[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Tissuepapierherstellung und im Besonderen
eine Vorrichtung zum Trocknen einer Tissuepapierbahn mit einem beheizbaren Zylinder,
dem sog. Yankee- oder Krepp-Zylinder, welchem zu dessen Beheizung aus einem Frischdampfnetz
Dampf zugeführt wird, sowie einer Heißlufthaube am Außenumfang des Zylinders um Heißluft
auf die Tissuepapierbahn zu blasen und abzusaugen, wobei die Tissuepapierbahn durch
sowohl die heiße Außenfläche des Zylinders als auch die Heißluft getrocknet wird.
Das dabei verdampfte Wasser wird abgesaugt und über die Abluft der Heißlufthaube entsorgt.
Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Dampfrückgewinnung
beim Trockenen einer Tissuepapierbahn mit einer solchen Vorrichtung.
[0002] Unter einem Tissuepapier soll dabei ein weiches absorbierendes Papier mit einem niedrigen
Flächengewicht verstanden werden. Im Allgemeinen wird ein Flächengewicht von 8 bis
40 g/m
2, insbesondere 10 bis 25 g/m
2 pro Lage gewählt. Das gesamte Basisgewicht eines mehrlagigen Tissueprodukts beträgt
vorzugsweise bis zu maximal 120 g/m
2, besonders bevorzugt bis maximal 60 g/m
2. Seine Dichte liegt typischerweise unterhalb von 0,6 g/cm
3, vorzugsweise unterhalb von 0,30 g/cm
3 und mehr bevorzugt zwischen 0,08 und 0,20 g/cm
3.
[0003] Die Herstellung von Tissuepapier unterscheidet sich von der Papierherstellung durch
das extrem niedrige Flächengewicht und die viel höhere Zugzerreißarbeitskennzahl (siehe
DIN EN 12625-4 und DIN EN 12625-5). Papier und Tissuepapier unterscheiden sich ferner
im Allgemeinen in Bezug auf den Elastizitätsmodul, der die Spannungsdehnungseigenschaften
dieser planaren Produkte als Materialparameter charakterisiert.
[0004] Die hohe Zugzerreißarbeitskennzahl kommt vom äußeren oder inneren Kreppen des Tissues.
Das erstgenannte Kreppen wird durch Kompression der Papierbahn an einem trockenen
Zylinder als Folge der Wirkung eines Kreppschabers oder im Falle des letztgenannten
Kreppen als eine Folge eines Geschwindigkeitsunterschiedes zwischen zwei Sieben ("Stoffen")
durchgeführt. Dies verursacht, dass die noch immer feuchte, plastisch verformbare
Papierbahn intern durch Kompression und Scheren aufgebrochen wird, wodurch sie unter
Last dehnbarer wird als ein ungekrepptes Papier.
[0005] Feuchte Tissuepapierbahnen werden üblicherweise durch das sog. Yankee-Trocknen, das
Durchlufttrocknen (TAD) oder das Impulstrockenverfahren getrocknet.
[0006] Die in dem Tissuepapier enthaltenen Fasern sind hauptsächlich Zellulosefasern, wie
beispielsweise Faserstofffasern aus chemischem Faserstoff (z. B. Kraftsulfit und Sulfatzellstoffe),
mechanischem Faserstoff (z. B. gemahlenem Holz), thermomechanischem Faserstoff, chemomechanischem
Faserstoff und/oder chemo-thermomechanischem Faserstoff (CTMP). Faserstoffe, die sowohl
aus Laubholz (Hartholz), aus Nadelholz (Weichholz) oder aus Einjahrespflanzen gebildet
sind, können verwendet werden. Die Fasern können auch recycelte Fasern sein oder diese
enthalten. Die Fasern können mit Zusatzstoffen - beispielsweise Füllmitteln, Weichmachern,
wie beispielsweise quaternären Armoniumverbindungen und Bindemitteln, wie beispielsweise
herkömmlichen Trockenverfestigungsmitteln oder Nassverfestigungsmitteln, die verwendet
werden, um das ursprüngliche Papierbilden zu erleichtern und zum Einstellen der Eigenschaften
davon verwendet werden - behandelt werden. Das Tissuepapier kann auch andere Fasertypen,
z. B. regenerierte Zellulosefasern oder Kunstfasern beinhalten, die unter anderem
die Festigkeit, die Absorptionsfänigkeit, die Glattheit oder die Weichheit des Tissuepapiers
erhöhen.
[0007] Die Verwendung eines Dampf beheizten Zylinders sowie einer Heißlufthaube mittels
der heiße Luft auf die um den beheizten Zylinder laufende Tissuebahn geblasen wird,
ist im Stand der Technik z. B. aus der
DE 10 2007 006 960 A1, der
EP 294 982 B1 oder der
EP 1 027 495 B1 bekannt.
[0008] Aufgrund der zunehmenden Energiekosten, die sich auch in den Kosten für die Dampfentnahme
aus dem Frischdampfnetz niederschlagen, bestehen Bestrebungen dahingehend die erforderliche
Dampfmenge und damit die Energiekosten, die zur Papierherstellung notwendig sind,
zu reduzieren.
[0009] Eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren mit den Merkmalen im Oberbegriff der Ansprüche
1 bzw. 9 ist aus der
DE-A-35 01 584 bekannt.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht folglich darin eine Vorrichtung zum
Trockenen einer Tissuepapierbahn sowie ein Verfahren zur Dämpfrückgewinnung beim Trocknen
einer Tissuepapierbahn zu schaffen, die es ermöglichen die erforderliche Dampfmenge
zum Trocknen der Tissuepapierbahn aus einem Frischdampfnetz in einem stabilen Regelkreis
zu reduzieren, insbesondere um die bei der Papierherstellung und insbesondere der
Trocknung anfallenden Kosten zu vermindern.
[0011] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst.
[0012] Der Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde die Abluft aus der Heißlufthaube, welche
bereits zur Trocknung der Tissuepapierbahn genutzt wurde, aber einen hohen Restenergieinhalt
aufweist, zu nutzen, um Kondensat aus dem beheizbaren Zylinder wieder zu verdampfen
sowie den dabei erzeugten Dampf auf einem höherem Druckniveau in das Frischdampfnetz
zurückzuspeisen. Dadurch wird im Endeffekt weniger Dampf aus dem Frischdampfnetz benötigt,
wodurch die Energiekosten und somit die Herstellungskosten für die Tissuepapierbahn
reduziert werden können. Darüber hinaus ist ein Frischdampfnetz ein großer Puffer,
so dass ein stabiler Regelkreis mit der damit verbundenen stabilen Trocknung und somit
stabilen Papierqualität erzielt werden können.
[0013] Dementsprechend umfasst die Vorrichtung zum Trocknen einer Tissuepapierbahn einen
beheizbaren Zylinder, den sog. Yankee- oder Krepp-Zylinder. Der Zylinder ist zur Beheizung
mit Dampf mit einer Versorgungsleitung verbunden, die den Dampf zuführt und die mit
einem Frischdampfnetz verbindbar ist. Unter einem Frischdampfnetz ist im Sinne der
vorliegenden Erfindung jegliches Frischdampf zur Verfügung stellendes Netz, das wenigstens
zwei Verbraucher mit Frischdampf auf einem ersten Druckniveau versorgt, zu verstehen.
Einer der Verbraucher ist dabei der beheizbare Zylinder einer Tissuepapiermaschine.
Der andere Verbraucher kann z. B. ebenfalls ein beheizbarer Zylinder jedoch einer
anderen Tissuepapiermaschine sein. Es sind aber auch andere Verbraucher denkbar. Das
beim Trocknen entstehende Kondensat in dem Zylinder wird über eine Kondensatleitung
aus dem Zylinder abgeführt. Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung eine Heißlufthaube
am Außenumfang des Zylinders, um Heißluft in Richtung des Außenumfangs und damit im
Betrieb auf die um den beheizbaren Zylinder laufende Tissuepapierbahn zu blasen. Damit
wird die Tissuepapierbahn einerseits durch den heißen Außenumfang des beheizbaren
Zylinders und andererseits durch die auf die Tissuepapierbahn geblasene Heißluft der
Heißlufthaube getrocknet. Nachdem die Heißluft der Heißlufthaube zum Trocknen des
Tissuepapiers genutzt wurde, wird sie mit dem verdampften Wasser über eine Abluftleitung
aus der Heißlufthaube abgeführt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine
erste Druckstufe, die ausgestaltet ist, um Kondensat aus dem Zylinder auf das erste
Druckniveau des Yankeezylinders zu verdichten. Dabei kann das dort erreichte Druckniveau
von dem ersten Druckniveau um ± 2-7 bar abweichen. Ferner ist bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung eine Verdampfungseinrichtung zum wenigstens teilweisen Verdampfen des
Kondensats mit einer Energietransfereinrichtung vorgesehen. Die Energietransfereinrichtung
ist ausgestaltet, um Energie der Abluft in der Abluftleitung auf das Kondensat zu
transferieren. Der Energieübergang kann durch das Vorkommen von Dampfblasen im Kondensat
nachteilig beeinflusst werden, so dass der Energietransfer erfindungsgemäß der ersten
Druckstufen nachgeschaltet stattfindet. Durch die Druckerhöhung wird die Siedetemperatur
des Kondensats (Wasser) erhöht und damit das Vorkommen von Dampfblasen im Wärmetauscher
vermieden. Schließlich umfasst die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung eine Rückspeiseleitung,
die mit dem Frischdampfnetz verbindbar ist, um aus dem Kondensat erzeugten Dampf in
das Frischdampfnetz zurückzuspeisen. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird
die Abluft aus der Heißlufthaube bzw. deren Energie zur Dampferzeugung aus dem aus
dem Zylinder abgeführten Kondensat genutzt, so dass weniger Frischdampf aus einem
Frischdampfnetz benötigt wird, wodurch die Energie bzw. Frischdampfkosten gesenkt
werden können. Des Weiteren bildet das Frischdampfnetz einen ausreichend großen Puffer,
um einen stabilen Regelkreis zu schaffen, der notwenig ist, um eine konstante Temperatur
des beheizbaren Zylinders mit der damit verbundenen konstante Trockenqualität und
Papierqualität zu erzielen.
[0014] Um den Wärmeübergang zwischen der Abluft aus der Heißlufthaube und dem Kondensat
(Wasser) weiter zu verbessern und das Vorkommen von Dampfblasen im Kondensat weiter
zu reduzieren, ist es bevorzugt eine zweite Druckstufe vorzusehen, die ausgestaltet
ist, um das Kondensat von dem im Wesentlichen ersten Druckniveau auf ein zweites höheres
Druckniveau zu verdichten. Dabei wird die Siedetemperatur weiter heraufgesetzt, wodurch
mögliche Dampfblasen im Kondensat kondensieren und das Auftreten von Dampfblasen im
Wesentlichen ausgeschlossen wird. Die Energietransfereinrichtung ist folglich der
zweiten Druckstufe nachgeschaltet und bevorzugterweise durch einen in der Abluft angeordneten
Wärmetauscher, insbesondere einen Röhrenwärmetauscher gebildet. Über den Wärmetauscher
wird das auf das zweite Druckniveau verdichtete Kondensat erwärmt.
[0015] Schließlich ist es weiter bevorzugt eine dritte Druckstufe vorzusehen, die ausgestaltet
ist, um das erwärmte Kondensat plötzlich und schlagartig zu verdampfen, wozu das Kondensat
von dem zweiten Druckniveau auf das erste Druckniveau expandiert wird, d. h. die Verdampfung
findet primär dadurch statt, dass das Druckniveau des zuvor erwärmten Kondensats so
reduziert wird, dass die Siedetemperatur schlagartig abnimmt und somit überschritten
wird und ein Phasenübergang von flüssig zu gasförmig stattfindet. Darüber hinaus ist
die Expansion dazu vorgesehen, den erzeugten Dampf auf das Druckniveau des Frischdampfnetzes
zu bringen, um eine Rückspeisung über die Rückspeiseleitung zu ermöglichen.
[0016] Ferner ist es erfindungsgemäß bevorzugt, insbesondere um eine optimale Trennung von
Dampf/Kondensat zu erzielen und um einen Regelkreis aufbauen zu können, dass die Vorrichtung
des Weiteren einen ersten Kondensatabscheider umfasst, der mit der Kondensatleitung
in Verbindung steht sowie eine mit dem ersten Kondensatabscheider verbundene erste
Rückführleitung. Dabei ist die erste Druckstufe durch eine erste Pumpe in der ersten
Rückführleitung gebildet. Des Weiteren ist ein zweiter Kondensatabscheider vorgesehen,
der mit der ersten Rückführleitung in Verbindung steht. Wie es nachfolgend deutlich
wird, ist die Temperatur im zweiten Kondensatabscheider deutlich höher als die Temperatur
im ersten Kondensatabscheider und damit das Kondensat, das über die erste Rückführleitung
in den zweiten Kondensatabscheider eingebracht wird. Um diesen Temperaturunterschied
auszugleichen, wird das Kondensat vorzugsweise über einen Diffusor in den zweiten
Kondensatabscheider eingebracht. Des Weiteren ist eine zweite Rückführleitung vorgesehen,
die mit dem zweiten Kondensatabscheider verbunden ist. Die zweite Druckstufe wird
hierbei durch eine zweite Pumpe in der zweiten Rückführleitung gebildet und der Wärmetauscher
ist der zweiten Pumpe nachgeschaltet in die zweite Rückführleitung integriert. Die
dritte Druckstufe wird gemäß dieser Ausführungsform, vorzugsweise durch eine dem Wärmetauscher
nachgeschaltet angeordnete Expansionseinrichtung, in Form eines Expansionsventils
oder eine Kapillare bzw. Drossel in der zweiten Rückführleitung gebildet. Ferner steht
die zweite Rückführleitung der Expansionseinrichtung nachgeschaltet mit dem zweiten
Kondensatabscheider in Verbindung. Die Rückspeisung des erzeugten Dampfes erfolgt
gleichfalls aus dem zweiten Kondensatabscheider, wozu die Rückspeiseleitung mit diesem
verbunden ist.
[0017] In Abhängigkeit von der Ausgangstemperatur des Kondensats und der Ablufttemperatur,
die den Wärmetauscher durchströmt, liegt das zweite Druckniveau vorzugsweise in einem
Bereich von 23-27 bar, vorzugsweise in einem Bereich von 24-26 bar und am meisten
bevorzugt 25 bar. Dieser Druckbereich wird gewählt, so dass beim Durchgang durch den
Wärmetauscher in Abhängigkeit von der übertragenen Wärme auf das Kondensat die Siedetemperatur
nicht überschritten wird und damit noch kein Dampf erzeugt wird. Dieser soll gemäß
der bevorzugten Ausführungsform erst durch die Expansion in der dritten Druckstufe
generiert werden.
[0018] Das erste Druckniveau liegt in Abhängigkeit vom Druck des Frischdampfnetzes in einem
Bereich von 10-15 bar, vorzugsweise 13-14 bar und am meisten bevorzugt 13 bar.
[0019] Alternativ zur Ausgestaltung der Energietransfereinrichtung in Form eines in die
zweite Rückführleitung integrierten Wärmetauschers ist es auch denkbar, dass die Energietransfereinrichtung
einen Kondensatabscheider umfasst, durch den die Abluftleitung vorzugsweise mit einer
großen Oberfläche verläuft, so dass der Wärmeübergang von der Abluft auf das Kondensat
im Kondensatabscheider übertragen wird, wodurch das Kondensat im Kondensatabscheider
verdampft. Bei dieser Ausführungsform wird der im Kondensatabscheider erzeugte Dampf
gleichfalls über die Rückspeiseleitung ins Frischdampfnetz zurückgeführt. Problematisch
ist hierbei jedoch, dass in diesem Fall der Kondensatabscheider mit seinen großen
Dimensionen und seinem hohen Gewicht in einer hohen Position, d. h. über der Papiermaschine
angeordnet werden muss. Dies kann konstruktiv und bautechnisch zu Problemen führen.
Vorteil dieser Ausgestaltung ist jedoch das auf Pumpen und Ventile verzichtet werden
kann.
[0020] Um einen ausreichend großen Wärmeübergang zur Verdampfung zu erzielen und damit ein
effektives System zu schaffen, ist es besonders bevorzugt Hochtemperaturhauben als
Heißlufthauben zu verwenden, wie sie beispielsweise in der
EP 0 905 311 A2 beschrieben sind. Solche Heißlufthauben sind ausgestaltet, um Heißluft mit einer
Temperatur von mehr als 530°C auf die Tissuepapierbahn zu blasen. Maximal werden derzeit
ca. 650°C erzielt. Die Abluft einer solchen Hochtemperaturhaube hat je nach Anwendungsfall
eine Temperatur von etwa 150°C weniger als die Heißluft und liegt damit bei maximal
500°C.
[0021] Neben der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird auch ein Verfahren zur Dampfrückgewinnung
beim Trocknen einer Tissuepapierbahn mit einem aus einem Frischdampfnetz gespeisten
Zylinder und einer Heißlufthaube, die Heißluft auf die Tissuepapierbahn strömt, vorgeschlagen.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die Schritte Entnehmen von Kondensat aus dem
Zylinder, Verdichten des Kondensats auf ein erstes Druckniveau entsprechend dem des
Frischdampfnetzes, Erwärmen des Kondensats durch Wärmetausch mit der Abluft aus der
Heißlufthaube, Verdampfen des Kondensats und Einspeisen des erzeugten Dampfes in das
Frischdampfnetz.
[0022] In Entsprechung mit der Vorrichtung ist es bevorzugt das Kondensat nach der Verdichtung
auf das Druckniveau und vor der Erwärmung des Kondensats mit Abluft aus der Heißlufthaube
auf ein zweites höheres Druckniveau zu verdichten, wodurch die Siedetemperatur des
Kondensats (Wasser) angehoben wird und damit das Vorkommen von Dampfblasen verringert
wird. Dadurch wird ein besserer Wärmeübergang möglich. Ferner ist es bevorzugt, dass
das Kondensat beim Wärmeübergang von der Abluft auf das Kondensat nicht verdampft,
d. h. das Druckniveau ausreichend hoch gewählt wird und die Verdampfung erst nach
der Erwärmung des Kondensats mit Abluft aus der Heißlufthaube durch Entspannung auf
das erste Druckniveau stattfindet.
[0023] Die Druckbereiche des zweiten und ersten Druckniveaus entsprechen den oben erwähnten
Druckbereichen ebenso wie die Abluft bevorzugterweise eine Temperatur von mehr als
350°C aufweist.
[0024] Neben den oben erwähnten Merkmalen, die, es sei denn sie stehen im Widerspruch zueinander,
einzeln und unabhängig voneinander oder in einer beliebigen Kombination zum Einsatz
kommen können, sind weitere Einzelmerkmale, die mit einem oder mehreren der obigen
Merkmale kombinierbar sind, aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
ersichtlich. Diese Beschreibung erfolgt unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen,
in denen:
Fig. 1 einen Schemaplan einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer ersten Ausführungsform
zeigt; und
Fig. 2 einen Schemaplan einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer zweiten Ausführungsform
zeigt.
[0025] In Fig. 1 sind die Elemente der Tissuepapiermaschine mit Ausnahme des dampfbeheizbaren
Yankee-Zylinders 10 und der zugehörigen Heißlufthochtemperaturhaube 11 nicht dargestellt.
Bei der Heißlufthaube 11 kann es sich beispielsweise um eine Heißlufthaube gemäß der
EP 0 905 311 A2 handeln. Des Weiteren ist eine Frischdampfnetzleitung 12 gezeigt, die das Frischdampfnetz
darstellen soll, aus dem der Yankee-Zylinder 10 mit Dampf versorgt wird. Das Frischdampfnetz
12 stellt dabei Frischdampf mit einem Druck von ungefähr 13 bar zur Verfügung. Das
Frischdampfnetz 12 und der Yankee-Zylinder 10 sind über eine Versorgungsleitung 13
miteinander verbunden. In der Versorgungsleitung 13 findet eine Druckreduzierung über
eine Expansionseinrichtung 14 statt. Der mit einem Druck von 6-8 bar dem Yankee-Zylinder
10 zugeführte Dampf beheizt den Yankee-Zylinder 10, so dass die um die Außenfläche
bzw. einen Teil der Außenfläche des Yankee-Zylinders 10 geführte (nicht dargestellte)
Tissuepapierbahn durch Wärmeleitung getrocknet wird.
[0026] Entlang eines Teilbereichs der Außenfläche des Yankee-Zylinders 10 ist darüber hinaus
eine sog. Hochtemperaturheißlufthaube 11 angeordnet, die bei der dargestellten Ausführungsform
heiße Luft in einem Temperaturbereich von derzeit maximal 650°C auf die der Außenfläche
des Yankee-Zylinders 10 entgegengesetzte Seite auf die Tissuepapierbahn bläst, wodurch
diese mittels Konvektion getrocknet wird. Nach dem Auftreffen auf die Tissuepapierbahn
wird die heiße Luft über (nicht dargestellte) Abluftkanäle der Heißlufthaube 11 abgeführt,
wozu am Ende einer Abluftleitung 15 ein Gebläse 16 angeordnet ist. Die Abluft wird
über eine Abluftleitung 15 über einen Bypass 40 mit einer Klappe 42, um den Bypass
zu öffnen oder zu schließen, über das Gebläse 16 zur Warmwassererzeugung, zum Beheizen
der Maschinenhalle, in der die Papiermaschine steht, zur Frischluftvorwärmung oder
zu weiteren Wärmerückgewinnungsmaßnahmen durch das Gebläse 16 abgeleitet. Alternativ
und gemäß der vorliegenden Erfindung kann die Abluft über die Abluftleitung 15 bei
geöffneter Klappe 43 über die Leitung 41 durch einen in die Abluftleitung 15 integrierten
Wärmetauscher 38 strömen bevor sie über das Gebläse 16 den erwähnten Wärmerückgewinnungsmaßnahmen
zugeführt wird. Bei dem Wärmetauscher 38 kann es sich um einen herkömmlichen Röhrenwärmetauscher
handeln.
[0027] Beim Beheizen des Yankee-Zylinders 10 kondensiert der Dampf und Kondensat, welches
sich im Bereich der Sattdampftemperatur befindet, wird in einem Druckbereich zwischen
ungefähr 5-6 bar aus dem Yankee-Zylinder 10 abgeführt. Hierfür ist eine Kondensatleitung
17 vorgesehen. Die Kondensatleitung 17 mündet in einen ersten Kondensatabscheider
18, in dem Kondensat von Dampf getrennt wird. Der obere Bereich des Kondensatabscheiders
18 ist ferner über eine Leitung 19 mit einem Thermokompressor 20 (Strahlpumpe) verbunden,
die über eine Leitung 21 und ein Ventil 23 mit der Frischdampfnetzleitung 12 in Fluidverbindung
gebracht werden kann. Dadurch wird der Dampf, der sich in dem ersten Kondensatabscheider
18 in einem Druckbereich zwischen 5-6 bar und bei einer Temperatur von ca. 150°C bis
160°C befindet, über den Thermokompressor 20 angesaugt und über die Versorgungsleitung
13 wieder dem Yankee-Zylinder 10 zugeführt. Im unteren Bereich des ersten Kondensatabscheiders
18 sammelt sich das Kondensat 22 (Brüdenwasser), d. h. Wasser, das sich im Wesentlichen
in der Nähe der Sattdampf temperatur befindet. Das Kondensat wird über eine Expansionseinrichtung
(26) einem Sammelbehälter (nicht dargestellt) zugeführt. Darüber hinaus ist der untere
Bereich des ersten Kondensatabscheiders 18 zur Abfuhr des Kondensats 22 mit einer
ersten Rückführleitung 25 verbunden. Über ein Ventil 27 kann das Kondensat 22 im ersten
Kondensatabscheider 18 in die erste Rückführleitung 25 einströmen. Dem Ventil 27 nachgeschaltet
ist eine erste Pumpe 28 angeordnet (erste Druckstufe). Die Pumpe 28 führt zu einer
Verdichtung des Kondensats 22 auf einen Druck von ungefähr 13,5 bar und fördert das
Kondensat zu einem zweiten Kondensatabscheider 29. Am Eintritt des zweiten Kondensatabscheiders
29 hat das Kondensat etwa einen Druck von 13 bar und eine Temperatur zwischen ungefähr
150°C und 160°C. Im zweiten Kondensatabscheider 29 herrscht jedoch (wie später beschrieben)
eine Temperatur von ca. 180 bis 190°C. Aufgrund des Temperaturunterschiedes zwischen
dem eingebrachten Kondensat und dem Medium im zweiten Kondensatabscheider 29 wird
das Kondensat aus der Rückführleitung 25 über einen Diffusor 30 in den zweiten Kondensatabscheider
29 eingebracht. Im unteren Abschnitt des zweiten Kondensatabscheiders 29 sammelt sich
im Wesentlichen flüssiges Kondensat 31. Der untere Bereich des zweiten Kondensatabscheiders
29 ist mit einer zweiten Rückführleitung 33 verbunden. Dem Kondensatabscheider 29
nachgeschaltet ist eine zweite Pumpe 34 (zweite Druckstufe) angeordnet. Die zweite
Pumpe 34 komprimiert das Kondensat 31 aus dem zweiten Kondensatabscheider 29 auf einen
Druck von ca. 25 bar.
[0028] Das komprimierte Kondensat, das sich der Pumpe 34 nachgeschaltet etwa in einem Temperaturbereich
von ungefähr 180°C bis 190°C befindet, strömt durch den Wärmetauscher 38. Dabei wird
Energie von der Abluft in der Abluftleitung 15 auf das Kondensat in der Rückführleitung
33 übertragen und das Kondensat erwärmt. Dabei ist der Druck des Kondensats derart
hoch gewählt, dass bei der Erwärmung des Kondensats keine Verdampfung des Kondensats
und insbesondere keine Dampfblasen entstehen. Dem Wärmetauscher 38 nachgeschaltet,
hat das Kondensat etwa eine Temperatur von 209°C bei einem Druck von 25 bar. Des Weiteren
ist in der Rückführleitung 33, dem Wärmetauscher 38 nachgeschaltet ein Expansionsventil
35 vorgesehen. An dem Expansionsventil 35 wird ein Teil des Kondensats von 25 bar
auf ca. 13,5 bar expandiert, wodurch das Kondensat schlagartig verdampft und eine
Temperaturreduzierung auf Sattdampftemperatur stattfindet. Im Anschluss an das Expansionsventil
35 (Expansionseinrichtung) mündet die zweite Rückführleitung 33 in den zweiten Kondensatabscheider
29 bevorzugterweise in einen oberen Bereich davon. Im Bereich des zweiten Kondensatabscheiders
29 befindet sich folglich aus dem Kondensat erzeugter Dampf in einem Druckbereich
zwischen 13-14 bar und bei einer Temperatur von ca. 180-190°C.
[0029] Mit dem oberen Bereich des zweiten Kondensatabscheiders 36 ist eine Rückspeiseleitung
verbunden, die über ein Ventil 37 mit der Frischdampfnetzleitung 12 in Fluidverbindung
bringbar bzw. verbunden ist. Bei geöffnetem Ventil 37 wird der erzeugte Dampf aus
dem zweiten Kondensatabscheider 29 in das Frischdampfnetz bzw. die Frischdampfnetzleitung
zurückgespeist, wobei der Druck des Dampfes in etwa dem Druck des Frischdampfnetzes
entspricht.
[0030] Die Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung und damit das erfindungsgemäße Verfahren
wird im Folgenden erläutert.
[0031] Der zur Trocknung der (nicht dargestellten) Tissuepapierbahn genutzte, im Yankee-Zylinder
10 kondensierte Wasserdampf wird in Form von, um die Sattdampftemperatur vorliegendem
Brüdenwasser (Kondensat) über die Kondensatleitung 17 aus dem Yankee-Zylinder 10 und
in einem Druckbereich zwischen 5-6 bar abgeführt. Das Kondensat wird einem ersten
Kondensatabscheider 18 zugeführt. Dort findet eine erste Trennung zwischen Dampf-
und Flüssigphase statt. Das flüssige Wasser (Kondensat) 22 sammelt sich im unteren
Bereich des ersten Kondensatbehälters 18 und wird bei geöffnetem Ventil 27 über die
erste Rückführleitung 25 durch die erste Pumpe 28 (erste Druckstufe) auf ungefähr
13,5 bar komprimiert und zu dem zweiten Kondensatabscheider 29 gefördert. Das Kondensat
wird dann über einen Diffusor 30 in den zweiten Kondensatabscheider 29 eingespeist,
wo erneut eine Trennung zwischen Dampf- und Flüssigphase stattfindet. Das flüssige
Kondensat 31, das sich im unteren Bereich des zweiten Kondensatabscheiders 29 sammelt,
wird über das Ventil 32 durch die zweite Pumpe 34 in der zweiten Rückführleitung 33
von dem im zweiten Kondensatabscheider 29 herrschenden Druck zwischen 13-14 bar auf
25 bar komprimiert und mit einer Temperatur von ca. 180°C in den Wärmetauscher 38
geführt. Am Austritt des Wärmetauschers 38 weist das Kondensat noch immer einen Druck
von 25 bar jedoch eine deutlich höhere Temperatur von ca. 209°C auf. Dabei strömt
Abluft der Heißlufthaube mit einer Temperatur von maximal 500°C durch den Wärmetauscher
38 und erwärmt dabei das Kondensat von der Ausgangstemperatur von 180°C auf ca. 209°C.
Durch die Expansionseinrichtung in Form des Expansionsventils 35 wird das Druckniveau
des erwärmten Kondensats schlagartig von 25 bar auf 13,5 bar reduziert, wodurch sich
gleichfalls eine Temperaturabsenkung auf Sattdampftemperatur ergibt. Durch diese Druckreduzierung
verdampft das Kondensat schlagartig, so dass das Kondensat in die Dampfphase übergeht.
Der Dampf wird über die Rückführleitung 33 in den zweiten Kondensatabscheider 29 abgeführt
und kann von dort über die Rückspeiseleitung 36 bei geöffnetem Ventil 37 in das Frischdampfnetz
zurückgespeist werden. Durch die zwei Druckstufen insbesondere die zweite Druckstufe
mit einer Druckerhöhung auf 25 bar wird die Siedetemperatur des Kondensats merklich
heraufgesetzt, so dass ansonsten etwaig in dem Kondensat enthaltene Dampfblasen vermieden
werden. Dadurch kann der Wärmeübergang von der Abluft auf das Kondensat im Wärmetauscher
38 effizienter gestaltet werden. Dadurch kann eine effizientere Ausnutzung des Energiegehalts
der Abluft erzielt werden.
[0032] Durch das erfindungsgemäße System ist es bei einer Papiermaschine mit einem Dampfverbrauch
zwischen 7-9 Tonnen pro Stunde möglich 1-3 Tonnen Dampf pro Stunde in das Frischdampfnetz
12 zurückzuführen. Dadurch ist der tatsächliche Frischdampfbedarf aus dem Netz um
1-3 Tonen reduziert, wodurch die Kosten für den Frischdampf erheblich (bis zu 1/3)
gesenkt werden können. Darüber hinaus ist die Rückspeisung in das Frischdampfnetz
aus regelungstechnischen Gesichtspunkten besonders vorteilhaft, da es zu keinen Bedarfsschwankungen
kommt. Das Frischdampfnetz, das Frischdampf in einer Menge von mindestens 20 Tonnen
zur Verfügung stellt, bildet einen großen Puffer und kann die rückgespeisten 1-3 Tonnen
ohne regelungstechnische Probleme abpuffern. Damit kann es zu keiner Überversorgung
des Yankee-Zylinders mit Dampf und damit zu einer zu großen Temperaturerhöhung bzw.
Schwankungen kommen. Ist die Außenfläche des Yankee-Zylinders zu heiß, ergibt sich
die Problematik, dass aufgrund der Feuchtigkeit der Tissuepapierbahn Dampfblasen entstehen
und das Papier vom Yankee-Zylinder abhebt. Variiert das Temperaturprofil am Yankeezylinder
um mehr als 10°C, ist mit erheblichen Produktionsproblemen zu rechnen. Daraus resultieren
Qualitätsschwankungen in der Papierbahn, die unerwünscht sind, jedoch durch eine instabile
Trocknung entstehen. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das entsprechende
Verfahren kann eine "Überhitzung bzw. Temperaturschwankungen" des Yankee-Zylinders
mit den damit erwähnten verbundenen Problemen vermieden werden. Die vorhandene Energie
wird ins Netz zurückgespeist und ist damit aus dem Regelkreis zunächst entfernt.
[0033] Als weiterer Vorteil kann durch die Kondensatrückführ- und Dampfgewinnung die Menge
an Kondensat, die über die Leitung 24 und 26 in den Kondensatsammelbehälter abzuführen
ist, ebenfalls um 1-3 Tonnen reduziert werden. Die reduzierte Kühlwassermenge führt
ebenso zu einer Reduzierung der Produktionskosten.
[0034] Damit stellt das vorliegende System einen erheblichen Vorteil gegenüber dem Stand
der Technik dar.
[0035] Alternativ zu der in Bezug auf Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform ist es jedoch
auch denkbar die Vorrichtung gemäß der Ausgestaltung in Fig. 2 vorzunehmen. Hierbei
sind gleiche Teile oder vergleichbare Elemente mit den gleichen Bezugsziffern gekennzeichnet
und auf eine erneute Beschreibung wird verzichtet.
[0036] Im Wesentlichen unterscheidet sich die Ausgestaltung in Fig. 2 von der in Fig. 1
dadurch, dass die zweite Druckstufe mit der zweiten Rückführleitung 33 dem Ventil
32 und der Pumpe 34 sowie dem Expansionsventil 35 und dem Wärmetauscher 38 entfällt.
[0037] Stattdessen wird das Kondensat 22 im ersten Kondensatabscheider 18 über die Pumpe
28 und die erste Rückführleitung 25 auf 13 bar verdichtet und über den Diffusor 30
in den zweiten Kondensatabscheider 29 eingespeist. Dort sammelt sich das flüssige
Kondensat im unteren Bereich des zweiten Kondensatabscheiders 29. Vorzugsweise durch
diesen Bereich ist die Abluftleitung 15 in Form eines Röhrenwärmetauschers (Luft -
Wasser) 39 geführt, so dass die Wärme der Abluft in der Abluftleitung 15, die über
das Ventil 43 und die Leitung 41 in die Wendel 39 strömt direkt auf das im zweiten
Kondensatabscheider 29 enthaltene Kondensat 31 übertragen wird und dieses im zweiten
Kondensatabscheider verdampft. Nachfolgend wird die kühlere Abluft über das Gebläse
16 den bereits oben erwähnten anderen Wärmerückgewinnungsmaßnahmen zugeführt. Der
im zweiten Kondensatabscheider 29 erzeugte Dampf wird wiederum über die Rückspeiseleitung
36 bei geöffnetem Ventil 37 in die Frischdampfnetzleitung 12 und damit in das Frischdampfnetz
zurückgespeist.
[0038] Der Vorteil dieser Ausgestaltung ist, dass auf die zweite Druckstufe und deren Element
verzichtet werden kann, wodurch sich die Investitionskosten ggf. vermindern lassen.
Der Aufbau der Vorrichtung ist damit konstruktiv deutlich einfacher. Nachteilig an
dieser Ausgestaltung gegenüber der Ausgestaltung in Fig. 1 ist jedoch, dass der zweite
Kondensatabscheider 29 an oberster Position, sprich direkt unter oder auf dem Hallendach
der Maschinenhalle, die die Papiermaschine aufnimmt, vorzusehen ist. Ein derartiger
Behälter hat jedoch große Außendimensionen und ein Gewicht zwischen ungefähr 30-50
Tonnen, wodurch sich bautechnische Probleme ergeben können.
[0039] Ansonsten bietet die zweite Ausführungsform die gleichen Vorteile wie die unter Bezugnahme
auf Fig. 1 erläuterten.
[0040] Neben den oben beschriebenen Ausführungsformen sind selbstverständlich auch andere
Ausgestaltungen und/oder Kombinationen der Ausführungsformen denkbar. So könnte beispielsweise
die Abluft aus Fig. 1, die den Wärmetauscher 38 verlässt, nachfolgend durch den zweiten
Kondensatabscheider 29 geführt werden, um dort das Kondensat bereits vorzuwärmen.
Auch könnten andere Abwärmequellen aus der Papiermaschine beispielsweise dazu genutzt
werden das Kondensat an der einen oder anderen Stelle (erster oder zweiter Kondensatabscheider
oder einer anderen Stelle) vorzuwärmen. Der Fachmann erkennt angesichts der obigen
Ausführungen, dass verschiedenartige Abwandlungen und Modifikationen der dargestellten
Ausführungsformen denkbar und umsetzbar sind, ohne vom Grundgedanken der vorliegenden
Erfindung abzuweichen, wie er in den folgenden Patentansprüchen definiert ist.
1. Vorrichtung zum Trocknen einer Tissuepapierbahn, umfassend
einen beheizbaren Zylinder (10);
eine Versorgungsleitung (13), die zur Beheizung des Zylinders mit Dampf mit dem Zylinder
verbunden und mit einem Frischdampfnetz (12) verbindbar ist;
eine Kondensatleitung (17) zur Entnahme von Kondensat aus dem Zylinder;
eine Heißlufthaube (11) am Außenumfang des Zylinders, um Heißluft in Richtung des
Außenumfangs zu strömen;
eine mit der Heißlufthaube verbundene Abluftleitung (15) zum Abführen der Abluft aus
der Heißlufthaube; und
eine Verdampfungseinrichtung zur wenigstens teilweisen Verdampfung des Kondensats
mit einer Energietransfereinrichtung (38 oder 39), um Energie der Abluft in der Abluftleitung,
der ersten Druckstufe nächgeschaltet, auf das Kondensat zu transferieren; gekennzeichnet durch
eine erste Druckstufe (28), die ausgestaltet ist, um Kondensat aus dem Zylinder auf
im Wesentlichen ein erstes Druckniveau zu verdichten, wobei das Frischdampfnetz wenigstens
zwei Verbraucher mit Frischdampf auf dem ersten Druckniveau versorgt; und
eine Rückspeiseleitung (36), die mit dem Frischdampfnetz verbindbar ist, um aus dem
Kondensat erzeugten Dampf in das Frischdampfnetz zurückzuspeisen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Verdampfungseinrichtung ferner umfasst:
eine zweite Druckstufe (34), die ausgestaltet ist, um das Kondensat von dem ersten
Druckniveau auf ein zweites Druckniveau zu verdichten, wobei die Energietransfereinrichtung
durch einen in der Abluftleitung angeordneten Wärmetauscher (38) gebildet ist, der
der zweiten Druckstufe nachgeschaltet ist, um das auf das zweite Druckniveau verdichtete
Kondensat zu erwärmen; und
eine dritte Druckstufe (35), die ausgestaltet ist, um das erwärmte Kondensat von dem
zweiten Druckniveau auf im Wesentlichen das erste Druckniveau zu expandieren und zu
verdampfen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, ferner umfassend:
einen ersten Kondensatabscheider (18), der mit der Kondensatleitung (17) in Verbindung
steht,
eine mit dem ersten Kondensatabscheider verbundene, erste Rückführleitung (25), wobei
die erste Druckstufe durch eine erste Pumpe (28) in der ersten Rückführleitung gebildet
ist,
einen zweiten Kondensatabscheider (29), der, vorzugsweise über einen Diffusor (30),
mit der ersten Rückführleitung in Verbindung steht und über einen Röhrentauscher (39)
mit der heißen Abluft beheizt wird, wobei der im Kondensatabscheider entstehende Dampf
über das Regelventil (37) an das Dampfnetz (12) abgegeben wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, ferner umfassend:
eine mit dem zweiten Kondensatabscheider verbundene, zweite Rückführleitung (33),
wobei die zweite Druckstufe durch eine zweite Pumpe (34) in der zweiten Rückführleitung
gebildet ist und der Wärmetauscher (38) in der zweiten Rückführleitung der zweiten
Pumpe nachgeschaltet integriert ist,
wobei die dritte Druckstufe durch eine dem Wärmetauscher nachgeschaltet angeordnete
Expansionseinrichtung (35), insbesondere ein Expansionsventil, in der zweiten Rückführleitung
gebildet ist, die zweite Rückführleitung der Expansionseinrichtung nachgeschaltet
mit dem zweiten Kondensatabscheider in Verbindung steht, wobei die Rückspeiseleitung
mit dem zweiten Kondensatabscheider in Verbindung steht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der das zweite Druckniveau in einem
Bereich von 23-27 bar, vorzugsweise 24-26 bar, am meisten bevorzugt 25 bar liegt.
6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der das erste Druckniveau in
einem Bereich von 10-15 bar, vorzugsweise 13-14 bar, am meisten bevorzugt 13 bar liegt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 6, bei der die Energietransfereinrichtung
einen Kondensatabscheider (29) umfasst, durch den die Abluftleitung (39) verläuft.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Heißlufthaube ausgestaltet
ist, um Heißluft mit einer Temperatur von mehr als 530°C in Richtung des Außenumfangs
zu strömen.
9. Verfahren zur Dampfrückgewinnung beim Trocknen einer Tissuepapierbahn mit einem aus
einem Frischdampfnetz (12) gespeisten Zylinder (10) und einer Heißlufthaube (11),
die Heißluft auf die Tissuepapierbahn strömt, umfassend die Schritte:
Entnehmen von Kondensat aus dem Zylinder;
Erwärmen des Kondensats durch Wärmetausch mit der Abluft aus der Heißlufthaube; und
Verdampfen des Kondensats; gekennzeichnet durch
Verdichten des Kondensats auf ein erstes Druckniveau im Wesentlichen entsprechend
dem des Frischdampfnetzes; und
Einspeisen des erzeugten Dampfes in das Frischdampfnetz.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das Kondensat nach der Verdichtung auf das erste
Druckniveau und vor der Erwärmung des Kondensats mit Abluft aus der Heißlufthaube
auf ein zweites Druckniveau verdichtet wird und bei dem das Kondensat zur Verdampfung
nach der Erwärmung des Kondensats mit Abluft aus der Heißlufthaube auf im Wesentlichen
das erste Druckniveau entspannt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem das zweite Druckniveau in einem Bereich von 23-27
bar, vorzugsweise 24-26 bar, am meisten bevorzugt 25 bar liegt.
12. Verfahren nach einem Ansprüche 9 bis 11, bei dem das erste Druckniveau in einem Bereich
von 10-15 bar, vorzugsweise 13-14 bar, am meisten bevorzugt 13 bar liegt.
13. Verfahren nach einem Ansprüche 9 bis 12, bei dem die Abluft eine Temperatur von mehr
als 350°C aufweist.
1. Apparatus for drying a web of tissue paper, comprising
a heatable cylinder (10);
a supply pipe (13) which is connected to the cylinder for heating the cylinder with
steam and can be connected to a fresh steam network (12);
a condensate pipe (17) for the removal of condensate from the cylinder;
a hot air hood (11) at the outer circumference of the cylinder to let hot air flow
in the direction of the outer circumference;
a waste air pipe (15) connected to the hot air hood for conducting the waste air out
of the hot air hood; and
an evaporation device for at least partial evaporation of the condensate, having an
energy transfer device (38 or 39) for transferring energy from the waste air in the
waste air pipe, mounted behind the first pressure stage, to the condensate; characterised by
a first pressure stage (28) which is designed to compress condensate from the cylinder
to substantially a first pressure level, wherein the fresh steam network supplies
at least two loads with fresh steam at the first pressure level; and
a feedback pipe (36) which can be connected to the fresh steam network for feeding
steam generated from the condensate back to the fresh steam network.
2. Apparatus according to claim 1, in which the evaporation device further comprises:
a second pressure level (34) which is designed to compress the condensate from the
first pressure level to a second pressure level, wherein the energy transfer device
is formed by a heat exchanger (38) which is arranged in the waste air pipe and which
is mounted behind the second pressure stage for heating the condensate which has been
compressed to the second pressure level; and
a third pressure stage (35) which is designed to expand the heated condensate from
the second pressure level to substantially the first pressure level and evaporate
it.
3. Apparatus according to claim 2, further comprising:
a first condensate separator (18) which is connected to the condensate pipe (17),
a first return pipe (25) connected to the first condensate separator, wherein the
first pressure stage is formed by a first pump (28) in the first return pipe,
a second condensate separator (29) which is connected to the first return pipe, preferably
via a diffuser (30), and heated with the hot waste air via a tube-type exchanger (39),
wherein the steam produced in the condensate separator is discharged via the regulating
valve (37) to the steam network (12).
4. Apparatus according to claim 2 or 3, further comprising:
a second return pipe (33) connected to the second condensate separator, wherein the
second pressure stage is formed by a second pump (34) in the second return pipe and
the heat exchanger (38) is integrated in the second return pipe, mounted behind the
second pump,
wherein the third pressure stage is formed by an expansion device (35), in particular
an expansion valve, behind the heat exchanger in the second return pipe, the second
return pipe is connected to the second condensate separator, behind the expansion
device, wherein the feedback pipe is connected to the second condensate separator.
5. Apparatus according to any of claims 2 to 4, in which the second pressure level is
within a range of 23-27 bars, preferably 24-26 bars, most preferably 25 bars.
6. Apparatus according to any of the preceding claims, in which the first pressure level
is within a range of 10-15 bars, preferably 13-14 bars, most preferably 13 bars.
7. Apparatus according to either of claims 1 or 6, in which the energy transfer device
comprises a condensate separator (29) through which passes the waste air pipe (39).
8. Apparatus according to any of the preceding claims, in which the hot air hood is designed
to let hot air flow at a temperature of more than 530°C in the direction of the outer
circumference.
9. Method for steam recovery during the drying of a web of tissue paper with a cylinder
(10) supplied from a fresh steam network (12) and a hot air hood (11 ) which lets
hot air flow onto the web of tissue paper, comprising the steps of:
removing condensate from the cylinder;
heating the condensate by heat exchange with the waste air from the hot air hood;
and
evaporating the condensate; characterised by
compressing the condensate to a first pressure level substantially corresponding to
that of the fresh steam network; and
feeding the steam generated to the fresh steam network.
10. Method according to claim 9, in which the condensate, after compression to the first
pressure level and before heating of the condensate with waste air from the hot air
hood, is compressed to a second pressure level and in which, after heating of the
condensate with waste air from the hot air hood, the condensate is relieved of pressure
to substantially the first pressure level for evaporation.
11. Method according to claim 10, in which the second pressure level is within a range
of 23-27 bars, preferably 24-26 bars, most preferably 25 bars.
12. Method according to any of claims 9 to 11, in which the first pressure level is within
a range of 10-15 bars, preferably 13-14 bars, most preferably 13 bars.
13. Method according to any of claims 9 to 12, in which the waste air has a temperature
of more than 350°C.
1. Dispositif de séchage d'une bande continue de papier tissu ; comprenant :
un cylindre chauffable (10),
un conduit d'alimentation (13) qui est connecté au cylindre en vue du chauffage du
cylindre au moyen de vapeur et qui peut être relié à un circuit de vapeur fraîche
(12),
un conduit de condensat (17) destiné au prélèvement de condensat à partir du cylindre,
un capotage d'air chaud (11) disposé sur le pourtour extérieur du cylindre destiné
à faire s'écouler de l'air chaud en direction du pourtour extérieur,
un conduit d'évacuation (15) connecté au capotage d'air chaud, destiné à évacuer l'air
du capotage d'air chaud, et
un dispositif de vaporisation destiné à la vaporisation au moins partielle du condensat
au moyen d'un dispositif (38 ou 39) de transfert d'énergie, destiné à transférer au
condensat de l'énergie provenant de l'air évacué dans le conduit d'évacuation d'air,
monté en aval du premier étage de pression, caractérisé par
un premier étage de pression (28) qui est configuré en vue de comprimer du condensat
provenant du cylindre jusqu'à essentiellement un premier niveau de pression, le réseau
de vapeur fraîche alimentant au moins deux dispositifs utilisateurs en vapeur fraîche
au premier niveau de pression ; et
un conduit de recyclage (36) qui peut être connecté au réseau de vapeur fraîche en
vue de recycler dans le réseau de vapeur fraîche la vapeur produite à partir du condensat.
2. Dispositif selon la revendication 1 dans lequel le dispositif de vaporisation comprend
en outre :
un deuxième étage de pression (34) qui est configuré en vue de comprimer le condensat
du premier niveau de pression jusqu'à un deuxième niveau de pression, le dispositif
de transfert d'énergie étant constitué d'un échangeur de chaleur (38) disposé dans
le conduit d'évacuation d'air qui est monté en aval du deuxième étage de pression,
en vue de réchauffer le condensat comprimé jusqu'au deuxième étage de pression, et
une troisième étage de pression (35) qui est configuré en vue de faire s'expanser
le condensat réchauffé depuis le deuxième niveau de pression jusqu'à essentiellement
le premier niveau de pression et de provoquer sa vaporisation.
3. Dispositif selon la revendication 2 comprenant en outre :
un premier séparateur de condensat (18) qui est connecté au conduit de condensat (17),
un premier conduit de recyclage (25) connecté au premier séparateur de condensat,
le premier étage de pression étant constitué d'une première pompe (28) installée dans
le premier conduit de recyclage,
un deuxième séparateur de condensat (29) qui est connecté au premier conduit de recyclage
de préférence par l'intermédiaire d'un diffuseur (30) et qui est chauffé au moyen
d'air chaud par l'intermédiaire d'un échangeur à tubes (39), la vapeur qui se forme
dans le séparateur de condensat étant délivrée au réseau de vapeur (12) par l'intermédiaire
de la valve de régulation (37).
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, comprenant en outre :
un deuxième conduit de recyclage (33) connecté au deuxième séparateur de condensat,
le deuxième étage de pression étant constitué d'une deuxième pompe (34) montée dans
le deuxième conduit de recyclage et l'échangeur de chaleur (38) étant intégré en étant
monté en aval dans le deuxième conduit de recyclage de la deuxième pompe,
le troisième étage de pression étant constitué d'un dispositif d'expansion (35), en
particulier une soupape d'expansion, disposée en aval de l'échangeur de chaleur, dans
le deuxième conduit de recyclage, le deuxième conduit de recyclage du dispositif d'expansion
étant connecté en aval au deuxième séparateur de condensat, le conduit de recyclage
étant connecté au deuxième séparateur de condensat.
5. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 4 dans lequel le deuxième niveau de
pression se situe dans une plage comprise entre 23 et 27 bars, de préférence entre
24 et 26 bars, le plus préférablement à 25 bars.
6. Dispositif selon l'une des revendications qui précèdent dans lequel le premier niveau
de pression se situe dans une plage comprise entre 10 et 15 bars, de préférence entre
13 et 14 bars, le plus préférablement à 13 bars.
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 ou 6 dans lequel le dispositif de transfert
d'énergie comprend un séparateur de condensat (29) dans lequel passe le conduit d'évacuation
d'air (39).
8. Dispositif selon l'une des revendications qui précèdent dans lequel le capotage pour
air chaud est configuré de manière à faire s'écouler de l'air chaud à une température
supérieure à 530°C en direction du pourtour extérieur.
9. Procédé de récupération de vapeur lors du séchage d'une bande continue de papier tissu
au moyen d'un cylindre (10) alimenté à partir d'un réseau de vapeur fraîche (12) et
d'un capotage (11) pour air chaud qui fait s'écouler de l'air chaud sur la bande continue
de papier tissu, comprenant les opérations suivantes :
Prélèvement du condensat à partir du cylindre.
Réchauffage du condensat par échange de chaleur au moyen d'air d'évacuation provenant
du capotage pour air chaud, et
Vaporisation du condensat ; caractérisé par :
la compression du condensat à un premier niveau de pression correspondant essentiellement
à celui du réseau de vapeur fraîche ; et
l'introduction de la vapeur produite dans le réseau de vapeur fraîche.
10. Procédé selon la revendication 9 dans lequel le condensat, après la compression au
premier niveau de pression et avant le réchauffement du condensat au moyen d'air évacué
du capotage pour air chaud, est comprimé à un deuxième niveau de pression et dans
lequel le condensat, en vue de la vaporisation, après le réchauffement du condensat
au moyen d'air évacué provenant du capotage pour air chaud est détendu sensiblement
jusqu'au premier niveau de pression.
11. Procédé selon la revendication 10 dans lequel le deuxième niveau de pression se situe
dans une plage comprise entre 23 et 27 bars, de préférence entre 24 et 26 bars, le
plus préférablement à 25 bars.
12. Procédé selon une des revendications 9 à 11 dans lequel le premier niveau de pression
se situe dans une plage comprise entre 10 et 15 bars, de préférence entre 13 et 14
bars, le plus préférablement à 13 bars.
13. Procédé selon une des revendications 9 à 12, dans lequel l'air évacué présente une
température supérieure à 350°C.