[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers,
bei dem Lignozellulose enthaltendes, kleinstückiges Material bereitgestellt wird,
das kleinstückige Material mit einem Bindemittel vermengt wird, eine oder mehrere
Lagen aus dem kleinstückigen Material gestreut werden und ein Schichtaufbau aus allen
gestreuten Lagen unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur verpresst wird.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers
mit einer Formstraße, mit einer oder mehreren entlang der Formstraße angeordneten
Streueinrichtungen zum Streuen von Lagen aus Lignozellulose enthaltendem, kleinstückigem
Material und zum Versehen des kleinstückigen Materials mit Bindemittel und mit einer
Presseinrichtung, die den Streueinrichtungen nachgeschaltet ist.
[0003] Schließlich betrifft die Erfindung einen Holzwerkstoffkörper mit einer oder mehreren
Lagen aus mit Bindemittel versehenem, Lignozellulose enthaltendem, kleinstückigem
Material.
[0004] Holzwerkstoffkörper der zuvor beschriebenen Art werden häufig in Form von sogenannten
Holzwerkstoffplatten zu sowohl tragenden als auch nicht-tragenden Zwecken eingesetzt.
Als nicht-tragende Elemente dienen die Holzwerkstoffplatten beispielsweise als Verkleidung
von Wand-, Decken- oder Fußbodenkonstruktionen. Auch der Einsatz im Möbel- und Türenbau
ist bekannt. Holzwerkstoffplatten können auch in Umgebungen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit
eingesetzt werden, müssen dazu aber zur Erlangung einer ausreichenden Feuchtebeständigkeit
zusätzliche behandelt, insbesondere beschichtet, werden.
[0005] Holzwerkstoffplatten mit erhöhten mechanisch-technologischen Eigenschaften, insbesondere
mit erhöhten Festigkeitseigenschaften, können als tragende Bauteile, beispielsweise
als Lkw- oder Containerböden oder als tragende Wandelemente im Hausbau, eingesetzt
werden.
[0006] Diese speziellen Holzwerkstoffkörper bzw. -platten, die aufgrund des Einsatzes in
einer feuchten Umgebung besagte erhöhte Feuchtebeständigkeit und/oder aufgrund einer
tragenden Funktion besagte erhöhte mechanisch-technologische Eigenschaften aufweisen
müssen, sind aber relativ aufwendig und teuer in der Herstellung. Außerdem kann es
gewünscht sein, die Quelleigenschaften und/oder das Emissionsverhalten zu verbessern,
was zusätzliche Maßnahmen erfordert, die die Herstellung entsprechend verkomplizieren..
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren, eine Vorrichtung
und einen Holzwerkstoffkörper anzugeben, womit zumindest eine der genannten Eigenschaften,
insbesondere die Feuchtebeständigkeit, das Quellverhalten oder das Emissionsverhalten,
verbessert werden kann.
[0008] Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird gemäß einer ersten Lehre der
vorliegenden Erfindung gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers,
bei dem die folgenden Schritte durchgeführt werden:
- Bereitstellen von Lignozellulose enthaltendem, kleinstückigem Material,
- Vermengen des kleinstückigen Materials mit einem Bindemittel,
- Streuen einer oder mehrerer Lagen aus dem kleinstückigen Material, was bevorzugt nach
dem Vermengen mit Bindemittel durchgeführt werden kann, gegebenenfalls zumindest teilweise
aber auch vorher,
- Aufbringen einer expandierenden und aushärtenden, insbesondere fließfähigen, Masse
auf mindestens eine der gestreuten Lagen und
- Verpressen eines Schichtaufbaus aus allen gestreuten Lagen unter erhöhtem Druck und
erhöhter Temperatur, wobei der Schritt des Verpressens nach dem Schritt des Aufbringens
der Masse erfolgt.
[0009] Erfindungsgemäß wird also das herkömmliche Herstellungsverfahren, bei dem kleinstückiges
Material lediglich mit einem Bindemittel versehen und anschließend verpresst wird,
dadurch ergänzt, dass zusätzlich noch eine expandierende und aushärtende Masse dem
zu verpressenden Schichtaufbau zugegeben wird. Dabei ist hervorzuheben, dass die besagte
Masse unabhängig von dem Bindemittel und zusätzlich dazu zugegeben wird, wobei die
Masse von dem Bindemittel verschieden ist. Es handelt sich also bei der zwangsläufig
bei der Herstellung von Holzwerkstoffkörpern erforderlichen Zugabe von Bindemittel
und bei der erfindungsgemäß zusätzlich vorgesehenen Zugabe der expandierenden und
aushärtenden, insbesondere fließfähigen, Masse um unterschiedliche Verfahrensschritte
und auch um unterschiedliche Zusammensetzungen.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist auch wesentlich, dass die Zugabe der expandierenden
und aushärtenden Masse vor dem Verpressen des Schichtaufbaus erfolgt, wodurch die
besagte Masse während des Verpressens zwangsläufig dem erhöhten Druck und der erhöhten
Temperatur ausgesetzt wird. Dadurch wird ermöglicht, dass sich die Masse bei geeigneter
Zusammensetzung optimal in dem Schichtaufbau verteilen kann, da zum Zeitpunkt des
Aufbringens der Masse das Bindemittel noch nicht nennenswert ausgehärtet ist. Dadurch
kann die besagte Masse in zwischen dem kleinstückigen Material beim Streuen ausgebildete
Hohlräume gelangen, was durch den auf den Schichtaufbau beim Verpressen ausgeübten
erhöhten Druck noch unterstützt wird. Zusätzlich wird dieser Vorgang dadurch unterstützt,
dass sich die noch nicht ausgehärtete Masse besonders gut zwischen dem kleinstückigen
Material ausbreiten kann, bevor die Verklebung des Materials durch das Bindemittel
erfolgt oder zumindest abgeschlossen ist.
[0011] Durch das Verpressen ergibt sich auf diese Weise, im Vergleich zum Stand der Technik,
ein Holzwerkstoffkörper mit insbesondere verbesserter Feuchtebeständigkeit, da nach
dem Aushärten der expandierten Masse die der äußeren Umgebung ausgesetzte Oberfläche
des kleinstückigen Materials durch Ausfüllen der Hohlräume und Ummantelung des kleinstückigen
Materials durch die Masse auf ein Minimum reduziert werden kann. Auch die Quelleigenschaften
und das Emissionsverhalten lassen sich deutlich verbessern. Insbesondere die Emissionen
von VOCs (Volatile Organic Compounds, flüchtige organische Verbindungen) lassen sich
gegenüber dem Stand der Technik erheblich reduzieren. Schließlich lassen sich auch
die mechanisch-technologischen Eigenschaften, insbesondere die Festigkeitseigenschaften,
verbessern. Es hat sich gezeigt, dass sich durch das erfindungsgemäße Verfahren bei
einem Holzwerkstoffkörper gerade die Querzugfestigkeit, die Biegefestigkeit und/oder
der Elastizitätsmodul erhöhen lassen, verglichen mit auf herkömmliche Weise hergestellten
Holzwerkstoffkörpern ohne die Zugabe einer separaten expandierenden und aushärtenden
Masse in den noch nicht verpressten Schichtaufbau.. Ein vielschichtiger Aufbau mit
entsprechend vielen Lagen der ausgehärteten Masse ist schließlich auch vorteilhaft,
um eine verbesserte Stanzfestigkeit für Containerböden oder dergleichen zu erhalten.
[0012] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Masse in flüssiger
oder zähflüssiger Form aufgebracht. Auf diese Weise kann sich die Masse optimal im
Schichtaufbau verteilen, und zwar sowohl vor dem Verpressen als auch während des Verpressens.
Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, die expandierende und aushärtende Masse in
kleinstückiger Form, beispielsweise als Granulat, oder in Pulverform zuzugeben.
[0013] Die Masse kann entweder partiell oder vollflächig auf die jeweilige Lage aufgetragen
werden, wobei ein partieller Auftrag insbesondere dann ausreichend ist, wenn die aufgetragene
Masse relativ stark expandiert. Ein partieller Auftrag kann insbesondere tropfenförmig,
fadenförmig, streifenförmig und/oder flächig sein.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens expandiert die
Masse erst während des Schritts des Verpressens, insbesondere ab einer bestimmten
Presstemperatur. Entsprechendes kann auch für das Aushärten der Masse gelten. Grundsätzlich
ist es auch denkbar, dass die Masse auch noch nach dem Schritt des Verpressens expandiert
und/oder aushärtet.
[0015] In dem Fall, dass das Expandieren und/oder das Aushärten eine bestimmte Minimaltemperatur
verlangt, kann vorgesehen sein, dass die Masse bei einer Temperatur von mindestens
60°C, bevorzugt von mindestens 70°C, besonders bevorzugt von mindestens 80°C, expandiert
und/oder aushärtet. Bei niedrigeren Temperaturen setzt dann entweder noch keine Reaktion
ein oder die Reaktion setzt verzögert ein.
[0016] Die Masse ist gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung eine Kunststoff enthaltende
Masse, insbesondere eine Polyurethan (PU) enthaltende Masse. Expandierende Kunststoffe
haben den Vorteil, dass bei dem erfindungsgemäßen Holzwerkstoffkörper neben einer
hohen Festigkeit und Stabilität auch ein besonders gutes Feuchteverhalten erreicht
wird, da der Kunststoff das kleinstückige Material ummantelt und dadurch das Risiko
des Eindringens von Feuchtigkeit in den Holzwerkstoffkörper reduziert wird. PU hat
sich dabei als besonders vorteilhaft erwiesen, da dieser Kunststoff relativ stark
expandiert und nach dem Aushärten in Verbindung mit einem Holzwerkstoff zu einer hohen
Steifigkeit führt. PU läßt sich im Übrigen auch besonders einfach in flüssiger Form
aufbringen. Insbesondere ein tropfenförmiger Auftrag ist besonders einfach mit PU
zu realisieren. Im Übrigen erfordert PU auch nur relativ geringe Reaktionstemperaturen,
was den Herstellungsaufwand des Holzwerkstoffkörpers reduziert.
[0017] Gemäß wiederum einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
das Streuen einer oder mehrerer Lagen aus dem kleinstückigen Material und/oder das
Aufbringen einer expandierenden und aushärtenden, insbesondere fließfähigen, Masse
auf mindestens eine der gestreuten Lagen in mehreren separaten Teilschritten durchgeführt
bzw. ist in mehrere separate Teilschritte unterteilt. Das Streuen des kleinstückigen
Materials und/oder das Aufbringen der besagten Masse kann damit an verschiedenen Stellen
der Produktionsvorrichtung, insbesondere einer Formstraße, erfolgen. Auf diese Weise
kann die besagte Masse in unterschiedlichen Tiefen im Schichtaufbau vorgesehen werden,
wodurch die Durchdringung des Schichtaufbaus und des späteren Holzwerkstoffkörpers
mit der Masse variiert werden kann.
[0018] Das Streuen einer oder mehrerer Lagen aus dem kleinstückigen Material und das Aufbringen
einer expandierenden und aushärtenden, insbesondere fließfähigen, Masse auf mindestens
eine der gestreuten Lagen wird gemäß wiederum einer weiteren Ausgestaltung in derselben
Formstraße durchgeführt, was die Produktion erheblich vereinfacht und die Produktionszeit
auf ein Minimum reduziert. Auch wird auf diese Weise erreicht, dass die expandierende
und aushärtende Masse vor dem Eintritt in die Presse im Bedarfsfall noch so fließfähig
ist, dass eine optimale Verteilung innerhalb des Schichtaufbaus erreicht wird.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Masse
auf eine Seite der jeweiligen Lage aufgebracht, die nicht eine der Außenseiten des
Schichtaufbaus bildet. Insbesondere wird die Masse ausschließlich auf eine solche
Seite aufgebracht, die nicht eine der Außenseiten des Schichtaufbaus bildet. Mit anderen
Worten wird in der Produktionsvorrichtung nach dem Aufbringen der besagten Masse in
diesem Fall immer noch eine weitere Lage kleinstückiges Material aufgestreut. Als
besonders vorteilhaft hat sich ein Verfahren erwiesen, bei dem zunächst eine oder
mehrere Lagen gestreut werden, dann die besagte Masse aufgebracht wird, dann erneut
eine oder mehrere weitere Lagen gestreut werden und danach gegebenenfalls das Aufbringen
der Masse gefolgt vom Streuen einer oder mehrerer weiterer Lagen ein- oder mehrmalig
wiederholt wird. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, dass die besagte Masse auf
eine Seite der jeweiligen Lage aufgebracht wird, die die Außenseite des Schichtaufbaus
und damit des fertigen Holzwerkstoffkörpers bildet, da auch in diesem Fall garantiert
ist, dass sich die Masse vor dem Verpressen und/oder während des Verpressens im Schichtaufbau
zumindest zu einem gewissen Grad verteilt.
[0020] Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Produktionsparameter,
gemeint sind die die Eigenschaften des Holzwerkstoffkörpers während der Herstellung
maßgeblich beeinflussenden Parameter, so gewählt und insbesondere so gesteuert, dass
nach dem Schritt des Verpressens die Masse über mindestens 50%, insbesondere über
mindestens 80%, bevorzugt über mindestens 90%, besonders bevorzugt über 100%, des
Querschnitts (gemeint ist hiermit auch im folgenden immer der Querschnitt senkrecht
zur Plattenebene bzw. senkrecht zur Erstreckungsebene und Unterseite bzw. Oberseite
des Schichtaufbaus) mindestens einer der Lagen, insbesondere des gesamten Schichtaufbaus
und/oder Holzwerkstoffkörpers, verteilt ist. Mit anderen Worten ist in diesem Fall
die Masse in mindestens 50%, insbesondere in mindestens 80%, bevorzugt in mindestens
90%, besonders bevorzugt in 100%, des Querschnitts mindestens einer der Lagen, insbesondere
des gesamten Schichtaufbaus und/oder Holzwerkstoffkörpers, vorhanden und trägt somit
dort, wo sie vorhanden ist, zum Querschnitt bei. Insbesondere zur Verbesserung der
Festigkeitseigenschaften, beispielsweise der Querzugfestigkeit, der Biegefestigkeit
und/oder des Elastizitätsmoduls, kann es schon ausreichen, wenn die Produktionsparameter
so gewählt oder gesteuert werden, dass die Masse später im fertigen Produkt nur über
einen Teil des Querschnitts verteilt ist. Für eine besonders hohe Feuchtebeständigkeit
und ein besonders gutes Emissionsverhalten ist es vorteilhaft, wenn die Masse über
100% des Querschnitts des Holzwerkstoffkörpers, das heißt über den vollständigen Querschnitt,
verteilt ist.
[0021] Als Produktionsparameter werden insbesondere einer oder mehrere aus der Gruppe gewählt
umfassend die Menge der aufzubringenden Masse, die Viskosität der aufzubringenden
Masse, den Ort des Aufbringens der Masse, den Pressdruck beim Verpressen, die Presstemperatur
beim Verpressen und die Pressdauer beim Verpressen. Grundsätzlich kann auch als ein
weiterer Produktionsparameter die Zusammensetzung der expandierenden und aushärtenden
Masse gesteuert oder innerhalb des Schichtaufbaus variiert werden. Beispielsweise
kann die Zusammensetzung der Masse im Innern des Schichtaufbaus so gewählt werden,
dass in diesem Bereich eine besonders hohe Festigkeit erreicht wird. In äußeren Bereichen
des Schichtaufbaus kann die Zusammensetzung beispielsweise dahingehend gewählt werden,
dass in diesen Bereichen und insbesondere an der Außenseite des fertigen Produkts
eine besonders hohe Feuchtebeständigkeit oder ein besonders gutes Emissionsverhalten
erzielt wird.
[0022] So kann auch vorgesehen sein, dass mittels des Expandierens und anschließenden Aushärtens
der Masse eine Oberflächenversiegelung durchgeführt bzw. erreicht wird. Wie bereits
zuvor angedeutet, wird dies auch dann erreicht, wenn die Masse nicht auf der Außenseite
des Schichtaufbaus, sondern nur in seinem Innern vorgesehen wird.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Vermengen
des kleinstückigen Materials mit dem Bindemittel vor dem Streuen der jeweiligen Lage,
so dass der Streukopf einer jeweiligen Streueinrichtung bereits mit Bindemittel versehenes
kleinstückiges Material abgibt. Grundsätzlich kann das Bindemittel auch während des
Streuens und/oder nach dem Streuen zugegeben werden. Es sei angemerkt, dass im erfindungsgemäßen
Sinne unter einer Streueinrichtung eine Einheit verstanden wird, die dafür sorgt,
dass mit Bindemittel versehenes, kleinstückiges Material auf die Formstraße gelangt.
Die Streueinrichtung kann damit also neben dem Streukopf im Bedarfsfall auch eine
Einrichtung zum Versehen des kleinstückigen Materials mit einem Bindemittel aufweisen,
unabhängig davon, ob das kleinstückige Material vor, während und/oder nach dem Streuen
der jeweiligen Lage mit dem Bindemittel versehen wird.
[0024] Das kleinstückige Material wird gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens in Form von Holzspänen, Holzfasern und/oder Holzstrands (Mikrofurnieren
gemäß DIN EN 300 - OSB) bereitgestellt. Im Falle der Verwendung von Holzstrands anstelle
von Holzspänen oder -fasern kann vorgesehen sein, dass beim Streuen die Holzstrands
mindestens einer der Lagen in einer vorbestimmten Richtung orientiert werden. Auch
können die Holzstrands mindestens einer anderen der Lagen ohne vorbestimmte Orientierung
gestreut werden. Auf diese Weise kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch eine
OSB-Platte (OSB: Oriented Strands Board) hergestellt werden. Der spezielle Aufbau
von OSB-Platten führt in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zu besonders
guten mechanisch-technologischen Eigenschaften, insbesondere Festigkeitseigenschaften,
was auch auf die in mindestens einer der Lagen, bevorzugt in mehreren Lagen, vorbestimmte
Orientierung der Holzstrands zurückzuführen ist. Auch die Herstellung von Spanplatten
und von Faserplatten, insbesondere MDF-Platten (Mitteldichte Faserplatten) oder HDF-Platten
(Hochdichte Faserplatten) ist möglich.
[0025] Um die Festigkeitseigenschaften noch weiter zu erhöhen, kann gemäß einer weiteren
Ausgestaltung eine Zugabe von faserförmigem Armierungsmaterial erfolgen. Als faserförmiges
Armierungsmaterial werden insbesondere Glas-, Aramid-und/oder Carbonfasern zugegeben.
Dabei kann die Zugabe durch Aufstreuen des Armierungsmaterials auf mindestens eine
der Lagen, insbesondere auf mindestens eine der mit der besagten Masse versehenen
Lagen, erfolgen. Zusätzlich oder alternativ kann die Zugabe auch durch Vermengen des
Armierungsmaterials mit dem kleinstückigen Material, bevorzugt vor dem Streuen der
jeweiligen Lage, erfolgen. Auch ist es denkbar, dass die Zugabe durch Vermengen des
Armierungsmaterials mit der expandierenden und aushärtenden Masse, bevorzugt vor dem
Aufbringen der Masse auf die jeweilige Lage, erfolgt.
[0026] Die Masse kann gemäß wiederum einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens in eingefärbter Form aufgebracht werden. Dadurch läßt sich neben dekorativen
Effekten auch erreichen, dass die Holzwerkstoffkörper, insbesondere die Holzwerkstoffplatten,
entsprechend ihrer Eigenschaften und/oder entsprechend des Grads einer jeweiligen
Eigenschaft eingefärbt werden, wobei die Einfärbung auch über den Querschnitt variieren
kann. Mit dem Grad einer jeweiligen Eigenschaft ist beispielsweise der Grad der Feuchtebeständigkeit
oder der Grad der Festigkeit gemeint. So kann ein relativ geringer Feuchtebeständigkeitsgrad
beispielsweise mit einer hellgrün eingefärbten und ein relativ hoher Feuchtebeständigkeitsgrad
mit einer dunkelgrün eingefärbten Masse sichtbar gemacht werden. Ein relativ geringer
Festigkeitsgrad kann beispielsweise durch eine hellrote und ein relativ hoher Festigkeitsgrad
durch eine dunkelrote Einfärbung der Masse sichtbar gemacht werden. Das erfindungsgemäße
Verfahren erlaubt also, gleichzeitig mit der Herstellung des Holzwerkstoffkörpers
auch schon funktionale Eigenschaften kenntlich zu machen. Die Einfärbung ist also
technisch gesehen ein Anzeigemittel für bestimmte Eigenschaften.
[0027] Dabei ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht einmal erforderlich, für Holzwerkstoffkörper
mit einem relativ geringen Grad einer jeweiligen Eigenschaft die Masse anders, beispielsweise
schwächer, einzufärben als für Holzwerkstoffkörper mit einem höheren Grad derselben
Eigenschaft, da der Grad der jeweiligen Eigenschaft durch den Grad der Verteilung
der Masse über den Querschnitt des Holzwerkstoffkörpers beeinflusst werden kann, wodurch
zwangsläufig auch die Farbgebung und/oder Intensität der Einfärbung beeinflusst wird.
Beispielsweise wird in einer relativ wenig feuchtebeständigen Holzwerkstoffplatte
die Masse nur über einen geringen Teil des Querschnitts verteilt sein und damit nach
außen hin kaum oder nur mit einer geringen Intensität sichtbar sein, wohingegen bei
einer Platte mit einer relativ hohen Feuchtebeständigkeit die Masse über einen größeren
Teil des Querschnitts, möglicherweise sogar über 100% des Querschnitts, verteilt sein
wird, wodurch sich zwangsläufig auch die Intensität der Einfärbung an der Außenseite
der Platte erhöht. Im Übrigen ist die Verteilung der Masse, insbesondere wenn diese
eingefärbt ist, auch ohne weiteres im Bereich der Stirnkanten sichtbar.
[0028] Durch einen mehrlagigen Aufbau, bei dem auf mehrere Lagen von kleinstückigem Material
die besagte expandierende und aushärtende Masse aufgebracht wird, läßt sich auch die
Stanzfestigkeit eines Containerbodens, der von der fertigen Holzwerkstoffplatte gebildet
wird, erhöhen.
[0029] Die Aufgabe wird ferner gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung gelöst
durch eine Vorrichtung zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers, insbesondere zur
Durchführung des zuvor beschriebenen Verfahrens, mit einer Formstraße, mit einer oder
mehreren entlang der Formstraße angeordneten Streueinrichtungen zum Streuen von Lagen
aus Lignozellulose enthaltendem, kleinstückigem Material, mit einer oder mehreren
Auftragseinrichtungen zum Aufbringen einer expandierenden und aushärtenden, insbesondere
fließfähigen, Masse auf mindestens eine der gestreuten Lagen, wobei zumindest der
in Produktionsbewegungsrichtung ersten Auftragseinrichtung mindestens eine der Streueinrichtungen
vorgelagert ist, und mit einer Presseinrichtung, die den Streu- und Auftragseinrichtungen
nachgeschaltet ist.
[0030] Es versteht sich, dass eine Streueinrichtung auch in mehrere Streuuntereinrichtungen
aufgeteilt sein kann, die jeweils zum Streuen einer Lage aus Lignozellulose enthaltendem,
kleinstückigem Material dienen. Die Zugabe von Bindemittel zu dem kleinstückigen Material
kann in einem separaten Schritt und einer separaten Einrichtung erfolgen. Es ist aber
auch denkbar, dass die Bindemittelzugabe in einer Einrichtung, die Bestandteil der
jeweiligen Streueinrichtung ist, erfolgt.
[0031] Mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist, wie schon anhand des Verfahrens beschrieben
wurde, gewährleistet, dass ein damit hergestellter Holzwerkstoffkörper, insbesondere
eine Holzwerkstoffplatte, gegenüber dem Stand der Technik eine erhöhte Feuchtebeständigkeit,
ein verbessertes Quellverhalten und/oder ein verbessertes Emissionsverhalten erhält.
Auch erhöhte mechanisch-technologische Eigenschaftensind, verglichen mit einem Holzwerkstoffkörper,
der ohne Verwendung einer Auftragseinrichtung zum Aufbringen besagter Masse vor einer
Presseinrichtung hergestellt worden ist, realisierbar.
[0032] Gemäß einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind mehrere Streueinrichtungen
(zum Streuen des kleinstückigen Materials) und mehrere Auftragseinrichtungen (zum
Aufbringen der expandierenden und aushärtenden Masse) in Produktionsbewegungsrichtung
hintereinander angeordnet, wobei zwischen zwei Streueinrichtungen mindestens eine
Auftragseinrichtung angeordnet ist. Auf diese Weise ist mit einfachen Mitteln gewährleistet,
dass in verschiedenen Tiefen des Schichtaufbaus, nicht aber außenseitig, die expandierende
und aushärtende Masse vorgesehen werden kann, was zu einer optimalen Verteilung der
Masse innerhalb des Schichtaufbaus und des späteren Holzwerkstoffkörpers führt. Dies
wiederum führt zu einer weiteren Verbesserung der mechanisch-technologischen Eigenschaften.
Es versteht sich, dass, wie bereits zuvor erwähnt, bei einer anderen Ausführungsform
die besagte Masse grundsätzlich auch außenseitig am Schichtaufbau vorgesehen werden
kann.
[0033] Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist diese
ferner eine oder mehrere Einrichtungen zur Zugabe von faserförmigem Armierungsmaterial
auf. Durch die Möglichkeit, solches Armierungsmaterial zugeben zu können, kann der
jeweilige Holzwerkstoffkörper noch weiter hinsichtlich seiner Festigkeitseigenschaften
verbessert werden.
[0034] Wie bereits bei der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens erwähnt, ist es
vorteilhaft, wenn Produktionsparameter zur Herstellung des Holzwerkstoffkörpers variiert
oder gesteuert werden können. Dazu ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung vorgesehen, dass diese ferner eine Steuereinrichtung zum Steuern besagter
Produktionsparameter aufweist, wobei die Steuereinrichtung insbesondere so konfiguriert
ist, dass die Produktionsparameter so gesteuert werden können, dass nach dem Schritt
des Verpressens die Masse über mindestens 50%, insbesondere über mindestens 80%, bevorzugt
über mindestens 90%, besonders bevorzugt über 100%, des Querschnitts mindestens einer
der Lagen, insbesondere des gesamten Schichtaufbaus und/oder Holzwerkstoffskörpers,
verteilt ist.
[0035] Schließlich wird die Aufgabe gemäß einer dritten Lehre der vorliegenden Erfindung
gelöst durch einen Holzwerkstoffkörper, insbesondere hergestellt durch das zuvor beschriebene
Verfahren, mit einer oder mehreren Lagen aus mit Bindemittel versehenem, Lignozellulose
enthaltendem, kleinstückigem Material und mit einer expandierten und ausgehärteten
Masse, wobei die Masse Hohlräume zwischen dem kleinstückigen Material ausfüllt.
[0036] Ein solcher Holzwerkstoffkörper, bei dem es sich um einen plattenförmigen Holzwerkstoffkörper,
insbesondere eine Span-, Faser- oder OSB-Platte, handeln kann, hat aufgrund der expandierten
und ausgehärteten Masse, die sich im Innern des Schichtaufbaus verteilt hat, gegenüber
dem Stand der Technik eine verbesserte Feuchtebeständigkeit, verbesserte Quelleigenschaften,
ein verbessertes Emissionsverhalten, insbesondere VOC-Emissionsverhalten, und/oder
erhöhte mechanisch-technologische Eigenschaften, insbesondere erhöhte Festigkeitseigenschaften
wie eine erhöhte Querzugfestigkeit, eine erhöhte Biegefestigkeit und/oder einen erhöhten
Elastizitätsmodul. Auch läßt sich, indem die Hohlräume zwischen dem die Platte bildenden
kleinstückigen Material zumindest teilweise von der ausgehärteten Masse ausgefüllt
sind, eine höhere Dichte als bei einem herkömmlichen Holzwerkstoffkörper, der nicht
unter Verwendung einer solchen Masse hergestellt ist, erzielen. In einem solchen Fall
kann die Rohdichte beispielsweise wenigstens 600 kg/m
3, bevorzugt wenigstens 650 kg/m
3, besonders bevorzugt wenigstens 700 kg/m
3 betragen. Es sind sogar Rohdichten von mehr als 750 kg/m
3 denkbar. Es lassen sich aber auch bei Auswahl einer geeigneten Zusammensetzung der
Masse im Vergleich zu herkömmlichen Platten geringere Rohdichten erzielen, beispielsweise
durch Verwendung einer relativ stark schäumenden Masse. In einem solchen Fall kann
die Rohdichte beispielsweise höchstens 600 kg/m
3, bevorzugt höchstens 550 kg/m
3, besonders bevorzugt höchstens 500 kg/m
3 betragen. Es sind sogar Rohdichten von weniger als 450 kg/m
3 denkbar. Dazu kann gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Holzwerkstoffkörpers
vorgesehen sein, dass die Masse über mindestens 50%, insbesondere über mindestens
80%, bevorzugt über mindestens 90%, besonders bevorzugt über 100%, des Querschnitts
mindestens einer der Lagen, insbesondere des gesamten Schichtaufbaus und/oder Holzwerkstoffkörpers,
verteilt ist. Durch den Grad der Verteilung der Masse in dem fertigen Holzwerkstoffkörper
können die zuvor genannten Eigenschaften individuell beeinflusst werden.
[0037] Bei dem erfindungsgemäßen Holzwerkstoffkörper kann gemäß noch einer Ausgestaltung
der Anteil der Masse über den Querschnitt des Holzwerkstoffkörpers variieren. Insbesondere
kann der Anteil der Masse im Innern des Holzwerkstoffkörpers am höchsten sein. Grundsätzlich
ist es sogar denkbar, dass im Innern des Holzwerkstoffkörpers eine Masse mit einer
anderen Zusammensetzung als weiter außerhalb vorherrscht. Auf diese Weise kann der
Holzwerkstoffkörper auch einen erhöhten Grad an verschiedenen mechanisch-technologischen
Eigenschaften, beispielsweise sowohl einen erhöhten Festigkeitsgrad als auch einen
erhöhten Feuchtebeständigkeitsgrad, aufweisen.
[0038] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, das erfindungsgemäße Verfahren, die
erfindungsgemäße Vorrichtung und den erfindungsgemäßen Holzwerkstoffkörper auszugestalten
und weiterzubilden. Hierzu sei einerseits verwiesen auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten
Patentansprüche, andererseits auf die Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1a) und b)
- Ausführungsbeispiele einer Vorrichtung zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers,
- Fig. 2a) bis c)
- Ausführungsbeispiele eines Schichtaufbaus vor dem Verpressen, wie er in der Vorrichtung
gemäß Fig. 1 erzeugt werden kann und
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel eines Holzwerkstoffkörpers, wie er mit der Vorrichtung gemäß
Fig. 1 hergestellt werden kann.
[0039] Fig. 1a) zeigt beispielhaft ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 12 zur
Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers 1 mit einer Formstraße 6, mit mehreren entlang
der Formstraße 6 angeordneten Streueinrichtungen 13a, 13b, 13c, 13d zum Streuen von
mehreren Lagen aus Lignozellulose enthaltendem, kleinstückigem Material 2, wobei die
Streueinrichtungen 13a, 13b, 13c, 13d gleichzeitig dazu dienen können, das kleinstückige
Material 2 mit einem Bindemittel zu versehen. Bevorzugt erfolgt die Zugabe von Bindemittel
aber in einer separaten Einrichtung (nicht dargestellt).
[0040] Die Vorrichtung 12 weist ferner mehrere Auftragseinrichtungen 14a, 14b zum Aufbringen
einer expandierenden, aushärtenden und fließfähigen Masse 4 auf einige der gestreuten
Lagen auf. Dabei ist der bezogen auf die Produktionsbewegungsrichtung P ersten Auftragseinrichtung
14a eine Streueinrichtung 13a vorgelagert, so dass der Auftrag der Masse 4 nicht unmittelbar
auf der Formstraße 6 bzw. dem (nicht dargestellten) Transportband erfolgt, sondern
zwangsläufig in einem Bereich, der im späteren Schichtaufbau 5 innen liegt.
[0041] Ferner weist die Vorrichtung 12 eine Presseinrichtung 15 auf, die den Streueinrichtungen
13a, 13b, 13c, 13d und den Auftragseinrichtungen 14a, 14b nachgeschaltet ist.
[0042] Um in einigen Lagen 3b, 3c des Schichtaufbaus 5 eine faserförmige Armierung 11, beispielsweise
aus Glas-, Aramid-und/oder Carbonfasern, vorsehen zu können, weist die erfindungsgemäße
Vorrichtung 12 außerdem zwei Einrichtungen 16a, 16b zur Zugabe von Armierungsmaterial
11 in Faserform auf.
[0043] In Produktionsbewegungsrichtung P folgen somit in diesem Ausführungsbeispiel nacheinander
eine Streueinrichtung 13a, eine Auftragseinrichtung 14a, eine weitere Streueinrichtung
13b, eine Armierungseinrichtung 16a, noch eine weitere Streueinrichtung 13c, eine
weitere Armierungseinrichtung 16b, eine weitere Auftragseinrichtung 14b und schließlich
noch eine letzte Streueinrichtung 13d.
[0044] Sämtliche Einrichtungen werden, wie in Fig. 1a) mit senkrechten Pfeilen dargestellt
ist, über eine gemeinsame Steuereinrichtung 17 angesteuert, so dass Produktionsparameter
des Verfahrens, welches im Folgenden noch beschrieben wird, individuell eingestellt
werden können.
[0045] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird über die Streueinrichtungen 13a, 13b, 13c,
13d Lignozellulose enthaltendes, kleinstückiges Material 2, welches mit Bindemittel
versehen wurde, in mehreren Lagen 3a, 3b, 3c, 3d auf der Formstraße 6 aufgestreut,
wobei es sich bei dem kleinstückigen Material 2 um Holzspäne oder Holzfasern handeln
kann.
[0046] Über die Auftragseinrichtungen 14a, 14b wird als expandierende und aushärtende Masse
4 PU in flüssiger Form auf die Lagen 3a und 3c tropfenförmig aufgebracht.
[0047] Ferner werden über die beiden Armierungseinrichtungen 16a, 16b noch besagte Armierungsfasern
11 in und auf die beiden Lagen 3b und 3c gestreut.
[0048] Der so erzeugte Schichtaufbau 5 wird dann in der Presseinrichtung 15 unter erhöhtem
Druck und erhöhter Temperatur verpresst, wobei, wie Fig. 1a) zeigt, der Schritt des
Verpressens nach dem Schritt des Aufbringens der PU-Masse 4 erfolgt.
[0049] Durch das Verpressen entsteht ein Holzwerkstoffkörper 1 in Form einer Endlosplatte,
die noch weiteren Bearbeitungsschritten unterzogen werden kann, die aber schon deutlich
erhöhte mechanisch-technologische Eigenschaften aufweist.
[0050] In Fig. 1a) ist ferner zu erkennen, dass das Streuen des kleinstückigen Materials
2 in mehrere separate Teilschritte unterteilt ist, die jeweils von einer der Streueinrichtungen
13a, 13b, 13c, 13d durchgeführt werden. Auch das Aufbringen der PU-Masse 4 erfolgt
in mehreren Teilschritten über die beiden Auftragseinrichtungen 14a, 14b.
[0051] Die PU-Masse 4 wird bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1a) ausschließlich auf
eine Seite der jeweiligen Lage 3a, 3c aufgebracht, die nicht eine der Außenseiten
8 des Schichtaufbaus bildet.
[0052] Wie gesagt, können über die Steuereinrichtung 17 Produktionsparameter gesteuert werden.
So können die Menge, die Viskosität und der Ort des Aufbringens der PU-Masse 4 sowie
der Pressdruck, die Presstemperatur und die Pressdauer in der Presseinrichtung 15
individuell geregelt werden. Die Steuereinrichtung 17 ermöglicht damit, dass nach
dem Schritt des Verpressens die PU-Masse 4 über bis zu 100% des Querschnitts des gesamten
Holzwerkstoffkörpers 1 verteilt ist, was schematisch bei dem Holzwerkstoffkörper 1
auf der rechten Seite von Fig. 1a) dargestellt ist. Dabei nimmt der Anteil an PU-Masse
4 von der Mitte des Holzwerkstoffkörpers 1 nach außen hin ab.
[0053] Auf diese Weise ist mittels des Expandierens und anschließenden Aushärtens der PU-Masse
4 eine Oberflächenversiegelung des Holzwerkstoffkörpers 1 erreicht worden.
[0054] Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 12 zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers
1 zeigt Fig. 1b). Hier ist die PU-Masse 4 immer zwischen jeweils benachbarten Lagen
3a und 3b bzw. 3b und 3c bzw. 3c und 3d vorgesehen. Armierungsfasern 11 werden vor
dem Streuen der vorletzten Lage 3c auf die PU-Masse 4, die auf die darunterliegende
Lage 3b aufgebracht worden ist, aufgestreut. Dabei können sich die Armierungsfasern
11 während der Herstellung des entsprechenden Holzwerkstoffkörpers 1 im Schichtaufbau
5 verteilen, einerseits bedingt durch das Aufstreuen der Lage 3c, wodurch es zu einer
Vermischung kommen kann, andererseits durch das Expandieren der PU-Masse 4, die zwischen
den Lagen 3b und 3c aufgebracht worden ist und die Armierungsfasern 11 zumindest teilweise
durch den Schichtaufbau 5 transportieren kann.
[0055] Die Vorrichtung 12 weist dazu eine Streueinrichtung 13a auf, gefolgt von einer Auftragseinrichtung
14a, gefolgt von einer weiteren Streueinrichtung 13b, wiederum gefolgt von einer Auftragseinrichtung
14b, gefolgt von einer Armierungseinrichtung 16a, gefolgt von noch einer weiteren
Streueinrichtung 13c, wiederum gefolgt von einer Auftragseinrichtung 14c, schließlich
gefolgt von einer letzten Streueinrichtung 13d.
[0056] In den Figuren 2a) bis c) sind einige Ausführungsbeispiele eines Schichtaufbaus 5
dargestellt, wie er mit der zuvor beschriebenen Vorrichtung 12 erreicht und verpresst
werden kann.
[0057] Gemäß Fig. 2a) sind zwei Lagen 3a, 3b aus gestreuten Holzfasern 10 im Schichtaufbau
5 vorgesehen, wobei auf die untere Lage 3a eine expandierende und aushärtende Kunststoffmasse
4 aus PU vor dem Streuen der oberen Lage 3b aufgebracht worden ist. Ein solcher Schichtaufbau
5 ergibt nach dem Verpressen in der Presseinrichtung 15 eine Faserplatte mit erhöhten
mechanisch-technologischen Eigenschaften.
[0058] Die Figuren 2b) und c) zeigen jeweils einen Schichtaufbau 5, der nach dem Verpressen
eine OSB-Platte ergibt.
[0059] Gemäß Fig. 2b) wurden dazu zwei Lagen 3a, 3b aus in jeweils verschiedener Richtung
orientierten Holzstrands 9 (gemäß DIN EN 300 - OSB) gestreut, wobei zwischen den Lagen
3a, 3b ebenfalls eine Kunststoffmasse 4 vorgesehen ist. Zusätzlich wurde faserförmiges
Armierungsmaterial 11 in die beiden Lagen 3a, 3b integriert. Alternativ oder zusätzlich
ist auch denkbar, das faserförmige Armierungsmaterial 11 nicht in die Lagen 3a, 3b
zu integrieren, indem dieses mit dem kleinstückigen Material 2 vermengt oder darauf
aufgestreut wird, sondern indem das Armierungsmaterial 11 vor dem Aufbringen der Masse
4 mit dieser vermengt wird. Auch kann das Armierungsmaterial 11 auf die Masse 4 aufgestreut
werden. Es versteht sich, dass das Armierungsmaterial 11 bei einem mehr als zwei Lagen
3a, 3b etc. umfassenden Schichtaufbau 5 (nicht dargestellt) nicht zwischen allen Einzellagen
3a, 3b etc. vorgesehen sein muss, sondern auch nur zwischen zwei benachbarten Lagen,
insbesondere zwischen den zwei mittleren Lagen, vorgesehen werden kann.
[0060] Gemäß Fig. 2c) weist der Schichtaufbau 5 drei Lagen 3a, 3b, 3c aus mit unterschiedlicher
Orientierung gestreuten Holzstrands 9 auf, wobei zwischen jeweils benachbarten Lagen
jeweils eine expandierende und aushärtende Kunststoffmasse 4 aufgebracht worden ist.
[0061] Fig. 3 zeigt schließlich ein Ausführungsbeispiel eines Holzwerkstoffkörpers 1, wie
er mit der in Fig. 1a) oder b) dargestellten Vorrichtung 12 und beispielsweise aus
dem in Fig. 2a) dargestellten Schichtaufbau 5 hergestellt werden kann.
[0062] Deutlich zu erkennen ist, dass die expandierte und ausgehärtete Masse 4 über den
gesamten Querschnitt des Holzwerkstoffkörpers 1 verteilt ist, also bis in die Randregionen
reicht. Dabei ist der Anteil an Kunststoff- bzw. PU-Masse 4 in der Mitte des Holzwerkstoffkörpers
1 relativ hoch und nimmt zu den Außenseiten hin ab. Ein solcher plattenförmiger Holzwerkstoffkörper
1 ist damit durch die expandierte und anschließend ausgehärtete Masse 4 gleichzeitig
oberflächenversiegelt. Erfindungsgemäß ist also nach dem Erzeugen eines Schichtaufbaus
5 und nach dem Verpressen dieses Schichtaufbaus 5 kein weiterer Bearbeitungsschritt,
insbesondere keine Beschichtung, notwendig, um erhöhte mechanisch-technologische Eigenschaften,
insbesondere eine erhöhte Feuchtebeständigkeit und/oder erhöhte Festigkeitseigenschaften,
zu erreichen.
1. Verfahren zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers (1), bei dem die folgenden Schritte
durchgeführt werden:
- Bereitstellen von Lignozellulose enthaltendem, kleinstückigem Material (2),
- Vermengen des kleinstückigen Materials (2) mit einem Bindemittel,
- Streuen einer oder mehrerer Lagen (3a,3b,3c,3d) aus dem kleinstückigen Material
(2),
- Aufbringen einer expandierenden und aushärtenden Masse (4) auf mindestens eine der
gestreuten Lagen (3a,3b,3c,3d) und
- Verpressen eines Schichtaufbaus (5) aus allen gestreuten Lagen (3a,3b,3c,3d) unter
erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur, wobei der Schritt des Verpressens nach dem
Schritt des Aufbringens der Masse (4) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (4) in flüssiger oder zähflüssiger Form partiell, insbesondere tropfenförmig,
fadenförmig, streifenförmig und/oder flächig, oder vollflächig aufgebracht wird.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (4) erst während und/oder nach dem Schritt des Verpressens, insbesondere
bei einer Temperatur von mindestens 60°C, bevorzugt von mindestens 70°C, besonders
bevorzugt von mindestens 80°C, expandiert und/oder aushärtet.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (4) eine Kunststoff enthaltende Masse (4), insbesondere eine Polyurethan
enthaltende Masse (4), ist.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (4), insbesondere ausschließlich, auf eine Seite (7) der jeweiligen Lage
(3a,3b,3c,3d) aufgebracht wird, die nicht eine der Außenseiten (8) des Schichtaufbaus
(5) bildet.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Produktionsparameter so gewählt werden, dass nach dem Schritt des Verpressens die
Masse (4) über mindestens 50%, insbesondere über mindestens 80%, bevorzugt über mindestens
90%, besonders bevorzugt über 100%, des Querschnitts mindestens einer der Lagen (3a,3b,3c,3d),
insbesondere des gesamten Schichtaufbaus (5) und/oder Holzwerkstoffkörpers (1), verteilt
ist, wobei als Produktionsparameter insbesondere eine oder mehrere aus der Gruppe
gewählt werden umfassend die Menge der aufzubringenden Masse (4), die Viskosität der
aufzubringenden Masse (4), den Ort des Aufbringens der Masse (4), den Pressdruck beim
Verpressen, die Presstemperatur beim Verpressen und die Pressdauer beim Verpressen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Expandierens und anschließenden Aushärtens der Masse (4) eine Oberflächenversiegelung
durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zugabe von faserförmigem Armierungsmaterial (11) erfolgt, wobei insbesondere
als faserförmiges Armierungsmaterial (11) Glas-, Aramid-und/oder Carbonfasern zugegeben
werden.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (4) in eingefärbter Form aufgebracht wird.
10. Vorrichtung (12) zur Herstellung eines Holzwerkstoffkörpers (1), insbesondere zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
- mit einer Formstraße (6),
- mit einer oder mehreren entlang der Formstraße (6) angeordneten Streueinrichtungen
(13a,13b,13c,13d) zum Streuen von Lagen (3a,3b,3c,3d) aus Lignozellulose enthaltendem,
kleinstückigem Material (2),
- mit einer oder mehreren Auftragseinrichtungen (14a,14b) zum Aufbringen einer expandierenden
und aushärtenden Masse (4) auf mindestens eine der gestreuten Lagen (3a,3b,3c,3d),
wobei zumindest der in Produktionsbewegungsrichtung (P) ersten Auftragseinrichtung
(14a) mindestens eine der Streueinrichtungen (13a,13b,3c,13d) vorgelagert ist, und
- mit einer Presseinrichtung (15), die den Streu- und Auftragseinrichtungen (13a,13b,13c,13d,14a,14b)
nachgeschaltet ist.
11. Vorrichtung (12) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Streueinrichtungen (13a,13b,13c,13d) und mehrere Auftragseinrichtungen (14a,14b)
in Produktionsbewegungsrichtung (P) hintereinander angeordnet sind, wobei zwischen
zwei Streueinrichtungen (13a,13b,13c,13d) mindestens eine Auftragseinrichtung (14a,14b)
angeordnet ist.
12. Vorrichtung (12) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (12) ferner eine Steuereinrichtung (17) zum Steuern von Produktionsparametern
aufweist, die insbesondere so konfiguriert ist, dass die Produktionsparameter so gesteuert
werden können, dass nach dem Schritt des Verpressens die Masse (4) über mindestens
50%, insbesondere über mindestens 80%, bevorzugt über mindestens 90%, besonders bevorzugt
über 100%, des Querschnitts mindestens einer der Lagen (3a,3b,3c,3d), insbesondere
des gesamten Schichtaufbaus (5) und/oder Holzwerkstoffskörpers (1), verteilt ist.
13. Holzwerkstoffkörper (1), insbesondere hergestellt durch das Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 9,
- mit einer oder mehreren Lagen (3a,3b,3c,3d) aus mit Bindemittel versehenem, Lignozellulose
enthaltendem, kleinstückigem Material (2) und
- mit einer expandierten und ausgehärteten Masse (4), wobei die Masse (4) Hohlräume
(18) zwischen dem kleinstückigen Material (2) ausfüllt.
14. Holzwerkstoffkörper (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (4) über mindestens 50%, insbesondere über mindestens 80%, bevorzugt über
mindestens 90%, besonders bevorzugt über 100%, des Querschnitts mindestens einer der
Lagen (3a,3b,3c,3d), insbesondere des gesamten Schichtaufbaus (5) und/oder Holzwerkstoffkörpers
(1), verteilt ist.
15. Holzwerkstoffkörper (1) nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Masse (4) über den Querschnitt des Holzwerkstoffkörpers (1) variiert
und insbesondere im Innern des Holzwerkstoffkörpers (1) am höchsten ist.
16. Holzwerkstoffkörper (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzwerkstoffkörper (1) ein plattenförmiger Holzwerkstoffkörper (1), insbesondere
eine Span-, Faser- oder OSB-Platte, ist.