Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum hydrodynamischen Beseitigen von Störstellen
im Inneren von Rohrleitungen, insbesondere zur Sanierung und Reinigung von wasserführenden
Rohrleitungen im häuslichen und industriellen Bereich.
[0002] Die Problematik sich verengender Durchflussquerschnitte wasserführender Rohrleitungen
sowohl bei der Trinkwasserversorgung als auch der Wasserableitung ist hinlänglich
bekannt. Durch Bildung von Inkrustationen an der Innenwandung der Rohrleitungen verringert
sich der Durchflussquerschnitt im Laufe der Jahre nicht selten auf ein Drittel und
weniger des ursprünglichen Rohrquerschnitts, mit der Folge, dass die Durchflussleistung
der Rohrleitung erheblich sinkt. Solche Inkrustationen bestehen in der Regel aus Wasser-,
Kalk-, Urin- oder Seifenstein und sind aufgrund ihrer großen Härte nur schwer zu entfernen.
Gleichzeitig bergen solche kritischen Störstellen stets die Gefahr, dass es bei Durchleitung
größerer Inhaltsstoffe im abzuleitenden Wasser zu einem plötzlichen Vollverschluss
der Rohrleitung kommt. Eine andere Ursache für Querschnittsverengungen oder -verschlüsse
ist die Folge bewussten oder unbewussten menschlichen Fehlverhaltens. So werden nicht
mehr benötigte, flüssige oder fließfähige Stoffe, wie zum Beispiel Farben, Mörtel
und dergleichen durch den Abfluss entsorgt, wo sie den Durchflussquerschnitt der Rohrleitung
nach ihrem Erhärten ähnlich den beschriebenen Inkrustationen verengen. Nicht selten
sind sogar Vollverschlüsse von Rohrleitungen anzutreffen, bei denen Beton schon während
der Bauphase eines Gebäudes versehentlich in eine Rohrleitung gelangt. Bleibt dies
bis zum Erhärten des Betons unbemerkt, so macht sich die Störstelle erst mit Inbetriebnahme
des Bauwerks bemerkbar. Eine Sanierung ist dann oftmals nur noch unter großem Aufwand
durch Erneuerung der Rohrleitung möglich.
Stand der Technik
[0003] Zur Beseitigung solcher Störstellen sind zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen bekannt.
Man unterscheidet hierbei grundsätzlich zwischen chemischen, mechanischen und hydrodynamischen
Rohrreinigungsverfahren bzw. -vorrichtungen.
[0004] Bei der chemischen Rohrreinigung werden spezielle Reinigungsflüssigkeiten, meist
Säuren einer bestimmten Konzentration, in das inkrustierte Rohr eingefüllt mit der
Absicht, die Inkrustationen aufzulösen. Da die chemischen Reaktionen im zu reinigenden
Rohr jedoch unkontrolliert ablaufen, ist der Reinigungserfolg unsicher, so dass der
Vorgang unter Umständen öfters wiederholt werden muss, bis sich der erwünschte Effekt
einstellt. Zum anderen stellen die verwendeten Chemikalien eine erhebliche Belastung
der Umwelt dar, was angesichts eines gesteigerten Umweltbewusstseins seitens der Bevölkerung
nicht mehr hinnehmbar ist.
[0005] Bei der mechanischen Rohrreinigung werden meist elektrisch angetriebene Rohrreinigungsvorrichtungen,
wie zum Beispiel flexible Spiralen, von Hand in das Rohr eingeführt und in Rotation
versetzt. Wegen ihrer Fähigkeit, auch feste Ablagerungen von den Rohrinnenwänden zu
beseitigen, sind solche Vorrichtungen weit verbreitet, stoßen jedoch doch dort an
ihre Grenzen, wo die Innenablagerungen schlagresistenter als die umgebenden Rohrwände
selbst sind. Dies ist insbesondere bei Kunststoffrohren der Fall, beispielsweise PVC-Rohren,
die vielfach schon vor über 20 Jahren in Gebäuden verlegt worden sind. Im Laufe der
Jahre haben sich aus solchen Kunststoffrohren die beigefügten Weichmacher gelöst,
mit der Folge einer extremen Versprödung der Rohre und der Gefahr eines Bruchs bei
Schlagbeanspruchung durch mechanische Rohrreinigungsvorrichtung.
[0006] Schließlich ist als dritte Rohrreinigungsmethode die hydrodynamische Rohrreinigung
bekannt, die sich vor allem bei der Kanalreinigung etabliert hat. Zum Stand der Technik
seien beispielhaft die
DE 103 23 298 A1,
DE 1 165 945 B,
DE 197 03 317 A1 und
DE 295 13 288 U1 genannt. Bei der hydrodynamischen Rohrreinigung wird einem in das zu reinigende Rohr
eingeführten Spülkopf über einen angeschlossenen Spülschlauch eine unter Druck stehende
Reinigungsflüssigkeit zugeführt. Dabei dient die Reinigungsflüssigkeit nicht nur zum
Abreinigen der Rohrinnenwände, sondern erzeugt gleichzeitig eine auf Rückstoßwirkung
beruhende Vorschubbewegung des Spülkopfs in dem zu reinigenden Rohr. Dazu weisen die
Spülköpfe radial schräg nach hinten gerichtete Rückstoßöffnungen auf, so dass mit
Austritt der Hochdruckflüssigkeitsstrahlen aus diesen Öffnungen zum einen die Verschmutzungen
an den Rohrinnenwänden abgespült werden und zum anderen der Spülkopf durch die Rückstoßkraft
der Reinigungsflüssigkeit eine Vorschubbewegung erfährt. Der Spülkopf muss also lediglich
in eine Startöffnung eingeführt werden und arbeitet sich dann von selbst durch das
Rohrleitungssystem, bevor der Spülschlauch samt Spülkopf im abschließenden Arbeitsgang
wieder zur Startöffnung manuell oder maschinell zurückgezogen wird. Aus der
DE 299 04 362 U1 ist auch schon ein Spülkopf bekannt, bei dem neben den Rückstoßöffnungen eine nach
vorne gerichtete Düsenöffnung einen Druckstrahl erzeugt. Derartigen Vorrichtungen
ist gemein, dass der größte Teil der Arbeitsflüssigkeit für den Vorschub benötigt
und mit großer Geschwindigkeit entgegen der Bewegungsrichtung des Spülkopfs in die
Rohrleitung eingeleitet wird.
[0007] In der Praxis stellt sich jedoch häufig das Problem, dass das zu sanierende Rohr
nur von dem im Gebäudeinneren liegenden Ende der Rohrleitung zugänglich ist, also
beispielsweise von einem Waschbecken- oder Toilettenablauf. Der Spülkopf muss daher
von einem Wohnraum aus in die Rohrleitung eingeführt werden, was dazu führt, dass
die Rückstoßöffnungen zur Erzeugung der Vortriebskraft in Richtung der Einschuböffnung
gerichtet sind. Im Zuge der Reinigung des Rohres gelangen also große Volumina an Flüssigkeit
zur Einschuböffnung, die dort aufgefangen werden müssen. Aufgrund der großen Mengen
und der darin enthaltenen, hygienisch oft bedenklichen Feststoffe ist dies kaum möglich
mit der Folge größerer Verschmutzungen oder Überschwemmungen im Wohnungsinneren.
[0008] Ein weiterer Nachteil bekannter hydrodynamischer Rohrreinigungsverfahren mittels
derartiger Spülköpfe ist grundsätzlicher Natur und basiert auf deren Rückstoßprinzip
zur Erzeugung einer Vorwärtsbewegung im Rohr. Zur Entfernung harter Feststoffablagerungen,
wie Kalk- oder Urinstein, an den Rohrinnenwänden ist ein Druckstrahl mit hoher kinetischer
Energie notwendig, das heißt, es sind unter Umständen Drücke von bis zu mehreren Hundert
bar notwendig. Zwar werden bekannte Spülköpfe auch mit hohen Drücken von bis zu 200
bar und mit entsprechend hohen Durchflussmengen an Reinigungsflüssigkeit von mehreren
100 l/min bis zu 1400 l/min betrieben, jedoch wird die Energie des aus den Düsen austretenden
Wassers nur zu einem Bruchteil in Reinigungsleistung umgesetzt. Der überwiegende Teil
dient dem Vortrieb des Spülkopfes durch die Rohrleitung. Dies ist auf dem Gebiet der
Kanalreinigung sicherlich hinnehmbar und vielleicht sogar erwünscht, weil hier beim
Durchqueren langer Kanalstrecken die bei der Sanierung anfallenden Flüssigkeitsvolumina
als Transportmedium genutzt werden, um die auf der Rohrsohle lose aufliegenden Fremdkörper,
wie zum Beispiel körnige Ablagerungen oder Stein- und Kiesansammlungen, in einem Spülstrom
der Kläranlage zuzuleiten.
[0009] Anders gestaltet sich jedoch die Ausgangslage bei Rohren im Hausbereich, wo die Störungen
häufig durch Verkrustungen aus Urinstein verursacht werden. Diese extrem widerstandsfähigen
Ablagerungen lassen sich mit oben beschriebenen Vorrichtung nicht zufriedenstellend
beseitigen. Entweder besitzt der Druckstrahl zu wenig Energie, da ein Teil der vom
Kompressor erzeugten Energie für den Vortrieb benötigt wird, oder die Vorrichtung
ist bei Erzeugung eines wirksamen Druckstrahls derart überdimensioniert, dass zwar
die Energie des Druckstrahls zur Entfernung der Inkrustationen ausreichen würde, die
dabei am Rohrende im Wohnungsbereich anfallenden Wassermengen jedoch nicht mehr zu
kontrollieren sind.
[0010] Das Dokument
US-A-5 988 188 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zum hydraudynamischen Beseitigen von
Störstellen in Inneren von Rohrleitungen dar, wobei eine Druckstrahldüse mit Hilfe
eines Schubstabs im eine Rohrleitung eingeschoben werden kann.
Darstellung der Erfindung
[0011] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und
eine Vorrichtung bereit zu stellen, mit dem durch Inkrustation, Ablagerungen, Betonverschlüsse,
Wurzeleinwachsungen und dergleichen verursachte Störstellen in Rohrleitungen schnell
und wirkungsvoll und dabei rohrschonend und wirtschaftlich entfernt werden können.
[0012] Gelöst wird diese Aufgaben durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches
1, sowie eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 5.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0014] Die Erfindung nutzt ebenso wie der eingangs erwähnte Stand der Technik die kinetische
Energie eines unter hohem Druck und hoher Geschwindigkeit auf eine Störstelle treffenden
Flüssigkeitsstrahls zur Beseitigung der Störung. Gemäß der Erfindung wird die Vorschubkraft
für die Druckstrahldüse allein mittels eines Schubstabs erzeugt. Die dem Druckstrahl
innewohnende kinetische Energie wird daher vollständig und effektiv in Arbeitsleistung
zur Beseitigen der Störstelle umgesetzt, so dass eine im Vergleich zu bekannten Hochdruckspültechniken
geringere Pumpen- oder Kompressorleistung ausreicht, um exzellente Sanierungsergebnisse
zu erzielen. Es wird also mit weniger Gesamtenergie ein besseres Arbeitsergebnis erreicht.
Dies eröffnet die Möglichkeit, die gerätetechnische Ausstattung wie zum Beispiel den
Kompressor zur Erzeugung des notwendigen Förder- und Reinigungsdrucks oder die Druckstrahldüse
kleiner zu dimensionieren, was sich sowohl bei der Anschaffung als auch Handhabung
der Gerätschaften als vorteilhaft erweist.
[0015] Der für die Erfindung notwendige Druck hängt dabei außer von der gewählten Düsen-
und Schlauchgeometrie entscheidend auch von der Art, insbesondere dem Material, der
zu sanierenden Rohrleitung ab. Bei hochfesten Stahlrohrleitungen kann mit Wasserdrücken
von bis zu 300 bar im Sanierungsbetrieb gearbeitet werden, während die teilweise sehr
spröden PVC-Rohrleitungen im Hausbereich bei der Reinigung nur reduzierten Wasserdrücken
von bis zu maximal 150 bar ausgesetzt werden sollten. Im Regelfall beträgt der Betriebsdruck
beim Einsatz im häuslichen Bereich jedoch unter 250 bar. Diese in Relation zu bekannten
hydrodynamischen Rohrspülverfahren hohen Betriebsdrücke haben den Vorteil, dass nur
sehr geringe Mengen an Arbeitsflüssigkeit in einer Größenordnung zwischen 10 l/min
und 25 l/min benötigt werden. Während bei den bekannten hydrodynamischen Rohrspülverfahren
wegen der gleichzeitig zum Vortrieb und zur Reinigung benötigten hohen Wasserdurchflussmengen
ein Vielfaches an Wassermenge vorzuhalten ist, die zum Einsatzort entweder im Tanklastwagen
transportiert oder einem Hydranten entnommen und dann mit großen und leistungsstarken
Pumpen dem Spülkopf zugeführt werden muss, genügt für die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens bzw. den Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung in den meisten Fällen
bereits der von einer häuslichen Wasserzapfstelle bereitgestellte Wasservolumenstrom.
Dies macht die erfindungsgemäße Vorrichtung bei gleichzeitig verbesserter Wirkung
nicht nur platzsparender sondern auch erheblich energiesparender als bekannte Vorrichtungen,
so dass der den Druck erzeugende Kompressor in den meisten Fällen ohne Starkstromanschluss
auskommt. Sollte die aus dem häuslichen Wasseranschluss verfügbare Wassermenge nicht
reichen, so kann die erforderliche Wassermenge auch mittels eines Behälters bereit
gestellt werden, der aufgrund der geringen benötigten Wassermengen relativ klein dimensioniert
sein kann.
[0016] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ergibt sich aus deren universeller Anwendbarkeit.
So können Störstellen, unabhängig davon, ob es sich dabei um eine einfache Versehrnutzung
mit Fett, Fäkalien, Papier, Wurzelwerk etc., oder aber um harte Rohrwandablagerungen,
wie beispielsweise Kalk- oder Urinstein, Zement, Mörtel oder Beton handelt, mit einer
Vorrichtung schnell und zuverlässig entfernt werden. Es hat sich sogar gezeigt, das
die Erfindung in der Lage ist, Vollverschlüsse aus Beton sukzessive abzutragen, wozu
der Betriebsdruck vorteilhafterweise auf 250 bar bis 500 bar oder auch bis zu 600
bar und mehr gesteigert wird.
[0017] Der gezielte Einsatz der Erfindung im Bereich der Störstelle wird durch Einschieben
einer an einem Druckschlauch angeschlossenen Druckstrahldüse mittels eines Schubstabs
bis zur Störstelle, durch anschließendes Herstellen eines vorbestimmten Abstandes
der Druckstrahldüse zur Störstelle und durch anschließendes Beaufschlagen der Druckstrahldüse
über den angeschlossenen Druckschlauch mit einer unter Druck stehenden Arbeitsflüssigkeit
erreicht. Bei sich über den ganzen Rohrinnenumfang erstreckenden Inkrustationen hängt
die Größe des Abstandes von dem Strahlwinkel der Druckstrahldüse ab, wobei die Austrittsöffnung
der Druckstrahldüse so weit von der Störstelle entfernt ist, dass der aus der Druckstrahldüse
austretende Druckstrahl an der Störstelle den gesamten Rohrinnenumfang erfasst. Je
kleiner also der Strahlwinkel ist, desto weiter muss die Druckstrahldüse von der Störstelle
entfernt werden, damit dem austretenden Druckstrahl genügend Wegstrecke bereitgestellt
wird, um an der Störstelle schließlich auf die betroffene Rohrwan zu treffen. Dabei
ist erfindungsgemäß einen Druchstrahl in Form eines rotierenden Punktstrahls vorgesehen.
Auch bei einem Vollverschluss, z.B. aus Beton, wird durch Einhalten eines vorbestimmten
Abstandes die Wirksamkeit des Druckstrahls optimiert. Erfindungsgemäß ist einen Strahlwinkel,
unter welchem der erzeugte Druckstrahl in Bezug zur Längsachse der Druckstrahldüse
die stirnseitige zentrale Austrittsöffnung verläßt, zwischen 15° und 45°.
[0018] Falls die gegebenen Umstände es erlauben, wird die Druckstrahldüse mit Hilfe des
Schubstabs in Gefällerichtung der Rohrleitung, also in Fließrichtung, in die Rohrleitung
eingeschoben, so dass der Druckstrahl zusammen mit den gelösten Inkrustationen in
Richtung des Kanalsystems abgeleitet wird. Da bei der Erfindung kein nach hinten gerichteter
Druckstrahl vorhanden ist, besteht somit keine Gefahr, dass an der Zugangsöffnung
zur Rohrleitung Flüssigkeit austritt und dort Schaden anrichtet ist.
[0019] Aber selbst in dem Fall, dass die Arbeitsflüssigkeit zur Einschuböffnung zurückfließt,
beispielsweise weil die Störstelle aus einem vollständigen Verschluss des Rohrquerschnitts
besteht oder weil die Einschuböffnung in Fließrichtung stromabwärts der Störstelle
liegt, so ist es aufgrund der wesentlich geringeren anfallenden Mengen an Flüssigkeit
nun möglich, diese im Bereich der Einschuböffnung aufzufangen und geordnet zu entsorgen.
[0020] Ein solcher Fall, bei dem die Einschuböffnung stromabwärts der Störstelle liegt,
tritt beispielsweise bei Fallrohrleitung im Hausbereich auf, wenn die erfindungsgemäße
Vorrichtung über eine entsprechende Öffnung im Gebäudekeller eingeschoben wird. Um
aber auch bei derartigen Einsätzen mit einem Druckstrahl in Fließrichtung arbeiten
zu können, sieht eine geeignete Ausführungsform der Erfindung vor, die Druckstrahldüse
über einen 180°-Rohrbogen mit dem Schubstab zu verbinden, um die Orientierung des
Druckstrahls zu ändern. Dadurch ist garantiert, dass während der hydrodynamischen
Anwendung keine Flüssigkeit und Verunreinigungen an den wohnungsseitigen Rohrleitungsenden
austreten.
[0021] Der aus der Druckstrahldüse austretende Druckstrahl ist gemäß der vorliegenden Erfindung
ein rotierender Punktstrahl. Im Falle harter, feststoffartiger Ablagerungen zerteilt
der auftreffende Druckstrahl die anhaftenden Ablagerungen wirkungsvoll, ohne dabei
die Rohrwand zu beschädigen. Durch einen energiereichen, rotierenden Punktstrahl können
sogar betonartige Komplettverschlüsse, wie sie in Folge von Fahrlässigkeiten während
der Bauphase von Gebäuden auftreten können, sukzessive abgetragen und fortgespült
werden.
[0022] Der Schubstab zum Einschieben der Druckstrahldüse einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
in eine Rohrleitung zeichnet sich durch eine Druckfestigkeit und Biegesteifigkeit
aus, die ausreichend groß sind, um die druckabhängigen Rückstoß- und Torsionskräfte
aus dem Druckstrahl aufzunehmen und gleichzeitig Vorschubkräfte auf die Druckstrahldüse
zu übertragen. Da in den meisten Anwendungsfällen die zu sanierende Rohrleitung in
dem Teilabschnitt von der Einschuböffnung bis zur Störstelle einen oder mehrere Richtungswechsel
aufweist, ist neben der Druckstabilität die Bogengängigkeit des Schubstabs ein weiterer
bestimmender Faktor für die geeignete Biegesteifigkeit des Schubstabs. Geeignete Schubstäbe
bestehen beispielsweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit einem Durchmesser
von 5 mm bis 12 mm und können sowohl von axial zusammengesetzten stab- oder stangenförmigen
Elementen oder einem quasi Endlosstab gebildet sein, der in der erforderlichen Länge
von einer Haspel abgewickelt wird. Mit solchen Schubstäben lassen sich Druckstrahldüsen
über Längen von bis zu 150 m und mehr in Rohrleitungen einschieben.
[0023] Der Einsatz eines Schubstabs als vortriebserzeugendes Mittel bringt ferner den Vorteil
mit sich, dass das Bedienpersonal am Einsatzort die Druckstrahldüse mit Muskelkraft
oder motorbetrieben von einer beliebigen Einführungsöffnung aus startend, gezielt
in das Rohrsystem über Biegungen und Abzweige hindurch vorwärts schieben kann, bis
die Druckstrahldüse schließlich den Rohrabschnitt mit der Störstelle erreicht hat.
Das Erreichen der Störstelle wird entweder "online" anhand eines in der nahen Umgebung
der Druckstrahldüse montierten Kamerasystems überwacht oder "blind" durch Anschlag
der Druckstrahldüse an der Störstelle festgestellt. Ebenfalls mit Hilfe des Schubstabs
kann nun nachfolgend die Druckstrahldüse zur Entfaltung der optimalen Reinigungsleistung
zunächst um eine vorbestimmte Distanz von dieser Verstopfungsstelle entfernt werden,
nämlich durch Zurückziehen, also entgegen der Einführungsrichtung oder, bei Verwendung
eines 180°- Rohrbogens, durch weiteres Einschieben in Einschubrichtung durch den verengten
oder verstopften Abschnitt hindurch. Beim anschließenden Beaufschlagen der Druckstrahldüse
mit Arbeitsflüssigkeit zerkleinert der Druckstrahl durch seine hohe Aufprallenergie
die Inkrustationen, Ablagerungen oder dergleichen und spült diese in Fließrichtung
des Rohres weg. Bei diesen Arbeitsschritten gibt der Schubstab dem Bedienpersonal
eine Rückmeldung und erlaubt so ein präzises und feinfühliges Führen der Druckstrahldüse
innerhalb der Rohrleitung und zwar sowohl vor- als auch rückwärts. In Kombination
mit einem Kamerasystem können auf diese Weise Störstelle äußerst zielgerichtet und
damit äußerst wirkungsvoll beseitigt werden.
[0024] Um den in das Rohr vordringenden Endabschnitt der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit
der Druckstrahldüse am Ende flexibler zu gestalten, um damit die Bogengängigkeit im
Bereich von Rohrabzweigungen und Rohrbögen zu verbessern, weist gemäß einer vorteilhaften
Ausführungsform der Erfindung der vor der Druckstrahldüse liegende Endabschnitt des
Schubstabs eine geringere Biegsteifigkeit auf als der restliche Schubstab. Das kann
beispielsweise durch den Einsatz einer Stahldruckfeder geschehen, die mit ihrem ersten
Ende an der Druckstrahldüse und mit ihrem zweiten Ende an dem Schubstab befestigt
ist. Eine solche Ausführungsform hat zudem den Vorteil, dass der Druckschlauch im
letzten Abschnitt vor der Druckstrahldüse innerhalb der Druckfeder geführt und somit
von dieser gestützt und vor mechanischer Beanspruchung geschützt ist.
[0025] Zum Schutz der Druckstrahldüse vor Beschädigung oder übermäßigem Verschleiß oder
zur Anpassung der Vorrichtung an die spezifischen Gegebenheiten vor Ort ist die Druckstrahldüse
innerhalb eines Gehäuses eingesetzt. Das Gehäuse besitzt beispielsweise die Form einer
hohlzylindrischen Hülse, in deren Aufnahme sich die Druckstrahldüse axial einstecken
und mittels radialer Gewindeschrauben oder Klemmstifte feststellen lässt. Das Gehäuse
kann auch von mehreren Schalen gebildet sein, vorzugsweise zwei Halbschalen, die zusammengefügt
die Druckstrahldüse umgeben und lediglich den Bereich der Düsenöffnung und des Anschlusses
an den Schubstab frei lassen. Vorteilhafterweise können auch Druckstrahldüsen zum
Einsatz kommen, die einen im Düsenkörper eingesteckten, die Spritzstahlgeometrie bestimmenden
Düseneinsatz aufweisen. Zur Veränderung der Spritzstrahlgeometrie ist es folglich
nur noch erforderlich, den Düseneinsatz anstatt des gesamten Düsenkörpers auszuwechseln.
[0026] Zur Verbesserung der Führung und Positioniergenauigkeit der Hochdruckreinigungsdüse
im zu durchquerenden Rohrsystem sowie zur Bewältigung größerer Distanzen kann die
Rohrreinigungsvorrichtung zusätzlich ein rohrgängiges Fahrwerk umfassen, auf welchem
die Hochdruckreinigungsdüse selbst und gegebenenfalls der anschließende Längsabschnitt
des Duckschlauches angeordnet sind. Vorteilhafterweise verfügt das Fahrwerk über einen
integrierten Antrieb, beispielsweise Elektroantrieb, zum selbsttätigen Befahren des
Rohrsystems.
[0027] Das Auffinden der Störstelle und damit das Auffinden der Position, bis zu welcher
die Druckstrahldüse im ersten erfindungsgemäßen Verfahrensschritt in das Rohr eingeschoben
werden muss, wird durch den optionalen Einsatz einer Rohrinspektionskamera stark erleichtert,
die in der nahen Umgebung der Druckstrahldüse angebracht ist und in Richtung des Druckstrahls
zeigt. Über eine an die Kamera angeschlossene Videodatenleitung, die entlang des Druckschlauchs
zurück zur Einschuböffnung der erfindungsgemäßen Vorrichtung geführt ist, werden die
von der Kamera aufgenommenen Videobilder des Rohrinnenraums dem Bedienpersonal an
einem entsprechenden Monitor angezeigt. So kann nicht nur die Störstelle problemlos
aufgefunden und analysiert, sondern auch die Beseitigung der Störstelle online überwacht
werden.
[0028] Die in das Rohr einzuführenden Komponenten, umfassend einen Druckschlauch, einen
Schubstab und gegebenenfalls Versorgungsleitungen für das Kamerasystem, sind vorteilhafterweise
miteinander verbunden, so dass quasi ein zusammengefasster Strang entsteht. Dazu können
diese Komponenten in axialen Abständen punktuell längskraftschlüssig miteinander verbunden
oder aber innerhalb einer schlauchförmigen Umhüllung geführt sein. Auf diese Weise
wird nicht nur die Handhabung der Vorrichtung erleichtert, sondern die Leitungen ist
im Falle der vollständigen Umhüllung auch vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt.
[0029] Um eine einfache und weitestgehende Zerlegbarkeit der Vorrichtung zu erreichen, sind
die einzelnen Komponenten wie zum Beispiel Druckstrahldüse, Druckfeder, Schubstab,
Kamera und dergleichen mittels lösbarer Bajonett- oder andere Arten von Schnellverbindungen
miteinander verbunden. Dies erlaubt den schnellen Austausch von nicht mehr funktionsfähigen
Komponenten, den einfachen Umbau der Vorrichtung für einen anderen Einsatzzweck unter
Verwendung gleicher Teile und das platzsparende Verstauen der Vorrichtung für den
Transport zum Einsatzort.
[0030] Zur optimalen Ausnutzung des zur Längsachse der Druckstrahldüse in der Regel symmetrischen
Sprühbilds, kann es für manche Anwendungen, wie zum Beispiel vollumfängliche Inkrustationen,
von Vorteil sein, die Druckstrahldüse möglichst zentral innerhalb des zu reinigenden
Rohres zu positionieren. Zu diesem Zweck kann eine Zentrierhilfe nach Art einer Überwurfmutter
oder Überschiebehülse vorgesehen sein, die die Hochdruckreinigungsdüse am Außenumfang
umgreift und durch Abstützen an der Rohrinnenwandung die Austrittsöffnung der Druckstrahldüse
auf oder in die Nähe der Rohrlängsachse anhebt. Bei Ablagerungen im Sohlbereich hingegen
genügt es im Regelfall, die Druckstrahldüse beim Einschieben lediglich auf der Rohrsohle
aufliegen zu lassen, so dass die Düsenöffnung in etwa auf Höhe des unteren Drittelspunkts
des Rohrinnendurchmessers liegt.
[0031] Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Vorrichtung sind besonders
vorteilhaft bei der Sanierung von Rohrleitungen mit Durchmessern von 70 mm bis 200
mm im Hausbereich einsetzbar. Jedoch ist es ebenso möglich, mit einem solchen Verfahren
bzw. einer solchen Vorrichtung Rohrleitungen und Kanäle größerer Nennweiten zu sanieren.
Auch kann das Verfahren bzw. die Vorrichtung neben der Beseitigung von Inkrustationen
und Vollverschlüssen ebenso zur Reinigung von Grundkanälen und zum Entfernen von eingewachsenen
Busch- bzw. Baumwurzeln eingesetzt werden.
[0032] Die zur Anwendung kommenden Drücke liegen im Regelfall unter 250 bar, können aber
für spezielle Sonderfälle (z.B. Vollverschluss durch hochfesten Beton) bis zu 600
bar und mehr reichen. Maßgebend für die Druckobergrenze ist die Festigkeit der Rohrleitung,
die nicht zu Schaden kommen darf. Die Austrittsöffnungen der Druckstrahldüsen variieren
in einer Größenordnung von 0,2 mm bis 1,2 mm, vorzugsweise von 0,3 mm bis 0,7 mm.
Der Bedarf an Arbeitsflüssigkeit liegt im Normalfall zwischen 10 l/min und 25 l/min.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0033] Die nachfolgenden Zeichnungen zeigen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Rohrreinigungsvorrichtung in jeweils schematischen Darstellungen. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht auf den innerhalb einer zu sanierenden Rohrleitung befindlichen
Endabschnitt einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Seitenansicht des vorderen Endabschnitts der in Fig. 1 dargestellten
Vorrichtung,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Seitenansicht des die Kamera aufnehmenden Längsabschnitts der in
den Fig. 1 und 2 dargestellten Vorrichtung,
- Fig. 4
- eine vergrößerte Detailansicht des Anschlussbereichs der Kamera an die übrige Vorrichtung,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht auf eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht auf eine Halbschale eines Gehäuses für eine Druckstrahldüse einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung entlang der in Fig. 7 dargestellten Linie VI-VI,
- Fig. 7
- einen Querschnitt durch das in Fig. 6 dargestellte Gehäuse entlang der dortigen Linie
VII - VII und
- Fig. 8
- einen Längsschnitt durch das Ende einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Gehäuse
entsprechend der Figuren 6 und 7.
[0034] Die in den Figuren 1 bis 8 dargestellte Erfindung betrifft lediglich den Endabschnitt
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 4, der zur Beseitigung einer Störstelle in eine
Rohrleitung 1 eingeführt wird. Die Gesamtlänge der Vorrichtung 4 inklusive vollständigem
Druckschlauch 8 und Schubstab 9 hängt von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort ab
und kann 120 m und mehr betragen. Im Haus- und Wohnbereich sind in den meisten Fällen
Gesamtlängen von etwa 35 m ausreichend.
[0035] Die Figuren 1 bis 4 zeigen eine erste Ausführungsform der Erfindung. Mit 1 ist ein
Längsabschnitt einer zu sanierenden Rohrleitung bezeichnet, die an ihrem Innenumfang
Inkrustationen 2 aufweist, die den Fließquerschnitt der Rohrleitung 1 erheblich verringern.
Die Gefällerichtung der Rohrleitung 1 und damit die Fließrichtung ist mit dem Pfeil
3 angegeben.
[0036] Die in den Figuren 1 bis 4 abgebildete Vorrichtung 4 umfasst eine Druckstrahldüse
5 in Form einer Punktstrahl-Rotationsdüse, die an ihrer Spitze stirnseitig eine zentrale
Öffnung 6 aufweist, aus der eine Arbeitsflüssigkeit in Form eines einzelnen konzentrierten
punktförmigen und somit energiereichen Druckstrahls 7 austritt. Der Winkel α, unter
welchem der erzeugte Druckstrahl 7 in Bezug zur Längsachse der Druckstrahldüse 5 die
stirnseitige zentrale Austrittsöffnung 6 verlässt, wird als Strahlwinkel bezeichnet
und beträgt je nach verwendeter Düsengeometrie 15° bis 45°. Dieser schräg austretende
Druckstrahl 7 rotiert unter Beibehaltung des Strahlwinkels α um die Längsachse der
Druckstrahldüse 5, so dass sich als Strahlbild eine geschlossene Kreislinie ergibt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung 4 kann jedoch auch mit Druckstrahldüsen 5 betrieben
werden, die andere Strahlbilder aufweisen, beispielsweise eine elliptische Linie,
eine kreisförmige Wendellinie oder andere geschlossene Linien. Mit solchen rotierenden
punktförmigen Druckstrahlen 7 kann vorteilhafterweise der gesamte Innenumfang der
verschmutzten Rohrleitung 1 in einem Schritt abgereinigt werden, falls der Abstand
A von der Austrittsöffnung 6 an der Düsenspitze bis zu dem (teil)verstopften Rohrquerschnitt
derart an den Strahlwinkel α der Druckstrahldüse 5 angepasst ist, dass sich auf dieser
Distanzstrecke der Druckstrahl 7 auf einen Sprühkreisdurchmesser d aufweitet, der
in etwa dem Innendurchmesser der Rohrleitung 1 entspricht.
[0037] Die Druckstrahldüse 5 ist mir ihrem rückwärtigen Ende an einen Druckschlauch 8 angeschlossen,
der zu einem nicht dargestellten Kompressor außerhalb des Rohrleitungssystems führt
und von dort aus mit einer Arbeitsflüssigkeit druckbeaufschlagt wird. Als Arbeitsflüssigkeit
kommt vorzugsweise Wasser zur Anwendung. Ganz allgemein handelt es sich bei der Arbeitsflüssigkeit
um ein Fluid, das gegebenenfalls auch mit abrasiven Feststoffen ergänzt sein kann.
In etwa parallel zum Druckschlauch 8 führt ein ebenfalls von außerhalb des Rohrleitungssystems
kommender zur Druckstrahldüse 5 führender druckstabiler aber flexibler Schubstab 9,
der beispielsweise auf einer Haspel abwickelbar zur Verfügung steht. Der Schubstab
9 besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und dient dazu, Vorschubkräfte auf die
Druckstrahldüse 5 aufzubringen, wozu der Schubstab 9 manuell oder motorisch in das
Rohrleitungssystem eingeschoben wird. Um ein gemeinsames Einschieben oder Herausziehen
von Druckschlauch 8 und Schubstab 9 zu ermöglichen, sind diese in vorbestimmten Längsabständen
längskraftschlüssig miteinander verbunden, was am einfachsten durch Umwickeln mit
einem Klebeband geschehen kann. Es ist auch möglich Druckschlauch 8 und Schubstab
9 bis in den Sanierungsbereich innerhalb einer gemeinsamen schlauchartigen Umhüllung
10 zu führen, beispielsweise innerhalb eines Schrumpfschlauchs, wodurch eine zusätzlicher
Schutz vor Beschädigung oder Verschmutzung erreicht wird.
[0038] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 1 bis 4 wird der unmittelbar vor der
Druckstrahldüse 5 liegende Längsabschnitt des Schubstabs 9 von einer Druckfeder 11
gebildet, die eine gegenüber dem übrigen Schubstab 9 geringere Biegefestigkeit aufweist.
Dadurch wird eine erhöhte Bogengängigkeit der Vorrichtung 4 erzielt, um die Druckstrahldüse
5 beispielsweise auch in Abzweige, Rohrbögen und dergleichen besser einführen zu können.
Zum Einfügen der Druckfeder 11 in die Vorrichtung 4 sitzt auf dem Ende des Schubstababschnitts
9 aus glasfaserverstärktem Kunststoff ein muffenartiges Kupplungsstück 12, in das
die Druckfeder 11 mit ihrem Ende axial eingesteckt und gegen Herausziehen gesichert
ist. Das gegenüberliegende Ende der Druckfeder 11 ist starr mit der Druckstrahldüse
5 verbunden, wozu an der Druckstrahldüse 5 eine Hülse 13 angeschweißt ist, in die
die Druckfeder 11 mit ihrem Ende eingesteckt und festgelegt ist.
[0039] Wie insbesondere Fig. 2 zu entnehmen ist, ist die Druckstrahldüse 5 nicht direkt,
sondern über eine zwischengeschaltete hülsenförmige Aufnahme 14 an den Druckschlauch
8 gekoppelt. In diese als Anschlussadapter dienende Aufnahmehülse 14 lässt sich je
nach vorliegender Verstopfungssituation, die z. B. durch den Rohrdurchmesser, das
Verstopfungsmaterial oder die Verstopfungsabmessung charakterisiert ist, eine entsprechend
angepasste Druckstrahldüse 5 schnell und einfach ein- und wieder ausbauen. Zum Ausbau
müssen lediglich drei am Umfang der Aufnahmehülse 14 verteilte, radial durchgehende
Madenschrauben 15, die in entsprechende radiale Öffnungen oder Nuten eines Einsteckfortsatzes
der Druckstrahldüse 5 eingreifen, gelöst werden, bevor die Druckstrahldüse 5 herausgezogen
und eine neue Düse in die Aufnahmehülse 14 eingesteckt werden kann.
[0040] Als weiteres Hilfsmittel, um die Störstelle in der Rohrleitung 1 zunächst auffinden
und dann den Sanierungsvorgang online überwachen und kontrollieren zu können, umfasst
die dargestellte Ausführungsform der Vorrichtung 4 eine Kamera 16, die über eine angeschlossene
Videodatenleitung 17 das aufgenommene Videosignal zur Anzeige an eine nicht dargestellte
außerhalb des Rohrleitungssystem befindliche TV-Einheit überträgt. Der Anschluss der
Kamera 16 an den Schubstab 9 ist in den Fig. 3 und 4 besonders deutlich zu erkennen.
Über eine an das Kupplungsstück 12 zwischen Druckfeder 11 und Schubstab 9 angeschweißte
Nebenhülse 18 ist die Kamera 16 mit dem Schubstab 9 längskraftschlüssig verbunden.
Die Nebenhülse 18 ist hierzu an der Kamera 16 angeschweißt. Die aus dem rückwärtigen
Ende der Kamera 16 tretende Videodatenleitung 17 verläuft im Weiteren zusammen mit
dem Schubstab 9 und dem Druckschlauch 8 innerhalb der schlauchförmigen Umhüllung 10.
[0041] Zur Beseitigung einer Störstelle innerhalb einer Rohrleitung 1, beispielsweise Inkrustationen
2 am Rohrinnenumfang, wird die erfindungsgemäße Vorrichtung 4 mit der Druckstrahldüse
5 voran bei abgeschaltetem Kompressor zunächst so weit in die (teil)verstopfte Rohrleitung
1 eingeschoben, bis die Druckstrahldüse 5 die Störstelle erreicht hat. Im Gegensatz
zu den bekannten, sich nach dem Rückstoßprinzip selbsttätig durch das zu reinigende
Rohr bewegenden Spülköpfen mit schräg nach rückwärts gerichteten Austrittsöffnungen
erzeugt die erfindungsgemäße Vorrichtung 4 nur einen schräg nach vorne, d.h. in Einschubrichtung
gerichteten Druckstrahl 7, der im Normalfall in Fließrichtung 3 der Rohrleitung 1
weist. Das Einschieben der Druckstrahldüse 5 geschieht also aktiv mit Hilfe des Schubstabs
9, der aufgrund seiner Biegesteifigkeit ausreichend druckstabil ist, um eine ausreichende
Vorschubkraft auf die Druckstrahldüse 5 aufzubringen, gleichzeitig aber genügend flexibel
ist, um dem Rohrleitungsverlauf auch in Bereichen von Krümmungen und Abzweigen folgen
zu können.
[0042] Würde man nach Erreichen dieser Anschlagstellung den Kompressor einschalten, d.h.
die Druckstrahldüse 5 mit Arbeitsflüssigkeit beaufschlagen, dann würde der Druckstrahl
7 im Falle eines kompletten Verschlusses der Rohrleitung 1 aufgrund des Strahlwinkels
nur einen geringen zentralen Bereich des verstopften Querschnitts frei legen. Bei
lediglich verengten Rohrleitungsquerschnitten würde der Druckstrahl 7 seine Wirkung
erst hinter der Störstelle entfalten und die Störstelle bliebe bestehen.
[0043] Für eine effektive Bearbeitung der Störstelle wird daher die Druckstrahldüse 5, von
der Störstelle um den Abstand A zurückgezogen, bevor die Druckstrahldüse 5 mit Arbeitsflüssigkeit
druckbeaufschlagt wird. Durch Einhalten des Abstandes A wird sichergestellt, dass
der Druckstrahl 7 bei gegebenem Strahlwinkel α in der Ebene der Störstelle den Innenumfang
der Rohrleitung 1 erreicht. Dort bewirkt der Druckstrahl 7 aufgrund seiner kinetischen
Energie ein Zerkleinern und Fortspülen der Inkrustationen 2 und damit Beseitigen der
Störstelle. Nach Beendigung der Sanierung wird die Vorrichtung 4 mittels des Schubstabs
9 wieder zur Startöffnung herausgezogen.
[0044] Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 4 stimmt die Einschubrichtung mit der Fließrichtung 3 der Rohrleitung
1 überein. Da der Druckstrahl 3 vorwärts, d.h. in Einschubrichtung gerichtet ist kann
die Arbeitsflüssigkeit zusammen mit den gelösten Inkrustationen 2 in Fließrichtung
3 der Rohrleitung 1 ablaufen. Steht aber als Einschubstrecke nur der Weg durch das
(teil)verstopfte Rohr entgegen seiner Fließrichtung zur Verfügung, also bei einer
Fallrohrleitung etwa durch einen entsprechenden Kelleranschluss von unten nach oben
im Gebäude, beispielsweise weil das Hineinschieben in Fließrichtung wegen der Abwesenheit
der betreffenden Mietpartei nicht möglich ist, dann wäre eine solche Vorrichtung 4,
wie in den Fig. 1 bis 4 dargestellt, mit dem Nachteil behaftet, dass die Arbeitsflüssigkeit
entgegen der Fließrichtung 3 eventuell aus den Abwasserrohranschlüssen der Wohnungen
austreten könnte. Daher sieht die Erfindung in solchen Fällen die Verwendung eines
180°-Rohrbogens vor, der zwischen Druckstrahldüse 5 einerseits und Schubstab 9 bzw.
Druckschlauch 8 andererseits zwischengeschaltet wird. Dadurch wird die Orientierung
des Druckstrahls 7 gedreht, so dass auch beim Einschieben der Druckstrahldüse 7 entgegen
der Fließrichtung 3 des Rohres 1 die Arbeitsflüssigkeit und das zerkleinerte Störgut
in Fließrichtung 3 entsorgt werden.
[0045] Um die im Reinigungsbetrieb wirkenden Rückstoßkräfte der Druckstrahldüse 5 besser
auffangen zu können, insbesondere bei hohen Drücken von über 300 bar, ist gemäß der
in Figur 5 dargestellten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, die Druckstrahldüse
5 symmetrisch an gegenüberliegenden Umfangsseiten abzustützen. Zu diesem Zweck ist
das Ende des Schubstabs 9 gabelförmig ausgebildet mit den Stababschnitten 9' und 9".
Im Bereich des Kupplungsstücks 12 schließen die Schubstababschnitte 9' und 9" druckfest
an den übrigen Schubstab 9 an und spreizen im weiteren Verlauf in Richtung der Druckstrahldüse
5 auf, an der sie mit ihren Enden biegesteif befestigt sind.
[0046] Die Figuren 6 bis 8 zeigen schließlich die Ausführungsform der Erfindung, bei der
die Druckstrahldüse 5 innerhalb eines Gehäuses 20 angeordnet ist. Wie vor allem aus
den Figuren 6 und 7 hervorgeht besteht das Gehäuse 20 aus zwei Halbschalen 21 und
22, die im Wesentlichen spiegelbildlich aufgebaut sind und mit Hilfe von Zentrierbolzen
und Schrauben präzise zu einem Ganzen zusammengefügt werden können. Das Gehäuse 20
umschließt dabei einen entlang der Achse 23 rotationssymmetrischen Hohlraum, der zu
den Stirnseiten des Gehäuses 20 hin offen ist und der zur Aufnahme der Druckstrahldüse
5 dient (Fig. 8). Der Hohlraum setzt sich zusammen aus einem zylindrischen Abschnitt
25 kleineren Durchmessers, einem sich daran axial anschließenden im Wesentlichen konischen
Abschnitt 26 und einem zweiten zylindrischen Abschnitt 27 größeren Durchmessers. Die
stirnseitige Öffnung des Abschnitts 27 ist durch einen umlaufenden Ringsteg 28 verengt.
[0047] Wie aus Figur 6 hervorgeht gliedert sich das Gehäuse 20 in Längsrichtung in einen
zylindrischen Mittelteil 29, von dem aus sich das Gehäuse 20 nach beiden Seiten verjüngt.
Der Neigungswinkel der Schrägen 19, 24 gegenüber der Achse 23 liegt dabei zwischen
20° und 35°. Insbesondere aus Figur 7 geht hervor, dass das Mittelteil 29 mit zur
Achse 23 parallelen Kufen 30 versehen ist, auf denen sich das Gehäuse 20 an der Rohrinnenwandung
abstützt und dabei die Gleitwiderstand verringert. Die Bereiche 31 zwischen den Kufen
30 bilden zusammen mit der Rohrwandung Kanäle, welche vor allem bei kleineren Rohrinnendurchmessern
zur Durchleitung der Arbeitsflüssigkeit dienen.
[0048] Eine nicht dargestellte Ausführungsform des Gehäuses sieht einen im Querschnitt kreisförmigen
Gehäuseumfang vor, von dem aus sich die Längskufen in radialer Richtung und mit einheitlichem
gegenseitigen Umfangsabstand erstrecken. Ebenso sind Gehäuse mit einer glatten Oberfläche,
also ohne Kufen, von der Erfindung umfasst.
[0049] Die Kombination des Gehäuses 20 mit einer Vorrichtung gemäß den Figuren 1 bis 5 ist
in Figur 8 dargestellt. Man sieht wie von dem Gehäuse 20, nämlich von dem Abschnitt
27 die Druckstrahldüse 5 im Wesentlichen spielfrei umschlossen ist. Dabei greift der
Ringsteg 28 in einen entsprechenden Rücksprung an der Druckstrahldüse 5, so dass eine
axiale Fixierung der Druckstrahldüse 5 zwischen Ringsteg 28 und Abschnitt 26 gegeben
ist.
[0050] Ohne im einzelnen dargestellt zu sein können zwischen der Druckstrahldüse 5 und dem
Innenumfang des Abschnitts 27 Abstandsringe eingefügt sein, um auch im Durchmesser
kleinere Druckstrahldüsen in das Gehäuse 20 einsetzen zu können.
[0051] An das im Gehäuseinneren liegende Ende der Druckstrahldüse 5 schließt eine Druckfeder
32 an, die wiederum den flexibleren Teil der Schubstabs 9 verkörpert. Auf dem der
Druckstrahldüse 5 zugeordneten Ende der Druckfeder 32 sitzt ortsfest ein Ring 33,
der den konischen Abschnitt 26 formschlüssig ausfüllt und so ein zug- und druckfester
Verriegelung der Druckfeder 32 im Gehäuse 20 bewirkt. Die Druckfeder 32 erstreckt
sich durch den zylindrischen Abschnitt 25 hindurch und reicht mit ihrem außerhalb
des Gehäuses 20 liegenden Ende in eine Aufnahmebohrung eines muffenartigen Kupplungsstücks
34, wo sie fest verankert ist. Von dem gegenüberliegenden Längsende des Kupplungsstücks
34 erstreckt sich ein Durchlass 35, der in seinem weiteren Verlauf in die Aufnahmebohrung
übergeht. Auf diese Weise entsteht ein das Kupplungsstück 34 in Längsrichtung durchdringender
Kanal, der dazu dient, den Druckschlauch 8 ins Innere der Druckfeder 32 zu leiten,
wo der Druckschlauch 8 axial zur Druckstrahldüse 5 geführt ist. Das Kupplungsstück
32 weist ferner eine axiale Sackbohrung 36 auf, in der der aus glasfaserverstärkten
Kunststoff bestehende Teil des Schubstabs 9 zug- und druckfest befestigt ist.
[0052] Der Vorteil dieser Ausführungsform der Erfindung liegt neben der geschützten Aufnahme
der Druckstrahldüse 5 im Gehäuse 20 in dem axialen Anschluss der Druckfeder 32 und
des Druckschlauchs 8 an die Druckstrahldüse 5. Dadurch werden Vorschubkräfte zentrisch
in das Gehäuse 20 eingeleitet und die Gefahr des Verkantens der Vorrichtung in der
Rohrleitung 1 verringert. Unterstützt wird dieser Effekt durch die Schrägen 19 und
24, mit Hilfe derer Vorsprünge und Absätze in der Rohrleitung 1 überwunden werden.
[0053] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die Merkmalskombinationen der einzelnen in
den Figuren beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Vielmehr liegen im Rahmen
der Erfindung auch Kombinationen von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen,
soweit diese an den Sinn und Zweck der Erfindung anknüpfen. So kann beispielsweise
in das Gehäuse 20 eine Aufnahme für eine Kamera integriert sein. Die Aufnahme nach
Art einer zylindrischen Vertiefung kann dabei monolithisch aus der Gehäusewand hervorgehen
und ermöglicht ein axiales Einschieben der Kamera. Versorgungs- und Datenleitungen
für die Kamera werden bei einer solchen Ausführungsform vorteilhafterweise neben dem
Druckschlauch innerhalb der Druckfeder geführt.
1. Verfahren zum hydrodynamischen Beseitigen von Störstellen im Inneren von Rohrleitungen
(1), insbesondere zur Sanierung und Reinigung von wasserführenden Rohrleitungen (1)
im häuslichen und industriellen Bereich, wobei mit Hilfe einer über einen Druckschlauch
(8) mit Arbeitsflüssigkeit beaufschlagten Druckstrahldüse (5) mit zentraler Austrittsöffnung
(6) ein auf die Störstelle auftreffender Druckstrahl (7) erzeugt wird, während die
Druckstrahldüse (5) relativ zur Rohrleitung (1) bewegt wird, mit den
folgenden Verfahrensschritten:
a) Verbinden der Druckstrahldüse (5) mit einem zug- und druckfesten Schubstab (9),
b) Einschieben der Druckstrahldüse (5) in die Rohrleitung (1) mit Hilfe des Schubstabs
(9) bis zur Störstelle,
c) Weiterschieben oder Zurückziehen der Druckstrahldüse (5) bis ein vorbestimmter
Abstand zur Störstelle erreicht ist, wobei die Druckstrahldüse (5) zur Störstelle
weist,
d) Erzeugen eines Druckstrahls (7) in Form eines rotierenden Punktstrahls lediglich
in Richtung der Störstelle mit einem Strahlwinkel, unter welchem der erzeugte Druckstrahl
(7) in Bezug zur Längsachse der Druckstrahldüse (5) die stirnseitige zentrale Austrittsöffnung
(6) verläßt, zwischen 15° und 45° bei einem Betriebsdruck bis zu 600 bar und mehr,
e) Erzeugen einer Bewegung der Druckstrahldüse (5) in Richtung der Störstelle.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckstrahldüse (5) zum Erreichen des vorbestimmten Abstandes (A) zur Störstelle
so weit von der Störstelle weg bewegt wird, dass der aus der Druckstrahldüse (5) austretende
Druckstrahl (7) im Bereich der Störstelle den gesamten Innenumfang der Rohrleitung
(1) erfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der aus der Druckstrahldüse (5) austretende Druckstrahl (7) in Fließrichtung der
Rohrleitung (1) gerichtet ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckstrahldüse (5) in, oder entgegen der Fließrichtung (3) der Rohrleitung (1)
in die Rohrleitung (1) eingeschoben wird.
5. Vorrichtung zum hydrodynamischen Beseitigen von Störstellen im Inneren von Rohrleitungen
(1), insbesondere zur Sanierung und Reinigung von wasserführenden Rohrleitungen (1)
im häuslichen und industriellen Bereich, mit einer relativ zur Rohrleitung (1) bewegbaren
Druckstrahldüse (5) mit zentraler Austrittsöffnung (6) zur Erzeugung eines rotierenden
Punktstrahls mit einem Strahlwinkel, unter welchem der erzeugte Durchstrahl (7) in
Bezug zur Längsachse der Druckstrahldüse (5) die stirnseitige zentrale Austrittsöffnung
(6) verläßt, zwischen 15° und 45°, an die zur Zufuhr einer unter Druck stehenden Arbeitsflüssigkeit
ein Druckschlauch (8) angeschlossen ist, wobei die Vorrichtung einen zug- und druckfesten
Schubstab (9) umfasst, an dessen einem Ende die Druckstrahldüse (5) angeordnet und
in die Rohrleitung (1) einschiebbar ist, wobei die Vorrichtung ein Gehäuse (20) umfasst,
in dem die Druckstrahldüse (5) in Wesentlichen spielfrei aufgenommen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schubstab (9) in der Längsachse der Druckstrahldüse (5) an die Druckstrahldüse
(5) angeschlossen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schubstab (9) an seinem der Druckstrahldüse (5) zugeordneten Ende zweigeteilt
ist und die beiden Teile jeweils seitlich an der Druckstrahldüse (5) befestigt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schubstab (9) biegesteif an die Druckstrahldüse (5) angeschlossen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der der Druckstrahldüse (5) zugeordnete Endabschnitt des Schubstabs (9) zum elastischen
Anschluss des Schubstabs (9) an die Druckstrahldüse (5) eine geringere Biegesteifigkeit
aufweist als der übrige Schubstab (9), insbesondere dass der Endabschnitt von einer
Druckfeder (11, 32) gebildet wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Endabschnitt rohrförmig ausgebildet ist und der Druckschlauch (8) innerhalb des
Endabschnitts geführt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Schubstab (9) und dem Druckstrahldüse (5) ein Rohrbogen, vorzugsweise
eine 180° -Rohrbogen eingefügt ist.
12. Vorrichtung nach einen der Ansprüche 5 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Anpassung des Gehäuses (20) an unterschiedliche Druckstrahldüsen (5) zwischen
Gehäuseinnerem und Druckstrahldüse (5) Adapterelemente, beispielsweise radial wirkende
Abstandsringe, angeordnet sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckstrahldüse (5) oder das Gehäuses (20) von einem Zentnerelement umgeben sind,
das eine Abstützfläche zur Auflage an der Innenwandung der Rohrleitung (1) aufweist,
so dass die Druckstrahldüse (5) im radialen Abstand zur Rohrleitung (1) positionierbar
ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest der Schubstab (9) und der Druckschlauch (8) innerhalb einer gemeinsamen
Umhüllung (10) geführt sind, vorzugsweise auch weitere Versorgungsleitungen (17).
1. A method for hydrodynamically eliminating defects in the interior of pipelines (1),
in particular for sanifying and cleaning water-carrying pipelines (1) in the domestic
and industrial sector, wherein a pressure jet (7) acting on the defect is generated
with the aid of a pressure jet nozzle (5) having a central outlet opening (6) supplied
with working fluid via a pressure hose (8), while the pressure jet nozzle (5) is moved
relative to the pipeline (1), having the following method steps:
a) connecting the pressure jet nozzle (5) to a tension and compression resistant push
rod (9),
b) inserting the pressure jet nozzle (5) into the pipeline (1) with the aid of the
push rod (9) up to the defect,
c) further pushing or withdrawing the pressure jet nozzle (5) until a predetermined
distance to the defect is reached, wherein the pressure jet nozzle (5) points to the
defect,
d) generating a pressure jet (7) in the form of a rotating spot jet only in the direction
of the defect having a jet angle at which the pressure jet generated (7) leaves the
front, central outlet opening (6) in relation to the longitudinal axis of the pressure
jet nozzle (5), between 15° and 45° in the case of an operating pressure of up to
600 bar and greater,
e) generating a movement of the pressure jet nozzle (5) in the direction of the defect.
2. The method according to claim 1, characterised in that in order to achieve the predetermined distance (A) to the defect the pressure jet
nozzle (5) is moved away from the defect so far that the pressure jet (7) leaving
the pressure jet nozzle (5) covers the entire inner circumference of the pipeline
(1) in the region of the defect.
3. The method according to claim 1 or 2, characterised in that the pressure jet (7) leaving the pressure jet nozzle (5) is directed in the flow
direction of the pipeline (1).
4. The method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the pressure jet nozzle (5) is inserted into the pipeline (1) in or against the flow
direction (3) of the pipeline (1).
5. A device for hydrodynamically eliminating defects in the interior of pipelines (1),
in particular for sanifying and cleaning water-carrying pipelines (1) in the domestic
and industrial sector, having a pressure jet nozzle (5) with a central outlet opening
(6), movable relative to the pipeline (1), for generating a rotating spot jet having
a jet angle at which the pressure jet generated (7) leaves the front, central outlet
opening (6) in relation to the longitudinal axis of the pressure jet nozzle (5), between
15° and 45°, a pressure hose (8) being connected to said pressure jet nozzle to supply
a pressurised working fluid, wherein the device has a tensile and compression resistance
push rod (9), at the one end of which the pressure jet nozzle (5) is arranged and
is insertable into the pipeline (1), wherein the device has a housing (20) in which
the pressure jet nozzle (5) is accommodated substantially free of play.
6. The device according to claim 5, characterised in that the push rod (9) is connected to the pressure jet nozzle (5) on the longitudinal
axis of the pressure jet nozzle (5).
7. The device according to claim 5, characterised in that the push rod (9) is divided in two at the end thereof associated with the pressure
jet nozzle (5) and the two parts are respectively fixed laterally to the pressure
jet nozzle (5).
8. The device according to any one of claims 5 to 7, characterised in that the push rod (9) is rigidly connected to the pressure jet nozzle (5).
9. The device according to any one of claims 5 to 7, characterised in that in order to elastically connect the push rod (9) to the pressure jet nozzle (5) the
end section of the push rod (9) associated with the pressure jet nozzle (5) has a
lower flexural strength than the rest of the push rod (9), in particular in that the end section is formed by a compression spring (11, 32).
10. The device according to claim 9, characterised in that the end section is formed in a tubular manner and the pressure hose (8) is guided
inside the end section.
11. The device according to any one of claims 5 to 10, characterised in that a pipe bend, preferably a 180° pipe bend is inserted between the push rod (9) and
the pressure jet nozzle (5).
12. The device according to any one of claims 5 to 11, characterised in that in order to adapt the housing (20) to different pressure jet nozzles (5) adapter
elements, for example radially operating spacer rings are arranged between the housing
interior and the pressure jet nozzle (5).
13. The device according to any one of claims 5 to 11, characterised in that the pressure jet nozzle (5) or the housing (20) is surrounded by a centring element
which has a support surface for contacting the inner wall of the pipeline (1) such
that the pressure jet nozzle (5) is positionable at a radial distance to the pipeline
(1).
14. The device according to any one of claims 5 to 13, characterised in that at least the push rod (9) and the pressure hose (8) are guided inside a common casing
(10), preferably also further supply lines (17).
1. Procédé d'élimination par des moyens hydrodynamiques de défauts situés à l'intérieur
deconduits tubulaires (1), en particulier en vue de la réhabilitation et du nettoyage
de conduits tubulaires (1) servant au transport de l'eaudans le domaine domestique
et industriel, un jet sous pression (7) incident au défaut étant généréau moyen d'une
buse à jet sous pression (5) pourvue d'un orifice de sortie central (6) et alimentéeen
liquide de travail par un tuyau de pression (8), pendant que la buse à jet sous pression
(5) est déplacéepar rapport au conduit tubulaire (1), le procédé comprenant les étapes
suivantes consistant à :
a) relier la buse à jet sous pression (5) à une tige de poussée (9)résistante à la
compression et à la traction,
b) insérer la buse à jet sous pression (5) dans le conduit tubulaire (1) au moyen
de la tige de poussée (9) jusqu'au défaut,
c) insérer davantage ou retirer la buse à jet sous pression (5) jusqu'à une distance
prédéterminée du défaut, la buse à jet sous pression (5) pointant en direction du
défaut,
d) générer un jet sous pression (7) sous la forme d'un jet ponctuel rotatif uniquement
en direction du défaut avec un angle de jet avec lequel le jet sous pression (7) généréquitte
l'ouverture de sortie centrale frontale (6)par rapport à l'axe longitudinal de la
buse à jet sous pression (5), entre 15° et 45° à une pression de service jusqu'à 600
bar et plus,
e) générer un mouvement de la buse à jet sous pression (5) en direction du défaut.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la buse à jet sous pression (5) est écartée du défaut pour atteindre la distance
prédéterminée (A) par rapport au défaut de sorte que le jet sous pression (7), sortant
de la buse à jet sous pression (5),couvre au niveau du défaut toute la périphérie
intérieure du conduit tubulaire (1).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le jet sous pression (7), sortant de la buse à jet sous pression (5), est orienté
dans la direction d'écoulement du conduit tubulaire (1).
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la buse à jet sous pression (5) est insérée dans le conduit tubulaire (1) dans ou
contre le sens d'écoulement (3)dans le conduit tubulaire (1).
5. Dispositif d'élimination par des moyens hydrodynamiques de défauts situés à l'intérieur
de conduits tubulaires (1), en particulier en vue de la réhabilitation et du nettoyage
deconduits tubulaires (1) servant au transport de l'eau dans le domaine domestique
et industriel, lequel dispositif comprend une buse à jet sous pression (5), déplaçable
par rapport au conduit tubulaire (1) et pourvue d'un orifice de sortie central (6),qui
est destinée à générer un jet ponctuel rotatif avec un angle de jet avec lequel le
jet sous pression (7) généréquitte l'orifice de sortie centralfrontal (6) par rapport
à l'axe longitudinal de la buse à jet sous pression (5),entre 15° et 45°,à laquelle
un tuyau de pression (8) est relié pour amener un liquide de travail sous pression,
le dispositif comportant une tige de poussée (9), résistante à la compression et à
la traction, à une extrémité de laquelle la buse à jet sous pression (5) est disposée
et peut être inséréedans le conduit tubulaire (1), ledispositif comportant un boîtier
(20) dans lequel la buse à jet sous pression (5) est logée sensiblement sans jeu.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que la tige de poussée (9) est raccordée à la buse à jet sous pression (5) dans l'axe
longitudinal de la buse à jet sous pression (5).
7. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que la tige de poussée (9) est divisée en deux à son extrémité associée à la buse à jet
sous pression (5) et les deux parties sont fixées de chaque côté de la buse à jet
sous pression (5).
8. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la tige de poussée (9) est raccordée à la buse à jet sous pression (5)de manière
rigide à la flexion.
9. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la partie d'extrémité, associée à la buse à jet sous pression (5), de la tige de
poussée (9) pour le raccordement élastique de la tige de poussée (9) à la buse à jet
sous pression (5) présente une rigidité à la flexion qui est inférieure à celle du
reste de la tige de poussée (9), en particulier en ce que la partie d'extrémité est forméepar un ressort de compression (11, 32).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que la partie d'extrémité est une forme tubulaire et le tuyau de pression (8) est guidé
à l'intérieur de la partie d'extrémité.
11. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 10, caractérisé en ce qu'uncoude tubulaire, de préférence un coude tubulaire à 180°, est inséréentre la tige
de poussée (9) et la buse à jet sous pression (5).
12. Dispositif selon l'une des revendications5 à 11, caractérisé en ce que des éléments d'adaptation, par exemple des bagues d'écartementagissant radialement,
sont disposésentre l'intérieur du boîtier et la buse à jet sous pression (5) pour
adapter le boîtier (20) à différentes buses à jet sous pression (5).
13. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 11, caractérisé en ce que la buse à jet sous pression (5) ou le boîtier (20) sont entourés par un élément de
centrage qui présente une surface d'appui destinée à appuyer sur la paroi intérieure
du conduit tubulaire (1) de sorte que la buse à jet sous pression (5) est positionnable
à distance radiale du conduit tubulaire (1).
14. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 13, caractérisé en ce qu'au moins la tige de poussée (9) et le tuyau de pression (8) sont guidés à l'intérieur
d'une enveloppe commune (10), de préférenceégalement des conduits d'alimentation supplémentaires
(17).