(19)
(11) EP 2 399 502 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.12.2011  Patentblatt  2011/52

(21) Anmeldenummer: 11182513.9

(22) Anmeldetag:  20.08.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47L 15/44(2006.01)
A47L 15/00(2006.01)
A47L 15/46(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 21.08.2002 DE 10238303

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
03792398.4 / 1531715

(71) Anmelder: BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH
81739 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Rosenbauer, Michael Georg
    86756 Reimlingen (DE)

 
Bemerkungen:
Diese Anmeldung ist am 23-09-2011 als Teilanmeldung zu der unter INID-Code 62 erwähnten Anmeldung eingereicht worden.
 


(54) Verfahren zum Anpassen eines Spülprogramms in einer Geschirrspülmaschine und Geschirrspülmaschine


(57) Um ein Verfahren zum Anpassen eines Spülprogramms in einer Geschirrspülmaschine bereitzustellen, welches es erlaubt den Spülprogrammablauf einer Geschirrspülmaschine so anzupassen, dass auch bei Verwendung von Kombinationsspülmittel eine befriedigende Reinigungs- und Trocknungsleistung erzielt wird, wird bei Feststellung des Fehlens der Zugabe von Klarspülmittel und bei Betrieb der Geschirrspülmaschine der Spülprogrammablauf angepasst. Dabei wird das Fehlen der Zugabe von Klarspülmittel mittels eines ph-Wert-Sensors festgestellt.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anpassen eines Spülprogramms in einer Geschirrspülmaschine sowie eine Geschirrspülmaschine zur Verwendung dieses Verfahrens.

[0002] Neben der herkömmlichen Verwendung von Geschirrspülmittel, welches in Pulverform vorliegt und in eine zumeist in der Tür einer Geschirrspülmaschine befindlichen Spülmittelabgabevorrichtung eingebracht und von dieser zu einem vorbestimmten Zeitpunkt ausgebracht wird und neben der Verwendung von flüssigem Klarspüler, der ebenfalls in eine zumeist in der Tür einer Geschirrspülmaschine befindlichen Spülmittelabgabevorrichtung eingebracht und von dieser zu einem vorbestimmten Zeitpunkt und in einer vorbestimmten Menge ausgebracht wird, sind seit einiger Zeit Mittel in tablettenförmiger Darreichungsform bekannt, welche nicht nur das eigentliche Spülmittel sondern auch diejenigen Bestandteile enthalten, die als Verbrauchsstoffe während einer Spülphase notwendig sind. So sind beispielsweise seit einiger Zeit Kombinationsprodukte, sogenannte ,,2 in 1 Tabs" oder "2 in 1 Gels" und "3 in 1 Tabs" oder ,,3 in 1 Gels" bekannt, die neben dem Geschirrspülmittel wenigstens auch den Klarspüler beinhalten. Nach der Vorstellung der Hersteller dieser Tabs oder Gels finden deren jeweiligen Bestandteile genau zu dem Zeitpunkt während des Spülprogrammablaufs Einsatz, an dem diese Bestandteile ihre optimale Wirkung entfalten.

[0003] Da jedoch der Spülprogrammablauf sowohl von dem jeweils gewählten Spülprogramm, dem Hersteller der Geschirrspülmaschine als auch von einzelnen Modelltypen abhängt, kann der Einsatz von Tabs oder Gels dazu führen, dass beispielsweise der Klarspüler zu einem Zeitpunkt in die Spülflotte freigegeben wird, an dem noch kein Klarspülen stattfindet, so dass in einem tatsächlichen Teilprogrammabschnitt Klarspülen kein entsprechender Klarspüler mehr vorhanden ist. Denn bei einigen bekannten Tabs oder Gels ist die Freigabe des Klarspülers lediglich an die Umgebungstemperatur erkoppelt, so dass bei Überschreiten dieser Temperatur bereits während eines Teilprogrammabschnitts Reinigen, Klarspüler freigesetzt wird.

[0004] Bei einer anderen Ausgestaltung des Spülprogramms kann es sein, dass der Klarspüler nicht aktiviert wird, so dass ebenfalls keine Klarspülwirkung erzielt wird, wobei jedoch der Klarspüler nach Abschluss des Spülprogramms beispielsweise immer noch in unaufgelöster Form vorliegt.

[0005] Da der Klarspüler üblicherweise vor allem die Funktion des Abbaus der Oberflächenspannung der Klarspülflotte hat, führt das Fehlen des Klarspülers in der Klarspülflotte zu einem verringerten Abfließen des auf dem zu reinigenden Gutes verbliebenen Restwassers im Teilprogrammabschnitt Trocknen, was gegenüber der Verwendung einer Klarspülflotte mit Klarspüleranteil ein wesentlich verschlechtertes Trocknungsergebnis ergibt.

[0006] Als Folge dieser Verwendung der Tabs oder Gels kann der Benutzer der Geschirrspülmaschine feststellen, dass die Reinigungsleistung und/oder die Trocknungsleistung nicht befriedigend ist und führt dieses Ergebnis in vielen Fällen ursächlich auf die Geschirrspülmaschine zurück, obwohl die Ursache hauptsächlich in der Verwendung der Tabs oder Gels liegt.

[0007] Aus DE 196 50 915 ist ein Verfahren bekannt, bei dem das Fehlens der Zugabe eines Klarspülmittels bei einer Geschirrspülmaschine mit Hilfe eines Sensors erkannt wird, der die Leitfähigkeit der Spülflüssigkeit bestimmt. Als Reaktion auf eine fehlende Zugabe wird das Spülprogramm unterbrochen. In US 5,806, 541 A ist eine Geschirrspülmaschine bekannt, bei der im Klarspülschritt bei fehlender Zugabe von Klarspülmittel, was mit einem Trübesensors festgestellt wird, die Betriebsdauer eines zur Geschirrtrocknung vorhandenes Gebläses verlängert wird.

[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, welches es erlaubt den Spülprogrammablauf einer Geschirrspülmaschine so anzupassen, dass auch bei Verwendung von Kombinationsspülmittel eine befriedigende Reinigungs- und Trocknungsleistung erzielt wird.

[0009] Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 und durch die Geschirrspülmaschine mit den Merkmalen gemäß des weiteren unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Anpassen eines Spülprogramms in einer Geschirrspülmaschine wird bei Feststellung des Fehlens der Zugabe von Klarspülmittel und bei Betrieb der Geschirrspülmaschine der Spülprogrammablauf angepasst. Durch die Klarspülermangelfeststellung in Verbindung mit dem Betrieb der Geschirrspülmaschine wird festgestellt, dass entweder der Benutzer vergessen hat Klarspüler einzufüllen oder dass die beschriebenen Tabs oder Gels verwendet werden. In beiden Fällen ist nach der Erfindung zum Erreichen einer befriedigenden Reinigungs- und Trocknungsleistung eine Anpassung des Spülprogramms ohne Einwirkung des Benutzers vorgesehen.

[0011] Nach einem bevorzugten Merkmal der Erfindung wird bei Feststellung des Fehlens der Zugabe von Klarspülmittel und bei Betrieb der Geschirrspülmaschine während des Spülprogramms die Anzahl der Flottenwechsel in einem Teilprogrammschritt Zwischenspülen gesenkt und/oder die Anzahl der Flottenwechsel in einem Teilprogrammschritt Klarspülen und/oder die Dauer eines Teilprogrammschrittes Trocknen und/oder die damit verbundene Temperatur erhöht. Eine gesenkte Anzahl der Flottenwechsel im Teilprogrammschritt Zwischenspülen, was üblicherweise mit Klarwasser betrieben wird, ermöglicht eine Weiterverwendung der Reinigungsflotte im Klarspülen, wodurch dann - bei Bedarf - diese "verschleppte" Flotte die Klarspülfunktionen übernehmen kann. Eine erhöhte Temperatur der Klarspülflotte, insbesondere im Klarspülen, ermöglicht ein besseres Verdampfen der auf dem mit der Klarspülflotte erwärmten zu reinigenden Gutes verbliebenen Restflüssigkeit und ermöglicht somit ein ausreichendes Trocknungsergebnis. Zur ausreichenden Erwärmung und zur ausreichenden Restreinigung des zu reinigenden Gutes dient auch eine Verlängerung des Klarspülens. Die Erhöhung der Temperatur im Klarspülen bewirkt natürlich auch eine erhöhte Temperatur im Trocknen, wobei dessen Verlängerung ein besseres Verdampfen der Restflüssigkeit gewährleistet.

[0012] Mit der vorliegenden Erfindung ist es gelungen, ein Verfahren bereitzustellen, welches es erlaubt, den Spülprogrammablauf einer Geschirrspülmaschine so anzupassen, dass auch bei Verwendung von Kombinationsspülmittel eine befriedigende Reinigungs- und Trocknungsleistung erzielt wird.

[0013] Das Fehlen der Zugabe von Klarspülmittel wird mittels eines Sensors zur Messung der chemischen Eigenschaften der Klarspülflotte festgestellt. Die Klarspülflotte ist bei Zugabe von Klarspüler im Gegensatz zu der laugenförmigen Reinigerflotte sauer, daher ist erfindungsgemäß der Sensor zur Messung der Eigenschaften der Klarspülflotte ein ph-Wert-Sensor.

[0014] Mit einem derartigen Sensor kann bei einem Vergleich mit einem vorgegebenen Wert auch die Konzentration ev. doch noch vorhandenen Klarspülers in der Klarspülflotte festgestellt werden. Daher wird in besonders vorteilhafter Weise während des Spülprogramms die Anzahl der Flottenwechsel in einem Teilprogrammschritt Zwischenspülen und/oder Klarspülen und/oder die Dauer eines Teilprogrammschrittes Trocknen und/oder die damit verbundene Temperatur entsprechend des festgestellten ph-Wertes angepasst.

[0015] Die oben genannte Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße Geschirrspülmaschine zur Verwendung eines Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche gelöst. Dabei ist ein ph-Wert-Sensor zur Messung der Eigenschaften der Klarspülflotte angeordnet.

[0016] Mit der vorliegenden Erfindung ist es gelungen, ein Verfahren bereitzustellen, welches es erlaubt, den Spülprogrammablauf einer Geschirrspülmaschine so anzupassen, dass auch bei Verwendung von Kombinationsspülmittel eine befriedigende Reinigungs- und Trocknungsleistung erzielt wird.


Ansprüche

1. Verfahren zum Anpassen eines Spülprogramms in einer Geschirrspülmaschine bei dem bei Feststellung des Fehlens der Zugabe von Klarspülmittel und bei Betrieb der Geschirrspülmaschine der Spülprogrammablauf angepasst wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Fehlen der Zugabe von Klarspülmittel mittels eines ph-Wert-Sensors festgestellt wird.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Feststellung des Fehlens der Zugabe von Klarspülmittel und bei Betrieb der Geschirrspülmaschine während des Spülprogramms die Anzahl der Flottenwechsel in einem Teilprogrammschritt Zwischenspülen gesenkt und/oder die Anzahl der Flottenwechsel in einem Teilprogrammschritt Klarspülen und/oder die Dauer eines Teilprogrammschrittes Trocknen und/oder die damit verbundene Temperatur erhöht wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass während des Spülprogramms die Anzahl der Flottenwechsel in einem Teilprogrammschritt Zwischenspülen und/oder Klarspülen und/oder die Dauer eines Teilprogrammschrittes Trocknen und/oder die damit verbundene Temperatur entsprechend des festgestellten ph-Wertes angepasst wird.
 
4. Geschirrspülmaschine zur Verwendung eines Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei ein ph-Wert-Sensor zur Messung der Eigenschaften der Klarspülflotte angeordnet ist.
 





Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente