[0001] Die Erfindung betrifft eine Einsetzvorrichtung zur Herstellung der optischen Zugänglichkeit
zu einer Strömungsanlage für die Messung der Strömungsgeschwindigkeit des Förderstromes
und des Strömungsgeschwindigkeitsfeldes von Fluiden in der Strömungsanlage mittels
optischer Messverfahren, ein Verfahren zur Herstellung der optischen Zugänglichkeit
zu einer Strömungsanlage für die Messung der Strömungsgeschwindigkeit des Förderstromes
und des Strömungsgeschwindigkeitsfeldes von Fluiden in der Strömungsanlage mittels
optischer Messverfahren und eine Strömungsanlage.
[0002] Bei älteren Messmethoden des Volumenstromes von Fluiden wurden durch die Messung
selbst die Strömungsbedingungen beeinflusst. Hierzu zählen Vorrichtungen mit Normblenden,
Staudruck- und Venturidüsen, sowie Turbinenrad- und Hitzdrahtanemometer.
[0003] Modernere Messmethoden wie das Ultraschallverfahren nach dem Laufzeit- oder Dopplerprinzip
und das weit verbreitete magnetisch-induktive Durchflussmessverfahren (MID) beeinflussen
zwar nicht mehr die Strömung, die Messgenauigkeit hängt aber von den Strömungsverhältnissen
ab. Weichen diese am Einbauort der Messeinrichtung von den idealen rotationssymmetrischen
sowie wirbel- und drallfreien Geschwindigkeitsverteilungen ab, die auf den Herstellerprüfständen
zur Gerätekalibrierung vorgefunden werden, verschlechtert sich die Messgenauigkeit
der Geräte oft in starker und unbekannter Weise. Derartig unterschiedliche Strömungsverhältnisse
können beispielsweise durch Unterschreitung der in den Herstellervorschriften geforderten
minimalen Vor- und Nachlaufstrecken der Geräte nach Anlageneinbauten wie Ventilen
und Absperrklappen vor dem Messgerät hervorgerufen werden. Die geforderten Vorlaufstrecken
und Strömungsbedingungen sind hierbei in der Praxis insbesondere bei Großanlagen,
größeren Rohrdimensionen und nachträglichen Einbauten nicht oder nur mit erheblichem
Kostenaufwand zu erfüllen, so dass als wesentlicher Nachteil bisheriger Volumen- bzw.
Volumenstrom-Messverfahren ein Nachweis der Messgenauigkeit durch Kalibrierung in
der Anlage vor Ort unter Berücksichtigung nicht idealer, asymmetrischer sowie wirbel-
und drallbehafteter Strömungen am Messort nicht möglich ist. Darüber hinaus wurden
zeitliche Veränderungen derartiger Strömungsbedingungen bei bisherigen Messverfahren
nicht berücksichtigt.
[0004] In der
DE 199 48 827 ist zwar ein Verfahren beschrieben, das Strömungsmessverfahren wie die Laser-Doppler-Velozimetrie
(LDV) oder die Partikel-Image-Velozimetrie (PIV) auch ohne optischen Zugang zur Strömungsanlage
zulässt. Voraussetzung für dieses Verfahren ist jedoch der kostenintensive, gefährliche
und durch Strahlenschutzbestimmungen aufwändige Einsatz von undurchsichtige Materie
durchdringender Strahlung wie Röntgenstrahlung anstatt von Lichtstrahlen. Handelsübliche
und damit kostengünstige optische Strömungsmess-Systeme und -Verfahren scheiden hierbei
somit aus.
[0005] In der
US 4 631 967 ist eine Vorrichtung beschrieben, mit der mittels einer Kolbenstange durch ein Ventil
wie einem Kugelhahn hindurch Messsensoren wie Thermometer, Manometer, Flügelanemometer
oder Dopplersensoren in das Rohr einer Strömungsanlage hineingeschoben werden können.
Die jeweilige Messung erfolgt also bei hineingeschobener Kolbenstange, wobei die Strömung
am Ort der Messung in dem Rohr, also die lokalen Strömungsgeschwindigkeiten sowie
der lokale Turbulenzgrad durch die Messung selbst verändert werden. Eine genaue Messung
des Strömungsprofils im Rohr z.B. zur Kalibrierung eines magnetisch-induktiven Durchflussmessgerätes
vor Ort ist mit der vorgestellten Vorrichtung somit nicht möglich. Ein Vorrichtungsteil,
das etwa bei nicht vollständig hinein geschobenen Sensoren eine Beeinflussung der
Strömung verhindern würde, wie etwa ein der Rohrkontur angepasstes Einschubfenster,
ist in der vorgestellten Vorrichtung nicht beschrieben.
[0006] Auch bei der in der
US 2003/0145661 offenbarten technischen Lehre ist ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben,
bei denen mittels einer Einschubstange durch einen Kugelhahn hindurch Messsensoren
in das Rohr einer Strömungsanlage hinein geschoben werden können. Die jeweilige Messung
erfolgt also auch hier bei hinein geschobener Kolbenstange, wobei die Strömung am
Ort der Messung im Rohr, also die lokalen Strömungsgeschwindigkeiten sowie der lokale
Turbulenzgrad durch die Messung selbst verändert wird. Eine genaue Messung des Strömungsprofils
im Rohr z.B. zur Kalibrierung eines magnetisch-induktiven Durchflussmessgerätes vor
Ort ist mit der vorgestellten Vorrichtung somit auch hier nicht möglich.
[0007] Die
Deutsche Patentschrift DE 32 14 734 beschreibt ein Milchmengenmessgerät zur Überwachung des Milchflusses während des
Melkvorgangs mittels mit der Milchleitung hydraulisch verbundenen Mess- und Luftabscheidekammern,
wobei die Messung durch einen mit einem Trennventil verbundenen magnetischen Schwimmer
außerhalb der Rohrleitung erfolgt.
[0008] Eine weitere Strömungsanlage ist aus der
US 5 396 814 A bekannt. Dies ist aber eine Ultraschallanordnung, die für optische Verfahren ungeeignet
ist.
[0009] Die
US 5 131 741 beschreibt eine Strömungsanlage mit einer Vorrichtung für optische Messungen mit
einem fluiddicht an der Strömungsanlage installierten Rohr.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, die nachträgliche
Zugänglichkeit zu Fluiden für Strömungsmessungen nach dem Verfahren Laser-Doppler-Velozimetrie
und Partikel-Image-Velozimetrie in schon im Betrieb befindlichen Strömungsanlagen
ohne Unterbrechung des Anlagenbetriebes und ohne Beeinflussung der Fluidströmung zu
ermöglichen.
[0011] Diese Aufgabe wird durch eine Einsetzvorrichtung nach Anspruch 1, ein Verfahren mit
den Merkmalen des Anspruchs 6 und durch eine Strömungsanlage mit den Merkmalen des
Anspruchs 11 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Die aus den einzelnen Ausführungen hervorgehenden Merkmale sind jedoch nicht jeweils
beschränkt auf die einzelne Ausgestaltung. Vielmehr können ein oder mehr Merkmale
aus ein oder mehreren Ausgestaltungen herausgelöst und zu einer weiteren Ausgestaltung
verbunden werden. Dieses gilt insbesondere für die Ausgestaltungen der nachfolgenden
Beispiele. Die dort angeführten einzelnen Merkmale können auch einzeln betrachtet
werden und sind nur der Veranschaulichung wegen so wie nachfolgend beschrieben zusammengefasst,
ohne damit darauf beschränkt zu sein.
[0012] Hinsichtlich eines einsetzbaren Messsystems, einsetzbarer Messverfahren, Messmöglichkeiten,
Ausgestaltungen und Korrelationen zwischen verschiedenen Messystemen und dem Abgleichen
zwischen diesen und weiterem wird im Rahmen dieser Offenbarung vollständig auf die
Deutschen Patentanmeldung
DE 10 2007 053 105 verwiesen, deren gesamter Inhalt hier mit aufgenommen wird. Dort wird zum Beispiel
ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens offenbart, mit
deren Hilfe bei der volumetrischen Durchflussmessung von Fluiden in Rohrleitungen
eine adaptive Messkalibrierung direkt in der Anlage vor Ort und die Diagnose weiterer
Strömungsparameter wie Wirbelausbildung, Drall und Strömungsverteilung in axialer
und Umfangsrichtung auch bei nicht idealen, asymmetrischen sowie wirbel- und Drall
behafteten Strömungen am Messort, hervorgerufen beispielsweise durch unzureichende
Vor- und Nachlaufbedingungen der Messeinrichtung, ermöglicht wird, ohne die Strömungsverhältnisse
durch die Messung selbst zu beeinflussen. Dabei wird beispielsweise eines der bekannten
Volumenstrom-Messverfahren wie MID oder Ultraschallverfahren zur Messgerätekalibrierung
mit einem der bekannten optischen Strömungsmessverfahren wie der Laser-Doppler-Velozimetrie
(LDV) oder der Partikel-Image-Velozimetrie (PIV) kombiniert. Hierzu kann die Messvorrichtung
für das optische Strömungsmessverfahren einem Durchflussmessgerät wie einem magnetisch-induktiven
Durchflussmessgerät (MID) voroder nachgeschaltet sein oder darin integriert sein.
[0013] Gemäß der hier vorgeschlagenen technischen Lehre können schon im Betrieb befindliche
Strömungsanlagen zur Herstellung der optischen Zugänglichkeit für optische Strömungsmessverfahren
genutzt werden, wobei ein Teil der Strömungsanlage beispielsweise durch ein Rohrleitungsstück
mit einer Fensterkammer bzw. mit darin integrierten Fenstern ersetzt wird. Hierzu
ist es bevorzugt nicht erforderlich, dass die Anlage außer Betrieb genommen und im
Bedarfsfall entleert wird. Dies ist häufig, beispielsweise bei Fernwärmenetzen, mit
sehr hohen Betriebsausfallkosten verbunden.
[0014] Die Herstellung der optischen Zugänglichkeit zu Strömungsanlagen und Teilen von Strömungsanlagen
für die Messung der Strömungsgeschwindigkeit, des Förderstromes und des Strömungsgeschwindigkeitsfeldes
von Fluiden in Strömungsanlagen mittels optischer Messverfahren, insbesondere zur
nachträglichen Herstellung der optischen Zugänglichkeit zu Fluiden für Strömungsmessungen
nach den Verfahren Laser-Doppler-Velozimetrie (LDV) und Partikel-Image-Velozimetrie
(PIV) in schon im Betrieb befindlichen Strömungsanlagen ohne Unterbrechung des Anlagenbetriebs
und ohne Beeinflussung der Fluidströmung durch die Messung oder die Messvorrichtung
selbst ist mit der hier vorgestellten Vorrichtung und dem hier bereitgestellten Verfahren
möglich.
[0015] Es wird daher eine Anwendung einer nachträglich an einem Fluidleitungssystem abnehmbar
angeordneten Strömungsmessvorrichtung zur Korrelierung von Messergebnissen dieser
Strömungsmessvorrichtung mit denjenigen von einer zweiten, fest im Fluidleitungssystem
eingebauten Strömungsmessvorrichtung vorgeschlagen.
[0016] Die vorgeschlagene technische Lehre wird beispielsweise in Fernwärmenetzen, Gasnetzen,
industriellen Rohrleitungssystem oder sonstigen fluidführenden Systemen eingesetzt.
Sie kann unter Explosionsschutz-Bedingungen genutzt werden, zum Beispiel durch hierfür
zugelassene Bearbeitungsverfahren zum Aufsetzen und Dichten der Vorrichtung. Die zu
messenden Fluide können flüssig, gasförmig oder Suspensionen sein wie auch Festkörper
zum Beispiel Körner, Partikel oder sonstiges umfassen. Das Fluid kann heiß wie auch
kalt sein. Das Rohrleitungssystem kann ein- oder mehrfach ummantelt sein. Insbesondere
besteht auch die Möglichkeit, bei ummantelten, zum Beispiel mit einem Schutzgas, mit
einem Über- oder mit einem Unterdruck versehene, in Mantelzwischenbereichen gefüllte
Rohrleitungssysteme ebenfalls mit der vorgeschlagenen technischen Lehre zu versehen.
[0017] Eine weitere Ausgestaltung der vorgeschlagenen technischen Lehre sieht vor, dass
während des Anlagenbetriebs ein zumindest rohrähnlicher Gegenstand der vorgeschlagenen
Vorrichtung auf die Strömungsanlage im Bereich der durchzuführenden Strömungsmessung
fluiddicht installiert, auf diesem eine Absperrarmatur montiert und mittels eines
Anbohrverfahrens unter Druck, bevorzugt einem Hot-Tapping-Verfahren, die Strömungsanlage
in einer angeordneten Vorrichtung aufgebohrt, ein Einschubfenster in das Vorrichtungsgehäuse
dergestalt eingeschoben und arretiert wird, dass die dem Fluid zugewandte Seite des
Einschubfensters der Strömungsanlagenkontur an dieser Stelle bevorzugt entspricht
und abschließend die Einschubvorrichtung aus dem Vorrichtungsgehäuse wieder entfernt
und auf dem Vorrichtungsgehäuse ein Schauglas montiert wird, so dass an dieser Anlagenstelle
während des Anlagenbetriebs die optische Zugänglichkeit zum Fluid für optische Strömungsmessungen
hergestellt wird, ohne die Strömung im Anlagenströmungskanal bzw. der Strömungsgrenzschicht
der Anlage zu beeinflussen und ohne den Anlagenbetrieb unterbrechen zu müssen. Der
gesamte Vorgang erfolgt dabei durch den geeigneten Einsatz der Absperrarmatur sowie
durch Dichtelemente zwischen Einschubvorrichtung und Vorrichtungsgehäuse ohne Fluidleckage
aus der Strömungsanlage bzw. der hierfür auf der Rohrleitung angeordneten Vorrichtung.
[0018] Die vorgeschlagene technische Lehre ermöglicht beispielweise in schon vorhandenen
Anlagen wie sich im Betrieb befindlichen Fernwärmenetzen die volumetrische Durchflussmessung
sowie die adaptive Messkalibrierung volumetrischer Durchflussmessungen von Fluiden
mittels optischer Strömungsmessverfahren wie Laser-Doppler-Velozimetrie und Partikel-Image-Velozimetrie
direkt in der Anlage vor Ort, ohne für den Einbau der Vorrichtung oder die Durchführung
der Strömungsmessung den Anlagenbetrieb unterbrechen zu müssen und ohne die Strömungsverhältnisse
durch die Messung selbst zu beeinflussen.
[0019] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird als fluiddichte Installation
eines Vorrichtungsrohres auf die Strömungsanlage ein Anschweißrohr auf die Wand der
Strömungsanlage, insbesondere auf eine Rohrleitung der Strömungsanlage fluiddicht
im Bereich der durchzuführenden Strömungsmessung aufgeschweißt.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung handelt es sich bei der auf das Anschweißrohr
zu montierenden Absperrarmatur beispielsweise um einen Kugelhahn oder um einen Flachschieber,
wobei für die Funktionsfähigkeit der Vorrichtung beispielsweise entscheidend ist,
dass bei geöffneter Armaturstellung auch innerhalb der Armatur der volle Vorrichtungs-Innendurchmesser
zum Einschieben des Einschubfensters gewährleistet ist. In einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung ist auf der Absperrarmatur ein Einsteckrohr montiert, um bei der Durchführung
des Einschubverfahrens bzw. beim Wiederherausnehmen des Einschubfensters einen leckagefreien
Verfahrensablauf zu vereinfachen.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind insbesondere bei höheren Anlagendrücken
Vorrichtungsgehäuse und die Einschubvorrichtung beispielsweise mittels eines Fangseiles
trennbar miteinander verbunden, das durch eine geeignete Länge verhindert, dass bei
geöffneter Absperrarmatur die Einschubvorrichtung versehentlich aus dem Vorrichtungsgehäuse
herausrutscht und damit u.U. gefährliche Fluidleckagen aus der Strömungsanlage verhindert.
Das Fangseil kann dabei vorteilhaft mittels Ringösen und Karabinerhaken bzw. Schraubschäkel
an den Vorrichtungsteilen trennbar verbunden sein.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Arretierung des
Einschubfensters in das Vorrichtungsgehäuse (Anschweißrohr) als Bajonettverschluss
ausgeführt. Hierbei sind in vorteilhafter Weise die Einschubfenster-Bajonettriegel
mit doppelseitig wirkenden Federdruckstiften ausgestattet, die zur Arretierung des
Einschubfensters beispielsweise in entsprechende Anbohröffnungen des Anschweißrohr-Bajonettverschlusses
einrasten.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Arretierung des Einschubfensters
in die Einschubvorrichtung als Bajonettverschluss ausgeführt. Hierbei sind in vorteilhafter
Weise die Einschubvorrichtungs-Bajonettriegel mit doppelseitig wirkenden Federdruckstiften
ausgestattet, die zur Arretierung der Einschubvorrichtung beispielsweise in entsprechende
Anbohröffnungen des Einschubfensters bzw. der Einschubfensterhülse einrasten.
[0024] In einer weiteren Ausgestaltung ist für die Installation des Einschubfensters im
Aufbohrbereich der Strömungsanlage eine Momentenabstützung, betätigt durch eine Momentenabstützwelle,
vorgesehen, die beim Lösen der Arretierung zwischen dem Einschubfenster und der Einschubvorrichtung
das Lösen der Arretierung zwischen Einschubfenster und dem Anschweißrohr verhindert.
[0025] Eine Ausgestaltung sieht vor, dass ein Sichtfenster in einer Fassung eingebracht
wird. Eine Fassung kann dann verklebt, formschlüssig eingebracht oder auch verschraubt
werden. Eine Innenwand eines einzubringenden Sichtfensters ist bevorzugt angepasst
an eine Innenrundung des Rohrabschnitts, in dem das Sichtfenster angeordnet ist. Bevorzugt
wird das Sichtfenster ohne eine Stufe angeordnet, so dass eine laminare Wandströmung
möglichst ungestört bleibt und eine Turbulenzerzeugung vermieden wird.
[0026] Neben einem Einbringen des Sichtfensters mittels eines Hot-Tapping-Verfahrens können
auch alternative Verfahren zur Befestigung genutzt werden, die bevorzugt ein dichtendes
Einbringen einer Bohrung im laufenden Betrieb ermöglichen.
[0027] Die von außen angeordnete Messeinrichtung kann zum Beispiel als redundantes System
genutzt werden, sollte zum Beispiel ein Messsystem ausgefallen sein, insbesondere
ein fest eingebautes Messsystem. Auch kann eine Kalibrierung von ein oder mehreren
anderen Messsystemen mittels des außen angeordneten Messsystems vorgesehen sein. Beispielsweise
können Messwerte der Messsysteme miteinander korreliert werden, zum Beispiel um Abweichungen
der Durchflußmenge zu ermitteln. Die Systeme können dazu miteinander datenübertragungstechnisch
vernetzt sein. Beispielsweise ist eine Recheneinheit evtl. direkt angeschlossen, um
ein Fehlvolumen zu ermitteln auf Basis fehlerhafter Messwerte. Beispielweise kann
mittels der außen angeordneten Messanordnung eine permanente Messung, eine wiederholende
Messung oder ein Messprofil nachgefahren werden. Auch kann eine zeitgebundene Messung
erfolgen, zum Beispiel eine 24-Stunden-Messung, um damit einen Belastungswechsel einer
Fluidleitung über einen Einsatzzeitraum ermitteln zu können. Bevorzugt erfolgt eine
Vernetzung des Messystems und/oder einer Auswerteinheit mit einem Abrechnungssystem
mit einer Fernwarte, mit einem Datenspeicher, einem mobilen Auswerte- und Speichergerät
und/oder einem stationären Auswertegerät.
[0028] Gemäß einer Weiterbildung kann das im Rohrsystem erzeugte Fenster auch verschlossen
werden, zum Beispiel wiederverschließbar sein, beispielsweise mittels einer Manschette
fluiddicht verschlossen werden.
[0029] Eine Weiterbildung ist derart, dass eine Abdichtung vorgesehen ist, die ein Einführen
einer rohrförmigen Geometrie in Richtung Rohrleitung ermöglicht. Diese Abdichtung
verhindert zum Beispiel einen Austritt von Fluid. Die Abdichtung kann als Dichtung
in dem ersten, einzuführenden Bauteil und/oder in dem zweiten Bauteil angeordnet sein,
in dass das erste Bauteil eingeführt wird. Beispielsweise ist vorgesehen, dass das
Einschubrohr gegenüber dem Vorrichtungsgehäuse, d.h. gegenüber dem Anschweißrohr,
der Absperrarmatur und dem Einsteckrohr sowie Einschubrohr gegenüber Momentenabstützung
bzw. Momentenabstützwelle mittels einer Rundschnurdichtung abgedichtet sind, um Leckage
aus der Strömungsanlage während des Einschiebens oder Herausziehens der Einschubfensteranordnung
bei geöffneter Absperrarmatur zu verhindern.
[0030] Weiterhin ist es bevorzugt, wenn eine Sicherung vorhanden ist zwischen einem an der
Rohrleitung befestigten Bauteil und dem einzuführendem Bauteil. Dieses verhindert
eine Verletzungsgefahr, sofern aufgrund eines plötzlichen Druckanstiegs ansonsten
das einzuführende Bauteil herausgerückt werden würde. Weiterhin kann eine Sperre vorgesehen
sein, die erst gelöst werden muss, damit das einzuführende Bauteil wieder herausgeführt
werden kann. Die Sperre kann beispielsweise auch als Ratsche ausgeführt sein, so dass
das eingeführte Bauteil immer gegen ein Ratschenelement gedrückt werden kann und dadurch
dessen Rausziehbewegung gesperrt wird, bevorzugt entlang zumindest eines Teils des
Wegs, insbesondere entlang zumindest des meisten, weiter bevorzugt entlang des gesamten
Wegs. des einzuführenden Bauteils. Gemäß einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass
das Einschubrohr (13) und das Einsteckrohr mit Fangseilösen versehen werden, die trennbar
mit einem Fangseil in der Art verbunden sind, dass das Einschubrohr bei eingehängtem
Fangseil nicht komplett aus dem Einsteckrohr herausschiebbar ist, um zu verhindern,
dass bei geöffneter Absperrarmatur durch versehentliches Herausziehen des Einschubrohres
Fluid aus der Vorrichtung austreten kann, d.h., dass die Absperrarmatur nur geöffnet
wird, wenn entweder das Einschubrohr mittels des Fangseils im Einsteckrohr gesichert
oder das Schauglas fluiddicht auf der Vorrichtung montiert ist. Beispielsweise kann
ein Fangseil mit dem Einschubrohr und dem Einsteckrohr mittels Karabinerhaken trennbar
verbunden sein.
[0031] Bevorzugt wird ein Druck, der in der Leitung herrscht, in der eine Strömungsmessung
zukünftig mittels optischem Messverfahren ermöglicht werden soll, mittels der Absperrarmatur
so zurückgehalten, dass auch eine unbeabsichtigte Freisetzung des Fluides aus dem
Leitungssystem vermieden wird. Beispielsweise kann eine Sperre vorgesehen sein. Erst
nach Überwinden der Sperre oder aber Freigabe der Sperre kann beispielsweise die Armatur
betätigt werden. Gemäß einer Ausgestaltung ist vorgehen, dass es sich bei der Absperrarmatur
um einen Kugelhahn handelt. Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass es sich bei
der Absperrarmatur um einen Flachschieber handelt. Eine Weiterbildung sieht vor, dass
ein automatisches Sperren mittels der Armatur erfolgt. Hierfür kann beispielsweise
ein Stellwächter vorgesehen sein. Auch kann ein Rückschlagmechanismus vorgesehen sein,
der bevorzugt verhindert, dass zumindest teilweise Fluid aus dem Leitungsnetz unbeabsichtigt
freigesetzt wird.
[0032] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass bei ausreichender Länge des freien Einschubbereichs
der Absperrarmatur vor dem Absperrelement, d.h. auf der der Strömungsanlage abgewandten
Seite, auf den Einsatz eines Einsteckrohres verzichtet werden kann und im Bedarfsfall
zur Verhinderung eines versehentlichen Herausziehens des Einschubrohres das Einschubrohr
und die Absperrarmatur mittels Fangseilösen, Karabinerhaken und einem Fangseil trennbar
verbunden sind.
[0033] Gemäß einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die optischen Strömungsmessungen des
Fluids in der Strömungsanlage mittels eines Laser-Doppler-Velozimeters (LDV) erfolgen.
Beispielsweise ist vorgesehen, dass durch sukzessives Verschieben einer LDV-Sonde
mittels einer Traversiervorrichtung der Strömungsquerschnitt in der Rohrleitung durch
das Einschubfenster, die geöffnete Absperrarmatur und ein Schauglas hindurch nacheinander
abgetastet und somit das Strömungsprofil ermittelt werden kann.
[0034] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die optischen Strömungsmessungen
des Fluids in der Strömungsanlage mittels eines Partikel-Image-Velozimetrie (PIV)
Verfahrens erfolgen. Es können auch andere optische Methoden zum Einsatz kommen. Auch
können Kombinationen von verschiedenen optischen Messmethoden zusammen genutzt oder
auch aneinander eingesetzt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass zusätzlich
auch eine Ultraschallmessung ausgeführt wird. Auch könne ein oder mehrere andere Messungen
zusätzlich ausgeführt werden, die beispielsweise nicht berührungslos sind.
[0035] Eine Weiterbildung sieht vor, dass durch das optische Messverfahren ein magnetisch-induktives
Durchflussmessgerät (MID) kalibriert wird. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass
durch das optische Messverfahren ein Ultraschall-Durchflussmessgerät kalibriert wird.
[0036] Das nachträglich eingebrachte Messverfahren ist bevorzugt in der Lage mittels der
optischen Strömungsmessungen in der Strömungsanlage am Messort Strömungsgeschwindigkeit,
Wirbelausbildung, Drall und/oder Strömungsverteilung in axialer und Umfangsrichtung
zu ermitteln.
[0037] Beispielsweise ist vorgesehen, dass eine vorgeschlagene Einschubvorrichtung zur Herstellung
der optischen Zugänglichkeit für optische Strömungsmessverfahren zur Messgerätekalibrierung
am Durchflussmessgerät direkt installiert wird.
[0038] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass eine Einschubvorrichtung zur Herstellung
der optischen Zugänglichkeit für optische Strömungsmessverfahren zur Messgerätekalibrierung
am Durchflussmessgerät dem Durchflussmessgerät in Strömungsrichtung betrachtet nachgeschaltet
ist. Eine andere Ausgestaltung sieht vor, dass die Einschubvorrichtung stromaufwärts
zu dem Durchflussmengengerät angeordnet ist. Bevorzugt sind das Durchflussmengengerät
und die Einschubvorrichtung nicht mehr als fünf Meter voneinander getrennt, bevorzugt
nicht mehr als drei Meter, besonders bevorzugt weniger als einen Meter und insbesondere
weniger als 0,5 Meter. Je nach Rohrdurchmesser, Strömungsverhältnis wie auch Durchflussmengengerät
kann von diesen Angaben auch abgewichen werden. So ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung
eine vorgeschlagene Einschubvorrichtung zur Herstellung der optischen Zugänglichkeit
für optische Strömungsmessverfahren zur Messgerätekalibrierung am Durchflussmessgerät
dem Durchflussmessgerät in Strömungsrichtung betrachtet vorgeschaltet.
[0039] Eine Ausgestaltung der Anordnung für die optische Messvorrichtung sieht vor, dass
zur Installation des Rohres auf der Strömungsanlage das Rohr auf der Wand der Strömungsanlage
im Messbereich d.h. im Aufbohrbereich fluiddicht aufgelötet wird. Es kann auch aufgenietet
oder durch eine sonstige Massnahme gesichert sein, zum Beispiel mittels einer Manschette,
die um die Rohrleitung umläuft. Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass zur Installation
des Rohres auf der Strömungsanlage das Rohr auf der Wand der Strömungsanlage im Messbereich
d.h. im Aufbohrbereich fluiddicht aufgeklebt wird.
[0040] Um eine optische Messmethode nachträglich zu ermöglichen, wird ein Einschubfenster
in die Rohrwandung eingesetzt. Bevorzugt ist das Einschubfenster in der Einschubfensterhülse
mittels eines elastischen Klebstoffs verklebt. Weiter bevorzugt ist das Einschubfenster
in der Einschubfensterhülse mittels eines Silikonklebers verklebt. Das Einschubfenster
kann aus Quarzglas bestehen, es kann aber auch aus Kunststoff bestehen, zum Beispiel
einem Acryl. Gemäß einer Ausgestaltung ist das Einschubfenster für das menschliche
Auge durchsichtig, bevorzugt farblos. Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass das
Einschubfenster als definierter Filter während der Messung dient.
[0041] Die optische Messvorrichtung wird gemäß einer Ausgestaltung händisch in Position
gebracht und kann weiterhin auch händisch in verschiedene weiter Messpositionen verschoben
werden. Eine Weiterbildung sieht vor, dass ein oder mehrere Stellmotoren genutzt werden.
Beispielsweise kann dadurch eine automatisierte Messung ermöglicht werden.
[0042] Ein Einsteckrohr, Einschubrohr und/oder eine Momentenabstützwelle können mit Markierungen
versehen sein, so dass während des gesamten Einschub- und Herausziehvorgangs der Einschubfensteranordnung
sowohl die genaue Axial- und Winkelposition der Einschubfensteranordnung gegenüber
dem Anschweißrohr bzw. der Anschweißrohrarretierung als auch der Einschubfensteranordnung
gegenüber der Einschubvorrichtung bekannt ist.
[0043] Eine Weiterbildung sieht vor, dass eine automatisierte Messaufnahme vorgesehen ist.
So ist die Messvorrichtung zum Beispiel an einen tragbaren Messrekorder und/oder einen
tragbaren Computer angeschlossen. Auch kann beispielsweise über eine Ferndatenverbindung
ein Anschluss zu einer Weiterverarbeitungsanlage vorgesehen sein. Dieses kann auch
eine Fernwarte umfassen. Eine Ferndatenverbindung kann beispielsweise eine Funkstrecke
wie auch eine leitungsgebundene Datenübertragung vorsehen.
[0044] Bevorzugt ist des Weiteren, dass in der Wand des auf der Strömungsanlage fluiddicht
aufgeschweißten Anschweißrohres mindestens ein zusätzliches optisch durchlässiges
Fenster angeordnet ist, das auch Strömungsmessungen bzw. Kalibriermessungen schräg
durch mindestens eines dieser Fenster sowie durch die Einschubfensteranordnung hindurch
im Fluid der Strömungsanlage ermöglicht.
[0045] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Innenraum der Vorrichtung,
insbesondere bei aggressiven Medien, durch geeignete Abdichtungsmaßnahmen der Einschubfensteranordnung
gegenüber dem Anschweißrohr bzw. der Rohrleitung der Strömungsanlage fluiddicht abgedichtet
ist.
[0046] Beispielsweise ist vorgesehen, dass, um die Wandstärke des Einschubfensters möglichst
gering wählen zu können, der Innenraum der Vorrichtung gegenüber dem Fluid der Strömungsanlage
durch mindestens eine Druckentlastungs-Öffnung in der Einschubfensteranordnung und
bei Bedarf in der Arretierungseinrichtung des Anschweißrohres druckentlastet ist.
[0047] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, dass eine Absperrarmatur in dem
auf der Strömungsanlage installierten Rohr konstruktiv integriert ist, um hier die
Baulänge reduzieren und vorzugsweise auf eine Montagevorrichtung der Absperrarmatur
auf dem installierten Rohr wie einer Schraubflanschverbindung verzichten zu können.
[0048] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorgeschlagenen technischen
Lehre weiter unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. Die jeweiligen
Ausgestaltungen und Merkmale sind jedoch nur beispielhaft und erläuternd, ohne dass
deswegen aber dadurch der Schutzbereich eingeschränkt werden soll. Vielmehr sind auch
für einzelne Merkmale alternative Ausgestaltungen einsetzbar. Darüber hinaus sind
die aus den einzelnen Figuren hervorgehenden Merkmale nicht auf die jeweilige Figur
beschränkt. Vielmehr können einzelne oder mehrere dieser Merkmale mit anderen Merkmalen
aus anderen Figuren und/oder der obigen Beschreibung zu weiteren Ausgestaltungen der
vorgeschlagenen technischen Lehre verknüpft werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Einschubkonfiguration, und
Fig.2 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Messkonfiguration.
[0049] In Fig.1 ist eine vorgeschlagene Einschubvorrichtung mit einem im Aufbohrbereich
18 fluiddicht aufgeschweißten Anschweißrohr 7 und einer Bohrung in der Wand der hydraulischen
Anlage 1 innerhalb des Anschweißrohres 7 dargestellt. In der Rohrleitung der hydraulischen
Anlage 1 fließt dabei ein Fluid 9. Mittels einer Schraubflanschverbindung 2 ist ein
Kugelhahn 6 auf dem Anschweißrohr 7 montiert, und auf diesem ein Einsteckrohr 19 zum
erleichterten Einschieben der Einschubvorrichtung 12,13 in das Vorrichtungsgehäuse.
Im Aufbohrbereich 18 der hydraulischen Anlage 1 befindet sich ein Einschubfenster
10, 11, das im Anschweißrohr 7 mittels eines Bajonettverschlusses 8 lösbar arretiert
ist, so dass die dem Fluid 9 zugewandte Seite des Einschubfensters 10 der Strömungskanalkontur
der hydraulischen Anlage 1 am Messort entspricht. Die Einschubvorrichtung 12, 13 ist
geeignet, zum Einen die Einschubfensteranordnung 10, 11 in den Aufbohrbereich 18 der
hydraulischen Anlage 1 zu schieben und dort im Bajonettverschlusses 8 des Anschweißrohres
7 zu befestigen, und zum Anderen, die Einschubfensteranordnung 10, 11 aus dem Bajonettverschlusses
8 des Anschweißrohres 7 zu lösen und aus der vorgeschlagenen Vorrichtung wieder herauszuziehen.
Die lösbare Arretierung zwischen dem Einschubfensteranordnung 10, 11 und der Einschubvorrichtung
12, 13 erfolgt ebenfalls durch Bajonettverschluss 12. Für die Installation der Einschubfensteranordnung
10, 11 im Aufbohrbereich 18 der hydraulischen Anlage 1 ist eine Momentenabstützung
16, betätigt durch eine Momentenabstützwelle 17, vorgesehen, die beim Lösen des Bajonettverschlusses
12 zwischen der Einschubfensteranordnung 10, 11 und der Einschubvorrichtung 12, 13
das Lösen des Bajonettverschlusses 8 zwischen Einschubfensteranordnung 10, 11 und
dem Anschweißrohr 7 verhindert. Die Bajonettverschlüsse 8, 12 sind als Anbohröffnungen
ausgeführt, in die doppelt wirkende Federdruckstifte 20 einrasten. Auf dem Kugelhahn
6 ist ein Einsteckrohr 19 zum erleichterten Einschieben und Herausziehen der Einschubvorrichtung
12, 13 montiert. Das Einschubrohr 13 ist gegenüber dem Anschweißrohr 7, dem Kugelhahn
6 und dem Einsteckrohr 19 mittels einer Rundschnurdichtung 15 abgedichtet, um Leckage
aus der Strömungsanlage 1 während des Einschiebens oder Herausziehens der Einschubfensteranordnung
10, 11 bei geöffnetem Kugelhahn 6 zu verhindern. Einsteckrohr 19 und Einschubvorrichtung
12, 13 sind mittels Ringösen, Karabinerhaken bzw. Schraubschäkel und eines Fangseiles
21 trennbar miteinander verbunden, das durch geeignete Länge verhindert, dass bei
geöffnetem Kugelhahn 6 die Einschubvorrichtung 12, 13 versehentlich aus dem Einsteckrohr
19 herausrutscht und damit u.U. gefährliche Fluidleckagen aus der Strömungsanlage
verursacht.
[0050] Fig.2 zeigt die Vorrichtung aus Fig. 1 in der Messkonfiguration, d.h. das Einschubfenster
10, eingeklebt in eine Einschubfensterhülse 11, ist hier im Bajonettverschluss 8 des
Anschweißrohres 7 eingerastet, die Einschubvorrichtung aus dem Vorrichtungsgehäuse
herausgezogen, das Einsteckrohr vom Kugelhahn 6 zur Verkürzung der Messanordnung demontiert
und ein Schauglasflansch 5 fluiddicht auf dem Kugelhahn 6 montiert, so dass somit
die optische Zugänglichkeit zum Fluid 9 für den Laser-Kreuzstrahl 23 des Laser-Doppler-Velozimeters
(LDV) 4 hergestellt ist. Eine Entlüftungseinrichtung 22 sorgt dafür, dass für die
Lasermessungen der gesamte Innenraum der vorgeschlagenen Vorrichtung mit dem Fluid
9 befüllt ist. Dabei kann entweder der Innenraum der Vorrichtung, beispielsweise bei
aggressiven Medien, durch geeignete Abdichtungsmaßnahmen der Einschubfensteranordnung
10,11 gegenüber dem Anschweißrohr 7 bzw. der Rohrleitung abgedichtet sein, oder im
Gegenteil, wie hier dargestellt, um die Wandstärke des Einschubfensters 10 möglichst
gering wählen zu können, zwischen Fluid 9 der hydraulischen Anlage 1 und dem Innenraum
der Vorrichtung durch eine Druckentlastungs-Bohrung 24 in der Einschubfensteranordnung
10, 11 eine Druckentlastung erfolgen. Durch sukzessives Verschieben des Laser-Doppler-Velozimeters
(LDV) 4 mittels einer Traversiervorrichtung wird der Strömungsquerschnitt in der Rohrleitung
der hydraulischen Anlage 1 durch das Einschubfenster 10 und den Schauglasflansch 5
hindurch mit dem LDV-Verfahren nacheinander abgetastet und somit das Strömungsprofil
in axialer und/oder Umfangsrichtung ermittelt bzw. z.B. das magnetisch-induktive Messgerät
(MID) 3 kalibriert werden.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Rohrleitung einer hydraulischen Anlage
- 2
- Schraubflanschverbindung
- 3
- magnetisch-induktives Durchfluss-Messgerät (MID)
- 4
- Laser-Doppler-Velozimeter (LDV)
- 5
- Schauglasflansch
- 6
- Kugelhahn
- 7
- Anschweißrohr (auch einfach als Rohr bezeichnet)
- 8
- Anschweißrohr-Bajonettverschluss
- 9
- Fluid
- 10
- Einschubfenster
- 11
- Einschubfensterhülse
- 12
- Fensterhülsen-Bajonettverschluss
- 13
- Einschubrohr
- 14
- Fangseilöse
- 15
- Rundschnurdichtung
- 16
- Momentenabstützung
- 17
- Momentenabstützwelle
- 18
- Aufbohrbereich der Strömungsanlage
- 19
- Einsteckrohr
- 20
- Doppelseitig wirkender Federdruckstift
- 21
- Fangseil
- 22
- Entlüftungseinrichtung
- 23
- Laser-Kreuzstrahl
- 24
- Druckentlastungs-Bohrung
1. Einsetzvorrichtung zur Herstellung der optischen Zugänglichkeit zu einer Strömungsanlage
(1) für die Messung der Strömungsgeschwindigkeit, des Förderstromes und des Strömungsgeschwindigkeitsfeldes
von Fluiden (9) in der Strömungsanlage mittels optischer Messverfahren, umfassend
- eine Einschubfensteranordnung (10, 11), bestehend aus einem in eine Einschubfensterhülse
(11) eingeklebten Einschubfenster (10),
- wobei die Einschubfensteranordnung (10, 11) Mittel für einen ersten Bajonettverschluss
(8) zur lösbaren Arretierung der Einschubfensteranordnung (10, 11) in einem an der
Strömungsanlage (1) installierten Rohr (7) aufweist,
- wobei die Einschubfensteranordnung (10, 11) Mittel für einen zweiten Bajonettverschluss
(12) zur lösbaren Arretierung der Einschubfensteranordnung (10, 11) an einer Einschubvorrichtung
(13) aufweist, die geeignet ist, die Einschubfensteranordnung (10, 11) in das an der
Strömungsanlage (1) installierten Rohr (7) hineinzuschieben und herauszuziehen.
2. Einsetzvorrichtung nach Anspruch 1, mit einer Einschubvorrichtung (13), die Mittel
für den zweiten Bajonettverschluss (12) zur lösbaren Arretierung der Einschubfensteranordnung
(10, 11) an der Einschubvorrichtung (13) aufweist.
3. Einsetzvorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Einschubvorrichtung (13) als Einschubrohr
(13) ausgebildet ist, das eine Rundschnurdichtung (15) zur Abdichtung gegenüber dem
Fluid (9) in der Strömungsanlage (1) aufweist.
4. Einsetzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Einschubfensteranordnung
(10, 11) zur fluiddichten Abdichtung der Einschubfensteranordnung (10, 11) gegenüber
dem an der Strömungsanlage (1) installierten Rohr (7) bzw. dem Fluid (9) in der Strömungsanlage
(1) eine geeignete Abdichtung aufweist.
5. Einsetzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Einschubfensteranordnung
(10, 11) eine Druckentlastungs-Öffnung (24) aufweist.
6. Verfahren zur Herstellung der optischen Zugänglichkeit zu einer Strömungsanlage (1)
für die Messung der Strömungsgeschwindigkeit, des Förderstromes und des Strömungsgeschwindigkeitsfeldes
von Fluiden in der Strömungsanlage mittels optischer Messverfahren, wobei die Strömungsanlage
eine dem strömenden Fluid (9) zugewandte Innenwand aufweist, wobei bei dem Verfahren
- ein Rohr (7) auf einer strömungsmesstechnisch zu untersuchenden Stelle der Strömungsanlage
(1) fluiddicht installiert wird,
- mindestens eine Absperrarmatur (6) an dem Rohr (7) fluiddicht montiert wird,
- durch ein Hot-Tapping-Anbohrverfahren unter Druck die Wand der Strömungsanlage (1)
innerhalb des Rohres (7) aufgebohrt wird, wodurch innerhalb des Rohrs (7) eine Bohrung
entsteht,
- vor dem vollständigen Herausziehen der Bohrvorrichtung die Absperrarmatur (6) geschlossen
wird,
- die Einsetzvorrichtung aus Anspruch 1 in ein auf der Absperrarmatur (6) fluiddicht
montiertem Einsteckrohr (19) eingeschoben wird,
- die Absperrarmatur (6) geöffnet und die Einsetzvorrichtung mittels einer Einschubvorrichtung
(13) in die aufgebohrte Wand eingeschoben wird, wobei die Einschubvorrichtung (13)
durch den zweiten Bajonettverschlusses (12) an der Einschubfensteranordnung (10, 11)
lösbar arretiert ist,
- die Einschubfensteranordnung (10, 11) in dem Rohr (7) durch den ersten Bajonettverschluss
(8) lösbar arretiert wird, wobei die der Strömung zugewandte Seite des Einschubfensters
(10) und der Einschubfensterhülse (11) der Einschubfensteranordnung (10, 11) sich
bündig an die Innenwand der Strömungsanlage (1) ohne Bildung einer die Strömung bzw.
die Strömungsgrenzschicht beeinflussenden Stufe und mit nur geringem Spalt zwischen
der Bohrung in der Wand und der Einschubfensterhülse (11) einfügt,
- die Arretierung zwischen der Einschubfensteranordnung (10, 11) und der Einschubvorrichtung
(13) gelöst wird, wobei das Einschubfenster (10) mit der Einschubfensterhülse (11)
in dem Rohr (7) arretiert bleibt,
- die Einschubvorrichtung (13) in das Einsteckrohr (19) zurückgezogen und die Absperrarmatur
(6) geschlossen wird, um ein Austreten des Fluids (9) aus der Strömungsanlage (1)
zu verhindern,
- das Einsteckrohr (19) von der Absperrarmatur (6) im Bedarfsfall zur Verkürzung der
Messanordnung demontiert wird,
- ein Schauglas (5) auf der der Strömungsanlage (1) abgewandten Seite der Absperrarmatur
(6) strömungsdicht montiert und die Absperrarmatur (6) nach Öffnen der Absperrarmatur
(6) mit einer Entlüftungseinrichtung (22) entlüftet wird, so dass durch das Schauglas
(5), die geöffnete Absperrarmatur (6) und das Einschubfenster (10) hindurch optische
Strömungsmessungen des Fluids (9) in der Strömungsanlage (1) möglich sind.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die optischen Strömungsmessungen des Fluids (9) in der Strömungsanlage (1) mittels
eines Laser-Doppler-Velozimeters (LDV) (4) erfolgen, wobei durch sukzessives Verschieben
einer LDV-Sonde mittels einer Traversiervorrichtung der Strömungsquerschnitt in einer
Rohrleitung der Strömungsanlage (1) durch das Einschubfenster (10), die geöffnete
Absperrarmatur (6) und das Schauglas (5) hindurch nacheinander abgetastet und somit
ein Strömungsprofil ermittelt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die optischen Strömungsmessungen des Fluids (9) in der Strömungsanlage (1) mittels
eines Verfahrens der Partikel-Image-Velozimetrie (PIV) erfolgen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass durch das optische Messverfahren ein magnetisch-induktives Durchflussmessgerät (MID)
(3) oder ein Ultraschall-Durchflussmessgerät kalibriert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der optischen Strömungsmessungen in der Strömungsanlage (1) am Messort Strömungsgeschwindigkeit,
Wirbelausbildung, Drall und Strömungsverteilung in axialer und Umfangsrichtung ermittelt
werden.
11. Strömungsanlage, umfassend
- eine das strömende Fluids (9) begrenzende Wand, die eine dem strömenden Fluid (9)
zugewandte Innenwand aufweist,
- mindestens ein an der Wand fluiddicht installiertes Rohr (7), wobei die Wand innerhalb
des installierten Rohrs (7) eine Bohrung in Form eines Kreissegments aufweist,
- mindestens eine Absperrarmatur (6), die auf dem Rohr (7) fluiddicht montiert ist
und die mindestens eine Entlüftungseinrichtung aufweist,
- mindestens eine Einsetzvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Einschubfensteranordnung
(10, 11) der Einsetzvorrichtung in dem Rohr (7) durch den ersten Bajonettverschluss
(8) lösbar arretiert ist,
- wobei die der Strömung zugewandte Seite des Einschubfensters (10) und der Einschubfensterhülse
(11) der Einschubfensteranordnung (10, 11) der Form des Kreissegments entspricht und
die der Strömung zugewandte Seite des Einschubfensters (10) und der Einschubfensterhülse
(11) sich bündig an die Innenwand ohne Bildung einer die Strömung bzw. die Strömungsgrenzschicht
beeinflussenden Stufe und mit nur geringem Spalt zwischen der Bohrung in der Wand
und der Einschubfensterhülse (11) einfügt,
- mindestens ein Einsteckrohr (19) zum Hineinschieben und Herausziehen einer Einschubvorrichtung
(13), wobei das Einsteckrohr (19) an der Absperrarmatur (6) fluiddicht an der der
Strömungsanlage (1) abgewandten Seite der Absperrarmatur (6) montiert ist.
12. Strömungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das an der Wand fluiddicht installierte Rohr (7) als auf der Wand im Messbereich
d.h. im Aufbohrbereich (18) fluiddicht aufgeschweißtes Anschweißrohr (7) ausgeführt
ist.
13. Strömungsanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in der Wand des auf der Strömungsanlage (1) fluiddicht aufgeschweißten Anschweißrohres
(7) mindestens ein zusätzliches optisch durchlässiges Fenster angeordnet ist, das
auch Strömungsmessungen bzw. Kalibriermessungen schräg durch mindestens eines dieser
Fenster sowie durch die Einschubfensteranordnung (10, 11) hindurch im Fluid (9) der
Strömungsanlage (1) ermöglicht.
14. Strömungsanlage nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Absperrarmatur (6) in dem installierten Rohr (7) konstruktiv integriert ist.
1. An insertion device for establishing optical accessibility to a flow system (1) for
the purpose of measuring the flow velocity, the flow rate and the flow velocity field
of fluids (9) in the flow system by means of optical measurement methods, comprising
- a push-in window assembly (10, 11) consisting of a push-in window (11) glued into
a push-in window sleeve (10),
- wherein the push-in window assembly (10, 11) includes means for a first bayonet
fastening (8) for detachable locking of the push-in window assembly (10, 11) inside
a tube (7) installed in the flow system (1),
- wherein the push-in window assembly (10, 11) includes means for a second bayonet
fastening (12) for detachable locking of the push-in window assembly (10, 11) to a
push-in device (13) which is designed to extend and retract the push-in window assembly
(10, 11) into and out of the tube (7) installed in the flow system (1).
2. The insertion device according to claim 1, with a push-in device (13) that includes
the means for the second bayonet fastening (12) for detachable locking of the push-in
window assembly (10, 11) to the push-in device (13).
3. The insertion device according to claim 2, wherein the push-in device (13) is designed
as an push-in tube (13) having a round cord seal (15) for assuring a seal against
the fluid (9) in the flow system (1).
4. The insertion device according to any one of the preceding claims, wherein the push-in
window assembly (10, 11) includes a seal for ensuring fluid-tight sealing of the push-in
window assembly (10, 11) from the tube (7) installed in the flow system (1) and the
fluid (9) in the flow system (1).
5. The insertion device according to any one of the preceding claims, wherein the push-in
window assembly (10, 11) includes a pressure relief opening (24).
6. A method for establishing optical accessibility to a flow system (1) for the purpose
of measuring the flow velocity, the flow rate and the flow velocity field of fluids
in the flow system by means of optical measurement methods, wherein the flow system
has an internal wall facing the flowing fluid (9), wherein in the method
- a tube (7) is installed in fluid-tight manner at a location of the flow system (1)
that is to be inspected for technical flow characteristics,
- at least one shut-off valve (6) is mounted in fluid-tight manner on the tube (7),
- the wall of the flow system (1) is drilled out inside the tube (7) under pressure,
so that a drillhole is created inside the tube (7),
- the shut-off valve (6) is closed before the drilling device is fully withdrawn,
- the insertion device of claim 1 is inserted into an insertion tube (19) that is
mounted in fluid-tight manner on the shut-off valve (6),
- the shut-off valve (6) in the open state is inserted by means of a push-in device
(13) into the drilled wall, wherein the push-in device (13) is locked detachably to
the push-in window assembly (10, 11) by the second bayonet fastening (12),
- the push-in window assembly (10, 11) is locked detachably inside the tube (7) by
the first bayonet fastening (8), wherein the side of the push-in window (10) facing
towards the flow and the push-in window sleeve (11) of the push-in window assembly
(10, 11) lies flush against the inner wall of the flow system (1) without forming
a ridge affecting the flow or the flow boundary layer and with only a small gap between
the drillhole in the wall and the push-in window sleeve (11),
- the lock between the push-in window assembly (10, 11) and the push-in device (13)
is released, wherein the push-in window (10) remains locked together with the push-in
window sleeve (11) inside the tube (7),
- the push-in device (13) is withdrawn into the insertion tube (19) and the shut-off
valve (6) is closed to prevent the fluid from escaping from the flow system (1),
- the insertion tube (19) is detached from the shut-off valve (6) if necessary to
shorten the measuring arrangement,
- an inspection glass (5) is mounted in fluid-tight manner on the side of the shut-off
valve (6) facing away from the flow system (1), and the shut-off valve (6) is vented
with a venting device (22) after the shut-off valve (6) is opened, so that optical
flow measurements of the fluid (9) in the flow system (1) can be made through the
inspection glass (5), the open shut-off valve (6) and the push-in window (10).
7. The method according to claim 6, characterised in that the optical flow measurements of the fluid (9) in the flow system (1) are performed
by means of a laser doppler velocimeter (LDV) (4), wherein the flow cross-section
in a pipeline of the of the flow system (1) is scanned sequentially through the push-in
window (10), the open shut-off valve (6) and the inspection glass (5) by successively
shifting LDV problem by means of a traversing device, thereby obtaining a flow profile.
8. The method according to either of claims 6 or 7, characterised in that the optical flow measurements of the fluid (9) in the flow system (1) are performed
by means of a particle image velocimetry (PIV) method.
9. The method according to any one of claims 6 to 8, characterised in that a magnetic-inductive flowmeter (MID) (3) or an ultrasonic flowmeter is calibrated
by the optical measuring method.
10. The method according to any one of claims 6 to 9, characterised in that the flow velocity, turbulence, swirl and flow distribution are determined by the
optical flow measurements at the measurement site in the flow system (1).
11. A flow system comprising
- a wall delimiting the flowing fluid (9), which wall has an inner wall facing towards
the flowing fluid (9),
- at least one tube (7) installed in fluid-tight manner on the wall, wherein the wall
has a drillhole in the shape of a circle segment inside the installed tube (7),
- at least one shut-off valve (6) which is mounted in fluid-tight manner on the tube
(7) and includes at least one venting device,
- at least one insertion device according to claim 1, wherein the push-in window assembly
(10, 11) of the insertion device is detachably locked inside the tube (7) by means
of the first bayonet fastener (8),
- wherein the side of the push-in window (10) and of the push-in window sleeve (11)
of the push-in window assembly (10, 11) facing the flow corresponds to the shape of
a circle segment, and the side of the push-in window (10) and of the push-in window
sleeve (11) facing the flow is flush with the inner wall, without forming a ridge
affecting the flow or the flow boundary layer and with only a small gap between the
drillhole in the wall and the push-in window sleeve (11),
- at least one insertion tube (19) for advancing and withdrawing a push-in device
(13), wherein the insertion tube (19) is mounted in fluid-tight manner on the shut-off
valve (6) on the side of the shut-off valve (6) facing away from the flow system (1).
12. The flow system according to claim 11, characterised in that the tube (7) in fluid-tight manner is constructed in the form of a weld-on tube (7)
welded in fluid-tight manner to the wall in the measuring area, i.e., in the drilling
area (18).
13. The flow system according to claim 12, characterised in that at least one further optically transparent window if arranged in the wall of the
weld-on tube (7) welded in fluid-tight manner to the flow system (1), which further
window also enables flow measurements and/or calibration measurements at an angle
through at least one of said windows and through the push-in window assembly (10,
11) in the fluid (9) of the flow system (1).
14. The flow system according to any of claims 11 to 13, characterised in that the shut-off valve (6) is structurally integrated in the installed tube (7).
1. Dispositif d'insertion pour l'établissement de l'accessibilité optique à une installation
de circulation (1) pour la mesure de la vitesse du flux, du débit et de la plage de
vitesses du flux de fluides (9) dans l'installation de circulation au moyen d'un procédé
de mesure optique, comprenant
- un agencement à fenêtre coulissante (10, 11), composé d'une fenêtre coulissante
(10) dans un manchon de fenêtre coulissante (11),
- l'agencement à fenêtre coulissante (10, 11) comportant des moyens pour un premier
emboîtement à baïonnette (8) pour le blocage mobile de l'agencement à fenêtre coulissante
(10, 11) dans un tuyau (7) installé dans l'installation de circulation (1),
- l'agencement de fenêtre coulissante (10, 11) comportant des moyens pour une deuxième
emboîtement à baïonnette (12) pour le blocage mobile de l'agencement à fenêtre coulissante
(10, 11) sur un dispositif coulissant (13) qui est adapté pour introduire et sortir
l'agencement à fenêtre coulissante (10, 11) dans le tuyau (7) installé sur l'installation
de circulation (1).
2. Dispositif d'insertion selon la revendication 1 avec un dispositif coulissant (13)
qui comporte des moyens pour le deuxième emboîtement à baïonnette (12) pour le blocage
mobile de l'agencement à fenêtre coulissante (10, 11) sur le dispositif coulissant
(13).
3. Dispositif d'insertion selon la revendication 2, le dispositif coulissant (13) étant
constitué comme un tuyau coulissant (13) qui comporte un joint d'étanchéité à cordon
rond (15) pour étanchéifier vis-à-vis du fluide (9) dans l'installation de circulation
(1).
4. Dispositif d'insertion selon l'une quelconque des revendications précédentes, l'agencement
à fenêtre coulissante (10, 11) comportant une étanchéification appropriée dans l'installation
de circulation (1) pour l'étanchéification de façon étanche au fluide l'agencement
à fenêtre coulissante (10, 11) vis-à-vis du tuyau (7) installé dans l'installation
de criculation (1), ou du fluide (9).
5. Dispositif d'insertion selon l'une quelconque des revendications précédentes, l'agencement
à fenêtre coulissante (10, 11) comportant une ouverture de décompression (24).
6. Procédé pour établir l'accessibilité optique à une installation de circulation (1)
pour la mesure de la vitesse du flux du débit et de la plage de vitesse d'écoulement
de fluides dans l'installation de circulation au moyen de procédés de mesure optiques,
l'installation de circulation comportant une paroi intérieure tournée vers le fluide
s'écoulant (9), procédé pour lequel,
- un tuyau (7) est installé étanche au fluide à un emplacement à contrôler selon la
technique de mesure des fluides de l'installation de circulation (1),
- au moins un robinet d'arrêt (6) est monté étanche au fluide sur le tuyau (7),
- la paroi de l'installation de circulation (1) est percée à l'intérieur du tuyau
(7) par un procédé de perçage par piquage sur conduite en charge sous pression, un
trou étant créé de ce fait à l'intérieur du tuyau (7),
- le robinet d'arrêt (6) est fermé avant l'enlèvement complet du dispositif de perçage,
- le dispositif d'insertion selon la revendication 1 est glissé dans un tuyau emboîtable
(19) monté étanche au fluide sur le robinet d'arrêt (6),
- le robinet d'arrêt (6) est ouvert et le dispositif d'insertion est glissé dans la
paroi percée au moyen d'un dispositif coulissant (13), le dispositif coulissant (13)
étant bloqué de manière mobile par la deuxième emboîtement à baïonnette (12) sur l'agencement
à fenêtre coulissante (10,11),
- l'agencement à fenêtre coulissante (10, 11) est bloqué de manière mobile dans le
tuyau (7) par le premier emboîtement à baïonnette (8), le côté tourné vers l'écoulement
de la fenêtre coulissante (10) et du manchon de fenêtre coulissante (11) de l'agencement
à fenêtre coulissante (10, 11) s'introduisant de manière affleurante à la paroi intérieure
de l'installation de circulation (1) sans former un gradin influençant le flux ou
la couche limite de flux et seulement avec un faible interstice entre le trou dans
la paroi et le manchon de fenêtre coulissante (11),
- le blocage entre l'agencement à fenêtre coulissante (10, 11) et le dispositif coulissant
(13) est débloqué, la fenêtre coulissante (10) restant bloquée dans le tuyau (7) avec
le manchon de fenêtre coulissante (11),
- le dispositif coulissant (13) est reculé dans le tuyau emboîtable (19) et le robinet
d'arrêt (6) est fermé afin d'éviter une sortie du fluide (9) de l'installation de
circulation (1),
- le tuyau emboîtable (19) est démonté du robinet d'arrêt (6) en cas de nécessité
pour raccourcir l'agencement de mesure,
- un regard (5) sur le côté du robinet d'arrêt (6), opposé à l'installation de circulation
(1), est monté étanche au flux et le robinet d'arrêt (6) est purgé après ouverture
du robinet d'arrêt (6) avec un système de purge (22) de sorte que des mesures de flux
optiques du fluide (9) sont possibles dans l'installation de circulation (1) à travers
le regard (5), le robinet d'arrêt ouvert (6) et la fenêtre coulissante (10).
7. Dispositif d'insertion selon la revendication 6, caractérisé en ce que les mesures de flux optiques du fluide (9) ont lieu dans l'installation de circulation
(1) au moyen d'un vélocimètre laser à effet Doppler (VLD) (4), la section de flux
dans une conduite tubulaire de l'installation de circulation (1) étant palpée à travers
la fenêtre coulissante (10), le robinet d'arrêt (6) ouvert et le regard (5) l'un après
l'autre par déplacement successif d'une sonde VLD au moyen d'un dispositif de traversée
et un profil du flux étant ainsi déterminé.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 ou 7, caractérisé en ce que les mesures de flux optiques du fluide (9) ont lieu dans l'installation de circulation
(1) au moyen d'un procédé de vélocimétrie par imagerie des particules (VIP).
9. Dispositif d'insertion selon l'une quelconque des revendications 6 à 8, caractérisé en ce qu'un appareil de mesure de débit magnéto-inductif (MDMI) (3) ou un appareil de mesure
de débit à ultrasons est étalonné par le procédé de mesure optique.
10. Dispositif d'insertion selon l'une quelconque des revendications 6 à 9, caractérisé en ce qu'au moyen des mesures de flux optiques dans l'installation de circulation (1) au point
de mesure, on détermine la vitesse du flux, la formation de tourbillon, la giration
et la répartition du flux dans la direction axiale et périphérique.
11. Installation de circulation comprenant
- une paroi limitant le fluide s'écoulant (9), qui comporte une paroi intérieure tournée
vers le fluide s'écoulant (9),
- au moins un tuyau (7) installé étanche au fluide sur la paroi, la paroi comportant
à l'intérieur du tuyau installé (7) un trou ayant la forme d'un segment circulaire,
- au moins un robinet d'arrêt (6), qui est monté étanche au fluide sur le tuyau (7)
et comporte au moins un système de purge,
- au moins un dispositif d'insertion selon la revendication 1, l'agencement à fenêtre
coulissante (10, 11) du dispositif d'insertion étant bloqué dans le tuyau (7) de manière
mobile par le premier emboîtement à baïonnette (8),
- le côté tourné vers le flux de la fenêtre coulissante (10) et du manchon de fenêtre
coulissante (11) de l'agencement à fenêtre coulissante (10, 11) correspondant à la
forme du segment circulaire et le côté tourné vers le flux de la fenêtre coulissante
(10) et du manchon de fenêtre coulissante (11) s'introduisant de manière affleurante
à la paroi intérieure sans former un gradin influençant le flux ou la couche limite
du flux et seulement avec un faible interstice entre le trou dans la paroi et le manchon
de fenêtre coulissante (11),
- au moins un tuyau emboîtable (19) pour enfiler et retirer un dispositif d'insertion
(13), le tuyau emboîtable (19) sur le robinet d'arrêt (6) étant monté étanche au fluide
sur le côté du robinet d'arrêt (6), tourné vers l'installation de circulation (1).
12. Installation de circulation selon la revendication 11, caractérisée en ce que le tuyau (7) installé de façon étanche au fluide sur la paroi est exécuté comme tuyau
à souder (7) soudé étanche au fluide sur la paroi dans la zone de mesure, c'est-à-dire
dans la zone de perçage (18).
13. Dispositif d'insertion selon la revendication 12, caractérisé en ce qu'au moins une fenêtre optiquement transparente supplémentaire est disposée dans la
paroi du tuyau à souder (7) soudé étanche au fluide sur l'installation de circulation
(1), qui permet également des mesures du flux ou des mesures d'étalonnage en diagonale
à travers au moins une de ces fenêtres ainsi qu'à travers l'agencement de fenêtre
coulissante (10, 11) dans le fluide (9) de l'installation de circulation (1).
14. Installation de circulation selon l'une quelconque des revendications 11 à 13 , caractérisée en ce que le robinet d'arrêt (6) est intégré dans le tuyau installé (7)lors de la conception.