[0001] Die Erfindung betrifft einen integral beschaufeiten Rotor für eine Strömungsmaschine,
insbesondere für eine Gasturbine, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines integral
beschaufelten Rotors.
[0002] Gasturbinenrotoren mit integraler Beschaufelung bezeichnet man abhängig davon, ob
ein im Querschnitt scheibenförmiger oder ein im Querschnitt ringförmiger Rotor bzw.
Rotorträger (im Folgenden Rotorgrundkörper genannt) vorhanden ist, als Blisk bzw.
Bling. Blisk ist die Kurzform von Bladed Disk und Bling von Bladed Ring.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Gästurbinenrotoren mit integraler Beschaufelung
durch Fräsen aus dem Vollen herzustellen, was natürlich sehr aufwendig und teuer ist,
weshalb dieses Verfahren nur für relativ kleine Gasturbinenrotoren Verwendung gefunden
hat. Ein anderes, bei großen Rotoren Anwendung findendes Verfahren ist das Reibschweißen
eines von separat hergestellten, insbesondere monokristallinen Schaufeln an einem
insbesondere polykristallinen Rotorgrundkörper. Um hohe thermische Spannungen im Rotorgrundkörper
zu vermeiden, werden im radialen Randbereich in axialer Richtung verlaufende Entlastungsöffnungen
oder -schlitze eingebracht. Damit keine strömungstechnischen Nachteile aufgrund der
Entlastungsöffnungen auftreten, sind Dichtringe oder Dichtscheiben vor oder hinter
dem Rotor angeordnet, wodurch die Entlastungsöffnungen oder -schlitze abgedichtet
werden. Solche Dichtringe oder -scheiben sind aufwendig zu fertigen und somit teuer
und erhöhen das Gewicht des Rotors.
[0004] Das Dokument
US 3 262 675 A beschreibt einen integralen Turbinenrotor, der Öffnungen am Scheibenumfang vorsieht.
In den Öffnungen befindet sich eine Wand, die mit einer Bohrung versehen wird und
anschließend mit einem Niet- und Füllmaterial versiegelt wird. Aus der
US 4 872 810 A ist eine gebaute Stufe bekannt, wobei in konstruktionsbedingte Öffnungen zwischen
den einzelnen Schaufelelementen jeweils ein Dichtelement zumindest teilweise eingebracht
ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen integral beschaufelten Rotor zu schaffen, bei
dem eine. Abdichtung der Entlastungsöffnungen kostengünstig und mit geringem Gewicht
realisiert wird, sowie ein einfaches Herstellungsverfahren eines solchen integral
beschaufelten Rotors.
[0006] Die Aufgabe wird durch einen erfindungsgemäßen integral beschaufelten Rotor für eine
Strömungsmaschine, insbesondere für eine Gasturbine, gelost. Der Rotor umfasst einen
Rotorgrundkörpen in dessen radialem Rendbereich in axialer Richtung verlaufende Entlastungsöffnungen
vorgesehen sind. In jeder Entlastungsöffnung ist ein Dichtelement vorgesehen, welches
die Entlastungsöffnung in axialer Richtung abdichtet. Dabei weisen die Dichtelemente
jeweils eine Dichtplatte auf, die an den Querschnitt der Entlastungsöffnung angepasst
ist. Die Dichtplatte ermöglicht eine optimale Abdichtung der Entlastungsöffnung. Auf
diese Weise werden keine separaten Dichtringe oder -scheiben benötigt, wodurch Gewicht
eingespart wird. Da ein Dichtelement nur einer Entlastungsöffnung zugeordnet ist,
vereinfacht sich die Bauweise der Dichtelemente, wodurch Kosten eingespart werden.
[0007] Vorzugsweise weisen die Dichtelemente einen Anschlag auf, mit dem sie an einer Stirnseite
des Rotors anliegen. Auf diese Weise werden eine einfache Positionierung der Dichtelemente
sowie eine einfache Befestigung am Rotor ermöglicht.
[0008] Die Dichtelemente können mindestens einen Biegefortsatz aufweisen, der an einer Stirnseite
des Rotors anliegt. Somit werden die Dichtelemente durch Umbiegen des Biegefortsatzes
am Rotor befestigt.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform liegen die Dichtelemente als Dämpfer zwischen
benachbarten Schaufelhälsen. Dies ermöglicht eine verbesserte Dämpfung von Schwingungen
des Rotors.
[0010] Die Dichtplatte lässt sich so ausführen, dass die Dicke der Dichtplatte um mindestens
den Faktor 5 geringer ist als die Länge der Entlastungsöffnung. Dies ermöglicht eine
weitere Einsparung von Gewicht im radialen Randbereich des Rotorgrundkörpers.
[0011] Vorzugsweise liegt die Dichtplatte in der Entlastungsöffnung. Auf diese Weise nimmt
die Dichtplatte keinen zusätzlichen Bauraum in Anspruch.
[0012] Die Dichtplatte ist beispielsweise in axialer Richtung im Wesentlichen in der Mitte
der Entlastungsöffnung vorgesehen. So bleibt die Abdichtung der Entlastungsöffnung
auch bei kleinen Verschiebungen der Dichtplatte in axialer Richtung erhalten.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weisen die Dichtelemente jeweils zwei Dichtplatten
auf. Dies ermöglicht eine verbesserte Abdichtung der Entlastungsöffnung.
[0014] Vorzugsweise sind die beiden Dichtplatten der Dichtelemente so angeordnet, dass sie
an den beiden Enden der Entlastungsöffnung mit den Stirnseiten des Rotors im Bereich
der Entlastungsöffnungen eine Ebene bilden, d. h. bündig abschließen. Auf diese Weise
ergeben sich bei Rotation des Rotors nur geringe Ventilationsverluste im Bereich der
Entlastungsöffnungen.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind Dichtelemente mit verschiedenen Massen
vorgesehen. Dies ermöglicht ein Wuchten des Rotors mittels der Dichtelemente.
[0016] Vorzugsweise weisen die Dichtelemente einen radial äußeren Steg auf, der wenigstens
eine vom Steg abstehende Dichtplatte und an beiden Enden des Stegs Anschläge aufweist,
wobei die Anschläge vorzugsweise an den Stirnseiten des Rotors angreifen. Auf diese
Weise wird das Dichtelement über die beiden Anschläge an den Enden an den Stirnseiten
des Rotors befestigt, wodurch ein Verrutschen der Dichtplatte verhindert wird. Diese
Anschläge sind z. B. ein permanenter Fortsatz sowie ein Biegefortsatz.
[0017] Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zur Herstellung eines integral
beschaufelten Rotors mit folgenden Verfahrensschritten. In einem ersten Schritt erfolgt
die Befestigung von Schaufeln an einen Rotorgrundkörper, wobei im radialen Randbereich
des Rotorgrundkörpers Entlastungsöffnungen vorgesehen sind, die im Bereich von Schlitzen
benachbarter Schaufelhälse liegen. In einem zweiten Schritt erfolgt ein Verschließen
der Entlastungsöffnungen durch Dichtelemente. Dies ermöglicht eine einfache Herstellung
des Rotors, wobei auf aufwendig herzustellende und schwere Dichtringe oder -scheiben
verzichtet werden kann, wodurch Gewicht und Kosten eingespart werden.
[0018] Bei einer weiteren Variante des Verfahrens erfolgt das Wuchten des Rotors mittels
unterschiedlich schwerer Dichtelemente. Dies ermöglicht, die Abdichtung der Entlastungsöffnungen
und das Wuchten des Rotors in einem Verfahrensschritt durchzuführen.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und aus den nachfolgenden Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen
zeigen:
- Figur 1 eine perspektivische Ansicht eines integral beschaufelten Rotors gemäß einer
ersten Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 2 eine Detailansicht eines Dichtelements gemäß der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform;
- Figur 3 eine Draufsicht auf die Stirnfläche des in Figur 1 gezeigten Rotors;
- Figur 4 eine Schnittansicht entlang der in Figur 3 gezeigten Schnittebene IV-IV;
- Figur 5 eine perspektivische Ansicht eines integral beschaufelten Rotors gemäß einer
zweiten Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 6 eine Detailansicht eines Dichtelements gemäß der in Figur 5 gezeigten Ausführungsform;
- Figur 7 eine Draufsicht auf die Stirnfläche des in Figur 5 gezeigten Rotors; und
- Figur 8 eine Schnittansicht entlang der in Figur 7 gezeigten Schnittebene VIII-VIII.
[0020] Eine erste Ausführungsform der Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 4 beschrieben.
Ein integral beschaufelter Rotor 10 weist einen Rotorgrundkörper 12 auf, der in der
gezeigten Ausführungsform eine Rotorscheibe ist. Der Rotorgrundkörper 12 kann aber
beispielsweise auch ringförmig sein.
[0021] Der integral beschaufelte Rotor 10 ist für eine Gasturbine ausgelegt, wobei er im
Turbinenabschnitt oder im Verdichterabschnitt angeordnet sein kann. Die Erfindung
lässt sich natürlich auch auf integral beschaufelte Rotoren anderer Strömungsmaschinen
anwenden.
[0022] Am Außenradius des Rotorgrundkörpers 12 sind mehrere Schaufeln 14 vorgesehen, die
in der gezeigten Ausführungsform über separate Zwischenstücke 16 mit dem Rotorgrundkörper
12 verbunden sind.
[0023] Eine Schaufel 14 ist wie folgt aufgebaut: radial innen liegend ist ein Schaufelhals
18 vorgesehen, vom Schaufelhals 18 erstreckt sich das Schaufelblatt 20 radial nach
außen. Am äußeren Ende des Schaufelblatts 20 ist ein äußeres Deckband 22 vorgesehen.
[0024] Die Schaufeln 14 sind beispielsweise aus einkristallinen Nickel-Basis-Werkstoffen
gefertigt, die keine Schmelzschweißverfahren erlauben. Eine solche Schaufel 14 wird
zuerst durch Reibschweißen, insbesondere Linearreibschweißen, mit einem Zwischenstück
16 verbunden. Das Zwischenstück 16 ist dabei aus einem anderen Material als die Schaufel
14 gefertigt, beispielsweise aus einem polykristallinen Material. Die Schaufel 14
kann dann über das Zwischenstück 16 mit Hilfe verschiedener Verfahren am Rotorgrundkörper
12 befestigt werden. Es ist natürlich auch möglich, dass die Schaufeln 14 mit geeigneten
Verfahren direkt am Rotorgrundkörper 12 befestigt sind.
[0025] Um das Gewicht des Rotors 10 möglichst gering zu halten, ist eine Leichtbauweise
für den Schaufelhals 18 vorgesehen. In den Schaufelhälsen 18 sind dabei auf den in
Umfangsrichtung liegenden Seiten Ausnehmungen 24 vorgesehen (vgl. Figur 1 und Figur
4). Zwischen benachbarten Schaufelhälsen 18 werden durch die Ausnehmungen 24 in gegenüberliegenden
Seiten der Schaufelhälse 18 Hohlräume gebildet.
[0026] Die Schaufelhälse 18 weisen jeweils einen in axialer Richtung vorderen und hinteren
Fortsatz auf. Die Fortsätze bilden gemeinsam ein in Umlaufrichtung verlaufendes inneres
Deckband 26.
[0027] Im radial äußeren Randbereich des Rotorgrundkörpers 12 sind in axialer Richtung verlaufende
Entlastungsöffnungen 28 vorgesehen. Die Entlastungsöffnungen 28 dienen beispielsweise
zur Reduzierung von Spannungen im Rotorgrundkörper 12 aufgrund von thermischen Belastungen
durch Heißgase, die durch die Strömungsmaschine geleitet werden.
[0028] Radial außerhalb der Entlastungsöffnungen 28 sind schmale Schlitze 29 zwischen benachbarten
Schaufelhälsen 18 vorgesehen, die in die Öffnungen 28 übergehen.
[0029] In den Entlastungsöffnungen 28 ist jeweils ein Dichtelement 30 vorgesehen, welches
die Entlastungsöffnung 28 in axialer Richtung abdichtet.
[0030] In den Figuren 1 und 3 sind einige Entlastungsöffnungen 28 des Rotors 10 mit eingesetzten
Dichtelementen 30 und einige Entlastungsöffnungen 28 mit herausgenommenen Dichtelementen
30 dargestellt.
[0031] Figur 2 zeigt eine Detailansicht eines der Dichtelemente 30 gemäß einer ersten Ausführungsform
der Erfindung. Das Dichtelement 30 weist einen radial äußeren Steg 32 auf. Am linken
Ende des Steges 32 ist eine Verdickung vorgesehen, die einen ersten Anschlag 34 bildet,
der an einer ersten Stirnseite 36 des Rotors 10 anliegt (vgl. Figur 1 oder Figur 4).
[0032] Auf dem rechten Ende des Steges 32 ist ein Biegefortsatz 38 ausgebildet. Der Biegefortsatz
38 wird nach dem Einführen des Dichtelements 30 in die Entlastungsöffnung 28 des Rotors
10 um ca. 90° nach oben umgebogen, sodass er mit seiner oberen Fläche an der zweiten
Stirnseite 36 des Rotors 10 anliegt. Somit bildet der Biegefortsatz 38 im umgebogenen
Zustand einen zweiten Anschlag des Dichtelements 30. Es ist natürlich auch möglich,
einen oder mehrere Biegefortsätze 38 so am Dichtelement 30 anzuordnen, dass sie in
verschiedene Richtungen, beispielsweise seitlich, umgebogen werden können.
[0033] Eine Dichtplatte 40 steht vom Steg 32 nach unten hin ab. Die Form der Dichtplatte
40 ist dabei an den Querschnitt der Entlastungsöffnung 28 angepasst, um eine optimale
Abdichtung zu erreichen. Die Dichtplatte 40 ist im Wesentlichen in der Mitte des radial
äußeren Steges 32 angeordnet und ist somit im montierten Zustand innerhalb der Entlastungsöffnung
28 genauer gesagt in axialer Richtung im Wesentlichen in der Mitte der Entlastungsöffnung
28 angeordnet.
[0034] Die Dicke der Dichtplatte 40 ist um mindestens den Faktor 5 geringer als die Länge
der Entlastungsöffnung 28 in axialer Richtung. Auf diese Weise wird im Bereich der
Entlastungsöffnung 28 Material eingespart, wodurch sich das Gewicht des Rotors 10
reduziert. Zur maximalen Gewichtseinsparung ist die Entlastungsöffnung 28 möglichst
groß gewählt, ohne dass die Stabilität des Rotors 10 beeinträchtigt wird.
[0035] Im montierten Zustand ist das Dichtelement 30 so angeordnet, dass es mit dem ersten
Anschlag 34 auf der ersten Stirnseite 36 und mit einem zweiten Anschlag, der durch
den umgebogenen Biegefortsatz 38 gebildet wird, an der zweiten Stirnseite 36 des Rotors
10 anliegt, wodurch eine Bewegung des Dichtelements 30 in axialer Richtung verhindert
wird (vgl. Figur 4).
[0036] Der radial äußere Steg 32 des Dichtelements 30 ist ein Dämpfer zwischen benachbarten
Schaufelhälsen 18. Der Dämpfer dient insbesondere zur Reduzierung von Schwingungen
der Schaufeln 14. Eine Option, die Dämpfungswirkung zu erzielen, besteht darin, daß
die Oberseite des Stegs 32 an der Oberseite der Entlastungsöffnung 28 anliegt und
über Reibung Bewegungsenergie aufgenommen wird.
[0037] Die verschiedenen Dichtelemente 30, die jeweils einer Entlastungsöffnung 28 zugeordnet
sind, können verschiedene Massen aufweisen, wodurch ein Wuchten des Rotors 10 mithilfe
der Dichtelemente 30 ermöglicht wird. Die Dichtelemente 30 dienen dadurch zusätzlich
als Wuchtmassen.
[0038] Die Figuren 5 bis 8 zeigen eine zweite Ausführungsform der Erfindung. Die Bauweisen
von Rotorgrundkörper 12 und Schaufeln 14 sind identisch zur in Figur 1 bis 4 gezeigten
ersten Ausführungsform. Die zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der ersten
Ausführungsform durch ein verändertes Dichtelement 30.
[0039] Figur 6 zeigt eine Detailansicht des Dichtelements 30 der zweiten Ausführungsform
des Rotors 10. An einem radial äußeren Steg 32 sind zwei Dichtplatten 40 angebracht,
die jeweils an den Querschnitt der Entlastungsöffnung 28 angepasst sind. An den Enden
des radial äußeren Stegs 32 sind analog zur ersten Ausführungsform ein erster Anschlag
34 und ein Biegefortsatz 38 vorgesehen.
[0040] Die Anordnung der Dichtelemente 30 im montierten Zustand im Rotor 10 ist besonders
gut in Figur 8 zu erkennen. Das Dichtelement 30 liegt mit dem ersten Anschlag 34 auf
der linken Stirnseite 36 des Rotors 10 an und mit dem umgebogenen Biegefortsatz 38,
der einen zweiten Anschlag bildet, an der rechten Stirnseite 36 des Rotors 10 an.
[0041] Die beiden Dichtplatten 40 der Dichtelemente 30 sind dabei so angeordnet, dass sie
an den beiden Enden der Entlastungsöffnung 28 mit den Stirnseiten 36 des Rotors 10
eine Ebene bilden bzw. bündig abschließen. Auf diese Weise ergeben sich bei Rotation
des Rotors 10 nur geringe Strömungsverluste durch die Dichtelemente 30.
[0042] Wie in Figur 8 gut zu erkennen, sind die Biegefortsätze 38 um annähernd 180° gebogen
und liegen mit ihrer Endfläche an der Stirnseite 36 des Rotors 10 an. Es ist natürlich
auch möglich, die Biegefortsätze 38 analog zur ersten Ausführungsform (vgl. Figur
4) nur um ca. 90° umzubiegen, sodass die Biegefortsätze 38 mit ihrer oberen Fläche
an der Stirnseite 36 des Rotors 10 anliegen. Gleichermaßen können die Biegefortsätze
38 der ersten Ausführungsform analog zur zweiten Ausführungsform um annähernd 180°
gebogen sein. Es ist ebenso denkbar, mehrere Biegefortsätze 38 in verschiedenen Richtungen
zu biegen.
[0043] Im Folgenden wird ein erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines oben beschriebenen
integral beschaufelten Rotors 10 beschrieben.
[0044] In einem ersten Verfahrensschritt werden die Schaufeln 14 an einem Rotorgrundkörper
12 befestigt. Dies kann mithilfe verschiedener Verfahren geschehen, insbesondere unter
Verwendung eines Zwischenstücks 16 zur Erleichterung von Schweißverfahren. Im radialen
Randbereich des Rotorgrundkörpers 12 sind dabei Entlastungsöffnungen 28 vorgesehen,
die im Bereich von Schlitzen benachbarter Schaufelhälse 18 liegen. Die Entlastungsöffnungen
28 können dabei, beispielsweise bei der Befestigung von einzelnen Schaufeln 14 am
Rotorgrundkörper 12, prozessbedingt entstehen, oder sie können nach dem Befestigen
der Schaufeln 14 am Rotorgrundkörper 12, beispielsweise durch Bohren oder Fräsen,
entstehen.
[0045] In einem zweiten Verfahrensschritt werden die Entlastungsöffnungen 28 durch die Dichtelemente
30 verschlossen und abgedichtet. Dazu werden die Dichtelemente 30 mit dem Biegefortsatz
38 voraus in die Entlastungsöffnungen 28 eingeführt bis der erste Anschlag 34 an der
Stirnseite 36 des Rotors 10 anliegt. Daraufhin wird der Biegefortsatz 38, der auf
der anderen Seite des Rotors 10 aus der Entlastungsöffnung 28 herausragt, nach oben
umgebogen, bis er an der Stirnseite 36 des Rotors 10 anliegt und somit einen zweiten
Anschlag bildet, wodurch das Dichtelement 30 fest in der Entlastungsöffnung 28 gehalten
wird. Die Masse der jeweiligen Dichtelemente 30 wird dabei so abgestimmt, dass gleichzeitig
mit dem Abdichten der Entlastungsöffnungen 28 ein Wuchten des Rotors 10 erfolgt.
[0046] Es ist auch möglich, dass anstelle des ersten Anschlags 34 in Form einer Verdickung
des Dichtelements 30 auf beiden Seiten des Dichtelements 30 ein Biegefortsatz 38 vorgesehen
ist, wobei bei der Montage des Dichtelements 30 die Biegefortsätze 38 auf beiden Seiten
des Dichtelements umgebogen werden und dabei jeweils an den Stirnseite 36 des Rotors
10 anliegen und einen Anschlag bilden.
[0047] Ein solches Dichtelement 30 ist beispielsweise symmetrisch ausgebildet, wodurch die
Orientierung des Dichtelements 30 bei der Montage nicht berücksichtigt werden muss.
[0048] Es können auch mehr als zwei Dichtplatten 40 Verwendung finden, so dass sich eine
Art Labyrinthdichtung ergeben kann.
1. Integral beschaufelter Rotor (10) für eine Strömungsmaschine, insbesondere für eine
Gasturbine, mit einem Rotorgrundkörper (12), in dessen radialem Randbereich in axialer
Richtung verlaufende Entlastungsöffnungen (28) vorgesehen sind, wobei in jeder Entlastungsöffnung
(28) ein Dichtelement (30) vorgesehen ist, welches die Entlastungsöffnung (28) in
axialer Richtung abdichtet, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtelemente (30) jeweils eine Dichtplatte (40) aufweisen, die an den Querschnitt
der Entlastungsöffnung (28) angepasst ist.
2. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (30) einen Anschlag (34) aufweist, mit dem es an einer Stirnseite
(36) des Rotors (10) anliegt.
3. Rotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (30) mindestens einen Biegefortsatz (38) aufweist, der an einer
Stirnseite (36) des Rotors (10) anliegt.
4. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (30) als Dämpfer zwischen benachbarten Schaufelhälsen (18) liegt.
5. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Dichtplatte (40) um mindestens einen Faktor 5 geringer ist als die
Länge der Entlastungsöffnung (28).
6. Rotor nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtplatte (40) in der Entlastungsöffnung (28) liegt.
7. Rotor nach einem der Ansprüche 1 oder 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtplatte (40) in axialer Richtung im Wesentlichen in der Mitte der Entlastungsöffnung
(28) vorgesehen ist.
8. Rotor nach einem der Ansprüche 1 oder 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtelemente (30) jeweils mindestens zwei Dichtplatten (40) aufweisen.
9. Rotor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtplatten (40) der Dichtelemente (30) so angeordnet sind, dass sie an den
beiden Enden der Entlastungsöffnung (28) mit den Stirnseiten (36) des Rotors (10)
im Bereich der Entlastungsöffnungen (28) eine Ebene bilden.
10. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass Dichtelemente (30) mit verschiedenen Massen vorgesehen sind.
11. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtelemente (30) einen radial äußeren Steg (32) aufweisen, der wenigstens eine
vom Steg (32) abstehende Dichtplatte (40) und an beiden Enden des Stegs (32) Anschläge
aufweist, wobei die Anschläge vorzugsweise an den Stirnseiten (36) des Rotors (10)
angreifen.
12. Verfahren zur Herstellung eines integral beschaufelten Rotors (10),
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
- Befestigung von Schaufeln (14) an einem Rotorgrundkörper (12), wobei im radialen
Randbereich des Rotorgrundkörpers (12) Entlastungsöffnungen (28) vorgesehen sind,
die im Bereich von Schlitzen benachbarter Schaufelhälse (18) liegen;
- Verschließen der Entlastungsöffnungen (28) durch Dichtelemente (30), wobei die Dichtelemente (30) jeweils eine Dichtplatte (40) aufweisen,
die an den Querschnitt der Entlastungsöffnung (28) angepasst ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass Wuchten des Rotors (10) mittels Einsetzen von Dichtelementen (30) unterschiedlichen
Gewichts erfolgt.
1. Integrally bladed rotor (10) for a turbo machine, in particular for a gas turbine,
having a base rotor body (12), in the radial edge region of which relief openings
(28) passing in an axial direction are provided, wherein a sealing element (30) is
provided in each relief opening (28), which seals the relief opening (28) in an axial
direction, characterised in that the sealing elements (30) each have a sealing plate (40), which is adapted to the
cross section of the relief opening (28).
2. Rotor according to claim 1, characterised in that the sealing element (30) has a buffer (34), with which it rests against a front face
(36) of the rotor (10).
3. Rotor according to claim 1 or 2, characterised in that the sealing element (30) has at least one bending extension (38), which rests against
a front face (36) of the rotor (10).
4. Rotor according to one of the preceding claims, characterised in that the sealing element (30) is located as a damper between adjacent blade necks (18).
5. Rotor according to claim 1, characterised in that the thickness of the sealing plate (40) is lower than the length of the relief opening
(28) by at least a factor of 5.
6. Rotor according to claim 1 or 5, characterised in that the sealing plate (40) is located in the relief opening (28).
7. Rotor according to one of claims 1 or 5 and 6, characterised in that the sealing plate (40) is provided substantially in the middle of the relief opening
(28) in an axial direction.
8. Rotor according to one of claims 1 or 5 and 6, characterised in that the sealing elements (30) each have at least two sealing plates (40).
9. Rotor according to claim 8, characterised in that the sealing plates (40) of the sealing elements (30) are arranged in such a way that
they form a plane on both ends of the relief opening (28) with the front faces (36)
of the rotor (10) in the region of the relief openings (28).
10. Rotor according to one of the preceding claims, characterised in that sealing elements (30) with different masses are provided.
11. Rotor according to one of the preceding claims, characterised in that the sealing elements (30) have a radial outer crosspiece (32), which has at least
one sealing plate (40) protruding from the crosspiece (32) and buffers at both ends
of the crosspiece (32), wherein the buffers preferably touch the front faces (36)
of the rotor (10).
12. Method for the production of an integrally bladed rotor (10),
characterised by the following method steps:
- attachment of blades (14) to a base rotor body (12), wherein relief openings (28)
are provided in the radial edge region of the base rotor body (12), said openings
being located in the region of slots of adjacent blade necks (18);
- sealing of the relief openings (28) by sealing elements (30), wherein the sealing
elements (30) each have a sealing plate (40), which is adapted to the cross section
of the relief opening (28).
13. Method according to claim 12, characterised in that the momentum of the rotor (10) takes place by using sealing elements (30) of different
weights.
1. Rotor à aubage intégral (10) destiné à une turbomachine, notamment à une turbine à
gaz, comportant un corps de base de rotor (12) dans la partie marginale radiale duquel
des ouvertures de délestage (28) s'étendant dans la direction axiale sont prévues,
un élément d'étanchéité (30) étant prévu dans chaque ouverture de délestage (28),
lequel étanche l'ouverture de délestage (28) dans la direction axiale, caractérisé en ce que les éléments d'étanchéité (30) comprennent respectivement une plaque d'étanchéité
(40) adaptée à la section transversale de l'ouverture de délestage (28).
2. Rotor selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément d'étanchéité (30) comprend une butée (34) avec laquelle il repose sur une
face frontale (36) du rotor (10).
3. Rotor selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'élément d'étanchéité (30) comprend au moins un prolongement flexible (38) reposant
sur une face frontale (36) du rotor (10).
4. Rotor selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'étanchéité (30) se situe, en tant qu'amortisseur, entre des cols d'aube
(18) adjacents.
5. Rotor selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'épaisseur de la plaque d'étanchéité (40) est inférieure d'au moins un facteur 5
à la longueur de l'ouverture de délestage (28).
6. Rotor selon la revendication 1 ou 5, caractérisé en ce que la plaque d'étanchéité (40) se situe dans l'ouverture de délestage (28).
7. Rotor selon l'une quelconque des revendications 1 ou 5 et 6, caractérisé en ce que la plaque d'étanchéité (40) est prévue dans la direction axiale sensiblement au centre
de l'ouverture de délestage (28).
8. Rotor selon l'une quelconque des revendications 1 ou 5 et 6, caractérisé en ce que les éléments d'étanchéité (30) comprennent respectivement au moins deux plaques d'étanchéité
(40).
9. Rotor selon la revendication 8, caractérisé en ce que les plaques d'étanchéité (40) des éléments d'étanchéité (30) sont disposées de telle
manière qu'aux deux extrémités de l'ouverture de délestage (28) elles forment un plan
avec les faces frontales (36) du rotor (10) dans la zone des ouvertures de délestage
(28).
10. Rotor selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les éléments d'étanchéité (30) sont prévus avec des masses différentes.
11. Rotor selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les éléments d'étanchéité (30) présentent un élément de liaison (32) radialement
extérieur, lequel comprend au moins une plaque d'étanchéité (40) faisant saillie de
l'élément de liaison (32) et des butées aux deux extrémités de l'élément de liaison
(32), les butées agissant de préférence sur les faces frontales (36) du rotor (10).
12. Procédé de fabrication d'un rotor à aubage intégral (10),
caractérisé par les étapes de procédé suivantes :
- la fixation des aubes (14) sur un corps de base de rotor (12), des ouvertures de
délestage (28), lesquelles se situent dans la zone de fentes de cols d'aube (18) adjacents,
étant prévues dans la partie marginale radiale du corps de base de rotor (12) ;
- la fermeture des ouvertures de délestage (28) par des éléments d'étanchéité (30),
les éléments d'étanchéité (30) comprenant respectivement une plaque d'étanchéité (40),
laquelle est adaptée à la section transversale de l'ouverture de délestage (28).
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'équilibrage du rotor (10) s'effectue par utilisation d'éléments d'étanchéité (30)
présentant des poids différents.