[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage eines mehrteiligen Verschlusses
für Behälter für flüssige, pastöse oder pulverförmige Produkte, einen mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren montierbaren mehrteiligen Verschluss, einen Behälter mit einem solchen mehrteiligen
Verschluss sowie dessen Verwendung.
[0002] Flüssige, pastöse oder pulverförmige Produkte, wie etwa Getränke, Chemikalien, Medikamente
oder Reinigungsmittel, werden im Allgemeinen in Behälter wie Flaschen, Dosen, Beutel
oder Packungen vorzugsweise aus Kunststoff, Glas oder Verbundstoffen abgefüllt und
verkauft. Die Behälter sind dabei oft mit einem separat hergestellten Verschluss versehen,
wobei unter einem Verschluss eine Vorrichtung zur kontrollierten Entnahme des Produkts
aus dem Behälter verstanden wird, die im Allgemeinen manuell durch den Benutzer oder
auch automatisch geöffnet und/oder geschlossen werden kann. Der Verschluss ist dabei
fest oder abnehmbar auf dem Behälter montiert, beispielsweise aufgeschraubt, verrastet,
aufgepresst, eingeschweißt oder einlaminiert. Die Montage des Verschlusses auf den
Behälter erfolgt im Allgemeinen in der Abfüllanlage vor oder nach der Befüllung des
Behälters mit dem Produkt.
[0003] Der Verschluss ist dabei in vielen Fällen mehrteilig ausgebildet, wobei die Verschlussteile
beispielsweise ein Verschlussgehäuse, einen Deckel oder einen Ventileinsatz, vorzugsweise
mit einem selbstschließenden Ventil, umfassen. Unter Verschlussteilen werden in diesem
Zusammenhang sowohl einzelne, separat hergestellte Teile als auch einzelne funktionelle
Abschnitte von solchen Teilen, vorzugsweise ein durch ein Filmscharnier mit einem
Verschlussgehäuse verbundener Deckel, welcher gemeinsam mit dem Verschlussgehäuse
aus einem Stück hergestellt ist, verstanden. Umgekehrt kann ein Verschlussteil auch
eine Baugruppe aus mehreren, miteinander verbundenen separaten Teilen sein, wie etwa
ein aus einem Ventilhalter, einem Ventil und einem Ventilgegenhalter bestehender Ventileinsatz.
[0004] Behälter und Verschlüsse der beschriebenen Art müssen in vielen Fällen vor der Abfüllung
mit dem Produkt mit einem Fluid in Kontakt gebracht werden. Unter einem Fluid wird
im Zusammenhang mit dieser Erfindung eine Flüssigkeit oder ein Gas verstanden, das
sowohl ein Newtonsches, d. h. ein gleichmäßig fließendes, oder auch Nichtnewtonsches,
d. h. ein nichtproportional oder sprunghaft fließendes Fluid sein kann.
[0005] Falls es sich bei dem Produkt etwa um ein verderbliches Lebensmittel handelt, wie
beispielsweise Fruchtsaft oder Milch, müssen alle Oberflächen des Behälters und des
Verschlusses, mit denen das Produkt während der Lagerung in Kontakt kommen kann, vor
der Abfüllung sterilisiert werden. Dies erfolgt im Allgemeinen durch sogenannte Nass-
oder Trocken-Aseptik, d. h. die Sterilisation durch eine Flüssigkeit oder ein Gas,
wofür u. a. Peressigsäure oder H
2O
2 verwendet werden.
[0006] Es ist bekannt, einzelne Verschlussteile, beispielsweise ein Verschlussgehäuse und
einen Ventileinsatz, separat mit dem Fluid in Kontakt zu bringen ― im Falle der Sterilisation
etwa in einer sogenannten Aseptikstation ― und dann in der Abfülllinie die einzelnen
Verschlussteile in getrennten Stationen auf den Behälter zu montieren.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein einfaches und kostengünstiges Verfahren
für das Inkontaktbringen der Verschlussteile mit dem Fluid und die Montage des Verschlusses
auf dem Behälter sowie einen in einem solchen Verfahren verwendbaren Verschluss zu
schaffen.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und einen Verschluss
gemäß Anspruch 9. Weitere vorteilhafte Ausführungen des Verfahrens und des Verschlusses
sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren enthält die folgenden drei Schritte:
In Schritt a) wird der Verschluss zunächst vormontiert, indem die Verschlussteile
in eine Vormontagestellung gebracht werden, wobei unter einer Vormontagestellung eine
vorläufige, später noch veränderbare Verbindung zwischen den Verschlussteilen verstanden
wird. Dabei entspricht die Vormontagestellung wenigstens zweier vormontierter Verschlussteile
nicht ihrer Endmontagestellung, wobei unter einer Endmontagestellung die endgültige
Lage der Verschlussteile in dem auf dem Behälter montierten Verschluss verstanden
wird.
[0010] Die Vormontagestellung der in Schritt a) vormontierten Verschlussteile ist dabei
so beschaffen, dass alle Teilstücke von Oberflächen von Verschlussteilen, die mit
einem Fluid, vorzugsweise zum Zwecke der Sterilisation, in Kontakt gebracht werden
sollen, durch das Fluid von außerhalb des vormontierten Verschlusses erreichbar sind.
Die Vormontagestellung ist also so beschaffen, dass sich ein durchgehender offener
Raum von der Umgebung des vormontierten Verschlusses bis zu allen solchen Oberflächenteilstücken
ergibt, durch welchen das Fluid fließen kann, um mit den Oberflächenteilstücken in
Kontakt zu kommen.
[0011] In Schritt b) werden dann alle solchen Oberflächenteilstücke der Verschlussteile
mit dem Fluid in Kontakt gebracht. Dafür wird das Fluid außerhalb des vormontierten
Verschlusses bereitgestellt, wird mit dem vormontierten Verschluss auf geeignete Weise
in Berührung gebracht und fließt aufgrund der genannten Beschaffenheit der Vormontagestellung
der Verschlussteile zu allen diesen Oberflächenteilstücken. Schließlich wird das Fluid
wieder von dem vormontierten Verschluss entfernt, vorzugsweise indem es selbstständig
abfließt oder abgesaugt wird.
[0012] In Schritt c) schließlich wird der vormontierte Verschluss auf den Behälter montiert,
wobei auch alle vormontierten Verschlussteile ihre Endmontagestellung einnehmen. Dieses
Verfahren hat den Vorteil, dass in der Abfülllinie lediglich eine Station für das
Inkontaktbringen des vormontierten Verschlusses mit dem Fluid benötigt wird - im Falle
der Sterilisation eine Aseptikstation ― sowie, dass das Erreichen der Endmontagestellung
der vormontierten Verschlussteile und die Montage des vormontierten Verschlusses auf
dem Behälter gemeinsam in einem Arbeitsschritt in derselben Montagestation der Abfülllinie
erfolgen können. Die Vormontage gemäß Schritt a) kann dabei bereits beim Hersteller
des Verschlusses erfolgen, so dass der vormontierte Verschluss als einzelnes Bauelement
an den Abfüllbetrieb geliefert werden kann. Dies hat logistische Vorteile und vereinfacht
den Aufbau der Abfülllinie, wodurch sich auch die Kosten für die Abfüllung verringern.
[0013] In einer bevorzugten Ausführung des Verfahrens werden in Schritt a) bei der Vormontage
zwischen den vormontierten Verschlussteilen ein oder mehrere Durchbrüche gebildet,
durch die das Fluid dann in Schritt b) hindurchtreten und die Oberflächenteilstücke,
die mit dem Fluid in Kontakt gebracht werden sollen, von außerhalb des vormontierten
Verschlusses erreichen kann. Solche Durchbrüche zwischen den vormontierten Verschlussteilen
sind ausreichend groß, um den Kontakt des Fluids mit diesen Oberflächenteilstücken
sicherzustellen. Andererseits sind die Durchbrüche klein genug, um trotzdem eine hinreichend
stabile mechanische Verbindung zwischen den vormontierten Verschlussteilen zu ermöglichen.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens werden wenigstens zwei Verschlussteile
in Schritt a) derart vormontiert, dass Oberflächenteilstücke dieser Verschlussteile,
die nicht mit dem Fluid in Kontakt gebracht werden sollen, durch das Fluid von außerhalb
des vormontierten Verschlusses nicht erreichbar sind. Dadurch kann das Inkontaktbringen
mit dem Fluid auf bestimmte Oberflächenteilstücke beschränkt werden, vorzugsweise
auf diejenigen Oberflächenteilstücke, die nach der Abfüllung mit dem Produkt in Kontakt
kommen können.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens ist das Inkontaktbringen
der Oberflächenteilstücke der vormontierten Verschlussteile mit dem Fluid in Schritt
b) eine Sterilisation, etwa mit einer Sterilisationsflüssigkeit wie Peressigsäure
oder H
2O
2, insbesondere in dem Fall, dass es sich bei dem Produkt um ein verderbliches Lebensmittel
handelt.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens geschieht das Inkontaktbringen
der Oberflächenteilstücke der vormontierten Verschlussteile in Schritt b) durch das
Fluten, also das vollständige oder nahezu vollständige Füllen aller von außen erreichbaren
Hohlräume, des vormontierten Verschlusses mit dem Fluid. Dies erfolgt vorzugsweise
dadurch, dass der vormontierte Verschluss in ein aus dem Fluid bestehendes Bad eingetaucht
wird. In dem Bad erreicht das Fluid aufgrund der Vormontagestellung der vormontierten
Verschlussteile alle relevanten Oberflächenteilstücke und kommt mit diesen in Kontakt.
Nach einer vorgegebenen Kontaktzeit, die beispielsweise ausreichend ist, um etwaige
auf den Oberflächenteilstücken vorhandene Keime abzutöten, wird der vormontierte Verschluss
aus dem Bad herausgehoben, woraufhin das Fluid nach unten ablaufen kann und möglicherweise
auf den Oberflächenteilstücken verbliebene Fluidfilme verdunsten können.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens umfasst die Vormontage der
Verschlussteile in Schritt a) das vorläufige Verrasten mindestens zweier Verschlussteile
miteinander. Dies hat den Vorteil, dass durch das vorläufige Verrasten eine hinreichend
stabile mechanische Verbindung zwischen den betreffenden Verschlussteilen hergestellt
wird, welche bei den nachfolgenden Verarbeitungsschritten des vormontierten Verschlusses,
etwa dem Transport vom Hersteller zum Abfüllbetrieb und dem Inkontaktbringen mit dem
Fluid, erhalten bleibt, ohne dass beispielsweise ein Verschlussteil versehentlich
aus dem vormontierten Verschluss herausfällt. In diesem Sinne ist die mechanische
Verbindung durch das vorläufige Verrasten unlösbar. Sie kann aber andererseits auf
einfache Weise zumindest teilweise und kontrolliert soweit wieder verändert werden,
dass die betreffenden Verschlussteile in Schritt c) in die Endmontagestellung überführt
werden können.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens werden die in der Vormontagestellung
vorläufig miteinander verrasteten Verschlussteile bei der Montage des vormontierten
Verschlusses auf den Behälter in Schritt c) für die Endmontagestellung anders als
in der Vormontagestellung miteinander verrastet. Dies hat den Vorteil, dass für das
Erreichen der Endmontagestellung der vormontierten Verschlussteile kein weiteres Werkzeug
notwendig ist. Stattdessen kann die Endmontagestellung beispielsweise durch den bei
der Montage des vormontierten Verschlusses auf den Behälter (vorzugsweise durch Aufschrauben,
Aufprellen oder Verrasten) ausgeübten Druck auf die vormontierten Verschlussteile
automatisch erreicht werden, indem die vormontierten Verschlussteile von der der Vormontagestellung
entsprechenden in die der Endmontagestellung entsprechenden Raststellung geschoben
werden. Dadurch wird ein Minimum an Verarbeitungsaufwand erreicht.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des Verfahrens umfassen die vormontierten
Verschlussteile ein Gehäuse und einen Ventileinsatz, wobei es sich bei dem Behälter
vorzugsweise um eine Getränkeflasche handelt. Ein Vorteil des Verfahrens in diesem
Fall ist, dass das Fluid auch mit solchen Oberflächenteilstücken von Verschlussteilen
in Kontakt kommt, die in der Endmontagestellung dieser Verschlussteile durch das (geschlossene)
Ventil von der Umgebung des Verschlusses getrennt und somit nur aufgrund der Vormontagestellung
dieser Verschlussteile für das Fluid erreichbar sind, die aber gleichwohl nach der
Abfüllung für das Produkt erreichbar sind, wenn etwa durch Druck auf den Behälter
das Produkt gegen das Ventil gepresst wird und sich dieses daraufhin öffnet.
[0020] Die Verschlussteile des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vormontierbaren und
auf dem Behälter montierbaren mehrteiligen Verschlusses umfassen in einer bevorzugten
Ausführungsform ein selbstschließendes Ventil. Dies hat den Vorteil, dass der Behälter
mit dem Verschluss stets dicht ist, was beispielsweise im Falle einer Getränkeflasche
bei der Benutzung während einer Autofahrt oder beim Sport wichtig ist. Trotzdem kann
der Benutzer das Produkt jederzeit aus der Flasche entnehmen, im Falle einer Getränkeflasche
vorzugsweise durch Zusammendrücken der Flasche und/oder das gleichzeitige Saugen am
Verschluss, wodurch sich das Ventil öffnet und das Produkt hindurchtreten kann.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfassen die Verschlussteile des mehrteiligen
Verschlusses ein Gehäuse und einen Deckel, wobei der Deckel als separates Teil hergestellt
oder auch gemeinsam mit dem Gehäuse hergestellt und mit diesem etwa durch ein Filmscharnier
verbunden sein kann. Der Deckel dient hierbei vorzugsweise als zusätzlicher Kontaminationsschutz
für den Verschluss, z. B. gegen Staub, Schmutz oder Insekten.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind das Gehäuse und der Deckel des
Verschlusses durch eine Originalitätssicherung miteinander verbunden. Diese kann die
Form eines umlaufenden, mit dem Gehäuse des Verschlusses verrasteten Ringes haben,
welcher mit dem Deckel vorzugsweise durch dünne Stege verbunden ist, die beim erstmaligen
Öffnen des Deckels durch den Benutzer abgerissen werden. Dadurch ist für den Benutzer
beim Kauf des Behälters auf den ersten Blick erkennbar, dass dieser noch nicht geöffnet
wurde. Entsprechende Originalitätssicherungen sind bereits für die Verbindung zwischen
einem Verschluss und einem Behälter, beispielsweise einem Schraubverschluss auf einer
Getränkeflasche, bekannt. Die Originalitätssicherung ist zwischen dem Gehäuse und
dem Deckel des Verschlusses unverlierbar angebracht, d. h. sie ist derart angebracht,
dass die Originalitätssicherung auch nach dem Öffnen des Deckels noch mit dem Verschluss,
vorzugsweise form- und/oder kraftschlüssig, verbunden ist. Auf diese Weise muss der
Benutzer nach dem erstmaligen Öffnen des Deckels die Originalitätssicherung nicht
entsorgen, und es besteht für eventuell in der Nähe befindliche Kleinkinder keine
Gefahr, die vom Verschluss getrennte Originalitätssicherung zu verschlucken.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführung des mehrteiligen Verschlusses kann die Bedienung
durch den Benutzer, insbesondere das Öffnen und/oder Schließen des Deckels, mit nur
einer Hand erfolgen. Dies kann vorzugsweise durch einen entsprechenden Vorsprung an
dem Deckel erreicht werden, an welchem der Benutzer den Deckel mit dem Daumen nach
oben schieben kann, während er den Behälter, beispielsweise die Getränkeflasche, mit
dem Handballen und den übrigen vier Fingern derselben Hand umschließt. Die Möglichkeit
einer solchen einhändigen Bedienung ist insbesondere beim Rad- oder Autofahren, wenn
die andere Hand zum Steuern des Fahrzeugs benötigt wird, besonders vorteilhaft.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführung umfasst der mehrteilige Verschluss keine
Verschlussteile, die radial über den größten Durchmesser des Verschlussgehäuses hervorstehen,
möglicherweise mit Ausnahme von Verschlussteilen an dem dem Behälter zugewandten Rand
des Verschlusses wie etwa eines Originalitätssicherungsringes. Diese Eigenschaft hat
den Vorteil, dass dadurch eine einfache Montage des Verschlusses auf den Behälter
ermöglicht wird, bei welcher ein kappenförmiges Werkzeug von der dem Behälter abgewandten
Seite aus über den Verschluss gestülpt wird, mit dem Verschluss in Eingriff gebracht
wird und dem Verschluss die zur Montage nötige Bewegung aufzwingt, vorzugsweise eine
Dreh-/Senkbewegung für ein Aufschrauben, eine stoßartige lineare Bewegung für ein
Aufprellen oder eine lineare Bewegung mit höherem Druck für ein Verrasten. Der Eingriff
wird dabei vorzugsweise durch in der Oberfläche des Verschlussgehäuses angebrachte
Rippen und entsprechende Rippen in dem kappenförmigen Werkzeug hergestellt.
[0025] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert. Hierzu zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht, die im Wesentlichen einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen
mehrteiligen Verschluss im vormontierten Zustand enthält, und
Fig. 2 eine Ansicht, die im Wesentlichen einen Querschnitt durch den in Fig. 1 dargestellten
mehrteiligen Verschluss im auf den Behälter montierten Zustand enthält.
[0026] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um den Verschluss
einer Getränkeflasche, welcher vor der Abfüllung sterilisiert werden soll. Die Verschlussteile
umfassen das Verschlussgehäuse 1 und den Deckel 2, welche durch die Originalitätssicherung
9 miteinander verbunden sind, sowie den aus dem Ventilhalter 3, dem Ventilgegenhalter
4 und dem Ventil 5 bestehenden Ventileinsatz. Der Deckel 2 ist mit dem Verschlussgehäuse
1 durch ein am linken Bildrand oben zu erkennendes Filmscharnier verbunden und weist
am rechten oberen Rand einen kleinen Vorsprung auf, an dem der Benutzer den Deckel
2 mit dem Daumen hochdrücken und damit öffnen kann. Der Deckel 2 umschließt sowohl
den oberen Teil des Verschlussgehäuses 1 von außen als auch den Austrittsstutzen durch
einen von der Innenseite der Deckelplatte nach unten herausragenden Zapfen.
[0027] Im Inneren des Verschlussgehäuses 1 befindet sich in konzentrischer Lage der Ventileinsatz.
Dieser enthält das aus einer geschlitzten Elastomermembran (die Schlitze sind in den
Zeichnungen nicht dargestellt) bestehende, selbstschließende Ventil 5. Als Elastomer
kann vorzugsweise Silikon oder ein thermoplastisches Elastomer verwendet werden. Die
Elastomermembran hat im Wesentlichen die Form einer Kugelkappe. Sie liegt auf der
Unterseite des Ventilhalters 3 auf einem um die Kugelkappe umlaufenden Flansch an
und wird durch den ringförmigen, in den Ventilhalter 3 von unten eingepressten Ventilgegenhalter
4 fixiert. Hierbei können das Ventil 5 und der Ventilgegenhalter 4 auch aus einem
Stück gefertigt sein. Die drei bzw. zwei genannten Einzelteile des Ventileinsatzes
werden in einem vorhergehenden Montageschritt miteinander verbunden und im Kontext
des erfindungsgemäßen Verfahrens als ein einziges Verschlussteil angesehen.
[0028] Da das Getränk während der Lagerung der Flasche in den gesamten Innenraum 10 des
Verschlussgehäuses 1 eindringen kann, und zwar auch durch das Ventil hindurch den
oberhalb des Ventils 5 liegenden Teil, ist es notwendig, alle diesen Innenraum 10
begrenzenden Oberflächenteilstücke des Verschlussgehäuses 1 und des Ventileinsatzes
vor der Abfüllung zu sterilisieren. Es ist jedoch nicht nötig, den Zwischenraum 11
zwischen dem Deckel 2 und dem Verschlussgehäuse 1 zu sterilisieren, da dieser gegenüber
dem Innenraum 10 durch den Zapfen des Deckels 2 in dem Austrittsstutzen fest verschlossen
ist, so dass das Getränk nicht in den Zwischenraum 11 eindringen kann.
[0029] Für die Sterilisation wird der gesamte Verschluss mit einer Sterilisationsflüssigkeit
geflutet. Um die Erreichbarkeit aller zu sterilisierenden Oberflächenteilstücke durch
die Sterilisationsflüssigkeit zu gewährleisten, wird der Ventileinsatz, wie in Fig.
1 dargestellt, zunächst in Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Vorrastposition
13 vormontiert. Diese Vorrastposition ist definiert durch den schmalen ringförmigen
Vorsprung am oberen Ende des Ventilhalters 3 (siehe vor allem die linken Seite des
Ventilhalters 3), welcher in einer ringförmigen Nut auf der Innenseite des Verschlussgehäuses
1 einrastet. Durch diese vorläufige Verrastung wird eine hinreichend stabile vorläufige
mechanische Verbindung zwischen dem Verschlussgehäuse 1 und dem Ventileinsatz erreicht.
Beim Fluten des vormontierten Verschlusses mit der Sterilisationsflüssigkeit dringt
diese nun von unten in das Verschlussgehäuse 1 ein und kann zunächst durch den Durchbruch
6 zwischen dem Verschlussgehäuse 1 und dem linken Rand des Ventilhalters 3 bis zum
oberen Rand des Ventilhalters 3 aufsteigen. Die Sterilisationsflüssigkeit fließt dabei
(vor bzw. hinter der in Fig. 1 dargestellten Schnittebene) um den Ventilhalter 3 herum
und füllt damit den gesamten Zwischenraum zwischen dem Verschlussgehäuse 1 und dem
Ventilhalter 3 bis zum oberen Rand des Ventilhalters 3 aus. Schließlich dringt sie
durch den Durchbruch 7 zwischen Verschlussgehäuse 1 und Ventilhalter 3 am rechten
Rand des Ventilhalters 3 in den oberhalb des Ventilhalters 3 liegenden Teil des Innenraums
10 ein und füllt diesen Teil des Innenraums 10 aus. Um den Durchbruch 7 zu bilden,
hat der Ventilhalter 3 an einer Stelle auf dem Umfang seines oberen Randes einen Rücksprung,
an welchem die Verrastung unterbrochen und der Durchbruch gebildet wird. Weiterhin
dringt die Sterilisationsflüssigkeit von oben durch den Durchbruch 8 ins Innere des
Ventileinsatzes bis zur Oberseite des Ventils 5 ein.
[0030] Durch den den Austrittsstutzen verschließenden Zapfen an der Innenseite der Deckelplatte
kann die Sterilisationsflüssigkeit jedoch nicht in den Zwischenraum 11 zwischen dem
Verschlussgehäuse 1 und dem Deckel 2 eindringen.
[0031] In Schritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird schließlich der vormontierte
Verschluss auf der Getränkeflasche durch Aufschrauben montiert. Die hierfür nötigen
Gewindegänge im Inneren des Verschlussgehäuses 1 sind an den schräg verlaufenden,
zungenförmigen Streifen im unteren Teil des Verschlussgehäuses 1 zu erkennen. Durch
das Aufschrauben des vormontierten Verschlusses auf die Flasche wird der obere Rand
der Flasche von unten in das Verschlussgehäuse 1 hineingeschoben und drückt gegen
den in der Vormontagestellung befindlichen Ventileinsatz, welcher dadurch im Inneren
des Verschlussgehäuses 1 nach oben geschoben wird.
[0032] Wie in Fig. 2 dargestellt, nimmt der Ventileinsatz dadurch seine Endmontagestellung
14 im Verschlussgehäuse 1 ein, indem der ringförmige Vorsprung am oberen Rand des
Ventilhalters 3 oberhalb des oberen ringförmigen Vorsprungs an der Innenseite des
Verschlussgehäuses 1 verrastet wird. Zusätzlich wird der scharfrandige ringförmige
Vorsprung 12 auf der flachen Oberseite des Ventilhalters 3 (in den Zeichnungen an
den beiden nach oben gerichteten Zacken zu erkennen) von unten in das Material des
Verschlussgehäuses 1 hineingepresst. Auf diese Weise wird der Durchbruch 6 geschlossen,
und es wird eine besonders dichte Verbindung zwischen dem Ventileinsatz und dem Verschlussgehäuse
1 hergestellt. Dadurch wird neben dem Eindringen des Getränks in den oberhalb des
Ventileinsatzes gelegenen Teil des Innenraums 10 vorzugsweise auch vermieden, dass
beim Saugen an dem Austrittsstutzen Luft aus der Flasche am Ventileinsatz vorbeiströmt
und so den am Ventil 5 erzeugten Unterdruck vermindert. Auf diese Weise wird eine
zuverlässige Funktion des Ventils 5 sichergestellt.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Verschlussgehäuse
- 2
- Deckel
- 3
- Ventilhalter
- 4
- Ventilgegenhalter
- 5
- Ventil
- 6
- Durchbruch zwischen Verschlussgehäuse und Ventilhalter (links)
- 7
- Durchbruch zwischen Verschlussgehäuse und Ventilhalter (rechts)
- 8
- Durchbruch am Ventilhalter (oben)
- 9
- Originalitätssicherung
- 10
- Innenraum des Verschlussgehäuses
- 11
- Zwischenraum zwischen Deckel und Verschlussgehäuse
- 12
- ringförmiger Vorsprung
- 13
- Vorrastposition
- 14
- Endmontagestellung
1. Verfahren zur Montage eines mehrteiligen Verschlusses für Behälter für flüssige, pastöse
oder pulverförmige Produkte mit den folgenden Schritten:
a) Montage des Verschlusses in einer Vormontagestellung, wobei die Vormontagestellung
wenigstens zweier vormontierter Verschlussteile nicht der Endmontagestellung des auf
dem Behälter montierten Verschlusses entspricht;
b) mindestens ein Teilstück mindestens einer Oberfläche mindestens eines vormontierten
Verschlussteiles wird in Kontakt mit einem Fluid gebracht,
wobei in der Vormontagestellung der in Schritt a) vormontierten Verschlussteile alle
Oberflächenteilstücke, die mit dem Fluid in Kontakt gebracht werden sollen, durch
das Fluid von außerhalb des vormontierten Verschlusses erreichbar sind;
c) der vormontierte Verschluss wird auf den Behälter montiert, wobei die vormontierten
Verschlussteile ihre Endmontagestellung einnehmen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei in Schritt a) zwischen vormontierten Verschlussteilen
ein oder mehrere Durchbrüche gebildet werden, durch die das Fluid hindurchtreten und
die Oberflächenteilstücke, die mit dem Fluid in Kontakt gebracht werden sollen, von
außerhalb des vormontierten Verschlusses erreichen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei wenigstens zwei Verschlussteile in Schritt a) derart
vormontiert werden, dass Oberflächenteilstücke dieser Verschlussteile, die nicht mit
dem Fluid in Kontakt gebracht werden sollen, durch das Fluid von außerhalb des vormontierten
Verschlusses nicht erreichbar sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Inkontaktbringen mit dem Fluid in Schritt b)
eine Sterilisation ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Inkontaktbringen in Schritt b) durch Fluten des
vormontierten Verschlusses geschieht.
6. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Vormontage in Schritt a) mindestens das vorläufige
Verrasten mindestens zweier Verschlussteile miteinander umfasst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Montage in Schritt c) das Verrasten der während
der Vormontage vorläufig miteinander verrasteten Verschlussteile in einer anderen
gegenseitigen Lage als in der Vormontagestellung umfasst.
8. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die vormontierten Verschlussteile ein Gehäuse und
einen Ventileinsatz umfassen.
9. Mehrteiliger Verschluss für Behälter für flüssige, pastöse oder pulverförmige Produkte,
der nach einem Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche vormontierbar und auf
dem Behälter montierbar ist.
10. Mehrteiliger Verschluss nach Anspruch 9, bei dem die Verschlussteile ein selbstschließendes
Ventil umfassen.
11. Mehrteiliger Verschluss nach Anspruch 9, bei dem die Verschlussteile ein Gehäuse und
einen Deckel umfassen.
12. Mehrteiliger Verschluss nach Anspruch 11, bei dem das Gehäuse und der Deckel durch
eine Originalitätssicherung verbunden sind.
13. Mehrteiliger Verschluss nach Anspruch 11, bei dem die Bedienung durch den Benutzer,
insbesondere das Öffnen und/oder Schließen des Deckels, mit einer Hand erfolgen kann.
14. Behälter mit einem mehrteiligen Verschluss einem der Ansprüche 9 bis 13.
15. Verwendung eines Behälters mit einem mehrteiligen Verschluss nach Anspruch 14, insbesondere
für die Verwendung für verderbliche Produkte, insbesondere verderbliche Getränke,
Chemikalien, Medikamente, kosmetische Produkte oder Reinigungsmittel.