[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten der Laufflächen
von Schienen durch Umfangschleifen mit wenigstens einem an die Lauffläche der Schiene
anstellbaren und entlang der Schiene bewegbaren Schleifgestell, welches mindestens
drei jeweils frei drehbar gelagerte Schleifkörper zum Umfangsschleifen mit einer zur
Schienlängsrichtung einen spitzen Winkel einschließenden Rotationsachse aufweist.
[0002] Es ist bekannt, verlegte Schienen im Gleis durch Schleifbearbeitung von oberflächennahen
Defekten zu befreien und/oder zu reprofilieren. Dabei ist es bekannt, zur Rotation
aktive angetriebene Umfangsschleifscheiben oder Topfscheiben zu verwenden, wobei die
angetriebenen Umfangsscheiben auch unter Einschluss unterschiedlich gerichteter spitzer
Winkel zur Schienenlängsrichtung zum Einsatz kommen und dabei einzeln von der Schiene
abhebbar sein können. Beispiele dazu sind in den aufeinander Bezug nehmenden Druckschriften
EP 0344390 A1 und
EP 0315704 A1 offenbart. Ein weiteres Beispiel für eine Vorrichtung zum Schleifen von Schienen
mit angetriebenen Schleifkörpern ist in der
EP 0843043 A1 offenbart.
[0003] Ein erst kürzlich in die Praxis umgesetztes, neues Schleifverfahren ist das Schleifen
mit passiv angetriebenen Schleifkörpern, wie es z.B. in der ein Verfahren mit den
Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 offenbarenden
EP 0 708 205 A1 beschrieben ist. Dabei werden auf einer Achse (Rotationsachse) drehbar gelagerte
Umfangsschleifkörper unter einem um die Hochachse verdrehten Winkel von üblicherweise
40° - 60° ohne eigenen Antrieb über die Schiene gezogen, wobei sie zu rotieren beginnen.
Durch die Schrägstellung erfolgt zwischen der Umfangsfläche des Schleifkörpers und
der Schienenoberfläche eine Relativbewegung, die mit steigender Schleppgeschwindigkeit
einen Beschliff der Schiene auslöst. Das Schienenschleifen erfolgt üblicherweise mit
80 km/h, die Leistung für den Antrieb der Schleifkörper kommt dabei allein aus der
Traktionsleistung.
[0004] Die Schleifkörper sind bei der dieses Schleifverfahren ausführenden Vorrichtung in
einem Gestell angeordnet, in dem sie angehoben oder abgesenkt und angepresst werden
können. Dabei sind sie üblicherweise nicht einzeln sondern in Gruppen hintereinander
angeordnet, so dass eine solche Gruppe gemeinsam bewegt wird. Dies ist z.B. in der
Fig. 5 der bereits genannten
EP 0 708 205 A1 gezeigt. Dort sind bei der Vorrichtung zwei Gestelle mit je fünf in gleicher Weise
schräg gestellten Schleifkörpern gezeigt.
[0005] Je nach Größe des Anpressdrucks variieren der Abtrag des einzelnen Schleifkörpers
auf der Schiene aber auch die Reaktionskräfte: Zum einen entsteht eine Widerstandskraft
Fw in entgegen gesetzter Fahrtrichtung, die durch die Vortriebskraft der Maschine
kompensiert wird, zum anderen entsteht durch die Schrägstellung auch eine Querkraft
F
o, die den Schleifkörper seitlich von der Schiene treiben will und die durch eine entsprechende
Führung, die sich an der Schiene abstützen müsste, kompensiert werden kann. Die Größe
dieser Querkraft nimmt entsprechend der Anzahl der Schleifkörper in der erwähnten
Gruppe proportional zu. Deshalb können sich in einer wie in Fig. 5 der
EP 0 708 205 A1 gezeigten Anordnung die Querkräfte zu substantiellen Größenordnungen addieren. Entsprechend
stabil und steif müsste deshalb die Führung ausgelegt werden, um sowohl statisch die
Querkräfte aufzunehmen und ein Entgleisen zu verhindern, als auch dynamisch ein periodisches
Ablaufen und Zurückziehen infolge von Elastizitäten in der Struktur oder Gleislageänderungen
oder sonstige Störungen mit der Folge eines ungleichmäßigen Schliffbildes und im schlimmsten
Fall einer welligen Schienenoberfläche zu vermeiden.
[0006] Aus der
EP 1 460 176 A1 ist es bekannt, in einem Gestell Schleifkörper zum Beschleifen von unterschiedlichen
Abschnitten der Schienenoberfläche anzuordnen.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine bekannte
Vorrichtung zum Bearbeiten der Laufflächen von Schienen durch Umfangsschleifen der
eingangs genannten Art, also mit passiv angetriebenen Schleifkörpern, dahingehend
zu verbessern, dass diese mit unter geringerem Materialeinsatz und damit kostengünstiger
herstellbaren Schleifgestellen versehen werden kann bei gleichzeitiger Erhaltung eines
optimalen Schliffbildes auch bei hohen Überfahr- und Bearbeitungsgeschwindigkeiten
der Vorrichtung.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum Bearbeiten der
Laufflächen von Schienen durch Umfangsschleifen mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den abhängigen
Unteransprüchen 2 bis 8 angegeben.
[0009] Die grundlegende Idee, auf der die vorliegende Erfindung fußt, besteht darin, abweichend
von der Anordnung der Schleifkörper in einem Schleifgestell, wie sie für Vorrichtungen
mit passiv angetriebenen Schleifkörpern im Stand der Technik bekannt ist, beispielsweise
in der Figur 5 der
EP 0 708 205 A1 gezeigt, die Schleifkörper in einem Gestell nicht allesamt in einer gleichen Richtung
mit ihrer Rotationsachse gegenüber der Längsrichtung der zu bearbeitenden Schiene
anzustellen, sondern hier mit Anstellwinkeln unterschiedlichen Vorzeichens zu arbeiten
und somit an den unterschiedlichen Steinen Querkräfte zu erhalten, die in verschiedene
Richtungen quer zu der Schiene weisen können. Auf diese Weise kann bei geeigneter
Anordnung der Schleifkörper, die der Fachmann ohne weiteres ermitteln kann, erreicht
werden, dass die an den einzelnen Schleifkörpern auftretenden Querkräfte einander
kompensieren, d.h. dass die Vektorsumme der einzelnen an den Schleifkörpern angreifenden
Querkräfte im Wesentlichen Null ist. Somit wird zunächst das Auftreten einer resultierenden
Querkraft auf dem Schleifgesell insgesamt verhindert.
[0010] Erfindungsgemäß ist dabei in dem Schleifgestell eine gerade Anzahl von Schleifkörpern
angeordnet, und es sind dabei je zwei Schleifkörper gleicher Bauart mit ihrer Rotationsachse
unter einem spitzen Winkel gleichen Betrages aber unterschiedlichen Vorzeichens zu
der Schienenlängsrichtung angeordnet. Diese Art der Gestaltung der Vorrichtung ergibt
insoweit eine Vereinfachung, als dass Schleifkörper gleicher Bauart paarweise verwendet
werden können, was Überlegungen bei der Konstruktion hinsichtlich einer Vereinfachung
und Standardisierung erleichtert.
[0011] Wesentlicher Bestandteil der Erfindung ist dann aber auch, dass ein resultierendes
Drehmoment um die Hochachse vermieden, also die Summe aller an den einzelnen Schleifkörpern
angreifenden Drehmomente ebenfalls Null ist. Ein solches von Null verschiedenes Drehmoment,
das auch als Giermoment bezeichnet werden kann, bewirkt, dass die Anordnung des Schleifgestells
gieren, also um seine Hochachse drehen möchte.
[0012] Je nach Anordnung der Schleifkörper entlang des Schleifgestells wird sich aufgrund
der Kräfteverteilung relativ zu einem Drehpunkt ein Drehmoment einstellen, welches
eine Verdrehung des Schleifgestells um ein senkrecht zu der Längserstreckungsrichtung
des Schleifgestells gelegene, durch den Drehpunkt verlaufende Drehachse zu bewirken
sucht. Weitere Bedingung für eine erfindungsgemäße Anordnung der Schleifkörper in
dem Schleifgestell ist dabei nun, dass diese in ihrem Abstand zu einem solchen Drehpunkt
derart verteilt angeordnet sind, dass zu beiden Seiten dieses Drehpunktes ein im Betrag
gleiches, im Vorzeichen jedoch entgegen gesetztes Drehmoment anfällt. Mit anderen
Worten ist die Summe der Produkte aus dem Abstand eines Kraftangriffspunktes an einem
Schleifkörper und der auf diesem Schleifkörper lastenden Kraft für alle Schleifkörper
gleich Null.
[0013] Um diese Bedingungen mit einer geraden Anzahl von Schleifkörpern und betragsmäßig
gleichen spitzen Winkeln gleichen Vorzeichens zu erfüllen, benötigt man wenigstens
vier Schleifkörper. Mit den Vorzeichen der spitzen Winkels ist hier gleichermaßen
eine Orientierung der Schleifkörper zum Ausdruck gebracht. Betrachtet man die Anordnung
der Schleifkörper in einer Aufsicht, wie sie ihren Rotationsachsen zu einer in Längsrichtung
verlaufenden Schiene liegen, so kann für eine erfindungsgemäße Bezeichnung des Vorzeichens
des spitzen Winkels folgende Definition aufgestellt werden:
Bei Betrachtung der Schleifkörper und der Schiene von oben, liegt dann ein "positiver"
spitzer Winkel vor, wenn die Rotationsachse des Schleifkörpers gegenüber der Schienen-Längsachse
nach entgegen dem Uhrzeigersinn gerichteter Drehung aus einer Parallelstellung einen
spitzen Winkel bildet.
[0014] Wird ein solcher unter einem positiven spitzen Winkel angestellter Schleifkörper
in Schienen-Längsrichtung über die Schiene bewegt und abgerollt, so hat er die Tendenz
in Bewegungsrichtung gesehen nach rechts von der Schiene abzulaufen.
[0015] Ein negativer spitzer Winkel liegt entsprechend bei einer bei gleicher Betrachtung
gegebenen Verdrehung um einen spitzen Winkel im Uhrzeigersinn vor, der betreffende
Schleifkörper will dann nach links von der Schiene laufen.
[0016] Es leuchtet nun ein, dass bei in dieser Definition positivem spitzen Winkel bei einer
Bewegung des Schleifkörpers über die Schiene eine in der Verfahrrichtung gesehen nach
rechts von der Schiene gerichtete Querkraft auftritt, bei einer Ausrichtung der Schleifkörpers
mit einem negativen spitzen Winkel zwischen Schienenlängsrichtung und Rotationsachse
eine in entgegengesetzter Richtung, also in Verfahrrichtung gesehen nach links von
der Schiene gerichtete Querkraft wirkt. Dadurch, dass durch die erfindungsgemäße Ausrichtung
der Schleifkörper unter im Vorzeichen von der entsprechenden Anordnung wenigstens
untereinander abweichenden spitzen Winkeln Querkräfte zu beiden Richtungen der Schiene
erreicht werden, können diese durch Wahl der Verteilung der mit unterschiedlichen
Anstellwinkeln angeordneten Schleifkörper so eingestellt werden, dass sich die auf
allen Schleifkörpern wirkenden Querkräfte bei einer vektoriellen Addition neutralisieren,
also Null sind. Dies kann z.B. erreicht werden, indem im Zentrum ein Paar von z.B.
unter positivem spitzen Winkel angeordneten Schleifkörpern vorgesehen ist, das eine
zweifache Querkraft aufbringt wie zwei weitere vor und hinter diesem Paar von Schleifkörpern
angeordnete Schleifkörper mit unter negativem spitzen Winkel zur Schienenlängsrichtung
eingestellter Rotationsachse. Wenn diese Schleifkörper jeweils in gleichem Abstand
zu den mittleren Schleifkörpern so angeordnet werden, dass sie im Betrieb eine jeweils
halb so große Querkraft in entgegengesetzter Richtung zu der Querkraft der zentralen
Schleifkörper aufbringen, ist die Bedingung sowohl der Kraft- als auch der Momentfreiheit
erfüllt.
[0017] Bei einer solchen Bestückung des Schleifgestells ergeben sich entsprechend deutlich
weniger Belastungen auf dem Gestell selbst, welches damit materialsparender und kostengünstiger
gebaut werden kann und dabei zugleich aufgrund des Fehlens des Auftretens von resultierenden
Querkräften oder Drehmomenten sicherer entlang der Schiene geführt werden und somit
ein besseres Schliffbild erzeugen kann. Die Möglichkeit, die Schleifgestelle hierbei
filigraner und unter geringerem Materialeinsatz auszubilden, erlaubt auch eine insgesamt
kompaktere Bauweise, womit die Vorrichtung per se kompakter, materialsparender und
leichter gebaut werden kann. Auch ist es prinzipiell möglich, mit einer solchen Vorrichtung
höhere Fahr- und Bearbeitungsgeschwindigkeiten zu erreichen, die mit Anordnungen,
wie aus dem Stand der Technik bekannt nicht zu erzielen waren, da die Querkräfte bei
höheren Fahrgeschwindigkeiten stark zunehmen und ab einer Grenzgeschwindigkeit selbst
von den verstärkt ausgeführten Schleifgestellen nicht mehr aufgenommen werden können.
[0018] Auch wenn grundsätzlich, insbesondere bei steigender Zahl der Schleifkörper eine
Vielzahl von Anordnungen und Ausgestaltungen möglich ist, die in erfindungsgemäßer
Weise mit sich im Wesentlichen zu Null addierender resultierender Querkraft und im
Wesentlichen ohne resultierendes Drehmoment gestaltet werden können, sind doch aus
konstruktiven Gesichtspunkten die einfachen Varianten solcher Anordnungen zu bevorzugen.
[0019] Eine Vereinfachung erhält man mit einer Ausgestaltung der Vorrichtung entsprechend
den Merkmalen des Anspruchs 2. Demnach weist die Vorrichtung vier Schleifkörper oder
Schleifkörper in einer Anzahl eines Vielfachen von vier auf, die in dem Schleifgestell
entlang einer gedachten Linie hintereinander angeordnet sind. Die Anordnung ist dabei
so gestaltet, dass sie ausgehend von einem auf der Linie gelegenen Mittelpunkt beidseitig
desselben jeweils gleich viele Schleifkörper aufweist. Die Schleifkörper sind dabei
so angeordnet, dass zu beiden Richtungen des Mittelpunktes in gleichem Abstand jeweils
ein Schleifkörper gleicher Bauart so angeordnet ist, dass die Rotationsachsen dieser
zu dem Mittelpunkt den gleichen Abstand aufweisenden Schleifkörper mit der Schienenlängsrichtung
den gleichen spitzen Winkel einschließen. Mit anderen Worten ist hier symmetrisch
um den Mittelpunkt verteilt in der Anordnung der Schleifkörper jeweils ein Schleifkörperpaar
auszumachen, welches unter gleichem Abstand zu dem Mittelpunkt auf der gedachten Linie
diesseits und jenseits des Mittelpunktes mit jeweils einem Schleifkörper gelegen ist.
Diese Schleifkörper sind mit gleicher Ausrichtung, also spitzen Winkeln gleichen Betrages
und Vorzeichens versehen. Der Mittelpunkt bildet bei einer solchen Anordnung gleichzeitig
den Drehpunkt, so dass aufgrund der gleichen Ausrichtung der Schleifkörper, die im
gleichen Abstand zu dem Mittelpunkt angeordnet sind, das Erfordernis der sich neutralisierenden
Drehmomente gegeben ist. Zusammen mit der vorgenannten Bedingung ergibt sich dann
eine im Wesentlichen drehmoment- und kraftfreie Anordnung der Schleifkörper mit vergleichsweise
einfachem konstruktiven Aufbau.
[0020] Noch weiter vereinfacht wird der Aufbau, wenn wie in Anspruch 3 vorgesehen alle Schleifkörper
mit ihren Rotationsachsen zu der Schienenlängsrichtung einen vom Betrag her gleichen
spitzen Winkel, insbesondere im Bereich von 40° bis 60° einschließen, jedoch mit unterschiedlichen
Vorzeichen.
[0021] Um eine besonders kompakte Anordnung der Schleifkörper in dem Schleifgestell zu erreichen,
können diese mit Vorteilen wie in Anspruch 4 vorgesehen in Gruppen zusammengefasst
werden. Diese Zusammenfassung erfolgt dabei so, dass solche Schleifkörper, die mit
ihren Rotationsachsen zu der Schienenlängsrichtung einen positiven spitzen Winkel
einschließen, jeweils zu einer diesseits und zu einer jenseits des Mittelpunktes gelegenen
Gruppe zusammengefasst werden und gleiches mit solchen Schleifkörpern erfolgt, die
mit ihrer Rotationsachse zu der Schienenlängsrichtung einen negativen spitzen Winkel
einschließen.
[0022] Besonders einfach und kompakt zu bauen wird die Vorrichtung dann, wenn alle Schleifkörper
in dem Schleifgestell solche gleicher Bauart sind. Insbesondere ergibt sich dabei
auch eine besonders einfache Ermittlung bzw. Abschätzung der auftretenden Querkräfte,
da diese bei Schleifkörpern gleicher Bauart und betragsmäßig gleich gewähltem Anstellwinkel
im Betrag gleich groß sind. Somit muss dann lediglich die Anzahl der unter positivem
und negativem spitzen Winkel angeordneten Schleifkörper ausgeglichen und für einen
entsprechenden Drehmomentausgleich gesorgt werden.
[0023] Für eine voll umfängliche Bearbeitung der Schienenoberfläche ist es erforderlich,
dass am Schienenkopf nicht nur die obere schwach gekrümmte Lauffläche, sondern insbesondere
auch die im Gleis der gegenüberliegenden Schiene zugewandte stärker gekrümmte Innenkante
und die auf der anderen des Schienenkopfes gelegene Außenkante, also die Bereiche,
in denen die obere Lauffläche des Schienenkopfes in die Seitenbereiche übergeht, bearbeitet
werden. Hier bietet es sich insbesondere an, dass in dem Schleifgestell die Schleifkörper
derart angeordnet werden, dass Schleifkörper, die mit ihrer Rotationsachse zu der
Schienenlängsrichtung einen spitzen Winkel eines ersten Vorzeichens (z. B. positiv)
einschließen für die Bearbeitung der einen Kante, z. B. der Außenkante der Schiene
eingesetzt werden, wohingegen diejenigen Schleifkörper, die das entgegen gesetzte
Vorzeichen des spitzen Winkels zwischen ihrer Rotationsachse und der Schienenlängsrichtung
aufweisen (z. B. einen negativen spitzen Winkel) für die Bearbeitung der anderen Kante
(z. B. der Außenkante) angeordnet sind. In dieser Anordnung sind die Schleifkörper
mit den Mittelpunkten ihrer Rotationsachsen ggf. nicht exakt auf einer Flucht angeordnet,
liegen im Sinne der Erfindung, insbesondere im Sinne der vorbeschriebenen Anordnung
nach Anspruch 3 und allen darauf rückbezogenen Ansprüchen dennoch auf einer Linie.
Der leichte Versatz der Mittelpunkte der Rotationsachsen von einer gedacht gezogenen
Linie nach rechts bzw. links ändert hier nichts.
[0024] Mit Vorteil kann die Vorrichtung ein selbst angetriebenes Fahrzeug mit einem Fahrgestell
umfassen, an welchem das wenigstens eine Schleifgestell angeordnet ist. Selbstverständlich
sind auch Varianten denkbar, bei denen Schleifgestelle z.B. an dem Fahrgestell eines
nicht selbst angetriebenen, gezogenen Fahrzeuges angeordnet sind.
[0025] In einer erfindungsgemäßen Vorrichtung sind wenigstens zwei Schleifgestelle so angeordnet,
dass für jede der in einem Gleis verlaufenden Schienen wenigstens ein Schleifgestell
vorgesehen ist. Selbstverständlich ist es auch möglich, für die Bearbeitung einer
Schiene hintereinander zwei oder sogar mehr Schleifgestelle mit Schleifkörpern anzuordnen,
z.B. um einen höheren Materialabtrag zu erhalten oder aber um mit unterschiedlichen
Schleifkörperanordnungen in den einzelnen Schleifgestellen unterschiedliche Bereich
der Schienenoberfläche zu beschleifen. Dies kann z.B. mit Schleifkörpern in einem
ersten Schleifgestell erfolgen, die lediglich die Fahroberfläche schleifen. Mit Schleifkörpern
in einem weiteren Schleifgestell kann das Beschleifen einer oder beider Kanten des
Schienen kopfes (der Innenkante bzw. Außenkante) durchgeführt werden.
[0026] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Figuren. Es zeigen:
- Figur 1
- eine der Figur 5 der EP 07 082 005 A1 entsprechende Prinzipdarstellung einer gattungsgemäßen Vorrichtung zum Bearbeiten
der Laufflächen von Schienen nach dem Stand der Technik;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung der Wirkweise eines in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
angeordneten Schleifkörpers mit dem beim Betrieb desselben auftretenden Kräften in
der Draufsicht;
- Figur 3
- zur weiteren Erläuterung eine Darstellung mit zwei unter spitzen Winkeln gleichen
Betrages jedoch unterschiedlichen Vorzeichens mit ihrer Rotationsachse zu der Schienenlängsrichtung
angeordneten Schleifkörpern zur Erläuterung des Entstehens eines auf die Aufhängung
dieser Schleifkörper in Form des Schleifgestells wirkenden Drehmomentes;
- Figur 4
- schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung von
vier Schleifkörpern in einem Schleifgestell mit zu einer resultierenden Querkraft
von null sich addierenden auftretenden Querkräften und ohne resultierendes Drehmoment;
- Figur 5
- ein zweites Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Anordnung von Schleifkörpern
in einem Schleifgestell in schematischer Darstellung mit acht Schleifkörpern und wiederum
ohne resultierende Querkraft und ohne resultierendes Drehmoment;
- Figur 6
- in einer weiteren stark schematischen Darstellung eine dritte Ausführungsform einer
erfindungsgemäß Anordnung von Schleifkörpern in einem Schleifgestell.
[0027] In Figur 1 ist zunächst in einer Darstellung entsprechend der Figur 5 der
EP 07 082 005 A1 ein Ausschnitt einer Vorrichtung zum Bearbeiten der Laufflächen von Schienen durch
Umfangsschleifen mittels durch Schräganstellung aufgrund der beim Vortrieb entstehenden
Reibungskraft angetriebener Schleifkörper gezeigt. Zur genaueren Erläuterung der Funktionsweise
dieses Verfahrens, die auch der erfindungsgemäßen Weiterbildung zugrunde liegt, wird
auf die
EP 07 082 005 A1 und die dort gegebene Darstellung verwiesen, die - insoweit nachfolgend nichts anderes
geschildert ist - auch für die erfindungsgemäße Weiterbildung Gültigkeit hat.
[0028] Bei dieser bekannten, in Figur 1 gezeigten Vorrichtung nach dem Stand der Technik
sind an einem Fahrgestell 1, welches mit Laufrädern 2, die auf einer Schiene 3 entlang
rollen, verbunden ist, insgesamt zwei Schleifgestelle 4 angeordnet. In diesen Schleifgestellen
4 sind frei drehbar an Rotationsachsen 5 Schleifkörper 6 angeordnet, hier fünf Schleifkörper
pro Schleifgestell 4. Die Anordnung der Schleifkörper 6 ist derart, dass die Rotationsachsen
5 einen spitzen Winkel zu der Längserstreckung der Schiene 3 einschließen. Die Schleifgestelle
4 sind an dem Fahrgestell 1 der Vorrichtung höhenverstellbar angeordnet, so dass sie
abgesenkt und an die Schiene 3 angestellt werden können, so dass wie für das in der
Figur links dargestellte Schleifgestell 4 gezeigt, die Schleifkörper 6 mit einer Umfangsfläche
7 an einer Lauffläche 8 der Schiene 3 anliegen. In der Figur rechts ist das Schleifgestell
4 in einem angehobenen Zustand gezeigt. Im abgesenkten und an die Schiene 3 angestellten
Zustand wird das Schleifgestell 4 mit geeigneten, hier nicht näher bezeichneten Mitteln,
mit einer gegen die Lauffläche 8 gerichteten Anpresskraft beaufschlagt, um die Schleifkörper
6 gegen die Lauffläche 8 der Schiene 3 zu pressen. Wenn nun die Vorrichtung mit einer
Geschwindigkeit v entlang der in dem zugehörigen Pfeil gezeigten Richtung über die
Schiene 3 fährt, ergibt sich aufgrund der Reibung eine Rotation der Schleifkörper
6, die zu einer Schleifwirkung und abrasiven Bearbeitung der Lauffläche 8 der Schiene
3 führt.
[0029] Dieses Prinzip ist noch einmal in Figur 2 in einer schematischen Darstellung für
einen einzelnen Schleifkörper 6 veranschaulicht, wobei hier auch die verschiedenen
auftretenden Kräfte eingezeichnet sind.
[0030] In dieser Figur 2 ist ein Schleifkörper 6 gezeigt, der mit seiner Rotationsachse
5 einen spitzen Winkel vom Betrag α zu der Schienenlängsrichtung L einschließt, wobei
dieser Winkel α in einem gedachten Quadranten liegt, der in Richtung der Fortbewegungsgeschwindigkeit
v gesehen rechts von der Schiene 3 und vor einem Schnittpunkt S der Rotationsachse
5 mit der Schienenlängsrichtung L liegt. Für die weitere Betrachtung und den Vergleich
der unterschiedlichen Anstellwinkel soll ein solcher Winkel hier als negativer Winkel
-α bezeichnet werden.
[0031] Durch die Schrägstellung der in dem Schleifgestell 4 fest eingespannten Rotationsachse
5 des Schleifkörpers 6 zu der Schienenlängsrichtung L ergibt sich, wenn der Schleifkörper
6 an die Lauffläche 8 der Schiene 3 angepresst und in der in der Darstellung gezeigten
Richtung mit einer Geschwindigkeit v bewegt wird, eine Reibkraft, die den Schleifkörper
6 zu einer Rotation antreibt, die hier mit dem mit "n" bezeichneten Pfeil dargestellt
ist. Die verbleibende Kraft lässt sich aufteilen in eine parallel zu der Schienenlängsrichtung
L liegende Kraft Fw, die der Vortriebsgeschwindigkeit v entgegengerichtet ist und
als Widerstandskraft bezeichnet wird, sowie in eine quer dazu gerichtete Kraft Fa,
die bei der entsprechenden Orientierung des Schleifkörpers 6, wie sie in Figur 2 gezeigt
ist, zu der in Fahrtrichtung gesehen linken Seite der Schiene 3 gerichtet ist. Diese
Querkraft F
Q muss ebenso wie die Widerstandskraft Fw von dem Schleifgestell 4, auf welches diese
Kräfte über die Rotationsachse 5 des Schleifkörpers 6 übertragen werden, aufgefangen
werden.
[0032] Es ist nun einfach ersichtlich, dass bei einer Anordnung von mehreren Schleifkörpern
in gleicher Orientierung eines spitzen Winkels -α, wie dies im Stand der Technik (vergleiche
Figur 1) geschieht, die für jeden Schleifkörper 6 auftretenden Querkräfte F
Q sich zu einer resultierenden Querkraft F
Qres addieren, die erhebliche Werte annehmen kann. Da die Größe der Querkraft Fa nicht
nur von dem Betrag des Winkels α und der Geometrie des Schleifkörpers 6 abhängig ist,
sondern auch von dem Anpressdruck und der Antriebsgeschwindigkeit v, ist ersichtlich,
dass die resultierende Querkraft F
Qres um so höher wird, je schneller die Fahr- und Bearbeitungsgeschwindigkeit der Vorrichtung
wird. Diese resultierende Querkraft F
Qres muss von dem Schleifgestell 4 aufgefangen werden, wozu Letzteres sehr massiv und
mit hohem Materialeinsatz und -aufwand auszubilden ist.
[0033] Diesem Erfordernis soll nun entgegengewirkt werden.
[0034] In Figur 3 ist schematisch eine Vorstufe der Überlegung auf dem Weg zu einer erfindungsgemäßen
Anordnung dargestellt. Hier sind zwei Schleifkörper 6 gleicher Bauart angeordnet,
die mit ihren Rotationsachsen 5 unter betragsmäßig gleichen spitzen Winkeln α zur
Schienenlängsrichtung L ausgerichtet sind, wobei die spitzen Winkel α jedoch in unterschiedlichen
Quadranten in der Richtung der Vortriebsgeschwindigkeit v gesehen liegen. Während
für den in der Figur links dargestellten Schleifkörper eine Ausrichtung mit einem
negativen Winkel -α wie in Figur 2 gezeigt gegeben ist, liegt der spitze Winkel für
den in der Figur rechts dargestellten Schleifkörper in einem in Richtung der Geschwindigkeit
v gesehen hinter dem Schnittpunkt S zwischen der Rotationsachse 5 und der Schienenlängsrichtung
L gelegenen Quadranten rechts der Schiene 3 und wird hier entsprechend als positiver
spitzer +α definiert. Diese Anordnung in betragsmäßig gleichen, aber vorzeichenmäßig
verschiedenen spitzen Winkeln +α und -α führt dazu, dass die Querkraft Fa für den
in der Figur links dargestellten Schleifkörper 6 in Richtung der Geschwindigkeit v
gesehen nach links von der Schiene 3 weggerichtet ist, während die auf dem in der
Figur rechts dargestellten Schleifkörper lastende Querkraft Fa sich zur rechten Seite
der Schiene 3 erstreckt. Aufgrund der betragsmäßig gleichen Größe der spitzen Winkel
α bei gleicher Bauart der Schleifkörper 6 ist - bei wie in der Praxis verwendetem
gleichen Anpressdruck auf beiden Schleifkörpern 6 in Richtung der Lauffläche 8 - der
Betrag der beiden Querkräfte F
Q gleich, so dass sich diese Querkräfte Fa bei der vektoriellen Addition insgesamt
aufheben und die resultierende Querkraft F
Qres dem Schleifgestell Null wird. Bei dieser Anordnung ergibt sich jedoch aufgrund der
an unterschiedlichen Angriffspunkten angreifenden, in verschiedene Richtungen zeigenden
Querkräfte Fa ein von Null verschiedenes Drehmoment M, wie es in der Figur angedeutet
ist. Dieses Drehmoment M wirkt auf das Schleifgestell 4 und führt zu weiteren Problemen
bei der Konstruktion.
[0035] Die weiteren Überlegungen auf dem Weg zu einer erfindungsgemäßen Anordnung von Schleifkörpern
6 und entsprechender Ausgestaltung der Vorrichtungen sind nun eine Aufhebung auch
des resultierenden Drehmoment M zu schaffen. Eine Anordnung, die auch dieses Erfordernis
erfüllt, ist in einem ersten Beispiel in Figur 4 gezeigt. Hier nun sind insgesamt
vier Schleifkörper 6 gleicher Bauart angeordnet, die mit ihren Rotationsachsen 5 jeweils
betragsmäßig einen gleichen Winkel α einschließen. Von den wiederum in gerader Anzahl
angeordneten Schleifkörpern 6 ist jeweils die Hälfte mit einem positiven spitzen Winkel
+α zwischen der jeweiligen Rotationsachse 5 und der Schienenlängsachse 11 und einem
negativen spitzen Winkel -α zwischen diesen Richtungen in einem hier nicht dargestellten
Schleifgestell angeordnet. Damit treten bei gleichem Anpressdruck auf den Schleifkörpern
6, wie er in der Praxis verwendet wird, Querkräfte Fa gleichen Betrages, jedoch in
den wie oben besprochenen unterschiedlichen Richtungen jeweils in gleicher Anzahl
auf, so dass sich die Querkräfte Fa wiederum zu einer resultierenden Querkraft F
Qres von Null vektoriell addieren. Die Schleifkörper 6 weisen in dieser Anordnung zueinander
(genauer in dem Abstand der Schnittpunkten S der Rotationsachsen 5 mit der Schienenlängsrichtung
L benachbarter Schleifkörper 6) jeweils einen gleichen Abstand auf und sind so verteilt,
dass rechts und links eines gedachten Mittelpunktes P der Anordnung jeweils in gleichem
Abstand zu diesem Mittelpunkt P je ein Schleifkörper 6 mit positivem spitzen Winkel
+α bzw. je ein Schleifkörper 6 mit negativem spitzen Winkel -α vorhanden ist. In dieser
Anordnung heben sich die durch die auf den einzelnen Schleifkörper 6 jeweils wirkenden
Querkräfte Fa erzeugten Drehmomente auf und ergeben insgesamt ein Drehmoment von M
= 0. In dieser erfindungsgemäßen Anordnung können die Schleifkörper 6 in einem Schleifgestell
4 aufgenommen und angeordnet werden, ohne dass eine resultierende Querkraft F
Qres auftritt und ohne dass ein Drehmoment M auf das Schleifgestell wirkt. Das Schleifgestell
kann entsprechend mit geringerem baulichen Aufwand ausgeführt werden, es werden höhere
Bearbeitungsgeschwindigkeiten v ermöglicht, und die Gefahr eines Ausweichens bzw.
Verkantens der Anordnung der Schleifkörper 6 bzw. des diese in der Anordnung haltenden
Schleifigestells 4 mit den negativen Folgen für das Schliffbild und der möglichen
Gefahr eines Schleifkörperbruches werden vermieden.
[0036] In Figur 5 ist in einer weiteren schematischen Darstellung eine Möglichkeit gezeigt,
weitere Schleifkörperanordnungen mit mehr als vier, nämlich einem Vielfachen von vier
Schleifkörpern 6 vorzusehen. Bei dieser Anordnung werden Schleifkörper 6 gleicher
Bauart unter betragsmäßig gleichen spitzen Winkeln α zwischen der Schienenlängsrichtung
L und ihren Rotationsachsen angeordnet. Dabei wird eine erste Gruppe von Schleifkörpern
6 mit ihren oben beschriebenen Abständen zu einem Mittelpunkt P zu beiden Seiten symmetrisch
im Zentrum der Anordnung vorgesehen, wobei diese Gruppe Schleifkörper 6 in einer Zahl
2n aufweist, wobei n eine natürliche Zahl ist. In Richtung der Schienenlängsrichtung
L vor und hinter dieser mittleren Gruppe sind jeweils eine Gruppen mit Schleifkörpern
6 in einer Ausrichtung unter einem spitzen Winkel mit von den spitzen Winkeln der
ersten Gruppe abweichenden Vorzeichen angeordnet, jeweils in einer Anzahl n, wobei
n eine natürliche Zahl ist. Die Positionen dieser Schleifkörper 6 sind dabei symmetrisch
zu dem Mittelpunkt P verteilt. Auch hierbei ergibt sich, wie in der Darstellung der
Figur leicht abzulesen ist, eine resultierende Querkraft F
Qres von Null sowie ein ebenfalls wegfallendes resultierendes Drehmoment M, wenn diese
Anordnung in einem Schleifgestell zusammengefasst ist. Durch die vordere und hintere
Gruppe der Schleifkörper 6 wird zu einer Richtung der Schiene 3 eine Kraft von je
n*F
Q auf das Schleifgestell ausgeübt, die zentrale Gruppe übt auf das Schleifgestell insgesamt
eine Kraft von 2n*F
Q aus. Durch die symmetrische Verteilung um den Mittelpunkt P ergibt sich zu beiden
Seiten ein Momentgleichgewicht, so dass das resultierende Drehmoment M Null ist.
[0037] In Figur 6 ist in einer noch stärker schematischen Darstellung (hier sind nur die
Rotationsachsen 5 der Schleifkörper 6 eingezeichnet) eine andere mögliche Anordnung
von Schleifkörpern in einem Schleifgestell gezeigt, wobei hier Schleifkörper gleicher
Bauart mit betragsmäßig gleichen spitzen Winkeln α mit unterschiedlichen Vorzeichen
in einer Reihe hintereinander so angeordnet sind, dass die resultierende Querkraft
F
Qres ebenso null ist wie das Drehmoment M. Hier ist im Abstand A zu einem Drehpunkt D
jeweils vor und hinter diesem Drehpunkt D in Schienenlängsrichtung L gesehen je ein
Schleifkörper angeordnet, die weiteren Schleifkörper sind dann in gleichem Abstand
A zu diesem ersten Schleifkörper bzw. den weiteren Schleifkörpern in Schienenlängsrichtung
L vor und hinter dem Drehpunkt D verteilt. Bei dieser Anordnung wird ohne die in den
Figuren 4 und 5 aufgezeigte Symmetrie durch geschickte Wahl der Verteilung der positiven
und negativen spitzen Winkel die Aufhebung der auftretenden Querkräfte Fa zu einer
resultierenden Querkraft F
Qres von Null und die Freiheit von einem resultierenden Drehmoment M erreicht.
[0038] Aufgrund der voranstehenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele sind die Bedeutung
und der Nutzen der Erfindung noch einmal deutlich geworden.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Fahrgestell
- 2
- Laufrad
- 3
- Schiene
- 4
- Schleifgestell
- 5
- Rotationsachse
- 6
- Schleifkörper
- 7
- Umfangsfläche
- 8
- Lauffläche
- A
- Abstand
- D
- Drehpunkt
- FQ
- Querkraft
- FQres
- resultierende Querkraft
- Fw
- Widerstandskraft
- L
- Schienenlängsrichtung
- M
- Drehmoment
- n
- Rotation
- P
- Mittelpunkt
- S
- Schnittpunkt
- V
- Geschwindigkeit
- +α
- positiver spitzer Winkel
- -α
- negativer spitzer Winkel
1. Vorrichtung zum Bearbeiten der Laufflächen (8) von Schienen (3) durch Umfangsschleifen
mit wenigstens einem an die Lauffläche (8) der Schiene (3) anstellbaren und entlang
der Schiene (3) bewegbaren Schleifgestell (4), welches mindestens vier jeweils frei
um ihre jeweilige Rotationsachse (5) drehbar gelagerte Schleifkörper (6) zum Umfangsschleifen
aufweist, wobei das Schleifgestell (4) derart eingerichtet ist und die Schleifkörper
darin solchermaßen gelagert sind, dass die Rotationsachsen (5) bei zum Bearbeiten
der Laufflächen (8) an eine Schiene (3) angestelltem Schleifgestell (4) zur Schienenlängsrichtung
einen spitzen Winkel (α) einschließen dadurch gekennzeichnet, dass in dem Schleifgestell (4) eine gerade Anzahl von Schleifkörpern (6) angeordnet ist,
wobei Schleifkörper (6) gleicher Bauart mit ihren Rotationsachsen (5) derart in dem
Schleifgestell (4) angeordnet sind, dass bei zum Bearbeiten der Laufflächen (8) an
eine Schiene (3) angestelltem Schleifgestell (4) die Rotationsachsen (5) einer ersten,
zahlenmäßig die Hälfte der Schleifkörper (6) enthaltenden Gruppe von Schleifkörpern
(6) zur Schienenlängsrichtung (L) jeweils einen ersten spitzen Winkel (+α) einschließen,
und die Rotationsachsen (5) einer zweiten, zahlenmäßig die Hälfte der Schleifkörper
(6) enthaltenden Gruppe von Schleifkörpern (6) die Rotationsachsen (5) jeweils einen
in seinem Vorzeichen von dem ersten spitzen Winkel (+α) abweichenden zweiten spitzen
Winkel (-α) einschließen, wobei alle ersten und zweiten spitzen Winkel (+α, -α) jeweils
gleichen Betrages sind, und wobei die Anordnung der Schleifkörper (6) so gewählt ist,
dass ein resultierendes, auf dem Schleifgestell (4) senkrecht zu der Anstellrichtung
wirkendes Drehmoment (M) im Wesentlichen Null ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie vier oder ein Vielfaches von vier Schleifkörper (6) aufweist, die in dem Schleifgestell
(4) entlang einer gedachten Linie angeordnet sind, und dass ausgehend von einem auf
der Linie gelegenen Mittelpunkt (P) beidseitig desselben jeweils gleich viele Schleifkörper
(6) so angeordnet sind, dass zu beiden Richtungen des Mittelpunktes (P) in gleichem
Abstand jeweils ein Schleifkörper gleicher Bauart so angeordnet ist, dass die Drehachsen
dieser zu dem Mittelpunkt (P) den gleichen Abstand aufweisenden Schleifkörper (6)
mit der Schienenlängsrichtung (L) den gleichen spitzen Winkel (+α, -α)einschließen.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle Schleifkörper (6) mit Ihren Rotationsachsen (5) zu der Schienenlängsrichtung
(L) einen vom Betrag her gleichen spitzen Winkel (α), insbesondere im Bereich von
40° bis 60°, einschließen, mit unterschiedlichen Vorzeichen.
4. Vorrichtung nach den Anspruch 2und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifkörper (6), die mit ihren Rotationsachsen (5) zu der Schienenlängsrichtung
(L) einen positiven Winkel (+α) einschließen, und die Schleifkörper (6), die mit ihren
Rotationsachsen (5) zu der Schienenlängsrichtung (L) einen negativen Winkel (-α) einschließen
jeweils in Gruppen benachbarter Schleifkörper (6) so zusammengefasst sind, dass sich
zu beiden Seiten des Mittelpunktes (P) je eine Gruppe von Schleifkörpern (6) beider
Orientierungen befindet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle Schleifkörper (6) in dem Schleifgestell (4) solche gleicher Bauart sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifkörper (6) so angeordnet sind, dass diejenigen Schleifkörper (6), deren
Rotationsachsen (5) zu der Schienenlängsrichtung (L) einen spitzen Winkel (+α) mit
einem ersten Vorzeichen einschließen, zum Angreifen an einer Innenkante der zu bearbeitenden
Schienenlauffläche (8) ausgerichtet sind, und dass die Schleifkörper (6), deren Rotationsachsen
(5) zu der Schienenlängsrichtung (L) einen spitzen Winkel (-α) mit einem von dem ersten
Vorzeichen abweichenden zweiten Vorzeichen einschließen, zum Angreifen an einer Außenkante
der zu bearbeitenden Schienenlauffläche (8) ausgerichtet sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein selbstangetriebenes Fahrzeug mit einem Fahrgestell (1) umfasst, an welchem
das wenigstens eine Schleifgestell (4) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens zwei Schleifgestelle (4) mit entsprechend angeordnete und ausgerichteten
Schleifkörpern (6) aufweist, wobei für die Schleifbearbeitung jeder der beiden in
einem Gleis verlaufenden Schienen (3) wenigstens ein Schleifgestell (4) vorgesehen
ist.
1. A device for machining the running surfaces (8) of rails (3) by peripheral grinding
with at least one grinding frame (4) which is adjustable at the running surface (8)
of the rail and which is mobile along the rail (3), which includes at least four grinding
bodies (6) mounted rotatably and freely about their respective rotation axis (5) for
peripheral grinding, whereas the grinding frame (4) is arranged in such a way and
the grinding bodies are mounted in such a way that with a grinding frame (4) adjusted
for machining the running surfaces (8)the rotation axes (5) form an acute angle (α)
with respect to a rail longitudinal direction, , characterised in that the grinding frame (4) comprises an even number of grinding bodies (6) whereas grinding
bodies of the same design are arranged with their rotation axes in the grinding frame
(4) in such a way that, with a grinding frame mounted on a rail (3) for machining
the running surfaces (8), the rotation axes (5) of a first group of grinding bodies
(6), containing numerically half the grinding bodies (6), form respectively a first
acute angle (+α) with respect to the rail longitudinal direction (L), and the rotation
axes (5) of a second group of grinding bodies (6), containing numerically half the
grinding bodies (6), form respectively a second acute angle (-α) deviating in its
prefix from the first acute angle (+α) with respect to the rail longitudinal direction
(L), whereas all the first and second acute angles (+α, - α) are respectively equal,
and whereas the configuration of the grinding bodies (6) is selected in such a way
that a resulting torque (M), acting on the grinding frame (4) perpendicularly to the
approach direction, is substantially equal to zero.
2. The device according to claim 1, characterised in that it entails four or a multiple of four grinding bodies (6), which are arranged in
the grinding frame (4) along an imaginary line, and that starting from a centre (P)
situated on the line, the same number of grinding bodies (6) is respectively provided
on both sides of said centre in such a way that a grinding body of the same design
is arranged respectively at the same distance with respect to both directions of the
centre (P) so that the rotational axes of these grinding bodies (6) having the same
distance with respect to the centre (P) form the same acute angle (+a, -a) with respect
to the rail longitudinal direction.
3. The device according to one of the preceding claims, characterised in that all the grinding bodies (6) with their rotation axes (5) form an acute angle (α)
of the same value, in the range between 40° and 60°, with respect to the rail longitudinal
direction, with different prefixes.
4. The device according to claims 2 and 3, characterised in that the grinding bodies (6) which form with their rotation axes (5) a positive angle
(+α) with respect to the rail longitudinal direction (L), and that the grinding bodies
(6), which form with their rotation axes (5) a negative angle (-α) with respect to
the rail longitudinal direction (L), are respectively united into groups of neighbouring
grinding bodies (6) in such a way that there is a group of grinding bodies (6) of
both orientations on both sides of the centre (P).
5. The device according to one of the preceding claims, characterised in that all the grinding bodies (6) in the grinding frame (4) have the same design.
6. The device according to one of the preceding claims, characterised in that the grinding bodies (6) are arranged so that the grinding bodies (6) whose rotation
axes (5) form an acute angle (+α) with respect to the rail longitudinal direction
(L) with a first prefix are oriented for meshing into an inner edge of the running
surface to be machined (8) and the grinding bodies (6), whose rotation axes (5) form
an acute angle (-α) with respect to the rail longitudinal direction (L) with a second
prefix deviating from the first prefix, are oriented for meshing into an outer edge
of the running surface to be machined (8).
7. The device according to one of the preceding claims, characterised in that it comprises a self-propelled vehicle with a rolling chassis (1) on which at least
one grinding frame (4) is provided.
8. The device according to one of the preceding claims, characterised in that it contains at least two grinding frames (4) with grinding bodies (6) arranged and
oriented accordingly, whereas at least one grinding frame (4) for the grinding operation
of each of both rails (3) running on a track is provided.
1. Dispositif d'usinage des surfaces de roulement (8) de rails (3) par meulage périphérique
comprenant au moins un châssis de meulage réglable au niveau de la surface de roulement
(8) du rail (3) et mobile le long du rail (3), qui présente au moins quatre corps
de meulage (6) montés rotatifs et respectivement libres autour de leur axe de rotation
(5) respectif pour effectuer un meulage périphérique, où le châssis de meulage (4)
est installé et les corps de meulage sont montés dans celui-ci de telle sorte que
les axes de rotation (5) décrivent un angle aigu (oc) par rapport à la direction longitudinale
des rails pour l'usinage des surfaces de roulement (8) avec un châssis de meulage
(4) disposé au niveau d'un rail (3), caractérisé en ce que le châssis de meulage (4) contient un nombre pair de corps de meulage (6), où les
corps de meulage (6) de même conception sont disposés avec leurs axes de rotation
(5) dans le châssis de meulage (4) de telle sorte que pour l'usinage des surfaces
de roulement (8), avec un châssis de meulage (4) disposé au niveau d'un rail (3),
les axes de rotation (5) d'un premier groupe de corps de meulage (6) contenant la
moitié en nombre des corps de meulage (6), décrivent un premier angle aigu (+α) respectivement
par rapport à la direction longitudinale des rails (L), et les axes de rotation (5)
d'un second groupe de corps de meulage (6) contenant la moitié en nombre des corps
de meulage (6) décrivent respectivement un second angle aigu (-α) dont le préfixe
se distingue du premier angle aigu (+α), où tous les premiers et seconds angles aigus
(+α, - α) sont respectivement identiques et où la configuration des corps de meulage
(6) est choisie de telle sorte que l'on obtient un couple de rotation (M) agissant
perpendiculairement à la direction d'approche sur le châssis de meulage (4), couple
sensiblement égal à zéro.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il comprend quatre ou un multiple de quatre corps de meulage (6) qui sont aménagés
dans le châssis de meulage (4) le long d'une ligne imaginaire, et qu'en partant d'un
centre (P) situé sur la ligne le même nombre de corps de meulage (6) est disposé respectivement
des deux côtés du centre de telle sorte qu'un corps de meulage de même conception
est prévu à égale distance des deux directions du centre (P) pour que les axes de
rotation de ces corps de meulage (6) présentant la même distance par rapport au centre
(P) décrivent le même angle aigu (+α, - α) par rapport à la direction longitudinale
des rails (L).
3. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que tous les corps de meulage (6) avec leurs axes de rotation (5) décrivent un angle
aigu (α) identique, en particulier compris entre 40° et 60°, par rapport à la direction
longitudinale des rails (L), avec un préfixe différent.
4. Dispositif selon la revendication 2 et la revendication 3, caractérisé en ce que les corps de meulage (6) qui décrivent avec leurs axes de rotation (5) un angle positif
(+α) par rapport à la direction longitudinale des rails, et les corps de meulage (6),
qui décrivent avec leurs axes de rotation (5) un angle négatif (-α) par rapport à
la direction longitudinale des rails, sont regroupés respectivement en groups de corps
de meulage voisins (6) de telle sorte qu'un groupe de corps de meulage (6) de deux
orientations se trouvent sur les deux côtés du centre (P).
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que tous les corps de meulage (6) dans le châssis de meulage (4) sont tous de même conception.
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les corps de meulage (6) sont prévus de telle sorte que les corps de meulage (6)
dont les axes de rotation (5) décrivent un angle aigu (+α) par rapport à la direction
longitudinale des rails (L) avec un premier préfixe, sont aménagés pour s'engrener
dans un bord interne de la surface de roulement de rail à traiter (8), et que les
corps de meulage (6) dont les axes de rotation (5) décrivent un angle aigu (-α) par
rapport à la direction longitudinale des rails (L), avec un second préfixe distinct
du premier préfixe, sont aménagés pour s'engrener dans un bord externe de la surface
de roulement de rail à traiter (8).
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il comprend un véhicule autopropulsé avec un châssis de meulage (1) au niveau duquel
est prévu au moins un châssis de meulage (4).
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente au moins deux châssis de meulage (4) avec des corps de meulage (6) aménagés
et orientés comme il convient, où au moins un châssis de meulage (4) est prévu pour
l'usinage par meulage de chacun des deux rails (3) circulant sur une voie.