[0001] Die Erfindung betrifft ein wässriges Reinigungsmittel für harte Oberflächen, das
eine Tensidkombination aus Fettalkoholethersulfat und mindestens einem weiteren Tensid
sowie 10 bis 40 Gew.-% eines wasserlöslichen Salzes enthält. Dieses Reinigungsmittel
wird bevorzugt zum manuellen Geschirrspülen eingesetzt.
[0002] Flüssige wässrige Handgeschirrspülmittel werden in unzähligen Haushalten verwendet.
Insbesondere bei hartnäckigen, verkrusteten oder eingebrannten Anschmutzungen stoßen
sie jedoch an die Grenzen ihrer Anwendbarkeit, da längere Einweichzeiten sowie größere
mechanische Krafteinwirkung vonnöten sind, um ein zufriedenstellendes Reinigungsergebnis
zu erzielen. Ist eine schnelle Reinigung gewünscht, werden daher weitere Reinigungsmittel
eingesetzt, etwa stärker alkalische Reinigungssprays oder Scheuermittel. Dies ist
jedoch weder aus ökonomischen noch aus ökologischen Gesichtspunkten wünschenswert.
Ein weiteres Problem ist die begrenzte Hautverträglichkeit sowohl vieler herkömmlicher
Handgeschirrspülmittel als auch der zusätzlich verwendeten Reinigungsmittel.
[0003] Überraschend wurde nun gefunden, dass ein wässriges Reinigungsmittel, welches eine
spezielle Tensidmischung enthält und zusätzlich eine hohe Konzentration an Kochsalz,
über dessen Sättigungspunkt hinaus, aufweist, einerseits durch die abrasive Wirkung
der ungelösten Salzkristalle eine besonders gute Reinigungsleistung gerade an hartnäckigen
Anschmutzungen aufweist und andererseits eine sehr gute Hautverträglichkeit selbst
bei nur geringer Verdünnung besitzt.
[0004] Wasserlösliche Salze werden bereits seit geraumer Zeit in Reinigungsmitteln für harte
Oberflächen eingesetzt, beispielsweise zur Viskositätseinstellung oder als Bestandteile
von Puffersystemen. Aber auch suspendierte Salzpartikel dienten bereits als Abrasiva.
So stellt
WO 2007/085410 A1 eine Reinigungsmittelzusammensetzung vor, in der dank einer inneren Struktur Salzpartikel
suspendiert sein können. Die Tensidkombination aus Fettalkoholethersulfat und mindestens
einem weiteren Tensid wird hier jedoch nicht beansprucht. Eine hautschonende Wirkung
wurde für dieses Mittel nicht konstatiert; die Reinigungsleistung an verkrusteten
Anschmutzungen wird als "zufriedenstellend" bezeichnet.
[0005] EP 958340 B1 beansprucht eine tensidhaltige antibakterielle Reinigungszusammensetzung mit abrasiven
Teilchen, bei denen es sich vorzugsweise um Salze handeln soll. Dieses Mittel soll
jedoch frei von anionischen Tensiden sein. Weder eine gute Reinigungsleistung an eingebranntem
Fettschmutz noch eine hautschonende Wirkung wurde festgestellt.
[0006] DE 100 23438 offenbart Konzentrate, insbesondere Handgeschirrspülmittel enthaltend Tenside und
Elektrolytsalze.
[0007] EP 334 566 offenbart flüssige Reiniger für harte Oberflächen enthaltend Tenside und wasserlösliche
Salze.
[0008] Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist dementsprechend ein wässriges Reinigungsmittel
für harte Oberflächen, das eine Tensidkombination aus Fettalkoholethersulfat und Betaintensid
sowie 15 bis 40 Gew.-% eines wasserlöslichen Salzes enthält, wobei es Fettalkoholethersulfat,
sekundäres Alkansulfonat und Betaintensid im Verhältnis 2:0:1 bis 5:1:1 enthält und
die Salzkonzentration so hoch sein muss, dass das Salz nicht vollständig in Lösung
geht.
[0009] Dieses Reinigungsmittel eignet sich vor allem als Handgeschirrspülmittel, mit dem
auch hartnäckiger, angebrannter oder eingetrockneter Schmutz gut entfernt werden kann.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist dementsprechend die Verwendung
des erfindungsgemäßen Reinigungsmittels zum manuellen Spülen von Geschirr.
[0010] Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel weist weiterhin den Vorteil auf, dass es langsamer
aus einem Schwamm herausgewaschen wird als eine vergleichbare Formulierung mit geringerer
Salzmenge. Die lange Haltbarkeit im Schwamm ist insbesondere von Vorteil, wenn das
Spülgut unter fließendem Wasser gereinigt wird, da es zu geringeren Verlusten und
damit zu einer höheren Effizienz kommt.
[0011] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung stehen Fettsäuren bzw. Fettalkohole bzw. deren
Derivate-soweit nicht anders angegeben - stellvertretend für verzweigte oder unverzweigte
Carbonsäuren bzw. Alkohole bzw. deren Derivate mit vorzugsweise 6 bis 22 Kohlenstoffatomen.
Erstere sind insbesondere wegen ihrer pflanzlicher Basis als auf nachwachsenden Rohstoffen
basierend aus ökologischen Gründen bevorzugt, ohne jedoch die erfindungsgemäße Lehre
auf sie zu beschränken. Insbesondere sind auch die beispielsweise nach der ROELENschen
Oxo-Synthese erhältlichen Oxo-Alkohole bzw. deren Derivate entsprechend einsetzbar.
[0012] Wann immer im Folgenden Erdalkalimetalle als Gegenionen für einwertige Anionen genannt
sind, so bedeutet das, dass das Erdalkalimetall natürlich nur in der halben - zum
Ladungsausgleich ausreichenden - Stoffmenge wie das Anion vorliegt.
[0013] Stoffe, die auch als Inhaltsstoffe von kosmetischen Mitteln dienen, werden nachfolgend
ggf. gemäß der International Nomenclature Cosmetic Ingredient (INCI)-Nomenklatur bezeichnet.
Chemische Verbindungen tragen eine INCI-Bezeichnung in englischer Sprache, pflanzliche
Inhaltsstoffe werden ausschließlich nach Linne in lateinischer Sprache aufgeführt,
sogenannte Trivialnamen wie "Wasser", "Honig" oder "Meersalz" werden ebenfalls in
lateinischer Sprache angegeben. Die INCI-Bezeichnungen sind dem International Cosmetic
Ingredient Dictionary and Handbook - Seventh Edition (1997) zu entnehmen, das von
The Cosmetic, Toiletry, and Fragrance Association (CTFA), 1101 17th Street, NW, Suite
300, Washington, DC 20036, USA, herausgegeben wird und mehr als 9.000 INCI-Bezeichnungen
sowie Verweise auf mehr als 37.000 Handelsnamen und technische Bezeichnungen einschließlich
der zugehörigen Distributoren aus über 31 Ländern enthält. Das International Cosmetic
Ingredient Dictionary and Handbook ordnet den Inhaltsstoffen eine oder mehrere chemische
Klassen (Chemical Classes), beispielsweise Polymeric Ethers, und eine oder mehrere
Funktionen (Functions), beispielsweise Surfactants - Cleansing Agents, zu, die es
wiederum näher erläutert und auf die nachfolgend ggf. ebenfalls Bezug genommen wird.
[0014] Die Angabe CAS bedeutet, dass es sich bei der nachfolgenden Zahlenfolge um eine Bezeichnung
des Chemical Abstracts Service handelt.
[0015] Soweit nicht explizit anders angegeben, beziehen sich angegebene Mengen in Gewichtsprozent
(Gew.-%) auf das gesamte Mittel. Dabei beziehen sich diese prozentualen Mengenangaben
auf Aktivgehalte.
Tenside
[0016] Das erfindungsgemäße Mittel enthält Tenside in einer Gesamtmenge von üblicherweise
7 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 12 bis 35 Gew.-%, insbesondere 16 bis 25 Gew.-%. Bei
den Tensiden handelt es sich um eine Tensidkombination aus Fettalkoholethersulfat
und mindestens einem weiteren Tensid, umfassend sekundäres Alkansulfonat und Betaintensid.
[0017] Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich ein oder mehrere weitere anionische Tenside,
Amphotenside, nichtionische Tenside und/oder kationische Tenside enthalten, insbesondere
zur Verbesserung von Reinigungswirkung, Ablaufverhalten und/oder Trocknungsverhalten.
[0018] Die Alkylethersulfate und Alkylsulfonate sowie die weiteren anionische Tenside werden
üblicherweise als Alkalimetall-, Erdalkalimetall- und/oder Mono-, Di- bzw. Trialkanolammoniumsalz
und/oder aber auch in Form ihrer mit dem entsprechenden Alkalimetallhydroxid, Erdalkalimetallhydroxid
und/oder Mono-, Di- bzw. Trialkanolamin in situ zu neutralisierenden korrespondierenden
Säure eingesetzt. Bevorzugt sind hierbei als Alkalimetalle Kalium und insbesondere
Natrium, als Erdalkalimetalle Calcium und insbesondere Magnesium, sowie als Alkanolamine
Mono-, Di- oder Triethanolamin. Besonders bevorzugt sind die Natriumsalze.
Alkylethersulfate
[0019] Alkylethersulfate (Fettalkoholethersulfate, INCI Alkyl Ether Sulfates) sind Produkte
von Sulfatierreaktionen an alkoxylierten Alkoholen. Dabei versteht der Fachmann allgemein
unter alkoxylierten Alkoholen die Reaktionsprodukte von Alkylenoxid, bevorzugt Ethylenoxid,
mit Alkoholen, im Sinne der vorliegenden Erfindung bevorzugt mit längerkettigen Alkoholen,
d.h. mit aliphatischen geradkettigen oder ein oder mehrfach verzweigten, acyclischen
oder cyclischen, gesättigten oder ein oder mehrfach ungesättigten, vorzugsweise geradkettigen,
acyclischen, gesättigten, Alkoholen mit 6 bis 22, vorzugsweise 8 bis 18, insbesondere
10 bis 16 und besonders bevorzugt 12 bis 14 Kohlenstoffatomen. In der Regel entsteht
aus n Molen Ethylenoxid und einem Mol Alkohol, abhängig von den Reaktionsbedingungen,
ein komplexes Gemisch von Additionsprodukten unterschiedlicher Ethoxylierungsgrade
(n = 1 bis 30, vorzugsweise 1 bis 20, insbesondere 1 bis 10, besonders bevorzugt 2
bis 4). Eine weitere Ausführungsform der Alkoxylierung besteht im Einsatz von Gemischen
der Alkylenoxide, bevorzugt des Gemisches von Ethylenoxid und Propylenoxid. Ganz besonders
bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung sind niederethoxylierte Fettalkohole
mit 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten (EO), insbesondere 1 bis 2 EO, beispielsweise 2 EO,
wie Na-C
12-14-Fettalkohol+2EO-sulfat.
[0020] Das erfindungsgemäße Mittel enthält in einer bevorzugten Ausführungsform ein oder
mehrere Alkylethersulfate in einer Menge von 5 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 8 bis 16
Gew.-%.
Betaine
[0021] Geeignete Betaine sind die Alkylbetaine, die Alkylamidobetaine, die Imidazoliniumbetaine,
die Sulfobetaine (INCI Sultaines) sowie die Phosphobetaine und genügen vorzugsweise
Formel 1,
R
1-[CO-X-(CH
2)
n]
x-N
+(R
2)(R
3)-(CH
2)
m-[CH(OH)-CH
2]
y-Y
- (I)
in der
- R1
- ein gesättigter oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- X
- NH, NR4 mit dem C1-4-Alkylrest R4, O oder S,
- n
- eine Zahl von 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 3,
- x
- 0 oder 1, vorzugsweise 1,
- R2, R3
- unabhängig voneinander ein C1-4-Alkylrest, ggf. hydroxysubstituiert wie z.B. ein Hydroxyethylrest, insbesondere aber
ein Methylrest,
- m
- eine Zahl von 1 bis 4, insbesondere 1, 2 oder 3,
- y
- 0 oder 1 und
- Y
- COO, SO3, OPO(OR5)O oder P(O)(OR5)O ist, wobei R5 ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest ist.
[0022] Die Alkyl- und Alkylamidobetaine, Betaine der Formel I mit einer Carboxylatgruppe
(Y
- = COO
-), heißen auch Carbobetaine.
[0023] Bevorzugte Betaine sind die Alkylbetaine der Formel (la), die Alkylamidobetaine der
Formel (Ib), die Sulfobetaine der Formel (Ic) und die Amidosulfobetaine der Formel
(Id),
R
1-N
+(CH
3)
2-CH
2COO
- (Ia)
R
1-CO-NH-(CH
2)
3-N
+(CH
3)
2-CH
2COO
- (Ib)
R
1-N
+(CH
3)
2-CH
2CH(OH)CH
2SO
3 (Ic)
R
1-CO-NH-(CH
2)
3-N
+(CH
3)
2-CH
2CH(OH)CH
2SO
3- (Id)
in denen R
1 die gleiche Bedeutung wie in Formel I hat.
[0024] Besonders bevorzugte Betaine sind die Carbobetaine, insbesondere die Carbobetaine
der Formel (la) und (Ib), äußerst bevorzugt die Alkylamidobetaine der Formel (Ib).
[0025] Ein bevorzugtes Betain ist beispielsweise Cocamidopropyl Betaine (Cocoamidopropylbetain).
[0026] Das erfindungsgemäße Mittel enthält ein oder mehrere Betaine in einer Menge von üblicherweise
1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 8 Gew.-%.
Alkylsulfonate
[0027] Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen Mittel weiterhin ein oder mehrere Alkylsulfonate.
Die Alkylsulfonate (INCI Sulfonic Acids) weisen üblicherweise einen aliphatischen
geradkettigen oder ein- oder mehrfach verzweigten, acyclischen oder cyclischen, gesättigten
oder ein- oder mehrfach ungesättigten, vorzugsweise verzweigten, acyclischen, gesättigten,
Alkylrest mit 6 bis 22, vorzugsweise 9 bis 20, insbesondere 11 bis 18 und besonders
bevorzugt 14 bis 17 Kohlenstoffatomen auf.
[0028] Geeignete Alkylsulfonate sind dementsprechend die gesättigten Alkansulfonate, die
ungesättigten Olefinsulfonate und die - sich formal von den auch den Alkylethersulfaten
zugrundeliegenden alkoxylierten Alkoholen ableitenden - Ethersulfonate, bei denen
man endständige Ethersulfonate (n-Ethersulfonate) mit an die Polyether-Kette gebundener
Sulfonat-Funktion und innenständige Ethersulfonate (i-Ethersulfonate) mit dem Alkylrest
verknüpfter Sulfonat-Funktion unterscheidet.
[0029] Erfindungsgemäß bevorzugt sind die Alkansulfonate, insbesondere Alkansulfonate mit
einem verzweigten, vorzugsweise sekundären, Alkylrest, beispielsweise das sekundäre
Alkansulfonat sek. Na-C
13-17-Alkansulfonat (INCI Sodium C14-17 Alkyl Sec Sulfonate).
[0030] Das erfindungsgemäße Mittel enthält vorzugsweise ein oder mehrere sekundäre Alkansulfonate
in einer Menge von üblicherweise 1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 8 Gew.-%.
[0031] Bei Verwendung einer Tensidkombination aus a) Alkylethersulfat, b) Betain und gegebenenfalls
c) sekundärem Alkansulfonat sind diese in einem Verhältnis a) : b) : c) von 2:1:0
bis 5:1:1 vorhanden.
Nichtionische Tenside
[0032] Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich ein oder mehrere nichtionische Tenside
enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,001 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,01
bis 6 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 4 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%.
[0033] Nichtionische Tenside im Rahmen der Erfindung sind Alkoxylate wie Polyglykolether,
Fettalkoholpolyglykolether, Alkylphenolpolyglykolether, endgruppenverschlossene Polyglykolether,
Mischether und Hydroxymischether und Fettsäurepolyglykolester. Ebenfalls geeignet
sind Blockpolymere aus Ethylenoxid und Propylenoxid sowie Fettsäurealkanolamide und
Fettsäurepolyglykolether. Wichtige Klassen erfindungsgemäßer nichtionischer Tenside
sind weiterhin die Aminoxide und die Zuckertenside, insbesondere die Alkylpolyglucoside.
Fettalkoholpolyglykolether
[0034] Unter Fettalkoholpolyglykolethern sind erfindungsgemäß mit Ethylen- (EO) und/oder
Propylenoxid (PO) alkoxylierte, unverzweigte oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte
C
10-22-Alkohole mit einem Alkoxylierungsgrad bis zu 30 zu verstehen, vorzugsweise ethoxylierte
C
10-18-Fettalkohole mit einem Ethoxylierungsgrad von weniger als 30, bevorzugt mit einem
Ethoxylierungsgrad von 1 bis 20, insbesondere von 1 bis 12, besonders bevorzugt von
1 bis 8, äußerst bevorzugt von 2 bis 5, beispielsweise C
12-14-Fettalkoholethoxylate mit 2, 3 oder 4 EO oder eine Mischung der C
12-14-Fettalkoholethoxylate mit 3 und 4 EO im Gewichtsverhältnis von 1 zu 1 oder Isotridecylalkoholethoxylat
mit 5, 8 oder 12 EO.
Aminoxide
[0035] Zu den erfindungsgemäß geeigneten Aminoxiden gehören Alkylaminoxide, insbesondere
Alkyldimethylaminoxide, Alkylamidoaminoxide und Alkoxyalkylaminoxide. Bevorzugte Aminoxide
genügen Formel II,
R
6R
7R
8N
+-O
- (II)
R
6-[CO-NH-(CH
2)
w]
z-N
+(R
7)(R
8)-O
- (II)
in der
- R6
- ein gesättigter oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest, der in den Alkylamidoaminoxiden über eine Carbonylamidoalkylengruppe -CO-NH-(CH2)2- und in den Alkoxyalkylaminoxiden über eine Oxaalkylengruppe -O-(CH2)z- an das Stickstoffatom N gebunden ist, wobei z jeweils für eine Zahl von 1 bis 10,
vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 3,
- R7, R8
- unabhängig voneinander ein C1-4-Alkylrest, ggf. hydroxysubstituiert wie z.B. ein Hydroxyethylrest, insbesondere ein
Methylrest, ist.
[0036] Ein bevorzugtes Aminoxid ist beispielsweise Cocamidopropylamine Oxide (Cocoamidopropylaminoxid).
Zuckertenside
[0037] Zuckertenside sind bekannte oberflächenaktive Verbindungen, zu denen beispielsweise
die Zuckertensidklassen der Alkylglucoseester, Aldobionamide, Gluconamide (Zuckersäureamide),
Glycerinamide, Glyceringlykolipide, Polyhydroxyfettsäureamidzuckertenside (Zuckeramide)
und Alkylpolyglykoside zählen. Im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre bevorzugte Zuckertenside
sind die Alkylpolyglykoside und die Zuckeramide sowie deren Derivate, insbesondere
ihre Ether und Ester. Bei den Ethern handelt es sich um die Produkte der Reaktion
einer oder mehrerer, vorzugsweise einer, Zuckerhydroxygruppe mit einer eine oder mehrere
Hydroxygruppen enthaltenden Verbindung, beispielsweise C
1-22-Alkoholen oder Glykolen wie Ethylen- und/oder Propylenglykol, wobei die Zuckerhydroxygruppe
auch Polyethylenglykol- und/oder Polypropylenglykolreste tragen kann. Die Ester sind
die Reaktionsprodukte einer oder mehrerer, vorzugsweise einer, Zuckerhydroxygruppe
mit einer Carbonsäure, insbesondere einer C
6-22-Fettsäure.
Zuckeramide
[0038] Besonders bevorzugte Zuckeramide genügen der Formel R'C(O)N(R")[Z], in der R' für
einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Acylrest, vorzugsweise
einen linearen ungesättigten Acylrest, mit 5 bis 21, vorzugsweise 5 bis 17, insbesondere
7 bis 15, besonders bevorzugt 7 bis 13 Kohlenstoffatomen, R" für einen linearen oder
verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest, vorzugsweise einen linearen
ungesättigten Alkylrest, mit 6 bis 22, vorzugsweise 6 bis 18, insbesondere 8 bis 16,
besonders bevorzugt 8 bis 14 Kohlenstoffatomen, einen C
1-5-Alkylrest, insbesondere einen Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-,
tert-Butyl- oder n-Pentylrest, oder Wasserstoff und Z für einen Zuckerrest, d.h. einen
Monosaccharidrest, stehen. Besonders bevorzugte Zuckeramide sind die Amide der Glucose,
die Glucamide, beispielsweise Lauroyl-methyl-glucamid.
Alkylpolyglykoside
[0039] Die Alkylpolyglykoside (APG) sind im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre besonders
bevorzugte Zuckertenside und genügen vorzugsweise der allgemeinen Formel R
iO(AO)
a[G]
x, in der R
i für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest mit
6 bis 22, vorzugsweise 6 bis 18, insbesondere 8 bis 16, besonders bevorzugt 8 bis
14 Kohlenstoffatomen, [G] für einen glykosidisch verknüpften Zuckerrest und x für
eine Zahl von 1 bis 10 sowie AO für eine Alkylenoxygruppe, z.B. eine Ethylenoxy- oder
Propylenoxygruppe, und a für den mittleren Alkoxylierungsgrad von 0 bis 20 stehen.
Hierbei kann die Gruppe (AO)
a auch verschiedene Alkylenoxyeinheiten enthalten, z.B. Ethylenoxy-oder Propylenoxyeinheiten,
wobei es sich dann bei a um den mittleren Gesamtalkoxylierungsgrad, d.h. die Summe
aus Ethoxylierungs- und Propoxylierungsgrad, handelt. Soweit nachfolgend nicht näher
bzw. anders ausgeführt, handelt es sich bei den Alkylresten R
i der APG um lineare ungesättigte Reste mit der angegebenen Zahl an Kohlenstoffatomen.
[0040] APG sind nichtionische Tenside und stellen bekannte Stoffe dar, die nach den einschlägigen
Verfahren der präparativen organischen Chemie erhalten werden können. Die Indexzahl
x gibt den Oligomerisierungsgrad (DP-Grad) an, d.h. die Verteilung von Mono- und Oligoglykosiden,
und steht für eine Zahl zwischen 1 und 10. Während x in einer gegebenen Verbindung
stets ganzzahlig sein muß und hier vor allem die Werte x = 1 bis 6 annehmen kann,
ist der Wert x für ein bestimmtes Alkylglykosid eine analytisch ermittelte rechnerische
Größe, die meistens eine gebrochene Zahl darstellt. Vorzugsweise werden Alkylglykoside
mit einem mittleren Oligomerisierungsgrad x von 1,1 bis 3,0 eingesetzt. Aus anwendungstechnischer
Sicht sind solche Alkylglykoside bevorzugt, deren Oligomerisierungsgrad kleiner als
1,7 ist und insbesondere zwischen 1,2 und 1,6 liegt. Als glykosidischer Zucker wird
vorzugsweise Xylose, insbesondere aber Glucose verwendet.
[0041] Der Alkyl- bzw. Alkenylrest R
i kann sich von primären Alkoholen mit 8 bis 18, vorzugsweise 8 bis 14 Kohlenstoffatomen
ableiten. Typische Beispiele sind Capronalkohol, Caprylalkohol, Caprinalkohol und
Undecylalkohol sowie deren technische Gemische, wie sie beispielsweise im Verlauf
der Hydrierung von technischen Fettsäuremethylestern oder im Verlauf der Hydrierung
von Aldehyden aus der ROELENschen Oxosynthese anfallen.
[0042] Vorzugsweise leitet sich der Alkyl- bzw. Alkenylrest R
i aber von Laurylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol, Palmoleylalkohol, Stearylalkohol,
Isostearylalkohol oder Oleylalkohol ab. Weiterhin sind Elaidylalkohol, Petroselinylalkohol,
Arachidylalkohol, Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol sowie deren technische
Gemische zu nennen.
[0043] Besonders bevorzugte APG sind nicht alkoxyliert (a = 0) und genügen Formel RO[G]
x, in der R wie zuvor für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Alkylrest mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen, [G] für einen glykosidisch verknüpften Zuckerrest,
vorzugsweise Glucoserest, und x für eine Zahl von 1 bis 10, bevorzugt 1,1 bis 3, insbesondere
1,2 bis 1,6, stehen. Dementsprechend bevorzugte Alkylpolyglykoside sind beispielsweise
C
8-10- und ein C
12-14-Alkylpolyglucosid mit einem DP-Grad von 1,4 oder 1,5, insbesondere C
8-10- Alkyl-1,5-glucosid und C
12-14-Alkyl-1,4-glucosid.
Weitere Aniontenside
[0044] Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich ein oder mehrere weitere anionische Tenside
enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,01
bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%,
äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%, beispielsweise 1 Gew.-%.
[0045] Geeignete weitere anionische Tenside sind insbesondere aliphatische Sulfate wie Fettalkoholsulfate,
Monoglyceridsulfate sowie Estersulfonate (Sulfofettsäureester), Ligninsulfonate, Alkylbenzolsulfonate,
Fettsäurecyanamide, anionische Sulfobernsteinsäuretenside, Fettsäureisethionate, Acylaminoalkansulfonate
(Fettsäuretauride), Fettsäuresarcosinate, Ethercarbonsäuren und Alkyl(ether)phosphate.
[0046] Geeignete weitere anionische Tenside sind auch anionische Gemini-Tenside mit einer
Diphenyloxid-Grundstruktur, 2 Sulfonatgruppen und einem Alkylrest an einem oder beiden
Benzolringen gemäß der Formel -O
3S(C
6H
3R)O(C
6H
3R')SO
3-, in der R für einen Alkylrest mit beispielsweise 6, 10, 12 oder 16 Kohlenstoffatomen
und R' für R oder H steht (Dowfax
® Dry Hydrotrope Powder mit C
16-Alkylrest(en); INCI Sodium Hexyldiphenyl Ether Sulfonate, Disodium Decyl Phenyl Ether
Disulfonate, Disodium Lauryl Phenyl Ether Disulfonate, Disodium Cetyl Phenyl Ether
Disulfonate).
Anionische Sulfobernsteinsäuretenside
[0047] Besonders bevorzugte weitere anionische Tenside sind die anionischen Sulfobernsteinsäuretenside
Sulfosuccinate, Sulfosuccinamate und Sulfosuccinamide, insbesondere Sulfosuccinate
und Sulfosuccinamate, äußerst bevorzugt Sulfosuccinate. Bei den Sulfosuccinaten handelt
es sich um die Salze der Mono- und Diester der Sulfobernsteinsäure HOOCCH(SO
3H)CH
2COOH, während man unter den Sulfosuccinamaten die Salze der Monoamide der Sulfobernsteinsäure
und unter den Sulfosuccinamiden die Salze der Diamide der Suffobemsteinsäure versteht.
[0048] Bei den Salzen handelt es sich bevorzugt um Alkalimetallsalze, Ammoniumsalze sowie
Mono-, Di- bzw. Trialkanolammoniumsalze, beispielsweise Mono-, Di- bzw. Triethanolammoniumsalze,
insbesondere um Lithium-, Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze, besonders bevorzugt
Natrium-oder Ammoniumsalze, äußerst bevorzugt Natriumsalze.
[0049] In den Sulfosuccinaten ist eine bzw. sind beide Carboxylgruppen der Sulfobernsteinsäure
vorzugsweise mit einem bzw. zwei gleichen oder verschiedenen unverzweigten oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, acyclischen oder cyclischen, optional alkoxylierten
Alkoholen mit 4 bis 22, vorzugsweise 6 bis 20, insbesondere 8 bis 18, besonders bevorzugt
10 bis 16, äußerst bevorzugt 12 bis 14 Kohlenstoffatomen verestert. Besonders bevorzugt
sind die Ester unverzweigter und/oder gesättigter und/oder acyclischer und/oder alkoxylierter
Alkohole, insbesondere unverzweigter, gesättigter Fettalkohole und/oder unverzweigter,
gesättigter, mit Ethylen- und/oder Propylenoxid, vorzugsweise Ethylenoxid, alkoxylierter
Fettalkohole mit einem Alkoxylierungsgrad von 1 bis 20, vorzugsweise 1 bis 15, insbesondere
1 bis 10, besonders bevorzugt 1 bis 6, äußerst bevorzugt 1 bis 4. Die Monoester werden
im Rahmen der vorliegenden Erfindung gegenüber den Diestern bevorzugt. Ein besonders
bevorzugtes Sulfosuccinat ist Sulfobernsteinsäurelaurylpolyglykolester-di-Natrium-Salz
(Lauryl-EO-sulfosuccinat, Di-Na-Salz; INCI Disodium Laureth Sulfosuccinate), das beispielsweise
als Tego
® Sulfosuccinat F 30 (Goldschmidt) mit einem Sulfosuccinatgehalt von 30 Gew.-% kommerziell
erhältlich ist.
[0050] In den Sulfosuccinamaten bzw. Sulfosuccinamiden bildet eine bzw. bilden beide Carboxylgruppen
der Sulfobernsteinsäure vorzugsweise mit einem primären oder sekundären Amin, das
einen oder zwei gleiche oder verschiedene, unverzweigte oder verzweigte, gesättigte
oder ungesättigte, acyclische oder cyclische, optional alkoxylierte Alkylreste mit
4 bis 22, vorzugsweise 6 bis 20, insbesondere 8 bis 18, besonders bevorzugt 10 bis
16, äußerst bevorzugt 12 bis 14 Kohlenstoffatomen trägt, ein Carbonsäureamid. Besonders
bevorzugt sind unverzweigte und/oder gesättigte und/oder acyclische Alkylreste, insbesondere
unverzweigte, gesättigte Fettalkylreste.
[0051] In einer besonderen Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Mittel als anionische
Sulfobernsteinsäuretenside ein oder mehrere Sulfosuccinate, Sulfosuccinamate und/oder
Sulfosuccinamide, vorzugsweise Sulfosuccinate und/oder Sulfosuccinamate, insbesondere
Sulfosuccinate, in einer Menge von üblicherweise 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise
0,01 bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%,
äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%, beispielsweise 1 Gew.-%.
Weitere Amphotenside
[0052] Zu den Amphotensiden (amphoteren Tensiden, zwitterionischen Tensiden), die erfindungsgemäß
eingesetzt werden können, zählen Alkylamidoalkylamine, alkylsubstituierte Aminosäuren,
acylierte Aminosäuren bzw. Biotenside, von denen die Alkylamidoalkylamine im Rahmen
der erfindungsgemäßen Lehre bevorzugt werden.
Alkylamidoalkylamine
[0053] Die Alkylamidoalkylamine (INCI Alkylamido Alkylamines) sind Amphotenside der Formel
(III),
R
9-CO-NR
10-(CH
2)
i-N(R
11HCH
2CH
2O)
r(CH
2)
k-[CH(OH)]
l-CH
2-Z-OM (III)
in der
- R9
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C6-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R10
- ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest, vorzugsweise H,
- i
- eine Zahl von 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 2 oder 3,
- R11
- ein Wasserstoffatom H oder CH2COOM (zu M s.u.),
- j
- eine Zahl von 1 bis 4, vorzugsweise 1 oder 2, insbesondere 1,
- k
- eine Zahl von 0 bis 4, vorzugsweise 0 oder 1,
- l
- 0 oder 1, wobei k = 1 ist, wenn l = 1 ist,
- Z
- CO, SO2, OPO(OR12) oder P(O)(OR12), wobei R12 ein C1-4-Alkylrest oder M (s.u.) ist, und
- M
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist.
[0054] Bevorzugte Vertreter genügen den Formeln IIIa bis IIId,
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2-COOM (IIIa)
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2CH
2-COOM (IIIb)
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2CH(OH)CH
2-SO
3M (IIIc)
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2CH(OH)CH
2-OPO
3HM (IIId)
in denen R
11 und M die gleiche Bedeutung wie in Formel (III) haben.
Alkylsubstituierte Aminosäuren
[0055] Erfindungsgemäß bevorzugte alkylsubstituierte Aminosäuren (INCI Alkyl-Substituted
Amino Acids) sind monoalkylsubstituierte Aminosäuren gemäß Formel (IV),
R
13-NH-CH(R
14HCH
2)
u-COOM' (IV)
in der
- R13
- ein gesättigter oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C6-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R14
- ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest, vorzugsweise H,
- u
- eine Zahl von 0 bis 4, vorzugsweise 0 oder 1, insbesondere 1, und
- M'
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist,
alkylsubstituierte Iminosäuren gemäß Formel (V),
R
15-N-[(CH
2)
v-COOM"]
2 (V)
in der
- R15
- ein gesättigter oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C6-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- v
- eine Zahl von 1 bis 5, vorzugsweise 2 oder 3, insbesondere 2, und
- M"
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, wobei M" in den beiden Carboxygruppen
die gleiche oder zwei verschiedene Bedeutungen haben kann, z.B. Wasserstoff und Natrium
oder zweimal Natrium sein kann, ist,
und mono- oder dialkylsubstituierte natürliche Aminosäuren gemäß Formel (VI),
R
16-N(R
17)-CH(R
18)-COOM"' (VI)
in der
- R16
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C6-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R17
- ein Wasserstoffatom oder ein C1-4-Alkylrest, ggf. hydroxy- oder aminsubstituiert, z.B. ein Methyl-, Ethyl-, Hydroxyethyl-
oder Aminpropylrest,
- R18
- den Rest einer der 20 natürlichen α-Aminosäuren H2NCH(R18)COOH, und
- M"'
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist.
[0056] Besonders bevorzugte alkylsubstituierte Aminosäuren sind die Aminopropionate gemäß
Formel (IVa),
R
13-NH-CH
2CH
2COOM' (IVa)
in der R
13 und M' die gleiche Bedeutung wie in Formel (IV) haben.
Acylierte Aminosäuren
[0057] Acylierte Aminosäuren sind Aminosäuren, insbesondere die 20 natürlichen α-Aminosäuren,
die am Aminostickstoffatom den Acylrest R
19CO einer gesättigten oder ungesättigen Fettsäure R
19COOH tragen, wobei R
19 ein gesättigter oder ungesättigter C
6-22-Alkylrest. vorzugsweise C
8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C
10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C
12-14-Alkylrest ist. Die acylierten Aminosäuren können auch als Alkalimetallsalz, Erdalkalimetallsalz
oder Alkanolammoniumsalz, z.B. Mono-, Di- oder Triethanolammoniumsalz, eingesetzt
werden. Beispielhafte acylierte Aminosäuren sind die gemäß INCI unter Amino Acids
zusammengefaßten Acylderivate, z.B. Sodium Cocoyl Glutamate, Lauroyl Glutamic Acid,
Capryloyl Glycine oder Myristoyl Methylalanine.
Amphotensidkombinationen
[0058] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird eine Kombination aus zwei
oder mehr verschiedenen Amphotensiden, insbesondere eine binäre Amphotensidkombination
eingesetzt.
[0059] Die Amphotensidkombination enthält vorzugsweise mindestens ein Betain, insbesondere
mindestens ein Alkylamidobetain, besonders bevorzugt Cocoamidopropylbetain.
[0060] Weiterhin enthält die Amphotensidkombination vorzugsweise mindestens ein amphoteres
Tensid aus der Gruppe umfassend Natriumcarboxyethylkokosphosphoethylimidazolin (Phosphoteric
® TC-6), C
8/10-Amidopropylbetain (INCI CapryUCapramidopropyl Betaine; Tego
® Betaine 810), N-2-Hydroxyethyl-N-carboxymethyl-fettsäureamido-ethylamin-Na (Rewoteric
® AMV) und N-Capryl/Caprin-amidoethyl-N-ethylether-propionat-Na (Rewoteric
® AMVSF) sowie das Betain 3-(3-Cocoamido-propyl)-dimethylammonium-2-hydroxypropansulfonat
(INCI Sultaine; Rewoteric
® AM CAS) und das Alkylamidoalkylamin N-[N'(N"-2-Hydroxyethyl-N"-carboxyethylaminoethyl)-essigsäureamido]-N,N-dimethyl-N-cocos-ammoniumbetain
(Rewoteric
® QAM 50), insbesondere zusammen mit Cocoamidopropylbetain.
[0061] In einer weiteren besonderen Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Mittel
ein oder mehrere Amphotenside in einer Menge von mehr als 8 Gew.-%. In noch einer
weiteren besonderen Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Mittel ein oder mehrere
Amphotenside in einer Menge von weniger als 2 Gew.-%.
Kationische Tenside
[0062] Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich ein oder mehrere kationische Tenside
(Kationtenside) enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise
0,01 bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%,
äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%, beispielsweise 1 Gew.-%.
[0063] Bevorzugte kationische Tenside sind die quaternären oberflächenaktiven Verbindungen,
insbesondere mit einer Ammonium-, Sulfonium-, Phosphonium-, Jodonium- oder Arsoniumgruppe,
die auch als antimikrobielle Wirkstoffe bekannt sind. Durch den Einsatz von quaternären
oberflächenaktiven Verbindungen mit antimikrobieller Wirkung kann das Mittel mit einer
antimikrobiellen Wirkung ausgestaltet werden bzw. dessen gegebenenfalls aufgrund anderer
Inhaltsstoffe bereits vorhandene antimikrobielle Wirkung verbessert werden.
[0064] Besonders bevorzugte kationische Tenside sind die quaternären Ammoniumverbindungen
(QAV; INCI Quaternary Ammonium Compounds) gemäß der allgemeinen Formel (R
I)(R
II)(R
III)(R
IV)N
+ X
-, in der R
I bis R
IV gleiche oder verschiedene C
1-22-Alkylreste, C
7-28-Aralkylreste oder heterozyklische Reste, wobei zwei oder im Falle einer aromatischen
Einbindung wie im Pyridin sogar drei Reste gemeinsam mit dem Stickstoffatom den Heterozyklus,
z.B. eine Pyridinium-oder Imidazoliniumverbindung, bilden, darstellen und X
- Halogenidionen, Sulfationen, Hydroxidionen oder ähnliche Anionen sind. Für eine optimale
antimikrobielle Wirkung weist vorzugsweise wenigstens einer der Reste eine Kettenlänge
von 8 bis 18, insbesondere 12 bis 16, C-Atomen auf.
[0065] QAV sind durch Umsetzung tertiärer Amine mit Alkylierungsmitteln, wie z.B. Methylchlorid,
Benzylchlorid, Dimethylsulfat, Dodecylbromid, aber auch Ethylenoxid herstellbar. Die
Alkylierung von tertiären Aminen mit einem langen Alkyl-Rest und zwei Methyl-Gruppen
gelingt besonders leicht, auch die Quaternierung von tertiären Aminen mit zwei langen
Resten und einer Methyl-Gruppe kann mit Hilfe von Methylchlorid unter milden Bedingungen
durchgeführt werden. Amine, die über drei lange Alkyl-Reste oder Hydroxy-substituierte
Alkyl-Reste verfügen, sind wenig reaktiv und werden bevorzugt mit Dimethylsulfat quaterniert.
[0066] Geeignete QAV sind beispielweise Benzalkoniumchlorid (N-Alkyl-N,N-dimethyl-benzylammoniumchlorid,
CAS No. 8001-54-5), Benzalkon B (m,p-Dichlorbenzyl-dimethyl-C
1-2-alkylammoniumchlorid, CAS No. 58390-78-6), Benzoxoniumchlorid (Benzyl-dodecyl-bis-(2-hydroxyethyl)-ammoniumchlorid),
Cetrimoniumbromid (N-Hexadecyl-N,N-trimethyl-ammo-niumbromid, CAS No. 57-09-0), Benzetoniumchlorid
(N,N-Dimethyl-N-[2-[2-[p-(1,1,3,3-tetramethylbutyl)phenoxy]ethoxy]ethyl]-benzylammoniumchlorid,
CAS No. 121-54-0), Dialkyldimethylammoniumchloride wie Di-n-decyl-dimethyl-ammoniumchlorid
(CAS No. 7173-51-5-5), Didecyldimethylammoniumbromid (CAS No. 2390-68-3), Dioctyl-dimethyl-ammoniumchlorid,
1-Cetylpyridiniumchlorid (CAS No. 123-03-5) und Thiazolinjodid (CAS No. 15764-48-1)
sowie deren Mischungen. Bevorzugte QAV sind die Benzalkoniumchloride mit C
8-C
18-Alkylresten, insbesondere C
12-C
14-Alkyl-benzyl-dimethylammoniumchlorid. Eine besonders bevorzugte QAV ist das Kokospentaethoxymethylammoniummethosulfat
(INCI PEG-5 Cocomonium Methosulfate; Rewoquat
® CPEM).
[0067] Zur Vermeidung möglicher Inkompatibilitäten der kationischen Tenside mit den erfindungsgemäß
enthaltenen anionischen Tensiden werden möglichst aniontensidverträgliches und/oder
möglichst wenig kationisches Tensid eingesetzt oder in einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung gänzlich auf kationische Tenside verzichtet.
Wasserlösliche Salze
[0068] Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel enthält weiterhin ein oder mehrere wasserlösliche
Salze. Es kann sich dabei um anorganische und/oder organische Salze handeln, in einer
bevorzugten Ausführungsform handelt es sich um mindestens ein anorganisches Salz.
[0069] Erfindungsgemäß einsetzbare anorganische Salze sind dabei vorzugsweise ausgewählt
aus der Gruppe umfassend farblose wasserlösliche Halogenide, Sulfate, Sulfite, Carbonate,
Hydrogencarbonate, Nitrate, Nitrite, Phosphate und/oder Oxide der Alkalimetalle, der
Erdalkalimetalle, des Aluminiums und/oder der Übergangsmetalle; weiterhin sind Ammoniumsalze
einsetzbar. Besonders bevorzugt sind dabei Halogenide und Sulfate der Alkalimetalle;
vorzugsweise ist das anorganische Salz daher ausgewählt aus der Gruppe umfassend Natriumchlorid,
Kaliumchlorid, Natriumsulfat, Kaliumsulfat sowie Gemische derselben. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird Natriumchlorid verwendet.
[0070] Bei den erfindungsgemäß einsetzbaren organischen Salzen handelt es sich insbesondere
um farblose wasserlösliche Alkalimetall-, Erdalkalimetall-, Ammonium-, Aluminium-
und/oder Übergangsmetallsalze der Carbonsäuren. Vorzugsweise sind die Salze ausgewählt
aus der Gruppe umfassend Formiat, Acetat, Propionat, Citrat, Malat, Tartrat, Succinat,
Malonat, Oxalat, Lactat sowie Gemische derselben. Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel
enthäl 15 bis 40 Gew.-%, besonders bevorzugt 15 bis 30 Gew.-% mindestens eines wasserlöslichen
Salzes. Dabei ist zu beachten, dass die Salzkonzentration im erfindungsgemäßen Reinigungsmittel
so hoch sein muss, dass das Salz nicht vollständig in Lösung geht, der Sättigungspunkt
also überschritten wird. Weiterhin ist ein Salz zu bevorzugen, dessen Wasserlöslichkeit
sich über einen breiten Temperaturbereich nur in geringem Maße ändert.
[0071] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden dabei ausschließlich anorganische
Salze eingesetzt, ganz besonders bevorzugt Natriumchlorid.
Lösungsmittel
[0072] Der Wassergehalt des erfindungsgemäß wäßrigen Mittels beträgt üblicherweise 15 bis
60 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-%.
[0073] Das erfindungsgemäße Mittel kann vorteilhafterweise zusätzlich ein oder mehrere wasserlösliche
organische Lösungsmittel enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,1 bis 10 Gew.-%,
vorzugsweise 1 bis 8 Gew.-%.
[0074] Das Lösungsmittel wird im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre nach Bedarf insbesondere
als Hydrotropikum, Viskositätsregulator und/oder Kältestabilisator eingesetzt. Es
wirkt lösungsvermittelnd, verhindert die Ausbildung flüssigkristalliner Phasen und
hat Anteil an der Bildung klarer Produkte. Die Viskosität des erfindungsgemäßen Mittels
verringert sich mit zunehmender Lösungsmittelmenge. Zuviel Lösungsmittel kann jedoch
einen zu starken Viskositätsabfall bewirken. Schließlich sinkt mit zunehmender Lösungsmittelmenge
der Kältetrübungs- und Klarpunkt des erfindungsgemäßen Mittels.
[0075] Geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise gesättigte oder ungesättigte, vorzugsweise
gesättigte, verzweigte oder unverzweigte C
1-20-Kohlenwasserstoffe, bevorzugt C
2-15-Kohlenwasserstoffe, mit mindestens einer Hydroxygruppe und gegebenenfalls einer oder
mehreren Etherfunktionen C-O-C, d.h. die Kohlenstoffatomkette unterbrechenden Sauerstoffatomen.
[0076] Bevorzugte Lösungsmittel sind die - gegebenenfalls einseitig mit einem C
1-6Alkanol veretherten - C
2-6-Alkylenglykole und Poly-C
2-3-alkylenglykolether mit durchschnittlich 1 bis 9 gleichen oder verschiedenen, vorzugsweise
gleichen, Alkylenglykolgruppen pro Molekül wie auch die C
1-6-Alkohole, vorzugsweise Ethanol, n-Propanol oder iso-Propanol, insbesondere Ethanol.
[0077] Besonders bevorzugte Lösungsmittel sind die einseitig mit einem C
1-6Alkanol veretherten Poly-C
2-3-alkylenglykolether mit durchschnittlich 1 bis 9, vorzugsweise 2 bis 3, Ethylen- oder
Propylenglykolgruppen, beispielsweise PPG-2 Methyl Ether (Dipropylenglykolmonomethylether).
Vorzugsweise ist das Lösungsmittel ausgewählt aus der Gruppe umfassend Methanol, Ethanol,
Propanol, Isopropanol, Ethylenglykol, Propylenglykol sowie Gemischen derselben.
[0078] Äußerst bevorzugte Lösungsmittel sind die C
2-3-Alkohole Ethanol, n-Propanol und/oder iso-Propanol, insbesondere Ethanol.
[0079] Als Lösungsvermittler insbesondere für Parfüm und Farbstoffe können außer den zuvor
beschriebenen Lösungsmitteln beispielsweise auch Alkanolamine sowie Alkylbenzolsulfonate
mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen im Alkylrest eingesetzt werden.
Weitere Inhaltsstoffe
[0080] Neben den bisher genannten Komponenten können die erfindungsgemäßen Mittel weitere
Inhaltsstoffe enthalten. Hierzu zählen beispielsweise weitere Tenside, wasserunlösliche
organische und/oder anorganische Abrasivstoffe, Additive zur Verbesserung des Ablauf-
und Trocknungsverhaltens, zur Einstellung der Viskosität, zur Stabilisierung sowie
weitere in Handgeschirrspülmitteln übliche Hilfs- und Zusatzstoffe, etwa UV-Stabilisatoren,
Parfüm, Perlglanzmittel, Farbstoffe, Korrosionsinhibitoren, Konservierungsmittel,
Bitterstoffe, organische Salze, Desinfektionsmittel, Enzyme, strukturgebende Polymere,
Entschäumer, verkapselte Inhaltsstoffe (z.B. verkapseltes Parfum, Enzyme), pH-Stellmittel
sowie Hautgefühl-verbessernde oder pflegende Additive.
Additive
[0081] Zur weiteren Verbesserung des Ablauf- und/oder Trocknungsverhaltens kann das erfindungsgemäße
Mittel ein oder mehrere Additive aus der Gruppe der Tenside, der Polymere und der
Buildersubstanzen (Builder) enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,001 bis
5 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-%, besonders
bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%, beispielsweise 1
Gew.-%.
[0082] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird auf die genannten Additive
verzichtet.
Verdickungsmittel
[0083] Zur Verdickung kann das erfindungsgemäße Mittel zusätzlich ein oder mehrere polymere
Verdickungsmittel enthalten.
[0084] Polymere Verdickungsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind die als Polyelektrolyte
verdickend wirkenden Polycarboxylate, vorzugsweise Homo- und Copolymerisate der Acrylsäure,
insbesondere Acrylsäure-Copolymere wie Acrylsäure-Methacrylsäure-Copolymere, und die
Polysaccharide, insbesondere Heteropolysaccharide, sowie andere übliche verdickende
Polymere. Geeignete Polysaccharide bzw. Heteropolysaccharide sind die Polysaccharidgummen,
beispielsweise Gummi arabicum, Agar, Alginate, Carrageene und ihre Salze, Guar, Guaran,
Tragacant, Gellan, Ramsan, Dextran oder Xanthan und ihre Derivate, z.B. propoxyliertes
Guar, sowie ihre Mischungen. Andere Polysaccharidverdicker, wie Stärken oder Cellulosederivate,
können alternativ, vorzugsweise aber zusätzlich zu einem Polysaccharidgummi eingesetzt
werden, beispielsweise Stärken verschiedensten Ursprungs und Stärkederivate, z.B.
Hydroxyethylstärke, Stärkephosphatester oder Stärkeacetate, oder Carboxymethylcellulose
bzw. ihr Natriumsalz, Methyl-, Ethyl-, Hydroxyethyl-, Hydroxypropyl-, Hydroxypropyl-methyl-
oder Hydroxyethyl-methyl-cellulose oder Celluloseacetat.
[0085] Als polymere Verdickungsmittel geeignete Acrylsäure-Polymere sind beispielsweise
hochmolekulare mit einem Polyalkenylpolyether, insbesondere einem Allylether von Saccharose,
Pentaerythrit oder Propylen, vernetzte Homopolymere der Acrylsäure (INCI Carbomer),
die auch als Carboxyvinylpolymere bezeichnet werden.
[0086] Besonders geeignete polymere Verdickungsmittel sind aber folgende Acrylsäure-Copolymere:
(i) Copolymere von zwei oder mehr Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (INCI Acrylates Copolymer), zu denen etwa die Copolymere
von Methacrylsäure, Butylacrylat und Methylmethacrylat (CAS 25035-69-2) oder von Butylacrylat
und Methylmethacrylat (CAS 25852-37-3) gehören; (ii) vernetzte hochmolekulare Acrylsäurecopolymere,
zu denen etwa die mit einem Allylether der Saccharose oder des Pentaerythrits vernetzten
Copolymere von C
10-30-Alkylacrylaten mit einem oder mehreren Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (INCI Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer) gehören.
[0087] Der Gehalt an polymerem Verdickungsmittel beträgt üblicherweise nicht mehr als 8
Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,1 und 7 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,5 und
6 Gew.-%, insbesondere zwischen 1 und 5 Gew.-% und äußerst bevorzugt zwischen 1,5
und 4 Gew.-%, beispielsweise zwischen 2 und 2,5 Gew.-%.
[0088] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Mittel jedoch frei von
polymeren Verdickungsmitteln.
Dicarbonsäure(salze)
[0089] Zur Stabilisierung des erfindungsgemäßen Mittels, insbesondere bei hohem Tensidgehalt,
können ein oder mehrere Dicarbonsäuren und/oder deren Salze zugesetzt werden, insbesondere
eine Zusammensetzung aus Na-Salzen der Adipin-, Bernstein- und Glutarsäure, wie sie
z.B. unter dem Handelsnamen Sokalan
® DSC erhältlich ist. Der Einsatz erfolgt hierbei vorteilhafterweise in Mengen von
0,1 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 7 Gew.-%, insbesondere 1,3 bis 6 Gew.-% und
besonders bevorzugt 2 bis 4 Gew.-%.
[0090] Eine Veränderung des Dicarbonsäure(salz)-Gehaltes kann - insbesondere in Mengen oberhalb
2 Gew.-% - zu einer klaren Lösung der Inhaltsstoffe beitragen. Ebenfalls ist innerhalb
gewisser Grenzen eine Beeinflussung der Viskosität der Mischung durch dieses Mittel
möglich. Weiterhin beeinflusst diese Komponente die Löslichkeit der Mischung. Diese
Komponente wird besonders bevorzugt bei hohen Tensidgehalten eingesetzt, insbesondere
bei Tensidgehalten oberhalb 30 Gew.-%.
[0091] Kann jedoch auf deren Einsatz verzichtet werden, so ist das erfindungsgemäße Mittel
vorzugsweise frei von Dicarbonsäure(salze)n.
Hilfs- und Zusatzstoffe
[0092] Daneben können noch ein oder mehrere weitere - insbesondere in Handgeschirrspülmitteln
und Reinigungsmitteln für harte Oberflächen - übliche Hilfs- und Zusatzstoffe, insbesondere
UV-Stabilisatoren, Parfüm, Perlglanzmittel (INCI Opacifying Agents; beispielsweise
Glykoldistearat, z.B. Cutina
® AGS der Fa. Cognis, bzw. dieses enthaltende Mischungen, z.B. die Euperlane der Fa.
Cognis), Farbstoffe, Korrosionsinhibitoren, Konservierungsmittel (z.B. das technische
auch als Bronopol bezeichnete 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol (CAS 52-51-7), das beispielsweise
als Myacide
® BT oder als Boots Bronopol BT von der Firma Boots gewerblich erhältlich ist), organische
Salze, Desinfektionsmittel, Enzyme, pH-Stellmittel sowie Hautgefühl-verbessernde oder
hautpflegende Additive (z.B. dermatologisch wirksame Substanzen wie Vitamin A, Vitamin
B2, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, D-Panthenol, Sericerin, Collagen-Partial-Hydrolysat,
verschiedene pflanzliche Protein-Partial-Hydrolysate, Proteinhydrolysat-Fettsäure-Kondensate,
Liposome, Cholesterin, pflanzliche und tierische Öle wie z.B. Lecithin, Sojaöl, usw.,
Pflanzenextrakte wie z.B. Aloe Vera, Azulen, Hamamelisextrakte, Algenextrakte, usw.,
Allantoin, A.H.A.-Komplexe, Glycerin, Harnstoff, quaternisierte Hydroxyethylcellulose),
in Mengen von üblicherweise nicht mehr als 5 Gew.-% enthalten sein.
pH-Wert
[0093] Der pH-Wert des erfindungsgemäßen Mittel kann mittels üblicher pH-Regulatoren, beispielsweise
Säuren wie Mineralsäuren oder Citronensäure und/oder Alkalien wie Natrium- oder Kaliumhydroxid,
eingestellt werden, wobei - insbesondere bei gewünschter Handverträglichkeit - ein
Bereich von 4 bis 9, vorzugsweise 5 bis 8, insbesondere 5,5 bis 7,5, bevorzugt ist.
[0094] Zur Einstellung und/oder Stabilisierung des pH-Werts kann das erfindungsgemäße Mittel
ein oder mehrere Puffer-Substanzen (INCI Buffering Agents) enthalten, üblicherweise
in Mengen von 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 bis 3 Gew.-%, insbesondere 0,01
bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 1 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,1 bis 0,5
Gew.-%, beispielsweise 0,2 Gew.-%. Bevorzugt sind Puffer-Substanzen, die zugleich
Komplexbildner oder sogar Chelatbildner (Chelatoren, INCI Chelating Agents) sind.
Besonders bevorzugte Puffer-Substanzen sind die Citronensäure bzw. die Citrate, insbesondere
die Natrium- und Kaliumcitrate, beispielsweise Trinatriumcitrat·2 H
2O und Trikaliumcitrat·H
2O.
Verwendung
[0095] Das erfindungsgemäße Mittel lässt sich zur Reinigung harter Oberflächen, insbesondere
zur manuellen Reinigung von Geschirr verwenden. Hierbei zeichnet es sich aufgrund
der enthaltenen Tensidkombination durch ein gutes Ablauf- und Trocknungsverhalten
aus, dank der abrasiven Wirkung der enthaltenen Salze weist es zudem eine sehr gute
Reinigungsleistung auch an hartnäckigen und eingebrannten Anschmutzungen, und schließlich
besitzt es auch eine hohe Hautfreundlichkeit.
Beispiele
[0096] Es wurden sieben erfindungsgemäße Formulierungen hergestellt, deren Zusammensetzungen
der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen sind. Die Mengenangaben sind dabei in Gew.-%.
Die erhaltenen Handgeschirrspülmittel waren stabil, gießfähig und gut dosierbar und
wiesen ein gutes Reinigungs-, Ablauf- und Trocknungsverhalten auf. Daneben wurde eine
Vergleichsformulierung V1 hergestellt, die ähnlich der Zusammensetzung E7 zusammengesetzt
war, jedoch kein Natriumchlorid enthielt.
| |
E1 |
E2 |
E3 |
E4 |
E5 |
E6 |
E7 |
| Fettalkoholethersulfat |
10,00 |
13,33 |
12,00 |
12,00 |
13,30 |
13,30 |
13,30 |
| Kokosamidopropylbetain |
2,50 |
3,33 |
3,10 |
3,10 |
3,00 |
3,00 |
3,00 |
| Sek. Alkansulfonat |
2,50 |
3,33 |
2,90 |
2,90 |
3,70 |
3,70 |
3,70 |
| Fettalkoholethoxylat |
9,00 |
6,00 |
- |
- |
- |
- |
- |
| Natriumchlorid |
24,00 |
24,00 |
22,00 |
24,00 |
20,00 |
24,00 |
20,00 |
| Ethanol |
- |
- |
2,00 |
2,00 |
2,50 |
2,50 |
4,00 |
| Parfüm |
0,20 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Farbstoff |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
| Wasser |
51,60 |
49,51 |
57,50 |
55,50 |
57,00 |
53,00 |
55,50 |
[0097] Zur Prüfung der Reinigungsleistung wurden jeweils 0,15 g Spaghettisauce als Testanschmutzung
auf Teller aufgebracht und 2,5 Stunden bei 160°C eingebrannt. Anschließend wurden
5 g des zu prüfenden Produktes aufgebracht und 180 Sekunden lang in einer rotierenden
Bewegung mit einem Tuch mechanisch verrieben, wobei ein definierter Anpressdruck vorherrschte.
Schließlich wurde der so behandelte Teller in Augenschein genommen. Es zeigte sich,
dass die erfindungsgemäßen Mittel E1 bis E7 allesamt an diesem hartnäckigen, eingebrannten
Schmutz eine stark verbesserte Reinigungsleistung aufwiesen. So wurde beispielsweise
mit E7 über 95% der Anschmutzung entfernt, während mit dem Vergleichsmittel V1 eine
Reinigung nur zu 5% erfolgte.
[0098] Daneben zeigten die erfindungsgemäßen Mittel eine verbesserte Hautverträglichkeit
verglichen mit dem Vergleichsmittel V1.
[0099] Zur Prüfung der Hautverträglichkeit wurde ein Ellenbeugenwaschtest durchgeführt.
Dabei wurden die Rezepturen E7 und V1 jeweils in 25%iger Verdünnung angewendet. Die
Applikation in der Ellenbeuge erfolgte durch die Probanden selbst 2x täglich für je
insgesamt 6 Minuten. Die Beurteilung der Hautreaktionen erfolgte jeweils vor der nächsten
Anwendung. Vor und nach Test wurde die Haut an der Ellenbeuge durch Messung der Hautfeuchtigkeit
und Barrierefunktion (TEWL) untersucht. Während der gesamten Testzeit wurde die Applikationsstelle
nicht eingecremt.
[0100] Das Vergleichsmittel V1 induzierte dabei leichte bis sehr starke Schuppungen, leichte
bis sehr starke Erytheme (Rötungen) sowie eine leichte Fissur. Zusätzlich berichteten
die Probanden häufig von Juckreiz, Brennen und Spannungsgefühl sowohl während als
auch nach dem Waschen.
[0101] E7 induzierte dagegen nur leichte und mittlere Schuppungen, leichte bis starke Erytheme,
keine Fissuren. In einzelnen Fällen wurde von Juckreiz, Brennen und Spannen berichtet,
während dem Waschen häufiger als zwischen den Waschungen.
[0102] Die Messung der Hautfeuchtigkeit ergab bei beiden Produkten eine Reduktion, begleitet
von einem Anstieg des TEWL.
[0103] Es ergab sich insgesamt, dass die Hautverträglichkeit von E7 signifikant besser war,
verglichen mit V1. Dies zeigt sich durch die eindeutig höhere Anzahl von Hautreaktionen
und deren Ausprägung sowie auf den deutlicheren Anstieg des TEWL-Wertes auf der mit
V1 behandelten Seite.
[0104] Die Haltbarkeit des Mittels im Schwamm ("Sponge load") wurde mit dem folgenden Verfahren
bestimmt:
Auf einen mit Wasser getränkten Schwamm werden 5 g des zu prüfenden Reinigungsmittels
aufgetragen. Anschließend wird der Schwamm einmal mit einer definierten Kraft gedrückt,
so dass das Mittel im Schwamm verteilt wird. Sodann werden 100 ml Wasser gleichmäßig
über den Schwamm gegeben und die durchlaufende Flüssigkeit aufgefangen. Die Menge
an in dieser Flüssigkeit enthaltenen, aus dem mit Reinigungsmittel beladenen Schwamm
herausgelösten, Tensiden wird analytisch bestimmt und die Differenz zum zuvor rechnerisch
ermittelten Tensidgehalt des aufgetragenen Reinigungsmittels berechnet, um die noch
im Schwamm verbliebene Tensidmenge zu bestimmen.
[0105] Es zeigt sich, dass beim erfindungsgemäßen Reinigungsmittel noch 80 bis 95% der Tenside
im Schwamm verbleiben, während sich bei der salzfreien Vergleichsformulierung nur
noch 40 bis 50% der Tenside im Schwamm befinden. Somit halten sich die reinigungsaktiven
Inhaltsstoffe länger und in größerer Menge im Schwamm.