[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Reinigungsvorrichtung für Werkzeug, mit der insbesondere
Malerrollen und Quirle, welche zum Zubereiten von Klebern für Fliesenlegearbeiten
oder Mörtel benutzt werden, gereinigt werden können.
Stand der Technik
[0002] Insbesondere Heimwerker aber auch Handwerker benutzen verschiedene Gerätschaften
beim Innenausbau von Gebäuden. Z.B. bei Fliesenlegearbeiten werden Quirle zum Zubereiten
von Klebern benutzt, um die Klebemasse in die richtige Konsistenz zu versetzen und
vor Allem um beim Fliesenlegen störende Verklumpungen zu vermeiden. Die Quirle werden
oftmals nach dem ersten Trocknen der Klebemasse mit einem Hammer wieder gesäubert.
Dadurch kommt es zur Materialermüdung und letztlich zum Bruch des Quirls.
[0003] Malerrollen werden - bei der Verwendung einer entsprechenden Farbe - vom Heimwerker
in der Badewanne oder dem Waschbecken bzw. einem Spülstein von Farbresten befreit,
wobei einerseits die Badewanne bzw. das Becken mit Farbe erheblich verunreinigt wird,
andererseits Farbe beim Ausstreichen der Rolle an den Händen haften bleibt. Dieses
ist unangenehm und für einige Heimwerker, die empfindliche Haut besitzen, auch belastend.
[0004] In Kenntnis dieser Probleme sind bereits Vorrichtungen zum Stand der Technik gekommen,
die eine Reinigung der Gerätschaften ermöglichen. So ist aus der Schrift
DE 20 2007 015 542 U1 ein Quirlreinigungsgerät bekannt, bei dem in einen Behälter eine Bürstenanordnung
eingesetzt werden kann, die beim Rotieren des Quirls diesen von Rückständen des Klebers
befreit. Nachteilig ist, dass Bürsten stark unter rotierenden Quirlen leiden, da vom
Quirl, der zumeist über außenliegende Wendel verfügt, die Bürstenhaare aus der Verankerung
gerissen werden. Zudem ist die vollständige Reinigung des Quirlschaftes nicht möglich.
[0005] Ähnliches gilt für die Vorrichtung nach
DE 20 2009 017 045 U1, bei der eine Reinigungsbürste an einem Deckel befestigt ist, der ein Gefäß abschließt
und über eine innerhalb des Deckels seitlich versetzte Öffnung verfügt. Ein Quirl
der durch die Öffnung in das Gefäß eingeführt wird, wird durch die drehbar angeordnete
Bürste gereinigt. Allerdings kann es auch zu Beschädigungen der Bürste während des
Reinigungsvorganges kommen, was somit einen erheblichen Wartungsaufwand der Vorrichtung
mit sich bringt.
[0006] Beide bislang genannten Vorrichtungen haben den Nachteil, dass sie zur Reinigung
von Malerrollen ungeeignet sind.
[0007] Zur Reinigung von Malerrollen wird von der Schrift
DE 102 16 050 B4 ein Reinigungsgerät bereitgestellt. Zur Reinigung der Rollen werden diese auf eine
Maschine gesteckt, mit der die Rollen in Rotation versetzt werden können. Beim Rotieren
wird die Farbe idealerweise im Innern eines Behälters von der Rolle nach Außen geschleudert
und von der Behälterwand aufgefangen. Zur weiteren Reinigung wird die Rolle nun ins
Wasser getaucht und wiederum durch Rotation an der Luft gesäubert. Nachteilig bei
dieser Vorrichtung ist, dass zur Reinigung der Malerrollen stets ein Zusatzgerät,
z.B. eine Bohrmaschine, verwendet werden muss, um die Rolle in eine Rotation zu versetzen.
Ein Befreien eines Quirls von Rückständen wie z.B. Kleber, Gips oder Mörtel ist zudem
durch Eigenrotation nicht möglich.
[0008] Somit ist festzustellen, dass keine der zuvor genannten Vorrichtungen geeignet ist,
sowohl Quirle als auch Rollen zu reinigen.
Darstellung der Erfindung
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Reinigungsvorrichtung für Werkzeug bereitzustellen,
mit der in einfacher Art sowohl Quirle als auch Malerrollen von Arbeitsmaterialien
gereinigt werden können. Zudem soll die Vorrichtung platzsparend im Fahrzeug eines
Handwerkers oder im Heimwerkerraum aufbewahrbar sein.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Reinigungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Ausgestaltungen der Vorrichtung sind aus den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
[0011] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung handelt es sich um eine sehr einfache und damit
auch preiswerte Vorrichtung, die trotzdem über eine hohe Reinigungswirkung verfügt.
[0012] Die Vorrichtung umfasst im Wesentlichen ein Gefäß, das mit einem Deckel verschlossen
ist. Der Deckel weist eine Öffnung auf, durch die ein Spritzschutz eingesetzt ist.
Dieser Spritzschutz ist gegenüber dem Deckel entlang seiner Längsachse verschiebbar
und verfügt im Innern über ein Sprührohr, das idealerweise an der Wandung des Spritzschutzes
befestigt und um seine Längsachse drehbar angeordnet ist. Als vorteilhaft hat sich
dabei die Ausgestaltung des Spritzschutzes als Rohr gezeigt. Außerdem kann vorgesehen
sein, dass am Deckel oder am Gefäß oder an anderer Stelle Mittel zur Arretierung des
Spritzschutzes vorgesehen sind.
[0013] Um einen Quirl zu reinigen wird der Spritzschutz so weit aus dem Deckel herausgezogen,
dass er nur noch mit seiner dem Gefäßboden zugewandten Öffnung durch den Deckel umschlossen
wird und somit weitestgehend aus dem Behälter herausragt. Der Behälter wird mit Wasser
gefüllt, bis der Wasserstand ausreicht, um das Rührwerk des Quirls zu überdecken.
Das Sprührohr wird an eine Wasserleitung angeschlossen und die Wasserzufuhr geöffnet.
Der nach dem Anmischen z.B. von Kleber oder Gips ohnehin an einer Bohrmaschine befestigte
Quirl wird nun durch den Spritzschutz in das Gefäß gesteckt und in Rotation versetzt.
Rückstände der Arbeitsmaterialien werden durch das Wasser vom Quirl gelöst und verbleiben
im Wasser. Einzig der Schaft des Quirls kann allein durch das im Behälter befindliche
Wasser nicht gereinigt werden. Das Sprührohr verfügt über mehrere Öffnungen, die über
die Länge des Rohrs verteilt sind. Zur Reinigung des Schafts werden diese Öffnungen
auf den Schaft des Quirls ausgerichtet und am Schaft verbliebene Rückstände sowie
Reste am Rührwerk des Quirls weggespült.
[0014] Um zu vermeiden, dass bei zu starkem Spülen mit dem Sprührohr der Wasserstand im
Gefäß zu stark steigt, ist in der Nähe des Bodens des Gefäßes ein Auslass vorgesehen,
durch den das Wasser abgelassen werden kann.
[0015] Um eine Malerrolle von Farbrückständen zu befreien, wird sie in den Spritzschutz
gehängt und die Öffnungen des Sprührohrs auf sie ausgerichtet. Die durch die Wasserstrahlen
angeregte Rotation der Rolle bewirkt, dass die durch das aufgesprühte Wasser verflüssigten
Farbreste mit der Fliehkraft von der Rolle getrennt werden und gleichzeitig die Struktur
der Rolle wieder hergestellt wird.
[0016] Sofern die Malerarbeiten in Räumlichkeiten mit fertigen sanitären Einrichtungen vorgenommen
werden, ist es auch möglich, den Spritzschutz mit dem Sprührohr aus der Vorrichtung
zu entnehmen und - bei Verwendung einer entsprechenden umweltfreundlichen Farbe -
direkt in die Badewanne oder einen Spülstein zu stellen. Damit das auf die Rolle abgegebene
Wasser abfließen kann, sind an jenem Ende des Spritzschutzes, das normalerweise im
Innern des Gefäßes angeordnet ist und nun auf dem Boden der Badewanne oder des Spülsteins
steht, Aussparungen vorgesehen, durch die das Wasser ablaufen kann.
[0017] Nach dem Reinigungsvorgang und gegebenenfalls dem Entleeren des Gefäßes kann - sofern
der Spritzschutz ein Maß aufweist, das an das Gefäß angepasst ist - der Spritzschutz
derart in das Innere des Gefäßes verschoben werden, dass der Spritzschutz nur noch
wenig über den Deckel heraussteht. So kann die Vorrichtung platzsparend untergebracht
werden. Es hat sich zudem als sinnvoll gezeigt, das Gefäß in der Größe an einen standardisierten
Malereimer mit 20 Litern Fassungsvermögen anzupassen. Einerseits wird eine ausreichende
Menge Wasser zur Reinigung bereitgestellt, andererseits kann dieses Gefäß im Bedarfsfall
auch auf einen Stapel von gleichartigen Malereimern aufgesetzt werden und somit sicher
und platzsparend transportiert werden.
[0018] Um bei der Reinigung von Quirlen zu verhindern, dass das mit Wasser gefüllte Gefäß
durch zulaufendes Wasser aus dem Sprührohr überläuft, kann an der Vorrichtung ein
Überlauf vorgesehen sein, durch den überschüssiges Wasser abläuft.
[0019] Besonderer Vorteil der Vorrichtung ist, dass sie zur Reinigung der unterschiedlichsten
Werkzeuge dienen kann, so dass nur eine einzelne Vorrichtung für Reinigungszwecke
vorgehalten werden muss. Dieses trägt zur Einsparung von Platz bei. Zudem ist die
Vorrichtung dadurch, dass keine wartungsanfälligen Teile verwendet werden, von hoher
Lebensdauer und in der Herstellung sehr günstig.
[0020] Es ist auch denkbar, den Spritzschutz mit eingesetztem Sprührohr und u.U. mit einer
Führung und Befestigungsmaterial einzeln anzubieten, so dass sich der ambitionierte
Heimwerker eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung mit Hilfe eines handelsüblichen
Malereimers in der angegebenen Größe selbst basteln kann.
In einer weiteren Ausführungsform ist es auch denkbar, dass ein oder mehrere Sprührohre
nicht innerhalb des Spritzschutzes sondern im Gefäß angeordnet sind. So kann der Reinigungsvorgang
beim Herausziehen des Quirls aus dem im Gefäß befindlichen Wasser kontinuierlich durch
die Reinigung mit den Sprührohren fortgesetzt werden, Dabei ist eine weitere Steigerung
der Reinigungsleistung der Vorrichtung zu erkennen.
Kurze Beschreibung der Abbildungen
[0021] Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beispielhaft von schematischen
Zeichnungen erläutert. Dabei zeigen Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer
Seitenansicht und Fig. 2 die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Explosionsansicht.
[0022] In Fig. 1 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in Verwendungsposition dargestellt.
Ein mit einem Auslass 6 versehenes Gefäß 1 ist mit einem Deckel 2 verschlossen. Im
Deckel 2 ist eine Öffnung 3 vorgesehen, in der ein rohrförmiger Spritzschutz 4 derart
eingesetzt ist, dass es mit einem offenen Ende in das Gefäß1 zeigt. Um eine Stabilität
dieses senkrecht stehenden Spritzschutzes 4 zu gewährleisten, ist am Deckel 2 eine
Führung 7 angeordnet, die im Innendurchmesser dem Innendurchmesser der Öffnung 3 angepasst
ist. Die Führung 7 kann fest oder lösbar mit dem Deckel verbunden sein.
[0023] Der Spritzschutz 4 ist so gestaltet, dass sein Außendurchmesser dem Innendurchmesser
von Öffnung 3 und Führung 7 entspricht, so dass der Spritzschutz 4 nicht von alleine
in das Gefäß 1 rutscht, jedoch unter Anwendung einer geringen Kraft in das Gefäß 1
verschoben werden kann. Der Spritzschutz 4 ist an seinem in das Gefäß 1 zeigenden
Ende mit Aussparungen 8 versehen, durch die bei einer alleinigen Verwendung des Spritzschutzes
4 zur Reinigung einer Malerrolle Wasser austreten kann. Dabei steht der Spritzschutz
auf Füßen 12 im Spülstein oder der Badewanne. Im Innern des Spritzschutzes 4 ist mit
Hilfe von Befestigungselementen 9 ein Sprührohr 5 drehbar angeordnet, das über eine
Anzahl von über die Länge des Sprührohres 5 verteilten Öffnungen verfügt. Diese Öffnungen
dienen zur Erzeugung mehrerer kleiner Sprühstrahlen, die z.B. in Richtung der Achse
des Spritzschutzes 4 ausgerichtet werden können, Das Sprührohr 5 verfügt über einen
Sprührohrstutzen 10, an dem ein Schlauch 11 angeordnet ist, der den Stutzen 10 mit
der Wasserversorgung verbindet.
[0024] Fig. 2 zeigt die gleiche Vorrichtung in einer Explosionsansicht. Der Grundkörper
der Vorrichtung besteht aus einem Gefäß 1, das mit einem Deckel 2 verschlossen ist.
Im Deckel ist eine Öffnung 3 vorgesehen. Außerdem ist die Öffnung 3 mit einer Führung
7 ausgestattet, durch die den Spritzschutz 4 beim Einsetzen gleitet und die dem Spritzschutz
4 Halt gibt. In der Nähe des Bodens des Gefäßes 1 ist ein Auslass 6 vorgesehen, durch
den im Gefäß 1 befindliches Wasser abgelassen werden kann.
[0025] Der Spritzschutz 4 weist an seinem in das Gefäß zu schiebenden Ende Aussparungen
8 auf, die zwischen den Füßen 12 angeordnet sind. Über Befestigungselemente 9 wird
ein Sprührohr 5 an der Innenwand derart befestigt, dass es noch drehbar ist. So kann
der Winkel des auf das Werkzeug treffenden Wassers manuell z.B. durch Drehen am Sprührohrstutzen
10 eingestellt werden. Am Sprührohrstutzen 10 ist ein Schlauch 11 befestigt, der mit
einer beliebigen Wasserversorgung verbunden ist.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Gefäß
- 2
- Deckel
- 3
- Öffnung
- 4
- Spritzschutz
- 5
- Sprührohr
- 6
- Auslass
- 7
- Führung
- 8
- Aussparungen
- 9
- Befestigungselemente
- 10
- Sprührohrstutzen
- 11
- Schlauch
- 12
- Fuß
1. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge umfassend ein Gefäß (1) und einen das Gefäß (1)
verschließenden Deckel (2) mit einer Öffnung (3) dadurch gekennzeichnet, dass
ein Spritzschutz (4) mit Außenmaßen, die den Innenmaßen der Öffnung (3) entsprechen,
in Längsachse des Spritzschutzes (4) verschiebbar in der Öffnung (3) angeordnet ist
und im Innern des Spritzschutzes (4) mindestens ein Sprührohr (5) angeordnet ist.
2. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass
das Sprührohr (5) über mindestens ein Befestigungselement (9) derart am Spritzschutz
(4) befestigt ist, dass es um seine Achse drehbar ist.
3. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
eine in ihrem Innenmaß an die Öffnung (3) angepasste Führung (7) derart am Deckel
(2) befestigt ist, dass die Führung (7) und die Öffnung (3) deckungsgleich sind und
die Führung (7) senkrecht vom Deckel (2) absteht.
4. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Spritzschutz (4) an einem Ende Füße (12) aufweist, die Aussparungen (8) voneinander
trennen.
5. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass
nur eine einzelne Aussparung (8) vorgesehen ist.
6. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
das Gefäß (1) über einen Auslass (6) verfügt.
7. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Auslass (6) in Bodennähe des Gefäßes (1) angeordnet ist.
8. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
das Gefäß über einen Überlauf verfügt.
9. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Sprührohr (5) im Innern des Gefäßes (1) angeordnet ist.
10. Reinigungsvorrichtung für Werkzeuge nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
Spritzschutz (4) und Deckel (2) oder Gefäß (1) oder Führung (7) lösbar miteinander
verbunden sind.