[0001] Die Erfindung betrifft ein Gasventil mit einer Betätigungswelle, die zum Einstellen
eines Öffnungsquerschnitts des Gasventils um eine Längsachse drehbar ist und die zum
Betätigen eine elektrischen Schalters in axialer Richtung verschiebbar ist, wobei
ein Betätigungselement für den elektrischen Schalter vorgesehen ist, das in Abhängigkeit
der axialen Position der Betätigungswelle auf ein Schaltelement des elektrischen Schalters
wirkt.
[0002] Gasventile werden insbesondere in gasbeheizten Gargeräten, wie beispielsweise Kochmulden,
Gasbacköfen oder Gasstandherden eingesetzt. Mit dem Gasventil wird der zu einem oder
mehreren Gasbrennern des Gargerätes strömende Gasvolumenstrom zwischen Null und einem
Maximalwert eingestellt. Dies erfolgt durch Drehen einer Betätigungswelle des Gasventils,
die auch als Hahnwelle bezeichnet wird, um ihre Längsachse. Das Gasventil umfasst
weiter einen elektrischen Schalter, der durch Drücken der Betätigungswelle in axialer
Richtung betätigbar ist. Der elektrische Schalter ist Bestandteil einer Zündvorrichtung
zum Entzünden des am Gasbrenner austretenden Gasstroms. Immer dann, wenn ein Benutzer
die Betätigungswelle des Gasventils drückt, erzeugt die Zündvorrichtung im Bereich
des Gasbrenners elektrische Funken. Ein solches Gasventil ist beispielsweise in der
EP 1 500 881 A2 beschrieben.
[0003] Ein Nachteil dieser Arten von gasbeheizten Gargeräten besteht darin, dass die Zündung
in jeder Winkelposition der Betätigungswelle erfolgen kann. Da durch die Winkelposition
der Betätigungswelle gleichzeitig aber auch der Gasvolumenstrom eingestellt wird,
bedeutet dies, dass auch bei geringen Gasvolumenströmen der elektrische Schalter betätigt
wird. Eine Zündung kann aber aufgrund des geringen Gasvolumenstroms nicht zuverlässig
gewährleistet werden, so dass es zu einem Austritt von unverbranntem Gas aus dem Gasbrenner
kommen kann.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde eine Zündvorrichtung
für ein Gasventil mit einer Betätigungselement zu schaffen, bei dem die Zündvorrichtung
nur bei definierten Betriebsbedingungen des Gasventils betätigt werden kann.
[0005] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass diese Aufgabe gelöst werden kann,
indem ein Zündsystem verwendet wird, bei der das Betätigungselement und das Schaltelement
des elektrischen Schalters nur in einem definierten Winkelbereich der Betätigungswelle
miteinander in Kontakt treten können.
[0006] Die Aufgabe wird daher erfindungsgemäß gelöst durch ein Gasventil mit einer Betätigungswelle,
die zum Einstellen eines Öffnungsquerschnitts des Gasventils um eine Längsachse drehbar
ist und die zum Betätigen eines elektrischen Schalters in axialer Richtung verschiebbar
ist, wobei ein Betätigungselement für den elektrischen Schalter vorgesehen ist, das
in Abhängigkeit von der axialen Position der Betätigungswelle auf ein Schaltelement
des elektrischen Schalters einwirkt. Das Gasventil ist dadurch gekennzeichnet, dass
das Betätigungselement eine Form aufweist, die zumindest am äußeren Rand von einer
rotationssymmetrischen Form abweicht.
[0007] Als rotationssymmetrische Form wird hierbei eine Form bezeichnet, die bezüglich der
Längsachse der Betätigungswelle rotationssymmetrisch ist. Der elektrische Schalter
des Gasventils stellt Teil einer Zündvorrichtung dar. Als Zündvorrichtung wird im
Sinne der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden, mittels derer ein Gasstrom
an dem oder den Brennern entzündet wird. Hierzu umfasst die Zündvorrichtung vorzugsweise
zumindest einen elektrischen Schalter zur Aktivierung eines Zündelementes, das Zündfunken
erzeugt. Weiterhin umfasst die Zündvorrichtung eine Betätigungswelle, die zur Betätigung
der Zündvorrichtung, insbesondere zur mittelbaren oder unmittelbaren Betätigung des
elektrischen Schalters entlang der Längsachse der Betätigungswelle verschiebbar ist.
Das Schaltelement des elektrischen Schalters ist vorzugsweise zu der Betätigungswelle
benachbart und weist eine geringe Breite auf. Insbesondere weist das Schaltelement
eine kein Kontaktfläche auf, die die Betätigungswelle nicht vollständig umgibt. Vielmehr
ist das Schaltelement so ausgelegt und angeordnet, dass dieses nur in einen Teil des
Winkelbereiches um die Betätigungswelle eingreift. Das Betätigungselement ist erfindungsgemäß
an der Betätigungswelle befestigt.
[0008] Erfindungsgemäß weist zusätzlich auch das Betätigungselement eine Form auf, die zumindest
am äußeren Rand des Betätigungselementes von einer rotationssymmetrischen Form abweicht.
Da zum Einwirken des Betätigungselementes auf das Schaltelement des elektrischen Schalters
ein Kontakt zwischen dem Betätigungselement und dem Schaltelement erforderlich ist,
ist somit der Winkelbereich der Betätigungswelle, das heißt die Winkel- oder Drehpositionen
der Betätigungswelle, in dem ein Betätigen des elektrischen Schalters erfolgen kann,
begrenzt. Dieser Winkelbereich wird im Folgenden auch als Zündbereich bezeichnet.
Hierdurch kann das Betätigen der Zündvorrichtung auf Situationen beschränkt werden,
in denen die Bedingungen in dem Gasventil eine ausreichende Sicherheit gewähren. Vorzugsweise
ist der Zündbereich so gewählt, dass in diesem Bereich der Gasvolumenstrom in dem
Gasventil zu dem Brenner auf einen Maximalwert eingestellt ist. Hierdurch wird sicher
gestellt, dass ausreichend Gas für eine Zündung durch den elektrischen Funken an dem
Brenner zur Verfügung steht. Bei Gasvolumenströmen geringerer Menge, das heißt in
anderen Winkelbereichen der Betätigungswelle kann das Betätigungselement nicht mit
dem Schaltelement in Kontakt treten und ein Betätigungen des elektrischen Schalters
und damit ein Betätigen oder Aktivieren der Zündvorrichtung wird somit verhindert.
Da bei dieser Stellung der Betätigungswelle allerdings nur eine geringe Menge an unverbranntem
Gas aus dem Brenner austritt, ist die Gefahr für den Benutzer minimiert. Die Betätigung
des elektrischen Schalters erkennt der Benutzer durch das Geräusch der Zündung des
Zündelementes an dem Brenner oder durch eine haptische Rückmeldung, die bei der Betätigung
des elektrischen Schalters über die Betätigungswelle zu spüren ist. Erkennt der Benutzer,
dass keine Betätigung des elektrischen Schalters erfolgt, wird diese die Betätigungswelle
so weit verdrehen, bis die Zündung erfolgt. Hierdurch wird verhindert, dass der Benutzer
des Gerätes bei geringen Gasvolumenströmen erfolglos versucht die Zündung auszulösen,
was zu einem ungewünschten Gasaustritt führt.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Betätigungselement einen Betätigungsvorsprung
auf, der sich in radialer Richtung nach außen erstreckt. Als radiale Richtung wird
hierbei die Richtung verstanden, in der der Radius der Betätigungswelle liegt. Der
Betätigungsvorsprung deckt vorzugsweise nur einen geringen Bereich des Umfangs der
Betätigungswelle ab. Besonders bevorzugt deckt der Vorsprung einen Bereich von weniger
als 90° ab. Hierdurch wird der Zündbereich minimiert. Im Vergleich dazu würde sich
bei einem Betätigungselement, bei dem beispielsweise eine Aussparung oder ein Schlitz
in einer um die Betätigungswelle verlaufenden Scheibe vorgesehen ist, der Zündbereich
über den gesamten Umfang der Scheibe mit Ausnahme der Aussparung oder des Schlitzes
erstrecken und die erfindungsgemäß erzielbaren Vorteile können daher nicht oder nicht
ausreichend erzielt werden.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Betätigungselement ein Befestigungselement,
vorzugsweise in Form einer Befestigungsscheibe, zur Befestigung an der Betätigungswelle.
Das Befestigungselement kann aber auch eine andere Form aufweisen. Beispielsweise
kann als Befestigungselement eine Hülse dienen, die an der Betätigungswelle befestigt
wird und an deren Umfang ein Betätigungsvorsprung vorgesehen ist. Die Verwendung einer
Befestigungsscheibe als Befestigungselement weist den Vorteil auf, dass das Schaltelement
nicht in unmittelbarer Nähe des Umfangs der Betätigungswelle vorgesehen sein muss.
Zudem kann durch eine Befestigungsscheibe die Länge eines radialen Betätigungsvorsprungs
minimiert werden oder der Betätigungsvorsprung durch die Befestigungsscheibe unterstützt
werden. Durch eine solche Unterstützung wird die Übertragung einer Druckkraft, die
in die Betätigungswelle eingeleitet wurde, von dem Betätigungsvorsprung auf das Schaltelement
zuverlässig gewährleistet.
[0011] Vorzugsweise ist der radiale Betätigungsvorsprung am äußeren Rand der Befestigungsscheibe
angeordnet. Bei dieser Ausführungsform kann die Länge des Betätigungsvorsprungs gering
gewählt werden und somit ein Durchbiegen des Betätigungsvorsprungs bei der Betätigung
des Schaltelementes verhindert werden.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist der Betätigungsvorsprung an dessen
Unterseite mindestens eine Wirkfläche zum Einwirken auf das Schaltelement des elektrischen
Schalters auf, die zu der Längsachse der Betätigungswelle geneigt liegt. Die Wirkfläche
steht vorzugsweise in einem Winkel zu der Längsachse der Betätigungswelle, der in
einem Bereich von 1° bis 85°, besonders bevorzugt im Bereich von 30° bis 60°, liegt.
Als Unterseite wird hierbei die Seite des Betätigungsvorsprungs bezeichnet, die bei
einer Unteransicht des Betätigungsvorsprungs sichtbar ist. Die Wirkfläche ist so angeordnet,
dass deren untere Kante die Unterkante des Betätigungsvorsprungs darstellt. Die Wirkfläche
kann somit gemäß der vorliegenden Erfindung auch eine Seitenfläche oder einen Teil
einer Seitenfläche des Betätigungsvorsprungs darstellen. Die Wirkfläche ist so gegenüber
der Längsachse der Betätigungswelle geneigt, dass die Verlängerung des Radius der
Betätigungswelle parallel zu der Wirkfläche liegt. Durch das Vorsehen einer solchen
Wirkfläche kann die Zuverlässigkeit der Funktionsweise des erfindungsgemäßen Gasventils
weiter verbessert werden. Insbesondere ist eine exakte vertikale Ausrichtung des Betätigungsvorsprungs
mit dem Schaltelement nicht erforderlich. Insbesondere kann bereits bei dem ersten
in Kontakt Treten der Wirkfläche mit dem Schaltelement ein Betätigen des elektrischen
Schalters bewirkt werden. Zudem ermöglicht das Vorsehen einer geneigten Wirkfläche
das Drehen der Betätigungswelle in einem in das Gasventil eingedrückten Zustand auch
bei einem Kontakt zwischen der Wirkfläche und dem Schaltelement.
[0013] Somit kann bei dieser Ausführungsform das Betätigen des elektrischen Schalters auf
zwei Arten erfolgen. Zum einen kann die Betätigungswelle zunächst in eine Winkelposition
gedreht werden, in der der Betätigungsvorsprung vertikal mit dem Schaltelement ausgerichtet
ist. Wird in diesem Zustand die Betätigungswelle in Richtung auf das Gasventil bewegt,
das heißt hereingedrückt, so wird das Schaltelement durch den Betätigungsvorsprung,
insbesondere die untere Kante des Betätigungsvorsprungs, betätigt und somit die Aktivierung
des Zündelementes und damit die Zündung an dem Gasbrenner verursacht. Anderseits kann
die Betätigung des Schalters aber auch so erfolgen, dass die Betätigungswelle zunächst
in einer Winkelposition, in der der Betätigungsvorsprung vertikal nicht mit dem Schaltelement
ausgerichtet ist, hereingedrückt wird und erst anschließend in den Zündbereich gedreht
wird. Hierbei gerät die Wirkfläche mit dem Schaltelement in Kontakt und das Schaltelement
gleitet beim weiteren Drehen der Betätigungswelle an der Wirkfläche entlang, bis es
die untere Kante der Wirkfläche und damit die untere Kante des Betätigungsvorsprungs
erreicht hat. Aufgrund der Neigung der Wirkfläche, wird hierdurch das Schalelement
in Richtung auf den Schalter bewegt oder verschwenkt. Spätestens in dieser Position
wird der elektrische Schalter betätigt und an dem Gasbrenner erfolgt die Zündung.
[0014] Der Schaltweg des Schaltelementes kann so eingestellt sein, dass dieser der vertikalen
Höhe der Wirkfläche entspricht. In diesem Fall erfolgt das Betätigen des Schalters
erst in der Winkelposition, in der das Schaltelement mit der unteren Kante des Betätigungsvorsprungs
in Kontakt ist. Alternativ ist es aber auch möglich den Schaltweg des Schaltelements
geringer zu wählen. In dem Fall kann das Schalten des Schalters bereits in einer Winkelposition
der Betätigungswelle erfolgen, in der die Oberseite des Schaltelementes an einer Stelle
der Wirkfläche mit dieser in Kontakt steht, die höher liegt, als die untere Kante
der Wirkfläche. Hierdurch wird der Zündbereich vergrößert.
[0015] Besonders bevorzugt weist der Betätigungsvorsprung zwei Wirkflächen zum wahlweise
Einwirken auf das Schaltelement des elektrischen Schalters auf, die an der Unterseite
des Betätigungsvorsprungs liegen und zusammen eine V-Form bilden. Die beiden Wirkflächen
können an deren Unterkante aneinander anliegen. In diesem Fall ist bei einem Schaltweg,
der auf die Unterkante des Betätigungsvorsprungs ausgelegt ist, das Betätigen des
Schalters nur in einer einzigen Drehposition der Betätigungswelle möglich. Alternativ
kann aber zwischen den Unterkanten der Wirkflächen auch eine horizontale Verbindungsfläche
vorgesehen sein. Diese Verbindungsfläche dient dann auch als Wirkfläche zum Einwirken
auf das Schaltelement des Schalters. In diesem Fall ist auch bei einem Schaltweg,
der auf die Unterkante des Betätigungsvorsprungs ausgelegt ist, das Betätigen des
Schalters über den Winkelbereich möglich, der von der Verbindungsfläche abgedeckt
ist. Ein Vorteil einer Ausführungsform, bei der zwei Wirkflächen vorgesehen sind,
besteht darin, dass die Betätigung des Schalters auch bei Hereingedrückter Betätigungswelle
unabhängig von der Drehrichtung der Betätigungswelle erfolgen kann.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform liegt das Schaltelement in Form eines Schaltarms vor,
der sich über das Gehäuse des Schalters hinaus erstreckt. Als Schaltarm wird ein sich
längs erstreckendes Schaltelement bezeichnet, das durch Kraftaufbringung in dessen
Längsrichtung zur Betätigung des Schalters führt. Der Schaltarm kann hierbei axial
verschoben werden oder verschwenkt werden. Durch die Verwendung eines Schaltarms wird
es möglich das Betätigungselement in einem größeren axialen Abstand zu dem Schaltergehäuse
an der Betätigungswelle vorzusehen.
[0017] Vorzugsweise weist das Betätigungselement eine Aufnahmeöffnung für die Betätigungswelle
auf und die Aufnahmeöffnung und die Betätigungswelle weisen zumindest bereichsweise
eine Form auf, die von einer rotationssymmetrischen Form abweicht. Durch die Aufnahmeöffnung
kann die Betätigungswelle in das Betätigungselement eingeführt werden. Indem die Form
der Aufnahmeöffnung und der Betätigungswelle zumindest in dem Bereich, in dem diese
aneinander befestigt werden, von einer rotationssymmetrischen Form abweichen, sind
diese beiden Bauteile verdrehsicher aneinander befestigt. Die Form der Aufnahmeöffnung
entspricht hierzu der Form der Betätigungswelle in dem Befestigungsbereich. Beispielsweise
kann an der Betätigungswelle, die einen kreisrunden Querschnitt aufweist, eine Abflachung
vorgesehen sein. Eine entsprechende Abflachung ist dann auch an der kreisrunden Aufnahmeöffnung
vorgesehen. Indem das Betätigungselement verdrehsicher an der Betätigungswelle vorgesehen
ist, kann sicher gestellt werden, dass der Zündbereich in dem Bereich liegt, in dem
die Drehposition der Betätigungswelle einen großen Querschnitt im Gasventil für den
Gasdurchlass einstellt.
[0018] Das Betätigungselement ist vorzugsweise an der Betätigungswelle über eine Nut in
der Betätigungswelle befestigt. Die Nut kann an der Betätigungswelle umlaufend vorgesehen
sein. Durch diese zusätzliche Fixierung kann eine Kraftübertragung von der Betätigungswelle
über das Betätigungselement auf das Schaltelement gewährleistet werden. Durch Befestigung
des Betätigungselementes in einer Nut kann nämlich eine axiale Bewegung des Betätigungselementes
bezüglich der Betätigungswelle vermieden werden. Besonders bevorzugt erfolgt die Befestigung
an der Nut mittels Rastnasen, die in einer Aufnahmeöffnung des Betätigungselementes
zur Aufnahme der Betätigungswelle vorgesehen sind.
[0019] In einem Ruhezustand des Gasventils sind vorzugsweise die Unterkante des Betätigungsvorsprungs
und die Oberkante des Schaltelementes des elektrischen Schalters in axialer Richtung
voneinander beabstandet. Als Ruhezustand wird hierbei der Zustand des Gasventils bezeichnet,
in dem von Außen keine Kräfte, insbesondere keine Druckkräfte durch den Benutzer auf
die Betätigungswelle ausgeübt werden. Dieser Ruhezustand liegt beispielsweise während
des Betriebs des Gasbrenners nach dem Zünden vor. Indem in diesem Zustand ein axialer
Abstand zwischen der Unterkante des Betätigungsvorsprungs und der Oberkante des Schaltelementes
besteht, kommt es bei einer Drehbewegung der Betätigungswelle nicht zu einen erneuten
Zünden. Zudem bringt diese Ausführungsform den Vorteil mit sich, dass die Sicherheit
weiter gesteigert ist. Bei dieser Ausführungsform des Gasventils ist es nämlich zur
Betätigung des elektrischen Schalters sowohl notwendig die Betätigungswelle und damit
das Betätigungselement so zu drehen, dass ein an dem Betätigungselement vorgesehener
Betätigungsvorsprung in dem Zündbereich liegt als auch die Betätigungswelle axial
zu Verschieben, das heißt hineinzudrücken.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden erneut unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen
erläutert. Hierbei zeigen:
Figur 1: eine schematische, perspektivische Ansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gasventils;
Figur 2: eine schematische Draufsicht auf das Betätigungselement nach aus Figur 1;
Figur 3: eine schematische Ansicht eines Schnitts durch das Gasventil nach Figur 1
entlang der Schnittlinie A-A;
Figur 4: eine schematische Ansicht eines Schnitts durch das Gasventil nach Figur 1
entlang der Schnittlinie B-B;
Figur 5: eine schematische, perspektivische Draufsicht auf das Betätigungselement
des Gasventils nach Figur 1;
Figur 6: eine schematische, perspektivische Unteransicht des Betätigungselementes
des Gasventils nach Figur 1; und
Figur 7: eine schematische Schnittansicht entlang der Schnittlinie C-C in Figur 5.
[0021] In Figur 1 ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gasventils 1 gezeigt. Das
Gasventil 1 weist einen Grundkörper 10 auf, in dem weitere Komponenten des Gasventils
1 aufgenommen sein können. So können in dem Grundkörper 10 beispielsweise ein drehbares
Ventilküken zum Einstellen des Öffnungsquerschnitts des Gasventils 1 und zusätzlich
ein Magnetventil zum sicheren vollständigen Schließen des Gasventils 1 angeordnet
sein.
[0022] Über die Gasleitung 2 wird Gas von dem Gasventil 1 zu einem nicht dargestellten Brenner
geleitet. Auf der Oberseite des Grundkörpers 10 des Gasventils 1 ist ein elektrischer
Schalter 31 angeordnet. Der elektrische Schalter 31 dient insbesondere als Zündschalter
für das Gasventil 1. Bei Betätigung des elektrischen Schalters 31 wird ein nicht dargestelltes
Zündelement aktiviert, mittels dessen ein mit dem Gasventil 1 verbundener Brenner
(nicht gezeigt) gezündet wird. Über die Oberseite des Gehäuses des elektrischen Schalters
31 ragt in der dargestellten Ausführungsform ein Schaltarm 311 nach oben hinaus.
[0023] Durch den elektrischen Schalter 31 ist weiterhin eine Betätigungswelle 30 geführt,
die über den elektrischen Schalter 31 nach oben hinausragt und bis in den Grundkörper
10 des Gasventils 1 reicht. In dem Bereich der Betätigungswelle 30, in dem diese nach
oben über den elektrischen Schalter 31 hinausragt, weicht der Querschnitt der Betätigungswelle
30 zumindest im oberen Teil von dem runden Querschnitt der Betätigungswelle 30 über
deren weitere Länge ab. Insbesondere ist an der Betätigungswelle 30 eine Abflachung
301 vorgesehen.
[0024] An der Betätigungswelle 30 ist oberhalb des elektrischen Schalters 31 in einem Abstand
zu der Oberseite des elektrischen Schalters 31 ein Betätigungselement 32 befestigt.
Das Betätigungselement 32 umfasst in der dargestellten Ausführungsform eine Befestigungsscheibe
320, die sich radial von der Betätigungswelle 30 aus erstreckt. An dem äußeren Rand
der Befestigungsscheibe 320 ist an einer Stelle ein Betätigungsvorsprung 321 vorgesehen,
der sich in radialer Richtung von dem äußeren Rand der Befestigungsscheibe 320 aus
nach außen erstreckt. Der Betätigungsvorsprung 321 ist in der dargestellten Ausführungsform
an einem Flansch der Befestigungsscheibe 320 angebracht, der an dem äußeren Umfang
der Befestigungsscheibe 320 nach unten ragt.
[0025] In der Befestigungsscheibe 320 ist eine Aufnahmeöffnung 3202 zur Aufnahme beziehungsweise
für den Durchlass der Betätigungswelle 30 eingebracht. Wie sich aus den Figuren 2
und 5 entnehmen lässt, entspricht die Form der Aufnahmeöffnung 3202 der Form des Querschnitts
der Betätigungswelle 30 im oberen Bereich. Das bedeutet, dass auch die Aufnahmeöffnung
3202 einen kreisrunden Querschnitt aufweist und an einer Seite eine Abflachung 3203
vorgesehen ist. Durch die Ausgestaltung der Betätigungswelle 30 und der Aufnahmeöffnung
3202 wird das Betätigungselement 32 verdrehsicher an der Betätigungswelle 30 gehalten,
das heißt kann sich nicht relativ zur Betätigungswelle 30 um die Längsachse 300 der
Betätigungswelle 30 drehen.
[0026] Wie sich aus den Figuren 3 bis 7 ergibt, ist das Betätigungselement 32 so an der
Betätigungswelle 30 befestigt, dass dieses Kräfte, die in Richtung der Längsachse
300 der Betätigungswelle 30 auf die Betätigungswelle 30 einwirken, übertragen kann.
In dem Bereich der Abflachung 3203 der Aufnahmeöffnung 3202 liegt die Befestigungsscheibe
320 an deren Unterseite auf dem Absatz in der Betätigungswelle 30 auf, durch den die
Abflachung 301 gebildet wird. Zudem ist an der Betätigungswelle 30 in eine umlaufende
Nut 302 vorgesehen. An der Aufnahmeöffnung 3202 der Befestigungsscheibe 320 sind Rastarme
3201 vorgesehen, die sich parallel zu der Längsachse der Betätigungswelle 30 erstrecken
und jeweils eine Rastnase 3205 aufweisen. Die Rastnasen 3205 weisen nach Innen, so
dass die Befestigungsscheibe 320 über die Rastarme 3201 in der Nut 302 einrasten kann.
Die Rastarme 3201 erstrecken sich von der Befestigungsscheibe 320 an der Aufnahmeöffnung
3202 nach unten. Zwischen den Rastarmen 3201 sind Schlitze 3204 vorgesehen, die eine
Bewegung der Rastarme 3201, insbesondere ein auseinander Drücken der Rastarem 3201
beim Einbringen der Betätigungswelle 30 erlauben. In der dargestellten Ausführungsform
sind drei Rastarme 3201 vorgesehen, die in dem Bereich der Aufnahmeöffnung 3202 vorgesehen
sind, in der diese einen kreisrunden Querschnitt aufweist. In dem Bereich der Abflachung
3203 in der Aufnahmeöffnung 3202 ist kein Rastarm vorgesehen.
[0027] Die Betätigungswelle 30 ist so in dem Grundkörper 10 des Gasventils 1 gelagert, dass
diese um deren Längsachse 300 drehbar ist. Zudem kann die Betätigungswelle 30 entlang
deren Längsachse 300 axial bewegt, das heißt verschoben werden. Hierbei erfolgt ein
Verschieben der Betätigungswelle 30 in Richtung auf den Grundkörper 10 des Gasventils
1 von einem Ruhezustand oder einer Ruhestellung aus durch Aufbringen eines Drucks
auf die Betätigungswelle 30 gegen die Federkraft einer inneren Ventilfeder (nicht
gezeigt) in dem Grundkörper 10 des Gasventils 1. Diese Bewegung wird auch als Hereindrücken
der Betätigungswelle 30 bezeichnet. Wird die Druckkraft von der Betätigungswelle 30
genommen, verschiebt die Betätigungswelle 30 sich daher wieder in die Ruhestellung.
[0028] Der Betätigungsvorsprung 321, der in den Figuren 5 bis 7 genauer gezeigt ist, weist
an dessen Unterseite zwei Wirkflächen 3211 und 3212 auf. Die Wirkflächen 3211 und
3212 sind so zueinander ausgerichtet, dass diese zusammen eine V-Form ergeben. In
der dargestellten Ausführungsform liegen die Unterkanten der beiden Wirkflächen 3211
und 3212 an der Unterkante des Betätigungsvorsprungs und sind über eine schmale horizontale
Verbindungsfläche miteinander verbunden. Die Wirkflächen 3211, 3212 bilden nur den
unteren Bereich des Betätigungsvorsprungs 321. Oberhalb der Wirkflächen 3211, 3212
gehen diese in ebenfalls geneigte Seitenflächen über. Die Neigung der Seitenflächen
gegenüber der Längsachse 300 der Betätigungswelle 30 ist allerdings geringer als die
Neigung der Wirkflächen 3211, 3212 gegenüber der Längsachse 300.
[0029] Eine Funktionsweise des Gasventils 1 wird nun genauer erläutert. In der Figur 1 und
den Schnittansichten der Figur 3 und 4 befindet sich das Gasventil in dem Ruhezustand.
In diesem Zustand ist die Betätigungswelle 30 nicht in den Grundkörper 10 des Gasventils
1 hineingedrückt. In diesem Zustand befindet sich die Unterkante des Betätigungsvorsprungs
321 in einem vertikalen Abstand zu der Oberkante des Schaltarms 311. Somit kann die
Betätigungswelle 30 um den gesamten Winkelbereich von 360° gedreht werden, ohne, dass
es zu einer Betätigung des Schalters 31 kommt. Wird die Betätigungswelle 30 aus dem
Ruhezustand in der Winkelposition, die in Figur 1 gezeigt ist, axial bewegt, das heißt
in Richtung auf den Grundkörper 10 des Gasventils 1 bewegt, so befindet sich die Unterkante
des Betätigungsvorsprungs 321 zwar auf einer Höhe, die geringer ist, als die Höhe
des Schaltarmes 311. Aufgrund dessen, dass der Betätigungsvorsprung 321 aber in Umfangsrichtung
zu dem Schaltarm 311 versetzt ist, wird auch durch das Hereindrücken der Betätigungswelle
20 der elektrische Schalter 31 noch nicht betätigt. Wird die Betätigungswelle 30 allerdings
in dem herein gedrückten Zustand aus der in Figur 1 gezeigten Winkelposition gegen
den Uhrzeigersinn gedreht, so gelangt die Wirkfläche 3212 mit der Oberkante des Schaltarms
311 in Berührung. Durch weiteres Drehen der Betätigungswelle 30 gleitet die Oberkante
des Schaltarmes 311 an der Wirkfläche 3212 entlang bis diese die Unterkante der Wirkfläche
3212, die auch gleichzeitig die Unterkante des Betätigungsvorsprungs 321 darstellt,
erreicht hat. Da der Betätigungsvorsprung 321 über die Befestigungsscheibe 320 fest
an der Betätigungswelle 30 befestigt ist, wird somit der Schalterarm 311 nach unten
gedrückt oder verschwenkt und betätigt den Schalter 31. Hierdurch wird das an dem
Brenner ausströmende Gas entzündet.
[0030] Wird die Druckkraft auf die Betätigungswelle 30, die zu dem Hineindrücken geführt
hat, entfernt, so verschiebt sich die Betätigungswelle 30 wieder nach oben und die
Unterkante des Betätigungsvorsprungs 321 liegt in einem Abstand zu der Oberkante des
Schaltarms 311.
[0031] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte Ausführungsform begrenzt. Insbesondere
können die Wirkflächen auch einen anderen als der gezeigte Winkel zu der Längsachse
der Betätigungswelle aufweisen. Zudem kann an dem Betätigungsvorsprung auch nur eine
geneigte Wirkfläche vorgesehen sein. Schließlich ist es auch möglich, wenn auch nicht
bevorzugt, dass der Betätigungsvorsprung einen rechteckigen Querschnitt aufweist.
In diesem Fall dient die untere Fläche als Wirkfläche und ein Betätigen des Schalters
ist nur möglich, wenn der Betätigungsvorsprung vor dem Hereindrücken der Betätigungswelle
in vertikaler Richtung mit dem Schaltarm ausgerichtet ist.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Gasventil
- 10
- Grundkörper
- 2
- Gasleitung
- 3
- Zündvorrichtung
- 30
- Betätigungswelle
- 300
- Längsachse
- 301
- Abflachung
- 302
- Nut
- 31
- elektrischer Schalter
- 311
- Schaltarm
- 32
- Betätigungselement
- 320
- Befestigungsscheibe
- 3201
- Rastarm
- 3202
- Aufnahmeöffnung
- 3203
- Abflachung
- 3204
- Schlitz
- 3205
- Rastnase
- 321
- Betätigungsvorsprung
- 3211
- Wirkfläche
- 3212
- Wirkfläche
1. Gasventil mit einer Betätigungswelle (30), die zum Einstellen eines Öffnungsquerschnitts
des Gasventils (1) um eine Längsachse (300) drehbar ist und die zum Betätigen eines
elektrischen Schalters (31) in axialer Richtung verschiebbar ist, wobei ein Betätigungselement
(32) für den elektrischen Schalter (31) vorgesehen ist, das in Abhängigkeit von der
axialen Position der Betätigungswelle (30) auf ein Schaltelement des elektrischen
Schalters (31) einwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (32) eine Form aufweist, die zumindest am äußeren Rand von
einer rotationssymmetrischen Form abweicht.
2. Gasventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (32) einen Betätigungsvorsprung (321) aufweist, der sich in
radialer Richtung nach außen erstreckt.
3. Gasventil nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (32) eine Befestigungsscheibe (320) zur Befestigung an der
Betätigungswelle (30) umfasst.
4. Gasventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der radiale Betätigungsvorsprung (321) am äußeren Rand der Befestigungsscheibe (320)
angeordnet ist.
5. Gasventil nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsvorsprung (321) an dessen Unterseite mindestens eine Wirkfläche (3211,
3212) zum Einwirken auf das Schaltelement des elektrischen Schalters (31) aufweist,
die zu der Längsachse (300) der Betätigungswelle (30) geneigt liegt.
6. Gasventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsvorsprung (31) zwei Wirkflächen (3211, 3212) zum wahlweise Einwirken
auf das Schaltelement des elektrischen Schalters (31) aufweist, die an der Unterseite
des Betätigungsvorsprungs (321) liegen und zusammen eine V-Form bilden.
7. Gasventil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement in Form eines Schaltarms (311) vorliegt, der sich über das Gehäuse
des Schalters (31) hinaus erstreckt.
8. Gasventil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (32) eine Aufnahmeöffnung (3202) für die Betätigungswelle
(30) aufweist und die Aufnahmeöffnung (3202) und die Betätigungswelle (30) zumindest
bereichsweise eine Form aufweisen, die von einer rotationssymmetrischen Form abweicht.
9. Gasventil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (32) an der Betätigungswelle (30) über eine Nut (302) in der
Betätigungswelle (30) befestigt ist.
10. Gasventil nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Ruhezustand des Gasventils (1) die Unterkante des Betätigungsvorsprungs
(321) und die Oberkante des Schaltelementes des elektrischen Schalters (31) in axialer
Richtung voneinander beabstandet sind.