[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verifizieren von Dokumenten,
bei dem bzw. mit der mehrere Abbildungen des Dokuments erfasst werden, aus den Abbildungen
Merkmale abgeleitet werden, die Merkmale mit Expertenwissen verglichen werden und
ein Verifizieren, beispielsweise Authentifizieren, eines Dokuments anhand eines Ergebnisses
des Vergleichs vorgenommen wird. Ein Aspekt des Verfahrens betrifft die Ableitung
der Merkmale.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Dokumente, welche beispielsweise Sicherheitsdokumente,
wie insbesondere Reisepässe, Personalausweise, Identifikationskarten, Visa, Führerscheine,
usw., oder Wertdokumente, wie insbesondere Banknoten, Schecks, Kreditkarten, Postwertzeichen
usw., umfassen können, hinsichtlich ihrer Echtheit und Unverfälschtheit zu überprüfen.
Eine solche Überprüfung wird als Verifikation oder Verifizierung bezeichnet. Als Verifikation
wird hier auch das Identifizieren eines Dokuments als ein Dokumenttyp verstanden.
Dies bedeutet, dass eine Erkennung einer Banknote als ein Dokument eines bestimmten
Werts einer Ausstellungsbehörde auch als Verifikation verstanden wird.
[0003] Allgemein werden zur Verifizierung Merkmale des Dokuments analysiert und mit einem
Expertenwissen verglichen, welches Angaben über die einzelnen Merkmale und deren Ausgestaltung
und/oder über Merkmalskombinationen eines Dokuments umfasst, um hierüber eine Verifikation
anhand beispielsweise einer Merkmalskombination vorzunehmen.
[0004] Aus der
WO 2004/038553 A2 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Einlesen und Authentifizieren von Dokumenten
bekannt. Diese Dokumente umfassen beispielsweise Reisepässe, Führerscheine, Identitätsdokumente
und Wertdokumente. Sie werden eingelesen, um darauf gespeicherte Informationen zu
erhalten und zu verifizieren und um sie auf Sicherheitsmerkmale zu untersuchen und
diese zu erfassen. Anhand der Sicherheitsmerkmale wird überprüft, ob das Dokument
echt, gefälscht oder verfälscht ist. Zum Einlesen wird eine erste Abbildung des Dokuments
aufgenommen. Aus der Abbildung wird die Größe des Dokuments bestimmt. Anhand der Größe
wird das Dokument einer Klasse von Dokumenten zugeordnet, die dieselbe Größe aufweisen.
Referenzdokumente für alle Dokumenttypen sind segmentiert und für jedes Segment ist
eine Korrelationsnummer bestimmt. Eine Korrelationsnummer wird für jedes Segment des
ersten Dokuments bestimmt, welches vorfestgelegte statische, für einen Dokumenttyp
unveränderliche Informationen umfasst. Diese Korrelationsnummern werden mit den Korrelationsnummern
der entsprechenden Segmente der Referenzdokumente verglichen, die dieselbe Größe wie
das untersuchte Dokument aufweisen. Die Identität des Dokuments wird anhand des Vergleichs
der Korrelationsnummern ausgeführt. Unter Ausnutzung der Kenntnis der Identität des
Dokuments wird ein Satz von Sicherheitsmerkmalen erfasst und das identifizierte Dokument
unter Verwendung der Sicherheitsmerkmale untersucht, um festzustellen, ob das Dokument
echt ist, eine Fälschung oder ein verfälschtes Dokument ist.
[0005] Aus der
WO 03/046815 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Validierung und Verifikation bekannt.
Es werden eine Vorrichtung und ein Verfahren beschrieben, die automatisch ein Dokument
identifizieren und validieren, um die Identität eines Nutzers des Dokuments zu validieren
und um zu verifizieren, dass der Nutzer autorisiert ist, an einer Aktivität teilzunehmen,
die durch das Dokument repräsentiert ist, und zum Vergleichen der Informationen auf
dem Dokument mit Informationen aus Datenbanken, um zu bestimmen, ob es bekannte Bedenken
hinsichtlich einer Echtheit des Dokuments oder einer Identität und/oder Vertrauenswürdigkeit
des Nutzers gibt. Ursprünglich wird eine Dokumentenklasse eingegrenzt, indem zunächst
die Größe des Dokuments bestimmt wird. Anschließend wird versucht, das Dokument als
eines einer Gruppe, d.h. dessen Zugehörigkeit zu einem Dokumenttyp, zu identifizieren,
indem Farben oder andere Charakteristika an bestimmten Orten auf dem Dokument geprüft
werden, bis das Dokument als zugehörig zu einem Dokumenttyp identifiziert ist. Die
Reihenfolge, in der die Orte des Dokuments abgesucht werden, ist von einer Historie
der Dokumenttypen abhängig, die identifiziert worden sind. Ein identifiziertes Dokument
wird verifiziert, indem Referenzinformationen über den Dokumenttyp nachgesehen werden.
Unter Verwendung dieser Informationen werden bestimmte Inhalte eingelesen und nur
besondere Sicherheits- und andere Merkmale zum Überprüfen des Dokuments verwendet.
Die Inhalte des Dokuments werden gegen eine Datenbank abgeglichen, um dessen Inhalte
zu verifizieren. Andere Datenbanken werden hinsichtlich gestohlener Dokumente, bekannter
gültiger Dokumente und Reise- oder Zugangsbeschränkungen überprüft. Biometrische Daten
auf dem Dokument und direkt von dem Nutzer des Dokuments gewonnene biometrische Daten
werden miteinander verglichen, um den Nutzer zu verifizieren.
[0006] Die bekannten Verfahren basieren im Wesentlichen auf einem direkten Mustervergleich
einer erfassten Abbildung des Dokuments. Hierbei werden jeweils vorzugsweise nur begrenzte
Abbildungsbereiche miteinander verglichen, um nur statische Bereiche, d.h. solche
Bereiche, die für alle Dokumente eines Typs, beispielsweise für alle Reisepässe einer
Ausstellungsnation, identisch sind, miteinander verglichen werden. Da unterschiedliche
Dokumenttypen solche statischen Informationen an unterschiedlichen Stellen aufweisen,
müssen jeweils unterschiedliche Segmente oder Bereiche für einen Vergleich ausgewertet
werden. Erst wenn das Dokument identifiziert ist, beispielsweise als Reisepass einer
bestimmten Nation, findet eine nachgelagerte Überprüfung von Sicherheitsmerkmalen
statt, anhand derer eine Echtheit und Unverfälschtheit der Dokumente überprüft wird.
[0007] Die bekannten Verfahren beruhen somit auf einer mehrstufigen Prüfungsprozedur, bei
der es erforderlich ist, zunächst das Dokument zu identifizieren und anschließend
für das identifizierte Dokument bekannte Sicherheitsmerkmale zu vergleichen. Verfälschungen,
beispielsweise eine Änderung von aufgedruckten Personaldaten, auf einem Originalsicherheitsdokument
können mit den bekannten Verfahren nur schwer oder gar nicht aufgespürt werden.
[0008] Aus der
EP 2 000 992 A1 ist ein Verfahren zur Authentifizierung von Sicherheitsdokumenten, insbesondere Banknoten,
bekannt, wobei ein authentisches Sicherheitsdokument Sicherheitsmerkmale umfasst,
die in das Sicherheitsdokument integriert sind. Die Sicherheitsmerkmale umfassen charakteristische
visuelle Merkmale, die intrinsisch für das Verfahren sind, welches zur Herstellung
des Sicherheitsdokuments verwendet ist. Das Authentifierungsverfahren umfasst die
Schritte (i) Erfassen einer Abbildung mindestens einer interessierenden Region der
Oberfläche eines zu authentifizierenden Dokuments, wobei die Region mindestens ein
Sicherheitsmerkmal aufweist, (ii) digitales Verarbeiten der Abbildung, indem die Abbildung
in mindestens einen Unterraum zerlegt wird, der hochauflösende Details der Abbildung
umfasst und Extrahieren klassifizierender Merkmale von dem Unterraum und (iii) Ableiten
einer Authentizitätsbewertung für das Dokument, basierend auf den abgeleiteten Klassifizierungsmerkmalen.
[0009] Aus der
WO 2007/105890 A1 ist ein Verfahren zum Bestimmen des Nennwerts einer Banknote bekannt. Hierfür wird
eine Wavelet-Transformation verwendet. Die Abbildung einer Banknote wird vorverarbeitet,
so dass Kanten der Abbildung erfasst werden. Die vorverarbeitete Abbildung wird eine
vorgegebene Anzahl von Malen einer Wavelet-Transformation unterzogen und die Größe
der absoluten Werte der Wavelet-Koeffizienten mit einem Referenzwert verglichen, um
den Wert der Banknote korrekter zu ermitteln, ohne durch eine teilweise oder vollständige
Verschmutzung der Banknote beeinflusst zu sein.
[0010] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Verifikation von Dokumenten, insbesondere Sicherheits- und/oder Wertdokumenten,
zu schaffen, mit denen eine schnelle, einfache und zuverlässige Verifikation von Dokumenten
durchgeführt werden kann.
[0011] Die Erfindung wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine
Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, mehrere Abbildungen des Dokuments jeweils
zunächst einer Wavelet-Transformation zu unterziehen und Merkmale aus einzelnen Wavelet-Pixeln
oder Wavelet-Pixelbereichen abzuleiten. Durch die Verwendung einer Wavelet-Transformation
werden Ortsfrequenzinformationen der Abbildung gewonnen, die immer noch einem Ort
auf dem Dokument zugeordnet werden können. Hierdurch ist es möglich, sowohl für einen
menschlichen Betrachter optisch wahrnehmbare Informationen als auch komplexere Merkmale,
die sich durch einen reinen Mustervergleich der optischen Rohdaten nicht ableiten
lassen, auf einfache Weise auszuwerten. Insbesondere wird ein Verfahren zum Verifizieren
von Dokumenten vorgeschlagen, umfassend die Schritte: Erfassen mindestens einer Abbildung
des Dokuments; Ableiten von Merkmalen aus der Abbildung; Vergleichen der Merkmale
mit Expertenwissen; Verifizieren des Dokuments anhand eines Ergebnisses des Vergleichs,
wobei vorgesehen ist, dass die Abbildung einer Wavelet-Transformation unterzogen wird
und die Merkmale aus einzelnen Wavelet-Pixeln oder Wavelet-Pixelbereichen abgeleitet
werden. Eine entsprechende Vorrichtung umfasst eine Erfassungseinheit zum Erfassen
einer Abbildung des Dokuments sowie eine Auswerteeinheit, die anhand der erfassten
Abbildung Merkmale ableitet. Ferner ist die Vorrichtung ausgestaltet, die abgeleiteten
Merkmale mit Expertenwissen zu vergleichen und anhand des Ergebnisses des Vergleichs
eine Verifizierung, beispielsweise Authentifizierung, des Dokuments vorzunehmen. Hierbei
kann es zum Beispiel zur Prüfung einzelner Merkmale auf einem Dokument (Verifizierung,
1:1) oder aber zur Suche dieser Merkmale in mehreren Dokumenten kommen (Authentifizierung,
1:n, wobei n die Anzahl der Dokumente ist). Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die
Auswerteeinheit eine Transformationseinheit umfasst, die die Abbildung einer Wavelet-Transformation
unterzieht und dass die Merkmale aus einzelnen Wavelet-Pixeln oder Wavelet-Pixelbereichen
abgeleitet sind. Insgesamt wird hierdurch ein Rechenaufwand deutlich reduziert, insbesondere
wenn komplexere Merkmale hinsichtlich ihrer Existenz überprüft werden sollen.
Definitionen
[0013] Als ein Wavelet-Pixel wird ein Tupel angesehen, welches einen Koeffizientenwert der
Wavelet-Transformation sowie die notwendigen Angaben umfasst, um den Koeffizientenwert
zuzuordnen. Die notwendigen Angaben umfassen beispielsweise eine Position sowie eine
Angabe einer Raumrichtung, bezüglich derer die Wavelet-Transformation eine spektrale
Zerlegung vorgenommen hat, einen Frequenzbereich und gegebenenfalls eine Angabe, welcher
von mehreren aufgenommenen Abbildungen desselben Dokuments der Koeffizientenwert zuzuordnen
ist. Mit anderen Worten: Aus einem Wavlet-Pixel können Waveletkoeffizientenwert, Ortsinformation
und Zugehörigkeit zu einem Frequenzbereich entnommen werden.
[0014] Unter einer räumlichen Frequenz wird im Zusammenhang dieser Anmeldung, sofern sich
nichts anderes aus dem unmittelbaren Zusammenhang der Verwendung des Begriffes ergibt,
jeweils ein Maß für eine Wiederkehr eines Merkmals, bezogen auf einen räumlichen Abstand,
verstanden. Treten beispielsweise entlang einer Raumrichtung in zum Beispiel äquidistanten
Abständen dunkle Pixel auf einem ansonsten weißen oder hellen Hintergrund auf, so
ist über den Abstand eine Frequenz festgelegt. Ein Frequenzbereich ist ein Bereich,
der ein Frequenzintervall umfasst. Bei dem genannten Beispiel treten in dem Frequenzbereich,
der die Frequenz umfasst, mit der die dunklen Punkte auftreten, von Null verschiedene
Koeffizienten bei einer Wavelet-Transformation auf. Während im allgemeinen Sprachgebrauch
die Frequenz eine Wiederkehr bezogen auf die Zeit angibt, wird hier die Frequenz jeweils
auf die Wiederkehr in einem räumlichen Abstand, bezogen auf eine Raumrichtung, verstanden.
Daher ist es notwendig, jeweils auch die entsprechende Raumrichtung anzugeben.
[0015] Unter einem Spektralbereich wird eine Zusammenfassung (Menge) der Wavelet-Pixel einer
Wavelet-Transformation verstanden, die zu einer Raumrichtung, einem Ortsbereich und
einem Frequenzbereich gehören. Mit einer Wavelet-Transformation ist es möglich, mehrere
Spektralbereiche für unterschiedliche Frequenzbereiche zu erzeugen. Spektralbereiche
können sich somit hinsichtlich ihrer Raumrichtung und/oder ihres Frequenzbereichs
unterscheiden.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Wavelet-Transformation
mindestens eine der mehreren Abbildung in mehrere Spektralbereiche zerlegt, wobei
jeder Spektralbereich Wavelet-Pixel für einen mit dem Ortsbereich der Abbildung korrespondierenden
Ortsbereich bezüglich einer Raumrichtung des Ortsbereichs der mindestens einen Abbildung
und bezüglich eines Frequenzbereichs umfasst. Dies bedeutet, dass jeder Spektralbereich
Wavelet-Pixel umfasst, die einem Ort der Abbildung zugeordnet werden können. Der Ortsbereich
des Spektralbereichs korrespondiert hierbei mit dem Ortsbereich der Abbildung. Somit
gibt es in jedem Spektralbereich Wavelet-Pixel, die einem korrespondierenden Ortsbereich
der Abbildung zugeordnet sind. Dies bedeutet auch, dass mit jedem Ortsbereich (nicht
notwendigerweise mit jedem einzelnen Pixel) ein Ortsbereich des entsprechenden Spektralbereichs
korrespondiert, der durch die Wavelet-Transformation gewonnene Koeffizientenwerte
umfasst. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, mehrere Abbildungen desselben Dokuments unter
verschiedenen Aufnahmebedingungen zu erfassen, die jeweils einer Wavelet-Transformation
unterzogen werden. Eine Vorrichtung zur Umsetzung des Verfahrens sieht daher zweckmäßigerweise
vor, dass die Erfassungseinrichtung ausgebildet ist, das Dokument unter verschiedenen
Aufnahmebedingungen zu erfassen.
[0017] Eine Wavelet-Transformation kann in einer Vorrichtung beispielsweise mittels einer
programmgesteuerten Recheneinheit ausgeführt werden.
[0018] Andere Ausführungsformen sehen vor, dass eine Schaltungsanordnung vorgesehen ist,
die eine Wavelet-Transformation anhand der Abbildungsrohdaten ausführt.
[0019] Es ist vorgesehen, dass jede Wavelet-Transformation für jeden Frequenzbereich drei
Spektralbereiche erzeugt, die entsprechend einer Raumrichtung eines Basisvektors eines
Koordinatensystems und einer Diagonalen des Koordinatensystems des Ortsbereichs der
Abbildung zugeordnet sind. In der Regel bietet sich die Verwendung eines kartesischen
Koordinatensystems an, welches bei einem rechteckigen Dokument so ausgerichtet ist,
dass die Koordinatenachsen parallel zu den Längsseiten des rechteckigen Dokuments
bzw. der Abbildung des Dokuments ausgerichtet sind. Da die Informationen in der Regel
oder häufig parallel oder entlang einer Diagonalen, bezogen auf die Kanten des rechteckigen
Dokuments, aufgedruckt sind, eignet sich eine solche Wavelet-Transformation besonders
für eine Auswertung. Merkmale wie beispielsweise ein verwendeter Zeichenabstand lassen
sich beispielsweise besonders einfach und genau bestimmen. Grundsätzlich kann jedes
andere Koordinatensystem gewählt werden.
[0020] Vorzugsweise ist das Verfahren so ausgebildet, dass ein Wavelet-Pixel als ein Tupel
darstellbar ist, welches einen Koeffizientenwert sowie eine Angabe umfasst, die eine
Zuordnung zu der Abbildung zu einem Spektralbereich der entsprechenden Abbildung und
zu einer Position in dem Ortsbereich des Spektralbereichs ermöglichen. In einer Vorrichtung
zur Umsetzung des Verfahrens werden die Wavelet-Pixel vorzugsweise als Tupel oder
Vektoren in einem Speicher abgelegt. Hierzu werden Speicherkonstrukte verwendet, die
so ausgebildet sind, dass sie die genannten Angaben optimal, d.h. möglichst platzsparend,
speichern können.
[0021] Bei einer Ausführungsform werden bei einer Auswertung ein oder mehrere Wavelet-Pixelbereiche
verwendet, der oder die Wavelet-Pixel umfassen, die nicht einem zusammenhängenden
Ortsbereich eines Spektralbereichs zugeordnet sind. Dies bedeutet, dass beim Auswerten
der Wavelet-Pixel Wavelet-Pixel gemeinsam ausgewertet werden können, die nicht in
einem zusammenhängenden Ortsbereich eines Spektralbereichs angeordnet sind. Ebenso
ist es möglich, dass mehrere Wavelet-Pixel unterschiedlicher Spektralbereiche zu einem
Wavelet-Pixelbereich zusammengefasst werden. Diese Wavelet-Pixelbereiche müssen nicht
notwendigerweise mit derselben Abbildung des zu verifizierenden Dokuments korrespondieren.
[0022] Beispielsweise ist es bei einer Ausführungsform möglich, die mehreren Abbildungen
so zu erfassen, dass unterschiedliche Wellenlängenbereiche des an dem Dokument gestreuten/reflektierten
und/oder emittierten Lichts erfasst werden. Licht kann beispielsweise aufgrund einer
angeregten Lumineszenz von dem Dokument emittiert werden. So können beispielsweise
unterschiedliche Farbauszüge des Dokuments als Abbildungen erfasst werden. Um dies
zu erreichen, ist bei einer Ausführungsform vorgesehen, dass das Dokument mit monochromatischer
und/oder polychromatischer elektromagnetischer Strahlung bestrahlt wird. Um unterschiedliche
Farbauszüge als Abbildungen desselben Dokuments zu erhalten, kann das Dokument beispielsweise
zeitlich nacheinander mit monochromatischem Licht unterschiedlicher Wellenlänge belichtet
werden und jeweils eine Abbildung erfasst werden. Bei einer Ausführungsform umfasst
die Erfassungsvorrichtung somit eine oder mehrere monochromatische Lichtquellen und
gegebenenfalls zusätzlich eine polychromatische Lichtquelle. Alternativ kann die Erfassungsvorrichtung
eine oder mehrere wellenlängenselektive Erfassungseinheit umfassen, die ein polychromatisch
beleuchtetes Dokument erfassen.
[0023] Da es üblich ist, in Sicherheitsdokumente auch Farbmittel zu integrieren, welche
bei geeigneter Anregung selbständig Licht emittieren, ist bei einigen Ausführungsformen
vorgesehen, dass beispielsweise eine Anregung mit UV-Strahlung vor- oder während eines
Erfassens einer Abbildung erfolgt. Ebenso können andere Ausführungsformen eine Anregung
im IR-Wellenlängenbereich vorsehen. Eine Ausführungsform sieht somit vor, dass die
mehreren Abbildungen so erfasst werden, dass das Dokument unterschiedlich beleuchtet
und/oder angeregt wird. Insbesondere ist es vorgesehen, dass das Dokument mit IR-Strahlung,
sichtbarer Strahlung und/oder UV-Strahlung angeregt/beleuchtet wird. Ebenso sind jedoch
Ausführungsformen möglich, bei denen andere Anregungsmechanismen, beispielsweise in
Form eines elektrischen Felds usw., verwendet werden, um beispielsweise eine Elektrolumineszenz
anzuregen.
[0024] Da die unterschiedlichen Abbildungen möglicherweise mit unterschiedlicher Qualität
und/oder Auflösung aufgenommen werden und unterschiedliche Informationsgehalte des
Dokuments repräsentieren, ist es bei einer Ausführungsform vorgesehen, dass die Wavelet-Transformationen
für die unterschiedliche Abbildungen desselben Dokuments mit unterschiedlichen Wavelet-Basisfunktionen
und/oder Skalierungen ausgeführt werden. Es versteht sich, dass auch Abbildungen gleicher
Qualität und Auflösung mit unterschiedlichen Wavelet-Basisfunktionen und/oder Skalierungen
transformiert werden können.
[0025] Um komplexe Merkmale zum Verifizieren von Sicherheitsdokumenten zu erhalten, ist
bei einer Ausführungsform vorgesehen, dass zum Ableiten von Merkmalen mehrere Wavelet-Pixel
in Kombination ausgewertet werden, die den unterschiedlichen Abbildungen desselben
Sicherheitsdokuments und/oder unterschiedlichen Ortsbereichen und/oder unterschiedlichen
Spektralbereichen jeweils desselben Sicherheitsdokuments zugeordnet sind.
[0026] Die Merkmale lassen sich anhand der Wavelet-Pixel oder einer Gruppe von Wavelet-Pixeln,
die in einem Wavelet-Pixelbereich zusammengefasst sind bzw. werden, einfach ableiten.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird mindestens eines der Merkmale durch eine
statistische Auswertung abgeleitet. Unter einer statistischen Auswertung wird hier
ein Ermitteln einer Häufigkeit einzelner Koeffizientenwerte, das Vorliegen von Koeffizientenwerten
in einem bestimmten Koeffizientenbereich, aber auch das Ermitteln komplexerer statistischer
Größen, wie beispielsweise eines Mittelwerts von Koeffizientenwerten, einer Standardabweichung
und/oder einer Varianz oder anderer Größen, verstanden.
[0027] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Ableiten eines Merkmals durch
einen Vergleich ermittelter statistischer Eigenschaften oder Eigenschaftskombinationen
mit für Merkmale typischen statistischen Vorgabeeigenschaften oder Vorgabeeigenschaftskombinationen
erfolgt, wobei das Merkmal als abgeleitet gilt, wenn die ermittelte statistische Eigenschaft
oder Eigenschaftskombination eine vorgegebene Übereinstimmung mit einer dem Merkmal
zugeordneten typischen statistischen Vorgabeeigenschaft bzw. Vorgabeeigenschaftskombination
aufweist. Beispielsweise kann für einen Wavelet-Pixelbereich ermittelt werden, wie
viele Wavelet-Pixel einen Koeffizientenwert innerhalb eines bestimmten Wertebereichs
aufweisen. Hierbei wird vorzugsweise eine Normierung auf die Gesamtzahl der betrachteten
Wavelet-Pixel vorgenommen. Einzelne Merkmale von Sicherheitsdokumenten sind beispielsweise
mit einem bestimmten relativen Anteil von Wavelet-Koeffizientenwerten in diesem Wertebereich
korreliert. Dies bedeutet, dass das Merkmal eine Vorgabeeigenschaft aufweist, nämlich
eine relative Häufigkeit, mit der in dem betrachteten Wavelet-Pixelbereich Koeffizientenwerte
in dem bestimmten Wertebereich auftreten.
[0028] Da bei einer Wavelet-Transformation die einzelnen Wavelet-Pixel immer noch einem
Ortsbereich der ursprünglichen Abbildung bzw. des Dokuments zugeordnet werden können,
können die Merkmale lokal aufgelöst, d.h. zugeordnet zu Ortsbereichen der Abbildung
des Dokuments, ermittelt werden.
[0029] Bei den abgeleiteten Merkmalen kann es sich beispielsweise um verwendete Druckverfahren
handeln. Hierfür können einzelne Ortsbereiche oder auch das gesamte Dokument hinsichtlich
einer Verwendung eines bestimmten Druckverfahrens untersucht werden. Es wurde herausgefunden,
dass einzelne Druckverfahren, die zur Herstellung eines Dokuments verwendet sind,
dazu führen, dass in bestimmten Spektralbereichen statistische Eigenschaften der Wavelet-Koeffizienten
auftreten, die charakteristisch für das jeweilige Druckverfahren sind. Da bestimmte
Druckverfahren einen hohen technischen Aufwand erfordern, liefert das Nachweisen eines
bestimmten verwendeten Druckverfahrens in einfach gelagerten Fällen bereits eine ausreichende
Sicherheit, um festzustellen, ob es sich um ein echtes oder gefälschtes Dokument handelt.
Kann hingegen ein Druckverfahren identifiziert werden, welches für Sicherheitsdokumente
in der Regel nicht verwendet wird, so stellt ein solches Merkmal ein Indiz dafür dar,
dass dieses Dokument nicht echt oder zumindest verfälscht ist. Bei einer Ausführungsform
ist somit vorgesehen, dass zum Ermitteln der statistischen Eigenschaften zum Ableiten
eines Merkmals, welches ein Druckverfahren angibt, mit dem ein Ortsbereich des Dokuments
bedruckt ist, eine relative Anzahl der Wavelet-Pixel des zugehörigen Ortsbereichs
mindestens eines Spektralbereichs ermittelt wird, deren Koeffizientenwert in einem
vorgegebenen Werteintervall liegt.
[0030] Auf einfache Weise lassen sich auch Verfälschungen an Sicherheitsdokumenten nachweisen,
zu deren Ausführung eine Rasur ausgeführt wurde. Hierzu ist es vorteilhaft, dass die
Wavelet-Pixel oder Wavelet-Pixelgruppen auf statistische Abweichungen gegenüber typischen
statistischen Voreingabeeigenschaften ausgewertet werden, um solche Verfälschungen
zu ermitteln.
[0031] Weitere einfach abzuleitende Merkmale umfassen: erkannte Kanten von gedruckten Zeichen
oder Symbolen oder eine Erkennung einer Oberflächenbeschaffenheit, z.B. Relief, Struktur.
Werden Wavelet-Pixelbereiche in Umgebungen von erkannten Kanten von gedruckten Zeichen
oder Symbolen statistisch ausgewertet, um eine Oberflächenrauigkeit auf statische
Abweichungen hin zu untersuchen, können beispielsweise wie oben erwähnt Rasuren erkannt
werden, die eine Oberflächenbeschaffenheit des Dokuments charakteristisch verändern.
[0032] Anhand der abgeleiteten Merkmale findet bei einigen Ausführungsformen eine Klassifizierung
und Identifizierung des Dokuments mittels eines neuronalen Netzwerks oder einer sogenannten
Support-Vektor-Maschine oder eines anderen Klassifikationsverfahrens statt. Da ein
Ableiten der Merkmale aus den Wavelet-Pixeln bzw. Wavelet-Pixelbereichen ein Ableiten
allgemeiner Merkmale für Dokumente ermöglicht, beispielsweise das Vorhandensein mittels
bestimmter Druckverfahren aufgedruckter Informationen, ein Vorhandensein eines Guillochendrucks,
eine Bestimmung einer bestimmten Oberflächenrauigkeit usw., ist es möglich, anhand
der ermittelten Merkmale sukzessive mögliche Dokumentidentifikationen auszuschließen.
Während im Stand der Technik meist eine Vielzahl von Pixelbereichen zwischen dem zu
verifizierenden Dokument und einem möglichen Referenzdokument zu vergleichen ist,
um eine zuverlässige Identifikation zu ermöglichen, kann hier anhand eines Ableitens
einer geringen Anzahl von Merkmalen eine eindeutige Identifikation eines Dokumenttyps
herbeigeführt werden.
[0033] Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird ein Verfahren geschaffen, bei denen
vorgesehen ist, dass nach einem Ableiten einer statistischen Eigenschaft, welcher
kein Merkmal in dem Expertenwissen zugeordnet ist oder werden kann, eine Antwort auf
die Frage, ob (a) diese Eigenschaft ein neues authentisches Merkmal eines Dokuments
oder (b) ein neues verfälschtes Merkmal eines Dokuments oder (c) ein neues eine Fälschung
anzeigendes Merkmal eines Dokuments oder (d) keine
der vorgenannten Alternativen darstellt, erfasst wird und abhängig von der erfassten
Antwort in den Fällen (a) bis (c) das Expertenwissen erweitert wird. Hierdurch kann
ein selbstlernendes Verifikationsverfahren bzw. eine selbstlernende Verifikationsvorrichtung
geschaffen werden. Eine Vorrichtung kann entsprechend ausgebildet werden.
[0034] Neben einem Abprüfen auf charakteristische Merkmale einzelner authentischer Dokumente
ist es ebenso möglich, charakteristische Merkmale im Expertenwissen abzulegen, die
eine Fälschung und/oder Verfälschung anzeigen. Hierdurch ist eine Prüfung von unbekannten
Dokumenten im Hinblick darauf möglich, ob typische Fälschungsmerkmale vorhanden sind.
[0035] Bei einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass eine Merkmalskombination eines Dokuments
dem Expertenwissen zugeführt wird, wenn diese Merkmalskombination unbekannt ist und
eine Verifikationsinformation erfasst wird, die das zugehörige Dokument als authentisches
und/oder nicht authentisches Dokument identifiziert. Bei einem gemäß dem Expertenwissen
nicht zu identifizierenden Dokumententyp wird bevorzugt eine Vielzahl von Merkmalen
abgeleitet. Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist es möglich, diese Merkmalskombinationen
im Expertenwissen nach Dokumenttypen zu klassifizieren. Dadurch wird die Möglichkeit
geschaffen, gemeinsame Merkmale zu extrahieren, die einen jeweiligen Dokumenttyp eindeutig
identifizieren. Ist eine ausreichend große Anzahl von Dokumenten eines Dokumenttyps
gemäß dem Verfahren oder von der Vorrichtung bearbeitet worden, so kann dieser Dokumenttyp
einfacher und schneller zuverlässig identifiziert werden. Die Anzahl der hierfür benötigten
Merkmale wird automatisch auf ein notwendiges und hinreichendes Maß reduziert.
[0036] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer das erfindungsgemäße
Verfahren umsetzenden Vorrichtung ist vorgesehen, dass das Expertenwissen Informationen
über einzelne typische Merkmale von authentifizierten Dokumenten und/oder über typische
gefälschte Merkmale umfasst. Diese sind nicht unmittelbar einzelnen Dokumenttypen
zugeordnet. Bei einer solchen Ausführungsform erfolgt die Authentifizierung anhand
des Vorliegens einzelner und/oder einer Kombination von Merkmalen, die identifiziert
sind und die nicht explizit über das Expertenwissen einem Dokumententyp zugeordnet
sind. Dieses Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung können beispielsweise dort
eingesetzt werden, wo Expertenwissen über eine konkrete Ausgestaltung einzelner Dokumenttypen
nicht preisgegeben werden soll. Gegenüber einer gewöhnlichen Sichtkontrolle wird das
Auffinden nicht authentischer Dokumente durch einen Einsatz einer solchen Vorrichtung
bzw. die Anwendung eines solchen Verfahrens bereits deutlich gesteigert.
[0037] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass Merkmalen und/oder Kombinationen von
Merkmalen Gewichtungen zugeordnet sind und anhand der für ein Dokument abgeleiteten
Merkmale und Merkmalskombinationen aus den Gewichtungen eine Gesamtgewichtung ermittelt
wird, die ein Maß für ein Vorliegen eines authentischen Dokuments angibt. Hierbei
können Merkmale, die auf eine Fälschung hinweisen, negativ berücksichtigt werden.
[0038] Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf eine Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisches Ablaufdiagramm für eine Ausführungsform eines Verfahrens zur Verifikation
von Dokumenten;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Dokuments;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der sich aus der Wavelet-Transformation ergebenden Spektralbereiche
zu dem Dokument nach Fig. 2;
- Fig. 4, 5
- grafische Darstellungen statistischer Auswertungen für ein glattes (Fig. 4) und ein
raues (Fig. 5) Dokument;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Verifizieren eines Dokuments;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer lokalisiert durchgeführten Verifikationsprüfung;
und
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung einer Verifikationsvorrichtung, die eine externe Datenbank
mit Expertenwissen nutzt.
[0039] In Fig. 1 ist schematisch ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Verifikation von
Dokumenten gezeigt. Zunächst werden mehrere Abbildungen ein und desselben Dokuments
erfasst 1. In einem weiteren Verfahrensschritt werden die mehreren Abbildungen jeweils
einer Wavelet-Transformation unterzogen 2. Hierbei werden unterschiedliche Spektralbereiche
erzeugt.
[0040] In Fig. 2 ist exemplarisch eine Abbildung 3 eines Dokuments schematisch dargestellt.
[0041] In Fig. 3 sind die sich durch die Wavelet-Transformation ergebenden Spektralbereiche
der in Fig. 2 gezeigten Abbildung 3 des Dokuments schematisch dargestellt. Bei der
gewählten Wavelet-Transformation werden für unterschiedliche Frequenzbereiche 4-1,
4-2, 4-3, ... 4-n jeweils drei Spektralbereiche 4-1a, 4-1b, 4-1c, 4-2a, 4-2b, 4-2c,
... erzeugt. Dies bedeutet, dass die Wavelet-Zerlegung bezüglich dreier unterschiedlicher
Raumrichtungen hier parallel zur Längskante 5 des Dokuments (Spektralbereich mit a
gekennzeichnet), parallel zur kurzen Seitenkante 6 des Dokuments (Spektralbereich
gekennzeichnet durch b) und entlang einer Diagonalen 7 des Dokuments (Kennzeichnung
des Spektralbereichs mit c) vorgenommen wird. Bei der Wavelet-Transformation werden
Koeffizientenwerte ermittelt, die einem Ort auf der Abbildung des Dokuments, einem
Frequenzbereich und einer Raumrichtung, entlang derer die spektrale Zerlegung vorgenommen
wird, zugeordnet ist. Bei der Darstellung in Fig. 3 sind die Koeffizientenwerte als
Graustufen an dem jeweiligen Ort dargestellt. Für jeden Frequenzbereich 4-1, ...,
4-n und jede Raumrichtung, entlang derer die Wavelet-Transformation die spektrale
Zerlegung vornimmt, ist ein eigener Ortsbereich dargestellt. Gut zu erkennen ist,
dass beispielsweise ein Sicherheitsmerkmal 8, welches ein strahlenförmig ausgebildeter
Stern ist, in unterschiedlichen Ausprägungen in den einzelnen Spektralbereichen erkennbar
ist, wobei die Ausprägungen dieses Merkmals mit den Bezugszeichen 8' gekennzeichnet
sind. Während in den Spektralbereichen 4-1a, 4-2a hauptsächlich die parallel zur kurzen
Seitenkante ausgerichteten strahlenförmigen Linien des Sicherheitsmerkmals 8 Koeffizientenwerte
mit hoher Intensität erzeugen, erzeugen die parallel zur Längsachse ausgerichteten
Strahlen des Sicherheitsmerkmals 8 hohe Koeffizientenwerte in den Spektralbereichen
4-1b, 4-2b, in denen die Wavelet-Zerlegung parallel zur kurzen Seitenkante vorgenommen
ist. Es ist für den Fachmann erkennbar, dass die Wavelet-Pixel dem Ortsbereich der
Abbildung nach wie vor lokal zugeordnet werden können.
[0042] Gemäß dem schematisch dargestellten Verfahrensablauf nach Fig. 1 wird anschließend
ein Ableiten 9 von Merkmalen anhand der ermittelten Wavelet-Pixel vorgenommen.
[0043] Hierzu wird Expertenwissen verwendet, welches angibt, wie die Wavelet-Pixel einzeln
oder in bestimmten Wavelet-Pixelgruppen, welche auch als Wavelet-Pixelbereiche bezeichnet
werden, auszuwerten sind, um ein Merkmal abzuleiten. Die einzelnen Wavelet-Pixel eines
Wavelet-Pixelbereichs müssen nicht räumlich benachbart oder aus demselben Spektralbereich
oder aus derselben Abbildung des Dokuments stammen. Vielmehr können Wavelet-Pixel
zu einem Wavelet-Pixelbereich beliebig kombiniert werden, solange sie aus Abbildungen
ein und desselben Dokuments stammen.
[0044] Ein Ableiten von Merkmalen, welche beispielsweise ein Druckverfahren, eine Oberflächenbeschaffenheit,
eine Zeichengröße usw. sein können, kann am einfachsten durch eine statistische Auswertung
einzelner Pixel oder von Pixelbereichen erfolgen. Beispielhaft wird dies anhand der
Fig. 4 und 5 erläutert. Fig. 4 und 5 zeigen Grafen, in denen eine Häufigkeit von Koeffizientenwerten
in einer Wavelet-Pixelgruppe aufgetragen ist. Entlang der Abszisse 22 sind die Koeffizientenwerte
und entlang der Ordinate 23 deren Häufigkeiten normiert auf eine maximale Häufigkeit
eines Koeffizientenwertes aufgetragen. Während in Fig. 4 eine Abbildung eines glatten
Dokuments ausgewertet ist, ist in Fig. 5 eine Abbildung eines rauen oder aufgrund
von Verfälschungen aufgerauten Dokuments dargestellt. Gut zu erkennen ist, dass es
charakteristische statistische Eigenschaften gibt, die für beide Dokumente identisch
sind und genauso charakteristische Eigenschaften gibt, die für die Dokumente unterschiedlich
sind. In den dargestellten Spektren sind drei Linien 25, 26, 27 zu erkennen, die bei
denselben Koeffizientenwerten ihren Schwerpunkt aufweisen. Dieses statistische Merkmal
bzw. diese statistischen Merkmale (Schwerpunktspositionen) sind für beide Dokumente
bzw. deren Abbildungen identisch. Die aus den Abbildungen der beiden Dokumente abgeleiteten
Wavelet-Pixel, d.h. Koeffizientenwerte, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer
Verteilung dahingehend, dass die sich ergebenden Linien 25, 26, 27 unterschiedliche
Breiten 28, 29, 30 aufweisen. Bei den Linien 25, 26, 27, die aus den Wavelet-Pixeln
abgeleitet sind, die aus der Abbildung des rauen Dokuments gewonnen sind, ist insbesondere
im Bereich eines Fußes der Linien eine deutliche Verbreiterung zu erkennen. Hierdurch
ist es auf einfache Weise möglich, raue Dokumente oder durch Fälscheraktivitäten aufgeraute
Dokumente von glatten Dokumenten zu unterscheiden.
[0045] Es ergibt sich für den Fachmann, dass hier lediglich exemplarisch eine Ableitung
eines möglichen Merkmals beschrieben ist. Eine Vielzahl weiterer Merkmale, welche
beispielsweise eine Angabe umfassen, mit welchem Druckverfahren ein Bereich und/oder
das gesamte Dokument bedruckt sind, eine Angabe über verwendete Farben und/oder Farbzusammensetzungen
usw., abgeleitet werden können. Die benötigten Auswerteschritte, d.h. Rechenschritte,
die zum Ableiten einzelner Merkmale aus den Wavelet-Pixeln oder Wavelet-Pixelbereichen
notwendig sind, sind in der Regel nicht aufwendig. Um beispielsweise festzustellen,
ob ein Dokument rau oder glatt ist, wäre es in dem oben gezeigten Beispiel vermutlich
ebenfalls ausreichend, Koeffizientenwertbereiche im Bereich der Linienfüße auf ein
Vorhandensein von Koeffizientenwerten zu untersuchen. Ein vollständiges Histogramm
müsste somit nicht erstellt werden.
[0046] Anhand der abgeleiteten Merkmale ist es möglich, unter Rückgriff auf Expertenwissen,
welches eine Klassifizierung 10 zulässt, eine Identifizierung und/oder Verifikation
des Dokuments vorzunehmen. Schließlich wird ein Ergebnis der Verifikation ausgegeben
11.
[0047] In Fig. 6 ist eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Verifikation von
Dokumenten dargestellt. Die Vorrichtung 41 umfasst eine Erfassungseinrichtung 42.
Die Erfassungseinrichtung 42 umfasst eine grafische Erfassungseinheit 43, welche beispielsweise
als Digitalkamera oder als Scanner ausgebildet sein kann. Zusätzlich umfasst die Erfassungseinrichtung
42 vorzugsweise eine oder mehrere Beleuchtungseinrichtungen 44, 45. Hierdurch wird
es möglich, ein Dokument 46 unterschiedlich zu belichten und mittels der grafischen
Erfassungseinheit 43 eine oder mehrere Abbildungen zu erfassen. Ebenso kann die Erfassungseinrichtung
42 bei anderen Ausführungsformen eine Einrichtung zum Anlegen des elektrischen Felds
an Kontakte des Dokuments aufweisen, um beispielsweise eine Elektrolumineszenz auszulösen.
Die grafische Erfassungseinheit 43 ist vorzugsweise so ausgebildet, dass sie schwellenlängenselektiv
Abbildungen aufnehmen kann. So ist es möglich, eine Abbildung des Dokuments 46 zu
erfassen, die beispielsweise nur elektromagnetische Strahlung erfasst, welche im infraroten
Wellenlängenbereich emittiert und/oder reflektiert und gestreut wird. Insgesamt ist
die Erfassungseinrichtung 42 so ausgebildet, dass sie in der Lage ist, grafische Abbildungen
des Dokuments 46 zu erfassen. Um unterschiedliche Wellenlängen zu erfassen, können
auch mehrere grafische Erfassungseinheiten vorgesehen sein.
[0048] Die Vorrichtung 41 umfasst ferner eine Transformationseinheit 47. Die Transformationseinheit
47 ist ausgebildet, die die Abbildungen repräsentierenden Daten einer Wavelet-Transformation
zu unterziehen. Hierdurch werden für jede Abbildung Spektralbereiche erzeugt, die
vorzugsweise in einem Speicher 48 für eine weitere Bearbeitung abgelegt werden. Die
Transformationseinheit 47 kann bei einigen Ausführungsformen auch mittels einer programmgesteuerten
Recheneinheit 55 ausgebildet sein. Die Vorrichtung 41 umfasst ferner eine Auswerteeinheit
49, die anhand der Wavelet-Pixel oder Wavelet-Pixelbereiche, die in den erzeugten
Spektralbereichen enthalten sind, Merkmale des Dokuments ableitet. Die Auswerteeinheit
49 kann mittels einer oder mehrerer elektronischen Schaltungen ausgebildet sein. Alternativ
kann die Auswerteeinheit 49 mittels der programmgesteuerten Recheneinheit 55 oder
einer anderen Recheneinheit realisiert sein. Zur Ableitung der Merkmale können in
der Speichereinheit 48 abgelegte Informationen, beispielsweise Programmmodule 56,
abgerufen werden, die als eine Repräsentation von Expertenwissen für ein Ableiten
der Merkmale angesehen werden können.
[0049] Die Vorrichtung 41 umfasst ferner eine Verifikationseinheit 50, die in der dargestellten
Ausführungsform ebenfalls mittels der Recheneinheit 55 realisiert ist. Diese ist ausgebildet,
anhand von in der Speichereinrichtung 48 abgelegten Experteninformationen eine Klassifikation
des Dokuments 46 anhand der abgeleiteten Merkmale vorzunehmen.
[0050] Bei einer sehr einfachen Ausführungsform reicht es aus, zur Verifikation des Dokuments
ein einziges typisches Merkmal abzuleiten. In einem solchen Fall besteht die Verifikationseinheit
aus einer Abfrageeinrichtung, die prüft, ob das abgeleitete Merkmal mit dem erwarteten
Merkmal übereinstimmt, d.h., ob das Merkmal abgeleitet werden konnte. Bei komplexeren
Dokumenten werden jedoch mehrere Merkmale in Kombination ausgewertet, um das Dokument
zu klassifizieren und einem Dokumenttyp zuzuordnen. Die Klassifizierung kann beispielsweise
mittels eines neuronalen Netzwerks oder einer Support-Vektor-Maschine erfolgen. Das
Expertenwissen über die Klassifikation ist dann zumindest teilweise in dem neuronalen
Netzwerk bzw. der Support-Vektor-Maschine enthalten. Diese können programmgesteuert
mittels eines Rechners ausgestaltet sein.
[0051] Es ergibt sich für den Fachmann, dass die Informationseinheit, die Auswerteeinheit
und/oder die Verifikationseinheit, sofern sie ganz oder teilweise mittels eines programmgesteuerten
Rechners realisiert sind, mittels ein und desselben Rechners bzw. Mikroprozessors
realisiert werden können.
[0052] Die dargestellte Ausführungsform umfasst ferner eine Ausgabeeinheit 51, um ein Verifikationsergebnis
auszugeben. Dieses kann beispielsweise eine Angabe darüber sein, ob das Dokument echt
ist, eine Fälschung ist oder verfälscht ist. Bei anderen Ausführungsformen kann zusätzlich
oder alternativ der Dokumententyp ausgegeben werden, als welches das Dokument identifiziert
worden ist.
[0053] Bei der Ausgabeeinheit kann es sich um eine beliebige Einheit handeln, die in der
Lage ist, Informationen auszugeben. Beispielsweise kann es sich um eine Anzeigeeinrichtung
handeln. Bei anderen Ausführungsformen kann es sich jedoch um eine Schnittstelle handeln,
die die Ausgabe in Form von elektronischen Signalen vornimmt, die von anderen elektronischen
Einrichtungen ausgewertet und gegebenenfalls in eine für einen Nutzer wahrnehmbare
Form übersetzt werden können.
[0054] Die Vorrichtung 41 umfasst ferner eine Eingabeeinheit 52, über die Nutzereingaben
erfasst werden können. Hierdurch ist es möglich, beispielsweise das Expertenwissen
zu erweitern. Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Speichereinrichtung 48
Bestandteil der Vorrichtung 41. Bei anderen Ausführungsformen kann es vorgesehen sein,
dass zumindest ein Teil des Expertenwissens in einer externen Datenbank abgelegt ist.
Eine solche Ausführungsform ist beispielsweise in Fig. 8 dargestellt. Die Verifikationsvorrichtung
41 ist dort über ein Kommunikationsnetz 53 mit einer externen Datenbank 54 verbunden.
Diese enthält notwendiges Expertenwissen, um ein Ableiten von Merkmalen zu ermöglichen
und/oder Informationen für eine Klassifizierung und/oder Verifizierung des Dokuments,
dessen Abbildung bzw. Abbildungen erfasst sind. Bei anderen Ausführungsformen kann
vorgesehen sein, dass zumindest ein Teil der Klassifizierung in einer Zentraleinrichtung
vorgenommen wird. Bei einer solchen Ausführungsform wird in der lokalen Verifikationsvorrichtung
lediglich eine Erfassung der einen oder der mehreren Abbildungen sowie in die Transformation
der Abbildungsdaten mittels einer Wavelet-Transformation durchgeführt. Ferner werden
die einzelnen Merkmale in dem Verifikationsgerät abgeleitet. Die Merkmale bzw. ihre
speziellen Ausprägungen werden dann zu der Zentraleinheit übertragen. Anhand der übermittelten
Merkmalsinformationen wird dann eine Klassifizierung des Dokuments bzw. eine Verifikation
vorgenommen. Das Verifikationsergebnis wird dann zu der Verifikationsvorrichtung zurückübertragen
und ausgegeben.
[0055] Bei einigen Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Verifizierung anhand einzelner
Merkmale oder Merkmalskombinationen vorgenommen wird, die Dokumenttypen oder Klassen
von Dokumenttypen zugeordnet sind. Bei einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen,
dass ein oder mehrere Merkmale abgeleitet werden, die unterschiedliche Ausprägungen,
beispielsweise unterschiedliche Werte, annehmen können. Anhand der unterschiedlichen
ermittelten Ausprägungen der einzelnen Merkmale für ein Dokument wird dann ein Konfidenzwert
gebildet, der ein Maß dafür ist, ob es sich bei dem untersuchten Dokument um ein echtes
oder ein gefälschtes oder verfälschtes Dokument handelt. Die einzelnen abgeleiteten
Merkmale können mit einem Wichtungsfaktor versehen sein. Eine Verifikation anhand
dieses Verfahrens bietet sich insbesondere dann an, wenn eine Klasse von Dokumenten
hinsichtlich einzelner Merkmale eine gewisse Variationsbreite aufweist. Schwankt beispielsweise
eine Rauigkeit eines verwendeten Dokumentmaterials bei den Reisepässen eines Staates,
so kann als ein Merkmal die Rauigkeit des Dokuments ermittelt werden. Bestimmt man
die Rauigkeitswerte für eine große Anzahl von Dokumenten, so kann man ein Histogramm
erstellen, durch welches für jeden Rauigkeitswert eine Häufigkeit angegeben werden
kann, mit der dieser Rauigkeitswert auftritt. Führt man eine solche Analyse für unterschiedliche
Merkmale aus und gewichtet die einzelnen Merkmale, so kann man hieraus auf einfache
Weise einen Konfidenzwert dafür ableiten, dass es sich bei dem Dokument um ein echtes
Dokument handelt. Weist das Dokument in vielen Einzelmerkmalen eine hohe Abweichung
von dem statistischen Mittelwert für das jeweilige Merkmal auf, so wird ein resultierender
Konfidenzwert sich stark von dem Konfidenzwert derjenigen Dokumente unterscheiden,
deren Einzelmerkmale jeweils nahe an den entsprechenden Mittelwerten liegen. Dieses
Verfahren ermöglicht es, anhand der Ermittlung einfach festzustellender Merkmale für
Dokumente eine zuverlässige Echtheitsprüfung und gegebenenfalls auch eine Identifizierung
vorzunehmen. Hierbei wird angemerkt, dass eine Identifizierung nicht nur möglich ist,
indem Dokumente mit einer Variationsbreite in den einzelnen Merkmalen untersucht werden.
Vielmehr ist es ebenso möglich, Merkmale, die unterschiedliche Ausprägungen haben,
auf diese Weise miteinander zu kombinieren, um jedem Dokument einen charakteristischen
Wert, welcher beispielsweise als Erkennungswert bezeichnet wird, zuzuordnen. Die Erkennungswerte
von echten Dokumenten eines Dokumententyps, beispielsweise eines Reisepasses einer
Nation, werden alle einen ähnlichen Wert aufweisen. Anhand der Erkennungswerte ist
somit auch eine Klassifikation der Dokumente möglich. Hierbei wird herausgestellt,
dass keine genaue Zuordnung einer Merkmalskombination mit bestimmten Ausprägungen
zu einem bestimmten Dokumenttyp in dem Expertenwissen gespeichert ist.
[0056] Ein solches Verfahren eignet sich ferner, um ein selbstlernendes Verifikationssystem
aufzubauen. Werden beispielsweise sämtliche Dokumente hinsichtlich einer Vielzahl
von Merkmalen untersucht, so können die ermittelten Erkennungswerte in einem Speicher
abgelegt werden. Zumindest während einer Lernphase ist es notwendig, dass eine auf
andere Weise ausgeführte Überprüfung des Dokuments, beispielsweise über eine Prüfperson
oder eine andere Verifikationsvorrichtung, vorgenommen wird, und zu jedem Dokument
eine Verifikationsentscheidung oder eine andere Verifikationsinformation erfasst wird.
Im einfachsten Fall wird lediglich erfasst, ob es sich um ein echtes oder um ein gefälschtes
oder verfälschtes Dokument handelt. Somit ist es möglich, einzelnen Erkennungswerten
eine Verifikationsinformation zuzuordnen. Sobald eine ausreichend große Anzahl von
Dokumenten des gleichen Typs erfasst ist, können Dokumente dieses Typs zuverlässig
als echt, gefälscht oder verfälscht erkannt werden.
[0057] Bei einer anderen Ausführungsform eines selbstlernenden Verifikationsverfahrens bzw.
einer entsprechenden Vorrichtung ist vorgesehen, dass für die einzelnen erfassten
Dokumente in einer Lernphase die konkreten Merkmalsausprägungen der abgeleiteten Merkmale
abgespeichert werden. Hierdurch werden differenzierte Verifikationsanalysen erleichtert.
Soll nicht nur eine Prüfung auf Echtheit, sondern zusätzlich eine Klassifikation ausgeführt
werden, so ist dieses bei einer großen Anzahl von möglichen Dokumenten zuverlässiger
möglich, wenn für die einzelnen Dokumenttypen charakteristische Merkmalskombinationen
oder Merkmalsausprägungen gespeichert werden.
[0058] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass in der Lernphase zunächst für alle
Dokumente dieselben Merkmale abgeleitet und deren Ausprägungen gespeichert werden.
Zusätzlich wird eine Verifikationsinformation, die beispielsweise das Dokument identifiziert,
erfasst. Sind eine Vielzahl von Dokumenten desselben Dokumenttyps erfasst worden,
so lässt es sich ermitteln, in welchen Merkmalen bzw. mit welchen Merkmalsausprägungen
die Dokumente eines Dokumententyps übereinstimmen bzw. sich von anderen Dokumenttypen
abgrenzen lassen. Auf diese Weise kann es erreicht werden, dass nach der Lernphase
nur noch eine begrenzte Anzahl von Merkmalen abzuleiten ist, um eine Klassifizierung
eines Dokuments vorzunehmen. Ebenso ist es selbstverständlich möglich, Merkmale zu
erfassen, die eindeutig gefälschte und/oder verfälschte Dokumente kennzeichnen. Häufig
ist es sinnvoll, die Dokumente ebenfalls auf ein Vorliegen solcher Merkmale zu untersuchen,
um eine Verifikationsentscheidung zu treffen. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein
Dokument anhand von Merkmalen identifizierbar ist, die beim Verfälschen des Dokuments
nicht verändert werden.
[0059] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass eine Verifikation einzelner Merkmale,
insbesondere lokal aufgelöst, vorgenommen wird, nachdem der Dokumenttyp identifiziert
ist. Hierdurch ist es möglich, insbesondere solche Merkmale auf Verfälschungen zu
untersuchen, die für eine Individualisierung und/oder Personalisierung eines Dokuments
verantwortlich sind. Dies sind beispielsweise biometrische Daten in Form eines Passbilds
oder alphanumerische Aufdrucke, die einen Namen, eine Anschrift, ein Geburtsdatum,
eine Seriennummer usw. umfassen.
[0060] Anhand von Fig. 7 soll erläutert werden, wie eine lokalisierte Ableitung von Merkmalen
und eine gezielte Verifikation vorgenommen werden können. Ein Dokument 61 umfasst
mehrere lokale Bereiche 62-1 bis 62-10, an denen beispielsweise jeweils ein alphanumerisches
Zeichen einer maschinenlesbaren Zeile aufgedruckt ist. Für die einzelnen lokalen Bereiche
62-1 bis 62-10 werden aus entsprechenden örtlichen Bereichen der Spektralbereiche
Wavelet-Pixel statistisch ausgewertet, um unterschiedliche Merkmale, hier beispielsweise
drei Merkmale, abzuleiten. Für die Merkmale a, b und c ist jeweils eine statistische
Verteilung einer Häufigkeit gegen die Merkmalsausprägung aufgetragen, die sich bei
einer Auswertung aller Bereiche 62-1 bis 62-10 ergibt. Um Verfälschungen aufzufinden,
wird nun untersucht, ob die Merkmalsausprägungen aus einem Bereich in einem oder mehreren
der Merkmale a bis c signifikant von der statistischen Gesamtheit abweichen. Die einzelnen
Merkmalsausprägungen für die Merkmale a bis c sind schematisch als Kästen dargestellt,
denen eine Ziffer zwischen 1 und 10 zugeordnet ist, die die Merkmalsausprägung des
entsprechenden Bereichs des Dokuments angeben, welches im Bezugszeichen dieselbe Ziffer
als nachgestellte Zahl aufweist. Es wird deutlich, dass die Merkmalsausprägungen der
Bereiche 62-4, 62-5 und 62-7 jeweils zumindest für zwei Merkmale eine deutliche Abweichung
von den Merkmalsausprägungen der übrigen Bereiche 61-1 bis 61-10 aufweisen. Hieraus
lässt sich ableiten, dass in diesen Bereichen Verfälschungen vorgenommen sind.
[0061] Es ergibt sich für den Fachmann, dass hier lediglich beispielhafte Ausführungsformen
beschrieben sind. Die einzelnen im Zusammenhang mit den verschiedenen Ausführungsformen
beschriebenen Merkmale können beliebig kombiniert werden, um ein Verifikationsverfahren
oder eine Verifikationsvorrichtung auszubilden.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 1
- Erfassen von Abbildungen
- 2
- Ausführen einer Wavelet-Transformation
- 3
- Abbildung
- 4-n
- Frequenzbereich
- 4-n-a
- Spektralbereich zur Richtung a
- 5
- Längskante
- 6
- kurze Seitenkante
- 7
- Diagonale
- 8
- Sicherheitsmerkmal
- 9
- Ableiten von Merkmalen
- 10
- Klassifikation/Verifizieren
- 11
- Ausgeben eines Ergebnisses
- 22
- Abszisse
- 23
- Ordinate
- 25-27
- Linien
- 28-30
- Breite der Linien
- 41
- Vorrichtung zur Verifikation
- 42
- Erfassungseinrichtung
- 43
- grafische Erfassungseinheit
- 44, 45
- Beleuchtungseinrichtungen
- 46
- Dokument
- 47
- Transformationseinheit
- 48
- Speichereinrichtung
- 49
- Auswerteeinheit
- 50
- Verifikationseinheit
- 51
- Ausgabeeinheit
- 52
- Eingabeeinheit
- 53
- Kommunikationsnetz
- 54
- Datenbank
- 55
- Recheneinheit
- 56
- Programmmodule
- 61
- Dokument
- 62-1 ... 62-10
- lokale Bereiche
1. Verfahren zum Verifizieren von Dokumenten (46; 61) umfassend die Schritte:
Erfassen mehrerer unterschiedlicher Abbildungen (3) desselben Dokuments (46; 61) unter
verschiedenen Aufnahmebedingungen mittels einer Erfassungseinrichtung (42);
Ableiten von Merkmalen aus den Abbildungen (3) mittels einer Auswerteeinheit (49),
Vergleichen der Merkmale mit Expertenwissen mittels einer Verifikationseinheit (50),
Verifizieren des Dokuments (46; 61) anhand eines Ergebnisses des Vergleichs, wobei
die Abbildungen (3) jeweils mittels einer Transformationseinheit (47) einer Wavelet-Transformation
unterzogen werden, und die Merkmale aus einzelnen Wavelet-Pixeln oder Wavelet-Pixelbereichen
abgeleitet werden, wobei jede Wavelet-Transformation für jeden Frequenzbereich (4-n)
drei Spektralbereiche (4-n-x) erzeugt, die entsprechend einer Raumrichtung eines Basisvektors
eines Koordinatensystems und einer Diagonalen (7) in dem Koordinatensystem des Ortsbereichs
der Abbildung (3) zugeordnet sind.
2. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer der ausgewerteten Wavelet-Pixelbereiche Wavelet-Pixel umfasst, die nicht einem
zusammenhängenden Ortsbereich eines Spektralbereichs (4-n-x) zugeordnet sind.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wavelet-Transformationen für die mehreren unterschiedliche Abbildungen (3) desselben
Dokuments (46; 61) mit unterschiedlichen Wavelet-Basisfunktionen und/oder Skalierungen
ausgeführt werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ableiten von Merkmalen mehrere Wavelet-Pixel in Kombination ausgewertet werden,
die mehreren unterschiedlichen Abbildungen (3) desselben Sicherheitsdokuments und/oder
unterschiedlichen Ortbereichen und/oder unterschiedlichen Spektralbereichen (4-n-x)
zugeordnet sind.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Wavelet-Pixel oder Wavelet-Pixelbereiche statistisch ausgewertet werden, um mindestens
eines der Merkmale für das Dokument (46; 61) abzuleiten.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wavelet-Pixel oder Wavelet-Pixelgruppen auf statistische Abweichungen gegenüber
typischen statistischen Vorgabeeigenschaften ausgewertet werden, um Verfälschungen
zu ermitteln.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Merkmale erkannte Kanten von gedruckten Zeichen oder Symbolen umfassen und Wavelet-Pixelbereiche
in Umgebungen von erkannten Kanten von gedruckten Zeichen oder Symbolen statistisch
ausgewertet werden, um eine Oberflächenrauigkeit auf statistische Abweichungen hin
zu untersuchen.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der abgeleiteten Merkmale mittels eines neuronalen Netzwerks oder einer Support-Vektormaschine
eine Klassifizierung des Dokuments (46; 61) durchgeführt wird, wobei das Expertenwissen
in Form des selbstlernenden neuronalen Netzwerks oder der Support-Vektormaschine gespeichert
wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass erste Merkmale aus den Wavelet-Pixeln abgeleitet werden und anhand der ersten Merkmale
eine Klassifizierung des Dokuments (46; 61) in einen Dokumententyp erfolgt;
aus einer Datenbank Informationen über zweite Merkmale des ermittelten Dokumententyps
abgerufen werden und
anhand der Informationen über die zweiten Merkmale die zweiten Merkmale des Dokuments
(46; 61) hinsichtlich eines Vorhandenseins und/oder einer Unverfälschtheit mittels
eines Auswertens von Wavelet-Pixel oder Wavelet-Pixelgruppen überprüft werden.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Ableiten einer statistischen Eigenschaft, welche keinem Merkmal in dem
Expertenwissen zugeordnet ist oder werden kann, eine Antwort auf die Frage, ob diese
Eigenschaft
a) ein neues authentisches Merkmal eines Dokuments (46; 61) oder
b) ein neues verfälschtes Merkmal eines Dokuments (46; 61) oder
c) ein neues eine Fälschung anzeigendes Merkmal eines Dokuments (46; 61) oder
d) keine von den vorgenanten Alternativen
darstellt, erfasst wird und abhängig von der erfassten Antwort in den Fällen a) bis
c) das Expertenwissen erweitert wird.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Merkmalskombinationen von Dokumenten (46; 61) dem Expertenwissen zugefügt werden,
wenn diese Merkmalskombination unbekannt ist und eine Verifikationsinformation erfasst
wird, die das zugehörige Dokument (46; 61) als authentisches oder nicht authentisches
Dokument (46; 61) identifiziert.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expertenwissen Informationen über einzelne typische Merkmale von authentischen
Dokumenten (46; 61) und/oder über typische gefälschte Merkmale umfasst, die nicht
unmittelbar einzelnen Dokumenttypen zugeordnet sind.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Authentifizierung anhand eines Vorliegens einzelner oder einer Kombination von
Merkmalen, die identifiziert sind, vorgenommen wird, die nicht explizit über das Expertenwissen
einem Dokumententyp zugeordnet ist.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Merkmalen und/oder Kombinationen von Merkmalen Gewichtungen zugeordnet sind und anhand
der für ein Dokument (46; 61) abgeleiteten Merkmale und Merkmalkombinationen aus den
Gewichtungen eine Gesamtgewichtung ermittelt wird, die ein Maß für ein Vorliegen eines
authentischen Dokuments (46; 61) angibt.
15. Vorrichtung (41) zum Verifizieren von Dokumenten (46; 61), wobei die Vorrichtung (41)
ausgebildet ist, das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14 auszuführen, mit
einer Erfassungseinrichtung (42) zum Erfassen mehrerer unterschiedlicher Abbildungen
(3) desselben Dokuments (46; 61) unter verschiedenen Aufnahmebedingungen;
einer Auswerteeinheit (49) zum Ableiten von Merkmalen aus den Abbildungen (3); einer
Verifikationseinheit zum Vergleichen der Merkmale mit Expertenwissen; und einer Transformationseinheit
(47), um jede der mehren Abbildungen (3) jeweils einer Wavelet-Transformation zu unterziehen,
wobei jede Wavelet-Transformation für jeden Frequenzbereich (4-n) drei Spektralbereiche
(4-n-x) erzeugt, die entsprechend einer Raumrichtung eines Basisvektors eines Koordinatensystems
und einer Diagonalen (7) in dem Koordinatensystem des Ortsbereichs der Abbildung (3)
zugeordnet sind,
wobei die Auswerteeinheit (49) ausgebildet ist, die Merkmale aus einzelnen Wavelet-Pixeln
oder Wavelet-Pixelbereichen abzuleiten, und die Vorrichtung (41) ausgebildet ist,
das Dokument (46; 61) anhand eines Ergebnisses des Vergleichs zu verifizieren, und
eine Ausgabeeinheit (51) umfasst, um das Verifikationsergebnis auszugeben.
1. Method for verifying documents (46; 61), comprising the steps:
detecting a plurality of different images (3) of the same document (46; 61) under
different recording conditions by means of a detection device (42);
deriving of features from the images (3) by means of an evaluation unit (49);
comparing the features to expert knowledge by means of a verification unit (50),
verifying the document (46; 61) using a result of the comparison, wherein the images
(3) are subjected in each case by means of a transformation unit (47) to a wavelet
transformation, and the features are derived from individual wavelet pixels or wavelet
pixel areas, wherein each wavelet transformation produces for each frequency range
(4-n) three spectral ranges (4-n-x), which are allocated accordingly to a spatial
direction of a basis vector of a co-ordinate system and to a diagonal (7) in the co-ordinate
system of the local region of the image (3).
2. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that one of the evaluated wavelet pixel areas comprises wavelet pixels which are not allocated
to a cohesive local region of a spectral range (4-n-x).
3. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the wavelet transformations are carried out for the plurality of different images
(3) of the same document (46; 61) with different wavelet basis functions and/or scalings.
4. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that, for the derivation of features, a plurality of wavelet pixels are evaluated in combination,
which are allocated to a plurality of different images (3) of the same security document
and/or different local regions and/or different spectral ranges (4-n-x).
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that wavelet pixels or wavelet pixel areas are evaluated statistically, in order to derive
at least one of the features for the document (46; 61).
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the wavelet pixels or wavelet pixel groups are evaluated for statistical deviations
in comparison with typical statistical default properties, in order to detect any
falsifications or corruptions.
7. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the features comprise identified edges of printed characters or symbols, and wavelet
pixel areas are statistically evaluated in the surrounding areas of identified edges
of printed characters or symbols, in order to investigate a surface roughness for
statistical deviations.
8. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that, on the basis of the derived features, by means of a neural network or a support
vector machine, a classification of the document (46; 61) is carried out, wherein
the expert knowledge is stored in the form of the self-learning neural network or
the support vector machine.
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that first features are derived from the wavelet pixels, and, on the basis of the first
features, a classification takes place of the document (46; 61) into a document type;
from a databank, information regarding second features of the document type detected
is called up, and
on the basis of the information regarding the second features, the second features
of the document (46; 61) are examined in respect of a presence and/or an absence of
falsification or corruption by means of an evaluation of wavelet pixels or wavelet
pixel groups.
10. Method according to any one of the preceding claims,
characterised in that, after a derivation of a statistical property which is not or cannot be allocated
to any feature in the expert knowledge, an answer is determined to the question as
to whether this property represents:
a) a new authentic feature of a document (46; 61), or
b) a new falsified feature of a document (46; 61), or
c) a new feature, displaying a falsification, of a document (46; 61), or
d) none of the foregoing alternatives,
and, depending on the answer determined in the cases a) to c), the expert knowledge
is expanded.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that feature combinations of documents (46; 61) are added to the expert knowledge if this
feature combination is unknown, and an item of verification information is detected
which identifies the pertinent document (46; 61) is identified as an authentic or
not authentic document (46;61).
12. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the expert knowledge comprises information regarding individual typical features
of authentic documents (46; 61) and/or regarding typical falsified features, which
are not allocated directly to individual document types.
13. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that an authentication is carried out on the basis of a presence of individual features
or a combination of features which are identified, which are not explicitly allocated
by the expert knowledge to a document type.
14. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that features and/or combinations of features are allocated to weightings, and, on the
basis of the features and feature combinations derived for a document (46; 61) from
the weightings, an overall weighting is determined, which provides a measure for a
presence of an authentic document (46; 61).
15. Device (41) for verifying documents (46; 61), wherein the device (41) is configured
so as to carry out the method according to any one of claims 1 to 14, with a detection
device (42) for detecting a plurality of different images (3) of the same document
(46; 61) under different recording conditions;
an evaluation device (49) for deriving features from the images (3);
a verification unit for comparing the features with expert knowledge; and
a transformation unit (47), in order to subject each of the plurality of images (3)
in each case to a wavelet transformation, wherein each wavelet transformation produces
for each frequency range (4-n) three spectral ranges (4-n-x), which are allocated
accordingly to a spatial direction of a basis vector of a co-ordinate system and to
a diagonal (7) in the co-ordinate system of the local region of the image (3),
wherein the evaluation unit (49) is configured to derive the features from individual
wavelet pixels or wavelet pixel areas, and the device (41) is configured so as to
verify the document (46; 61) on the basis of the comparison, and comprises an output
unit (51), in order to output the verification result.
1. Procédé de vérification de documents (46 ; 61) comprenant les étapes de :
détection de plusieurs images différentes (3) du même document (46 ; 61) sous diverses
conditions de prise d'images au moyen d'un système de détection (42) ;
déduction de caractéristiques à partir des images (3) au moyen d'une unité d'évaluation
(49),
comparaison des caractéristiques à des connaissances spécialisées au moyen d'une unité
de vérification (50),
vérification du document (46 ; 61) à l'aide d'un résultat de la comparaison, dans
lequel les images (3) sont soumises respectivement à une transformation en ondelettes
au moyen d'une unité de transformation (47) et les caractéristiques sont déduites
à partir de pixels d'ondelette individuels ou de zones de pixels d'ondelette, dans
lequel chaque transformation en ondelettes génère pour chaque plage de fréquences
(4-n) trois domaines spectraux (4-n-x) qui sont associés à l'image (3) conformément
à une direction spatiale d'un vecteur de base d'un système de coordonnées et à une
diagonale (7) dans le système de coordonnées de la zone locale.
2. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une des zones de pixels d'ondelette évaluées comprend des pixels d'ondelette qui ne
sont pas associés à une zone locale continue d'un domaine spectral (4-n-x).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les transformations en ondelettes sont exécutées pour les plusieurs images différentes
(3) du même document (46 ; 61) avec différentes fonctions de base d'ondelettes et/ou
échelles.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pour la déduction de caractéristiques, sont évalués en combinaison plusieurs pixels
d'ondelette qui sont associés à plusieurs images différentes (3) du même document
de sécurité et/ou à différentes zones locales et/ou à différents domaines spectraux
(4-n-x).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des pixels d'ondelette ou des zones de pixels d'ondelette sont évalués statistiquement
afin de déduire au moins une des caractéristiques pour le document (46 ; 61).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les pixels d'ondelette ou les groupes de pixels d'ondelette sont évalués quant à
des écarts statistiques par rapport à des propriétés prédéfinies statistiques typiques
afin de déterminer des falsifications.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les caractéristiques comprennent des arêtes reconnues de caractères ou symboles imprimés
et des zones de pixels d'ondelette dans des environs d'arêtes reconnues de caractères
ou symboles imprimés sont évaluées statistiquement afin d'analyser une rugosité de
surface à partir des écarts statistiques.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, à l'aide des caractéristiques déduites, une classification du document (46 ; 61)
est effectuée au moyen d'un réseau neuronal ou d'une machine vectorielle d'assistance,
dans lequel la connaissance spécialisée est enregistrée sous forme du réseau neuronal
à auto-apprentissage ou de la machine vectorielle d'assistance.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des premières caractéristiques sont déduites à partir des pixels d'ondelette et une
classification du document (46 ; 61) selon un type de document est effectuée à l'aide
des premières caractéristiques ;
à partir d'une banque de données, des informations sur des secondes caractéristiques
du type de document déterminé sont récupérées et
à l'aide des informations sur les secondes caractéristiques, les secondes caractéristiques
du document (46 ; 61) sont contrôlées en ce qui concerne une existence et/ou une non-falsification
au moyen d'une évaluation de pixels d'ondelette ou de groupes de pixels d'ondelette.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, après une déduction d'une propriété statistique, qui n'est pas ou ne peut pas être
associée à aucune caractéristique dans la connaissance spécialisée, une réponse à
la question si cette propriété
a) représente une nouvelle caractéristique authentique d'un document (46 ; 61) ou
b) représente une nouvelle caractéristique falsifiée d'un document (46 ; 61) ou
c) représente une nouvelle caractéristique d'un document (46 ; 61) montrant une falsification
ou
d) ne représente aucune des alternatives susmentionnées,
est détectée et la connaissance spécialisée est étendue en fonction de la réponse
détectée dans les cas a) à c).
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des combinaisons de caractéristiques de documents (46 ; 61) sont ajoutées à la connaissance
spécialisée lorsque cette combinaison de caractéristiques est inconnue et qu'une information
de vérification qui identifie le document correspondant (46 ; 61) en tant que document
authentique ou non authentique (46 ; 61) est détectée.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la connaissance spécialisée comprend des informations sur des caractéristiques individuelles
typiques de documents authentiques (46 ; 61) et/ou sur des caractéristiques typiques
falsifiées qui ne sont pas associées directement à des types de documents individuels.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, à l'aide d'une présence de caractéristiques individuelles ou d'une combinaison de
caractéristiques qui sont identifiées, une authentification est réalisée, qui n'est
pas explicitement associée à un type de document par le biais de la connaissance spécialisée.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des caractéristiques et/ou des combinaisons de caractéristiques sont associées à
des pondérations et, à l'aide des caractéristiques et des combinaisons de caractéristiques
déduites pour un document (46 ; 61), une pondération globale qui indique une mesure
pour une présence d'un document authentique (46 ; 61) est déterminée à partir des
pondérations.
15. Dispositif (41) de vérification de documents (46 ; 61), dans lequel le dispositif
(41) est conçu pour exécuter le procédé selon l'une quelconque des revendications
1 à 14, avec un système de détection (42) pour la détection de plusieurs images différentes
(3) du même document (46 ; 61) sous diverses conditions de prise d'image ;
une unité d'évaluation (49) pour la déduction de caractéristiques à partir des images
(3) ;
une unité de vérification pour la comparaison des caractéristiques à des connaissances
spécialisées ; et
une unité de transformation (47) afin de soumettre chacune des plusieurs images (3)
respectivement à une transformation en ondelettes, dans lequel chaque transformation
en ondelettes pour chaque plage de fréquences (4-n) génère trois domaines spectraux
(4-n-x) qui sont associés à l'image (3) conformément à une direction spatiale d'un
vecteur de base d'un système de coordonnées et à une diagonale (7) dans le système
de coordonnées de la zone locale,
dans lequel l'unité d'évaluation (49) est conçue pour déduire les caractéristiques
à partir de pixels d'ondelette individuels ou de zones de pixels d'ondelette et le
dispositif (41) est conçu pour vérifier le document (46 ; 61) à l'aide d'un résultat
de la comparaison et comprend une unité de sortie (51) pour délivrer le résultat de
la vérification.