[0001] Die Erfindung betrifft eine Galvanisieranlage nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 sowie ein Galvanisierverfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 8.
[0002] Eine gattungsgemäße Galvanisieranlage ist aus
US 2005/0218001 A1 bekannt. Ähnliche Galvanisieranlagen zeigen
US 2004/0000485 A1 und
US 2002/0102846 A1. Die Galvanisieranlage nach der
JP 58174597 A weist ein Galvanisierbad auf, in das ein zu galvanisierendes Objekt eingebracht wird.
Zur Abscheidung einer Galvanisierschicht auf dem Objekt wird diesem ein Galvanisierstrom
zugeleitet. Dieser Galvanisierstrom wird mittels eines niederohmigen elektrischen
Widerstands (shunt) gemessen und an eine Steuervorrichtung ausgegeben. Die Steuervorrichtung
steuert oder schaltet in Abhängigkeit dieses Messsignals sowie weiterer Messwerte
den dem Objekt zuzuführenden Galvanisierstrom, um die Abscheidung einer Galvanisierschicht
mit einer gewünschten Dicke zu erreichen.
[0003] Die Beschichtung des Objekts ist direkt abhängig vom Strom, der dem Objekt zugeführt
wird. Die Herstellung hochwertiger Bauteile in Galvanisieranlagen erfolgt aus Kapazitäts-
und Kostengründen mit Hilfe von Warenträgern, die mehrere Objekte (Bauteile) zur gleichzeitigen
Beschichtung aufnehmen können. In einem idealen Fertigungsprozess werden bei der galvanischen
Behandlung baugleiche Objekte gleich stark beschichtet, da aufgrund der Parallelschaltung
gleicher Widerstände (gleiche Objekte) am Warenträger der jedem Objekt zugeführte
Strom gleich ist. Aufgrund von Kontaktproblemen, Anodenanordnungen, Strömungsverhältnissen
im Galvanisierbad und weiteren Randbedingungen ergeben sich Abweichungen bei der Stromaufteilung,
die zu fehlerhaften Beschichtungen einzelner oder auch aller Objekte führen.
[0004] Zwei wesentliche Fehler, die bei der Galvanisierung auftreten, sind die Dickenschwankungen
der Galvanisierschicht auf den einzelnen Objekten und die Doppelbeschichtung. Die
Schichtdickenschwankungen entstehen infolge der ungleichmäßigen Stromverteilung auf
die einzelnen Objekte. Durch Messen der Schichtdicke nach dem Galvanisiervorgang können
diese Schwankungen nachträglich erkannt werden. Dies erfordert jedoch einen aufwendigen,
häufig manuellen Arbeitsschritt. Doppelbeschichtungen entstehen, wenn bei dem Galvanisiervorgang
der Stromfluss zu dem Objekt, beispielsweise bei Kontaktproblemen, kurzfristig unterbrochen
wird. Je nach Galvanisierverfahren sind bei Stromunterbrechungen ab etwa 20 ms bereits
Doppelbeschichtungen möglich. Eine Doppelbeschichtung lässt sich nach Abschluss des
Galvanisiervorgangs nicht zerstörungsfrei erkennen.
[0005] Eine Überwachung eines Warenträgerstroms, d.h. ein Gesamtstrom (Summenstrom), der
einem Warenträger beispielsweise von einem Gleichrichter zugeführt wird, lässt keine
Aussage über die Einzelströme für die an dem Warenträger angeordneten Objekte zu.
Aus dem Verhältnis von Spannung (Badspannung) und Strom (Warenträgerstrom) kann der
galvanisch aktive Widerstand des Warenträgers bestimmt werden. Dieser verändert sich,
falls Objekte keinen Kontakt aufweisen. Da häufig lediglich einzelne Objekte nicht
kontaktiert sind, ändert sich der Widerstand in diesen Fällen nur geringfügig und
ist daher über eine Spannungsmessung nicht zuverlässig erfassbar.
[0006] Das Messen des Galvanisierstroms mit Hilfe elektrischer Shunts liefert aufgrund ihrer
niederohmigen Eigenschaft relativ kleine Signalspannungen, in der Regel in der Größenordnung
von ca. 60 bis 100 mV. Derart kleine Signalspannungen sind besonders störanfällig
im Hinblick auf die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) der beim Galvanisierprozess
eingesetzten elektrischen Betriebsmittel. Ferner ist bekannt, dass eine Übertragung
von Messsignalen von einem Warenträger zum Wannenrand des Galvanisierbads mittels
so genannter Kontaktplatten störanfällig ist, insbesondere bei geringen Signalspannungen.
Die Kontaktplatten sind einer starken Verschmutzung und Korrosion ausgesetzt und erfordern
darüber hinaus das genaue Positionieren des Warenträgers. Außerdem ist die Signalerfassung
insbesondere kleiner Signalspannungen abhängig von der Länge der Übertragungsleitung
zum Galvanisierbad.
[0007] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Galvanisieranlage
bereitzustellen, die eine verbesserte, zuverlässigere und genauere Erfassung der Einzelströme
am Warenträger ermöglicht, die den zu galvanisierenden Objekten zugeführt werden.
Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung, ein Galvanisierverfahren bereitzustellen,
bei dem die Einzelströme, die den zu galvanisierenden Objekten zugeführt werden, am
Warenträger einer Galvanisieranlage zuverlässiger und genauer erfasst werden.
[0008] Diese Aufgabe wird in Bezug auf die Galvanisieranlage durch die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruchs 1 sowie in Bezug auf das Galvanisierverfahren durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 8 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung offenbaren die Unteransprüche. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in
den Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger, technisch sinnvoller
Weise miteinander kombiniert werden können.
[0009] Eine erfindungsgemäße Galvanisieranlage weist wenigstens die folgenden Kornponenten
auf: ein Galvanisierbad; wenigstens einen Warenträger zur Aufnahme oder Halterung
wenigstens eines Objekts und zur Einbringung des Objekts in das Galvanisierbad; wenigstens
eine Leitung zum Anlegen eines Galvanisierstroms an das Objekt; wenigstens einen Stromsensor
zur Messung des Galvanisierstroms und Ausgabe des zugehörigen Messsignals über wenigstens
eine Signalleitung; und eine Auswerteeinheit zur Erfassung des Messsignals, wobei
der Stromsensor ausgelegt ist, den Galvanisierstrom kontaktlos zu messen. Das kontaktlose
Messen des Galvanisierstroms bietet den Vorteil, dass Störungen des Messsignals aufgrund
von Kontaktproblemen vermieden werden. Folglich ist eine zuverlässige, kontinuierliche
und genaue Erfassung des Galvanisierstroms möglich.
[0010] Bevorzugt ist eine erfindungsgemäße Galvanisieranlage derart ausgestaltet, dass die
Anzahl der Stromsensoren mindestens der Anzahl der Leitungen zum Anlegen des Galvanisierstroms
an das Objekt entspricht. Diese Ausgestaltung ist besonders vorteilhaft, da sie die
Erfassung der jedem einzelnen Objekt zugeführten Einzelströme ermöglicht. Folglich
sind Fertigungsfehler während des Galvanisiervorgangs, z. B. Schichtdickenschwankungen
infolge uneinheitlicher Stromzufuhr und Doppelbeschichtungen aufgrund von kurzzeitigen
Stromunterbrechungen, für jedes einzelne Objekt erkennbar. Beim Auftreten von Fertigungsfehlern,
insbesondere bei der Galvanisierung hochwertiger Bauteile, können somit gezielt einzelne
fehlerhafte Objekte (Bauteile) aussortiert werden. Folglich lässt sich der Produktionsausschuss
erheblichen reduzieren, da nunmehr einzelne, fehlerhafte Objekte im Gegensatz zu kompletten
Objekt-Chargen aussortiert werden können.
[0011] Des Stromsensor, ist am Warenträger, angeordnet. Diese Anordnung ist deswegen von
großem Vorteil, da hierdurch alle möglichen Störeinflüsse bis zum Objekt erfasst werden.
Insbesondere betrifft dies Kontaktierungsfehler an den Verbindungsstellen der jeweiligen
Zuleitungen. Folglich ist eine bestmögliche Erfassung des dem Objekt zugeführten Galvanisierstroms
unmittelbar am Warenträger möglich.
[0012] Ein Hall-Sensor als Stromsensor gestattet das berührungslose Erfassen des Galvanisierstroms
und zeichnet sich allgemein durch eine hohe Genauigkeit, kurze Ansprechzeit, geringe
Temperaturdrift, ausgezeichnete Linearität und einen großen Frequenzbereich aus. Der
Hall-Sensor ermöglicht folglich eine zuverlässige und genaue Erfassung des Galvanisierstroms
während des gesamten Galvanisiervorgangs. Bevorzugt ist der Stromsensor gasdicht gekapselt
und/oder in einem Kunststoff oder Harz eingegossen. Auf diese Weise ist der Stromsensor
vor chemischen Einwirkungen der Galvanisierumgebung geschützt. Somit ist ein zuverlässiger
Betrieb des Stromsensors während des gesamten Galvanisiervorgangs sichergestellt.
[0013] Bevorzugt ist die Galvanisieranlage derart ausgestaltet, dass die Auswerteeinheit
am Warenträger angeordnet ist. Folglich können die durch den Stromsensor ausgegebenen
Messsignale durch die Auswerteeinheit am Warenträger erfasst und ausgewertet werden.
Somit ist keine Übertragung der Messsignale vom Warenträger zum Wannenrand mittels
Kontaktplatten/Kontaktstifte erforderlich. Folglich werden zusätzliche Fehlerquellen,
nämlich die Verschmutzung und Korrosion der Kontaktplatten/Kontaktstifte sowie eine
fehlerhafte Positionierung des Warenträgers, beseitigt. Dies ermöglicht eine zuverlässige
und genaue Erfassung der vom Stromsensor ausgegebenen Messsignale.
[0014] Die Auswerteeinheit ist ausgelegt, die erfassten Messsignale zu analysieren und zugehörige
Auswertedaten zu erzeugen. Dementsprechend ist eine Vorverarbeitung der vom Stromsensor
ausgegebenen Messsignale durch die Auswerteeinheit möglich. Als Ergebnis der Messsignalanalyse
erzeugt die Auswerteeinheit entsprechende Auswertedaten. Die Auswertedaten können
anschließend zur Überwachung des Galvanisiervorgangs weiterverarbeitet werden. Die
für die Überwachung zu berücksichtigende Datenmenge wird folglich durch die Messsignalvorverarbeitung
durch die Auswerteeinheit erheblich reduziert. Somit ist eine zeitlich nahezu lückenlose
Erfassung des Galvanisierstroms möglich, ohne den Verarbeitungsaufwand zur Überwachung
des Galvanisiervorgangs zu erhöhen.
[0015] Die Auswerteeinheit ist ausgelegt, die Messsignale und/oder die Auswertedaten drahtlos
an eine Steuereinrichtung der Galvanisieranlage und/oder eine separate Datenverarbeitungseinrichtung
zu übertragen. Die drahtlose Übertragung bietet den Vorteil, dass beispielsweise keine
Kontaktplatten/Kontaktstifte zur Übertragung der Messsignale und/oder Auswertedaten
vom Warenträger zum Wannenrand vorzusehen sind. Somit werden Übertragungsfehler infolge
von Korrosion und Verschmutzung der Kontaktplatten/Kontaktstifte oder einer ungenauen
Positionierung des Warenträgers ausgeschlossen. Die Positionierqualität der Warenträger
hat auf die Datenübertragung somit keinen Einfluss. Ferner ist eine elektrische Installation
lediglich am Warenträger erforderlich. Eine elektrische Verbindung vom Galvanisierbad
zur Steuereinrichtung und/oder Datenverarbeitungseinrichtung, die herkömmlich mittels
Vielfachsteckern, beispielsweise 50-fach-Steckern, hergestellt wird, entfällt. Folglich
ist eine zuverlässige Überwachung des Galvanisiervorgangs gewährleistet. Die Steuereinrichtung
und/oder Datenverarbeitungseinrichtung befindet sich vorteilhafter Weise in einem
anderen Raum als die Galvanisieranlage, insbesondere befindet sich in diesem anderen
Raum keine Galvanisieranlage, sondern es herrschen normale Umweltbedingungen.
[0016] In einer weiteren, vorteilhaften Ausgestaltung der Galvanisieranlage versorgt ein
Akkumulator den Stromsensor und die Auswerteeinheit mit elektrischer Energie. Hierdurch
ist eine Energieversorgung des Stromsensors und der Auswerteeinheit unabhängig von
einer externen Energiequelle möglich. Folglich ist ein Höchstmaß an Flexibilität für
den Einsatz der erfindungsgemäßen Galvanisieranlage gewährleistet.
[0017] Das erfindungsgemäße Galvanisierverfahren weist bevorzugt die folgenden Schritte
auf: Einbringen wenigstens eines Objekts, das an einem Warenträger angeordnet ist,
in ein Galvanisierbad; Anlegen eines Galvanisierstroms mittels wenigstens einer Leitung
an das Objekt; Messen des Galvanisierstroms mittels wenigstens eines Stromsensors
in Form eines Hall-Sensors und Ausgeben eines zugehörigen Messsignals über wenigstens
eine Signalleitung; und Erfassen des Messsignals durch eine Auswerteeinheit, wobei
das Messen des Galvanisierstroms mittels des Stromsensors kontaktlos erfolgt. Das
kontaktlose Messen des Galvanisierstroms bietet den Vorteil, dass Störungen des Messsignals
aufgrund von Kontaktproblemen vermieden werden. Folglich ist eine zuverlässige, kontinuierliche
und genaue Erfassung des Galvanisierstroms möglich. Der Warenträger lässt sich genauso
handhaben wie ein Warenträger ohne Stromerfassung, es sind keine zusätzlichen Maßnahmen
aufgrund der Stromerfassung notwendig. Die Teile der Stromerfassung sind dem Warenträger
fest zugeordnet.
[0018] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des Galvanisierverfahrens erfolgt das
Anlegen des Galvanisierstroms mittels mehrerer Leitungen und das Messen des Galvanisierstroms
an jeder Leitung. Diese Ausgestaltung ist besonders vorteilhaft, da sie die Erfassung
der jedem einzelnen Objekt zugeführten Einzelströme ermöglicht. Folglich sind Fertigungsfehler
während des Galvanisiervorgangs, z. B. Schichtdickenschwankungen infolge uneinheitlicher
Stromzufuhr und Doppelbeschichtungen aufgrund von kurzzeitigen Stromunterbrechungen,
für jedes einzelne Objekt aktuell erkennbar. Beim Auftreten von Fertigungsfehlern,
insbesondere bei der Galvanisierung hochwertiger Bauteile, können somit gezielt einzelne
fehlerhafte Objekte (Bauteile) aussortiert werden. Folglich lässt sich der Produktionsausschuss
erheblichen reduzieren, da nunmehr einzelne, fehlerhafte Objekte im Gegensatz zu kompletten
Objekt-Chargen aussortiert werden können. Die Überprüfung von Objekt-Chargen wird
vereinfacht und verkürzt.
[0019] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des Galvanisierverfahrens analysiert
die Auswerteeinheit das Messsignal und erzeugt zugehörige Auswertedaten. Dementsprechend
führt die Auswerteeinheit eine Vorverarbeitung der vom Stromsensor ausgegebenen Messsignale
durch. Als Ergebnis der Messsignalanalyse erzeugt die Auswerteeinheit entsprechende
Auswertedaten. Die Auswertedaten können anschließend zur Überwachung des Galvanisiervorgangs
weiterverarbeitet werden. Die für die Überwachung zu berücksichtigende Datenmenge
wird folglich infolge der Messsignalvorverarbeitung durch die Auswerteeinheit erheblich
reduziert. Somit ist eine zeitlich nahezu lückenlose Erfassung des Galvanisierstroms
möglich, ohne den Verarbeitungsaufwand zur Überwachung des Galvanisiervorgangs zu
erhöhen.
[0020] Bei dem Galvanisierverfahren überträgt die Auswerteeinheit das Messsignal und/oder
die Auswertedaten drahtlos an eine Steuereinrichtung und/oder eine separate Datenverarbeitungseinrichtung.
Die drahtlose Übertragung bietet den Vorteil, dass beispielsweise keine Kontaktplatten/Kontaktstifte
zur Übertragung der Messsignale/Auswertedaten vom Warenträger zum Wannenrand vorzusehen
sind. Somit werden Übertragungsfehler infolge von Korrosion und Verschmutzung der
Kontaktplatten/Kontaktstifte oder einer ungenauen Positionierung des Warenträgers
ausgeschlossen. Folglich ist eine zuverlässige Überwachung des Galvanisiervorgangs
gewährleistet.
[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines nicht einschränkend zu verstehenden Ausführungsbeispiels der Erfindung, das
im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert wird. In dieser Zeichnung
zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der Galvanisieranlage gemäß
der vorliegenden Erfindung,
Fig. 2 eine seitliche Schnittansicht einer Ausführungsform der Galvanisieranlage gemäß
der vorliegenden Erfindung,
Fig. 3 eine frontale Schnittansicht einer Ausführungsform der Galvanisieranlage gemäß
der vorliegenden Erfindung,
Fig. 4 eine Querschnittsansicht in Explosionsdarstellung eines Stromsensors zur Messung
eines Galvanisierstroms und Ausgabe eines zugehörigen Messsignals über eine Signalleitung
und
Fig. 5 eine Draufsicht auf eine Deckplatte des Stromsensors gemäß Fig. 4.
[0022] Die in den Figuren 1 bis 3 schematisch dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Galvanisieranlage umfasst im Wesentlichen ein Galvanisierbad 20, einen Warenträger
22, mehrere zu galvanisierende Objekte 24 und eine Auswerteeinheit 32.
[0023] An dem Warenträger 22 sind sechs baugleiche Objekte 24 (Bauteile) mittels aus dem
Stand der Technik bekannter Halterungen einzeln angebracht. Diese Halterungen werden
daher hier nicht näher erläutert. Der Warenträger 22 dient dazu, die aufgenommenen
Objekte 24 für den Galvanisiervorgang in das Galvanisierbad 20 einzutauchen und zu
halten. Jedes Objekt 24 ist mit einer Leitung 26 verbunden. Die Leitung 26 führt von
dem Objekt 24 zu einer Warenträger-Stromsammelschiene 34. Jede Leitung 26 stellt folglich
eine elektrisch leitende Verbindung zwischen der Stromsammelschiene 34 und jeweils
einem Objekt 24 her. Die Stromsammelschiene 34 ist wiederum mittels einer Leitung
mit einem Pol einer Gleichstromquelle 40 (Gleichrichter) verbunden. Der andere Pol
der Gleichstromquelle 40 ist mittels einer weiteren Leitung mit einer Galvanisierbad-Stromsammelschiene
36 verbunden. An die Stromsammelschiene 36 ist in bekannter Weise wenigstens eine
Anode angeschlossen. Die Anode wird für den Galvanisiervorgang ebenfalls in das Galvanisierbad
20 eingetaucht. Während des Galvanisiervorganges leitet die Gleichstromquelle 40 den
zur Galvanisierung aller Objekte 24 erforderlichen Strom zur WarenträgerStromsammelschiene
34. Von dort wird der Galvanisierstrom (Summenstrom) mittels der jeweiligen Leitungen
26 auf die einzelnen Objekte 24 aufgeteilt und an diese angelegt. Der einem einzelnen
Objekt 24 zugeführte Galvanisierstrom (Einzelstrom) wird von jeweils einem Stromsensor
28 gemessen. In der hierin beschriebenen Ausführungsform ist der verwendete Stromsensor
28 ein HallSensor. Der Hall-Sensor 28 ist in der Lage, den durch die Leitung 26 fließenden
Galvanisierungsstrom berührungslos und verlustlos zu messen. Der Hall-Sensor 28 ist
ein ringförmiges Element, durch dessen Mitte die Leitung 26 geführt wird. Ferner ist
der Hall-Sensor 28 mit einer Signalleitung 30 verbunden, über die das erfasste Strommesssignal
ausgegeben wird. Die Signalleitung 30 ist elektrisch leitend mit der Auswerteinheit
32 verbunden. Die Auswerteinheit 32 erfasst das von dem Hall-Sensor 28 übertragene
Strommesssignal.
[0024] In dem in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind sechs Objekte
24 an dem Warenträger 22 angebracht, die jeweils über insgesamt sechs Leitungen 26
mit der Warenträger-Stromsammelschiene 34 verbunden sind. Bei der Erfassung der Objekteinzelströme
sind insgesamt sechs Hall-Sensoren 28 jeweils an einer Leitung 26 angeordnet, die
wiederum über insgesamt sechs Signalleitungen 30 mit der Auswertereinheit 32 verbunden
sind. Die Anzahl der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Objekte 24, Leitungen 26,
Stromsensoren 28 und Signalleitungen 30 ist keineswegs einschränkend zu verstehen.
Vielmehr kann diese Anzahl frei gewählt werden und wird in der Regel von der Größe
der Galvanisieranlage, der Größe des Warenträgers 22, der Größe und Geometrie der
Objekte 24 sowie der elektrischen Leistungsfähigkeit der Gleichstromquelle 40 abhängen.
In der hierin beschriebenen Ausführungsform ist die Anzahl der Stromsensoren 28 und
der Leitungen 26 gleich der Anzahl der Objekte 24, da somit die Erfassung der Objekteinzelströme
möglich ist.
[0025] Die in dem Ausführungsbeispiel eingesetzten Hall-Sensoren 28 arbeiten nach dem "Closed
Loop Hall Effect" (Kompensations-Stromwandler). Der durch einen Primärstrom (Strom
durch die Leitung 26) erzeugte Magnetfluss wird mit Hilfe einer Sekundärspule kompensiert,
wobei ein Hall-Sensor mit zugehöriger Elektronikschaltung verwendet wird. Der sekundärseitige
Kompensationsstrom ist ein exaktes Abbild des Primärstromes. Derartige Stromsensoren
sind beispielsweise aus der Patentschrift
EP 0 738 894 B1 oder
US 5,146,156 bekannt. Der HallSensor 28 ist auf einer Platine montiert, an der auch die Signalleitung
30 angeschlossen ist. Der Hall-Sensor 28 ist in einem PVC-Gehäuse eingesetzt und in
einem Kunststoff oder Harz eingegossen.
[0026] In Figur 4 ist ein Stromsensor 28 schematisch dargestellt. Insbesondere zeigen die
Figur 4 eine Querschnittsansicht des Stromsensors 28 und die Figur 5 eine Draufsicht
auf die Deckplatte 41 des Stromsensors 28. Der Stromsensor 28 weist im Wesentlichen
ein ringförmiges Hall-Element 46 auf, das in einem Vergussmaterial 47 eingekapselt
ist. Das Vergussmaterial 47 ist wiederum zwischen den Mantelflächen eines zylinderförmigen
Außenrohres 48 und eines Innenrohres 50 eingebettet. An den Stirnseiten ist der Stromsensor
28 durch jeweils eine Deckplatte 42 und eine Bodenplatte 44 begrenzt. Sowohl die Deckplatte
42 als auch die Bodenplatte 44 weisen einen Leitungsdurchgang 54 auf. Die Leitungsdurchgänge
54 der Deckplatte 42 und der Bodenplatte 44 sind im eingebauten Zustand koaxial zum
Innenrohr 50 angeordnet und weisen einen Durchmesser auf, der im Wesentlichen dem
Innendurchmesser des Innenrohrs 50 entspricht. Der Leitungsdurchgang 54 dient der
Durchführung einer stromführenden Leitung, beispielsweise Leitung 26. Die Deckplatte
42, die Bodenplatte 44, das Außenrohr 48 und das Innenrohr 50 schließen den auf diese
Weise gebildeten ringförmigen Innenraum, in dem das Hall-Element 46 und das Vergussmaterial
47 eingebettet sind, nach außen gasdicht ab. Ferner ist in der Deckplatte 42 ein Signalleitungsauslass
52 vorgesehen. Durch diesen wird die Signalleitung 30 aus dem Stromsensor 28 nach
außen geführt. Die Signalleitung 30 besteht in dem hierin beschriebenen Ausführungsbeispiel
aus einem vieradrigen, geschirmten Kabel mit einer chemiebeständigen Ummantelung.
Auch sie ist wie die Stromsensoren 28 fest mit dem Warenträger 22 verbunden.
[0027] Wie den Figuren 1 bis 3 zu entnehmen ist, ist jede Signalleitung 30 jedes Stromsensors
28 mit der Auswertereinheit 32 verbunden, die auf dem Warenträger 22 angeordnet ist.
Die Auswertereinheit 32 weist ein Gehäuse, insbesondere ein PVC-Gehäuse auf. Das Gehäuse
der Auswertereinheit 32 schließt den umgebenen Innenraum nach außen derart ab, dass
keine Verschmutzungen der Galvanisierumgebung in diesen Innenraum eindringen können.
Alle Signalleitungen 30 sowie die Zuleitung der Spannungsversorgung sind mittels dichter,
z.B. bekannter PG-Verschraubungen an dem Gehäuse befestigt und in dieses geführt.
In dem Gehäuse der Auswertereinheit 32 sind im Wesentlichen wenigstens ein Signalerfassungsmodul,
ein Busmastermodul, ein Datenkommunikationsmodul und eine Spannungsversorgung untergebracht.
[0028] Das Signalerfassungsmodul dient der Erfassung der von dem Stromsensor 28 über die
Signalleitung 30 ausgegebenen Messsignale. Hierzu weist das Signalerfassungsmodul
mehrere Signaleingänge auf. In dem hierin beschrieben Ausführungsbeispiel verfügt
ein Signalerfassungsmodul über sechs Signaleingänge, an denen jeweils eine Signalleitung
30 angeschlossen werden kann. Mehrere Signalerfassungsmodule lassen sich mit Hilfe
des Busmastermoduls koppeln und gleichzeitig betreiben. In dem hierin beschriebenen
Ausführungsbeispiel lassen sich auf diese Weise bis zu 15 Signalerfassungsmodule an
einem Busmastermodul betreiben, womit sich folglich bei Vollausbau bis zu 90 Einzelströme
je Auswertereinheit 32 erfassen lassen.
[0029] Das Signalerfassungsmodul umfasst im Wesentlichen elektrische Messbrücken für die
Stromsensoren 28, eine Analog-Digital-Wandlung der erfassten Messsignale, eine Analyse
und Überwachung der Messsignale auf Fehlerbilder, die Erzeugung von Auswertedaten
aus den Messsignalen zur Weiterverarbeitung und eine Kommunikationsschnittstelle zum
Busmastermodul.
[0030] Die Messsignale werden in dem hierin beschriebenen Ausführungsbeispiel für jeden
Signaleingang mit einer möglichst hohen Abtastrate erfasst, besonders bevorzugt mit
einer Abtastrate von etwa 1000 Hz. Da eine solch große Datenmenge der Messsignale
von einer nachgelagerten Datenverarbeitungseinrichtung nicht verarbeitet werden kann,
erfolgt bereits eine Vorverarbeitung und Analyse der Messsignale in der Auswerteeinheit
32 selbst. Als Ergebnis dieser Analyse erzeugt die Auswerteeinheit 32 den Messsignalen
zugeordnete Auswertedaten.
[0031] Die Datenvorverarbeitung und Analyse umfasst in dem hierin beschriebenen Ausführungsbeispiel
im Wesentlichen die folgenden Punkte:
- Mittelwertbildung mit Min- und Max-Werterfassung über einen Zeitraum von bevorzugt
1 Sekunde. Diese Mittelwertbildung erfolgt mit einer reduzierten Abtastrate von etwa
100 Hz, so dass der Mittelwert auf ca. 100 Messwerten basiert, die in dem Erfassungszeitraum
erfasst werden.
- Berechnung der Standardabweichung der erfassten Messwerte
- Fehlererkennung "Strom zu hoch"
Die Auswerteeinheit 32 erhält von einer zentralen Steuereinrichtung der Galvanisieranlage
eine Obergrenze für die Stromüberwachung. Bei einer Überschreitung der Obergrenze
generiert die Auswerteinheit 32 einen Alarm und überträgt diesen bei der nächsten
Datenübermittlung (maximal nach einer Sekunde) an die Steuereinrichtung der Galvanisieranlage.
Diese Fehlererkennung basiert auf einer Abtastrate von ca. 1000 Hz.
- Fehlererkennung "Strom zu tief'
Die Auswerteeinheit 32 erhält von einer zentralen Steuereinrichtung der Galvanisieranlage
eine Untergrenze für die Stromüberwachung. Bei einer Unterschreitung der Untergrenze
generiert die Auswerteinheit 32 einen Alarm und überträgt diesen bei der nächsten
Datenübermittlung (maximal nach einer Sekunde) an die Steuereinrichtung der Galvanisieranlage.
Diese Fehlererkennung basiert auf einer Abtastrate von ca. 1000 Hz.
- Fehlererkennung "Stromunterbrechung"
Die Auswerteeinheit 32 erhält von einer zentralen Steuereinrichtung der Galvanisieranlage
eine Untergrenze und eine Zeitdauer für die Überwachung einer Stromunterbrechung.
Bei einer Unterschreitung der Untergrenze über die vorgegebene Zeitdauer hinaus, generiert
die Auswerteeinheit 32 einen Alarm und überträgt diesen bei der nächsten Datenübermittlung
(maximal nach einer Sekunde) an die Steuereinrichtung der Galvanisieranlage. Diese
Fehlererkennung basiert auf einer Abtastrate von ca. 1000 Hz.
[0032] Das Busmastermodul hat in der Auswerteeinheit 32 die Aufgabe, die Daten der Signalerfassungsmodule
einem genormten Kommunikationssystem zur Verfügung zu stellen. Die Datenübertragung
erfolgt in dem hierin beschriebenen Ausführungsbeispiel bevorzugt über den Profinet-Standard.
Die Daten aus den Signalerfassungsmodulen werden über das Bussystem an das Busmastermodul
übertragen. Das verwendete Bussystem garantiert auch bei Vollausbau eine Buszykluszeit
von maximal einer Sekunde für alle Busteilnehmer, so dass alle Daten aller angeschlossenen
Busteilnehmer wenigstens einem pro Sekunde an das Busmastermodul übertragen werden
können. Ferner können über das Bussystem verschiedene Parameter, beispielsweise Überwachungsparameter,
an die Signalerfassungsmodule übertragen werden.
[0033] Die Datenübertragung von dem Busmastermodul der Auswerteeinheit 32 an die zentrale
Steuereinrichtung der Galvanisieranlage erfolgt bevorzugt drahtlos mittels des in
dem Gehäuse der Auswerteeinheit 32 untergebrachten Datenkommunikationsmoduls. Wahlweise
kann die Datenübertragung die Übermittlung von Messwerten der in den Signalerfassungsmodulen
erfassten Messsignale und/oder von Auswertedaten umfassen. Die drahtlose Datenübertragung
kann beispielsweise über allgemein bekannte Drahtlosverbindungen, insbesondere Standardfunkverbindungen,
erfolgen. Besonders bevorzugt eignet sich hierfür beispielsweise eine WLAN-Funkverbindung.
Für die drahtlose Datenübertragung ist außerhalb des Gehäuses der Auswerteeinheit
32 eine Antenne 33 vorgesehen, wie in den Figuren 1 bis 3 dargestellt ist.
[0034] Die Stromversorgung für die Auswerteeinheit 32 sowie der darin enthaltenen elektronischen
Komponenten und der Stromsensoren 28 kann bei geringer elektrischer Leistungsaufnahme
über die Stromversorgung der Gleichstromquelle 40 (Gleichrichter) erfolgen, falls
die zur Stromversorgung benötigte Leistung im Vergleich zu der von der Gleichstromquelle
40 abgegebenen Leistung vernachlässigbar ist. Beispielsweise ist dies bei einer elektrischen
Leistungsaufnahme von etwa 25 Watt und einer Gleichstromquellenleistung von 5000 Watt
der Fall.
[0035] In dem Fall, dass kleine Gleichstromquellen (Gleichrichter) zum Einsatz kommen und
die elektrische Leistungsaufnahme der auf dem Warenträger 22 zu versorgenden Komponenten
nicht vernachlässigt werden kann, ist eine separate Zuleitung über einen beispielsweise
zweipoligen Wannenrandkontakt möglich.
[0036] Alternativ kann ein Akkumulator den Stromsensor 28 und die Auswerteeinheit 32 mit
elektrischer Energie versorgen.
[0037] Die Auswerteeinheit 32 verfügt über ein spezielles Energiemanagement. Drei Betriebsarten
werden hierbei unterschieden:
- Produktionsbetrieb
Der Warenträger 22 liegt auf dem Galvanisierbad 20 auf und es wird Metall abgeschieden.
Die Gleichstromquelle 40 (Gleichrichter) ist aktiv und die Stromversorgung erfolgt
über die Einspeisung der Gleichstromquelle 40. Die Auswerteeinheit 32 ist in dieser
Betriebsphase mit allen Funktionen verfügbar. Ein Akkumulator wird hierbei aufgeladen.
Diese Betriebsphase ist zeitlich nicht beschränkt.
- Transportbetrieb
Der Warenträger 22 wird im Anlagenbereich transportiert. Die Spannungsversorgung erfolgt
dann über einen Akkumulator. Die Kommunikation zu der Auswerteeinheit 32 ist aktiv,
wohingegen das Meßsystem abgeschaltet ist. Dieser Betriebszustand wird für den Warenträgeraustausch
oder bei längeren Anlagenstörungen benötigt.
- Speicherbetrieb
Der Warenträger 22 wird im Anlagenbereich abgelegt und längere Zeit nicht verwendet.
Die Spannungsversorgung erfolgt dann über einen Akkumulator. Die Kommunikation zu
der Auswerteeinheit 32 ist deaktiviert. Dieser Betriebszustand wird bei dem Austausch
von Warenträgern, die selten benötigt werden, benötigt. Ab einer sehr langen Lagerzeit,
beispielsweise über 100 Stunden, muss der Warenträger 22 auf einer Ladestation wieder
aktiviert werden. Da Warenträger nach einer langen Stillstandszeit in der Regel gereinigt
werden, kann diese Aktivierung auf einer Reinigungsstation oder einem speziellen Speicherplatz
mit Stromeinspeisung erfolgen.
[0038] Die Verbindung von der Steuereinrichtung der Galvanisieranlage zu den Auswertegeräten
erfolgt über einen oder mehrere WLAN-Access-Points. Bei großen Anlagen besteht die
Möglichkeit, mehrere Access Points einzusetzen und ein bekanntes Roaming-Verfahren
durchzuführen.
[0039] Die Galvanisieranlagen sind zur Speicherung und Anzeige der Messwerte und Störmeldungen
mit einer Steuereinrichtung und/oder einer separaten Datenverarbeitungseinrichtung
ausgestattet, in der die Messwerte und Störmeldungen aufgenommen und verarbeitet werden.
Die Datenverarbeitungseinrichtung stellt dem Anlagenbetreiber bereits bei dem Galvanisiervorgang
und auch später beim Entladen der Warenträger die gespeicherten Daten zur Verfügung.
Die Datenverarbeitungseinrichtung verwaltet die für die Fertigung relevanten Produktionsparameter,
wie z.B. den Solleinzelstrom der Objekte 24 und überträgt die Grenzwerte zur Generierung
der Stör-/Alarmmeldungen an die Auswerteeinheit 32 auf dem Warenträger 22. Die über
die Warenträger 22 erfassten und zur Datenverarbeitungseinrichtung und/oder zur Steuereinrichtung
übertragenen Messwerte und/oder Auswertedaten werden gespeichert und dem Anlagenbetreiber
zur Verfügung gestellt. Somit stehen in der Steuereinrichtung für jeden Warenträger
22 alle Messwerte für jede Messstelle und alle Störmeldungen während der Galvanisierbehandlung
zur Verfügung. Die Daten können unterschiedliche aufbereitet und dem Anlagenbetreiber
angezeigt werden.
[0040] Für den Sonderfall, dass ein oder mehrere Objekte 24 keinen Kontakt haben und der
Summenstrom der Gleichstromquelle 40 sich nun auf die verringerte Anzahl der Objekte
24 aufteilt, ist eine Schichtdickenerhöhung die Folge. Die Datenverarbeitungseinrichtung
oder die Steuereinrichtung der Galvanisieranlage kann in diesem Fall in den Regelungsprozess
der Gleichstromquelle 40 eingreifen und den Sollstrom entsprechend der Anzahl der
ausgefallenen Objekte 24 reduzieren.
[0041] Das hierin beschriebene Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Galvanisieranlage
ist keineswegs einschränkend zu verstehen. Verschiedene Abänderungen der bevorzugten
Ausführungsform sind für einen Fachmann offensichtlich und können von diesem leicht
hergestellt werden, ohne vom Schutzumfang der vorliegenden Patentansprüche abzuweichen.
[0042] So lassen sich mit der erfindungsgemäßen Galvanisieranlage beispielsweise auch Objektgruppen,
die auf einzelnen Gestellen an einem Warenträger angebracht sind und über lediglich
eine Leitung mit Galvanisierstrom versorgt werden, überwachen. In diesem Fall kann
eine Aussage für die gesamte Gruppe, nicht jedoch für ein einzelnes Objekt (Bauteil)
getroffen werden.
[0043] Ferner lassen sich die in der bevorzugten Ausführungsform verwendeten, berührungs-
und verlustfrei messenden Stromsensoren (Hall-Sensoren) beispielsweise durch elektrische
Shunts ersetzen.
[0044] Für die drahtlose Datenübertragung von der Auswerteeinheit zur Steuereinrichtung
der Galvanisieranlage und/oder Datenverarbeitungseinrichtung lässt sich neben einer
WLAN-Funkverbindung zum Beispiel ebenfalls eine auf Glasfaserkabel oder Infrarotlicht
basierende Datenübertragung realisieren.
[0045] Darüber hinaus ist die Auswahl der in der Auswerteeinheit verwendeten Signalerfassungsmodule
und Busmastermodule nicht beschränkt, sofern die Module in der Lage sind, die anfallende
Datenmenge in einer vorgegebenen Mindestzeitspanne zu verarbeiten. Ferner lässt sich
der in der bevorzugten Ausführungsform verwendete Profinet-Standard auch durch andere
Standards ersetzen, die die gleiche Funktionalität bereitstellen, zum Beispiel DeviceNet-Standard.
1. Galvanisieranlage, aufweisend
- ein Galvanisierbad (20),
- wenigstens einen Warenträger (22) zur Aufnahme oder Halterung wenigstens eines Objekts
(24) und zur Einbringung des Objekts in das Galvanisierbad,
- wenigstens eine Leitung (26) zum Anlegen eines Galvanisierstroms an das Objekt (24),
- wenigstens einen Stromsensor (28) zur Messung des Galvanisierstroms und Ausgabe
des zugehörigen Messsignals über wenigstens eine Signalleitung (30), wobei der Stromsensor
(28) ausgelegt ist, den Galvanisierstrom kontaktlos zu messen und der Stromsensor
(28) ein Hall-Sensor ist, und
- eine Auswerteeinheit (32) zur Erfassung des Messsignals,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stromsensor (28) am Warenträger (22) angeordnet ist, dass die Auswerteeinheit
(32) am Warenträger (22) angeordnet ist, und dass die Auswerteeinheit (32) ausgelegt
ist, die Messsignale und/oder Auswertedaten drahtlos an eine Steuereinrichtung der
Galvanisieranlage und/oder eine separate Datenverarbeitungseinrichtung zu übertragen.
2. Galvanisieranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Stromsensoren (28) mindestens der Anzahl der Leitungen (26) entspricht.
3. Galvanisieranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stromsensor (28) gasdicht gekapselt ist.
4. Galvanisieranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stromsensor (28) in einem Kunststoff oder Harz eingegossen ist.
5. Galvanisieranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (32) ausgelegt ist, die erfassten Messsignale zu analysieren
und zugehörige Auswertedaten zu erzeugen.
6. Galvanisieranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Akkumulator den Stromsensor (28) und die Auswerteeinheit (32) mit elektrischer
Energie versorgt.
7. Galvanisierverfahren, aufweisend die folgenden Schritte:
- Einbringen wenigstens eines Objekts (24), das an einem Warenträger (22) angeordnet
ist, in ein Galvanisierbad,
- Anlegen eines Galvanisierstroms mittels wenigstens einer Leitung (26) an das Objekt
(24),
- Messen des Galvanisierstroms mittels wenigstens eines Stromsensors (28), wobei das
Messen des Galvanisierstroms mittels des Stromsensors (28) kontaktlos erfolgt und
als Stromsensor (28) ein Hallsensor verwendet wird, und Ausgeben eines zugehörigen
Messsignals über wenigstens eine Signalleitung (30) und
- Erfassen des Messsignals durch eine Auswerteeinheit (32),
dadurch gekennzeichnet, dass der Stromsensor (28) am Warenträger (22) angeordnet wird, dass die Auswerteeinheit
(32) am Warenträger (22) angeordnet wird, und dass das Messsignal und/oder Auswertedaten
von der Auswerteeinheit (32) drahtlos an eine Steuereinrichtung und/oder eine separate
Datenverarbeitungseinrichtung übertragen wird/werden.
8. Galvanisierverfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Anlegen des Galvanisierstroms mittels mehrerer Leitungen (26) erfolgt und das
Messen des Galvanisierstroms an jeder Leitung (26) erfolgt.
9. Galvanisierverfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (32) das Messsignal analysiert und zugehörige Auswertedaten erzeugt.
1. An electroplating unit, comprising
- an electroplating bath (20),
- at least one goods holder (22) for accommodating or retaining at least one object
(24) and for introducing the object into the electroplating bath,
- at least one line (26) for applying an electroplating current to the object (24),
- at least one current sensor (28) for measuring the electroplating current and outputting
the associated measuring signal via at least one signal line (30), with the current
sensor (28) being designed to measure the electroplating current in a contactless
manner and the current sensor (28) being a Hall sensor, and
- an evaluation unit (32) for acquiring the measuring signal,
characterised in that the current sensor (28) is disposed on the goods holder (22), that the evaluation
unit (32) is disposed on the goods holder (22), and that the evaluation unit (32)
is designed to wirelessly transmit the measuring signals and/or evaluation data to
a control device of the electroplating unit and/or to a separate data processing device.
2. The electroplating unit according to claim 1, characterised in that the number of current sensors (28) corresponds at least to the number of lines (26).
3. The electroplating unit according to any one of the preceding claims, characterised in that the current sensor (28) is encapsulated in a gas-tight manner.
4. The electroplating unit according to any one of the preceding claims, characterised in that the current sensor (28) is cast in a plastic or resin.
5. The electroplating unit according to any one of the preceding claims, characterised in that the evaluation unit (32) is designed to analyse the acquired measuring signals and
to generate the associated evaluation data.
6. The electroplating unit according to any one of the preceding claims, characterised in that a rechargeable battery supplies the current sensor (28) and the evaluation unit (32)
with electrical energy.
7. An electroplating method, comprising the following steps:
- introducing at least one object (24) disposed on a goods holder (22) into an electroplating
bath,
- applying an electroplating current to the object (24) by means of at least one line
(26),
- measuring the electroplating current by means of at least one current sensor (28),
with the measuring of the electroplating current by means of the current sensor (28)
taking place in a contactless manner and a Hall sensor being used as the current sensor
(28), and outputting an associated measuring signal via at least one signal line (30),
and
- acquiring the measuring signal by an evaluation unit (32),
characterised in that the current sensor (28) is disposed on the goods holder (22), that the evaluation
unit (32) is disposed on the goods holder (22), and that the measuring signals and/or
evaluation data are wirelessly transmitted to a control device and/or to a separate
data processing device by the evaluation unit (32).
8. The electroplating method according to claim 7, characterised in that the application of the electroplating current is carried out by means of several
lines (26) and the measurement of the electroplating current is carried out on every
line (26).
9. The electroplating method according to claim 7 or 8, characterised in that the evaluation unit (32) analyses the measuring signal and generates associated evaluation
data.
1. Installation de galvanoplastie comprenant
- un bain de galvanoplastie (20),
- au moins un support de marchandise (22) pour recevoir ou maintenir au moins un objet
(24) et pour introduire ledit objet dans le bain de galvanoplastie,
- au moins une ligne (26) pour appliquer un courant de galvanoplastie audit objet
(24),
- au moins un capteur de courant (28) pour mesurer le courant de galvanoplastie et
pour sortir le signal de mesure associé par au moins une ligne de transmission de
signaux (30), ledit capteur de courant (28) étant adapté pour mesurer sans contact
le courant de galvanoplastie et ledit capteur de courant (28) étant un capteur à effet
Hall, et
- une unité d'évaluation (32) pour acquérir le signal de mesure,
caractérisée par le fait que ledit capteur de courant (28) est disposé sur ledit support de marchandise (22),
que ladite unité d'évaluation (32) est disposée sur ledit support de marchandise (22)
et que ladite unité d'évaluation (32) est adaptée pour transmettre sans fil les signaux
de mesure et/ou données d'évaluation à un dispositif de commande de ladite installation
de galvanoplastie et/ou à un dispositif séparé de traitement de données.
2. Installation de galvanoplastie selon la revendication 1, caractérisée par le fait que le nombre des capteurs de courant (28) correspond au moins au nombre des lignes (26).
3. Installation de galvanoplastie selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait que ledit capteur de courant (28) est encapsulé de manière à être étanche aux gaz.
4. Installation de galvanoplastie selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait que ledit capteur de courant (28) est enrobé en une matière plastique ou en une résine.
5. Installation de galvanoplastie selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait que ladite unité d'évaluation (32) est adaptée pour analyser les signaux de mesure acquis
et pour générer des données d'évaluation associées.
6. Installation de galvanoplastie selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait que le capteur de courant (28) et ladite unité d'évaluation (32) sont alimentés en énergie
électrique par un accumulateur.
7. Procédé de galvanoplastie comprenant les étapes suivantes :
- introduire dans un bain de galvanoplastie au moins un objet (24) qui est disposé
sur un support de marchandise (22),
- appliquer audit objet (24) un courant de galvanoplastie au moyen d'au moins une
ligne (26),
- mesurer le courant de galvanoplastie au moyen d'au moins un capteur de courant (28),
la mesure du courant de galvanoplastie se faisant sans contact par le biais dudit
capteur de courant (28), et un capteur à effet Hall étant utilisé comme capteur de
courant (28), et sortir un signal de mesure associé par au moins une ligne de transmission
de signaux (30), et
- acquérir le signal de mesure par une unité d'évaluation (32),
caractérisé par le fait que ledit capteur de courant (28) est disposé sur ledit support de marchandise (22),
que ladite unité d'évaluation (32) est disposée sur ledit support de marchandise (22)
et que le signal de mesure et/ou les données d'évaluation est/sont transmis(es) sans
fil par ladite unité d'évaluation (32) à un dispositif de commande et/ou à un dispositif
séparé de traitement de données.
8. Procédé de galvanoplastie selon la revendication 7, caractérisé par le fait que l'application du courant de galvanoplastie se fait au moyen d'une pluralité de lignes
(26) et que la mesure du courant de galvanoplastie est effectuée sur chacune des lignes
(26).
9. Procédé de galvanoplastie selon la revendication 7 ou 8, caractérisé par le fait que ladite unité d'évaluation (32) analyse le signal de mesure et génère des données
d'évaluation associées.