(19)
(11) EP 2 390 457 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.11.2011  Patentblatt  2011/48

(21) Anmeldenummer: 11004335.3

(22) Anmeldetag:  26.05.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 9/72(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 26.05.2010 DE 102010021517

(71) Anmelder: Gerhard Geiger GmbH & Co.
74303 Bietigheim-Bissingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Dangel, Hans-Michael
    74391 Erligheim (DE)

(74) Vertreter: Jeck, Anton 
Jeck - Fleck - Herrmann Patentanwälte Postfach 14 69
D-71657 Vaihingen/Enz
D-71657 Vaihingen/Enz (DE)

   


(54) Antriebsvorrichtung für Markisen


(57) Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für Rollläden, Markisen und dergleichen mit einem im Wickelrohr angeordneten, dieses antreibenden, elektrischen Rohrmotor, der aus einem Rumpfmotor (1') und einem als Befestigungsvorrichtung für den Rumpfmotor im Wickelrohr dienenden Motorkopf (1) besteht. Gemäß der Erfindung ist der Motorkopf (1) modular steckbar am Rumpfmotor (1') angebracht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für Rollläden, Markisen und dergleichen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Bei Antriebsvorrichtungen auf dem Gebiet der Rollladen-Markisenantrieb und dergleichen ist ein als Befestigungsvorrichtung dienender Motorkopf mit der Antriebseinheit fest verankert. Dadurch wird die Lagerhaltung der Antriebseinheiten erschwert, da jede Antriebseinheit komplett auf Lager gehalten werden muss. Dadurch entstehen hohe Lagerkosten und ein hoher Lagerplatzbedarf. Ferner lässt diese Bauform eine Entscheidung, welcher Motortyp auf der Baustelle verbaut werden soll, nur vorab im Lager zu, da der komplette Motor mit Befestigungsvorrichtung mitgenommen werden muss.

[0003] Modular gestaltete Aufbauten sind schon z.B. durch die DE10258061 bekannt, die aber immer nur eine Form des Motorkopfs zulassen, da in diesem die Endabschaltung integriert ist.

[0004] Ein weiterer Nachteil ist, dass die Einbausituation, d.h. welche Form der Motorkopf haben muss, nicht vorn Monteur vor Ort flexibel getroffen werden kann, sondern aufwändig im Vorfeld geklärt werden muss, da der Monteur unmöglich jede Antriebsvorrichtungsvariante als komplettes Bauteil in seinem Fahrzeug mitführen kann.

[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Antriebsvorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, die ein kleineres Lagervolumen für jede denkbare, geometrische Form des Motorkopfs zulässt und ein flexibles Handeln des Monteurs vor Ort erlaubt, der dann auf jede Einbausituation entsprechend der Geometrie und der Einbaulänge reagieren kann.

[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Man erkennt dass die Erfindung jedenfalls dann verwirklicht ist, wenn es sich um eine Antriebsvorrichtung für Rollläden, Markisen und dergleichen mit einem im Wickelrohr angeordneten, dieses antreibenden, elektrischen Rohrmotor handelt, der aus einem Rumpfmotor und einem als Befestigungsvorrichtung für den Rumpfmotor im Wickelrohr dienenden Motorkopf besteht. Der Motorkopf ist modular steckbar am Rumpfmotor angebracht.

[0007] Durch den an den Rumpfmotor ankoppelbaren Motorkopf ist die Antriebsvorrichtung kombinationsreicher ausgestaltet. So können Rohrmotoren mit unterschiedlichen Leistungen, die sich vorzugsweise durch verschiedene Längen unterscheiden, mit unterschiedlichen Motorköpfen (unterschiedliche, geometrische Formen) kombiniert werden. Daher kann ein Längenausgleich stattfinden, ohne den kompletten Motor austauschen zu müssen.

[0008] Die Motorköpfe können an verschiedene Befestigungssysteme angepasst werden. Durch diese Trennung von Motorkopf und Rumpfmotor wird ebenso ein Hersteller-, Montage- und Lagervorteil erreicht.

[0009] Einfache, weitere Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen niedergelegt.

[0010] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:

[0011] Fig. 1 eine perspektivische Komplettansicht eines Rohrmotors aus Rumpfmotor und Motorkopf,

[0012] Fig. 2 eine perspektivische Komplettansicht eines Rohrmotors aus Rumpfmotor und einem alternativen Motorkopf,

[0013] Fig. 3 eine perspektivische Explosionsansicht des Rumpfmotors und Motorkopfs der Fig. 1 von vorn,

[0014] Fig. 4 eine perspektivische Explosionsansicht des Rumpfmotors und Motorkopfs der Fig. 1 von hinten,

[0015] Fig. 5 eine perspektivische Ansicht des Motorkopfs der Fig. 1 von hinten,

[0016] Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des Motorkopfs der Fig. 1 von vorn,

[0017] Fig. 7 eine perspektivische Ansicht des alternativen Motorkopfs der Fig. 2 von hinten,

[0018] Fig. 8 eine perspektivische Ansicht des alternativen Motorkopfs der Fig. 2 von vorn und

[0019] Fig. 9 eine perspektivische Ansicht des Rumpfmotors der Fig. 1 bzw. 2.

[0020] In Fig. 1 ist ein kompletter Rohrmotor aus einem Rumpfmotor 1' und einem modularen Motorkopf 1 abgebildet. Der Motorkopf 1 weist die Form einer Hülse 10 (Fig. 3) mit einem Hülsenboden 11, der mit einem Kabeldurchlass 2 zur Durchführung einer Versorgungsleitung 6 und mit einem polygonen Durchlass 3 versehen ist. Der Durchlass 3 dient zu Aufnahme eines komplementären Bolzens (nicht dargestellt), der z.B. an einem Rollladenkastenseitenteil (nicht gezeigt) befestigt ist. Der Durchlass 3 und der komplementäre Bolzen dienen zur axialen und radialen Lagerung des Rohrmotors. Ferner sind im Hülsenboden 11 Durchbrüche 4a, 4b angeordnet, die zur Aufnahme von nicht dargestellten Befestigungsmitteln dienen.
Weiterhin ist eine Nut 5 am Rand des Hülsenbodens 11 vorhanden, die zur Aufnahme einer nicht dargestellten Befestigungsfeder dient. Eine Verbindung des Rumpfmotors 1' mit einer Wickelwelle des Rollladens und damit der Antrieb dieser Wickelwelle liegt auf der dem Motorkopf 1 gegenüberliegenden Ende des Rohrmotors (nicht gezeigt).

[0021] In Fig. 2 ist derselbe Rumpfmotor 1' mit einem beispielhaften, alternativen Motorkopf 7 versehen. Dieser alternative Motorkopf 7 wird aufgrund seiner sehr kleinen Bauart dann eingesetzt, wenn eine sehr beengte Einbausituation vorliegt. Er wird noch näher beschrieben werden.

[0022] In den Figuren 3 und 4 ist der komplette Rohrmotor der Fig. 1 mit entrücktem Motorkopf 1 einmal von vorn und einmal von hinten zu sehen. Am Ende des Rumpfmotors 1' sind vier Aufbringungen 8a-8d angeordnet, die auf dem Umfang des Rumpfmotors 1' gleichmäßig verteilt sind und zur Aufnahme in vier komplementäre Einnehmungen 9a-9d dienen, die nach Fig. 4 im Hülsenboden 11 angeordnet sind und jede erdenkliche geometrische Form aufweisen können.

[0023] Eine erste Fläche 101 der Hülse 11, nämlich deren Außenfläche, ist derart ausgebildet, dass sie zur Aufnahme eines hülsenförmigen Rohrmitnehmers 11 geeignet ist, wobei der Rohrmitnehmer 11 eine erste Fläche 12, nämlich dessen Innenfläche, aufweist, die komplementär zur ersten Fläche 101 ausgebildet ist und eine Drehbewegung des mit den ersten Flächen gebildeten Drehlagers zulässt. Beim Mitnehmer 11 handelt es sich damit um ein Teil eines Drehlagers. Die Verzahnung am Mitnehmer 11 dient zum Zählen der Umdrehungen.

[0024] Eine zweite Fläche 102 der Hülse 11, nämlich deren Innenfläche, ist komplementär zu einer zweiten Fläche 14 des Rumpfmotors 1', nämlich dessen Außenendfläche, ausgebildet. Ein Durchbruch 15a in der Hülse 11 und ein deckungsgleich angeordneter Durchbruch 15b in der Fläche 14 dienen zur axialen Entriegelung der Verbindung zwischen dem erwähnten, nicht dargestellten Bolzen und dem Rumpfmotor 1' mittels eines Stifts, wobei diese Verbindung beispielsweise durch Verrastung mittels eines gefederten Druckstücks gebildet sein kann.

[0025] In den Figuren 5-8 sind Motorköpfe in unterschiedlichen Perspektiven dargestellt.

[0026] In den Figuren 5 und 6 sind perspektivische Ansichten des Motorkopfs der Fig. 1 einmal von hinten und einmal von vorn dargestellt. Aus Fig. 5 geht hervor, dass sich der Hülsenboden 11 mit einem Rand 12 deutlich über den Umfang der Hülse 10 erstreckt. In diesem Rand 12 sind gleichmäßig vier Befestigungsbohrungen 16a-16d vorgesehen, durch die Befestigungsmittel zur Befestigung des Rohrmotors an z.B. einem Rollladenseitenteil durchführbar sind. Aus Fig. 6 sind ferner Durchbrüche 17-19 im Hülsenboden 11 erkennbar, die der Materialeinsparung dienen.

[0027] In den Figuren 7 und 8 sind perspektivische Ansichten des alternativen Motorkopfs der Fig. 2 einmal von hinten und einmal von vorn dargestellt. Aus Fig. 7 geht hervor, dass sich der Hülsenboden 11 mit nur einem schmalen Anschlagrand 12' über den Umfang der Hülse 10 erstreckt. Aus Fig. 8 ist ferner erkennbar, dass ein zentraler Aufsatz 20 auf dem Hülsenboden 11 angeordnet ist. Durch diesen Aufsatz 20 ist der polygene Durchlass 3 weitergeführt. Ferner sind im Hülsenboden 11 die zwei Befestigungsbohrungen 4a, 4b zu erkennen, die der Befestigung des Rohrmotors an z.B. dem Rollladenseitenteil dienen.

[0028] Die Fig. 9 zeigt die Ausbildung des Endes des Rumpfmotors 1' ohne Motorkopf. Es sind die vier Aufbringungen 8a-8d und Befestigungsbohrungen 4a' und 4b' zu erkennen. Durch die Bohrung 15b ist der Stift zur Auslösung des gefederten Druckstücks im Bolzen führbar.

[0029] Die in den Figuren dargestellten Motorköpfe sind nur beispielhaft angegeben und sollen den Schutzumfang der Erfindung keinesfalls beschränken; vielmehr kann die äußere Form der Motorköpfe jeweils den Bedingungen am Einsatzort (z.B. Rollladenkasten) angepasst werden.

Bezugszeichenliste



[0030] 
1
Motorkopf
1'
Rumpfmotor
11
Hülsenboden
12
Rand des Hülsenbodens 11
12'
Anschlagrand des Hülsenbodens des Motorkopfs 7
2
Kabeldurchlass
3
Polygoner Durchlass des Hülsenbodens 11
3'
Polygoner Durchlass des Rumpfmotors 1'
4a, 4b
Durchbruch
5
Nut
6
Versorgungsleitung
7
Alternativer Motorkopf
8a-8d
Aufbringungen
9a-9d
Einnehmungen
10
Hülse
101
Erste Fläche der Hülse 10
102
Zweite Fläche der Hülse 10
11
Rohrmitnehmer
12
Erste Fläche des Rohrmitnehmers 11
14
Zweite Fläche des Rumpfmotors 1'
15a, 15b
Durchbruch
16a-16d
Befestigungsbohrung
17-19
Durchbruch
20
Aufsatz



Ansprüche

1. Antriebsvorrichtung für Rollläden, Markisen und dergleichen mit einem im Wickelrohr angeordneten, dieses antreibenden, elektrischen Rohrmotor, der aus einem Rumpfmotor (1') und einem als Befestigungsvorrichtung für den Rumpfmotor (1') im Wickelrohr dienenden Motorkopf besteht,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Motorkopf (1, 7) modular steckbar am Rumpfmotor (1') angebracht ist.
 
2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Motorkopf (1) aus einer Hülse (10) und einem Hülsenboden (11) besteht.
 
3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hülsenboden (11) einen deutlich über den Umfang der Hülse (10) überstehenden Rand (12) aufweist, der mit verteilten Befestigungsbohrungen (16a-16d) versehen ist.
 
4. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hülsenboden (11) einen nur wenig über den Umfang der Hülse (10) überstehenden Anschlagrand (12') aufweist und dass im Hülsenboden (11) zwei Befestigungsbohrungen (4a, 4b) vorgesehen sind.
 
5. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hülsenboden (11) und das Ende des Rumpfmotors (1') mit einem zentralen, polygonen Durchlass (3, 3') zur Aufnahme eines feststehenden Bolzens versehen ist.
 
6. Antriebsvorrichtung nach den Ansprüche 4 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Hülsenboden außen ein zentraler Aufsatz (20) vorgesehen ist, durch den der zentrale, polygone Durchlass (3) weitergeführt ist.
 
7. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bolzen ein gefedertes Druckstück aufweist, das in den Durchlass (3, 3') einrastbar ist.
 
8. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Durchbruch (15a) in der Hülse (11) und ein deckungsgleich angeordneter Durchbruch (15b) im Rumpfmotor (1', Fläche 14) vorgesehen sind, die zur axialen Entriegelung der Verbindung zwischen dem Bolzen und dem Rumpfmotor (1') mittels eines Stifts dienen.
 
9. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Hülsenboden (11) Einnehmungen (9a-9d) und am Rumpfmotor (1') komplementäre Aufbringungen (8a-8d) vorgesehen sind, die in die Einnehmungen einbringbar sind.
 
10. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine erste Fläche (101) der Hülse (11), nämlich deren Außenfläche, derart ausgebildet ist, dass sie zur Aufnahme eines hülsenförmigen Rohrmitnehmers (11) geeignet ist, wobei der Rohrmitnehmer (11) eine erste Fläche (12), nämlich dessen Innenfläche, aufweist, die komplementär zur ersten Fläche (101) der Hülse (11) ausgebildet ist und eine Drehbewegung des mit den ersten Flächen (101, 12) gebildeten Drehlagers zulässt.
 




Zeichnung
































Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente