[0001] Die Erfindung betrifft einen Sichtscheibenrahmen nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 für eine auswechselbare Sichtscheibe eines Schutzanzuges, wie ein Feuerwehrschutzanzug
oder ein Schutzanzug für die Verwendung bei Arbeiten in einer kontaminierten Umgebung,
wie beispielsweise ein Chemieschutzanzug. Dieser Sichtscheibenrahmen weist dabei einen
Außenrahmen mit einer Innenseite auf, von der mehrere Gewindeschäfte abstehen. Über
diese Gewindeschäfte kann ein Innenrahmen unter Zwischenlage eines Dichtmaterials
an der Innenseite des Außenrahmens angeschraubt werden.
[0002] Aus
DE 8716852 U1 ist ein Schutzanzug mit auswechselbarer Sichtscheibe bekannt, bei dem die Sichtscheibe
in einer Doppelrahmenkonstruktion gehalten ist. Die beiden Rahmenteile sind dabei
über Gewindebolzen miteinander verschraubt, die an der Innenseite des äußeren Rahmenteils
nach innen ragen. Diese durchragen entsprechende Aufnahmebohrungen des inneren Rahmenteils
das wiederum durch aufgedrehte Muttern an dem äußeren Rahmenteil gehalten ist.
[0003] Bei derartigen Doppelrahmenkonstruktionen kann durch die Schraubverbindungen auch
nach einem Austausch der Sichtscheibe eine vollständige Abdichtung der Innenseite
des Schutzanzuges gegenüber der Umgebungsluft am jeweiligen Einsatzort gewährleistet
werden.
[0004] Allerdings weisen die derzeit am Markt erhältlichen Doppelrahmenkonstruktionen ein
relativ hohes Eigengewicht auf, was von vielen Benutzern als unkomfortabel empfunden
wird. Zudem kann die Kopfhaube des Schutzanzuges, an der der Rahmen mit der eingesetzten
Sichtscheibe gehalten wird, durch das hohe Eigengewicht des Rahmens in eine das Sichtfeld
des Benutzers störende Position gelangen.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem gattungsgemäßen Sichtscheibenrahmen die
genannten Nachteile zu vermeiden und einen höheren Tragekomfort zu ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Sichtscheibenrahmen mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Dabei weist der Innenrahmen eine Außenwand auf, die ein offenes Hohlprofil
bildet. Hierdurch kann einerseits das Gewicht des gesamten Sichtscheibenrahmens deutlich
reduziert werden. Zudem bildet der Innenrahmen auf diese Weise einen relativ großen
Aufnahmeraum für die Unterbringung von Befestigungsmitteln oder anderen Bauteilen
sowie zur Verlegung von Leitungen oder Kabeln.
[0007] Dabei ist es günstig, wenn der Innenrahmen aus einem Kunststoff, wie beispielsweise
Stanyl, gebildet ist, wodurch der Innenrahmen mit einem besonders geringen Eigengewicht
hergestellt werden kann.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist der Innenrahmen mehrere Aussteifungsrippen
auf. Hierdurch kann unabhängig von dem jeweils verwendeten Material und auch bei einer
Ausformung des Innenrahmens mit einer lediglich geringen Wandstärke eine ausreichend
hohe Stabilität und Formsteifigkeit gewährleistet werden.
[0009] Vorteilhafterweise bilden die Aussteifungsrippen und die Außenwand dreieckige Zellen
aus, an denen jeweils eine Durchtrittsbohrung in die Außenwand eingelassen ist, um
einen der Gewindeschäfte aufnehmen zu können. Hierdurch werden die Gewindeschäfte
bei der Montage des Innenrahmens am Außenrahmen mit ihrem freien Ende durch die Durchtrittsbohrungen
hindurch in die Zellen verlegt. Die nun für die endgültige Verbindung beider Rahmen
benötigten Gegenverschraubungsmittel, wie insbesondere Schraubmuttern, können somit
beim Aufschrauben auf die freien Enden der Gewindeschäfte von den Zellen zumindest
im Wesentlichen aufgenommen werden, so dass ein Hautkotakt des Benutzers mit den Verschraubungsmitteln,
insbesondere beim An- oder Ablegen des Schutzanzuges, vermieden werden kann.
[0010] Zudem ist es günstig, wenn an dem Innenrahmen wenigstens eine sich von dem umlaufenden
Sichtscheibenrahmen nach innen erstreckende Aufnahmevorrichtung vorgesehen ist. Hierdurch
kann der Rahmen auch außerhalb des offenen Hohlprofils seiner Außenwand andere Bauteile
aufnehmen, wie beispielsweise Beleuchtungs- oder Signaleinrichtungen.
[0011] Vorteilhafterweise ist der Außenrahmen durch Aluminium gebildet, wodurch einerseits
eine relativ hohe Stabilität bei geringem Gewicht erzielt werden kann. Andererseits
bietet der Rahmen hierdurch bei einer kurzzeitigen Direktbeaufschlagung durch Flammen
einen erhöhten thermischen Schutz.
[0012] Ferner ist es günstig, wenn die Gewindeschäfte durch Gewindebolzen gebildet sind,
die in den Außenrahmen eingeschossen sind. Hierdurch kann eine besonders stabile Verbindung
zwischen den Gewindeschäften und dem Außenrahmen erzielt werden. Auf diese Weise ist
beim Verbinden und Lösen der Schraubverbindungen, wie insbesondere beim Austausch
der Sichtscheibe, die Gefahr eines Abbrechens der Gewindebolzen, wie er bei mittels
Punktschweißung angebrachten Gewindebolzen häufig auftritt, nahezu ausgeschlossen.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Dichtmaterial durch Moosgummi
gebildet, wodurch eine besonders langlebige Abdichtung zwischen Innenrahmen und Außenrahmen
gewährleistet werden kann.
[0014] In den Figuren ist eine beispielhafte Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Sichtscheibenrahmens eines Schutzanzuges,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf eine Innenseite einer Sichtscheibe des Schutzanzuges nach Fig.
1,
- Figur 3
- einen Schnitt durch den Sichtscheibenrahmen in Ebene III-III aus Fig. 2 und
- Figur 4
- ein vergrößertes Detail IV aus Fig. 3.
[0015] Fig. 1 und 2 zeigen einen Sichtscheibenrahmen 2 eines Schutzanzuges 4 in Form eines
Feuerwehr- oder Chemieschutzanzuges. Der Sichtscheibenrahmen 2 ist dabei an einer
Kopfhaube 6 des Schutzanzuges angeordnet und dient zur Aufnahme einer Sichtscheibe
8, durch die das Sichtfeld eines Benutzers (nicht dargestellt) bestimmt wird, der
den Schutzanzug trägt.
[0016] Wie insbesondere aus den Fig. 3 und 4 zu entnehmen ist, weist der Sichtscheibenrahmen
2 einen Außenrahmen 10 und einen Innenrahmen 12 auf, die unter Zwischenlage von Dichtmaterial
14, das beispielsweise durch Moosgummi gebildet sein kann, und der Sichtscheibe 8
miteinander verschraubt sind.
[0017] Hierzu sind in den Außenrahmen 10, der vorzugsweise im Laserverfahren aus Aluminium
hergestellt ist, Gewindebolzen 16 eingeschossen, die jeweils mit einem Gewindeschaft
18 von einer Innenseite 20 des Außenrahmens 10 abstehen, wie insbesondere aus Fig.
4 zu entnehmen ist.
[0018] Der Innenrahmen 12 ist aus einem Kunststoff, wie insbesondere Stanyl, gebildet und
liegt mit einer Außenwand 22 unter Zwischenlage der Sichtscheibe 8 und des Dichtmaterials
14 an dem Außenrahmen 10 an, die ein vom Außenrahmen 10 weg geöffnetes Hohlprofil
aufweist. Zur Stabilisierung des Innenrahmens 12 sind in dem Hohlprofil mehrere Aussteifungsrippen
24 vorgesehen, die zusammen mit der Außenwand 22 dreieckige Zellen 26 bilden, in die
die Gewindeschäfte 18 mit ihrem freien Ende hinein ragen. Hierzu sind in die Außenwand
22 Durchtrittsbohrungen 28 eingelassen, die in gemeinsamer Flucht mit Materialausnehmungen
A des Dichtmaterials 14 und der Sichtscheibe 8 angeordnet sind.
[0019] Wie insbesondere aus den Fig. 3 und 4 zu entnehmen ist, bilden die Zellen 26 eine
Art Aufnahme für Schraubenmuttern 30, die zur Herstellung der Schraubverbindung zwischen
dem Außenrahmen 10 und dem Innenrahmen 12 auf die freien Enden der Gewindeschäfte
18 aufgeschraubt sind.
[0020] Darüber hinaus ist an dem Innenrahmen 12 eine Aufnahmevorrichtung 32 ausgeformt,
die an dem umlaufenden Sichtscheibenrahmen 2 nach Innen absteht und dadurch benachbart
zur Sichtscheibe 8 angeordnet ist. Auf diese Weise kann die Aufnahmevorrichtung 32
beispielsweise zur Aufnahme einer Funktionseinheit, wie einer Beleuchtungseinrichtung
oder einer Signalanzeige dienen (nicht dargestellt).
1. Sichtscheibenrahmen (2) für eine auswechselbare Sichtscheibe (8) eines Schutzanzuges
(4)
mit einem Außenrahmen (10), der eine Innenseite (20) aufweist, von der mehrere Gewindeschäfte
(18) abstehen und
einem Innenrahmen (12), der unter Zwischenlage eines Dichtmaterials (14) über die
Gewindeschäfte (18) an der Innenseite (20) des Außenrahmens (10) anschraubbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenrahmen (12) eine Außenwand (22) aufweist, die ein offenes Hohlprofil bildet.
2. Sichtscheibenrahmen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenrahmen (12) aus Kunststoff gebildet ist.
3. Sichtscheibenrahmen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenrahmen (12) mehrere Aussteifungsrippen (24) aufweist.
4. Sichtscheibenrahmen nach einem der Ansprüche 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussteifungsrippen (24) und die Außenwand (22) dreieckige Zellen (26) bilden,
an denen jeweils eine Durchtrittsbohrung (28) für die Aufnahme eines der Gewindeschäfte
(18) in die Außenwand (22) eingelassen ist.
5. Sichtscheibenrahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Innenrahmen (12) wenigstens eine sich nach innen erstreckende Aufnahmevorrichtung
(32) vorgesehen ist.
6. Sichtscheibenrahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenrahmen (10) durch Aluminium gebildet ist.
7. Sichtscheibenrahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindeschäfte (18) durch Gewindebolzen (16) gebildet sind, die in den Außenrahmen
(10) eingeschossen sind.
8. Sichtscheibenrahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtmaterial (14) durch Moosgummi gebildet ist.