschieber
entsprechend auszurichten.
[0040] Dabei liegen die Sekantialschieber mit einem ganz geringen Spiel innerhalb der Sekantialbohrungen,
so dass sie im Grunde frei beweglich sind und insbesondere allein unter ihrem Eigengewicht
kraftbeaufschlagt in ihre tiefste Stellung gelangen können.
[0041] Wesentlich ist auch, dass die Breite der erfindungsgemäßen Längsnut zumindest an
den Stellen der vorbestimmten Bahnpositionen genau der Breite der Gleitstifte abzüglich
eines Gleitspiels entspricht, um die Sekantialschieber möglichst exakt höhenmäßig
ausrichten zu können.
[0042] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können die in
der Zeichnung dargestellten sowie in der Beschreibung und in den Ansprüchen erwähnten
Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0043] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1:
- einen erfindungsgemäßen Profilzylinderschlüssel in Aufsicht auf die Schlüsselspitze;
- Figur 1a:
- den Schlüssel gem. Figur 1, nach links geklappt;
- Figur 1b:
- den Schlüssel nach Figur 1, nach rechtsgeklappt;
- Figur 1c:
- eine Phantomansicht eines entsprechend ausgestatteten Profilzylinders;
- Figur 1d:
- den Profilzylinder gemäß Figur 1c mit nicht zutrittsberechtigtem Schlüssel;
- Figur 1e:
- den Profilzylinder gemäß Figur 1d mit zutrittsberechtigtem Schlüssel; und
- Figur 2
- den Profilzylinder mit eingestecktem Profilzylinderschlüssel nach der Erfindung.
[0044] Sofern im Folgenden nichts anders gesagt ist, gilt die folgende Beschreibung stets
für alle Figuren.
[0045] Die Figuren zeigen einen Profilzylinderschlüssel 1 nach der Erfindung. Ein derartiger
Profilzylinderschlüssel 1 weist eine Schlüsselreide 2 und einen Schlüsselschaft 3
auf. Wie insbesondere die Fig.1 - 1c zeigen, besitzt der Schlüsselschaft einen etwa
8-förmigen Querschnitt mit verbreitertem Taillenbereich. Zu diesem Zweck besteht der
Schlüssel aus zwei über die Taille 3c beabstandeten Dickbereichen 3a, 3b.
[0046] Wie hierzu Fig. 1c bis 1e erkennen lassen, ist ein zugehöriger Profilzylinder 9 mit
radial zu dem oberen Dickbereich 3a des Profilzylinderschlüssels 1 ausgerichteten
Zuhaltungen 5 ausgestattet, die mit entsprechenden Ausnehmungen 4 am Schlüsselschaft
3 des Profilzylinderschlüssel 1 zusammenwirken. Die Ausnehmungen 4 sind nach Anordnung
und Tiefe variabel und können eine gewisse Hierarchie in der Zutrittsberechtigung
einer Schließanlage aus mehreren derartigen Profilzylinderschlüsseln bilden. Die Zuhaltungen
5 bestehen jeweils aus Kernstiften 6 und Gehäusestiften 7. Zu den Zuhaltungen 5 gehören
auch Druckfedern 8, die sich in Richtung zu Kernstiften 6 und Gehäusestiften 7 am
Gehäuse 10 des Profilzylinders 9 abstützen und die Zuhaltungen in Richtung zum Schlüsselkanal
19 beaufschlagen.
[0047] Die Zuhaltungen 5 sind aus diesem Grunde in Richtung zum Profilzylinderschlüssel
abgefedert und werden, zutrittsberechtigter Schlüssel vorausgesetzt, so in ihre Lage
verschoben, dass sie mit ihren Trennebenen zwischen Kernstift 6 und Gehäusestift 7
genau in der Drehfläche 14 zwischen Schließkern 13 und Gehäuse 10 des Profilzylinders
liegen, so dass dann der Schließkern 13 frei gedreht werden kann. Dies ist unabhängig
von der Tatsache, ob ein derartiger Profilzylinderschlüssel 1 die erfindungsgemäße
Längsnut 50 aufweist oder nicht, Stand der Technik.
[0048] Zusätzlich weist also der erfindungsgemäße Profilzylinderschlüssel 1 zu den Ausnehmungen
4 zum Ausrichten der abgefederten Zuhaltungen 5 eine bezüglich seiner Schlüssellängsachse
23 exzentrisch angeordnete und zwischen den äußeren Begrenzungslinien 29, 30 der Dickbereiche
3a, 3b kurvig verlaufende Längsnut 50 auf, die von der Schlüsselspitze 27 ausgeht
und in der Schlüsseleinsteckstellung 39 vorbestimmte Bahnpositionen 31, 32 bietet.
Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass ein entsprechend ausgestatteter Profilzylinder
9 allein die Möglichkeit vorsieht, über die vorbestimmten Bahnpositionen 31, 32 die
Sekantialschieber 15, 16 ausrichten zu können. Dieser Sachverhalt ist in den Figuren
1c bis 1e bezeigt.
[0049] Dort sind die Sekantialschieber 15, 16 vorhanden und die Längsnut 50 am erfindungsgemäßen
Profilzylinderschlüssel 1 dient im Falle eines zutrittsberechtigten Schlüssels dem
Ausrichten einerseits der abgefederten Zuhaltungen 5 und andererseits der Ausrichtung
der Sekantialschieber 15, 16.
[0050] Wie hierzu Fig. 1c zeigt, ragen sowohl die abgefederten Zuhaltungen 5 als auch die
Sekantialschieber 15, 16 mit ihren daran befestigten Gleitstiften 17, 18 in den Schlüsselkanal
19 hinein.
[0051] Die Drehfläche 14 zwischen dem Schließkern 13 und dem entsprechenden Gehäuseteil
des Profilzylinders 9 ist durch die Zuhaltungen 5 einerseits und die Position der
Sekantialschieber 15, 16 andererseits gesperrt. Eine Drehung des Schließkerns 13 gegenüber
dem Gehäuse 10 des Profilzylinders 9 ist nicht möglich.
[0052] Hierzu bedarf es nämlich eines zutrittsberechtigten Profilzylinderschlüssels, welcher
einerseits die Ausnehmungen 4 an richtiger Position und in richtiger Tiefe trägt und
andererseits eine erfindungsgemäß vorgesehene Längsnut 50, welche die vorbestimmten
Bahnpositionen 31, 32 aufweist.
[0053] Im Falle der Fig. 1d ist in den Schlüsselkanal 19 ein Profilzylinderschlüssel 1 eingesteckt,
der nicht zutrittsberechtigt ist.
[0054] Zwar sind durch den eingesteckten Schlüssel die Zuhaltungen 5 verschoben worden.
[0055] Die Trennebenen zwischen Kernstiften und Gehäusestiften 6 und Gehäusestiften 7 liegen
jedoch nicht in der Drehfläche 14 und darüber hinaus sind die Sekantialschieber 15,
16 auch nicht so ausgerichtet worden, dass der Schließkern 13 innerhalb des Gehäuses
10 drehbar wäre. Hierzu zeigt insbesondere Fig. 1e eine Situation mit zutrittsberechtigtem
Profilzylinderschlüssel 1.
[0056] Die Zuhaltungen 5 sind so ausgerichtet worden, dass Kernstifte 6 und Gehäusestifte
7 mit allen ihren Trennebenen genau in der Drehfläche 14 liegen und die Sekantialschieber
15, 16 eine freie Drehung des Schließkerns 13 gegenüber dem Gehäuse 10 ebenfalls nicht
mehr blockieren. In dieser Situation kann der Schließzylinder betätigt werden und
seine Öffnungsfunktion wahrnehmen.
[0057] Weiterhin zeigt insbesondere Fig. 1a, dass die Kurve der Längsnut 50 zwischen zwei
vorbestimmten
Kurvenbegrenzungslinien 20, 21 verläuft und für jede Schlüsselbreitseite auf lediglich
einem der beiden Dickbereiche 3a, 3b des Profilzylinderschlüssels 1.
[0058] Es handelt sich hier um einen Wendeschlüssel, der in zwei möglichen Schlüsseleinsteckstellungen
gleichwertig den Profilzylinder betätigen kann.
[0059] Zusätzlich weist die Längsnut 50 im Bereich der Schlüsselspitze 27 einen Einlauftrichter
22 auf, dessen Öffnungsbreite wenigstens dem Abstand der Kurvenbegrenzungslinien 20,
21 entspricht, sodass die Gleitstifte 38 der Sekantialschieber 15, 16 praktisch ruckfrei
in die Längsnut 50 eintauchen können, wenn der Profilzylinderschlüssel 1 in den Schlüsselkanal
19 gesteckt wird.
[0060] Weiterhin zeigt Fig. 1a, dass die vorbestimmten Bahnpositionen 31, 32 zwischen den
Positionen der sacklochartigen Ausnehmung 4 angeordnet sind.
[0061] Andererseits ist es aber auch möglich, wie Fig. 2 zeigt, dass die vorbestimmten Bahnpositionen
31, 32 in einem separaten Längsbereich 28 des Schlüsselschafts 3 liegen, wo keine
sacklochartigen Ausnehmungen 4 zu finden sind. Die Längsnut 50 erstreckt sich also
lediglich über den Längsbereich 28, also einen Teil des Schlüsselschafts 3.
[0062] Wie insbesondere Fig. 1 in Aufsicht zeigt, ist eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Profilzylinderschlüssels dadurch gekennzeichnet, dass er bezüglich seiner Längsmittelachse,
die in diesem Fall auch die Mittellinie 24 des Schlüsselschafts 3 ist, punktsymmetrisch
einschließlich der Längsnut 50 ist, die dann ebenfalls bezüglich der Mittellinie 24
des Schlüsselschafts 3 punktsymmetrisch angeordnet ist.
[0063] Zusätzlich zeigt insbesondere ergänzend Fig. 2 das Zusammenwirken einer Kombination
aus einem Profilzylinderschlüssel 1 und einem Profilzylinder 9, dessen Schließkern
13 einen zum Querschnitt des
Profilzylinderschlüssels 1 korrespondierenden Schlüsselkanal 19 aufweist, in welchem
an den durch die sacklochartigen Ausnehmungen vorgegebenen Positionen schließzylinderseitige
abgefederte Zuhaltungen 5 vorgesehen sind. Der Schlüsselschaft ist hier im Längsschnitt
gezeigt.
[0064] Die erfindungsgemäße Längsnut 50 ist nicht über die gesamte Länge gezeigt, sondern
lediglich angedeutet. Die Längsnut 50 bietet vorbestimmte Bahnpositionen 31, 32, an
denen der Profilzylinder die sekantial verlaufenden Bohrungen 34 aufweist, in denen
die Sekantialschieber 15, 16 angeordnet sind. Die Sekantialschieber 15, 16 verfügen
über entsprechende Gleitstifte 17, 18, die in den Schlüsselkanal 19 hineinragen. Zu
diesem Zweck besitzen die sekantial verlaufenden Bohrungen Schlitzkanäle 35, die ebenfalls
sekantial verlaufen und die letztlich mit dem Schlüsselkanal 19 kämmen.
[0065] Insbesondere soll noch erwähnt sein, dass ein derartiger Profilzylinder 9 ein Gehäuse
10 aufweist, welches aus einem kreiszylindrischen Gehäuseteil 11 und einen daran angesetzten
stegartigen Gehäuseteil 12 besteht.
[0066] Es ist ein üblicher Profilzylinder, bei welchem allerdings als Besonderheit die Zuhaltungen
5 lediglich im kreiszylindrischen Gehäuseteil 11 angeordnet sind und mit Bezug auf
den Schlüsselkanal 19 bzw. den 8-förmigen Querschnitt des Profilzylinderschlüssels
radial zum oberen Dickbereich 3a in verschiedenen Winkelstellungen auf den Schlüsselschaft
3 gerichtet sind.
[0067] Insbesondere zeigt Fig. 2 eine Situation, in welcher die Zuhaltungen 5 und die Sekantialschieber
15, 16 in unterschiedlichen Längsbereichen liegen. Hier ist für die Sekantialschieber
der separate Längsbereich 28 vorgesehen, der im vorderen Teil des Schlüsselschafts
3 zu finden ist. Die Sekantialschieber 15, 16 können, müssen aber nicht in entsprechenden
Bohrungen 34 sitzen.
[0068] Sofern sie vorhanden sind, weist der Profilzylinder 1 im Schließkern 13 eine sekantiale
Bohrung auf, für jeweils einen Sekantialschieber. Die Sekantialbohrung im Schließkern
13 setzt sich ein Stück in das Gehäuse 10 fort, sodass in den Sekantialbohrungen befindliche
Sekantialschieber 15 sowohl nach oben als auch nach unten vom Schließkern aus gesehen
in das Gehäuse 10 einfahren können, wie insbesondere die Fig. 1c bis 1e auch zeigen.
[0069] Zu diesem Zweck besitzen die Sekantialschieber 15, 16 Gleitstifte 17, 18, die über
die Schlitzkanäle 35 von den Sekantialbohrungen 34 ausgehend mit dem Schlüsselkanal
19 kämmen, sodass sie, entsprechende Längsnut 50 vorausgesetzt, über einen zutrittsberechtigten
Schlüssel auch im Sinne der Figur 1e ausrichtbar sind.
[0070] Die Schlüsseleinsteckstellung 39 zeichnet sich insbesondere aus durch vertikale Anordnung
des Schlüsselkanals 19, sodass die Sekantialschieber 15, 16 in der Schlüsseleinsteckstellung
39 ausschließlich durch ihr eigenes Gewicht kraftbeaufschlagt sind. Das Gesamtsystem
kann auch horizontal angeordnet sein.
[0071] Dies ist eine Besonderheit der Erfindung, weil nämlich zum Überwinden des Aufsperrschutzes
die heute üblichen Mittel nicht ausreichen, um einerseits die abgefederten Zuhaltungen
5 und andererseits die mit ihrem Eigengewicht beaufschlagten Sekantialschieber, welche
sich im aufgedickten Profilbereich befinden, zugleich zu überwinden.
[0072] Der erfindungsgemäße Profilzylinder, sofern Sekantialschieber vorgesehen sind, bietet
daher erhöhten Aufbruchschutz.
[0073] Weiterhin zeigen Fig. 1a und 1b eine Besonderheit. Die Längsnut 50 weist nämlich
ab dem Ende des Einlauftrichters eine konstante Breite auf. Die Breite der Längsnut
50 kann erfindungsgemäß jedoch auch variieren, sie kann über die gesamte Länge konstant
sein, sie kann über längere Abschnitte konstant sein und sie kann vor allem auch punktuell
an den vorbestimmten Bahnpositionen 31, 32, wo auch die Sekantialschieber 15, 16 zu
finden sind, genau der Breite der Gleitstifte 17, 18 entsprechen.
[0074] Dies erschwert zusätzlich die unzulässige Nachahmung eines erfindungsgemäßen Profilzylinderschlüssels,
weil von außen nicht erkennbar ist, an welcher Position die vorgesehenen Bahnpositionen
31, 32 liegen.
[0075] Zum unzulässigen Kopieren eines derartigen Schlüssels müsste daher auch die Variation
der Längsnutbreite berücksichtigt werden.
[0076] Weiterhin soll der Vollständigkeit halber noch gesagt sein, dass die Positionen 25,
26 der Ausnehmungen 4 im Grunde auch völlig unabhängig von den Bahnpositionen 31,
32 für die gegebenenfalls vorhandenen Sekantialschieber 15, 16 sind.
1. Profilzylinderschlüssel (1) mit einer Schlüsselreide (2) und mit einem von der Schlüsselreide
(2) ausgehenden Schlüsselschaft (3) von etwa 8-förmigem Querschnitt mit zwei Dickbereichen
(3a, 3b) und einem verbreiterten Taillenbereich (3c), dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüsselschaft (3) bezüglich seiner Schlüssellängsachse (23) eine exzentrisch
angeordnete und zwischen den äußeren Begrenzungslinien (29,30) der Dickbereiche (3a,
3b) kurvig verlaufende Längsnut (50) aufweist, die von der Schlüsselspitze (27) ausgeht
und in der Schlüsseleinsteckstellung (39) vorbestimmte Bahnpositionen (31,32) bietet,
die vorgesehen sind zum Ausrichten von ggf. vorgesehenen Sekantialschiebern (15,16)
welche mit einem Gleitstift (17,18) in den Schlüsselkanal (19) des Profilzylinders
(9) dort hineinragen, wo die Längsnut (50) beim Einstecken des Profilzylinderschlüssels
(1) in den Schlüsselkanal (19) vorbei streicht.
2. Profilzylinderschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurve der Längsnut (50) zwischen zwei vorbestimmten Kurvenbegrenzungslinien (20,21)
verläuft und im Bereich der Schlüsselspitze (27) einen Einlauftrichter (22) aufweist,
dessen Öffnungsbreite wenigstens dem Abstand der Kurvenbegrenzungslinien (20,21) entspricht.
3. Profilzylinderschlüssel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die vorbestimmten Bahnpositionen (31,32)
- zwischen den Positionen (25,26) der sacklochartigen Ausnehmungen (4) liegen; oder
- in einem separatem Längsbereich (28) des Schlüsselschafts (3) liegen, wo keine sacklochartigen
Ausnehmungen (4) zu finden sind.
4. Profilzylinderschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilzylinderschlüssel (1) bezüglich seiner Längsmittelachse (23) punktsymmetrisch
ist einschließlich der Längsnut (50).
5. Profilzylinderschlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sacklochartige Ausnehmungen (4) an zumindest einem der beiden Dickbereiche (3a, 3b)
des Querschnitts zum Ausrichten von schließzylinderseitig vorgesehenen und in Richtung
zum Profilzylinderschlüssel (1) abgefederten Zuhaltungen (5), bestehend aus Kernstiften
(6) und Gehäusestiften (7), die im wesentlichen radial zu dem jeweiligen Dickbereich
(3a,3b) in Bohrungen des Schließkerns (13) und in dazu in fluchtende Position bringbaren
Bohrungen des Profilzylindergehäuses (10) sitzen, vorgesehen sind.
6. Kombination aus einem Profilzylinderschlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche
und einem zugehörigem Profilzylinder (9), dessen Schließkern (13) einen zum Querschnitt
des Profilzylinderschlüssels (1) korrespondierenden Schlüsselkanal (19) aufweist,
in welchem an den durch die sacklochartigen Ausnehmungen (4) vorgegebenen Positionen
(25,26) schließzylinderseitige Zuhaltungen (5) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass an den vorbestimmten Bahnpositionen (31,32) der Längsnut (50) sekantial verlaufende
Bohrungen (34) im Schließkern (13) vorgesehen sind, welche mit zugeordneten Bohrungsabschnitten
im kreiszylindrischen Gehäuseteil (11) des Gehäuses (10) des Profilzylinders (9) in
der Schlüsseleinsteckstellung (39) fluchten und welche über ebenfalls sekantial verlaufende
Schlitzkanäle (35) mit dem Schlüsselkanal (19) kommunizieren.
7. Kombination nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass für die sekantial verlaufenden Bohrungen (34) Sekantialschieber (15,16) vorgesehen
sind, die über an ihnen befestigte Gleitstifte (17,18), welche durch die Schlitzkanäle
(35) weisen und in den Schlüsselkanal (19) hineinlaufen, mit der Längsnut (50) des
Profilzylinderschlüssels (1) in kämmenden Kontakt bringbar sind.
8. Kombination nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekantialschieber (15,16) in der Schlüsseleinsteckstellung (39) des Schließkerns
(13) vertikal stehen.
9. Kombination nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (40) der Längsnut (50) zumindest an den vorbestimmten Bahnpositionen (31,32)
der Breite der Gleitstifte (17,18) entspricht.
10. Kombination nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekantialschieber (15,16) in der Schlüsseleinsteckstellung (39) ausschließlich
durch ihr eigenes Gewicht kraftbeaufschlagt sind.