[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrbahnsicherungssystem zur temporären Absperrung eines
Fahrbahnabschnitts gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren
zur temporären Absperrung eines Fahrbahnabschnitts für eine zu sichernde Arbeitsstelle
gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 8.
[0002] Bei Arbeiten an, neben oder über Straßen müssen diese als Verkehrsflächen vorübergehend
abgesperrt werden, Der hierfür notwendige Eingriff in den Straßenverkehr erfordert
geeignete Sicherungsmaßnahmen, deren Ausgestaltung sich nach der Dauer der Arbeiten
richtet. Die zu ergreifenden Sicherungsmaßnahmen dienen dem Schutz der Verkehrsteilnehmer
und Arbeitskräfte sowie den Geräten und Maschinen. Insbesondere bewegliche Arbeitsstellen,
sogenannte Wanderbaustellen, bedürfen hierbei spezieller Sicherungsmaßnahmen, da sich
die Arbeitsstelle entweder mit oder gegen die Verkehrsrichtung fortbewegt,
[0003] Neben geeigneter optischer Signale wie beispielsweise Verkehrszeichen, Verkehrseinrichtungen
sowie vorübergehender Markierungen bedürfen die sich innerhalb der Arbeitsstelle aufhaltenden
Personen einem zusätzlichen Schutz, der eine unvermeidliche Kollision mit einem in
Bewegung befindlichen Fahrzeug und der Wanderbaustelle berücksichtigt. Als mögliches
Szenario dient hierbei ein Fahrzeugführer, der die Kontrolle über sein Fahrzeug beispielsweise
durch einen Herzinfarkt oder einen Sekundenschlaf verloren hat. Dem gleichgestellt
wäre eine Gefährdung durch pure Unachtsamkeit. Derartige Vorfälle stellen in der Praxis
nach wie vor ein großes Problem dar und bringen ein hohes Risiko für das Arbeitspersonal
mit sich.
[0004] Die
WO 2008/088406 A1 offenbart hierzu eine mobile Leitschwelle sowie ein Verfahren zu dessen Benutzung,
wobei die besagte Leitschwelle über ihren ersten Endbereich mit einer verfahrbaren
Antriebseinheit gekoppelt wird. An ihrem, den ersten Endbereich gegenüberliegenden
zweiten Endbereich ist die Leitschwelle mit einer verschieblichen Lagereinheit verbunden.
Als verfahrbare Antriebseinheit dient ein Kraftfahrzeug als Zugfahrzeug, wobei die
verschiebliche Lagereinheit ebenfalls durch ein Kraftfahrzeug darstellt wird, welches
als Gegenkraft zum Zugfahrzeug mit der Leitschwelle verbunden ist. Die Leitschwelle
ist jeweils zu einer Seite der beiden Kraftfahrzeuge hin angeordnet, sodass die Leitschwelle
einen Arbeitsbereich zwischen den beiden Kraftfahrzeugen einseitig begrenzt. Die Leitschwelle
selbst ist hierbei dem so umgeleiteten Verkehr zugewandt.
[0005] Die vorgeschlagene mobile Leitschwelle ermöglicht es, eine Wanderbaustelle gegenüber
dem fließenden Verkehr abzuschirmen und zu schützen. Im Zuge eines nicht zu vermeidenden
Aufpralls eines Kraftfahrzeugs dient das in Fahrtrichtung hinten befindliche Kraftfahrzeug
gleichzeitig als Prallkörper, mit dem das herannahende Fahrzeug kollidiert. Beide
an den Endbereichen der Leitschwelle befindlichen Kraftfahrzeuge bedürfen eines Kraftfahrzeugführers,
um die Leitschwelle der Verkehrsführung entsprechend zu bewegen. Darüber hinaus ist
der mögliche Kollisionsfall mit einem entsprechenden Schadensbild behaftet, denn man
nimmt einen Frontalaufprall des Unfallfahrzeugs auf das hintere Kraftfahrzeug in Kauf.
Insbesondere der hohe wirtschaftliche Aufwand an Personal und Material sowie die mögliche
Schadenshöhe lassen demnach noch Raum für Verbesserungen.
[0006] Die
FR 2 731 723 A1 offenbart ein Verfahren zur Umsetzung von Betonelementen, welche hintereinander angeordnet
der Absperrung eines Fahrbahnabschnitts dienen. Hierbei werden randseitig des Fahrstreifen
angeordnete Betonsegmente mittels eines Krans auf den Mittelstreifen einer zweispurigen
Richtungsfahrbahn verlagert, Der Kran ist auf einem Sattelschlepper montiert, wobei
sich zwischen dem hinteren Ende des Sattelschleppers und dem in Fahrtrichtung letzten
auf dem Mittelstreifen befindlichen Betonsegment ein Schutzkäfig erstreckt, Der Schutzkäfig
schirmt somit den zwischen dem hinteren Teil des Sattelschleppers und dem letzten
Betonsegment befindlichen Fahrbahnabschnitt ab. Innerhalb dieses Fahrbahnabschnitts
liegt der Arbeitsradius des Krans, welcher die Betonsegmente jeweils von der Randseite
auf den Mittelstreifen verlagert. Der Schutzkäfig weist an seinem dem Sattelschlepper
abgewandten Ende eine rollbare Lagereinheit auf, welche sich jeweils auf den Betonsegmenten,
näherhin dem jeweils letzten Betonsegment des Mittelstreifens abstützt. Sofern ein
randseitiges Betonsegment auf den Mittelstreifen verlagert wurde, wird der Sattelschlepper
maximal um eine Länge der Betonsegmente verfahren, wobei der Schutzkäfig über seine
Lagereinheit an dem letzten Betonsegment des Mittelstreifens geführt wird.
[0007] Der aufgezeigte Schutzkäfig ist speziell für den Einsatz in Kombination mit bereits
auf dem Mittelstreifen befindlichen oder aber randseitig zum Mittelstreifen hin zu
verlagernden Betonsegmenten konzipiert. Hierdurch wird insbesondere der in Fahrtrichtung
hinter dem Sattelschlepper befindliche Fahrbahnabschnitt gesichert. Da die einzelnen
Betonsegmente auf dem Mittelstreifen Voraussetzung für den Einsatz des Schutzkäfigs
sind, ist der Aufwand an Material entsprechend hoch. Weiterhin besteht die Gefahr,
dass ein auf demselben Fahrstreifen wie der Sattelschlepper befindliches Kraftfahrzeug
mit entsprechender Gefährdung für Mensch und Material ohne Ausweichmöglichkeiten auffahren
kann.
[0008] Die
FR 2 903 709 A1 offenbart ebenfalls einen Schutzkäfig zur Sicherung eines zwischen einem verfahrbaren
Kran und dem Ende einer Absperrung aus zu versetzenden Betonelementen befindlichen
Fahrbahnabschnitts. Der Fahrbahnabschnitt befindet sich in Fahrtrichtung hinter dem
verfahrbaren Kran. Auch hierbei wird das dem Kran gegenüberliegende Ende des Schutzkäfigs
über eine Lagereinheit an den bereits aufgestellten Betonsegmenten geführt.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrbahnsicherungssystem
sowie ein Verfahren zur temporären Absperrung eines in Fahrtrichtung hinter dem Fahrbahnsicherungssystem
angeordneten und zu sichernden Fahrbahnabschnitts mittels einer mobilen Leitschwelle
dahingehend zu verbessern, dass ein Frontalaufprall eines auf demselben Fahrbahnabschnitt
hinter der Antriebseinheit herannahenden Kraftfahrzeugs wirksam vermieden wird, sodass
die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im Bereich des Fahrbahnsicherungssystems trotz
wenig Personal sowie geringem Materialeinsatz deutlich erhöht ist. Die Lösung dieser
Aufgabe besteht nach der Erfindung in einem Fahrbahnsicherungssystem zur temporären
Absperrung eines Fahrbahnabschnitts gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie
in einem Verfahren zur temporären Absperrung eines Fahrbahnabschnitts gemäß den Merkmalen
des Patentanspruchs 8.
[0010] Hiernach wird die Leitschwelle des erfindungsgemäßen Fahrbahnsicherungssystems an
ihrem der verfahrbaren Antriebseinheit gegenüberliegenden Endbereich über die Lagereinheit
an einem entlang des Fahrbahnabschnitts angeordneten Schutzplankenstrang verschieblich
geführt. Erfindungsgemäß ist die Leitschwelle dabei keilförmig angeordnet und schließt
zusammen mit dem Schutzplankenstrang einen Winkel ein. Das Fahrbahnsicherungssystem
dient hierbei der Absperrung eines Fahrbahnabschnitts. Die Anordnung ist mobil, so
dass eine in Fahrtrichtung hinter dem Fahrbahnsicherungssystem angeordnete und zu
sichernde Arbeitsstelle beispielsweise eine Wanderbaustelle sein kann. Deren sukzessives
Voranschreiten entlang der Fahrbahn kann dann kontinuierlich mit dem Fahrbahnsicherungssystem
verfolgt werden, so dass eine permanente Sicherung der Arbeitsstelle erfolgt.
[0011] Die Lagereinheit stellt dabei eine passive Anordnung zum Tragen und Führen der Leitschwelle
dar, weiche über die verfahrbare Antriebseinheit beweglich ist. Der besondere Vorteil
liegt in der Kopplung der Leitschwelle mit einem bereits entlang des Fahrbahnabschnitts
vorhandenen Fahrzeugrückhaltesystem in Form des Schutzplankenstrangs, wodurch die
Leitschwelle mit ihrem der Verkehrsrichtung entgegengesetzten Endbereich in einem
gleichbleibenden Abstand zum Schutzplankenstrang als Fahrbahnabgrenzung geführt ist.
[0012] Grundsätzlich sind unter dem verwendeten Begriff des Schutzplankenstrangs sämtliche
eine Fahrbahn begrenzende vorhandene oder zunächst zu installierende bauliche Maßnahmen
zu verstehen, die geeignet sind, als Führung des Schutzplankenstrangs zu dienen. Somit
ist beispielsweise auch die verschiebliche Kopplung des Schutzplankenstrangs mit einer
entlang des Fahrbahnabschnitts angeordneten Absturzsicherung denkbar, wobei die Lagereinheit
beispielsweise entlang eines Geländers oder einer Brüstung geführt ist, Ebenso können
beispielsweise die Fahrbahn seitlich begrenzende Betonelemente und Leitplanken sowie
aus auf dem Boden aufgestellten gehäuseartigen Basiskörpern mit oberhalb angeordneten
Leitholmen gebildete Leitschwellen als Führung der mobilen Leitschwelle dienen.
[0013] Die Lagereinheit kann hierbei mit Rädern, Rollen oder auch Gleitkörpern versehen
sein, welche den Endbereich der Leitschwelle verschieblich lagern. Die Lagerung selbst
kann hierbei sowohl bodenseitig, als auch an dem Fahrzeugrückhaltesystem selbst erfolgen.
[0014] Die verwendete Leitschwelle kann eingliedrig oder mehrgliedrig sein. Der Begriff
der Leitschwelle bezieht sich sowohl auf eine einteilige als auch auf eine mehrteilige
Ausführung. Somit kann die Leitschwelle auch aus mehreren miteinander gekoppelten
Le!tschwe!!en gebildet sein, deren jeweilige Verbindungsstellen entweder beweglich
oder starr ausgeführt sind, Demnach kann die Leitschwelle auch mehrere einzelne Segmente
beinhalten, die beispielsweise untereinander auch unterschiedliche Funktionen erfüllen
können. Die verwendete Leitschwelle kann zwischen ihren Endbereichen grundsätzlich
auch einzelne Zwischenstützungen aufweisen. Dies kann beispielsweise in Form von rollenden
oder gleitenden Lagerungen erfolgen, welche die Leitschwelle dann punktuell auf der
Fahrbahn abstützen.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Fahrbahnsicherungssystems
sind Inhalt der nachfolgend näher erläuterten abhängigen Ansprüche 2 bis 7.
[0016] Dabei sieht die Erfindung vor, dass der erste Endbereich der Leitschwelle über eine
Koppeleinheit mit der Antriebseinheit lösbar verbunden ist. Darüber hinaus ist die
Koppeleinheit in Querrichtung der Antriebseinheit verlagerbar. Die Verlagerbarkeit
der Leitschwelle entlang der Antriebseinheit erhöht den flexiblen Einsatz.
[0017] Je nach Anforderung weist die Leitschwelle zwischen ihren Endbereichen mindestens
einen Biegungsabschnitt auf. Der Biegungsabschnitt zeigt hierbei gerundete Übergänge
zu der sonst geradlinig ausgerichteten Leitschwelle, wodurch die mögliche Ablenkung
eines Fahrzeugs unterstützt und weniger abrupt eingeleitet wird. Insbesondere im zweiten
Endbereich der Leitschwelle, welche über die verschiebliche Lagereinheit mit dem Fahrzeugrückha!tesystem
verschieblich gekoppelt ist, wird eine mögliche Ablenkung eines Fahrzeugs durch den
Biegungsabschnitt positiv beeinflusst, da das Fahrzeug langsamer in die Schrägstellung
der Leitschwelle eingeleitet wird.
[0018] In einer Variante sieht die Erfindung vor, dass die Leitschwelle selbst nachgiebig
ausgebildet ist. Die Nachgiebigkeit nimmt bereits einen Teil der Bewegungsenergie
des in die Leitschwelle einfahrenden Fahrzeugs auf, wodurch sich die Belastung auf
den Fahrzeugführer reduziert. Die Nachgiebigkeit kann sowohl elastisch als auch plastisch
erfolgen sowie aus einer Kombination daraus. Im Zusammenhang mit einem Biegungsabschnitt
kann die Ablenk- sowie Umlenkfunktion der Leitschwelle nochmals verbessert werden.
[0019] Zur besseren Wahrnehmung sieht die Erfindung vor, dass das Fahrbahnsicherungssystem
mindestens ein aktives oder passives Mittel zur Warnkennzeichnung aufweist. Dieses
kann beispielsweise an der Leitschwelle selbst angebracht sein. Neben entsprechenden
Schildern sind insbesondere selbstleuchtende Anordnungen vorgesehen, die unabhängig
der umliegenden Lichtverhältnisse eine gut wahrnehmbare Warnkennzeichnung ermöglichen.
[0020] In einer Variante des erfindungsgemäßen Fahrbahnsicherungssystems ist vorgesehen,
dass sich zwischen der Antriebseinheit und dem Schutzplankenstrang eine mit diesem
gekoppelte Fangvorrichtung erstreckt. Die Fangvorrichtung kann beispielsweise durch
eine zwischen der Antriebseinheit und dem Schutzplankenstrang angeordnete Stütze erfolgen.
Die Fangvorrichtung ist in ihrer Längsrichtung beispielsweise starr oder teleskopierbar
ausgebildet. Grundsätzlich kann die Fangvorrichtung auch aus einem Zugmittel, beispielsweise
in Form eines entsprechenden Seils oder einer Kette gebildet sein.
[0021] Eine teleskopierbare Ausführung der Fangvorrichtung hat den Vorteil, dass die Antriebseinheit
gegenüber dem Schutzplankenstrang eine entsprechend variable Lage einnehmen kann,
um während des Voranschreitens der beweglichen Arbeitsstelle ungestört manövrierbar
zu sein. Hierbei kann die teleskopierbare Fangvorrichtung beispielsweise so ausgebildet
sein, dass eine langsam verlaufende Längung oder Stauchung widerstandslos erfolgen
kann, während ein plötzlicher Verlauf beispielsweise in Folge eines Fahrzeuganpralls
an die Leitschwelle entsprechend gebremst wird. Hierdurch wird die Antriebseinheit
bei einer plötzlichen und demzufolge schnell ablaufenden Verlagerung gegen den Schutzplankenstrang
abgestützt, um nicht unkontrolliert versetzt oder verdreht zu werden.
[0022] Auch wenn die Fangvorrichtung mit sämtlichen geeigneten Bereichen der Antriebseinheit
gekoppelt sein kann, ist diese in vorteilhafter Weise über die Koppeleinheit mit der
Antriebseinheit verbunden. Die Kopplung der Fangvorrichtung mit der Antriebseinheit
und/oder dem Schutzplankenstrang kann beispielsweise gelenkig ausgeführt sein, um
nur Zug- und/oder Druckkräfte zu übertragen.
[0023] In vorteilhafter Weise ist die Fangvorrichtung mit einer Halteeinheit verbunden,
über welche die Fangvorrichtung entlang des Schutzplankenstrangs geführt ist. Die
Halteeinheit ist hierfür verschieblich mit dem Schutzplankenstrang gekoppelt Die Halteeinheit
stellt dabei analog der Lagereinheit der mobilen Leitschwelle eine passive Anordnung
zum Tragen und Führen der Fangvorrichtung dar, welche entweder passiv über die verfahrbare
Antriebseinheit oder beispielsweise durch einen geeigneten Antrieb aktiv beweglich
ist.
[0024] Je nach Ausgestaltung, kann die Halteeinheit der Fangvorrichtung auch mit der Lagereinheit
der Leitschwelle verbunden sein, um einen gleichbleibenden Abstand zueinander zu ermöglichen.
Die Verbindung zwischen der Halteeinheit und der Lagereinheit kann beispielsweise
durch ein Zugmittel wie ein Seil oder eine Kette gebildet sein, In einer Variante
kann die Verbindung auch durch ein stabförmiges Element, beispielsweise eine entsprechend
konfigurierte Stange gebildet sein.
[0025] Darüber hinaus schafft die Erfindung ein Verfahren zur temporären Absperrung eines
Fahrbahnabschnitts für eine zu sichernde Arbeitsstelle mittels einer mobilen Leitschwelle.
Die Leitschwelle erstreckt sich hierbei zwischen ihren beiden Endbereichen, wobei
der erste Endbereich mit einer verfahrbaren Antriebseinheit gekoppelt wird. Eine mit
dem zweiten Endbereich der Leitschwelle verbundene Lagereinheit wird erfindungsgemäß
an einem entlang des Fahrbahnabschnitts angeordneten Fahrzeugrückhaltesystem in Form
eines Schutzplankenstrangs geführt, so dass die Leitschwelle mittels der verfahrbaren
Antriebseinheit hinter der Arbeitsstelle her geführt wird. Grundsätzlich sind unter
dem verwendeten Begriff des Schutzplankenstrangs sämtliche eine Fahrbahn begrenzende
vorhandene oder zunächst zu installierende bauliche Maßnahmen zu verstehen, die geeignet
sind, als Führung des Schutzplankenstrangs zu dienen. Somit kann die verschiebliche
Kopplung beispielsweise auch an einer entlang des Fahrbahnabschnitts angeordneten
Absturzsicherung, beispielsweise an einem Geländer oder einer Brüstung erfolgen, Ferner
können beispielsweise auch die Fahrbahn seitlich begrenzende Betonelemente und Leitplanken
sowie aus auf dem Boden aufgestellten gehäuseartigen Basiskörpern mit oberhalb angeordneten
Leitholmen gebildete Leitschwellen genutzt werden, um die mobile Leitschwelle entlang
diesen zu führen.
[0026] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Inhalte der Ansprüche
9 und 10 auf.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass die Antriebseinheit hinter einer beweglichen
Arbeitsstelle angeordnet wird, wobei die Antriebseinheit den Bewegungen der Arbeitsstelle
folgt und die Leitschwelle durch die Antriebseinheit verschoben wird. Somit wird die
Leitschwelle nicht zur seitlichen Begrenzung der mobilen Arbeitsstelle gegenüber dem
fließenden Verkehr genutzt, sondern leitet den Verkehrsstrom bereits vor der mobilen
Arbeitsstelle in die entsprechende Fahrspur um.
[0028] In vorteilhafter Weise wird die Leitschwelle mit ihrem ersten Endbereich zu einer
dem Fahrzeugrückhaltesystem abgewandten Seite der Antriebseinheit hin verlagert. Die
mobile Leitschwelle und das entlang des Fahrbahnabschnitts angeordnete Fahrzeugrückhaltesystem
schließen hierbei einen Winkel zwischen sich ein. Hierdurch kann die Leitschwelle
mit ihrem zweiten Endbereich unmittelbar entlang des Fahrzeugrückhaltesystems geführt
werden. Die Lagereinheit kann somit entsprechend schlank ausgeführt sein, da diese
nicht unmittelbar die volle Bewegungsenergie eines auf die Arbeitsstelle hin beweglichen
Fahrzeugs aufnehmen und stoppen muss.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht ferner vor, dass die dem Fahrzeugrückhaltesystem
abgewandte Seite der Antriebseinheit in einem Abstand zu dem Fahrzeugrückhaltesystem
angeordnet und geführt wird. Der Abstand der somit dem fließenden Verkehr zugewandten
Seite der Antriebseinheit entspricht dabei mindestens einer in Querrichtung des Fahrbahnabschnitts
gemessenen Breite der Arbeitsstelle. Hierdurch wird sichergestellt, dass sich weder
Personal noch Teile der Arbeitsstelle im Bereich des fließenden Verkehrs befinden.
Je weiter die Antriebseinheit von dem Fahrzeugrückhaltesystem entfernt wird, umso
größer wird der zwischen der Leitschwelle und dem Fahrzeugrückhaltesystem eingeschlossene
Winkel und die mögliche Breite der Arbeitsstelle.
[0030] Das Verfahren sieht vor, dass ein in Bewegung befindliches und in seiner Fahrtrichtung
auf die Arbeitsstelle zusteuerndes Fahrzeug durch einen Kontakt mit der Leitschwelle
in eine Ausweichrichtung abgeleitet wird. Die keilförmige Anordnung der Leitschwelle
auf dem Fahrbahnabschnitt entgegen der Verkehrsrichtung verhindert dabei eine senkrechte
Kollision des Fahrzeugs mit dem Fahrbahnsicherungssystem. Dieses wird somit unter
deutlich geringeren Belastungen für den Fahrzeugführer aus dem Bereich der Arbeitsstelle
abgeleitet
[0031] In einer Weiterführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Antriebseinheit über
eine mit dem Schutzplankenstrang gekoppelte Fangvorrichtung gegen ein durch einen
Kontakt des Fahrzeugs mit der Leitschwelle ausgelöstes seitliches Versetzen oder Verdrehen
gehalten. Die Fangvorrichtung kann beispielsweise über die Koppeleinheit mit der Antriebseinheit
verbunden sein. Die Fangvorrichtung weist eine verschiebliche Kopplung mit dem Schutzplankenstrang
auf. Die Kopplung zwischen der Fangvorrichtung und dem Schutzplankenstrang kann beispielsweise
über eine entlang des Schutzplankenstrangs verschiebliche und mit diesem gekoppelte
Halteeinheit gebildet werden.
[0032] Ziel ist es, ein möglicherweise unkontrolliertes Verhalten der Antriebseinheit bei
einer Fahrzeugkollision mit der Leitschwelle zu verhindern, indem die Antriebseinheit
zumindest an einem Punkt in einem vorbestimmten Abstand zum Schutzplankenstrang festgelegt
wird. Grundsätzlich kann die Fangvorrichtung auch an mehreren Stellen der Antriebseinheit
angesetzt werden. Die Antriebseinheit kann auch über mehrere Fangvorrichtungen mit
dem Schutzplankenstrang verbunden werden.
[0033] Sowohl das mobile Fahrbahnsicherungssystem als auch das vorgestellte Verfahren zur
Sicherung eines Fahrbahnabschnitts bieten eine überaus flexible und wirtschaftliche
Möglichkeit für die Absperrung eines Fahrbahnabschnitts und damit der Sicherung von
Wanderbaustellen. Da nur eine einzelne verfahrbare Antriebseinheit in Form eines Kraftfahrzeugs
notwendig ist, sind sowohl die Betriebskosten als auch die Personalkosten reduziert.
Der notwendige Materialeinsatz beschränkt sich dabei auf ein Minimum. Die keilförmige
Anordnung der Leitschwelle innerhalb des fließenden Verkehrs führt zu einer Verringerung
der Belastung eines auf die Arbeitsstelle auffahrenden Fahrzeugführers, da dieser
nicht senkrecht auf ein stehendes Hindernis auffährt. Das so über die schrägstehende
Leitschwelle abgeleitete Fahrzeug wird dann durch ein entsprechend gegenüberliegendes
Fahrzeugrückhaltesystem weitergeleitet.
[0034] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäßes Fahrbahnsicherungssystem als mobile Fahrbahnsicherung in einer
Aufsicht sowie
- Figur 2
- das Fahrbahnsicherungssystem gemäß Figur 1 in einer Variante.
[0035] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Fahrbahnsicherungssystem 1 für die Sicherung
eines Fahrbahnabschnitts 2. Der Fahrbahnabschnitt 2 befindet sich auf einem in eine
Fahrtrichtung X1 gesehenen rechten Fahrstreifen F1 einer zweispurigen Richtungsfahrbahn.
Die Richtungsfahrbahn umfasst somit auch einen linken Fahrstreifen F2, wobei beide
Fahrstreifen F1, F2 durch eine Leitlinie 3 als Fahrbahnmarkierung in Form einer unterbrochenen
Linie voneinander getrennt sind. Die aus den beiden Fahrstreifen F1, F2 gebildete
Richtungsfahrbahn ist randseitig durch entsprechende bauliche Maßnahmen begrenzt.
[0036] Parallel zum Verlauf der Leitlinie 3 weist der rechte Fahrstreifen F1 hierfür ein
bauliches Fahrzeugrückhaltesystem in Form eines Schutzplankenstrangs 4a und der linke
Fahrstreifen F2 einen entsprechenden Schutzplankenstrang 4b auf. Die beiden Fahrstreifen
F1, F2 werden richtungsgleich in Fahrtrichtung X1 befahren.
[0037] Im Bereich des Fahrbahnabschnitts 2 ist eine Arbeitsstelle 5 angeordnet, welche als
Wanderbaustelle sowohl in als auch entgegen der Fahrtrichtung X1 voranschreitet. Die
Arbeitsstelle 5 umfasst hierbei nicht näher dargestelltes Material, Maschinen sowie
Personal. Die durch die Arbeitsstelle 5 eingenommene Arbeitsfläche des Fahrbahnabschnitts
2 weist eine quer zur Fahrtrichtung X1 gelegene Breite Y1 auf, welche in der Darstellung
76 % der Breite des rechten Fahrstreifens F1 entspricht.
[0038] Zur Sicherung des Fahrbahnabschnitts 2 ist eine verfahrbare Antriebseinheit 6 in
Fahrtrichtung X1 hinter der Arbeitsstelle 5 angeordnet. Die Antriebseinheit 6 wird
hierbei aus einem Kraftfahrzeug gebildet, beispielsweise aus einem Servicemobil. Die
Antriebseinheit 6 ist entsprechend der Fahrtrichtung X1 parallel zu den Schutzplankensträngen
4a, 4b ausgerichtet.
[0039] Die Antriebseinheit 6 weist an ihrem von der Arbeitsstelle 5 abgewandten Ende eine
Koppeleinheit 7 auf. Die Koppeleinheit 7 erstreckt sich über die gesamte Breite der
Antriebseinheit 6.
[0040] Zwischen dem Schutzplankenstrang 4a des rechten Fahrstreifens F1 und der Koppeleinheit
7 der Antriebseinheit 6 erstreckt sich eine Leitschwelle 8a. Die in Figur 1 nicht
näher dargestellte Höhenlage der Leitschwelle 8a entspricht den randseitigen Schutzplankensträngen
4a, 4b der Richtungsfahrbahn, Über einen der Koppeleinheit 7 zugewandten Endbereich
A der Leitschwelle 8a ist diese lösbar und in Querrichtung der Antriebseinheit 6 verlagerbar
mit der Koppeleinheit 7 verbunden. Ein dem Endbereich A der Leitschwelle 8a gegenüberliegender
Endbereich B ist mit einer Lagereinheit 9 verbunden, welcher mit dem Schutzplankenstrang
4a des Fahrstreifens F1 verschieblich gekoppelt ist Die Leitschwelle 8a weist zwischen
ihren Endbereichen A, B einen geradlinigen Verlauf auf.
[0041] Die verschiebliche Kopplung der Lagereinheit 9 mit dem Schutzplankenstrang 4a ermöglicht
es, dass die Lagereinheit 9 richtungsgebunden entlang des Fahrbahnabschnitts 2 verschieblich
geführt ist. Die Antriebseinheit 6 ist hierbei so auf dem rechten Fahrstreifen F1
der Richtungsfahrbahn angeordnet, dass eine dem Schutzplankenstrang 4a abgewandte
Seite 10 der Antriebseinheit 6 einen quer zum rechten Fahrstreifen F1 gerichteten
Abstand Y2 zum Schutzplankenstrang 4a aufweist. Der Abstand Y2 ist hierbei größer,
als die Breite Y1 der Arbeitsstelle 5, wobei der Abstand Y2 in der Darstellung 81
% der Breite des rechten Fahrstreifens F1 entspricht.
[0042] Der Endbereich A der Leitschwelle 8a ist entlang der Koppeleinheit 7 zu der Leitlinie
3 zugewandten Seite 10 der Antriebseinheit 6 verlagert, sodass die Leitschwelle 8a
und der Schutzplankenstrang 4a einen Winkel C zwischen sich einschließen. Der Winkel
C entspricht in der Darstellung 45°.
[0043] In Fahrtrichtung X1 ist hinter der Leitschwelle 1 auf dem rechten Fahrstreifen F1
ein in Bewegung befindliches Fahrzeug 11 angeordnet, welches in Fahrtrichtung X1 auf
die Arbeitsstelle 5 zusteuert. Die Fahrtrichtung X1 wird über die im Winkel C stehende
Leitstelle 8a in eine Ausweichrichtung X2 umgelenkt.
[0044] Zwischen der Antriebseinheit 6 und dem Schutzplankenstrang 4a ist eine Fangvorrichtung
12 angeordnet. Die Fangvorrichtung 12 ist gelenkig mit einem Ende der sich über den
hinteren Bereich der Antriebseinheit 6 erstreckenden Koppeleinheit 7 verbunden. Auf
einer der Koppeleinheit 7 gegenüberliegenden Seite der Fangvorrichtung 12 ist diese
mit einer Halteeinheit 13 verbunden, wobei die Halteeinheit 13 mit dem Schutzplankenstrang
4a gekoppelt ist. Die Fangvorrichtung 12 ist dabei gelenkig mit der Halteeinheit 13
gekoppelt.
[0045] Dabei ist die Halteeinheit 13 entlang des Schutzplankenstrangs 4a verschieblich angeordnet.
Die Fangvorrichtung 12 ist in sich teleskopierbar, so dass sie in ihrer Längsrichtung
sowohl verlängerbar als auch verkürzbar ist. Hierdurch ist der Abstand der mit der
Fangvorrichtung 12 gekoppelten Koppeleinheit 7 sowie Halteeinheit 13 veränderbar.
[0046] Die Teleskopierbarkeit der Fangvorrichtung 12 ist entweder arretierbar oder mit einem
festgelegten oder einstellbaren Widerstand ausgestattet. Bei einem schlagartigen Krafteintrag
in Längsrichtung, beispielsweise durch einen Aufprall, wird die Teleskopierbarkeit
der Fangvorrichtung 12 blockiert oder zumindest stark verlangsamt, um die mit der
Fangvorrichtung 12 gekoppelte Koppeleinheit 7 von der Halteeinheit 13 und somit von
dem Schutzplankenstrang 4a zu beabstanden.
[0047] Figur 2 zeigt das erfindungsgemäßen Fahrbahnsicherungssystems der Figur 1 mit einem
gebogenen Verlauf der Leitschwelle 8a. Hierbei weist eine Leitschwelle 8b jeweils
zu ihren Endbereichen A, B hin einen gekrümmten Verlauf auf. Ein zum Endbereich A
der Leitschwelle 8b hin gelegener Biegungsabschnitt 14a ist derart gekrümmt, dass
die im Winkel C zum Schutzplankenstrang 4a verlaufene Leitschwelle 8b über den Biegungsabschnitt
14a am Endbereich A einen parallelen Verlauf zur Leitlinie 3 aufweist. Der schräge
Verlauf der Leitschwelle 8b wird auch zu ihrem Endbereich B hin über einen Biegungsabschnitt
14b parallel zur Leitlinie 3 gekrümmt. Zwischen den Biegungsabschnitten 14a, 14b weist
die Leitschwelle 8b dann wiederum einen geradlinigen Verlauf auf.
[0048] Bei der Einrichtung einer zeitlich begrenzten Arbeitsstelle 5, insbesondere einer
Wanderbaustelle, werden zunächst nicht näher dargestellte Warnkennzeichnungen in einem
gesetzlich vorgeschriebenen Abstand zur Arbeitsstelle 5 entlang der Richtungsfahrbahn
angeordnet. Bevor die Arbeitsstelle 5 mit Personal Material sowie Arbeitsmaschinen
in Betrieb genommen werden kann, erfolgt die Sicherung des Fahrbahnabschnitts 2 mittels
des vorgestellten Fahrbahnsicherungssystems 1.
[0049] Hierfür wird zunächst eine Antriebseinheit 6 in Form eines Servicemobils auf dem
rechten Fahrstreifen F1 abgestellt. Bei Bedarf wird die Halteeinheit 13 mit dem Schutzplankenstrang
4a gekoppelt und über die Fangvorrichtung 12 mit der rückseitigen Koppeleinheit 7
der Antriebseinheit 6 verbunden. An die rückseitige Koppeleinheit 7 der Antriebseinheit
6 wird die Leitschwelle 8a, 8b mit ihrem Endbereich A lösbar gekoppelt, Der Endbereich
A der Leitschwelle 1 ist hierbei zur Seite 10 der Antriebseinheit 6 hin verlagert,
welche der Leitlinie 3 zugewandt ist. Der dem Endbereich A gegenüberliegende Endbereich
B der Leitschwelle 8a, 8b wird mit der Lagereinheit 9 verbunden, wobei die Lagereinheit
9 verschieblich mit dem Schutzplankenstrang 4a des rechten Fahrstreifens F1 gekoppelt
wird. Je nach Anforderung können die Halteeinheit 13 und die Lagereinheit 9 durch
nicht näher dargestellte Verbindungsmittel zugfest oder zug- und druckfest miteinander
verbunden werden.
[0050] Durch die Anordnung der Endbereiche A, B der Leitschwelle 8a, 8b ist diese im Winkel
C schräg zum randseitigen Schutzplankenstrang 4a ausgerichtet, wodurch sich ein keilförmiger
Beginn des zu sichernden Fahrbahnabschnitts 2 einstellt.
[0051] Der so gesicherte Fahrbahnabschnitt 2 kann nunmehr in Fahrtrichtung X1 hinter der
Antriebseinheit 6 mit der Arbeitsstelle 5 in Form einer Wanderbaustelle belegt werden.
Die Antriebseinheit 6 folgt hierbei sukzessive den Bewegungen der Arbeitsstelle 5,
wobei die Antriebseinheit 6 die Leitschwelle 8a, 8b hinter sich herzieht.
[0052] Über die verschiebliche Kopplung der Leitschwelle 8a, 8b mit dem Schutzplankenstrang
4a ist diese mit ihrem Endbereich B grundsätzlich im veränderlichen Winkel C zum Schutzplankenstrang
4a ausgerichtet. Sofern die Fangvorrichtung 12 angeordnet wurde, wird diese ebenfalls
über die Halteeinheit 13 entlang des Schutzplankenstrangs 4a geführt. Die Halteeinheit
13 wird dabei entweder über das nicht näher dargestellte Verbindungsmittel durch die
Lagereinheit 9 bewegt oder über eine geeignete Verbindung mit der Antriebseinheit
6, beispielsweise über eine diagonale Zugverbindung, oder durch einen nicht näher
dargestellten Antrieb.
[0053] Das herannahende Fahrzeug 11 wird bereits im Abstand zur Arbeitsstelle 5 über entsprechende
und nicht dargestellte Warnkennzeichnungen auf die Arbeitsstelle 5 und die damit verbundene
Fahrstreifenverengung aufmerksam gemacht. Sofern der Fahrzeugführer des Fahrzeugs
11 beispielsweise aus Unachtsamkeit oder in der Folge eines Herzinfarktes oder eines
Sekundenschlafs kein entsprechend notwendiges Ausweichmanöver einleitet, wird dessen
Fahrzeug 11 aus seiner Fahrtrichtung X1 über die schrägstehende Leitschwelle 8a, 8b
in eine Ausweichrichtung X2 abgeleitet. Die hierbei zwangsläufig eintretende Kollision
des Fahrzeugs 11 mit der Leitschwelle 8a, 8b ist durch deren Schrägstellung auf dem
rechten Fahrstreifen F1 gegenüber einer quer zur Fahrtrichtung ausgerichteten Barriere
deutlich abgemildert.
[0054] Die sich über die Halteeinheit 13 an dem Schutzplankenstrang 4a abstützende Fangvorrichtung
12 verhindert dabei weitestgehend ein unkontrolliertes Versetzen oder Verdrehen der
Antriebseinheit 6. Die Anordnung der Fangvorrichtung 12 verhindert, dass die Antriebseinheit
6 beim Aufprall des Fahrzeugs 11 an die Leitschwelle 8a, 8b möglicherweise in den
laufenden Verkehr hineingedreht wird oder zwischen der Antriebseinheit 6 und dem Schutzplankenstrang
4a befindliche Personen verletzt werden.
[0055] Primär wird das Ziel verfolgt, ein unkontrolliert auf die Arbeitsstelle 5 zurasendes
Fahrzeug 11 aus dem Bereich des Fahrbahnabschnitts 2 abzulenken.
[0056] Das so in Ausweichrichtung X2 abgelenkte Fahrzeug 11 wird über den dem Schutzplankenstrang
4a gegenüberliegenden Schutzplankenstrang 4b aufgefangen, sodass dieses nicht in einen
möglichen Gegenverkehr gedrängt wird.
[0057] Grundsätzlich ist auch eine Sicherung des linken Fahrstreifens F2 möglich, Hierzu
wird die Antriebseinheit 6 auf den linken Fahrstreifen F2 verfahren und die Leitschwelle
8a, 8b über ihren Endbereich A zur rechten Seite der Koppeleinheit 7 hin verlagert.
Bei Bedarf wird die Fangvorrichtung 12 dann mit der linken Seite der Koppeleinheit
7 verbunden und über die Halteeinheit 13 mit der Schutzplankenstrang 4a
Bezugszeichen.
[0058]
- 1 -
- Fahrbahnsicherungssystem
- 2 -
- Fahrbahnabschnitt
- 3-
- Leitlinie
- 4a -
- Schutzplankenstrang
- 4b -
- Schutzplankenstrang
- 5 -
- Arbeitsstelle
- 6 -
- Antriebseinheit
- 7 -
- Koppeleinheit
- 8a -
- Leitschwelle
- 8b -
- Leitschwelle
- 9 -
- Lagereinheit
- 10-
- Seite
- 11 -
- Fahrzeug
- 12a -
- Biegungsabschnitt von 8b
- 12b -
- Biegungsabschnitt von 8b
- 13-
- Fangvorrichtung
- 14-
- Halteeinheit von 13
- A -
- Endbereich von 8a, 8b
- B -
- Endbereich von 8a, 8b
- C -
- Winkel
- F1 -
- Fahrstreifen, rechts
- F2 -
- Fahrstreifen, links
- X1 -
- Fahrtrichtung von 11
- X2 -
- Ausweichrichtung von 11
- Y1 -
- Breite von 5
- Y2 -
- Abstand von 10
1. Fahrbahnsicherungssystem zur temporären Absperrung eines Fahrbahnabschnitts (2), welches
eine Leitschwelle (8a, 8b) aufweist, wobei die Leitschwelle (8a, 8b) an ihrem ersten
Endbereich (A) mit einer verfahrbaren Antriebseinheit (6) gekoppelt ist und an ihrem
zweiten Endbereich (B) mit einer Lagereinheit (9) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereinheit (9) an einem entlang des Fahrbahnabschnitts (2) angeordneten Schutzplankenstrang
(4a, 4b) geführt ist, wobei die Leitschwelle (8a, 8b) keilförmig angeordnet ist und
zusammen mit dem Schutzplankenstrang (4a, 4b) einen Winkel (c) einschließt.
2. Fahrbahnsicherungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Endbereich (A) der Leitschwelle (8a, 8b) über eine Koppeleinheit (7) mit
der Antriebseinheit (6) lösbar verbunden ist, wobei die Koppeleinheit (7) in Querrichtung
der Antriebseinheit (6) verlagerbar ist.
3. Fahrbahnsicherungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschwelle (8b) zwischen ihren Endbereichen (A, B) mindestens einen Biegungsabschnitt
(12a, 12b) aufweist.
4. Fahrbahnsicherungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschwelle (8a,8b) nachgiebig ausgebildet ist.
5. Fahrbahnsicherungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein aktives oder passives Mittel zur Warnkennzeichnung vorgesehen ist.
6. Fahrbahnsicherungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, das sich zwischen der Antriebseinheit (6) und dem Schutzplankenstrang (4a, 4b) eine
mit diesen gekoppelte Fangvorrichtung (13) erstreckt.
7. Fahrbahnsicherungssystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangvorrichtung (13) mit einer Halteeinheit (14) verbunden ist, über welche die
Fangvorrichtung (13) entlang des Schutzplankenstrangs (4a, 4b) geführt ist.
8. Verfahren zur temporären Absperrung eines Fahrbahnabschnitts (2) für eine zu sichernde
Arbeitsstelle (5) mittels eines mobilen Fahrbahnsicherungssystem (1), wobei eine Leitschwelle
(8a, 8b) über ihren ersten Endbereich (A) mit einer verfahrbaren Antriebseinheit (6)
gekoppelt wird und ihr zweiter Endbereich (B) mit einer verschieblichen Lagereinheit
(9) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschwelle (8a, 8b) mittels der verfahrbaren Antriebseinheit (6) hinter der
Arbeitsstelle (5) her geführt wird, wobei die Leitschwelle (8a, 8b) mit ihrer Lagereinheit
(9) an einem entlang des Fahrbahnabschnitts (2) angeordneten Schutzplankenstrang (4a,
4b) geführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein in Bewegung befindliches und in seiner Fahrtrichtung (X1) auf die Arbeitsstelle
(5) zusteuerndes Fahrzeug (11) durch einen Kontakt mit der Leitschwelle (8a, 8b) in
eine Ausweichrichtung (X2) abgeleitet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (6) über eine mit dem Schutzplankenstrang (4a,4b) gekoppelte
Fangvorrichtung (13) gegen ein durch einen Kontakt eines Fahrzeugs (11) mit der Leitschwelle
(8a, 8b) ausgelöstes seitliches Versetzen oder Verdrehen gehalten ist.