[0001] Die Erfindung geht aus von einer Hochdruckentladungslampe gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0003] Bisher ist dabei eine radiale Gradientenstruktur verwendet worden, bei der der Gradient
monoton sich von der ersten innersten zur letzten äußersten Schicht sich ändert. Damit
wird eine allmähliche Abstufung des thermischen Ausdehnungskoeffizienten im Cermetteil
erreicht, so dass der Sprung im thermischen Ausdehnungskoeffizienten zwischen den
beiden Materialien Keramik des Entladungsgefäßes und Metall der Durchführung so gut
wie möglich abgemildert wird. Derartige graduell abgestufte Schichten können unterschiedlich
dick sein. Sie können mit unterschiedlichen Verfahren hergestellt werden, insbesondere
durch Tauchen, Spritzen, Formgießen. Die einzelnen Schichten können kreiszylindrisch
sein oder das Cermetteil kann auch durch spiraliges Aufwickeln kontinuierlich hergestellt
sein.
Darstellung der Erfindung
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Hochdruckentladungslampe mit
keramischem Entladungsgefäß bereitzustellen, deren Abdichtung auf dem Konzept eines
Gradientencermets beruht und dabei eine ausreichende Lebensdauer für die Anwendung
in der Allgemeinbeleuchtung verspricht.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.
[0006] Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.
[0007] Die Verschlusstechnik in Hg-Hochdruckentladungslampen mit keramischem Entladungsgefäß,
insbesondere mit aggressiver Metallhalogenid-Füllung, stellt aufgrund der unterschiedlichen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten der Einzelkomponenten noch immer ein nicht befriedigend
gelöstes Problem dar.
[0008] Dabei kommt es vor allem im Bereich der elektrischen Anschlüsse zur Bildung von Rissen,
da die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten während des Erwärmens
und wieder Abkühlens bei den Einschalt- und Ausschaltvorgängen zu weit auseinanderliegen.
Das für das Entladungsgefäß meist verwendete Al
2O
3 hat einen typischen thermischen Ausdehnungskoeffizienten von 8,3 x 10
-6 K
-1, übliche Cermetteile weisen einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten von 6 bis
7 x 10
-6 K
-1 auf. Ein Molybdänstift besitzt etwa einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten von
5 x 10
-6 K
-1.
[0009] Die Verschlusstechnik von keramischen Hochdruckentladungsgefäßen weist ein charakteristisches
Problem auf, nämlich dort wo das Elektrodendurchführungssystem als Elektrodenschaft
durch die Keramikkapillare in den Entladungsraum eintritt. Dieser Bereich weist einen
Ringspalt auf, der sich entlang des Elektrodenschafts in die Tiefe der Kapillare,
bis hin zum Verschlußlot, erstreckt. Dieser Spalt stellt ein Totvolumen hinter dem
eigentlichen Entladungsraum dar, in dem Teile der Brenner-füllsubstanzen kondensieren
können. Dies wirkt sich nachteilig auf die elektrischen und photometrischen Eigenschaften
sowie die Lebensdauer der Entladungslampe aus. Versuche, diesen Spalt vollständig
zu eliminieren, gibt es nur ansatzweise. Ein erster Ansatz besteht darin, Verschlussstopfen
zu kreieren, bei denen ein cermet-haltiges Anspassungsteil radial auf das Durchführungssystem
aufgebaut wird, ohne dabei einen derartigen Kapillar- oder Ringspalt zu erzeugen.
Solche Stopfen, die aus einem Cermet-Anpassungsteil mit radial orientiertem Materialgradienten
zwischen Stromdurchführung und der Keramik des Entladungsgefäßes aufgebaut sind, weisen
aber i.a. folgende nachteiligen Merkmale auf:
- a) die Abstufung der thermischen Ausdehnungskoeffizienten (TAK) der aufeinander aufgebauten
Schichten ist meist sehr grob;
- b) die Schichten mit unterschiedlichen TAK innerhalb der Gradientenstruktur sind dick,
denn die einzelnen Schichten können nicht dünn genug und in entsprechend großer Anzahl
hergestellt werden
- c) kritische lokale Materialspannungen an Materialübergängen von zu dicken Schichten
mit zu großer Abstufung des TAK können auftreten
- d) die Anbindung des Cermetteils an das Elektrodensystem und die Keramik bereitet
Schwierigkeiten
- e) der gewünschte radiale Materialgradient (MG) kann nicht präzise und reproduzierbar
einem optimalen Gradienten angepasst werden, weil dies herstelltechnisch nicht ohne
weiteres zu realisieren ist.
[0010] Verschlussstopfen (Cermets) mit radial orientiertem Materialgradienten sind in diversen
Patenten beschrieben (s.o.). Alle soweit bekannten radialen Gradientenstrukturen bestehen
aus einer Anordnung von n aneinanderliegenden Schichten mit einem von Schicht zu Schicht
stufenweise sich monoton ändernden thermischen Ausdehnungskoeffizienten TAK. Die Änderung
des Gradienten erfolgt dabei so, dass der TAK von Schicht zu Schicht entweder stets
um einen definierten Betrag erhöht (α
1<α
2<α
3<...α
n) oder verringert wird (α
1>α
2>α
3>...αn), je nach Betrachtungsrichtung. Diese Änderung kann linear oder nicht-linear
sein, die Schichten können auch unterschiedlich dick sein. Solche graduell abgestuften
Schichten können mit verschiedenen Methoden aufeinander aufgetragen werden (z.B. durch
Tauchen, Spritzen, Formgießen, usw.).
[0011] Herstellbarkeit, Präzision, Reproduzierbarkeit und Funktionalität dieser Verbundstruktur
sind schwer zu beherrschen. Herstellaufwand und Schwierigkeitsgrad steigen mit kleiner
werdenden Abstufungen.
[0012] Die neuartige Struktur eines cermet-haltigen Anpassungsteils unterscheidet sich von
der bisherigen grundsätzlich. Der Materialgradient wird beim Cermet erfindungsgemäß
nicht durch eine Abstufung des thermischen Ausdehnungskoeffizienten von Schicht zu
Schicht eingestellt, sondern durch die Dickenänderung von alternierend aufeinander
folgenden Lagen von mindestens zwei Komponenten A und B, die in ihrer Zusammensetzung
vorgegeben sind, mit ihren entsprechenden Ausdehnungskoeffizienten TAK von α
1 und α
2 in der Reihenfolge A/B/A/B/A/B ...usw. Der Materialgradient ist damit allein eine
Funktion der Dickenänderung der einzelnen Lagen A/B, die jeweils als Funktion des
Radius definiert werden können. Diese Funktionen können linear oder nichtlinear durch
jede beliebige mathematische Formulierung beschrieben werden, je nachdem welcher radiale
Gradient (z.B. aus Modellierungen berechnet) gewünscht wird.
[0013] Zur Gewährleistung der Funktionalität der so geschichteten Struktur ist entscheidend,
dass die alternierenden Schichten so dünn dimensioniert sind, dass die Materialspannungen
an den Grenzflächen der mikroskopisch dünnen Schichten unterhalb der kritischen Scherspannung
bleiben. Dadurch können die Schichten nicht voneinander abscheren und delaminieren,
die mechanische Festigkeit zwischen den Schichten und die strukturelle Integrität
der Verbundmatrix bleibt über einen langen Zeitraum bestehen. Der über die Lagendicken
individuell einstellbare radiale Gradient dient letztlich der Anpassung des Cermets
an die Ausdehnungskoeffizienten und Geometriefaktoren der miteinander zu verbindenden
Bauteile. Diese Bauteile sind insbesondere einerseits eine zentrisch liegende Elektrodendurchführung
aus korrosionsbeständigem Metall, hier als Bauteil A zu verstehen, und andererseits
das die Durchführung weiter außen umspannende zylindrische Rohrende des Entladungsgefäßes,
das aus Keramik hergestellt ist. Letzteres ist als Bauteil B zu verstehen.
[0014] Dabei wird als Material A für das Cermet entweder dasselbe Material oder ein vom
thermischen Ausdehnungskoeffizienten her ähnliches Material wie das Bauteil A, konkret:
die Durchführung, verwendet. Dieses Material A schließt an das Bauteil A, hier: die
Durchführung, mit einer Schicht maximaler Dicke DA1 an. Umgekehrt orientiert sich
Material B an Bauteil B. Konkret wird als Material B entweder dasselbe Material wie
die Keramik des Entladungsgefäßes verwendet oder es wird ein vom thermischen Ausdehnungskoeffizienten
her ähnliches Material wie die Keramik des Entladungsgefäßes oder des Abschlussteils
(Stopfen, Kapillare etc.) des Entladungsgefäßes o.ä., generalisiert hier als Material
des Endes des Entladungsgefäßes bezeichnet, verwendet. Dieses Material B schließt
an Bauteil B, also insbesondere das Ende des Entladungsgefäß mit einer Schicht maximaler
Dicke DB1, an.
[0015] Alternativ kann zwischen Bauteil A und der ersten Schicht aus Material A mit maximaler
Dicke noch eine Schicht minimaler Dicke des anderen Materials B eingebracht sein.
Gleiches ist auch am anderen Ende möglich: zwischen Bauteil B und der ersten Schicht
aus Material B mit maximaler Dicke kann noch eine Schicht minimaler Dicke des anderen
Materials A liegen.
[0016] Die maximal dicke Schicht MaxD sollte praktisch gesehen 200 µm Dicke nicht überschreiten,
dies gilt gleichermaßen für MaxDA und MaxDB. Die dünnste Schicht MinD sollte praktisch
gesehen 1 µm Dicke nicht unterschreiten, auch dies gilt gleichermaßen für MinDA und
MinDB. Bevorzugt ist die maximale Schichtdicke höchstens 150 µm.
[0017] Bevorzugt sind insbesondere Werte der Schichten, die zwischen 5 und 100 µm liegen.
Erfindungsgemäβ ist ein symmetrischer Aufbau vorgesehen in dem Sinne, dass auf MaxDA
direkt MinDB folgt und umgekehrt am anderen Ende in Gegenrichtung gilt, dass dort
auf MaxDB direkt MinDA folgt, wobei die Schichtdicken von MaxDA und MaxDB gleich groß
sein können. Das Gleiche gilt für MinDA und MinDB.
[0018] Das Gradientencermet ist bevorzugt aus einer geraden Zahl von Schichten, zumindest
im Schnitt gesehen, aufgebaut, wobei die Schichtdicke bezogen auf die Mitte spiegelsymmetrisch
ist. Diese Bemessung lässt sich sowohl bei axialen als auch bei radialen Gradientencermets
realisieren.
[0019] Um den gewünschten Cermet-Durchmesser und radialen Gradienten zu erreichen, wird
eine entsprechend große Anzahl von dünnen Schichten aufgebaut und zu der gewünschten
Verbundmatrix gesintert. An Schliffen fertig gesinterter Proben werden diese alternierenden,
relativ dünnen, in der Stärke sich ändernden Schichten bzw. Schichtdickenverhältnisse
entlang des Cermet-Radius sichtbar.
[0020] Ein konkreter Schichtenaufbau ist dann so gewählt, dass insbesondere für Material
A gilt: es werden die Dicken MinDA und MaxDA frei gewählt, die Dicke der dazwischenliegenden
Schichten DA nimmt linear zwischen den Extremwerten zu. Gleiches gilt für Material
B, aber gegenläufig.
[0021] Paare von alternierenden Schichten A und B, also beispielsweise MaxDA und MinDB,
sollten dabei jeweils so bemessen sein, dass möglichst gut für ein beliebiges Schichtpaar
n gilt:

[0022] Dieser Summenwert muss aber nicht exakt konstant sein, er sollte bevorzugt um nicht
mehr als 40%, insbesondere höchstens 20%, schwanken, bezogen auf den Mittelwert aller
Paare.
[0023] Die Anwendung des oben beschriebenen Prinzips bietet auch Vorteile, die die Herstellung
des Cermet als solches betreffen:
Da zumindest eine der beiden Lagenkomponenten, A oder B, mit sehr kleinen Anfangs-Schichtstärken
von insbesondere weniger als 5 µm aufgetragen werden kann, eröffnet sich ein großer
Spielraum für Schichtdickenerhöhungen um den Materialgradienten über eine Vielzahl
von stärker werdenden Lagen aufbauen zu können ohne dabei die maximal zulässigen,
spannungskritischen Schichtdicken zu überschreiten.
[0024] Da die Schichten generell dünn aufgetragen werden können, kann ein entsprechend definierte
radiale Gradient in sehr kleine Stufen unterteilt werden.
[0025] Im Falle des einfachen dualen Systems, bestehend aus den Lagenkomponenten A und B,
müssen nur zwei verschiedene Schlicker hergestellt werden, was die Schlickerherstellung
erheblich vereinfacht.
[0026] Das Auftragen von nur zwei verschiedenen Schlickern zu einer Vielzahl von alternierenden
Schichten mit variablen Dicken ist wesentlich einfacher, als die Herstellung und das
Auftragung einer Vielzahl von verschiedenen Schlickern mit ihren jeweiligen anzumischenden
Zusammensetzungen und daraus resultierenden Ausdehnungskoeffizienten.
[0027] Die Schichtkomponenten A/B sind nicht nur auf das als Ausführungsbeispiel angeführte
Stoffsystem Mo/Al
2O
3 beschränkt, sondern können auf beliebige andere ausgeweitet werden, die für die Herstellung
von Cermets für keramische Entladungsgefäße relevant sind. Das System W/Al
2O
3 ist dabei alternativ von besonderem Interesse. Als Keramik eignet sich aber auch
beispielsweise AlN, Aluminiumoxinitrid, Dy203, etc., was entsprechend angepasste Komponenten
A und B bedingt.
[0028] Die Komponenten A/B können auch Mischungen sein, insbesondere können sie in sich
gemischt sein, so dass die Komponente A beispielsweise einen gewissen Anteil der Komponente
B enthält und evtl. umgekehrt. Die Komponente A mit B-Anteil repräsentiert wiederum
den wiederkehrenden TAK α
1, die Komponente B mit A-Anteil den TAK α
2.
[0029] Die Schichtkomponenten A/B können generell aus allen möglichen Stoffzusammensetzungen
bestehen
[0030] Das binäre Schichtensystem A/B kann insbesondere auch erweitert werden zu einem Mehrschichtensystem
durch Hinzuaddieren von weiteren Komponenten, insbesondere mindestens einer weiteren
Komponente C, so dass die Schichtenfolge lautet: A,B,C, .../A,B,C,.../A,B,C, ...,
usw.
[0031] Jede Komponente weist auch hier wieder ihre individuelle Stoffzusammensetzung und
ihren jeweiligen Ausdehnungskoeffizienten auf. Der Gradient wird in einem solchen
erweiterten Stoffsystem ggf. ebenfalls allein durch die Schichtdickenänderung der
einzelnen wiederkehrenden Lagenkomponenten A,B,C, ... definiert. Lage C kann insbesondere
ein Material sein, das Einfluss nimmt auf Kornwachstum, Schichthaftung, etc. insbesondere
kann C hier als MgO ausgeführt sein. Bei einer derartigen Komponente C ist es nicht
unbedingt notwendig, die Schichtdicke zu variieren. Die Dicke der einzelnen Schichten
der Komponente C kann gleich oder ähnlich sein. In diesem Fall ist insbesondere ein
System bevorzugt, bei dem die Dicke von C, hier als DC bezeichnet, höchstens dem 5-fachen
der Dicke der minimalen Schicht der Komponenten A und/oder B entspricht. Eine praktische
Untergrenze einer derartigen Schichtdicke liegt bei wenigen Nanometern, wenn diese
schicht auf eine der Komponenten A oder B aufgesprüht wird.
[0032] Natürlich ist es auch nicht ausgeschlossen, die Komponenten zu wechseln, d.h. dass
beispielsweise ein System verwendet wird, bei dem die Komponente A aus A1203 besteht.
Die Komponente B ist zunächst Mo, aber in einem Teil der Schichten wird W verwendet.
Interessant sind auch Systeme, bei denen Mo allein und/oder teilweiser Zumischung
von Ir bzw. Re, insbesondere als Dotierung, verwendet wird.
[0033] Durch die Variationsmöglichkeiten aus den oben angeführten Ausführungsformen erwächst
die Möglichkeit, die einzelnen Schichtkomponenten so anzupassen, dass Einfluss genommen
werden kann z.B. auf Sinterschrumpfung, Korngrößen, Sinterdichte, mechanische Festigkeit
und andere wichtigen Eigenschaften des Cermet-Stopfens.
[0034] Das nach obigem Prinzip herstellbare Cermet-Anpassungsteil hat weitere Vorteile,
die die Anpassung an das Elektrodendurchführungssystem und das Entladungsgefäß betreffen.
Es kann axial oder radial konstruiert sein.
[0035] Das Cermet kann radial aufgebaut werden auf ein zentrisch liegendes Stromdurchführungssystem
wie z.B. ein Metallrohr oder einen Metallstab oder Stift aus leitendem Cermet oder
auch auf ein entsprechendes teilgesintertes Gebilde oder auch auf ein entsprechendes
fertig gesintertes Gebilde oder auch auf ein entsprechendes noch nicht gesintertes
("grünes") Gebilde.
[0036] Das Cermet kann außerdem so auf das Durchführungssystem aufgebaut und gesintert werden,
dass entlang der Kontaktfläche kein Spalt entsteht, so dass das Elektrodensystem erstmals
völlig spaltfrei aus dem Material des Cermet-Stopfen hervortritt, auch wenn ein radiales
Gradientencermet gewählt ist.
[0037] Insbesondere kann das Cermetteil um den Punkt des Elektrodensystemaustritts herum
frei geformt werden, so dass die Durchführung zum Beispiel aus einer planen Stirnfläche
hervortritt oder auch aus einer Wölbung nach innen oder außen oder auch aus einem
nach innen oder außen geformten Trichter.
[0038] Diese Freiformung gilt sowohl für die eine axial gesehen innere als auch die zweite
axial gesehen äußere Seite der Elektrodensystemdurchführung.
[0039] Die Freiformung des Cermets bietet die Möglichkeit, die Stopfengeometrie zwischen
Elektrodenschaft und Brennerwand optimal zu gestalten. Die Formgebung kann dabei am
grünen Cermetteil oder auch am fertig gesinterten Cermetteil erfolgen, beispielsweise
durch Schaben oder Schleifen.
[0040] Das Cermetteil kann so beschaffen sein, dass es insbesondere in das Entladungsgefäß
eingesintert werden kann oder insbesondere in das Entladungsgefäß mit einem entsprechenden
Hochtemperaturlot eingelötet werden kann, wie letzteres allgemein bekannt ist.
[0041] Der überragende Vorteil dieses neuartigen Konzepts besteht darin, dass damit eine
absolut spaltfreie Elektrodensystemdurchführung geschaffen werden kann. Dies bewirkt
eine signifikante Verbesserung der elektrischen und photometrischen Eigenschaften,
die bisher ein systemimmanentes Problem darstellten, sowie außerdem eine Erhöhung
der Lebensdauer von keramischen Hochdruckentladungsgefäßen.
[0042] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist das Abdichtungssystem so aufgebaut, dass
ein keramisches Entladungsgefäß mit Kapillarenden verwendet wird. Daran schließt sich
ein rohrartiges Cermetteil (Cermetrohr) mit axialem Gradienten an, der etwa gleichen
Innendurchmesser und Außendurchmesser wie die Kapillare besitzt. Die Anbindung des
Cermetrohrs an das Ende der Kapillare erfolgt über ein Glaslot, das etwa bei 1500
bis 1700 °C schmilzt und dabei eine feste Grenzflächenverbindung ermöglicht. Alternativ
erfolgt die Anbindung durch Versintern mittels eines feinkörnigen sinteraktiven Al
2O
3-Pulvers. Auf dem Cermetrohr sitzt eine Abdeckkappe aus Molybdän mit zentraler Bohrung.
Als Durchführungsteil wird zumindest am äußeren Ende ein Stift aus Molybdän verwendet.
Er hat typisch einen Durchmesser im Bereich 0,6 bis 1,2 mm. Für den Verschluss wird
der Stift aus Molybdän mit der Abdeckkappe verschweißt. Die Anbindung der Abdeckkappe
an das Cermetrohr erfolgt über eine Verlötung mittels metallbasiertem Lot. Bevorzugt
wird ein Platinlot verwendet. Alternativ kann auch eine sinterkative Verbindung gewählt
werden.
[0043] Das Problem der sprunghaft sich ändernden thermischen Ausdehnungskoeffizienten von
Kapillare, Cermetrohr und Abdeckkappe wird durch Verwendung eines Cermetrohrs gelöst,
das eine Vielzahl von Schichten verwendet. Statt bisher etwa 10 Schichten werden erstmals
mindestens 50 dünne Schichten verwendet, bevorzugt mindestens 100 Schichten, typisch
bis zu 200 Schichten. Möglich wird dies durch eine Multilagentechnologie für die Herstellung
dünner Folien von typisch 20 bis 100 µm Tapestärke.
[0044] Das als Anpassungsteil fungierende Cermetrohr besteht aus Mo-Al
2O
3-Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung.
[0045] Auf die Stirnfläche des Kapillarenendes wird eine erste Schicht des Cermetrohrs aufgesetzt,
die reich an Al
2O
3 und arm an Mo ist. Typisch ist ein Volumenverhältnis von 90/10 bis 98/2 zwischen
Al
2O
3 und Mo. Es kann aber auch reines Al
2O
3 in der ersten Schicht verwendet werden. Die zweite Schicht ist reich an Mo, mit typisch
95 Vol.-% Mo-Anteil.
[0046] Das Cermetrohr ist graduiert aufgebaut bei wechselnder Dicke der einzelnen Schichten,
wobei der Anteil des Mo abwechselt von Schicht zu Schicht. An der Mo-reichen letzten
Schicht wird schließlich die Abdeckkappe angelötet. In einer Ausführungsform wird
eine separate erste und letzte Schicht bereitgestellt, zwischen denen das Anpassungsteil
eingepasst ist, wobei diese extra Schichten insbesondere deutlich dicker als die Zwischenschichten
des Anpassungsteils ausgeführt sind um die mechanische Haltbarkeit zu verbessern.
[0047] Die Herstellung des gradierten Cermetrohrs erfolgt beispielsweise über eine Multilagen-Technologie.
Dafür werden dünne Folien mit zwei unterschiedlichen Mo/Al
2O
3-Verhältnissen hergestellt. Komponente A kann hier beispielsweise Al2O3 mit einem
Anteil an Mo von 95 Vol.-% sein, während Komponente B Al2O3 mit einem Anteil an Mo
von 5 Vol.-% sein kann.
[0048] Nur die Dicke der einzelnen Folien ist stark unterschiedlich. Die Folien werden anschließend
entsprechend der obigen Vorschrift gestapelt und laminiert. Aus den laminierten zu
Platten verbundenen Folien werden anschließend Hohlzylinder-Rohre herausgestanzt,
die folglich entlang ihrer Längsachse einen laminierten Aufbau besitzen. Nach dem
Sintern der Hohlzylinder werden die daraus gebildeten gradierten Rohre mittels Hochtemperaturlot
oder aktivem Sinterpulver auf die Enden der Kapillaren aufgebracht und an ihrem anderen
Ende, das eine Folie mit hohem Mo-Anteil aufweist, mit der Abdeckkappe verlötet. Ein
derartiger Aufbau gewährleistet auch eine sichere Abdichtung der beiden Endflächen
des Cermets. Bisher hat man eine derartig feine Abstufung weder für notwendig befunden,
noch einen geeigneten Herstellungsweg dafür angeben können, noch eine sichere Anbindung
des Cermetrohrs an die anderen Teile gefunden.
[0049] Bevorzugt haben die einzelnen Folien, außer ggf. den beiden Deckfolien an erster
und letzter Stelle, symmetrisch wechselnde Didke.
[0050] Der Anteil des Mo an der ersten bzw. letzten Folie sollte etwa 5 bzw. 95 Vol.-% betragen,
weil dann der thermische Ausdehnungskoeffizient dieser Mischungen sehr nahe am angrenzenden
Material Mo bzw. Al
2O
3 liegt.
[0051] Die Herstellung des Cermetrohrs über eine Multilagentechnologie hat den Vorteil,
dass die Zusammensetzung des Schlickers zur Herstellung der einzelnen Folien in einem
beliebig gewünschten Mo/Al
2O
3-Verhältnis erfolgen kann.
[0052] Außerdem wird damit eine Dicke der einzelnen Folien (Tapes) von lediglich typisch
20 bis 100 µm möglich. Eine größere Dicke der einzelnen Folie würde bei gegebener
Abstufung und Gesamtzahl an einzelnen Folien zu einer zu großen Dicke des gradierten
Rohrs führen. Die Dicke der einzelnen Folien bestimmt letztlich den Grad der Abstufung
des thermischen Ausdehnungskoeffizienten im Cermetrohr.
[0053] Ein besonderer Vorteil des Gesamtkonzepts ist, dass die Herstellung der Einzelkomponenten
für die Verschlusstechnik getrennt erfolgen kann. Der gesamte Verschluss ist modular
aufgebaut.
[0054] Durch einen Sinterprozess werden die einzelnen Folien des Cermetrohrs gasdicht miteinander
verbunden, wobei eine innige Verbindung zwischen den einzelnen Schichten unterschiedlicher
Zusammensetzung erzeugt wird. Dadurch werden Risse infolge thermo-mechanischer Spannungen
minimiert und weitgehend vermieden. Dabei hat es sich besonders bewährt, wenn ein
zweistufiger Sinterprozess verwendet wird. Zunächst wird das Foliensystem vorgesintert,
wobei eine gewisse Schrumpfung des Cermetrohrs ungehindert erfolgt. Erst dann wird
eine Durchführung in die Öffnung des Cermetrohrs eingesetzt und das vorgesinterte
Foliensystem endgültig auf die insbesondere metallische Durchführung aufgesintert.
Mit dieser Methode wird eine besonders hohe Dichtigkeit erzielt.
[0055] In einer speziellen Ausführungsform ist die Stirnfläche der Kapillare abgeschrägt.
Dies dient der besseren Zentrierung und der Verzögerung der Delamination zwischen
der ersten Cermetschicht und dem PCA des Entladungsgefäßes während der Lebensdauer.
Abgeschrägte Kanten sind in aller Regel in der Keramikfügetechnik spannungsärmer als
gerade Flächen.
[0056] Dazu passend ist auch die der Kapillare zugewandte Stirnfläche des Cermetrohrs abgeschrägt.
Die erste Folie ist zu diesem Zweck ursprünglich besonders dick ausgeführt, typisch
bis zu 300 µm, und die Abschrägung ist in diese erste Zone des Cermetrohrs eingepresst.
[0057] Das keramische Entladungsgefäß ist bevorzugt aus Al
2O
3, beispielsweise PCA. Es können die üblichen Dotierungen wie MgO verwendet werden.
PCA kann auch schon als Endschicht integraler Bestandteil des Rohrs sein.
[0058] Als Glaslot können Hochtemperatur-Glaslote wie beispielsweise eine Mischung aus A1203
und Dy203 oder einem andern Seltenerd-Oxid verwendet werden, siehe beispielsweise
EP-A 587 238 für eine nähere Erläuterung. Diese Mischungen sind thermisch belastbarer als die
üblichen Lote, brauchen aber für eine gute Verbindung längere Zeit als üblicherweise
bei dem Einschmelzprozess zur Verfügung steht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0059] Im Folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine Reflektorlampe mit keramischem Entladungsgefäß;
- Fig. 2
- ein keramisches Entladungsgefäß, in Explosionsdarstellung, teilweise geschnitten;
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch das Entladungsgefäß aus Figur 2;
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Entladungsgefäßes;
- Fig. 5
- ein keramisches Entladungsgefäß in einem weiteren Ausführungsbeispiel;
- Fig. 6
- einen Querschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Entladungsgefäßes;
- Fig. 7
- einen Querschnitt durch den Stopfen eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Entladungsgefäßes.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[0060] In Figur 1 ist schematisch eine Reflektorlampe 1 gezeigt. Sie besitzt ein keramisches
Entladungsgefäß 2, das in einem Sockel 3 befestigt ist und zwei Elektroden 5 im Entladungsvolumen
aufweist. Aus dem Entladungsgefäß ragen Durchführungen 7. Am Sockel ist ein Reflektor
4 befestigt, in dem das Entladungsgefäß axial angeordnet ist. das Entladungsvolumen
beinhaltet eine Füllung, typischerweise mit Metallhalogeniden und Quecksilber.
[0061] Figur 2 zeigt das Entladungsgefäß 2, das im wesentlichen aus Al
2O
3 hergestellt ist, und das ein bauchiges Zentralteil 8 besitzt, in dem Elektroden und
eine Füllung mit Metallhalogeniden untergebracht ist. An das Zentralteil sind Kapillaren
10 integral angesetzt. In diesen sind Durchführungen 11, beispielsweise Mo-Stifte
oder mehrteilig ausgeführte Durchführungen wie an sich bekannt, geführt, an denen
der Schaft der Elektrode jeweils verschweißt ist. Wesentlich ist aber nur, dass das
hintere Ende der Durchführung ein Mo-Stift ist. Er hat einen Durchmesser von typisch
1 mm. An die Kapillare 10 schließt sich als Anpassungsteil ein Cermetrohr 15 aus typisch
50 Lagen Folien an. Die Folien sind typisch unterschiedlich dick in einem Bereich
von 10 bis 100 µm, mit der möglichen Ausnahme der ersten und letzten Folie, die jeweils
bis zu 200 bis 300 µm dick sein können. Zwischen Kapillare und Cermetrohr ist ein
Hochtemperaturlot 16 eingebracht. An das äußere Ende des Cermetrohrs 15 ist eine Abdeckkappe
17 aus Molybdän mit abgewinkeltem Rand 18 angesetzt, wobei zwischen Cermetrohr und
Abdeckkappe ein Platinlot 19 zur Abdichtung eingebracht ist. Die Abdeckkappe 17 ist
ein Mo-Blech mit einer Dicke von typisch 200 bis 500 µm.
[0062] Die Abdeckkappe 17 ist mit der Durchführung 11, die durch eine zentrale Bohrung 20
der Abdeckkappe hindurchgeführt ist, verschweißt. Bevorzugt ist zur besseren Schweißbarkeit
die Abdeckkappe nach innen aufgewölbt (21).
[0063] Typisch verbleibt zwischen Mo-Durchführung 11 und Kapillare 10 ein Spalt von 50 bis
100 µm Breite. Ähnliches gilt für den Spalt zwischen Cermetrohr 15 und Mo-Durchführung
11.
[0064] Typische Füllungen für derartige Lampen sind beispielsweise in
EP-A 587 238 beschrieben.
[0065] Im Detail ist dieser Aufbau mit axialem Anpassungsteil in Figur 3 stark schematisiert
gezeigt. Der Anteil des Mo in der ersten, der Kapillare zugewandten Schicht beträgt
0 bis 15 Vol.-% und in der letzten Schicht 85 bis 100 Vol.-%, der Rest ist ggf. Al
2O
3. Dazwischen liegen beispielsweise 30 bis 100 Schichten von jeweils etwa 10 bis 100
µm Dicke, wobei die Schichtdicken alternieren. Der Anteil des Mo ist dabei konstant
in den Schichten von jeweils der Komponente A und B. Als Schlüssel zur sicheren spaltfreien
Abdichtung hat sich erwiesen, dass die Schichtdicken, absolut gesehen, deutlich unter
einer für Scherkräfte kritischen Grenze liegen.
[0066] Die Durchführung ist bevorzugt ein Stift, insbesondere aus Mo. Sein Durchmesser liegt
bevorzugt bei 0,4 bis 0,9 mm. Sie kann aber beispielsweise auch ein Rohr sein, durch
das das Entladungsvolumen direkt befüllt werden kann, wie an sich bekannt.
[0067] Die einzelnen Lagen der Folien sind bevorzugt gegossen aus Pasten mit einer Stärke
von bis zu 150 µm. Die Paste besteht aus keramischem bzw. metallischem Pulver oder
Mischungen daraus, hinzu kommt ein Polymer, Weichmacher und Lösungsmittel, wie an
sich bekannt. So entstehen grüne Folien aus polymergebundener Mo-basierter und A1203-basierter
Pulvermasse.
[0068] Figur 4 und 5 zeigen ein radial strukturiertes Anpassungsteil. Es handelt sich um
ein zylindrisches Rohr 21, das an die Durchführung 22 aus Mo direkt ansetzt. Außen
ist das Rohr 21 von der Kapillare 23 begrenzt. Das Rohr 21 ist zwischen Durchführung
22 und Kapillare23 direkt eingesintert. Das Rohr 21 besteht aus typisch 30 Schichten.
Dabei wechseln sich Schichten 25 einer Komponente A mit Schichten 26 einer Komponente
B ab. Komponente A hat einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten, der knapp unterhalb
dem von A1203 liegt und Komponente B einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten, der
knapp oberhalb dem von Mo liegt. Beide liegen also zwischen dem thermischen Ausdehnungskoeffizienten
der Durchführung 22 einerseits und der Kapillare 23 andererseits.
[0069] Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, ein System zu wählen, bei dem Komponente A einen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten hat, der knapp oberhalb dem von A1203 liegt und
Komponente B einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten, der knapp unterhalb dem von
Mo liegt.
[0070] Das neuartige Prinzip des Schichtenaufbaus sei hier exemplarisch erläutert:
[0071] Die Schichtdicke der ersten, innersten Schicht 25 ist relativ groß (90 µm), die Schichtdicke
der nächstfolgenden ersten Schicht 26 ist relativ klein (10 µm). Die Dicke der nächstfolgenden
Schicht 25 ist etwas kleiner als die der ersten Schicht 25, nämlich ca. 80 µm. Die
Schichtdicke der nächstfolgenden zweiten Schicht 26 ist etwas dicker als die der ersten
Schicht 26, nämlich ca. 20 µm. Auf diese Weise nimmt die Schichtdicke der Komponente
A nach außen hin fortwährend ab, während die Schichtdicke der Komponente B nach außen
hin fortwährend zunimmt. Bei den letzten beiden äußersten Schichten ist es dann so,
dass die letzte äußerste Schicht 25 etwa 10 µm dick ist, während die letzte äußerste
Schicht 26 etwa 90 µm dick ist.
[0072] Figur 5 zeigt ein Entladungsgefäß 30 im Querschnitt. Dabei ist das radiale Anpassungsteil
ein gerade abgeschnittenes zylindrisches Rohr.
[0073] Figur 6 zeigt als weiteres Ausführungsbeispiel eine grundsätzlich ähnliche Konfiguration
eines Entladungsgefäßes 30. Dabei ist jedoch das radiale Anpassungsteil 31 ein zylindrisches
Rohr, dessen innere, der Entladung zugewandte Stirnfläche 32 konkav gewölbt ist. Auch
der Stift 35 der Durchführung ist konkav gewölbt, zumindest in einem Teilabschnitt,
so dass er mit der Wölbung des Anpassungsteils zusammenpasst. Auf diese weise lässt
sich die Stirnfläche optimal auf Geometrie des Entladungsgefäßes anpassen, was insbesondere
für die Ausbildung bzw. Unterdrückung unerwünschter stehender Wellen bei Resonanzbetrieb
wichtig ist.
[0074] In einem weitern Ausführungsbeispiel ist das Cermetteil mit seinen Schichten als
archimedische Spirale ausgeführt sind, wobei die Schichtdicke sich auf einen Querschnitt
bezieht. Um hier eine Kreiszylindrische Form zu erreichen, die dem Stopfen angepasst
ist, wird das Cermetteil am Ende geeignet verpresst.
[0075] In einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß Figur 7 ist der Querschnitt durch eine
Kapillare gezeigt. Das Anpassungsteil besteht hier aus der Komponenten A,B und C,
wobei A und B den Komponenten aus Figur 4 entsprechen. Hinzu kommt als Komponente
C jeweils eine Lage 60 aus MgO, wobei die Schichtdicke jeweils konstant ist und etwa
5 µm beträgt. Dabei spielt es selbstverständlich keine Rolle, ob die formale Schichtenfolge
ABC oder beispielsweise ACB ist.
[0076] Die thermischen Ausdehnungskoeffizienten der Schichten A und B können auch außerhalb
der Spannbreite der thermischen Ausdehnungskoeffizienten der Bauteile A und B liegen,
sollten dann bevorzugt aber höchstens 10 % davon abweichen.
[0077] Als Durchführung eignet sich außer Metallen wie Mo oder W insbesondere auch ein metallhaltiges
Cermet, wie an sich bekannt. Die Durchführung besteht also bevorzugt aus metallischem
Mo oder W oder enthält diese überwiegend, sei es als Cermet oder als beschichtetes
oder dotiertes Material, wobei das korrespondierende Material der Anpassungsschicht
Mo-Pulver oder W-Pulver in einem Anteil von mindestens 85 Vol.-% aufweist.
1. Hochdruckentladungslampe mit einem keramischen Entladungsgefäß (2) und einer Längsachse,
wobei mindestens eine Elektrode (5) mittels einer metallhaltigen Durchführung (22)
aus dem Entladungsgefäß herausgeführt ist, wobei die Durchführung über ein cermethaltiges
Anpassungsteil (21) mit einem Ende (23) des Entladungsgefäßes verbunden ist, wobei
das Anpassungsteil rohrförmig ist und, abgesehen ggf. von einer ersten und einer letzten
Dickschicht, aus einzelnen Schichten (25,26) unterschiedlicher Zusammensetzung besteht,
wobei mindestens zwei Materialen A und B jeweils mehrere Schichten des Anpassungsteils
bilden, wobei diese Materialien so ausgewählt sind, dass ihr thermischer Ausdehnungskoeffizient
zwischen dem der Durchführung und dem des Endes des Entladungsgefäßes liegt oder höchstens
10% außerhalb davon liegt, wobei die Schichtdicke jeder Schicht so gering ist, dass
keine Scherkräfte auftreten können, und wobei die Schichten gleichen Materials unterschiedlich
große Dicken aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicken der jeweils gleichartigen Schichten monoton zu- oder abnehmen, wobei sich
die Dicken des Materials A und die die des Material B gegenläufig von einem Maximum
zu einem Minimum entwickeln.
2. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Anpassungsteil radial geschichtet ist.
3. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Anpassungsteil axial geschichtet ist.
4. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Schichten des Anpassungsteils, abgesehen von der ersten und letzten
Deckschicht, jeweils 1 bis 200 µm dick sind, bevorzugt 5 bis 150 µm.
5. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke jeweils eines Paars von Schichten, von denen eine aus Material A
und die andere aus Material B besteht, im wesentlichen gleich groß ist.
6. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchführung aus Mo oder W besteht oder überwiegend enthält, wobei das korrespondierende
Material der ersten, der Dursführung zugewandten Schnicht des Anpassungsteils Mo-Pulver
oder W-Pulver in einem Anteil von mindestens 85 Vol.-% aufweist.
7. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Entladungsgefäß aus oxidischer Keramik besteht, wobei das korrespondierende Material
der ersken, dem Ende des Entladungsgefäβes zugewandtzn Schicht des Anpassungsteils
Pulver der oxidischen Keramik mit einem Anteil von mindestens 85 Vol.-% aufweist.
8. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Anpassungsteil ein weiteres Material C enthält, so dass die Schichtenfolge ABC
ist.
9. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten als archimedische Spirale ausgeführt sind, wobei die Schichtdicke sich
auf einen Querschnitt in radialer Richtung vom Mittelpunkt aus gesehen bezieht.
10. Verfahren zur Herstellung eines rohrförmigen Anpassungsteils für eine Hochdruckentladungslampe
gemäß Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a) Herstellen zweier Typen A und B von Folien mit einer variierenden Schichtdicke
von höchstens 200 µm, gebildet jeweils aus einem Cermet der Komponenten Mo bzw. W
und Al2O3,
b) Stapeln und Laminieren eines Bündels von mindestens 30 Folien, wobei abwechselnd
eine Folie des Typs A und eine Folie des Typs B verwendet wird, wobei die Schichtdieke
der Typen A und B sich gegenläufig von einem Maximum zu einem Minimum entwickelt;
c) Ausstanzen von rohrförmigen Teilen aus dem Laminat, die somit entlang ihrer Längsachse
oder Querachse einen abwechselnd unterschiedlichen Gehalt an Mo bzw. W besitzen.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt b) ein weiteres Material C hinzugefügt wird, das entweder als Folie zwischen
Lagen AB eingefügt wird oder auf eine der Lagen A oder B aufgetragen wird.
1. High pressure discharge lamp having a ceramic discharge vessel (2) and a longitudinal
axis, wherein at least one electrode (5) is led out of the discharge vessel by means
of a metal-containing feed-through (22), wherein the feed-through is connected to
one end (23) of the discharge vessel by way of a ceramic-containing adjustment part
(21), wherein the adjustment part is tubular and, apart from if necessary a first
and a last cover layer, consists of individual layers (25, 26) with different compositions,
at least two materials A and B in each instance forming a plurality of layers of the
adjustment part, these materials being chosen such that their coefficient of thermal
expansion is between that of the feed-through and that of the end of the discharge
vessel or at most is 10% outside thereof, wherein the layer thickness of each layer
is so low that no shearing forces can occur, and wherein the layers have the same
material with different thicknesses, characterised in that the thicknesses of the respectively similar layers increase or decrease monotonously,
wherein the thicknesses of material A and the those of material B develop in opposite
directions from a maximum to a minimum.
2. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that the adjustment part is radially layered.
3. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that the adjustment part is axially layered.
4. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that, apart from the first and last cover layer, the individual layers of the adjustment
part are each 1 to 200 µm thick, preferably 5 to 150 µm.
5. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that the layer thickness of a pair of layers respectively, of which one is made of material
A and the other of material B, is substantially equal.
6. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that the feed-through comprises or predominantly contains Mo or W, the corresponding material
of the first layer facing the feed-through of the adjustment part comprising Mo powder
or W powder in a content of at least 85 % by volume.
7. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that the discharge vessel consists of oxidic ceramic, the corresponding material of the
first layer facing the end of the discharge vessel of the adjustment part comprising
powder of the oxidic ceramic with a content of at least 85 % by volume.
8. High pressure discharge lamp according to claim 1, characterized in that the adjustment part contains a further material C, so the layer sequence is ABC.
9. High pressure discharge lamp according to claim 2, characterized in that the layers are designed as archimedian spirals, the layer thickness being based on
a cross-section in the radial direction viewed from the centre.
10. Method for producing a tubular adjustment part for a high pressure discharge lamp
according to claim 1,
characterized by the following method steps:
a) producing two types A and B of foil with a varying layer thickness of at most 200
µm, formed in each instance from a cermet of the components Mo or W and Al2O3,
b) stacking and laminating a bundle of at least 30 foils, with one foil of type A
and one foil of type B alternately being used, the layer thickness of types A and
B developing in opposite directions from a maximum to a minimum,
c) punching out tubular parts from the laminate which along their longitudinal axis
or transverse axis therefore have an alternately different Mo or W content.
11. Method according to claim 10, characterized in that in step b) a further material C is added which is either inserted as a foil between
layers AB or is applied to one of the layers A or B.
1. Lampe à décharge haute pression avec une enceinte de décharge (2) en céramique et
un axe longitudinal, dans laquelle au moins une électrode (5) est guidée hors de l'enceinte
de décharge (2) au moyen d'une traversée (22) contenant du métal, ladite traversée
étant reliée à une extrémité (23) de l'enceinte de décharge via une pièce d'adaptation
(21) contenant un cermet, ladite pièce d'adaptation étant de forme tubulaire et constituée,
à l'exception éventuellement d'une première et dernière couche de recouvrement, de
différentes couches (25, 26) de composition variable où au moins deux matériaux A
et B constituent à chaque fois plusieurs couches de la pièce d'adaptation, ces matériaux
étant tels que leur coefficient de dilatation thermique se situe entre celui de la
traversée et celui de l'extrémité de l'enceinte de décharge ou au maximum de 10 %
en dehors de cette fourchette, l'épaisseur de chaque couche étant faible de manière
à empêcher l'apparition de contraintes de cisaillement et les couches de même matériau
ayant des épaisseurs variables, caractérisée en ce que les épaisseurs des couches de même type croissent ou décroissent de façon monotone,
les épaisseurs du matériau A et celles du matériau B évoluant en sens inverse d'un
maximum vers un minimum.
2. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que la pièce d'adaptation est stratifiée dans le sens radial.
3. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que la pièce d'adaptation est stratifiée dans le sens axial.
4. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que les différentes couches de la pièce d'adaptation, à l'exception de la première et
dernière couche de recouvrement, ont une épaisseur comprise entre 1 et 200 µm, de
préférence entre 5 et 150 µm.
5. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'épaisseur de couche de chaque paire de couches, dont l'une est en matériau A et
l'autre en matériau B, est sensiblement la même.
6. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que la traversée est constituée de Mo ou de W ou en contient principalement, le matériau
correspondant de la première couche placée en regard de la traversée de la pièce d'adaptation
comprenant du Mo ou du W en poudre dans une proportion au moins égale à 85 % du volume.
7. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'enceinte de décharge est constituée d'une céramique oxydique, le matériau correspondant
de la première couche placée en regard de l'extrémité de l'enceinte de décharge de
la pièce d'adaptation comprenant une poudre de la céramique oxydique dans une proportion
au moins égale à 85 % du volume.
8. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que la pièce d'adaptation contient un autre matériau C, de manière à avoir la succession
de couches ABC.
9. Lampe à décharge haute pression selon la revendication 2, caractérisée en ce que les couches sont réalisées à la manière d'une spirale d'Archimède, l'épaisseur de
couche se référant à une coupe transversale dans le sens radial vu du centre.
10. Procédé de fabrication d'une pièce d'adaptation tubulaire pour une lampe à décharge
haute pression selon la revendication 1,
caractérisé par les étapes suivantes :
a) fabrication de deux types A et B de feuilles avec une épaisseur de couche variable
ne dépassant pas 200 µm, chacune formée d'un cermet composé de Mo ou W et Al2O3 ;
b) empilage et laminage d'un paquet d'au moins 30 feuilles, en utilisant successivement
une feuille de type A et une feuille de type B, l'épaisseur de couche des types A
et B évoluant en sens inverse d'un maximum vers un minimum ;
c) découpage de pièces tubulaires dans le produit laminé, pièces qui ont ainsi le
long de leur axe longitudinal ou transversal, successivement, une teneur différente
en Mo ou W.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on ajoute à l'étape b) un autre matériau C que l'on insère sous forme de feuille
entre les couches AB ou que l'on dépose sur l'une des couches A ou B.