[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmeübertrager, insbesondere einen Abgaswärmeübertrager,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Betreiben einer Abgasanlage
nach Anspruch 10,
[0002] Wärmeübertrager, die als AbgaswärmeÜbertrager beziehungsweise Abgaskühler bei der
Abgasrückführung in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden, sind in verschiedenen Ausführungen
bekannt, beispielsweise durch die
DE 199 07 163 C2 der Anmelderin.
[0003] Abhängig von der Verschaltung werden sehr niedrige Abgastemperaturen erreicht, wodurch
große Mengen an säurehaltigem, kondensat ausfallen, die zu Korrosionsangriffen führen
können. Das anfallende Kondensat wird durch den Abgaswärmeübertrager geleitet und
greift die abgasführenden Bauteile an, Ferner können auch andere Bauteile, die abströmseitig
des Abgaswärmeubenragers angeordnet sind, wie beispielsweise ein Ladeluftkühler, von
dem aggressiven Kondensat beschädigt werden.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Wärmeübertrager, insbesondere einen Abgaswarmeübertrager
bereitzustellen, der diese Probleme beseitigt und zudem noch einfach und kostengünstig
herstellbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Wärmeübertrager mit den Merkmalen des Anspruchs
1, Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Gemäß eines Grundgedankens der Erfindung ist ein Wärmeübertrager, insbesondere Abgaswärmeubertrager
für ein Kraftfahrzeug mit von Abgas durchströmbaren und von einem Fluid kühlbaren
Kanälen vorgesehen, wobei der Wärmeübertrager einen ersten Teilwärmeübertrager und
zumindest einen zweiten Teilwärmeübertrager aufweist, wobei der zweite Teilwärmeübertrager
Mittel aufweist, die ausgebildet sind, um das Abgas zu entfeuchten. Durch die Integration
der Entfeuchtungsfunktion in den Wärmeübertrager wird die Aufgabe gelöst, den Abgasstrom
frühzeitig zu entfeuchten und somit abströmseitige, Bauteile und den Abgaswärmeübertrager
selbst vor Korrosion zu schützen. Zudem wird durch die kompakte Bauform Bauraum gespart
und insgesamt die Herstellungskosten gesenkt.
[0007] Hierbei ist es einerseits möglich, dass der zweite Teilwärmeubertrager unterhalb
des ersten Teilwärmeübertrager angeordnet ist oder dass alternativ der erste und zweite
Teilwärmeübertrager konzentrisch angeordnet sind, wobei der zweite Teilwärmeübertrager
außerhalb des ersten Teilwärmeübertragers angeordnet ist. Insbesondere ist vorgesehen,
dass der erste und zweite Teilwärmeübertrager als eine Baueinheit in einem gemeinsamen
Gehäuse angeordnet ist. Alternativ könnte der zweite Teilwärmeüberirager aber auch
als ein Bypasskanal außerhalb des Gehäuses angeordnet sein.
[0008] In einer weiteren Ausführungsform ist lediglich der erste Teilwärmeübertrager mit
von Abgas durchströmbaren und von einem Fluid kühlbaren Kanäle ausgeführt. Der erste
Teilwärmeübertrager ist somit als herkömmlicher Abgaswärmeubertrager nach dem Stand
der Technik ausgeführt, während der zweite ein Mittel aufweist, das ausgebildet ist,
um das Abgas zu entfeuchten.
[0009] Dieses Mittel ist bevorzugt ein Sorptionsmittel, beispielsweise Zeolith, das den
zweiten Tellwärmeübertrager teilweise oder verständig ausfüllt. Beispielsweise ist
das Sorptionsmittel konzentrisch an der Innenwand des zweiten Teilwärmeübertragers
angeordnet und mit dieser verbunden.
[0010] Alternativ ist der zweite Teilwärmeübertrager elektrisch beheizbar, so dass bei Bedarf
das Mittel zur Entfeuchtung ausgeheizt werden kann.
[0011] In einer weiteren Ausführungsform weist der Wärmeübertrager ferner eine Klappe auf,
so das der Abgasstrom in einen ersten Teilstrom in den ersten Teilwärmeübertrager
und einen zweiten Teilstrom in den zweiten Teilwärmeübertrager aufteilbar ist. Durch
die Klappe können somit die einzelnen Teilströme gezielt gesteuert beziehurtgsweise
geregelt werden.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform weist der zweite Teilwärmeübertrager einen Abfluss
zum Abscheiden des Kondensats aus dem Abgas auf.
[0013] Ein derartiger Wärmeübertrager kann insbesondere in einer Abgasanlage eines Kraftfahrzeuges
eingesetzt werden, um den Abgasstrom zu entfeuchten.
[0014] Zum Betreiben einer derartigen Abgasanlage ist auch ein Verfahren mit folgenden Merkmalen
vorgesehen:
- Absperren des ersten Teilwärmeübertragers mittels der Klappe, so dass das Abgas ausschließlich
in den zweiten Teilwärmeübertrager strömt und entfeuchtet wird.
- Teilweises Öffnen der Klappe, so dass das Abgas in den ersten und zweiten Teilwärmeübertrager
strömt und im zweiten Teilwärmeübertrager die Feuchtigkeit durch das Abgas ausgetrieben
wird.
- Abführen der Feuchtigkeit aus dem zweiten Teilwärmeübertrager über den Abfluss.
- Absperren des zweiten Teilwärmeübertragers mittels der Klappe, so dass das Abgas ausschließlich
in den ersten Teilwärmeübertrager strömt.
[0015] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der Jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0016] Weitere wichtige Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
detaillierten Beschreibung in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung.
[0017] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Wärmeübertragers
beschrieben und anhand der anlegenden Zeichnung naher erläutert.
[0018] Es zeigt:
Fig. 1 einen Abgaswärmeübertrager gemäß der vorliegenden Erfindung;
[0019] Fig. 1 zeit einen als Abgaswärmeübertraser 1 ausgebildeten Wärmeübertrager, wie er
beispielsweise in der Abgasrückführung für Kraftfahrzeuge verwendbar ist. Das Abgas
2 strömt in dieser Ausführungsform durch einen Einlass 11 in den Wärmeübertrager und
verlässt diesen durch einen Auslass 12. Die Kühlung des Abgases erfolgt dabei durch
ein Fluid 3, bevorzugt ein Kühmittel, weiches einem nicht dargestellten Kühlkreislauf
der Brennkraftmaschine des Kraftfahrzeuges entnehmbar ist. Das Kühlmittel strömt durch
einen Einlass 13 in den Wärmeübertrager ein, tauscht mit dem Abgas Wärme aus und verlässt
den Wärmeübertertrager durch einen Auslass 14,
[0020] Der Abgaswärmeübertrager 1 weist einen Gehäusemantel 16 auf und ist in seinem Inneren
in einen ersten Teilwärmeübertrager 4 und einen zweiten Teilwärmeübertrager 5 unterteilt.
Nicht dargestellt sind in dieser Ausführungsform Kanäle, in der Gestalt von Abgasrohren.
Diese Abgasrohre, das heißt, von Abgas durchströmbare Rohre, sind derart angeordnet,
dass zwischen ihnen Spalte verbeiben, welche von dem Kühlmittel 3 durchströmt werden
können,
[0021] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Abgasrohre lediglich im ersten Teilwärmeübertrager
4 angeordnet sind. Im zweiten Teilwärmeübertrager 5 befindet sich ein Sorptionsmittel
6, das dazu ausgebildet ist, das Abgas, das in den zweiten Teilwärmeübertrager 5 strömt
(zweiter Teilstrom 9) zu entfeuchten. Hierzu ist das Sorptionsmittel, beispielsweise
Zeolith, an der Innenwand des zweiten Teilwärmeübertragers angeordnet.
[0022] Abströmseitig des Einlasses 11 des Abgaswärmeübertragers 1 ist eine Klappe 7 angeordnet,
die den Abgasstrom 2 in den ersten (erster Teilstrom 8) und zweiten (zweiter Teilstrom
9) Teilwärmeübertrager regelt.
[0023] Die Erfindung funktioniert nun wie folgt:
- a) Beladung des Sorptionsmittels (Klappe 7 verschließt den Einlass des ersten Teilwärmeübertragers
4): In dieser Stellung der Klappe 7 strömt das Abgas ausschließlich in den zweiten
Wärmeübertrager 5, wo es seine Feuchtigkeit an das Sorptionsmittel abgibt und dabei
gleichzeitig erwärmt wird.
- b) Entladung (Klappe 7 ist in einer Zwischenstellung, so dass das Abgas sowohl in
den ersten als auch in den zweien Teilwärmeübertrager strömen kann): In dieser Stellung
der Klappe 7 kann das Abgas sowohl in den ersten 4 als auch in den zweiten 5 Wärmeübertrager
strömen. Der Teil des Abgasstromes, der in den zweiten Wärmeübertrager 5 strömt treibt
in diesem die Feuchtigkeit aus dem Sorptionsmittel aus, Gleichzeitig wird ein Ventil
15 geöffnet, so dass der mit Feuchtigkeit beladene Teilstrom durch den Abfluss 10
an die Umgebung abgegeben werden kann.
- c) Normalbetrieb (Klappe 7 verschließt den Einlass des zweiten Teilwärmeübertragers
5): In dieser Stellung der Klappe 7 strömt das
[0024] Abgas ausschließlich in den ersten Wärmeübertrager 4, wo es seine Wärme an ein Fluid
3, beispielsweise ein Kühlmittel, abgeben kann und somit gekühlt wird. Der Abgasstrom
wird so lange in den ersten Teilwärmeübertrager 4 geleitet, bis der Feuchtigkeitsgehalt
unterhalb eines festgesetzten Grenzwertes bleibt. Sobald dieser Grenzwert überschritten
wird, wird der Abgasstrom in den zweiten Teilwärmeübertrager 5 umgeleitet.
[0025] Insgesamt wird durch die Erfindung somit ein kostengünstiger und kompakter Wärmeübertrager
zur Verfügung gestellt, der den Abgasstrom von aggressivem und säurehaltigem Kondensat
befreit.
1. Wärmeübertrager, insbesondere Abgaswärmeübertrager (1) für ein Kraftfahrzeug mit von
Abgas (2) und von einem Fluid (3) kühlbaren Kanälen, wobei der Wärmeübertrager einen
ersten Teilwärmeübertrager (4) und zumindest einen zweiten Teilwärmeübertrager (5)
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Teilwärmeübertrager Mittel (6) aufweist, die ausgebildet sind, um das
Abgas zu entfeuchten.
2. Wärmeübertrager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Teilwärmeübertrager (5) unterhalb des ersten Teilwärmeübertragers (4)
angeordnet ist,
3. Wärmeüberträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite Teilwärmeübertrager (4, 5) konzentrisch angeordnet sind, wobei
insbesondere der zweite Teilwärmeübertrager (5) außerhalb des ersten Tellwärmeübertragers
(4) angeordnet ist.
4. Wärmeübertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nur der erste Teilwärmeübertrager (4) mit von Abgas (2) durchströmbaren und von einem
Fluid (3) kühlbaren Kanäle aufweist.
5. Wärmeübertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (6) zum Entfeuchten des Abgases zumindest teilweise Sorptionsmittel, insbesondere
Zeolith, umfassen.
6. Wärmeübertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Teilwärmeübertrager (5) elektrisch beheizbar ist.
7. Wärmeübertrager nach einen; der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeübertrager ferner eine Klappe (7) aufweist, so dass der Abgasstrom in einen
ersten Teilstrom (8) in den ersten Teilwärmeübertrager und einen zweiten Teilstrom
(9) in den zweiten Teilwärmeübertrager aufteilbar ist.
8. Wärmeübertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Teilwarmeübertrager einen Abfluss (10) zum Abscheiden des Kondensats aus
dem Abgas aufweist
9. Abgasanlage eines Kraftfahrzeuges mit einem Wärmeübertrager nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
10. Verfahren zum Betreiben einer Abgasanlage eines Kraftfahrzeuges mit folgenden Merkmalen:
- Absperren des ersten Teilwärmeübertragers (4) mittels der Klappe (7), so dass das
Abgas ausschließlich in den zweiten Teilwärmeübertrager (5) strömt und entfeuchtet
wird.
- Teilweises öffnen der Klappe (7), so dass das Abgas in den ersten (4) und zweiten
Teilwärmeübertrager (5) strömt und im zweiten Teilwärmeübertrager die Feuchtigkeit
durch das Abgas ausgetrieben wird.
- Abführen der Feuchtigkeit aus dem zweiten Teilwärmeübertrager über den Abfluss (10).
- Absperren des zweiten Teilwärmeübertragers mittels der Klappe (7), so dass das Abgas
ausschließlich in den ersten Teilwärmeübertrager (4) strömt.