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(11) |
EP 2 389 248 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.05.2012 Patentblatt 2012/22 |
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Anmeldetag: 18.01.2011 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2011/050613 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2011/113624 (22.09.2011 Gazette 2011/38) |
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ROLLENMÜHLE UND VERFAHREN ZUM ANTREIBEN EINER ROLLENMÜHLE
ROLLER MILL AND METHOD FOR DRIVING A ROLLER MILL
BROYEUR À ROULEAUX ET PROCÉDÉ D'ACTIONNEMENT D'UN BROYEUR À ROULEAUX
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
18.03.2010 DE 102010016011
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.11.2011 Patentblatt 2011/48 |
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Patentinhaber: ThyssenKrupp Polysius AG |
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59269 Beckum (DE) |
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Erfinder: |
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- KÖNNING, Ludwig
59227 Ahlen (DE)
- SCHOLZ, Guido
48155 Münster (DE)
- BERNDZEN, Benjamin
48145 Münster (DE)
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| (74) |
Vertreter: Tetzner, Michael |
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Van-Gogh-Strasse 3 81479 München 81479 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Rollenmühle mit einem Mahlteller, wenigstens einer mit
dem Mahlteller in Abrolleingriff stehenden Mahlrolle, einem Hauptantriebssystem zum
Antreiben von Mahlrolle und/oder Mahlteller sowie einem Hilfsantrieb zum Antreiben
des Mahltellers. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Antreiben einer
solchen Rollenmühle.
[0002] Üblicherweise befindet sich bei vertikalen Rollenmühlen ein großes Zentralgetriebe
unterhalb des Mahltellers, welches über einen Hauptantrieb oder einen Hilfsantrieb
angetrieben wird. Der Hilfsantrieb sorgt beim Anfahren der Mühle als Unterstützung
für den Hauptantrieb für ein hohes Drehmoment am Mahlteller. Außerdem ist er in der
Lage, eine nach einem Notstopp vollgelaufene Mühle wieder frei zuräumen und so einen
neuen Mühlenstart zu ermöglichen. Weiterhin sorgt er für ein langsames Drehen des
Mahltellers bei Montage- und Wartungsarbeiten in der Mühle.
[0003] Ändert man das Antriebskonzept der Rollenmühle ab und treibt den Mahlteller nur über
die Mahlrollen und deren Antriebe an, wie dies beispielsweise in der
DE 197 02 854 A1 beschrieben ist, so entfällt der zentrale Hauptantrieb unterhalb des Mahltellers.
An seine Stelle tritt eine reine Lagerung des Mahltellers ohne Antriebsfunktion. Sofern
man keinen separaten Hilfsantrieb für den Mahlteller vorsieht, kann der Mahlteller
nur über den Reibkontakt der angetriebenen Rollen zur Mahlbahn bzw. zum Mahlgut in
Drehung versetzt werden. Insbesondere beim Vermahlen von nichtgriffigen Materialien
oder beim Mühlenstart einer "besenrein" leergefahrenen Mühle kann es somit vorkommen,
dass die angetriebenen Mahlrollen nicht greifen. Dadurch kann der Mahlteller nicht
in Drehung versetzt werden und der Mahlprozess wird nicht in Gang gesetzt. Daher ist
in der
DE 197 02 854 A1 ein zusätzlicher Hilfsantrieb für den Mahlteller vorgesehen, der hierfür Abhilfe
schafft und einen deutlichen Zuwachs der Betriebssicherheit der Mühle generiert.
[0004] Der Hilfsantrieb wird hierbei über ein Ritzel mit einem großen Hohlrad am Mahlteller
verbunden.
[0005] Einen weiteren Ansatz bietet die
DE 36 02 932 A1, bei welcher der Mahlteller zusätzlich zu den Mahlrollen durch einen Direktantrieb
in Drehung versetzt wird.
[0006] Bei beiden Lösungen sind die Kosten für den Hilfsantrieb bzw. den Direktantrieb in
Relation zum Nutzen deutlich zu hoch, wenn sie ein hohes Drehmoment am Mahlteller
generieren sollen.
[0007] Aus der
JP 05 049 960 A ist ferner eine Vertikalmühle mit einem Dammring bekannt, der durch einen Linearantrieb
verstellbar ist. Weiterhin wird in der
DE 10 2005 017 501 A1 ein Synchronlinearmotor beschrieben.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Rollenmühle mit einem kostengünstigen
Hilfsantrieb für den Mahlteller sowie ein Verfahren zum Betreiben einer Rollenmühle
anzugeben, sodass ein sicherer Mühlenstart sowie eine einfache Wartung der Mühle ermöglicht
wird.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 7 gelöst.
[0010] Die erfindungsgemäße Rollenmühle besteht im Wesentlichen aus einem Mahlteller, wenigstens
einer mit dem Mahlteller in Abrolleingriff stehenden Mahlrolle, einem Hauptantriebssystem
zum Antreiben von Mahlrolle und/oder Mahlteller sowie einem Hilfsantrieb zum Antreiben
des Mahltellers. Der Hilfsantrieb umfasst wenigstens zwei Linearantriebe zum Drehen
des Mahltellers und eine Steuereinrichtung zur individuellen Ansteuerung der Linearantriebe
im Sinne einer ununterbrochenen, d.h. kontinuierlichen Drehbewegung.
[0011] Bei dem Konzept einer Rollenmühle, insbesondere einer Vertikalrollenmühle, bei der
im Mahlbetrieb lediglich die Mahlrollen angetrieben werden, besteht ohne den Hilfsantrieb
keine Möglichkeit, den Mahlteller unabhängig von den Rollenantrieben in Drehung zu
versetzen. Dieser Umstand wirkt sich besonders in dem Fall negativ aus, wenn die Reibung
zwischen Mahlrolle, Mahlgut und Mahlteller nicht ausreicht, um genügend Kraft von
den Mahlrollen auf den Mahlteller zu übertragen. Die Folge ist ein eventuelles Durchdrehen
der Mahlrollen, sodass die Rollenmühlen nicht gestartet werden kann. Insbesondere
bei der heute üblichen Verwendung eines Nullspaltanschlages, wo aus maschinenschutztechnischen
Gründen ein Mindestluftspalt zwischen Mahlrolle und Mahlteller vorgegeben wird, besteht
die Gefahr, dass beim Mühlenstart nicht genügend Material in den Mahlspalt eingezogen
werden kann. Daher ist es wünschenswert, ein von den Mahlrollenantrieben unabhängiges
Antriebssystem für den Mahlteller zu installieren. Der Hilfsantrieb für den Mahlteller
kann beim Startvorgang zuverlässig dafür sorgen, dass genügend vor den Mahlrollen
liegendes Material an diese herangeführt wird, sodass die Mahlrollen sicher in das
Mahlgut greifen und diese somit ihre Antriebsleistung übertragen können. Insbesondere
beim Start der Rollemühle nach einem Notstopp muss dabei ein hohes Drehmoment auf
den Mahlteller aufgegeben werden, um das auf dem Mahlteller und dem Austragsring liegende
Material freizuräumen. Das hierfür erforderliche Drehmoment kann dabei mit einem Faktor
von 1,75 bis zum 2,4 über dem Auslegungsdrehmoment an der Mühlenachse liegen.
[0012] Mit den erfindungsgemäß vorgesehenen Linearantrieben kann diese Aufgabe problemlos
und kostengünstig realisiert werden. Neben der Unterstützung des Startvorganges kann
der Hilfsantrieb aber auch bei Wartungs- und Montagearbeiten zum Einsatz kommen. So
ist es mit den Linearantrieb möglich, den Mahlteller schrittweise für Montagearbeiten
zu drehen und zu positionieren.
[0013] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0014] Das hohe erforderliche Anfahrmoment von Rollenmühlen schlägt sich bei den bekannten
getriebebasierten Antriebskonzepten in hohen Kosten für die einzelnen Komponenten
nieder. Insbesondere die benötigten leistungsstarken Motoren und ein großer, auf hohes
Drehmoment ausgelegter Zahnkranz sind hier ausschlaggebend. Erfindungsgemäß stehen
die Linearantriebe mit dem Mahlteller über wenigstens ein Koppelgetriebe, das vorzugsweise
durch ein am Mahlteller befestigtes Klinkenrad gebildet wird, in Verbindung. Die Linearantriebe
können zudem besonders kostengünstig durch hydraulische Zylinder gebildet werden,
die bei relativ geringem Preis gleichzeitig eine hohe Leistungsdichte bereitstellen.
In Verbindung mit einer Hydraulikversorgung und einer entsprechenden Steuereinheit
können diese dazu genutzt werden, um über ein am Mahltellerfuß montiertes und als
Koppelgetriebe ausgebildetes Klinkenrad den Mahlteller in Drehung zu versetzen. Durch
eine intelligente logische Verschaltung bzw. Ansteuerung der Linearantriebe über die
Steuereinrichtung kann dabei das alternierende Ein- und Ausfahren der Linearantriebe
in eine ununterbrochene Drehbewegung umgesetzt werden.
[0015] Die Linearantriebe werden hierfür zweckmäßigerweise in einem Winkel +/- 10° zur Mahltellertangente
angeordnet. Bei einem entsprechend großen Teilkreisdurchmesser des Klinkenrades wird
auf diese Weise die Bereitstellung von hohen Antriebsdrehmomenten gewährleistet.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Linearantriebe zwischen
einer Antriebsstellung und einer Nichtantriebsstellung verstellbar, wobei die Linearantriebe
in der Antriebsstellung mit dem Mahlteller, insbesondere mit dem daran befestigten
Klinkenrad, zum Drehen desselben in Wirkkontakt stehen, während der Kontakt mit dem
Mahlteller in der Nichtantriebsstellung aufgehoben ist. So wird der Mahlprozess nicht
gestört und der Hilfsantrieb unterliegt während dieser Zeit keinerlei Verschleiß.
Weiterhin kann der Übergang von Hilfs- zum Hauptantrieb der Rollenmühle kontinuierlich
und ohne Drehzahlsprung erfolgen.
[0017] Mit wenigstens zwei Linearantrieben kann eine lineare Bewegung der Linearantriebe
in eine Drehbewegung des Mahltellers umgesetzt werden. Dabei ist es zweckmäßig, wenn
der Vor- und Rückhub der Linearantriebe zeitlich versetzt zueinander ausgeführt werden.
So kann beispielsweise wenigstens ein Linearantrieb aus seiner äußeren Endlage zurückgebogen
werden, während wenigstens ein anderer Linearantrieb seinen Arbeitshub noch ausführt.
Auf diese Weise ist eine ununterbrochende Drehbewegung möglich.
[0018] Selbstverständlich kann die Steuereinrichtung, die Linearantriebe im Bedarfsfall,
insbesondere bei Montage- und Wartungsarbeiten, so ansteuern, dass der Mahlteller
an bestimmten Positionen angehalten wird.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Hubgeschwindigkeit der Linearantriebe
zur Realisierung unterschiedlicher Drehzahlen des Mahltellers variabel einstellbar.
Mit einer solchen Ansteuerung des Mahltellers kann dieser beispielsweise auch zum
Aufschweißen eines Verschleißschutzes auf die Mahlbahn verwendet werden.
[0020] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung werden im Folgenden anhand der
Beschreibung und der Zeichnung näher erläutert.
[0021] In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Rollenmühle,
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht des Hilfsantriebes,
- Fig. 3
- eine Detailansicht des Hilfsantriebes in der Antriebsstellung,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Anpresssystems des Hilfsantriebes,
- Fig. 5
- eine geschnittene Seitenansicht der Rollenmühle im Bereich des Hilfsantriebes,
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung längst der Linie A-A der Fig. 3,
- Fig. 7
- eine Detailansicht des Hilfsantriebes in der Nichtantriebsstellung,
- Fig. 8
- eine Draufsicht eines Hilfsantriebes für beide Drehrichtungen.
[0022] Die in Fig. 1 dargestellte Rollenmühle besteht im Wesentlichen aus einem Mahlteller
1, wenigstens einer mit dem Mahlteller in Abrolleingriff stehenden Mahlrolle 2, 3,
einem Hauptantriebssytem 4, 5 zum Antreiben der Mahlrollen sowie einen Hilfsantrieb
6 zum Antreiben des Mahltellers 1. Selbstverständlich können auch mehr als zwei Mahlrollen,
insbesondere drei oder vier Mahlrollen vorgesehen werden.
[0023] Aus den Figuren 2 bis 6 wird ersichtlich, dass der Hilfsantrieb 6 ein mit dem Mahlteller
1 fest verbundenes Klinkenrad 60 sowie vier gleichmäßig über den Umfang des Klinkenrades
60 verteilt angeordnete Linearantriebe 61 bis 64 aufweist.
[0024] Das Klinkenrad 60 besteht aus zwei in einem Abstand zueinander stehenden Klinkenblechen
60a, 60b, in die Klinkenaussparungen 60c eingeformt sind. Die Anbringung des Klinkenrades
60 an den Mahlteller 1 geschieht vorzugsweise über eine Schraubverbindung 8 an einem
Laufring 10a der Mahltellerlagerung 10. Dadurch kann das komplette Modul vormontiert
und unabhängig vom Mahlteller 1 zur Baustelle geliefert werden.
[0025] Die Linearantriebe sind tangential zum Klinkenrad 60 angeordnet und werden vorzugsweise
durch vier gleichmäßig über den Umfang verteilte Hydraulikzylinder gebildet. Dabei
sind die Linearantriebe über einen gehäusefesten Drehbolzen 65 drehbar mit einer Konsole
66 und einer Mahltellerlagerung 10 verbunden.
[0026] Die Linearantriebe 61 bis 64 weisen Druckbolzen 67 auf, die in Klinkenaussparungen
60c so eingreifen, dass die lineare Ausfahrbewegung der Linearantriebe in eine Drehbewegung
des Mahltellers 1 umgewandelt wird. Hat ein Linearantrieb seine Endlage erreicht,
so zieht seine Kolbenstange 68 in ihre Ausgangslage zurück. Die Linearantriebe werden
über ein Anpresssystem 69 in Richtung Mühlenachse 11 gedrückt, sodass der Druckbolzen
67 an der Außenkontur des Klinkenrades 60 entlang fährt und immer an dieser anliegt.
[0027] Nach Erreichen der Ausgangslage beginnt das erneute Ausfahren des Linearantriebs,
sodass der Druckbolzen 67 in eine neue Klinkenaussparung 60c eingreift und die Drehung
fortgesetzt wird. Eine Steuereinrichtung 7 wertet Messsignale von einem Drehgeber
und weiteren Sensoren (nicht dargestellt) aus, die Aufschluss über Positionen und
Geschwindigkeiten des Mahltellers 1 und der Linearantriebe 61 bis 64 geben. Somit
regelt die Steuereinrichtung 7 die Verfahrwege der Linearantriebe 61 bis 64 und stimmt
diese aufeinander ab, sodass alle Linearantriebe unterschiedliche Ausfahrweiten aufweisen.
Damit ist es möglich, die Verfahrwege der Linearantriebe so zu kombinieren, dass immer
drei der vier Linearantriebe ausfahren und das Klinkenrad 60 weiter drehen, während
der vierte Linearantrieb im Eilgang zurückfährt und in eine neue Klinkenaussparung
60c einfädelt. Hat dann der nächste Linearantrieb seine Endlage erreicht, fährt dieser
in seine Anfangsposition zurück und die übrigen drei setzen die Drehung fort. Dieses
sukzessive Wechselspiel der Linearantriebe 61 bis 64 kann kontinuierlich erfolgen,
sodass auch die Drehung des Mahltellers kontinuierlich und gleichförmig ausgebildet
ist.
[0028] Ist der Anfahrvorgang der Rollenmühle beendet, verfahren alle Linearantriebe in ihre
Nichtantriebsstellung zurück. Dabei werden die Druckbolzen 67 durch die Konsole 66
gegen den Druck des Anpresssystems 69 nach außen gedrückt und werden somit aus dem
Eingriffsbereich des Klinkenrades 60 herausgedreht (siehe Abstand A zwischen Klinkenrad
und Linearantrieb in Fig. 7). In dieser Nichtantriebsstellung des Hilfsantriebes 6
kann das Klinkenrad 60 berührungslos mit dem Mahlteller 1 drehen, ohne dass die Druckbolzen
67 an das Klinkenrad 60 gedrückt werden und im normalen Mühlenbetrieb ständig über
die Klinken schlagen.
[0029] Zur besseren Kraftübertragung ist es sinnvoll, die Druckbolzen 67 in die Klinkenaussparungen
60c der beiden Klinkenbleche 60a, 60b greifen zu lassen. Dazu ist der Druckbolzenschaft
67a über ein Gelenkauge 67b mit der Kolbenstange 68 verbunden, sodass sich eine gleichmäßige
Belastung der Klinkenaussparungen 60c der beiden Klinkenbleche 60a, 60b einstellt.
Durch Hülsen 67c, 67d auf dem Druckbolzenschaft 67a können die Materialien der Kontaktpartner
aufeinander eingestellt werden. Gleichzeitig ermöglicht dies einen leichten Austausch
der Hülsen 67c, 67d bei Verschleiß am Druckbolzen 67.
[0030] Die Drehung durch den Hilfsantrieb 6 geschieht solange, bis die Antriebskraft der
Mahlrollen 2, 3 sicher über das Mahlgut übertragen wird und diese den Mahltellerantrieb
übernehmen. Da die Mahltellerdrehgeschwindigkeiten durch den Hilfsantrieb 6 und die
Hauptantriebssysteme 4, 5 der Mahlrollen zu diesem Zeitpunkt eventuell differieren,
ist es notwendig, einen fließenden Übergang zwischen beiden Antriebsarten sicher zu
stellen. Dies wird dadurch erreicht, dass das Klinkenrad, ähnlich wie bei einer Überholkupplung
oder einem Freilauf, frei durchdrehen kann und dabei die Linearantriebe 61 bis 64
gegen das Anpresssystem 69 nach außen gedrückt werden.
[0031] Ist ein sicherer Mühlenbetrieb erreicht, werden die Linearantriebe 61 bis 64 in die
in Fig. 7 gezeigte Nichtantriebsstellung gefahren, sodass die Druckbolzen 67 seitlich
nach außen gestellt sind und sich das Klinkenrad 60 frei und ohne Kontakt zu diesen
drehen kann.
[0032] Bei entsprechender Auslegung der Linearantriebe 61 bis 64 und der Steuereinrichtung
7 kann der Hilfsantrieb 6 zusätzlich zu seiner eigentlichen Funktion beim Anfahren
der Mühle auch bei Wartungsarbeiten genutzt werden. So ist es möglich, bei Mühlenein-
und umbauten den Mahlteller 1 in einer bestimmten Drehstellung zu positionieren oder
bei Aufschweißungen einer verschlissenen Mahlbahn den Mahlteller langsam zu drehen
und diese Drehung zu regeln. Dadurch kann ein ansonsten benötigter, separater Wartungsantrieb
für den Mahlteller 1 entfallen.
[0033] Fig. 8 zeigt eine Variante eines Klinkenrads 60' mit gegensätzlichen Klinken 60'd.
Ordnet man neben den oben beschriebenen Linearantrieben 61 bis 64 wenigstens einen
weiteren Linearantrieb 61' gegensinnig an, so kann der Mahlteller 1 in beide Drehrichtungen
gedreht werden. In dieser Konstellation ist allerdings das oben erwähnte Überholen
des Klinkenrades und das Entlangführen der Druckbolzen 67 an der Kante des Klinkenrades
60' nicht mehr möglich. Daher ist zumindest bei dieser Variante ein aktiv gesteuertes,
radiales Ein- und Ausschwenken der Linearantriebe unabdingbar.
[0034] Der oben beschriebene Hilfsantrieb 6 ist somit bei entsprechender Ausgestaltung in
der Lage, folgende Funktion zu übernehmen:
- Bereitstellung eines hohen Mahltellerdrehmomentes zum Freiräumen der Mühle nach Notstopp
und mit materialgefülltem Austragsring;
- Zuführen von Mahlgut zu den Mahlrollen beim Mühlenstart;
- Unterstützung der Hauptantriebe der Mahlrollen beim Startvorgang;
- Positionieren des Mahltellers beim Montage- und Wartungsarbeiten und
- Drehzahl variabler Antrieb des Mahltellers bei Mahlbahnaufschweißungen.
1. Rollenmühle mit einem Mahlteller (1), wenigstens einer mit dem Mahlteller (1) in Abrolleingriff
stehenden Mahlrolle (2, 3), einem Hauptantriebssystem (4, 5) zum Antreiben von Mahlrolle
(2, 3) und/oder Mahlteller (1) sowie einem vom Hauptantriebssystem unabhängigen Hilfsantrieb
(6) zum Antreiben des Mahltellers (1),
dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsantrieb (6) wenigstens zwei Linearantriebe (61-64) zum gleichsinnigen Drehen
des Mahltellers (1) und eine Steuereinrichtung (7) zur individuellen Ansteuerung der
Linearantriebe (61-64) im Sinne einer kontinuierlichen Drehbewegung umfasst.
2. Rollenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearantriebe (61-64) mit dem Mahlteller (1) über wenigstens ein Koppelgetriebe
in Verbindung stehen.
3. Rollenmühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelgetriebe durch ein am Mahlteller (1) befestigtes Klinkenrad (60, 60') gebildet
wird.
4. Rollenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearantriebe (61-64) zwischen einer Antriebsstellung und einer Nichtantriebsstellung
verstellbar sind, wobei die Linearantriebe (61-64) in der Antriebsstellung mit dem
Mahlteller (1) zum Drehen desselben in Wirkkontakt stehen, während der Kontakt mit
dem Mahlteller (1) in der Nichtantriebsstellung aufgehoben ist.
5. Rollenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearantriebe (61-64) in einem Winkel von +/- 10° zur Mahltellertangente angeordnet
sind.
6. Rollenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein weiterer, gegensinnig angeordneter Linearantrieb (61') vorgesehen
ist, um den Mahlteller (1) wahlweise in der entgegengesetzten Drehrichtung anzutreiben.
7. Verfahren zum Antreiben einer Rollenmühle, wobei wenigstens eine Mahlrolle (2, 3)
mit einem Mahlteller (1) in Abrolleingriff steht und die Mahlrolle (2, 3) und/oder
der Mahlteller über ein Hauptantriebssystem (4, 5) angetrieben werden und der Mahlteller
(1) mit einem Hilfsantrieb angetrieben werden kann,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsantrieb (6) wenigstens zwei Linearantriebe (61-64) zum gleichsinnigen Drehen
des Mahltellers (1) umfasst, die über eine Steuereinrichtung (7) im Sinne einer kontinuierlichen
Drehbewegung individuell angesteuert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass Vor- und Rückhub der wenigstens zwei Linearantriebe (61-64) zeitlich versetzt zueinander
ausgeführt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich wenigstens einer der Linearantriebe (61-64) aus seiner äußeren Endlage zurückzieht,
während wenigstens ein anderer der Linearantriebe (61-64) seinen Arbeitshub noch ausführt.
10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubgeschwindigkeit der Linearantriebe (61-64) zur Realisierung unterschiedlicher
Drehzahlen des Mahltellers (1) variabel eingestellt werden kann.
1. Roller mill having a grinding table (1), at least one grinding roller (2, 3) which
is in rolling engagement with the grinding table (1), a main drive system (4, 5) for
driving the grinding roller (2, 3) and/or grinding table (1) and an auxiliary drive
(6) which is independent of the main drive system for driving the grinding table (1),
characterised in that the auxiliary drive (6) comprises at least two linear drives (61-64) for rotating
the grinding table (1) in the same direction and a control device (7) for individually
controlling the linear drives (61-64) in order to provide continuous rotational movement.
2. Roller mill according to claim 1, characterised in that the linear drives (61-64) are connected to the grinding table (1) by means of at
least one coupled gear mechanism.
3. Roller mill according to claim 2, characterised in that the coupled gear mechanism is formed by a ratchet wheel (60, 60') which is secured
to the grinding table (1).
4. Roller mill according to claim 1, characterised in that the linear drives (61-64) can be moved between a driving position and a non-driving
position, the linear drives (61-64) being in operational contact with the grinding
table (1) in the driving position in order to rotate it, whilst the contact with the
grinding table (1) is cancelled in the non-driving position.
5. Roller mill according to claim 1, characterised in that the linear drives (61-64) are arranged at an angle of +/- 10° with respect to the
grinding table tangent.
6. Roller mill according to claim 1, characterised in that there is provided at least one other linear drive (61') which is arranged in the
opposite direction in order to optionally drive the grinding table (1) in the opposite
direction of rotation.
7. Method for driving a roller mill, at least one grinding roller (2, 3) being in rolling
engagement with a grinding table (1) and the grinding roller (2, 3) and/or the grinding
table being driven by means of a main drive system (4, 5) and the grinding table (1)
being able to be driven by means of an auxiliary drive which is independent of the
main drive system, characterised in that the auxiliary drive (6) comprises at least two linear drives (61-64) in order to
rotate the grinding table (1) in the same direction, which drives are controlled individually
via a control device (7) in order to provide continuous rotational movement.
8. Method according to claim 7, characterised in that the forward and backward travel of the at least two linear drives (61-64) are carried
out so as to be staggered in time in relation to each other.
9. Method according to claim 7, characterised in that at least one of the linear drives (61-64) retracts from its outer end position whilst
at least one other of the linear drives (61-64) is still carrying out its operating
travel.
10. Method according to claim 7, characterised in that the travel speed of the linear drives (61-64) can be adjusted in a variable manner
in order to produce various speeds of the grinding table (1).
1. Broyeur à rouleaux, qui comprend un plateau de broyage (1), au moins un rouleau de
broyage (2, 3), qui est en engagement de roulement avec le plateau de broyage (1),
un système d'entraînement principal (4, 5) pour la commande du rouleau de broyage
(2, 3) et / ou du plateau de broyage (1), ainsi qu'un entraînement auxiliaire (6),
qui, indépendant du système d'entraînement principal (4, 5), est destiné à la commande
du plateau de broyage (1),
caractérisé en ce que l'entraînement auxiliaire (6) comprend au moins deux entraînements linéaires (61
- 64), pour la rotation de même sens du plateau de broyage (1), et un dispositif de
commande (7) pour l'excitation individuelle des entraînements linéaires (61 - 64)
au sens d'un mouvement rotatif continu.
2. Broyeur à rouleaux selon la revendication 1, caractérisé en ce que les entraînements linéaires (61 - 64) sont en relation avec le plateau de broyage
(1) par l'intermédiaire d'au moins un engrenage de couplage.
3. Broyeur à rouleaux selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'engrenage de couplage est constitué par une roue à cliquet (60, 60'), qui est fixée
sur le plateau de broyage (1).
4. Broyeur à rouleaux selon la revendication 1, caractérisé en ce que les entraînements linéaires (61 - 64) peuvent être réglés entre une position d'entraînement
et une position de non entrainement, sachant que les entraînements linéaires (61 -
64), dans la position d'entraînement, sont en contact actif avec le plateau de broyage
(1), pour la rotation de celui-ci, tandis que, dans la position de non entraînement,
le contact avec le plateau de broyage (1) est annulé.
5. Broyeur à rouleaux selon la revendication 1, caractérisé en ce que les entraînements linéaires (61-64) sont disposés à angle de + / - 10 ° par rapport
à la tangente du plateau de broyage.
6. Broyeur à rouleaux selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins un autre entraînement linéaire (61-64), agencé en sens inverse, est prévu
pour entraîner, en option, le plateau de broyage (1) dans la direction de rotation
opposée.
7. Procédé de commande d'un broyeur à rouleaux, dans lequel au moins un rouleau de broyage
(2, 3) est en prise avec un plateau de broyage (1), et le rouleau de broyage (2, 3)
et / ou le plateau de broyage est / sont entraîné/s par l'intermédiaire d'un système
d'entraînement principal (4, 5) et le plateau de broyage (1) pouvant être entraîné
par un entraînement auxiliaire,
caractérisé en ce que la commande auxiliaire (6) comprend, pour la rotation du plateau de broyage (1),
au moins deux entraînements linéaires (61 - 64) de même sens, qui sont excités individuellement
au sens d'un mouvement rotatif continu.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que la course d'avance et de recul des deux entraînements linéaires (61 - 64) au moins
prévus sont effectuées en étant décalées dans le temps l'une par rapport à l'autre.
9. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'un des entraînements linéaires (61 - 64), au moins, s'écarte de sa position finale,
extérieure, tandis qu'au moins un autre des entraînements linéaires (61 - 64) exécute
encore sa course active.
10. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que, pour la réalisation de différentes vitesses de rotation du plateau de broyage (1),
la vitesse des entraînements linéaires (61-64) peut être réglée variablement.
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