[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement zur Kennzeichnung und/oder Identifikation
von Gegenständen, nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
[0002] Zur Kennzeichnung oder Identifikation von Gegenständen ist eine Vielzahl von Vorkehrungen
bekannt, beispielsweise werden Bar- oder Mustercodes oder andere Strukturen auf Etiketten
oder Verpackungen, Banknoten oder dgl. aufgebracht. Der Schutz gegen Fälschungen von
Banknoten, Dokumenten, Verpackungen usw. ist auf den verschiedensten Gebieten von
großer Bedeutung. Mit der Wichtigkeit des zu schützenden Objekts steigt auch der Aufwand,
um Fälschungen vorzubeugen und in der Regel steigen auch die Bemühungen von Fälschern
mit dem erwarteten Nutzen, die Sicherheitsmaßnahmen zu unterlaufen.
[0003] Bekannte Schutzvorkehrungen sind z.B. Wasserzeichen, Hologramme, in Banknoten eingebettete
Metallfäden, nur unter UV-Bestrahlung sichtbare Strukturen, zweidimensionale Bitmuster,
z.B. auf Fahrkarten, um nur Einige zu nennen.
[0004] Aus der
DE 10 2006 017 764 A1 ist z.B. ein Wert- und/oder Sicherheitsdokument bekannt, bei dem zumindest zwei unterschiedliche
und mit verschiedenen Emissionswellenlängen emittierenden Lumineszenzstoffe an verschiedenen
Orten der Oberfläche des Dokuments angeordnet sind und ein Lumineszenzstoffmuster
bilden, wobei jede Emissionswellenlänge einem Zeichen und jeder Ort einer Zeichenposition
zugeordnet ist, wodurch durch die Auswahl der verschiedenen Lumineszenzfarbstoffe
in Verbindung mit deren Ort eine maschinenlesbare Zeichenfolge gebildet wird.
[0005] Die
WO 2004/033228 A1 betrifft eine Echtheitsmarke für ein Produkt, bei der eine Buchstaben- oder Ziffernfolge
oder ein Barcode oder dergleichen aus einem Stoff erzeugt wird, der seine sichtbare
Erscheinung ändert, wenn äußere Parameter, wie Temperatur, Lichteinstrahlung oder
dergleichen geändert werden. Die Erscheinungsänderung kann als Farbänderung, Änderung
oder Auftreten von Lumineszenz, Fluoreszenz und dergleichen auftreten. Auch kann das
Erscheinungsbild sich ändern, wenn der Betrachtungswinkel geändert wird. Die genannten
Merkmale können mit Strukturen kombiniert werden, deren wesentliche Eigenschaften
im nicht sichtbaren Spektralbereich liegen und die nur mit entsprechenden Detektoren
analysiert werden können.
[0006] Da Fälscher permanent daran arbeiten, vorhandene Sicherheitsmaßnahmen zu überwinden,
ist es notwendig, Schutzmaßnahmen ständig weiterzuentwickeln oder auch neue Konzepte
zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen. Wünschenswert ist dabei nicht nur ein
zeitlicher Vorsprung vor eventuellen Fälschern, sondern auch der Einsatz von Sicherheitsmerkmalen,
die möglichst schwer herzustellen, nachzumachen und zu überlisten sind, wobei eine
Möglichkeit der Einsatz schwer zugänglicher Technologien ist.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitselement zur Kennzeichnung
und/oder Identifikation von Gegenständen zu schaffen, das möglichst schwer nachzumachen
und nur mit schwer zugänglicher Technologie zu detektieren ist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs
in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs gelöst.
[0009] Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen möglich.
[0010] Dadurch, dass das erfindungsgemäß Sicherheitselement mindestens zwei Isomere einer
Substanz enthält, deren spektrale Eigenschaften sich im THz-Frequenzbereich unterscheiden
und detektierbar sind, kann.das Sicherheitselement, d.h. die Isomere in Form einer
Struktur unter Verwendung von Strahlung im THz-Bereich erkannt werden, während sie
unter UV-Beleuchtung, im sichtbaren oder im nahen Infrarotbereich dagegen nicht zu
unterscheiden sind. Für Fälscher ohne leistungsfähige Ressourcen in der chemischen
Verfahrenstechnik ist es sehr schwer, das bzw. die Sicherheitselement(e) unbefugt
nachzumachen. Dabei können Isomere unterschiedlicher Substanzen bzw. Molekülarten
verwendet werden, wobei der Übergang von einer Substanz bzw. Molekülart zu einer anderen,
der dazu genutzt werden kann, die Struktur des Sicherheitselement bei einer anderen
THz-Frequenz sichtbar zu machen, ohne permanentes und aufwendiges Monitoring von Fälschern
nicht zu bemerken ist. Falls ein solcher Übergang doch bemerkt wird, ist er für das
Nachmachen wieder mit hohem technischem Aufwand verbunden, d.h. die Hürde für Fälschungen
ist hoch und jeder Wechsel verschafft einen neuen zeitlichen Vorsprung.
[0011] Die Isomere zur Bildung der Struktur sind zwei- oder dreidimensional zueinander auf
einem Träger angeordnet, beispielsweise kann ein Bar-Code oder ein sonstiger Muster-Code,
aber auch Buchstaben oder Zahlen vorgesehen werden. Es kann somit durch Wahl der Anzahl
von Isomeren und durch Anordnung derselben zueinander jede gewünschte Information
generiert werden. Der Träger kann dabei Bestandteil des Sicherheitselementes sein,
z.B. als Etikett, das auf den zu kennzeichnenden Gegenstand aufgebracht wird. Der
Träger kann aber auch der Gegenstand selber oder Teil desselben sein.
[0012] Bevorzugt werden die Isomere ausgewählt aus Strukturisomeren, z.B. Stellungsisomere,
oder Stereoisomeren wie Enantiomere oder Diastereomere. Als Strukturisomere können
beispielhaft o-, m- oder p-Toluylsäure als Isomere der Substanz Benzoesäure in Frage
kommen.
[0013] Die Isomere sind in ein geeignetes Host-Material bzw. Matrix eingebracht oder eingebettet,
damit diese auf den gewünschten Träger aufgebracht werden können und vor Umwelteinflüssen
(Feuchte, mechanische Beanspruchung und dergleichen) geschützt sind.
[0014] Entsprechend einem bevorzugten Ausführungsbeispiel betrifft die Erfindung einen Gegenstand
der mit dem erfindungsgemäßen Sicherheitselement versehen ist, wobei der Gegenstand
ein Sicherheits- oder Wertdokument oder ein Produkt, wie ein Medikament, ein Halbleiterbauelement
oder dergleichen sein kann.
[0015] Die einzige Figur zeigt schematisch ein Sicherheitsund/oder Wertdokument mit dem
erfindungsgemäßen Sicherheitselement, wobei es sich um Banknoten, Ausweise, sonstige
Dokumenten, Datenkarten, Tickets, Haftetiketten, Verpackungsbanderolen, z.B. bei Medikamenten
oder dergleichen, handeln kann.
[0016] Die Erfindung geht aus von der Erkenntnis, dass zahlreiche organische Substanzen
bzw. deren Moleküle mehrere isomere Verbindungen besitzen, d.h. chemische Verbindungen
der gleichen Summenformel, jedoch unterschiedlicher chemischer Struktur und teilweise
auch mit unterschiedlichen, physikalischen und biologischen Eigenschaften. Dabei sind
die Isomere aus den gleichen funktionellen Gruppen aufgebaut, wobei die funktionellen
Gruppen geometrisch unterschiedlich angeordnet sind Die erfindungsgemäßen Isomere
eines Moleküls besitzen im UV-, im sichtbaren und im NIR-Bereich die gleichen spektralen
Eigenschaften, beispielsweise bezüglich der Absorption und der Reflexion. Schwingungen
der einzelnen funktionalen Gruppen zueinander führen zu charakteristischen Absorptionsoder
Reflexionsspektren im THz-Bereich und diese Schwingungsfrequenzen sind bei den verschiedenen
Isomeren unterschiedlich, d.h. verschiedene Isomere haben unterschiedliche Spektren,
z.B. Absorptionsspektren im THz-Bereich. Diese Eigenschaft wird bei der Erfindung
verwendet.
[0017] Das in der Figur dargestellte Sicherheits- und/oder Wertdokument 1 weist einen Träger
2 auf, der beispielsweise aus Papier, Pappe, Kunststoff, Textilien oder Mischformen
aus diesen, in Form von Folien, Gewebeschichten jeglicher Art oder dergleichen besteht.
Auf einen solchen Träger 2 ist ein Sicherheitselement 3 aufgebracht, das im vorliegenden
Fall die Struktur eines Barcodes, d.h. in Form von nebeneinander liegenden Balken
ausgebildet ist, wobei zwei nebeneinander liegende Balken jeweils ein unterschiedliches
Absorptionsspektrum hat, das im THz-Bereich jeweils mindestens eine Ausprägung z.B.
ein Maximum aufweist. Dazu enthalten die jeweiligen Balken der Barcodestruktur des
Sicherheitselements 3 ein erstes Isomer 4 und ein zweites Isomer 5 desselben organischen
Moleküls. Selbstverständlich ist die Anzahl der verwendeten Isomere nicht auf zwei
begrenzt, sie kann entsprechend dem gewünschten Muster gewählt werden. Es können auch
mehrere Isomere von verschiedenen Molekülen verwendet werden. Dabei sind die Isomere
in eine Matrix oder mehrere als Hostmaterialien eingebracht oder eingebettet, die
auf den Träger aufgebracht, z.B. aufgedruckt werden und die Isomere gegen unerwünschte
Einflüsse schützen, wobei sie gleichzeitig die Erkennbarkeit der Isomere zulassen.
[0018] Eine mögliche Ausführungsform der für das Sicherheitselement verwendeten Isomere
sind beispielsweise die Isomere der Benzoesäure, nämlich die o-, m- und p- Toluylsäure,
bei denen an dem Grundmolekül der Benzoesäure eine CH
3-Gruppe an unterschiedlichen Stellen des Kohlenstoffrings angesetzt sind. Das Absorptionsspektrum
mit detektierbaren Maxima liegt dabei z.B. zwischen 0,6 und 1,1 THz.
[0019] Zum Auslesen bzw. Überprüfen des Barcode des Sicherheitselements 3 wird eine Vorrichtung
zum Erzeugen und kohärentem Detektieren von Terahertzstrahlung verwendet. Eine solche
Vorrichtung weist üblicherweise eine gepulste Laserstrahlquelle auf, die über ein
lichtempfindliches Element, z.B. eine Fotodiode eine Sendeantenne zum Erzeugen einer
Terahertzstrahlung im empfindlichen Bereich der verwendeten Isomere aktiviert. Eine
ebenfalls mit einem lichtempfindlichen Element versehene und durch die Laserstrahlung
gegebenenfalls über Verzögerungselemente aktivierbare Empfangsantenne empfängt die
ausgesandte und im Transmissions- bzw. Absorptionsverfahren durch das Sicherheitselement
3 hindurchgeleitete Terahertzstrahlung, wobei die erhaltene Messgröße beispielsweise
zur Darstellung einer Absorptionskurve ausgewertet werden kann. Zur Erzeugung einer
in einem Frequenzbereich kontinuierlichen Terahertzstrahlung können auch zwei Laserquellen
verwendet werden, die gegeneinander verstimmt sind.
[0020] Die Detektion des Sicherheitselements kann mit der oben beschriebenen Vorrichtung
auch im Reflexionsverfahren vorgenommen werden. Selbstverständlich können andere oder
zusätzliche Techniken verwendet werden, die zu einer Verstärkung des THz-Kontrasts
führen, z.B. können Heterodyn-Techniken oder andere Techniken der Frequenz-Anhebung
vorgesehen werden.
[0021] Gemäß der Erfindung kommt eine Vielzahl von isomeren Verbindungen für die Erfindung
in Frage. Als besonders geeignete Isomere aus der großen Menge organischer Moleküle
sind solche zu wählen, die einen möglichst großen Kontrast, d.h., eine möglichst große
Ausprägung im THz-Bereich bei Frequenzen aufweisen, für die die zur Zeit existierenden
THz-Scanner vorgesehen sind. Weiterhin müssen die Isomere langzeitstabil sein und
es muss ein geeignetes Host-Material für die Isomere zur Verfügung stehen.
1. Sicherheitselement mit einer Struktur zur Kennzeichnung und/oder Identifikation von
Gegenständen, wobei die Struktur unter Verwendung von Strahlung vorgegebener Wellenlänge
les- oder erkennbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur von mindestens zwei Isomeren (4, 5) einer Substanz gebildet ist, wobei
die spektralen Eigenschaften der mindestens zwei Isomere
- sich im THz-Frequenzbereich unterscheiden und zur Erkennung der Struktur detektierbar
sind und
- im sichtbaren Bereich nicht unterscheidbar sind, wobei
die Isomere jeweils in ein Hostmaterial eingebracht oder eingebettet und mit diesem
zur Bildung der Struktur auf einen Träger zwei- oder dreidimensional zueinander angeordnet
sind.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Isomere derart ausgewählt sind, dass sie im nahen Infrarotbereich nicht unterscheidbar
sind.
3. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Isomere mit Hostmaterial derart zueinander angeordnet sind, dass sie einen Bar-
oder Mustercode als Struktur bilden.
4. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Isomere ausgewählt sind aus Strukturisomeren oder Stereoisomeren.
5. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanz Benzoesäure ist und die Isomere ausgewählt sind aus o-, m- oder p-Toluylsäure.
6. Verwendung eines Sicherheitselementes zur Kennzeichnung und Identifikation eines Gegenstandes
nach einem der Ansprüche 1 bis 5.
7. Verwendung nach Anspruch 6, wobei der Gegenstand als Sicherheitsoder Wertdokument
oder als Produkt ausgebildet ist.
1. A security element with a structure for characterising and/or identifying objects,
wherein the structure is readable or recognisable whilst using radiation of a defined
wavelength,
characterised in that the structure is formed by at least two isomers (4, 5) of a substance, wherein the
spectral characteristics of the at least two isomers
- differ in the THz frequency region and are detectable for recognising the structure
and
- cannot be differentiated in the visible region, wherein
the isomers are each incorporated or embedded into a host material and with this are
arranged two-dimensionally or three-dimensionally to one another on a carrier, for
forming the structure.
2. A security element according to claim 1, characterised in that the isomers are selected in a manner such that they cannot be differentiated in the
near infrared region.
3. A security element according to one of the claims 1 to 2, characterised in that the isomers are arranged to one another with a host material in a manner such that
they form a bar code or pattern code as a structure.
4. A security element according to one of the claims 1 to 3, characterised in that the isomers are selected from structure isomers or stereo isomers.
5. A security element according to one of the claims 1 to 4, characterised in that the substance is benzoic acid and the isomers are selected from o-toluic acid, m-toluic
acid or p-toluic acid.
6. The use of a security element for characterising and indentifying an object according
to one of the claims 1 to 5.
7. The use according to claim 6, wherein the object is designed as a security document
or monetary document or as a product.
1. Elément de sécurité présentant une structure pour caractériser et/ou identifier des
objets, dans lequel la structure est lisible ou reconnaissable grâce à l'utilisation
d'un rayonnement d'une longueur d'onde définie,
caractérisé en ce que la structure est formée par au moins deux isomères (4, 5) d'une substance, dans lequel
les caractéristiques spectrales des au moins deux isomères
- diffèrent en terme de région de fréquences THz et peuvent être détectées pour reconnaître
la structure ; et
- ne peuvent pas être différentiées dans la région visible, dans lequel :
les isomères sont chacun incorporés ou noyés à l'intérieur d'un matériau hôte avec
celui, sont agencés de façon bidimensionnelle ou de façon tridimensionnelle l'un par
rapport à l'autre ou les uns par rapport aux autres sur un support, pour former la
structure.
2. Elément de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que les isomères sont choisis de telle sorte qu'ils ne puissent pas être différentiés
dans la région des infrarouges proches.
3. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les isomères sont agencés l'un par rapport à l'autre ou les uns par rapport aux autres
avec matériau hôte de telle sorte qu'ils forment un code barres ou un code à motifs
en tant que structure.
4. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les isomères sont choisis parmi des isomères de structure ou des stéréo-isomères.
5. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la substance est de l'acide benzoïque et les isomères sont choisis parmi l'acide
o-toluique, l'acide m-toluique et l'acide p-toluique.
6. Utilisation d'un élément de sécurité pour caractériser et identifier un objet selon
l'une des revendications 1 à 5.
7. Utilisation selon la revendication 6, dans laquelle l'objet est conçu en tant que
document de sécurité ou document monétaire ou en tant que produit.