[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftragen von Leim auf Trägermaterial mit
den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Weiterhin bezieht sich die Erfindung
auf eine Vorrichtung bzw. ein Leimaggregat entsprechend Oberbegriff des Anspruchs
4.
[0002] Für die Übertragung komplexer Leimbilder auf Trägermaterial, insbesondere auf Zuschnitte
zur Herstellung von Packungen werden Vorrichtungen eingesetzt, die eine Mehrzahl von
nebeneinander angeordneten Leimspendern, insbesondere Leimventile, aufweisen. Üblicherweise
ist das Leimaggregat ortsfest positioniert und das Trägermaterial, insbesondere die
Zuschnitte, werden an dem Leimaggregat vorbeibewegt, wobei aufgrund exakter Steuerung
von Dosierorganen, insbesondere von Verschlussorganen der Leimventile die exakte Abgabe
von Leimportionen und die positionsgenaue Übertragung auf das Trägermaterial gewährleistet
sind.
[0003] Bei der Erfindung geht es vorrangig um die Übertragung von Leimportionen bzw. von
Leimpunkten auf Zuschnitte aus dünnem Karton für Packungen. Besonderer Aufwand erfordert
die Beleimung von Zuschnitten für Zigarettenpackungen des Typs Klappschachtel. Je
nach Ausführung der Packung werden mehrere parallele Reihen von Leimpunkten mit unterschiedlicher
Anzahl je Zuschnitt übertragen. Ein Beispiel für ein derartiges Leimbild zeigt
EP 0 601 411 A2.
[0004] Die Erfindung soll die Möglichkeit eröffnen, mit einer mehrere Leimaustritte, insbesondere
mehrere Leimventile aufweisenden Vorrichtung unterschiedliche Leimbilder erzeugen
zu können, entsprechend der Anforderung aufgrund der unterschiedlichen Gestaltung
von Zuschnitten für Packungen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Aufbringen von Leim
bzw. ein Leimaggregat so auszubilden, dass in einfacher Weise eine Umstellung erfolgen
kann zur Erzeugung unterschiedlicher Leimbilder auf Trägermaterial, insbesondere auf
Packungszuschnitten.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die Erfindung in den Merkmalen gemäß Kennzeichen
des Anspruchs 1.
[0007] Im Kern geht es bei der Erfindung darum, bei einem Leimaggregat mit mehreren Leimventilen
entsprechend dem herzustellenden Leimbild ausgewählte Leimventile außer Funktion zu
setzen oder von dem Leimaggregat abzunehmen, wobei die Zufuhr von Leim in einem Bereich
außerhalb des betreffenden Leimventils unterbrochen, die übrigen Leimventile aber
unverändert und ohne Beeinträchtigung weiter arbeiten.
[0008] Eine Besonderheit der Erfindung besteht darin, dass ein (wegen des zu erzeugenden
Leimbildes) nicht eingesetztes Leimventil vom Leimaggregat abgenommen und durch ein
Ersatzstück bzw. Hilfsstück ersetzt wird, das aufgrund der Ausbildung und Anordnung
einen insbesondere für alle Leimventile gemeinsamen Leimkanal bzw. Verteilerkanal
im Bereich des Anschlusses zum abgenommenen Ventil absperrt. Des Weiteren ist das
Ersatzstück/Hilfsstück so ausgebildet, dass es - bei Anordnung im Bereich des abgenommenen
Leimventils - als Träger für weitere Funktionsmittel des Leimventils dient. Insbesondere
ist eine zu vorzugsweise jedem Leimventil führende elektrische Steuerleitung mit Endkontakt
an dem Ersatzstück/Hilfsstück positioniert, insbesondere befestigt, ohne wesentliche
Veränderung der Relativstellung.
[0009] Eine Innovation betrifft die konstruktive Ausgestaltung des Leimaggregats mit dem
Ziel einer leichten Montage und Abnehmbarkeit von einzelnen oder allen Leimventilen.
Diese sind an einem vorzugsweise gemeinsamen Träger mit einem schienenartigen Querschnittsprofil
angeordnet, insbesondere an der Unterseite des Trägers nebeneinander positioniert
und durch einfache Verbindungsmittel, insbesondere durch (zwei) Schrauben befestigt.
Wird ein Leimventil abgenommen, kann das Ersatzstück an derselben Stelle positioniert
und mit dem gleichen bzw. demselben Verbindungsmittel fixiert werden.
[0010] Weitere Besonderheiten und Details der Erfindung werden nachfolgend anhand der Patentzeichnungen
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Leimaggregat in Queransicht,
- Fig. 2
- das Leimaggregat gemäß Fig. 1 in Queransicht bzw. im Querschnitt in der Schnittebene
II-II der Fig. 1, in vergrößertem Maßstab,
- Fig. 3
- eine Queransicht bzw. einen Querschnitt entsprechend Fig. 2 in der Schnittebene III-III
der Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Einzelheit des Leimaggregats, nämlich ein Ersatz- bzw. Hilfsstück in Unteransicht,
- Fig. 5
- eine Einzelheit des Leimaggregats in der Darstellung gemäß Fig. 3.
[0011] Die in den Zeichnungen dargestellte Vorrichtung - ein Leimaggregat - dient beispielshaft
zur Übertragung von Leimportionen bzw. Leimpunkten 10 auf einzelne Zuschnitte 11 für
die Fertigung von Packungen, insbesondere von Klappschachteln für Zigaretten. Es sind
mehrere nebeneinanderliegende Leimpunkte 10 auf jeden Zuschnitt 11 zu übertragen.
Ein komplexes Leimbild (
EP 0 601 411 A2) besteht aus mehreren nebeneinanderliegenden Punktreihen 12 je Zuschnitt 11. In Fig.
1 sind jeweils einzelne Leimpunkte 10 von mehreren nebeneinanderliegenden, sich quer
zur Zeichnungsebene erstreckenden Punktreihen 12 gezeigt.
[0012] Das Leimaggregat umfasst mehrere Leimspender, vorliegend Leimventile 13. Bei dem
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 sind sechs Leimventile 13 nebeneinander positioniert
und an einem gemeinsamen Träger 14 angebracht. Die Leimventile 13 sind so positioniert,
dass die von einer Ventildüse 15 ausgegebenen Leimportionen, nämlich Leimpunkte 10,
exakt auf dem Zuschnitt 11 positioniert werden. Das Leimventil 13 kann beispielsweise
im Wesentlichen gemäß
DE 10 2009 022 496.3 ausgebildet sein, jedoch mit wichtigen Abänderungen, die die Montage und Abnahme
des Leimventils erleichtern. Vorzugsweise ist die Anordnung so getroffen, dass das
Leimaggregat mit mehreren nebeneinander angeordneten Leimventilen 13 oberhalb einer
Bewegungs- bzw. Förderbahn für die Zuschnitte 11 ortsfest positioniert ist. Die mit
(geringem Abstand) unterhalb der Leimventile transportierten Zuschnitte 11 (Transportrichtung
senkrecht zur Zeichenebene) werden durch kurzzeitiges Öffnen der Leimventile 13 mit
dem jeweils erforderlichen Leimbild aus mehreren Punktreihen 12 versehen.
[0013] Der Aufbau des Leimaggregats ist bei diesem Beispiel so gewählt, dass der quergerichtete
Träger 14 in der Leimstation (einer Verpackungsmaschine) mit Verbindungsmitteln, hier
mit Endflanschen 16, an der Konstruktion der Maschine befestigt ist.
[0014] Das Leimaggregat gemäß Fig. 1 ist auf zweibahnige Betriebsweise ausgerichtet. Es
sind demnach zwei Gruppen von Leimventilen 13 an einem gemeinsamen Träger 14 angebracht,
wobei jeweils zwei nebeneinanderliegende Zuschnitte 11 unterhalb des so ausgebildeten
Leimaggregats (in horizontaler Ebene) transportiert werden. Die (sechs) Leimventile
13 der beiden Arbeitsbahnen sind mit a bis f einerseits und g bis I andererseits in
Fig. 1 gekennzeichnet.
[0015] Vorzugsweise alle Leimventile des Leimaggregats werden über eine gemeinsame Leimleitung
mit Leim versorgt. Vorzugsweise ist diese als (quer zur Bewegungsrichtung der Zuschnitte
11) verlaufender Verteilerkanal 17 ausgebildet, vorzugsweise in der Ausführung als
durchgehende Bohrung im Träger 14 mit geeignetem (kreisförmigem) Querschnitt. Dem
Verteilerkanal 17 wird der Leim über eine Zentralleitung (unter Druck) zugeführt.
Diese ist vorzugsweise mittig zwischen den beiden Gruppen der Leimventile 13 mit dem
Verteilerkanal 17 verbunden. Vorliegend schließt die Zentralleitung 18 an ein mittleres
(aufrechtes) Tragstück 19 an, welches zwischen den beiden Gruppen der Leimventile
13 angeordnet und mit dem Träger 14 verbunden ist. Innerhalb des Tragstücks 19 ist
ein Kanal (oder eine Leitung) angeordnet zur Verbindung der Mündung der Zentralleitung
18 mit dem Verteilerkanal 17.
[0016] Der Verteilerkanal 17 besteht demnach funktional aus zwei Abschnitten, die gemeinsam
durch die Zentralleitung 18 mit Leim versorgt werden. Je ein Abschnitt des Verteilerkanals
17 führt zu der einen und zu der anderen Gruppe von Leimventilen 13 an dem Träger
14. Das (Quer-)Profil des Trägers 14 ist so ausgebildet, dass ein ausreichend bemessener
Verteilerkanal Aufnahme findet. Hierzu ist (randseitig) am Träger 14 ein annähernd
quadratisches Kanalprofil 20 gebildet. In diesem verläuft der Verteilerkanal 17, derart,
dass alle Leimventile 13 mit Leim versorgt werden können. Das Kanalprofil 20 ist mit
einem Flachprofil bzw. einem Tragflansch 21 des Trägers 14 zu einem einheitlichen
Profil verbunden. Die Leimventile 13 sind im Bereich des Tragflansches 21 mit dem
Träger 14 individuell lösbar verbunden. Vorzugsweise sind die Leimventile 13 an der
Unterseite des Trägers 14 angeordnet und durch Schrauben 22, vorliegend durch zwei
Schrauben 22 an dem Träger 14 befestigt.
[0017] Der Verteilerkanal 17 ist mit jedem Leimventil 13 über mindestens einen Leimanschluss
verbunden. Vorliegend ist ein Abzweigkanal 23 vorgesehen, der vorzugsweise als Bohrung
von dem Verteilerkanal 17 zum Leimventil 13 führt und an einen (aufrechten) Leimkanal
24 innerhalb des Leimventils 13 anschließt. Vorteilhafterweise ist das Leimventil
13 so positioniert und der Abzweigkanal 23 so angebracht, dass der Abzweigkanal 23
mit dem Leimkanal 24 eine durchgehende geradlinige Leimleitung bildet, vorzugsweise
aufgrund übereinstimmender Abmessungen ohne Absätze oder Vorsprünge, also ein durchgehend
einheitlicher Kanal bis zu einer Ventilkammer. Im Bereich des Übergangs von Abzweigkanal
23 zum Leimkanal 24 ist eine Abdichtung angeordnet, nämlich ein Dichtring 46, der
vorzugsweise am Leimventil 13, also am Endbereich des Leimkanals 24, angeordnet ist.
Im Übrigen entsprechen Aufbau und Funktionsweise des Leimventils im Prinzip dem Leimventil
gemäß
DE 10 2009 022 496.3.
[0018] Der Träger 14 ist durch weitere Gestaltungen an eine leichte Montage und Abnahme
der Leimventile 13 angepasst. Ein bei den bevorzugt eingesetzten Leimventilen (
DE 10 2009 022 496.3) ist eine - etwa mittig liegende - an der oberen Seite des Leimventils 13 zu betätigende
Einstellschraube 42 angeordnet. Diese tritt bei der vorliegenden Ausbildung des Trägers
14 durch eine im Tragflansch 21 gebildete Ausnehmung hindurch, die vorliegend als
Gewindebohrung 41 ausgebildet ist. Die Einstellschraube 42 wird mit entsprechendem
Außengewinde in dieser Gewindebohrung 41 verankert, mit der Möglichkeit der Einstellbarkeit
eines Ventil-Organs mit Hilfe dieser frei liegenden Einstellschraube 42.
[0019] Zur Übertragung unterschiedlicher Leimbilder auf die Zuschnitte 11 können Leimventile
13 der einen und/oder anderen Gruppe durch Umrüstung entfernt oder von Anfang an bei
der
[0020] Installation des Leimaggregats weggelassen werden. Fig. 1 zeigt am Beispiel der rechten
Arbeitsbahn bzw. der Gruppe der Leimventile 13 g bis I eine Ausführung, bei der zwei
Leimventile 13 - im Bereich der Positionen h und k - weggelassen bzw. abgenommen sind.
Es werden demnach entsprechend weniger Punktreihen 12 übertragen.
[0021] Die Position des bzw. der fehlenden Leimventil(e) 13 wird so versorgt, dass der Betrieb
für die übrigen Leimventile der kompletten Gruppe wie auch der Teilgruppe mit den
Leimventilen g, i, j, l unverändert und ohne Beeinträchtigung weiterlaufen kann. Zu
diesem Zweck ist als erstes der Anschluss des Verteilerkanals 17 an das abgenommene
Leimventil 13 bzw. den Leimkanal 24 zu verschließen. Als Besonderheit ist hierfür
ein Verschlussorgan vorgesehen, vorzugsweise in der Ausführung eines Verschlusszapfens
25, der über die freie (untere) Seite in den Abzweigkanal 23 eingeführt wird und diesen
verschließt. Der Verschlusszapfen 25 hat demnach das Profil und die Abmessung des
Abzweigkanals 23. Weiterhin ist der Verschlusszapfen 25 so ausgebildet, dass eine
Ergänzung des Querschnittprofils des Verteilerkanals 24 stattfindet. Vorliegend ist
der Verschlusszapfen 25 mit einer teilkreisförmigen Ergänzungsfläche 26 versehen,
die aufgrund Form und Abmessung bündig mit der (zylindrischen) Innenfläche des Verteilerkanals
17 im Bereich des Abzweigkanals 23 abschließt. Der Leim kann dadurch ohne Beeinträchtigung
der Strömung durch den Verteilerkanal 17 hindurchgeleitet werden. Aufgrund der Ausbildung
und Abmessung des Verschlusszapfens 25 mit einer schräggerichteten Anschlagfläche
27 und entsprechender Ausbildung des Abzweigkanals 23 wird der Verschlusszapfen 25
selbstjustierend in der durch den Abzweigkanal 23 gebildeten Ausnehmung positioniert.
Das Verschlussorgan bzw. der Verschlusszapfen 25 ist gegen Durchtritt von Material
abgedichtet, vorliegend durch einen Dichtring 28 an der Mündung des Abzweigkanals
23.
[0022] Der Verschlusszapfen 25 ist an einem Tragorgan angebracht, welches mit dem Träger
14 des Leimaggregats verbunden wird. Vorliegend ist der Verschlusszapfen 25 an einem
Ersatzstück 29 angebracht, welches anstelle des abgenommenen bzw. fehlenden Leimventils
13 am Träger 14 angebracht ist, vorzugsweise durch gleiche oder durch dieselben Hilfsmittel
- Schrauben 22 - mit denen das Leimventil 13 am Träger 14 angebracht ist. Das Ersatzstück
29 ist im Wesentlichen als quer zum Träger 14 gerichteter Steg ausgebildet, an dessen
einem Ende der in einer entsprechenden
[0023] Bohrung verankerte Verschlusszapfen 25 angebracht ist. Der Dichtring 28 ist an der
dem Randprofil 20 zugekehrten (oberen) Fläche angeordnet.
[0024] Bei fehlendem bzw. abgenommenen Leimventil 13 - Positionen h und k in Fig. 1 - sind
weitere Funktionsorgane, die vorzugsweise jedem Leimventil 13 zugeordnet sind, zeitweilig
oder dauerhaft zu sichern. Vorzugsweise ist mindestens eine elektrische Leitung, nämlich
Steuerleitung 30 dem bzw. jedem Leimventil 13 zugeordnet, nämlich zur Steuerung der
Bewegungen eines Ventil-Verschlussorgans.
[0025] Der Steuerstrom wird dem Leimaggregat vorzugsweise über eine für alle Leimventile
13 gemeinsame Hauptleitung 31 zugeführt. An diese schließen die einzelnen Steuerleitungen
30 an. Vorliegend mündet die Hauptleitung 31 in einem Verteilergehäuse 32. In diesem
ist die Verbindung mit den einzelnen Steuerleitungen 30 untergebracht. Im Bereich
jedes Leimventils 13 tritt die Steuerleitung 30 über eine Durchtrittsöffnung 33 in
einer den Leimventilen 13 zugekehrten (unteren) Wandung des Verteilergehäuses 32 hindurch.
Ein kurzer (aufrechter) Abschnitt der Steuerleitung 30 führt vorzugsweise in Abwärtsrichtung
zu dem zugeordneten Leimventil 13.
[0026] Die Steuerleitungen 30 sind an ihrem dem Leimventil 13 zugeordneten Ende mit einem
Verbindungsorgan versehen, vorliegend mit einem Stecker 34, der in eine für die Stromübertragung
ausgebildete Aufnahme 35 im bzw. am Gehäuse des Leimventils 13 eingeführt wird. Das
Ende der Steuerleitung 30 bzw. dessen Stecker 34 wird in der Aufnahme 35 durch eine
Übermutter 36 gehalten, die am Stecker 34 angebracht ist und mit einem Außengewinde
der Aufnahme 35 am Leimventil 13 zusammenwirkt. Die Stecker-Aufnahme 35 liegt aufgrund
der Anordnung des Leimventils 13 und der Abmessung des Trägers 14 außerhalb des Bereichs
desselben, ist also ohne Beeinträchtigung durch den Träger 14 frei zugänglich.
[0027] Bei fehlendem bzw. abgenommenen Leimventil 13 bleibt die Steuerleitung 30 samt Stecker
34 im Wesentlichen in der Position und Anordnung entsprechend der Verbindung mit einem
Leimventil 13. Am Träger 14 ist ein Haltestück für den Stecker 34 vorgesehen mit einem
Außengewinde für die am Stecker 34 angebrachte Übermutter 36.
[0028] Vorteilhaft ist das Haltemittel für den Stecker 34 an dem Ersatzstück 29 angebracht,
also an dem Halter für den Verschlusszapfen 25. Das stegförmige Ersatzstück 29 ist
mit einem Fortsatz versehen. Gegenüberliegend zum Verschlusszapfen 25 ist das Tragorgan
für den Stecker 34 angebracht. Vorteilhafterweise handelt es sich dabei um einen Schraubenbolzen
37, der (von unten) in das Ersatzstück 29 eingeführt und an diesem durch eine Schraubenmutter
43 fixiert ist. An dem freien (oberen) Ende des Schraubenbolzens 37 ist eine dem Stecker
34 zugekehrte axiale Vertiefung gebildet. Diese ist in Form und Größe an das Ende
des Steckers 34 angepasst. Der in die Vertiefung 38 eingeführte Teil des Steckers
34 wird in dieser Stellung durch die Übermutter 36 fixiert, die auf das Außengewinde
des Schraubenbolzens 37 abgestimmt ist.
[0029] Einige oder alle Leimventile 13 sind mit einem Sensor versehen, der auf das jeweils
herzustellende Beleimungsprogramm bzw. auf das Leimbild abgestimmt ist. Bei Fehlmontage,
also bei einer Falschauswechslung eines Leimventils 13, wird eine Fehlersignal erzeugt.
[0030] Vorliegend ist ein Signalgeber 39 an dem Ersatzstück 29 angeordnet und so wirksam,
dass ein Fehlersignal ausgelöst wird, wenn ein Ersatzstück 29 an falscher Stelle montiert
oder versäumt worden ist, ein Leimventil abzunehmen und durch ein Ersatzstück 29 zu
ersetzen. Der Signalgeber 39 ist als elektrisches Hilfsmittel ausgebildet, nämlich
als ohmscher Widerstand oder als kapazitive Last. Vorteilhaft ist ein Signalgeber
mit einem Widerstand der geringer ist als der Spulenwiderstand des Leimventils, insbesondere
etwa die Hälfte beträgt. Bei Fehlbesetzung einer Position für ein Leimventil misst
die Steuerung des Leimaggregats beispielsweise in einem Bereich, in dem ein auszuwechselndes
Leimventil durch Fehler vorhanden ist den "normalen" Spulenwiderstand und erzeugt
eine Fehlermeldung. Wenn korrekterweise das Ersatzstück 29 eingesetzt ist, wird der
korrekte Widerstand gemessen und ein Fehlersignal nicht erzeugt. Wenn hingegen bei
abgenommenem Leimventil das Ersatzstück 29 korrekt in Position gebracht, der Stecker
34 aber nicht in der Aufnahme 35 sitzt, wird ein fehlerhafter (unendlicher) Widerstand
gemessen und dadurch ebenfalls eine Fehlermeldung ausgelöst. Der Signalgeber 39 bzw.
der Widerstand ist in der Vertiefung 38 des Schraubenbolzens 37 angeordnet und durch
eine Vergussmasse 40 fixiert. Durch Einführen des Steckers 34 in die Vertiefung 38
wird der Kontakt mit dem Signalgeber 39 bzw. Widerstand hergestellt.
[0031] Eine andere Besonderheit des Leimaggregats besteht darin, dass der Druck in dem Leimsystem,
insbesondere im Verteilerkanal 17, durch Drucksensoren 44 überprüft wird. Diese sind
vorzugsweise an beiden Enden des sich über die volle Länge des Trägers 14 erstreckenden
Verteilerkanals 17 angeordnet. Die Drucksensoren 44 sind über Messleitungen 45 mit
dem elektrischen Steuersystem im Verteilergehäuse 32 verbunden, derart, dass bei einem
Druckabfall im Verteilerkanal 17 ein entsprechendes Signal erzeugt wird.
Bezugszeichenliste:
[0032]
- 10
- Leimpunkt
- 11
- Zuschnitte
- 12
- Punktreihe
- 13
- Leimventil
- 14
- Träger
- 15
- Ventildüse
- 16
- Endflansch
- 17
- Verteilerkanal
- 18
- Zentralleitung
- 19
- Tragstück
- 20
- Kanalprofil
- 21
- Tragflansch
- 22
- Schraube
- 23
- Abzweigkanal
- 24
- Leimkanal
- 25
- Verschlusszapfen
- 26
- Ergänzungsfläche
- 27
- Anschlagfläche
- 28
- Dichtring
- 29
- Ersatzstück
- 30
- Steuerleitung
- 31
- Hauptleitung
- 32
- Verteilergehäuse
- 33
- Durchtrittsöffnung
- 34
- Stecker
- 35
- Aufnahme
- 36
- Übermutter
- 37
- Schraubenbolzen
- 38
- Vertiefung
- 39
- Signalgeber
- 40
- Vergussmasse
- 41
- Gewindebohrung
- 42
- Einstellschraube
- 43
- Schraubenmutter
- 44
- Drucksensor
- 45
- Leitung
- 46
- Dichtring
1. Verfahren zum Auftragen von Leim auf Trägermaterial, insbesondere auf Zuschnitte (11)
zum Herstellen von Packungen, mittels Leimaggregat mit mehreren Leimventilen (13),
denen Leim über Leimleitungen zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass zum zeitweiligen Außerbetriebsetzen mindestens eines Leimventils (13) ein Absperrorgan
(25) in die zum Leimventil (13) führende Leimleitung (23) eingesetzt oder aus einer
Öffnungsstellung in eine Absperrstellung bewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Leimventile (13) durch eine gemeinsame Leimleitung bzw. einen gemeinsamen
Verteilerkanal (17) mit Leim versorgt werden, wobei Abzweigkanäle (23) von dem Verteilerkanal
(17) zu jedem Leimventil (13) führen und zum Außerbetriebsetzen eines Leimventils
(13) die Verbindung zwischen dem Verteilerkanal (17) und dem jeweiligen Leimventil
(13) abgesperrt wird, insbesondere im Bereich des Abzweigkanals (23).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das außer Betrieb zu setzende Leimventil (13) von dem Leimaggregat bzw. einem von
einem Träger 14 desselben abgenommen und durch ein Ersatzstück (29) ersetzt wird,
welches unmittelbar die Leimleitung bzw. den zu dem betreffenden Leimventil (13) führenden
Abzweigkanal (23) absperrt.
4. Vorrichtung zum Auftragen von Leim auf Trägermaterial, insbesondere auf Zuschnitte
(11) zum Herstellen von Packungen, mittels Leimaggregat, welches eine Mehrzahl von
vorzugsweise nebeneinander angeordneten und durch einen Träger (14) gehaltene Leimventile
(13) aufweist, denen Leim über zu jedem Leimventil (13) führende Leimleitungen zuführbar
ist,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) einzelne oder alle Leimventile (13) sind abnehmbar an einem vorzugsweise gemeinsamen
Träger (14) des Leimaggregats angebracht,
b) zum zeitweiligen Außerbetriebsetzen eines oder mehrerer Leimventil (13) ist das
betreffende Leimventil von dem Träger (14) abnehmbar,
c) an die Stelle des abgenommenen Leimventils (13) ist ein Ersatzstück (29) am Träger
(13) anbringbar,
d) das Ersatzstück (29) ist mit einem Verschlussorgan für einen Verteilerkanal (17)
für die Zuführung von Leim und/oder einen an den Verteilerkanal (17) anschließenden,
zum Leimventil (13) führenden Abzweigkanal (23) versehen, der bei Positionierung des
Ersatzstücks (29) am Träger (13) die Absperrung bewirkt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ersatzstück (29) nach Abnehmen eines Leimventils (13) im Wesentlichen in der
Position des Leimventils (13) am Träger (14) befestigt ist, vorzugsweise mit den selben
bzw. gleichen Verbindungsmitteln wie das Leimventil (13) - Schrauben (22).
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlusszapfen (25) an der dem Abzweigkanal (23) zugeordneten (oberen) Seite
des Ersatzstücks (29) angeordnet ist, derart, dass bei Positionierung des Ersatzstücks
(29) am Träger (14) der Verschlusszapfen (25) in Verschlussstellung innerhalb des
Abzweigkanals (23) positioniert ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlusszapfen (25) aufgrund entsprechender Formgebung, insbesondere aufgrund
einer gewölbten Ergänzungsfläche (26), so ausgebildet ist, dass in Verschlussstellung
im Abzweigkanal (23) eine Innenwandung bzw. Innenfläche des Verteilerkanals (17) formschlüssig,
absatzfrei im Bereich des Verschlusszapfens (25) ergänzt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlusszapfen (25) in der Schließstellung gegenüber dem Inneren des Verteilerkanals
(17) abgedichtet ist, insbesondere durch einen am Ersatzstück (29) angeordneten, den
Verschlusszapfen (25) an einer dem Träger (14) zugekehrten (oberen) Seite umgebenden
Dichtring (28).
9. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das stegartig ausgebildete Ersatzstück (29) quer zum Träger (14) erstreckt und
vorzugsweise unterhalb desselben angebracht ist, wobei ein freier, über den Träger
(14) hinweg ragender Endbereich Aufnahmen bzw. Halter für weitere Funktionsorgane
des Leimventils (13) aufweist, insbesondere eine Aufnahme bzw. Halterung für ein freies
Ende - Stecker (34) - einer (elektrischen) Steuerleitung (30).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die am Ersatzstück (29) angebrachte Aufnahme für den endseitigen Stecker (34) der
Steuerleitung (30) eine nach oben offene Vertiefung (38) aufweist für den Eintritt
des Steckers (34) oder eines Teils desselben, wobei vorzugsweise die Vertiefung (38)
in einem aufrechten Schraubenbolzen (37) gebildet und der Stecker (34) in der Vertiefung
(38) durch eine Übermutter (36) fixiert ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, gekennzeichnet durch, dass jedem Leimventil (13) mindestens ein Sensor zugeordnet ist, der auf mangelnde
oder fehlerhafte Auswechslungen von Leimventilen (13) anspricht und ein Fehlersignal
erzeugt, wobei vorzugsweise in der Vertiefung (38) des Schraubenbolzens (37) eines
jeden Ersatzstücks (29) ein Signalgeber (39) angeordnet ist, der mit dem Stecker (34)
der Steuerleitung (30) zusammenwirkt, insbesondere einen gegenüber dem Widerstand
einer elektrischen Spule des Leimventils abweichenden Widerstand aufweist und über
die Steuerleitung (13) auf übereinstimmenden Widerstand bzw. auf Widerstandsdifferenzen
reagiert.
12. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vorzugsweise an beiden Enden durch Tragflansche (21) fixierte Träger (14) eine
Profilerweiterung aufweist für die Aufnahme des als durchgehende Bohrung ausgebildeten
Verteilerkanals, insbesondere ein Kanalprofil (20), an das ein Tragflansch (21) anschließt,
wobei der Träger (14) Bohrungen für den Anschluss des Leimventils (13) aufweist, insbesondere
eine Gewindebohrung (41) für eine Einstellschraube (42) und für (zwei) Schrauben (22)
zur Befestigung des Leimventils (13) am Träger (14).
13. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Leimventil (13) einen vorzugsweise aufrechten Leimkanal (24) aufweist, der im
Bereich des Abzweigkanals (23) für die Zuführung des Leims mündet und mit dem Abzweigkanal
(23) bündig abschließt, derart, dass eine Leimleitung vom Verteilerkanal (17) über
den Abzweigkanal (23) und den Leimkanal (24) bis zu einer Ventilkammer gebildet ist,
wobei vorzugsweise am Leimventil (13) ein die Mündung des Leimkanals (24) umgebender
Dichtring (46) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss für die Steuerleitung (30) an das Leimventil (13), insbesondere eine
Aufnahme (35) für einen Stecker (34) der Steuerleitung (30), außerhalb des Bereichs
des Trägers (14) frei zugänglich angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hauptleitung (31) zur Stromversorgung der Steuerleitungen (30) an ein vorzugsweise
langgestrecktes, quergerichtetes Verteilergehäuse (32) anschließt, von dem einzelne
Steuerleitungen (30) zu den Leimventilen (13) führen.