[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Tourenbindung, umfassend zwei auf unterschiedlichen
Seiten einer Längsachse angeordnete Lagerabschnitte, welche dafür eingerichtet sind,
in einer Gehstellung der Tourenbindung gegenüberliegende seitliche Gegenlagerabschnitte
eines Schuhs in Eingriff zu nehmen, um den Schuh um eine quer zur Längsachse verlaufende
Querachse verschwenkbar an der Tourenbindung zu halten.
[0002] Tourenbindungen dieser Art werden insbesondere auf Tourenski befestigt und zusammen
mit einem Fersenautomaten verwendet, sodass für den Aufstieg die Tourenbindung in
eine Gehstellung eingestellt werden kann, in welcher der Fersenautomat die Ferse des
Schuhs freigibt und der Schuh um die Lagerabschnitte frei schwenken kann, und bei
einer Talabfahrt die Tourenbindung in eine Abfahrtsstellung eingestellt werden kann,
in welcher der Fersenautomat die Ferse des Schuhs sicher am Ski fixiert hält. Die
im Rahmen dieser Offenbarung behandelten Tourenbindungen können jedoch gleichermaßen
bei Splitboards (in Längsrichtung teilbare Snowboards, deren Hälften beim Aufstieg
wie Tourenski verwendet werden können) oder auch bei Schneeschuhen zum Einsatz kommen.
[0003] Ein Beispiel für eine aus dem Stand der Technik bekannte Tourenbindung der eingangs
genannten Art ist in der
EP 0 199 098 A2 offenbart und umfasst zwei seitliche, nach innen weisende Stifte als Lagerabschnitte,
die in entsprechende seitliche Löcher eines vorderen Abschnitts eines Tourenskischuhs
eingreifen. Die Stifte sind an distalen Enden jeweiliger Klemmwinkels befestigt, wobei
die Klemmwinkel zum Öffnen und Schließen der Tourenbindung verschwenkbar an der Tourenbindung
gehalten sind und mittels einer Bindungsbetätigungsanordnung zwischen Öffnungsstellung
und Schließstellung bewegbar sind. Beim Einsteigen in die bekannte Tourenbindung muss
der Skischuh so positioniert werden, dass seine seitlichen Lagerlöcher den Lagerstiften
der Tourenbindung gerade gegenüber liegen, sodass beim Schließen der Bindung die Lagerstifte
in die Lageröffnungen einschnappen können. Die korrekte Positionierung des Skischuhs
kann im praktischen Einsatz am Berg insbesondere für ungeübte Benutzer häufig schwierig
sein.
[0004] Um das Auffinden der korrekten Einstiegsposition für den Skischuh zu erleichtern,
schlägt die
EP 1 559 457 A1 eine am Skischuh im Bereich der Lageröffnungen ausgebildete Einstiegshilfe vor, welche
beim Einschieben des Skischuhs in Vorwärtsrichtung die Stifte zur korrekten Position
in Gegenüberstellung zu den Lageröffnungen führt. Mit dieser Einstiegshilfe kann der
Einstieg in die Tourenbindung deutlich erleichtert werden, jedoch ist die Zuverlässigkeit
der korrekten Positionierung des Skischuhs durch die Einstiegshilfe dadurch begrenzt,
dass eine zu weit auskragende Gestaltung der Einstiegshilfe am Skischuh die Nutzungseigenschaften
des Skischuhs bei der Fortbewegung ohne Skier beeinträchtigt. Wenn insbesondere ohne
Skier felsige Teilabschnitte zu überwinden sind, so können zu stark ausgeprägte Einstiegshilfen
an den seitlichen Lageröffnungen die Gefahr bergen, dass der Nutzer mit dem Skischuh
an einem Felsvorsprung hängen bleibt.
[0005] Bekannte Tourenbindungen können nach dem Einsteigen und dem Schließen der Bindung
wahlweise in eine Gehstellung gestellt werden, in welcher ein Fersenautomat die Ferse
des Schuhs freigibt, sodass der Schuh um die Querachse verschwenkbar ist, oder können
in eine Abfahrtsstellung eingestellt werden, in welcher der Fersenautomat die Ferse
des Schuhs fixiert hält, sodass der Schuh insgesamt nahe der Oberfläche des Skis fixiert
gehalten ist. Um für den Fall eines Sturzes eine Sicherheitsauslösung der Bindung,
d.h. ein Freigeben des Schuhs aus der Bindung bei Überschreiten einer vorbestimmten
Auslösekraft, gewährleisten zu können, sind beispielsweise gemäß der
EP 0 199 098 A2 die die Lagerstifte haltenden Klemmwinkel mittels Federn in die Eingriffsstellung
mit den Lagerlöchern vorgespannt. Wenn auf den Schuh eine Kraft in seitlicher Richtung
(quer zur Skiachse, bzw. ein Drehmoment um eine zur Skiebene vertikale Drehachse)
wirkt, so werden die Klemmwinkel gegen die Kraft der Federn verschwenkt und die Lagerstifte
werden aus den Lageröffnungen seitlich heraus gedrückt, sodass sich der Ski vom Schuh
lösen kann.
[0006] Diese Sicherheitsauslösung ist insbesondere bei sportlicherem Einsatz der Tourenski,
so etwa beim Tourenski-Wettkampfsport, unerwünscht. Die beim Aufstieg teilweise hohen
Kräfte auf die Bindung in seitlicher Richtung können dann mitunter die Auslösekraft
überschreiten, sodass die Tourenbindung auslöst und der Benutzer den Ski verliert.
Um dies zu verhindern, weisen bekannte Tourenbindungen, etwa gemäß der
EP 0 199 098 A2, einen zusätzlichen Verriegelungsmechanismus auf, der in der Gehstellung die Klemmwinkel
verriegelt und in der Abfahrtsstellung zur Ermöglichung einer Sicherheitsauslösung
entriegelt. Eine solche Verriegelungseinrichtung zieht jedoch nicht nur den Nachteil
zusätzlichen konstruktiven Aufwands und erhöhten Gewichts nach sich, sondern kann
eine zuverlässige Verriegelung oftmals nicht mit ausreichender Sicherheit gewährleisten.
Zudem ist besonderer Bedienaufwand zum Verriegeln und Entriegeln notwendig.
[0007] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Tourenbindung
bereitzustellen, welche verbesserte Funktionalität und Bedienbarkeit zur Vermeidung
der oben genannten Nachteile des Stands der Technik aufweist, und welche insbesondere
die korrekte Positionierung des Schuhs beim Einstieg erleichtert oder/und ein unbeabsichtigtes
Auslösen der Bindung vermeiden kann.
[0008] Nach einem ersten Aspekt der Erfindung wird die genannte Erfindungsaufgabe gelöst
durch eine Tourenbindung, umfassend zwei auf unterschiedlichen Seiten einer Längsachse
angeordnete Lagerabschnitte, welche dafür eingerichtet sind, in einer Gehstellung
der Tourenbindung gegenüberliegende seitliche Gegenlagerabschnitte eines Schuhs in
Eingriff zu nehmen, um den Schuh um eine quer zur Längsachse verlaufende Querachse
verschwenkbar an der Tourenbindung zu halten, gekennzeichnet durch einen von den Lagerabschnitten
separaten Längspositionierabschnitt, an welchem der Schuh in einer Einstiegsposition
so abstützbar ist, dass die Gegenlagerabschnitte hinsichtlich ihrer Lage entlang der
Längsachse in eingriftsbereiter Position zu den Lagerelementen positioniert sind.
[0009] Nach dem ersten Aspekt der Erfindung wird somit ein Längspositionierabschnitt an
der Tourenbindung bereitgestellt, an welchem sich der Schuh in der korrekten Einstiegsposition
abstützen kann. Beim Einstieg in die Bindung muss der Nutzer somit den Schuh lediglich
an dem Längspositionierabschnitt abstützen und kann auf diese Weise die korrekte Position
zum Schließen der Bindung leicht finden. Auch ungeübte Benutzer können somit die Bindung
einfach und intuitiv bedienen und das Einsteigen in die Bindung gelingt auch unter
schwierigen Einsatzbedingungen.
[0010] Die Positionierung des Schuhs durch den Längspositionierabschnitt erfolgt dabei im
Hinblick auf die Lage des Schuhs entlang der Längsachse der Tourenbindung. Die Längsachse
der Tourenbindung ist durch die Fortbewegungsrichtung der betriebsbereit montierten
Tourenbindung definiert, welche durch Anbringungsmittel, beispielsweise Befestigungslöcher
der Tourenbindung, definiert ist. Der Nutzer kann den Skischuh insbesondere durch
Vorwärtsbewegung entlang der Längsachse zu dem Längspositionierabschnitt hin führen
und dort abstützen, bis die Gegenlagerabschnitte in eingriffsbereiter Position positioniert
sind. Die Positionierung in Höhenrichtung (vertikal zur Brettebene des Skis oder Snowboards
etc.) kann vorteilhaft durch einen weiteren Stützabschnitt der Tourenbindung erfolgen.
[0011] Besonders bevorzugt umfasst der Längspositionierabschnitt einen Anschlag, an welchem
ein vorderer Abschnitt des Schuhs in der Einstiegsposition anschlägt. Der Längspositionierabschnitt
kann dann konstruktiv einfachen Aufbau in Form insbesondere einer Anschlagsfläche,
einer Anschlagslinie oder eines Anschlagspunkts aufweisen. Als vorderer Abschnitt
des Schuhs kommen alle in Vorwärtsrichtung oder schräg in Vorwärtsrichtung weisenden
Abschnitte des Schuhs in Frage, insbesondere Flächenabschnitte, deren Flächennormale
mit der Vorwärtsrichtung einen Winkel zwischen 0 und 90° einschließen. Besonders bevorzugt
wird der Längspositionierabschnitt ein vorderer Anschlag sein, der mit einem vor den
Gegenlagerabschnitten des Schuhs im Sohlenbereich angeordneten vorderen Abschnitt
des Schuhs in Eingriff tritt.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Tourenbindung
verstellbar ist zwischen einer Öffnungsstellung, in welcher die Lagerabschnitte und
die Gegenlagerabschnitte außer Eingriff sind, und der Gehstellung, in welcher die
Lagerabschnitte und die Gegenlagerabschnitte miteinander in Eingriff sind, wobei der
Längspositionierabschnitt in der Öffnungsstellung in eine erste Stellung zur Abstützung
des Schuhs in der Einstiegsposition gestellt ist und in der Gehstellung in eine zweite
Stellung gestellt oder stellbar ist, in welcher er ein Verschwenken des Schuhs um
die Querachse zum Gehen ermöglicht. In einer solchen Ausführungsform ist die Form
und Größe des Längspositionierabschnitts nicht durch die sicherzustellende Bewegungsfreiheit
des Skischuhs beschränkt. So kann beispielsweise ein relativ großer, beim Einsteigen
leicht zu findender Anschlag vorgesehen sein, der dann in der Gehstellung zum Beispiel
wegklappbar ist, um ein Verschwenken des Schuhs zu erlauben. Die genannte Ausführungsform
erhöht somit die Konstruktionsfreiheit für den Längspositionierabschnitt.
[0013] Die in der zuvor beschriebenen Ausführungsform erwähnte Verstellung des Längspositionierabschnitts
von der ersten Stellung in die zweite Stellung kann durch eine manuelle Betätigung
durch den Nutzer erfolgen, sodass ein einfacher Aufbau für den Längspositionierabschnitt
gewählt werden kann. Besonders komfortabel kann aber vorgesehen sein, dass bei einer
Verstellung der Tourenbindung von der Öffnungsstellung in die Gehstellung der Längspositionierabschnitt
von der ersten Stellung in die zweite Stellung verstellt wird. So kann der Längspositionierabschnitt
in der Öffnungsstellung beispielsweise den gewünschten Anschlag in Form eines Anschlagselements
bereitstellen, wobei die ohnehin für das Schließen der Bindung und den Übergang zur
Gehstellung stattfindende Bewegung bzw. Verstellung der Tourenbindung gleichzeitig
für die Bewegung bzw. Verstellung des Anschlagelements in die zweite Stellung verwendet
wird, in der das Anschlagelement die Schwenkbewegung des Schuhs nicht behindert.
[0014] Eine Verstellung des Längspositionierabschnitts von der ersten zur zweiten Stellung
kann ferner auch durch eine Schwenkbewegung des Schuhs um die Achse der Lagerabschnitte
erfolgen, sodass der Längspositionierabschnitt in der Gehstellung beim ersten Schritt
des Benutzers von der ersten Stellung in die zweite Stellung verdrängt wird.
[0015] Nach einem an sich bekannten Funktionsprinzip kann die Tourenbindung mittels einer
Bindungsbetätigungsanordnung durch einen Nutzer von der Öffnungsstellung in die Gehstellung
verstellt werden, wobei die Lagerabschnitte dabei aufeinander zu bewegt werden und
dann in Eingriff mit den Gegenlagerabschnitten des Schuhs gelangen. Gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in einer Tourenbindung mit einer solchen Bindungsbetätigungsanordnung
eine Kopplung vorgesehen, welche eine Übertragung einer Verstellbewegung der Bindungsbetätigungsanordnung
auf den Längspositionierabschnitt schafft. Somit kann eine Betätigung der Bindungsbetätigungsanordnung
mit einer Verstellbewegung des Längspositionierabschnitts gekoppelt werden, sodass
die Bewegung des Längspositionierabschnitts zwischen erster und zweiter Stellung ohne
erhöhten Bedienaufwand durch den Benutzer erfolgen kann.
[0016] Ein zwischen einer ersten und einer zweiten Stellung verstellbarer Längspositionierabschnitt
kann ferner vorzugsweise in Richtung der zweiten Stellung vorgespannt sein und in
der ersten Stellung arretierbar sein. Zur Verstellung des Längspositionierabschnitts
in die zweite Stellung kann es dann ausreichen, wenn die Arretierung der ersten Stellung
gelöst wird, sodass die eigentliche Bewegung des Längspositionierabschnitts zur zweiten
Stellung sowie das Halten des Längspositionierabschnitts in der zweiten Stellung durch
die Kraft eines elastischen Mittels erreicht werden kann. Auf diese Weise kann technischer
Aufwand zum Führen der Bewegung des Längspositionierabschnitts über den Verstellweg
hinweg eingespart werden.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Kopplung einen Steuerhebel umfasst, welcher mit der Bindungsbetätigungsanordnung
gekoppelt ist, wobei der Steuerhebel einen Stützabschnitt aufweist, an welchem sich
der Längspositionierabschnitt in der ersten Stellung abstützt, um eine Bewegung des
Längspositionierabschnitts zur zweiten Stellung hin zu blockieren, und wobei der Steuerhebel
in einem Schließzustand der Tourenbindung so angeordnet ist, dass der Stützabschnitt
eine Bewegung in die zweite Stellung erlaubt. Durch einen solchen Steuerhebel kann
eine konstruktiv einfache Kopplung zwischen Bindungsbetätigungsanordnung und Längspositionierabschnitt
realisiert werden. Die angesprochene Schließstellung der Tourenbindung kann eine bereits
erwähnte Gehstellung oder aber eine Abfahrtsstellung der Tourenbindung sein, in welcher
ein Fersenabschnitt des Schuhs am Ski fixiert ist. Wenn der Stützabschnitt des Steuerhebels
in der Schließstellung eine Bewegung des Längspositionierabschnitts in die zweite
Stellung erlaubt, so muss dies nicht bedeuten, dass diese Bewegung tatsächlich stattfindet.
Beispielsweise könnte in einer Abfahrtsstellung (ebenfalls eine Schließstellung) anstelle
des Stützabschnitts des Steuerhebels ein weiteres Arretierelement der Tourenbindung
das Abstützen des Längspositionierabschnitts in seiner ersten Stellung übernehmen.
[0018] Nach einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die oben genannte Erfindungsaufgabe
gelöst durch eine Tourenbindung umfassend zwei auf unterschiedlichen Seiten einer
Längsachse angeordnete Lagerabschnitte, welche dafür eingerichtet sind, in einer geschlossenen
Stellung der Tourenbindung gegenüberliegende seitliche Gegenlagerabschnitte eines
Schuhs in Eingriff zu nehmen, um den Schuh um eine quer zur Längsachse verlaufende
Querachse verschwenkbar an der Bindungsanordnung zu halten, sowie eine von den Lagerabschnitten
separate Seitenstützanordnung, an welcher ein vorderer Abschnitt des Schuhs in der
geschlossenen Stellung der Tourenbindung zur Blockierung einer Bewegung des Schuhs
quer zur Längsrichtung abstützbar ist.
[0019] Ein wichtiges Merkmal des zweiten Aspekts der Erfindung ist die Bereitstellung einer
Seitenstützanordnung zur Blockierung einer lateralen Bewegung des Schuhs in der geschlossenen
Stellung der Tourenbindung, wodurch erreicht wird, dass eine während der Benutzung
der Tourenbindung in seitlicher Richtung wirkende Kraft des Schuhs auf die Tourenbindung
nicht oder allenfalls nur teilweise in die Lagerabschnitte eingeleitet wird, sondern
stattdessen vollständig oder zumindest teilweise von der Seitenstützanordnung aufgenommen
werden kann. Dadurch dass die Seitenstützanordnung separat von den Lagerabschnitten
vorgesehen ist, kann insbesondere bei Tourenbindungen, in denen die Lagerabschnitte
in lateraler Richtung zwischen Öffnungs- und Schließstellung bewegbar sind, ein skifestes
Seitenstützelement verwendet werden, welches fest mit einem am Ski zu befestigenden
Basiskörper der Tourenbindung verbunden ist, sodass die vom Schuh in seitlicher Richtung
auf die Tourenbindung einwirkenden Kräfte stabil von der Tourenbindung aufgenommen
werden können. Eine seitliche Auslösung der Tourenbindung kann dann nur durch ein
Auslösen des Fersenautomaten erfolgen, sodass die gewünschten Auslösecharakteristiken,
insbesondere das Mz-Auslösedrehmoment, durch entsprechende Einstellungen des Fersenautomaten
zuverlässig kontrolliert werden können.
[0020] Eine strukturell einfache Ausführungsform, welche gleichzeitig eine sehr stabile
Aufnahme der in seitlicher Richtung vom Schuh auf die Bindung ausgeübten Kräfte erlaubt,
verwendet eine Seitenstützanordnung, welche an einem skifesten Grundkörper der Tourenbindung
befestigt oder zur Befestigung am Ski (bzw. am Board, am Schneeschuh etc.) eingerichtet
ist. Wenn die Seitenstützanordnung einen linken Seitenstützabschnitt zur Abstützung
eines linken äußeren vorderen Seitenabschnitts eines Schuhs und einen rechten Seitenstützabschnitt
zur Abstützung eines rechten äußeren vorderen Seitenabschnitts eines Schuhs umfasst,
so kann die Seitenstützanordnung zuverlässig mit allen für die Lagerabschnitte der
Tourenbindung passenden Schuhen zusammenwirken und eine Abstützung in linker sowie
rechter Richtung bereitstellen.
[0021] Eine zuverlässige und materialschonende Abstützung wird ermöglicht, wenn die Seitenstützanordnung
mindestens eine zumindest abschnittsweise an eine Außenkontur eines Schuhs angepasste
Anschlagfläche aufweist. Die in seitlicher Richtung wirkenden Kräfte können dann über
einen relativ großen Bereich in die Seitenstützanordnung eingeleitet werden, sodass
der Verschleiß der Tourenbindung sowie des verwendeten Schuhs reduziert werden kann.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Seitenstützanordnung
den Lagerabschnitten der Tourenbindung benachbart angeordnet ist. Auf diese Weise
lässt sich eine kompakte Bauweise der Tourenbindung erreichen und die Einleitung von
lateralen Kräften in die Lagerabschnitte kann weitestgehend reduziert werden.
[0023] Um eine besonders kompakte Bauform zu realisieren, kann daran gedacht werden, dass
mindestens einer der Lagerabschnitte an einem schwenkbaren Klemmwinkel angeordnet
ist, wobei der mindestens eine Klemmwinkel eine Aussparung aufweist und wobei die
Seitenstützanordnung zumindest teilweise in der Aussparung angeordnet ist. Der mindestens
eine Klemmwinkel kann sich dann zum Öffnen und Schließen der Tourenbindung relativ
zu der Seitenstützanordnung bewegen, wobei gleichzeitig beide Komponenten sehr dicht
beieinander und im Wesentlichen sogar ohne Bauraumvergrößerung angeordnet werden können.
[0024] Besonders bevorzugt verwirklicht eine Tourenbindung der Erfindung die Merkmale des
ersten Aspekts der Erfindung sowie die Merkmale des zweiten Aspekts der Erfindung,
insbesondere jeweils gemäß ihren vorstehend genannten Weiterbildungen. Durch die Kombination
der beiden Aspekte in einer Tourenbindung ergibt sich zusätzlich zu den vorstehend
jeweils aufgeführten Vorteilen der weitere Effekt, dass dem Nutzer durch die Seitenstützanordnung
und die Längspositionieranordnung der Eindruck einer umfassenden, allseitigen Positionierung
und Führung des Schuhs an der Tourenbindung zum Zwecke des Einsteigens vermittelt
wird. So kann der Nutzer beim Einsteigen den Schuh in Längsrichtung durch die Längspositionieranordnung
positionieren und sich gleichzeitig anhand der Seitenstützanordnung orientieren, um
die korrekte Position in lateraler Richtung zu finden.
[0025] Eine besonders vorteilhafte Einsparung von Bauraum und konstruktivem Aufwand kann
erreicht werden, wenn die Längspositionieranordnung einen Anschlag umfasst, an welchem
ein vorderer Abschnitt des Schuhs in der Einstiegsposition anschlägt, wobei die Seitenstützanordnung
mindestens einen Seitenstützabschnitt zur Abstützung eines äußeren vorderen Seitenabschnitts
des Schuhs umfasst, wobei die Längspositionieranordnung und die Seitenstützanordnung
durch dieselbe Anschlaganordnung gebildet sind, und wobei der vordere Anschlag der
Längspositionieranordnung und der Seitenstützabschnitt an einem gemeinsamen Anschlagselement
einander benachbart ausgebildet oder als derselbe Anschlag an einem Kombinationsanschlagselement
ausgebildet sind. In derartigen Varianten der Erfindung können beide Aspekte, nämlich
Längspositionierung und Seitenabstützung, durch ein gemeinsames Anschlagelement bzw.
Kombinationsanschlagselement verwirklicht werden, sodass Konstruktionsaufwand und
Gewicht der Tourenbindung reduziert werden können.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a eine Vorderansicht einer Tourenbindung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung in der Öffnungsstellung;
Fig. 1b eine Seitenansicht der in Fig. 1a gezeigten Tourenbindung in einer Ansicht
von links;
Fig. 1c eine Draufsicht auf die in Fig. 1a gezeigte Tourenbindung;
Fig. 1d eine gemäß einer Schnittlinie E-E in Fig. 1 a geschnittene, perspektivische
Teilansicht der in Fig. 1 a gezeigten Tourenbindung;
Fig. 1e eine Längsschnittansicht der in Fig. 1 a gezeigten Tourenbindung entsprechend
einer Schnittlinie E-E in Fig. 1a;
Fig. 1f eine Längsschnittansicht der in Fig. 1 a gezeigten Tourenbindung entsprechend
einer Schnittlinie F-F in Fig. 1a;
Fig. 1g eine perspektivische Ansicht der in Fig. 1a gezeigten Tourenbindung aus einer
Blickrichtung von schräg links vorn;
Fig. 2a bis 2g Ansichten der Tourenbindung des ersten Ausführungsbeispiels entsprechend
den Ansichten der Figuren 1a bis 1g, jedoch in einer ersten Schließstellung;
Fig. 3a bis 3g Ansichten der Tourenbindung des ersten Ausführungsbeispiels entsprechend
den Ansichten nach Figuren 1a bis 1g, jedoch in einer zweiten Schließstellung;
Fig. 4a eine perspektivische Ansicht von links vorne für eine Tourenbindung gemäß
einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer Öffnungsstellung;
Fig. 4b eine Seitenansicht von links für die in Figur 4a gezeigte Tourenbindung;
Fig. 5a und 5b Ansichten der Tourenbindung des zweiten Ausführungsbeispiels entsprechend
den Ansichten der Figuren 4a und 4b, jedoch für eine erste Schließstellung der Tourenbindung;
Fig. 6a und 6b Ansichten der Tourenbindung des zweiten Ausführungsbeispiels entsprechend
den Ansichten der Figuren 4a und 4b, jedoch für eine zweite Schließstellung der Tourenbindung;
Fig. 7a eine Seitenansicht von links einer Tourenbindung eines dritten Ausführungsbeispiels
der Erfindung in einer ersten Schließstellung;
Fig. 7b eine Vorderansicht der in Fig. 7a gezeigten Tourenbindung;
Fig. 7c eine Draufsicht der in Fig. 7a gezeigten Tourenbindung und
Fig. 7d eine perspektivische Ansicht von links hinten der in Fig. 7a gezeigten Tourenbindung.
[0027] In der vorliegenden Offenbarung beziehen sich Richtungs- und Ortsangaben wie "oben",
"unten", "links", "rechts", "vorn", "hinten", "vertikal", "horizontal" oder dergleichen
auf einen betriebsbereit montierten Zustand der Tourenbindungen, in welchem diese
beispielsweise an einem Tourenski befestigt sind und der diese Begriffe verstehende
Betrachter auf einem horizontalen Untergrund steht und in Laufrichtung der Tourenski
nach vorn blickt. Eine in X-Richtung verlaufende Achse verläuft dann parallel zur
Blickrichtung sowie parallel zur Längsachse des Tourenskis, eine Y-Richtung verläuft
orthogonal zur X-Richtung und parallel zum horizontalen Untergrund und eine Z-Richtung
verläuft orthogonal zur X-Richtung und zur Y-Richtung in vertikaler Richtung zum horizontalen
Untergrund.
[0028] Unter Bezugnahme auf Figuren 1a bis 3g wird nachfolgend ein erstes Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
[0029] Die Tourenbindung 10 des ersten Ausführungsbeispiels umfasst eine Basisplatte 12
zur Befestigung der Tourenbindung 10 an einem Ski (angedeutet mit Bezugszeichen 14
in Figuren 1a, 1b und 1c), Klemmwinkel 16 zum Halten und schwenkbaren Lagern eines
Tourenskischuhs, einen Bindungsbetätigungsmechanismus 18 zum Betätigen der Tourenbindung
10, insbesondere der Klemmwinkel 16, sowie ein Anschlagselement 20 als Positionierhilfe
für den Skischuh beim Einsteigen in die Tourenbindung 10.
[0030] Zur Befestigung am Ski 14 kann die Basisplatte 12 eine Mehrzahl von Befestigungslöchern
22 aufweisen, in welche in den Ski 14 einzuschraubende Befestigungsschrauben eingeführt
werden können. Einstückig an der Basisplatte 12 ausgebildet oder daran befestigt sind
linke und rechte Lagerabschnitte 24, welche die Klemmwinkel 16 jeweils um eine in
X-Richtung verlaufende Schwenkachse 26 schwenkbar halten.
[0031] Jeder Klemmwinkel 16 weist einen sich von der Schwenkachse 26 im Wesentlichen nach
oben erstreckenden ersten Arm 28 und einen sich von der Schwenkachse 26 im Wesentlichen
zur Skimitte hin erstreckenden zweiten Arm 30 auf. An einem oberen distalen Ende des
ersten Arms 28 ist jeweils ein Lagerzapfen 32 angeordnet, dessen Spitze im Wesentlichen
nach innen, d.h. zur Skimitte hin, zeigt. Der Lagerzapfen 32 ist in an sich bekannter
Weise dafür eingerichtet, in eine seitliche Lageröffnung eines Skischuhs einzugreifen,
um den Skischuh in einer Gehstellung der Tourenbindung 10 um eine in Y-Richtung verlaufende
Querachse Q verschwenkbar an der Tourenbindung 10 zu halten.
[0032] Die der Skimitte zugewandten distalen Enden der zweiten Arme 30 der Klemmwinkel 16
werden gemeinsam von einem gabelartigen Endabschnitt 34 eines Betätigungshebels 36
des Bindungsbetätigungsmechanismus 18 ergriffen, welcher um eine in Y-Richtung verlaufende
Schwenkachse 38 an einem Lagerabschnitt der Basisplatte 12 schwenkbar gelagert ist.
Speziell ergreift der gabelartige Endabschnitt 34 im Ausführungsbeispiel je eine Endkappe
40 jedes Klemmwinkels 16, welche jeweils verschiebbar auf von dem zweiten Arm 30 jedes
Klemmwinkels 16 abstehende Stifte 42 aufgeschoben ist, sodass sich jede der Endkappen
40 entlang der Stifte 42 in Y-Richtung verschieben kann. Mittels um die Stifte 42
gewickelter Druckfedern 44 sind die Endkappen 40 zur Skimitte hin und damit aufeinander
zu vorgespannt und sind in Kontakt miteinander gepresst. In an sich bekannter Weise
führt eine Schwenkbewegung des Betätigungshebels 36 um die Schwenkachse 38 zu einer
vertikalen Bewegung der beiden Endkappen 40 und damit zu einer Schwenkbewegung der
Klemmwinkel 16 um die Schwenkachsen 26.
[0033] An einem distalen Ende eines dem gabelartigen Endabschnitt 34 abgewandten zweiten
Arms 46 des Betätigungshebels 36 ist an einer in Y-Richtung verlaufenden Schwenkachse
48 schwenkbar ein Bedienhebel 50 gehalten. Der Bedienhebel 50 weist einen Bedienabschnitt
52 auf, welcher per Hand oder mittels eines Skisstocks (z.B. über eine Skistock-Aufnahmemulde
54) betätigbar ist, um die Bindung zwischen Öffnungsstellung und Schließstellung zu
bewegen. Ferner umfasst der Bedienhebel 50 einen dem Bedienabschnitt 52 abgewandten
Verriegelungsabschnitt 56, welcher dafür eingerichtet ist, bei einer Schwenkbewegung
des Bedienhebels 50 mit einer Nockenfläche 58 auf der Oberseite der Basisplatte 12
oder des Skis 14 in Kontakt zu gelangen, um eine Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung des
zweiten Arms 46 des Betätigungshebels 36 entsprechend der Oberflächenkontur der Nockenfläche
58 zu erzwingen und damit die Schwenkbewegung des Betätigungshebels 36 und somit auch
die Schwenkbewegung der Klemmwinkel 16 zu kontrollieren.
[0034] Der Bedienhebel 50 steht mit dem Betätigungshebel 36 nicht nur über die Schwenkachse
48 in Verbindung, sondern ferner über eine Kulissenführung aus einem in Y-Richtung
verlaufenden freien Stift 57, welcher in einer Kulisse 59 im Betätigungshebel 36 so
geführt ist, dass er sich im Wesentlichen in X-Richtung entlang des Betätigungshebels
36 verschieben kann. Zwischen dem Stift 57 und der Schwenkachse 48 ist eine in den
Zeichnungen nicht dargestellte Zugfeder gespannt, sodass der Stift 57 in Richtung
der Schwenkachse 48 vorgespannt ist. Der Stift 57 liegt an einer Nockenfläche 61 des
Bedienhebels 50 an und wird durch die zwischen Schwenkachse 48 und Stift 57 gespannte
Zugfeder in Anlage gegen die Nockenfläche 61 gepresst. Die Nockenfläche 61 ist (beispielsweise
mit einem Scheitelpunkt) so geformt, dass der Bedienhebel 50 in Bezug auf eine Schwenkbewegung
relativ zum Betätigungshebel 36 zwei stabile Zustände hat, nämlich den in Figuren
1a bis 1g gezeigten Zustand in der Öffnungsstellung, in welcher der Bedienhebel 50
nach unten geklappt ist, sowie den in Figuren 3a bis 3g gezeigten Zustand der zweiten
Schließstellung, in welcher der Bedienhebel 50 nach oben geklappt ist.
[0035] Ferner umfasst der Bedienhebel 50 einen Stützabschnitt 60 für das Anschlagselement
20, an welchem sich das Anschlagselement 20 in einer später noch zu beschreibenden
ersten Schließstellung abstützen kann.
[0036] Das Anschlagselement 20 weist eine rückwärtige Anlagefläche 62 auf, welche dafür
eingerichtet ist, mit einem vorderen Sohlenabschnitt eines passenden Tourenskischuhs
in Anlagekontakt zu gelangen. Das Anschlagselement 20 ist an einem Lagerabschnitt
der Basisplatte 12 um eine in Y-Richtung verlaufende Schwenkachse 64 schwenkbar gelagert.
Über einen im Folgenden noch zu beschreibenden Klappmechanismus kann erreicht werden,
dass die Anlagefläche 62 in der Öffnungsstellung in einer solchen Position angeordnet
ist, dass ein daran mit seinem vorderen Sohlenabschnitt anliegender Tourenskischuh
einstiegsbereit positioniert ist, d.h. insbesondere derart, dass im Hinblick auf eine
Verschiebung des Tourenskischuhs in X-Richtung die seitlichen Lageröffnungen des Tourenskischuhs
an der Position der Lagerzapfen 32 angeordnet sind.
[0037] Die Schwenkbewegung des Anschlagselements 20 wird durch einen Klappmechanismus kontrolliert,
welcher einen Steuerhebel 66 umfasst, der an einem Lagerabschnitt der Basisplatte
12 um eine in Y-Richtung verlaufende Schwenkachse 68 verschwenkbar gehalten ist. Ein
erster Arm 70 des Steuerhebels 66 weist an seinem distalen Ende einen Stützabschnitt
72 auf, welcher dafür eingerichtet ist, mit einem Gegenstützabschnitt 74 des Anschlagselements
20 in Anlagekontakt zu gelangen, um eine Schwenkbewegung des Anschlagselements 20
nach vorn (entgegen dem Uhrzeigersinn in Figuren 1b, 1e und 1f) zu begrenzen.
[0038] Ein zweiter Arm 76 des Steuerhebels 66 ist bewegungsübertragend und kraftübertragend
mit dem Bedienhebel 50 gekoppelt. Im Ausführungsbeispiel weist ein distales Ende des
zweiten Arms 76 eine Kulisse 78 auf, in welche die Schwenkachse 48 des Bedienhebels
50 eingreift, so dass die Schwenkachse 48 in der Kulisse 78 geführt ist.
[0039] Wie in den Figuren 1a bis 1g des ersten Ausführungsbeispiels zu erkennen ist, kann
das Anschlagselement 20 zusätzlich zur rückwärtigen Anlagefläche 62 auf beiden Seiten
jeweils eine seitliche Anlagefläche 82 aufweisen, oder/und eine obere Anlagefläche
84. Die seitlichen Anlageflächen 82 sind dafür eingerichtet, mit seitlichen vorderen
Abschnitten eines Sohlenabschnitts eines passenden Tourenskischuhs in Anlage zu treten,
während die obere Anlagefläche 84 dafür eingerichtet sein kann, einen bei einem passenden
Tourenskischuh in an sich bekannter Weise zungenartig nach vorn vorstehenden vorderen
Sohlenabschnitt von oben zu übergreifen.
[0040] Im ersten Ausführungsbeispiel sind die rückwärtige Anlagefläche 62, die seitlichen
Anlageflächen 82 sowie die obere Anlagefläche 84 als integrale Abschnitte desselben
Anschlagselements 20 ausgebildet und gehen ineinander über. Durch das Anschlagselement
20 kann somit der gesamte vordere Sohlenabschnitt des Tourenskischuhs sowohl in X-Richtung
als auch in Y-Richtung und in Z-Richtung formschlüssig eingefasst werden und erlaubt
eine intuitive Positionierung des Skischuhs beim Einsteigen, sowie einen sicheren
Halt in der einstiegsbereiten Position. Kostengünstig kann das Anschlagselement 20
aus einem einzigen Gussteil, insbesondere
[0041] Kunststoff-Spritzgussteil, gefertigt werden.
[0042] Nachfolgend wird die Funktionsweise der Tourenbindung 10 des ersten Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Figuren 1a bis 3g näher erläutert.
[0043] Figuren 1a bis 1g zeigen die Tourenbindung 10 in der Öffnungsstellung, in welcher
die Klemmwinkel so auseinander geschwenkt sind, dass ein Skischuh zwischen die Lagerzapfen
32 eingesetzt werden kann, oder aus dem Eingriff zurückgezogen werden kann. In der
Öffnungsstellung befinden sich die Endkappen 40 oberhalb einer horizontalen Verbindungslinie
zwischen den Schwenkachsen 26 der Klemmwinkel 16, sodass die Druckfedern 44 auf die
Klemmwinkel 16 eine Kraft in Öffnungsrichtung übertragen (Drehmoment um die Schwenkachsen
26 im Sinne einer Vergrößerung des Abstands zwischen den Lagerzapfen 32). Der zweite
Arm 46 des Betätigungshebels 36 ist dem Ski 14 maximal angenähert und der Bedienhebel
50 liegt gestreckt an der Oberseite des Skis 14 oder an der Nockenfläche 58 an.
[0044] Der in der Öffnungsrichtung nach unten verschwenkte zweite Arm 46 des Betätigungshebels
36 hält über die Schwenkachse 48 auch den zweiten Arm 76 des Steuerhebels 66 in einer
unteren Stellung, sodass der gegenüberliegende erste Arm 70 des Steuerhebels 66 und
damit der Stützabschnitt 72 des Steuerhebels 66 nach oben verschwenkt ist und am Gegenstützabschnitt
74 des Anschlagselements 20 anliegt. Das Anschlagselement 20 kann somit in der Öffnungsstellung
nicht nach vorne wegklappen. Vorzugsweise ist das Anschlagselement 20, beispielsweise
über eine um die Schwenkachse 64 des Anschlagselements 20 gewickelte Spiralfeder,
nach vorn (d.h. in Figuren 1b, 1e und 1f entgegen dem Uhrzeigersinn) vorgespannt,
sodass es unter Vorspannung an dem Stützabschnitt 72 des Steuerhebels 66 anliegt.
[0045] In der Öffnungsstellung kann ein passender Tourenskischuh von hinten kommend in das
Anschlagselement 20 eingeführt werden, bis ein vorderer Sohlenabschnitt des Schuhs
an der rückwärtigen Anlagefläche 62 anstößt, vordere seitliche Sohlenabschnitte des
Schuhs an den seitlichen Anlageflächen 82 zur Anlage gelangen und die obere Anlagefläche
84 den vorderen Sohlenabschnitt des Schuhs übergreift. Der Tourenskischuh ist dann
in einer Einstiegsposition abgestützt, wobei die rückwärtige
[0046] Anlagefläche 62 als Längspositionierabschnitt wirkt. In der Einstiegsposition liegen
die Lageröffnungen des Skischuhs hinsichtlich ihrer Lage entlang der X-Richtung (Längsachse
der Tourenbindung) in eingriffsbereiter Position zu den Lagerzapfen 32 positioniert.
Dies bedeutet hier, dass die Lagerzapfen 32 gerade den Lageröffnungen des Skischuhs
gegenüberliegen, sodass bei einem nachfolgenden Schließen der Tourenbindung 10 die
Lagerzapfen 32 problemlos in die Lageröffnungen des Skischuhs hinein gleiten und dort
einrasten können. Somit bildet die rückwärtige Anlagefläche 62 einen vorderen Anschlag,
an welchem ein vorderer Abschnitt des Schuhs in der Einstiegsposition anschlägt, um
den Schuh eingriffsbereit zu positionieren.
[0047] Eine vertikale Position des Skischuhs ist in der Einstiegsposition nicht nur durch
die obere Anlagefläche 84 des Anschlagselements 20 definiert, sondern ferner dadurch,
dass ein unterer mittlerer Sohlenabschnitt des Skischuhs auf einer Oberseite des gabelartigen
Endabschnitts 34 des Betätigungshebels 36 bzw. auf den Endkappen 40 aufsetzt. Zum
Verstellen der Tourenbindung 10 von der Öffnungsstellung in eine in Figuren 2a bis
2g gezeigte erste Schließstellung kann der Nutzer durch Ausüben eines Drucks in Z-Richtung
nach unten auf den gabelartigen Endabschnitt 34 bzw. die Endkappen 40 den Betätigungshebel
36 in Figuren 1b, 1e und 1f im Uhrzeigersinn verschwenken, bis der Betätigungshebel
36 die in Figuren 2a bis 2g gezeigte Stellung erreicht.
[0048] Wie besonders deutlich in Figur 2a zu erkennen ist, befinden sich die Endkappen 40
in der ersten Schließstellung unterhalb einer horizontalen Verbindungslinie zwischen
den Schwenkachsen 26 der Klemmwinkel 16, sodass die Kraft der Druckfedern 44 die Endkappen
40 weiter zum Ski hin drückt. Somit durchlaufen die Klemmwinkel 16 sowie der Bindungsbetätigungsmechanismus
18 während ihrer Bewegung von der Öffnungsstellung in die erste Schließstellung einen
Totpunkt, sodass die Druckkraft vom Nutzer auf den gabelartigen Endabschnitt 34 und
die Endkappen 40 nur bis zum Totpunkt aufgebracht werden muss und die Tourenbindung
10 dann selbsttätig in die erste Schließstellung umschnappt.
[0049] Mit dem Absenken des gabelartigen Endabschnitts 34 hebt sich der zweite Arm 46 des
Betätigungshebels 36 und damit auch der daran gelagerte Bedienhebel 50 an. Die Schwenkachse
48 des Bedienhebels 50 gleitet in der Kulisse 78 bis an ein oberes Ende der Kulisse
und hebt anschließend den zweiten Arm 76 des Steuerhebels 66 ebenfalls an. In der
Folge verschwenkt der Steuerhebel 66, sodass der erste Arm 70 des Steuerhebels 66
in die in Figuren 2a bis 2g gezeigte Stellung abgesenkt wird. Mit der Absenkung des
ersten Arms 70 des Steuerhebels 66 nach unten hebt der Stützabschnitt 72 des Steuerhebels
66 von dem Gegenstützabschnitt 74 des Anschlagselements 20 ab und taucht in eine Aussparung
86 des Anschlagselements 20, sodass die Schwenkbewegung des Anschlagselements 20 in
Vorwärtsrichtung (entgegen dem Uhrzeigersinn in den Figuren) nun nicht mehr durch
den Stützabschnitt 72 des Steuerhebels 66 begrenzt ist.
[0050] Die erste Schließstellung kann eine Abfahrtsstellung sein, in welcher die Tourenbindung
10 für eine Talabfahrt eingerichtet ist und beispielsweise ein Fersenautomat (nicht
gezeigt) einen Fersenabschnitt des Schuhs am Ski fixiert hält. In einer Abfahrtsstellung
wird ein vorderer Anschlag zur Positionierung des Schuhs in X-Richtung an sich nicht
zwangsläufig benötigt, sodass in einer Ausführungsvariante das Anschlagselement 20
in der ersten Schließstellung bereits nach vorn wegklappen könnte. In dem in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispiel gelangt in der ersten Schließstellung jedoch der
Stützabschnitt 60 des Bedienhebels 50 in Kontakt mit dem Anschlagselement 20, hier
mit einem zweiten Gegenstützabschnitt 88 an einer Vorderseite des Anschlagselements
20. Somit wird in der ersten Schließstellung eine Vorwärts-Schwenkbewegung des Anschlagselements
20 zwar nicht mehr durch den Stützabschnitt 72 des Steuerhebels 66 begrenzt, da dieser
in die Aussparung 86 am Anschlagselement 20 eingetaucht ist, dafür aber durch den
Stützabschnitt 60 des Bedienhebels 50.
[0051] Wenn das Anschlagselement 20 in der ersten Schließstellung weiterhin am vorderen
Sohlenabschnitt des Schuhs anliegt, kann dies den zusätzlichen Vorteil bereitstellen,
dass die seitlichen Anlageflächen 82 als Seitenstützanordnung genutzt werden können,
an welcher ein vorderer Abschnitt des Schuhs zur Blockierung einer Bewegung des Schuhs
in Y-Richtung (quer zur Längsrichtung) abstützbar ist. Wenn die erste Schließstellung
eine Abfahrtsstellung der Tourenbindung 10 ist, so kann während einer Talabfahrt eine
ungewollte Auslösung der Tourenbindung 10 im Bereich der Schuhspitze verhindert werden.
Dies muss nicht bedeuten, dass eine Sicherheitsauslösung der Tourenbindung, insbesondere
eine Mz-Auslösung (Auslösung der Bindung bei Ausübung eines Drehmoments um eine in
Z-Richtung verlaufende Achse), nicht mehr gewährleistet ist. Vielmehr kann in einer
solchen Tourenbindung 10 die Mz-Auslösung über einen Auslösemechanismus des Fersenautomaten
(nicht gezeigt) in an sich bekannter Weise erfolgen, sodass die Auslösecharakteristiken
und die Auslöseschwellwerte bequem nur an einem Bauteil, nämlich am Fersenautomaten,
eingestellt werden können. Insbesondere sportliche Fahrer bevorzugen hohe Auslöseschwellwerte,
welche mitunter mit vertretbarem konstruktiven Aufwand von dem Auslösemechanismus
der Klemmwinkel 16, d.h. den Druckfedern 44, gar nicht realisiert werden können. Indem
die seitlichen Anlageflächen 82 als Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Seitenstützanordnung
eine seitliche Auslösung der Schuhspitze in der Abfahrtsstellung zuverlässig verhindern,
können auch sehr hohe Auslösekräfte durch entsprechende Fersenautomaten (welche üblicherweise
wesentlich größere und stärkere Druckfedern umfassen können) eingestellt werden.
[0052] Durch das Festhalten des Anschlagselements 20 in seiner am vorderen
[0053] Sohlenabschnitt des Skischuhs anliegenden Position gemäß Figuren 2a bis 2g in der
ersten Schließstellung kann ferner der Vorteil erreicht werden, dass der Nutzer optisch
gut erkennen kann, dass die Tourenbindung 10 noch nicht in der noch zu beschreibenden
zweiten Schließstellung eingestellt ist, in welcher die Tourenbindung 10 zur Vermeidung
von Fehlauslösungen während des Aufstiegs verriegelt ist. Auf diese Weise sowie ferner
aus dem Grund, dass in der ersten Schließstellung ein Verschwenken des Skischuhs zum
Gehen aufgrund des blockierten Anschlagselements 20 überhaupt nicht möglich ist, wird
der Nutzer zuverlässig daran erinnert, die Tourenbindung 10 durch einen Verriegelungsbedienvorgang
in die zweite Schließstellung zu überführen, welche nachfolgend unter Bezugnahme auf
Figuren 3a bis 3g erläutert wird.
[0054] Zur Verstellung der Tourenbindung 10 von der ersten Schließstellung in die zweite
Schließstellung wird der Bedienhebel 50 an seinem Bedienabschnitt 52 angehoben und
in Figuren 2b, 2e und 2f im Uhrzeigersinn verschwenkt bis er die Stellung gemäß Figuren
3a bis 3g erreicht. Dabei gleitet der Verriegelungsabschnitt 56 des Bedienhebels 50
auf die Nockenfläche 58 auf, bis der Verriegelungsabschnitt 56 in etwa zwischen der
Schwenkachse 48 des Bedienhebels 50 und einem im Wesentlichen vertikal darunter liegenden
Abschnitt der Nockenfläche 58 angeordnet ist. Damit ist in der zweiten Schließstellung
eine Schwenkbewegung des Betätigungshebels 36 zurück in die Öffnungsstellung blockiert.
Eine während der Schwenkbewegung des Bedienhebels 50 aufgrund der Nockenfläche 58
gegebenenfalls noch in Z-Richtung nach oben wirkende Kraft auf die Schwenkachse 48
kann den Betätigungshebel 36 sogar noch ein Stück weiter in Richtung Schließstellung
verschwenken, wodurch die Endkappen 40 noch ein Stück weiter nach unten gepresst werden
und die Lagerzapfen 32 in besonders festen Eingriff mit den Lageröffnungen des Skischuhs
gepresst werden. In der zweiten Schließstellung ist der Skischuh somit fest an der
Tourenbindung 10 verriegelt und ein unbeabsichtigtes Auslösen der Bindung kann vermieden
werden.
[0055] In der zweiten Schließstellung ist die Positionierfunktion bzw. Stützfunktion des
Anschlagselements 20 nicht mehr erforderlich und das Anschlagselement 20 kann nach
vorn weggeklappt werden, um ein Verschwenken des Skischuhs nach vorn beim Gehen zu
ermöglichen. Die zweite Schließstellung ist dann eine Gehstellung der Tourenbindung
10.
[0056] Im ersten Ausführungsbeispiel kann das Anschlagselement 20 in der zweiten Schließstellung
selbsttätig nach vorn wegklappen, da bei der Schwenkbewegung des Bedienhebels 50 von
der ersten Schließstellung in die zweite Schließstellung auch der Stützabschnitt 60
des Bedienhebels 50 von dem zweiten Gegenstützabschnitt 88 des Anschlagselements 20
weggeschwenkt ist und somit die Schwenkbewegung des Anschlagselements 20 nach vorn
nicht mehr blockiert, und da ferner auch der Stützabschnitt 72 des Steuerhebels 66
in die Aussparung 86 des Anschlagselements 20 eintaucht. Das Wegklappen des Anschlagselements
20 nach vorn kann aufgrund manueller Betätigung durch die Hand oder den Stock des
Benutzers, aufgrund einer Verdrängungsbewegung durch den nach vorn verschwenkenden
Skischuh beim ersten Gehschritt oder aufgrund einer bereits zuvor erläuterten, in
den Zeichnungen nicht dargestellten Feder, welche das Anschlagselement 20 nach vorn
vorspannt, erfolgen. Im letzteren Fall kann das Wegklappen automatisch und damit für
den Benutzer ohne zusätzlichen Bedienaufwand erfolgen.
[0057] In der in Figuren 3a bis 3g gezeigten zweiten Schließstellung kann der Nutzer die
Tourenbindung 10 in einer Gehstellung verwenden, d.h. beispielsweise ein in den Figuren
nicht dargestellter Fersenautomat kann in eine Gehstellung gestellt sein, in welcher
er einen Fersenabschnitt des Skischuhs freigibt, sodass der Skischuh um die Querachse
Q nach vorn und nach hinten verschwenken kann, ohne dass das Anschlagselement 20 diese
Bewegung behindern würde.
[0058] Beim Verstellen der Tourenbindung 10 von der zweiten Schließstellung zurück in die
erste Schließstellung bzw. die Öffnungsstellung können die zuvor genannten Bedienvorgänge
und Funktionsvorgänge der Tourenbindung umgekehrt ablaufen. Insbesondere schiebt sich
der Stützabschnitt 60 des Bedienhebels 50 beim Verschwenken des Bedienhebels 50 von
der zweiten Schließstellung in die erste Schließstellung wieder gegen den zweiten
Gegenstützabschnitt 88 des Anschlagselements 20 und hebt das Anschlagselement 20 aus
seiner nach vorn geklappten Stellung wieder an, bis es wieder in die aufrechte Position
der ersten Schließstellung gelangt, in der es am vorderen Abschnitt des Skischuhs
anschlägt oder zumindest in unmittelbarer Nähe desselben angeordnet ist. Wird dann
durch Ausübung einer Druckkraft auf den Bedienabschnitt 52 zum Ski hin die Tourenbindung
10 in die Öffnungsstellung verstellt, so drückt der Bedienhebel 50 über die Schwenkachse
48 den zweiten Arm 46 des Betätigungshebels 36 ebenfalls zum Ski hin. Dadurch gleitet
die Schwenkachse 48 in der Kulisse 78 des Steuerhebels 66 bis an deren gegenüberliegenden
(unteren) Anschlag und beginnt anschließend den Steuerhebel 46 wieder entgegen dem
Uhrzeigersinn zu verschwenken. Dabei schiebt sich der Stützabschnitt 72 des Steuerhebels
66 wieder gegen den Gegenstützabschnitt 74 des Anschlagselements 20 und übernimmt
die Begrenzung der Schwenkbewegung des Anschlagselements 20, während der Stützabschnitt
60 des Bedienhebels 50 von dem zweiten Gegenstützabschnitt 88 des Anschlagselements
20 abhebt. Gleichzeitig schnappen die von den Druckfedern 44 vorgespannten Endkappen
40 über den Totpunkt nach oben und die Klemmwinkel 16 schwenken nach außen, sodass
die Lagerzapfen 32 den Skischuh freigeben.
[0059] Unter Bezugnahme auf Figuren 4a bis 6b wird nachfolgend ein zweites Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung erläutert.
[0060] Eine Tourenbindung 110 des zweiten Ausführungsbeispiels umfasst eine Basisplatte
112, an welcher zwei Klemmwinkel 116 mit Lagerzapfen 132 zum schwenkbaren Halten eines
Skischuhs 125 gelagert sind, wobei die Klemmwinkel 116 durch einen Betätigungshebel
136 zwischen einer Öffnungsstellung, einer ersten Schließstellung und einer zweiten
Schließstellung verstellbar sind. Ferner ist auch im zweiten Ausführungsbeispiel ein
Bedienhebel 150 vorgesehen, welcher vom Nutzer zur Verstellung der Tourenbindung 110
bedienbar ist. In Bezug auf Konstruktion und Funktion der Klemmwinkel 116, des Betätigungshebels
136 sowie des Bedienhebels 150, einschließlich seines Verriegelungsabschnitts 156,
entspricht das zweite Ausführungsbeispiel dem ersten Ausführungsbeispiel, sodass diese
Details nicht noch einmal wiederholt werden und hierzu ausdrücklich auf die Beschreibung
des ersten Ausführungsbeispiels hingewiesen wird.
[0061] Im zweiten Ausführungsbeispiel ist die Basisplatte 112 nicht unmittelbar an einer
Oberfläche eines Skis befestigt, sondern in Schienen einer am Ski zu befestigenden
Zwischenplatte 113 längsverschiebbar geführt und für den Betrieb der Tourenbindung
110 in einer bestimmten Verschiebungsposition feststellbar.
[0062] Die Tourenbindung 110 des zweiten Ausführungsbeispiels weist ein linkes Anschlagselement
120a sowie ein rechtes Anschlagselement 120b auf. Ein Anlageabschnitt 121a des linken
Anschlagselements 120a ist dafür eingerichtet, mit einem vorderen linken Sohlenabschnitt
123 eines passenden Tourenskischuhs 125 in Kontakt zu gelangen, während ein Anlageabschnitt
121 b des rechten Anschlagselements 120b dafür eingerichtet ist, mit einem vorderen
rechten Sohlenabschnitt des Tourenskischuhs in Kontakt zu gelangen.
[0063] Die Anlageabschnitte 121 a, 121 b können so ausgebildet sein, dass jeder Anlageabschnitt
eine rückwärtige Anlagefläche 162a bzw. 162b sowie eine seitliche Anlagefläche 182a
bzw. 182b aufweist. Der vordere Sohlenabschnitt des Skischuhs kann dann sowohl hinsichtlich
seiner Position in X-Richtung als auch hinsichtlich seiner Position in Y-Richtung
auf relativ großer Fläche abgestützt werden. Die Anlageflächen 162a, 182a des linken
Anschlagselements 120a bzw. die Anlageflächen 162b, 182b des rechten Anschlagselements
120b können jeweils als kontinuierliche Fläche ineinander übergehen, beispielsweise
als Teil einer der Außenkontur des Skischuhs angepassten, gekrümmten Fläche.
[0064] Die Anschlagselemente 120a, 120b sind jeweils schwenkbar an einem Lagerabschnitt
der Basisplatte 112 gehalten, sodass sie um eine in Y-Richtung verlaufende, gemeinsame
Achse 165 verschwenkbar sind. Insbesondere sind sie zwischen einer für den Kontakt
mit einem korrekt positionierten Skischuh geeigneten aufrechten Stellung und einer
nach vorn weggeklappten Stellung verschwenkbar. Ein linkes Kopplungselement 166a ist
einerseits schwenkbar mit dem linken Anschlagselement 120a verbunden und ist andererseits
schwenkbar mit dem Bedienhebel 150, insbesondere dem Verriegelungsabschnitt 156 des
Bedienhebels 150, schwenkbar verbunden. Ein rechtes Kopplungselement 166b ist einerseits
schwenkbar mit dem rechten Anschlagselement 120b verbunden und andererseits schwenkbar
mit dem Bedienhebel 150, insbesondere mit dem Verriegelungsabschnitt 156 des Bedienhebels
150, schwenkbar verbunden. Vorzugsweise sind die Schwenkpunkte der Kopplungselemente
166a, 166b mit den Anschlagselementen 120a, 120b auf einer gemeinsamen, in Y-Richtung
verlaufenden Achse 167 angeordnet und die Schwenkpunkte der Kopplungselemente 166a,
166b mit dem Bedienhebel 150 sind ebenfalls auf einer gemeinsamen, in Y-Richtung verlaufenden
Achse 169 angeordnet.
[0065] Nachfolgend wird die Funktion der Tourenbindung 110 des zweiten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Ergänzend wird ausdrücklich auf die vorstehende Beschreibung des
ersten Ausführungsbeispiels verwiesen.
[0066] In der in Figuren 4a und 4b gezeigten Öffnungsstellung sind die Klemmwinkel 116 geöffnet
und der Betätigungshebel 136 ist so verschwenkt, dass der Bedienhebel 150 maximal
an den Ski angenähert ist. Die Anschlagselemente 120a, 120b befinden sich in ihrer
aufrechten Position und bieten eine Positionierhilfe für den Tourenskischuh 125. Beim
Einsteigen in die Tourenbindung 110 kann der Nutzer die korrekte Position leicht dadurch
finden, dass er einen vorderen bzw. seitliche Sohlenabschnitt 123 des Schuhs 125 an
den Anschlagselementen 120a, 120b abstützt. Die seitlichen Lageröffnungen 127 des
Skischuhs 125 sind dann eingriffsbereit gegenüber den Lagerzapfen 132 positioniert,
sodass beim Schließen der Tourenbindung 110 die Lagerzapfen 132 problemlos in die
Lageröffnungen 127 des Skischuhs 125 eingreifen können.
[0067] Nach dem Schließen der Klemmwinkel 116 kann sich die Tourenbindung 110 in der in
Figuren 5a und 5b gezeigten ersten Schließstellung befinden. Die erste Schließstellung
kann eine Abfahrtsstellung der Tourenbindung 110 sein, d.h. ein in den Zeichnungen
nicht dargestellter Fersenautomat kann einen Fersenabschnitt des Tourenskischuhs 125
festhalten, sodass der Schuh insgesamt fest am Ski fixiert ist. Da beim Übergang von
der Öffnungsstellung zur ersten Schließstellung zwar der Betätigungshebel 136 verschwenkt
wird, der Bedienhebel 150 jedoch im Wesentlichen nicht verschwenkt wird, bleiben die
Anschlagselemente 120a, 120b in der aufrechten Position in Anlage oder zumindest in
unmittelbarer Nähe der vorderen bzw. seitlichen Sohlenabschnitte 123 des Schuhs 125
und blockieren eine seitliche Verlagerung (in Y-Richtung) des vorderen Abschnitts
des Skischuhs 125. Da somit die Schuhspitze im Wesentlichen nicht mehr aus der Tourenbindung
110 auslösen kann, kann ein Auslöseverhalten vollständig durch entsprechende Einstellung
eines Fersenautomaten (nicht gezeigt) erfolgen, sodass das Auslöseverhalten besser
definierbar und insbesondere auch höhere Auslösewerte erreichbar sind.
[0068] Aus der ersten Schließstellung kann die Tourenbindung 110 in die in Figuren 6a und
6b gezeigte zweite Schließstellung verstellt werden, indem der Bedienhebel 150 aufgestellt
wird, bis der Verriegelungsabschnitt 156 in etwa zwischen die Schwenkachse 148 des
Bedienhebels 150 und einen im Wesentlichen senkrecht unterhalb der Schwenkachse 148
angeordneten Abschnitt einer Nockenfläche 158 der Basisplatte 112 geschoben wird.
Aufgrund der Schwenkbewegung des Bedienhebels 150 in Bezug auf den Betätigungshebel
136 werden auch die Kopplungselemente 166a, 166b bewegt, insbesondere nach vorn gezogen,
sodass die Anschlagselemente 120a, 120b nach vorn wegklappen. Im Ausführungsbeispiel
sind die Kopplungselemente 166a, 166b mit dem Verriegelungsabschnitt 156 gekoppelt,
welcher beim Übergang von der ersten Schließstellung in die zweite Schließstellung
nach vorn verschwenkt, sodass auch die Anschlagselemente 120a, 120b nach vorn gezogen
werden.
[0069] Da die Anschlagselemente 120a, 120b in der zweiten Schließstellung nach vorn weggeklappt
sind, kann die zweite Schließstellung als Gehstellung der Tourenbindung 110 verwendet
werden, in welcher ein Fersenabschnitt des Skischuhs 125 von einem Fersenautomaten
freigegeben ist, sodass der Tourenskischuh 125 um die Achse der Lagerzapfen 132 verschwenken
kann. Diese Schwenkbewegung wird durch die nach vorn weggeklappten Anschlagselemente
120a, 120b in der zweiten Schließstellung nicht mehr behindert. Zwar können die Anschlagselemente
120a, 120b in der zweiten Schließstellung auch keine seitliche Stützfunktion mehr
übernehmen, ein ungewolltes Auslösen der Tourenbindung 110 kann in der zweiten Schließstellung
jedoch in der bereits in Bezug auf das erste Ausführungsbeispiel beschriebene Weise
dadurch verhindert werden, dass der zwischen Schwenkachse 148 und Nockenfläche 158
geschobene Verriegelungsabschnitt 156 ein Verschwenken des Betätigungshebels 136 in
die Öffnungsstellung blockiert.
[0070] Im ersten und im zweiten Ausführungsbeispiel wurden die rückwärtigen Anlageflächen
62 bzw. 162a, 162b an dem gleichen Anschlagselement 20 bzw. 120a, 120b ausgebildet,
nämlich als einander benachbarte Flächen. In einer besonders einfachen Variante könnten
in beiden Ausführungsbeispielen jeweils Kombinationsanschlagselemente verwendet werden,
welche jeweils einen Anlageabschnitt aufweisen, der sowohl eine Längspositionierung
des Skischuhs als auch eine Seitenabstützung des Skischuhs übernimmt. Insbesondere
könnten die Anschlagselemente als einfache Stifte oder Vorsprünge ausgebildet sein.
Durch die nach vorn spitz zulaufende Kontur des Skischuhs könnte grundsätzlich jedes
in diesem Abschnitt angeordnete Anschlagselement sowohl Längspositionierung als auch
seitliche Abstützung ermöglichen.
[0071] Unter Bezugnahme auf die Figuren 7a bis 7d wird nachfolgend ein drittes Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben. Die Tourenbindung 210 des dritten Ausführungsbeispiels
umfasst eine Basisplatte 212 zur Befestigung an einem Ski, zwei Klemmwinkel 216 zur
schwenkbaren Lagerung eines passenden Tourenskischuhs sowie eine Bindungsbetätigungsanordnung
218 mit einem Betätigungshebel 236 und einem Bedienhebel 250, um die Klemmwinkel 216
zwischen Öffnungsstellung und erster bzw. zweiter Schließstellung zu bewegen und die
Tourenbindung 210 in einer zweiten Schließstellung zusätzlich zu verriegeln. Hinsichtlich
der Konstruktion und der Funktion der Mechanismen zum Öffnen, Schließen und Verriegeln
der Klemmwinkel 216 mittels der Bindungsbetätigungsanordnung 218 wird ausdrücklich
auf die vorstehende Beschreibung der Konstruktion und Funktion des ersten Ausführungsbeispiels
verwiesen, welches diesbezüglich identisch oder entsprechend gestaltet ist.
[0072] Im dritten Ausführungsbeispiel ist der Erfindungsaspekt der seitlichen Abstützung
des Tourenskischuhs in einer besonders einfachen Konstruktion realisiert. Ein linkes
Anschlagselement 220a und ein rechtes Anschlagselement 220b sind fest mit der Basisplatte
212 verbunden und so angeordnet, dass sie mit einem linken seitlichen Sohlenabschnitt
bzw. einem rechten seitlichen Sohlenabschnitt eines passenden Tourenskischuhs in Kontakt
treten können. Die Anschlagselemente 220a, 220b können einstückig mit der Basisplatte
212 ausgebildet sein, oder in geeigneter Weise daran befestigt sein.
[0073] Im Gegensatz zum ersten und zweiten Ausführungsbeispiel haben die Anschlagselemente
220a, 220b des dritten Ausführungsbeispiels im Wesentlichen keine Funktion zur Positionierung
des Skischuhs in X-Richtung, sondern dienen der Abstützung des Tourenskischuhs in
Y-Richtung, d.h. der Verhinderung einer ungewollten seitlichen Auslösung eines vorderen
Abschnitts des Tourenskischuhs. Dementsprechend können die Anschlagselemente 220a,
220b im Bereich der Klemmwinkeln 216 angeordnet sein, wie in den Figuren 7a bis 7d
illustriert ist. Insbesondere sind die Anschlagselemente 220a, 220b den Lagerzapfen
232 benachbart angeordnet, jedoch als separate Elemente ausgebildet, um eine Bewegung
der Klemmwinkel 216 zum Öffnung und Schließen der Tourenbindung 210 zu erlauben.
[0074] In der illustrierten Ausführungsform ist jedes der Anschlagselemente 220a, 220b in
einer entsprechenden Aussparung 217 des zugehörigen Klemmwinkels 216 angeordnet. Die
Aussparung 216 kann eine Durchgangsöffnung im Klemmwinkel 216 sein, durch die das
Anschlagselement 220a, 220b hindurchtritt. Die Anschlagselemente 220a, 220b können
somit nahezu am gleichen Ort angeordnet sein wie die schwenkbaren Klemmwinkel 216,
ohne die Schwenkbewegung der Klemmwinkel 216 zu behindern. In den Figuren 7a bis 7d
ist zu erkennen, dass im Ausführungsbeispiel die Anschlagselemente als von der Basisplatte
212 aus einstückig aufwärts ragende Säulen oder Zapfen ausgebildet sind, die die Durchgangsöffnungen
217 in den Klemmwinkeln 216 durchsetzen.
[0075] Eine dem Tourenskischuh jeweils zugewandte Anlagefläche 221 a des linken Anschlagselement
220a sowie eine dem Tourenskischuh zugewandte Anlagefläche 221 b des rechten Anschlagselements
220b folgen nicht exakt der Kontur des entsprechenden Sohlenabschnitts eines in korrekter
fahrbereiter Position angeordneten Tourenskischuhs, sondern weisen jeweils Abschrägungen
auf. Die abgeschrägten Anlageflächen 221 a, 221 b entsprechen in etwa der Kontur eines
Sohlenabschnitts eines Tourenskischuhs, der zu dem entsprechenden Anschlagselement
220a bzw. 220b hin so verschwenkt ist, dass die Ferse des Skischuhs aus dem Fersenautomat
ausgelöst ist. Die abgeschrägten Anlageflächen 221 a, 221 b erlauben somit ein Auslösen
des Fersenabschnitts des Schuhs, verhindern jedoch gleichzeitig zuverlässig ein Auslösen
des vorderen Abschnitts des Schuhs aus dem Eingriff mit den Lagerzapfen 232.
[0076] Somit kann auch bei der Tourenbindung 210 des dritten Ausführungsbeispiels ein Auslöseverhalten
und insbesondere eine besonders hohe Auslöseschwelle bequem durch Bereitstellung eines
entsprechenden Fersenautomaten und entsprechende Einstellung des Fersenautomaten kontrolliert
werden und das Auslöseverhalten der Tourenbindung wird nicht durch das konstruktionsgemäß
begrenzte Auslöseverhalten der Klemmwinkel limitiert.
[0077] Auch wenn unter Bezugnahme auf das dritte Ausführungsbeispiel verdeutlicht wurde,
dass der Aspekt der seitlichen Abstützung des Skischuhs unabhängig von der Positionierung
des Skischuhs in X-Richtung verwirklicht werden kann, so ist damit nicht ausgeschlossen,
dass beispielsweise die im dritten Ausführungsbeispiel beschriebenen Anschlagselemente
220a, 220b auch eine gewisse Funktion der Positionierung des Skischuhs in X-Richtung
übernehmen können. Insbesondere dann, wenn sich die Lageröffnungen des Skischuhs in
einem vorderen Abschnitt des Skischuhs befinden, in welchem der Skischuh sich bereits
verjüngt, können Seitenstützabschnitte, die in der Nähe der Lageröffnungen zur Anlage
gelangen, gleichzeitig auch als Anschläge für einen Vorwärtsverschiebung des Skischuhs
in X-Richtung dienen und somit in der Öffnungsstellung der Tourenbindung die korrekte
Positionierung des Skischuhs in einstiegsbereiter Position erleichtern.
1. Tourenbindung (10; 110), umfassend zwei auf unterschiedlichen Seiten einer Längsachse
angeordnete Lagerabschnitte (32; 132), welche dafür eingerichtet sind, in einer Gehstellung
der Tourenbindung (10; 110) gegenüberliegende seitliche Gegenlagerabschnitte (127)
eines Schuhs (125) in Eingriff zu nehmen, um den Schuh (125) um eine quer zur Längsachse
verlaufende Querachse (Q) verschwenkbar an der Tourenbindung (10; 110) zu halten,
gekennzeichnet durch einen von den Lagerabschnitten (32; 132) separaten Längspositionierabschnitt (20;
120a, 120b), an welchem der Schuh (125) in einer Einstiegsposition so abstützbar ist,
dass die Gegenlagerabschnitte (127) hinsichtlich ihrer Lage entlang der Längsachse
in eingriffsbereiter Position zu den Lagerelementen (32; 132) positioniert sind.
2. Tourenbindung (10; 110) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Längspositionierabschnitt (20;
120a, 120b) einen Anschlag (62; 162a, 162b) umfasst, an welchem ein vorderer Abschnitt
des Schuhs in der Einstiegsposition anschlägt.
3. Tourenbindung (10; 110) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tourenbindung (10; 110) verstellbar ist zwischen einer Öffnungsstellung, in welcher
die Lagerabschnitte (32; 132) und die Gegenlagerabschnitte (127) außer Eingriff sind,
und der Gehstellung, in welcher die Lagerabschnitte (32; 132) und die Gegenlagerabschnitte
(127) miteinander in Eingriff sind,
wobei der Längspositionierabschnitt (20; 120a, 120b) in der Öffnungsstellung in eine
erste Stellung zur Abstützung des Schuhs (125) in der Einstiegsposition gestellt ist
und in der Gehstellung in eine zweite Stellung gestellt oder stellbar ist, in welcher
er ein Verschwenken des Schuhs (125) um die Querachse (Q) zum Gehen ermöglicht.
4. Tourenbindung (10; 110) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Verstellung der Tourenbindung (10; 110) von der Öffnungsstellung in die
Gehstellung der Längspositionierabschnitt (20; 120a, 120b) von der ersten Stellung
in die zweite Stellung verstellt wird.
5. Tourenbindung (10; 110) nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch eine Bindungsbetätigungsanordnung (18; 118), welche bei Betätigung durch einen Nutzer die Tourenbindung (10; 110) von der Öffnungsstellung in die Gehstellung
verstellt und dabei die Lagerabschnitte (32; 132) aufeinander zu bewegt,
sowie durch eine Kopplung (66; 166a, 166b) zur Übertragung einer Verstellbewegung der Bindungsbetätigungsanordnung
(18; 118) auf den Längspositionierabschnitt (20; 120a, 120b).
6. Tourenbindung (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Längspositionierabschnitt (20) durch ein elastisches Mittel in Richtung der zweiten
Stellung vorgespannt ist und in der ersten Stellung arretierbar ist.
7. Tourenbindung (10) nach Anspruch 5 oder Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplung (66) einen Steuerhebel umfasst, welcher mit der Bindungsbetätigungsanordnung
(18) gekoppelt ist, wobei der Steuerhebel einen Stützabschnitt (72) aufweist, an welchem
sich der Längspositionierabschnitt in der ersten Stellung abstützt, um eine Bewegung
des Längspositionierabschnitts zur zweiten Stellung hin zu blockieren, und wobei der
Steuerhebel in einem Schließzustand der Tourenbindung (10) so angeordnet ist, dass
der Stützabschnitt (72) eine Bewegung in die zweite Stellung erlaubt.
8. Tourenbindung (10; 110; 210), insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
umfassend zwei auf unterschiedlichen Seiten einer Längsachse angeordnete Lagerabschnitte
(32; 132; 232), welche dafür eingerichtet sind, in einer geschlossenen Stellung der
Tourenbindung (10; 110; 210) gegenüberliegende seitliche Gegenlagerabschnitte (127)
eines Schuhs (125) in Eingriff zu nehmen, um den Schuh (125) um eine quer zur Längsachse
verlaufende Querachse (Q) verschwenkbar an der Bindungsanordnung (10; 110; 210) zu
halten, sowie eine von den Lagerabschnitten (32; 132; 232) separate Seitenstützanordnung
(20; 120a, 120a; 220a, 220b), an welcher ein vorderer Abschnitt des Schuhs (125) in
der geschlossenen Stellung der Tourenbindung (10; 110; 210) zur Blockierung einer
Bewegung des Schuhs (125) quer zur Längsrichtung abstützbar ist.
9. Tourenbindung (210) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenstützanordnung (220a, 220b) an einem skifesten Grundkörper (212) der Tourenbindung
(210) befestigt oder zur Befestigung am Ski eingerichtet ist.
10. Tourenbindung (10; 110; 210) nach Anspruch 8 oder Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenstützanordnung (20; 120a, 120b; 220a, 220b) einen linken Seitenstützabschnitt
(82; 182a; 220a) zur Abstützung eines linken äußeren vorderen Seitenabschnitts eines
Schuhs (125) und einen rechten Seitenstützabschnitt (82; 182b; 220b) zur Abstützung
eines rechten äußeren vorderen Seitenabschnitts eines Schuhs (125) umfasst.
11. Tourenbindung (10; 110; 210) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenstützanordnung (20; 120a, 120b; 220a, 220b) mindestens eine zumindest abschnittsweise
an eine Außenkontur eines Schuhs (125) angepasste Anschlagfläche aufweist.
12. Tourenbindung (10; 110; 210) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenstützanordnung (220a, 220b) den Lagerabschnitten (232) benachbart angeordnet
ist.
13. Tourenbindung (210) nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Lagerabschnitte (232) an einem schwenkbaren Klemmwinkel (216)
angeordnet ist,
wobei der mindestens eine Klemmwinkel (216) eine Aussparung (217) aufweist und
wobei die Seitenstützanordnung (220a, 220b) zumindest teilweise in der Aussparung
(217) angeordnet ist.
14. Tourenbindung (10; 110; 210) nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Längspositionieranordnung (20; 120a, 120b) einen Anschlag (62; 162a, 162b) umfasst,
an welchem ein vorderer Abschnitt des Schuhs (125) in der Einstiegsposition anschlägt,
dass die Seitenstützanordnung (20; 120a, 120b) mindestens einen Seitenstützabschnitt
(82; 182a, 182b) zur Abstützung eines äußeren vorderen Seitenabschnitts (123) des
Schuhs (125) umfasst,
dass die Längspositionieranordnung (20; 120a, 120b) und die Seitenstützanordnung (20;
120a, 120b) durch dieselbe Anschlaganordnung gebildet sind, wobei der vordere Anschlag
(62; 162a, 162b) der Längspositionieranordnung und der Seitenstützabschnitt (82; 182a,
182b) an einem gemeinsamen Anschlagselement (20; 120a, 120b) einander benachbart ausgebildet
oder als derselbe Anschlag an einem Kombinationsanschlagselement ausgebildet sind.