[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für Rollläden, Markisen und dergleichen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei Antriebsvorrichtungen auf dem Gebiet der Rollladen-Markisenantrieb und dergleichen
ist ein als Befestigungsvorrichtung dienender Motorkopf mit der Antriebseinheit fest
verankert. Dadurch wird die Lagerhaltung der Antriebseinheiten erschwert, da jede
Antriebseinheit komplett auf Lager gehalten werden muss. Dadurch entstehen hohe Lagerkosten
und ein hoher Lagerplatzbedarf. Ferner lässt diese Bauform eine Entscheidung, welcher
Motortyp auf der Baustelle verbaut werden soll, nur vorab im Lager zu, da der komplette
Motor mit Befestigungsvorrichtung mitgenommen werden muss.
[0003] Modular gestaltete Aufbauten sind schon z.B. durch die
DE10258061 bekannt, die aber immer nur eine Form des Motorkopfs zulassen, da in diesem die Endabschaltung
integriert ist.
[0004] Ein weiterer Nachteil ist, dass die Einbausituation, d.h. welche Form der Motorkopf
haben muss, nicht vorn Monteur vor Ort flexibel getroffen werden kann, sondern aufwändig
im Vorfeld geklärt werden muss, da der Monteur unmöglich jede Antriebsvorrichtungsvariante
als komplettes Bauteil in seinem Fahrzeug mitführen kann.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Antriebsvorrichtung der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, die ein kleineres Lagervolumen für jede
denkbare, geometrische Form des Motorkopfs zulässt und ein flexibles Handeln des Monteurs
vor Ort erlaubt, der dann auf jede Einbausituation entsprechend der Geometrie und
der Einbaulänge reagieren kann.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Man erkennt dass die
Erfindung jedenfalls dann verwirklicht ist, wenn es sich um eine Antriebsvorrichtung
für Rollläden, Markisen und dergleichen mit einem im Wickelrohr angeordneten, dieses
antreibenden, elektrischen Rohrmotor handelt, der aus einem Rumpfmotor und einem als
Befestigungsvorrichtung für den Rumpfmotor im Wickelrohr dienenden Motorkopf besteht.
Der Motorkopf ist modular steckbar am Rumpfmotor angebracht.
[0007] Durch den an den Rumpfmotor ankoppelbaren Motorkopf ist die Antriebsvorrichtung kombinationsreicher
ausgestaltet. So können Rohrmotoren mit unterschiedlichen Leistungen, die sich vorzugsweise
durch verschiedene Längen unterscheiden, mit unterschiedlichen Motorköpfen (unterschiedliche,
geometrische Formen) kombiniert werden. Daher kann ein Längenausgleich stattfinden,
ohne den kompletten Motor austauschen zu müssen.
[0008] Die Motorköpfe können an verschiedene Befestigungssysteme angepasst werden. Durch
diese Trennung von Motorkopf und Rumpfmotor wird ebenso ein Hersteller-, Montage-
und Lagervorteil erreicht.
[0009] Einfache, weitere Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen niedergelegt.
[0010] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
[0011] Fig. 1 eine perspektivische Komplettansicht eines Rohrmotors aus Rumpfmotor und Motorkopf,
[0012] Fig. 2 eine perspektivische Komplettansicht eines Rohrmotors aus Rumpfmotor und einem
alternativen Motorkopf,
[0013] Fig. 3 eine perspektivische Explosionsansicht des Rumpfmotors und Motorkopfs der
Fig. 1 von vorn,
[0014] Fig. 4 eine perspektivische Explosionsansicht des Rumpfmotors und Motorkopfs der
Fig. 1 von hinten,
[0015] Fig. 5 eine perspektivische Ansicht des Motorkopfs der Fig. 1 von hinten,
[0016] Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des Motorkopfs der Fig. 1 von vorn,
[0017] Fig. 7 eine perspektivische Ansicht des alternativen Motorkopfs der Fig. 2 von hinten,
[0018] Fig. 8 eine perspektivische Ansicht des alternativen Motorkopfs der Fig. 2 von vorn
und
[0019] Fig. 9 eine perspektivische Ansicht des Rumpfmotors der Fig. 1 bzw. 2.
[0020] In Fig. 1 ist ein kompletter Rohrmotor aus einem Rumpfmotor 1' und einem modularen
Motorkopf 1 abgebildet. Der Motorkopf 1 weist die Form einer Hülse 10 (Fig. 3) mit
einem Hülsenboden 1
1, der mit einem Kabeldurchlass 2 zur Durchführung einer Versorgungsleitung 6 und mit
einem polygonen Durchlass 3 versehen ist. Der Durchlass 3 dient zu Aufnahme eines
komplementären Bolzens (nicht dargestellt), der z.B. an einem Rollladenkastenseitenteil
(nicht gezeigt) befestigt ist. Der Durchlass 3 und der komplementäre Bolzen dienen
zur axialen und radialen Lagerung des Rohrmotors. Ferner sind im Hülsenboden 1
1 Durchbrüche 4a, 4b angeordnet, die zur Aufnahme von nicht dargestellten Befestigungsmitteln
dienen.
Weiterhin ist eine Nut 5 am Rand des Hülsenbodens 1
1 vorhanden, die zur Aufnahme einer nicht dargestellten Befestigungsfeder dient. Eine
Verbindung des Rumpfmotors 1' mit einer Wickelwelle des Rollladens und damit der Antrieb
dieser Wickelwelle liegt auf der dem Motorkopf 1 gegenüberliegenden Ende des Rohrmotors
(nicht gezeigt).
[0021] In Fig. 2 ist derselbe Rumpfmotor 1' mit einem beispielhaften, alternativen Motorkopf
7 versehen. Dieser alternative Motorkopf 7 wird aufgrund seiner sehr kleinen Bauart
dann eingesetzt, wenn eine sehr beengte Einbausituation vorliegt. Er wird noch näher
beschrieben werden.
[0022] In den Figuren 3 und 4 ist der komplette Rohrmotor der Fig. 1 mit entrücktem Motorkopf
1 einmal von vorn und einmal von hinten zu sehen. Am Ende des Rumpfmotors 1' sind
vier Aufbringungen 8a-8d angeordnet, die auf dem Umfang des Rumpfmotors 1' gleichmäßig
verteilt sind und zur Aufnahme in vier komplementäre Einnehmungen 9a-9d dienen, die
nach Fig. 4 im Hülsenboden 1
1 angeordnet sind und jede erdenkliche geometrische Form aufweisen können.
[0023] Eine erste Fläche 10
1 der Hülse 1
1, nämlich deren Außenfläche, ist derart ausgebildet, dass sie zur Aufnahme eines hülsenförmigen
Rohrmitnehmers 11 geeignet ist, wobei der Rohrmitnehmer 11 eine erste Fläche 12, nämlich
dessen Innenfläche, aufweist, die komplementär zur ersten Fläche 10
1 ausgebildet ist und eine Drehbewegung des mit den ersten Flächen gebildeten Drehlagers
zulässt. Beim Mitnehmer 11 handelt es sich damit um ein Teil eines Drehlagers. Die
Verzahnung am Mitnehmer 11 dient zum Zählen der Umdrehungen.
[0024] Eine zweite Fläche 10
2 der Hülse 1
1, nämlich deren Innenfläche, ist komplementär zu einer zweiten Fläche 14 des Rumpfmotors
1', nämlich dessen Außenendfläche, ausgebildet. Ein Durchbruch 15a in der Hülse 1
1 und ein deckungsgleich angeordneter Durchbruch 15b in der Fläche 14 dienen zur axialen
Entriegelung der Verbindung zwischen dem erwähnten, nicht dargestellten Bolzen und
dem Rumpfmotor 1' mittels eines Stifts, wobei diese Verbindung beispielsweise durch
Verrastung mittels eines gefederten Druckstücks gebildet sein kann.
[0025] In den Figuren 5-8 sind Motorköpfe in unterschiedlichen Perspektiven dargestellt.
[0026] In den Figuren 5 und 6 sind perspektivische Ansichten des Motorkopfs der Fig. 1 einmal
von hinten und einmal von vorn dargestellt. Aus Fig. 5 geht hervor, dass sich der
Hülsenboden 1
1 mit einem Rand 1
2 deutlich über den Umfang der Hülse 10 erstreckt. In diesem Rand 1
2 sind gleichmäßig vier Befestigungsbohrungen 16a-16d vorgesehen, durch die Befestigungsmittel
zur Befestigung des Rohrmotors an z.B. einem Rollladenseitenteil durchführbar sind.
Aus Fig. 6 sind ferner Durchbrüche 17-19 im Hülsenboden 1
1 erkennbar, die der Materialeinsparung dienen.
[0027] In den Figuren 7 und 8 sind perspektivische Ansichten des alternativen Motorkopfs
der Fig. 2 einmal von hinten und einmal von vorn dargestellt. Aus Fig. 7 geht hervor,
dass sich der Hülsenboden 1
1 mit nur einem schmalen Anschlagrand 1
2' über den Umfang der Hülse 10 erstreckt. Aus Fig. 8 ist ferner erkennbar, dass ein
zentraler Aufsatz 20 auf dem Hülsenboden 1
1 angeordnet ist. Durch diesen Aufsatz 20 ist der polygene Durchlass 3 weitergeführt.
Ferner sind im Hülsenboden 1
1 die zwei Befestigungsbohrungen 4a, 4b zu erkennen, die der Befestigung des Rohrmotors
an z.B. dem Rollladenseitenteil dienen.
[0028] Die Fig. 9 zeigt die Ausbildung des Endes des Rumpfmotors 1' ohne Motorkopf. Es sind
die vier Aufbringungen 8a-8d und Befestigungsbohrungen 4a' und 4b' zu erkennen. Durch
die Bohrung 15b ist der Stift zur Auslösung des gefederten Druckstücks im Bolzen führbar.
[0029] Die in den Figuren dargestellten Motorköpfe sind nur beispielhaft angegeben und sollen
den Schutzumfang der Erfindung keinesfalls beschränken; vielmehr kann die äußere Form
der Motorköpfe jeweils den Bedingungen am Einsatzort (z.B. Rollladenkasten) angepasst
werden.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Motorkopf
- 1'
- Rumpfmotor
- 11
- Hülsenboden
- 12
- Rand des Hülsenbodens 11
- 12'
- Anschlagrand des Hülsenbodens des Motorkopfs 7
- 2
- Kabeldurchlass
- 3
- Polygoner Durchlass des Hülsenbodens 11
- 3'
- Polygoner Durchlass des Rumpfmotors 1'
- 4a, 4b
- Durchbruch
- 5
- Nut
- 6
- Versorgungsleitung
- 7
- Alternativer Motorkopf
- 8a-8d
- Aufbringungen
- 9a-9d
- Einnehmungen
- 10
- Hülse
- 101
- Erste Fläche der Hülse 10
- 102
- Zweite Fläche der Hülse 10
- 11
- Rohrmitnehmer
- 12
- Erste Fläche des Rohrmitnehmers 11
- 14
- Zweite Fläche des Rumpfmotors 1'
- 15a, 15b
- Durchbruch
- 16a-16d
- Befestigungsbohrung
- 17-19
- Durchbruch
- 20
- Aufsatz
1. Antriebsvorrichtung für Rollläden, Markisen und dergleichen mit einem im Wickelrohr
angeordneten, dieses antreibenden, elektrischen Rohrmotor, der aus einem Rumpfmotor
(1') und einem als Befestigungsvorrichtung für den Rumpfmotor (1') im Wickelrohr dienenden
Motorkopf besteht,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Motorkopf (1, 7) modular steckbar am Rumpfmotor (1') angebracht ist.
2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Motorkopf (1) aus einer Hülse (10) und einem Hülsenboden (11) besteht.
3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hülsenboden (11) einen deutlich über den Umfang der Hülse (10) überstehenden Rand (12) aufweist, der mit verteilten Befestigungsbohrungen (16a-16d) versehen ist.
4. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hülsenboden (11) einen nur wenig über den Umfang der Hülse (10) überstehenden Anschlagrand (12') aufweist und dass im Hülsenboden (11) zwei Befestigungsbohrungen (4a, 4b) vorgesehen sind.
5. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hülsenboden (11) und das Ende des Rumpfmotors (1') mit einem zentralen, polygonen Durchlass (3, 3')
zur Aufnahme eines feststehenden Bolzens versehen ist.
6. Antriebsvorrichtung nach den Ansprüche 4 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Hülsenboden außen ein zentraler Aufsatz (20) vorgesehen ist, durch den der
zentrale, polygone Durchlass (3) weitergeführt ist.
7. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bolzen ein gefedertes Druckstück aufweist, das in den Durchlass (3, 3') einrastbar
ist.
8. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Durchbruch (15a) in der Hülse (11) und ein deckungsgleich angeordneter Durchbruch (15b) im Rumpfmotor (1', Fläche 14)
vorgesehen sind, die zur axialen Entriegelung der Verbindung zwischen dem Bolzen und
dem Rumpfmotor (1') mittels eines Stifts dienen.
9. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Hülsenboden (11) Einnehmungen (9a-9d) und am Rumpfmotor (1') komplementäre Aufbringungen (8a-8d)
vorgesehen sind, die in die Einnehmungen einbringbar sind.
10. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine erste Fläche (101) der Hülse (11), nämlich deren Außenfläche, derart ausgebildet ist, dass sie zur Aufnahme eines
hülsenförmigen Rohrmitnehmers (11) geeignet ist, wobei der Rohrmitnehmer (11) eine
erste Fläche (12), nämlich dessen Innenfläche, aufweist, die komplementär zur ersten
Fläche (101) der Hülse (11) ausgebildet ist und eine Drehbewegung des mit den ersten Flächen (101, 12) gebildeten Drehlagers zulässt.