[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Übergeben von Druckprodukten eines Einzelstroms
von einer Zuführeinheit auf eine Wegführeinheit, mit welcher die Druckprodukte aus
einer Zuführrichtung in eine Wegführrichtung umgelenkt werden, wobei die Zuführeinheit
ein erstes Fördermittel sowie einen Übergabebereich und die Wegführeinheit einen Übernahmebereich
mit einer Aufnahmefläche für die Druckprodukte aufweist und wobei der Übergabebereich
höher als der Übernahmebereich angeordnet ist. Ferner bezieht sich die Erfindung auf
ein Verfahren zum Übergeben von Druckprodukten gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs
16.
[0002] Bei der Druckweiterverarbeitung kommen häufig Vorrichtungen zum Einsatz, mit denen
Druckprodukte während ihres Transports umgelenkt werden. Diese Vorrichtungen, auch
Eckumlenkungen genannt, müssen hohen Anforderungen bezüglich der Präzision bei der
Ausrichtung der Druckprodukte nach der Umlenkung genügen und dürfen die Druckprodukte
und auch eventuelle Beilagen nicht markieren oder beschädigen. Dabei werden als Druckprodukte
im Sinne dieser Anmeldung fertige Druckerzeugnisse, wie klebegebundene Hefte, Bücher,
Kataloge, Zeitungen und Zeitschriften aber auch Teilprodukte, wie Einzelblätter, Druckbogen
und Buchblocks sowie ähnliche Produkte verstanden.
[0003] Die
EP 2055660 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Fördern und zum getakteten Umlenken von flächigen
Gegenständen, insbesondere einer Schuppenformation von Druckprodukten. Mit der Vorrichtung
kann auch ein Einzelstrom, d.h. ein Abfolge einander nicht überlappender, voneinander
beabstandeter Druckprodukte verarbeitet werden. Ein solcher Abstand zwischen zwei
aufeinanderfolgenden Druckprodukten wird auch Produktteilung genannt.
[0004] Die Vorrichtung umfasst eine Zuführeinheit, eine Wegführeinheit, eine Umlenkeinheit
mit einer stationären Auflagefläche, mindestens einem Paar Umlenkorgane und einem
Anschlag. Die Umlenkorgane rotieren in Richtung der Wegführeinheit und sind derart
angeordnet, dass ein Druckprodukt zwischen den Laufflächen der Umlenkorgane auf die
Wegführeinheit transportiert wird. Der Umfang der Umlenkorgane ist derart gestaltet,
dass die Grösse des Spalts zwischen den Laufflächen abwechselnd zwei verschiedene
Werte annimmt. Während die Laufflächen der Umlenkorgane einen grösseren Spalt aufweisen,
kommt ein von der Zuführeinheit bereitgestelltes Druckprodukt auf der Wegführeinheit
an und prallt dabei gegen einen Anschlag. Anschliessend wird der Spalt zwischen den
Laufflächen der Umlenkorgane verkleinert, so dass das Druckprodukt zur Weiterbeförderung
durch die Umlenkorgane eingeklemmt wird. Das Alternieren der Spaltgrössen muss auf
eine Geschwindigkeit der Bänder abgestimmt sein und im Takt mit dem ankommenden Druckprodukt
erfolgen. Die Umlenkorgane rotieren mit der konstanten Geschwindigkeit der Wegführeinheit.
[0005] Diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass die Druckprodukte durch das Abbremsen am
Anschlag markiert bzw. beschädigt werden können. Da die Druckprodukte nach ihrer Übergabe
von der Zuführeinheit an die Wegführeinheit durch den Anschlag zunächst gestoppt und
anschliessend erneut beschleunigt werden, ist die Vorrichtung nur für relativ geringe
Transportgeschwindigkeiten geeignet. Sobald der Vorrichtung Druckprodukte mit unregelmässigem
Abstand zugeführt werden, besteht im Bereich der gleichmässig drehenden Umlenkorgane
zudem eine latente Staugefahr. Da sind die Druckprodukte lediglich in dem der in Zuführrichtung
vorlaufenden Kante des Druckprodukts unmittelbar benachbarten Bereich durch die Umlenkorgane
eingeklemmt werden, können Beilagen der Druckprodukte allenfalls in diesem Bereich
und ab dem Zeitpunkt des Einklemmens sicher transportiert werden. Daher besteht bei
dieser Lösung bereits bei mittleren Verarbeitungsgeschwindigkeiten die Gefahr des
Verschiebens oder des Herausschleuderns von losen Beilagen.
[0006] Angesichts des Standes der Technik liegt die Aufgabe der Erfindung darin, eine Vorrichtung
und ein Verfahren bereitzustellen, mit denen auch bei grösseren Transportgeschwindigkeiten
eine schonende Übergabe umgelenkter Druckprodukte und ein sicherer Transport loser
Beilagen gewährleistet wird.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Wegführeinheit ein zumindest die Aufnahmefläche
bildendes zweites Fördermittel aufweist, oberhalb der Aufnahmefläche zumindest ein
Andrückelement angeordnet und gegen die Aufnahmefläche, oder gegen ein in Richtung
der Aufnahmefläche bewegtes Druckprodukt des Einzelstroms absenkbar sowie von der
Aufnahmefläche oder von einem auf dieser befindlichen Druckprodukt anhebbar ausgebildet
ist.
[0008] Weiter wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Übergeben von Druckprodukten gelöst,
bei dem die Druckprodukte bereits während der Übergabe in Zuführrichtung abgebremst
und während der Umlenkung an die Aufnahmefläche angedrückt und in Wegführrichtung
beschleunigt werden.
[0009] Die Vorrichtung und das Verfahren zum Übergeben von Druckprodukten erlauben eine
schonende Behandlung der zu übergebenden und umzulenkenden Druckprodukte, da diese
nicht durch einen plötzlichen Aufprall an einem Anschlag gestoppt, sondern durch von
oben erfolgendes Beaufschlagen mit dem Andrückelement und damit durch Reibungseinwirkung
in Zuführrichtung aktiv abgebremst werden. Dieser frühzeitige und ständige Kontakt
des Andrückelements mit den Druckprodukten gewährleistet zudem eine geführte Übergabe
der Druckprodukte von der Zuführeinheit an die Wegführeinheit sowie ein kontinuierliches
Umlenken aus der Zuführrichtung in die Wegführrichtung, wobei die Beilagen sowohl
bei der Übergabe als auch beim auf der Aufnahmefläche des Übernahmebereichs der Wegführeinheit
erfolgenden Umlenken sicher im oder am Druckprodukt verbleiben.
[0010] Das erste Fördermittel weist eine gedachte, parallel zur Zuführrichtung verlaufende
Mittellinie und das zweite Fördermittel eine gedachte, parallel zur Wegführrichtung
verlaufende Mittellinie auf. Eine erste vertikale Ebene durch die Mittellinie des
ersten Fördermittels sowie eine zweite vertikale Ebene durch die Mittellinie des zweiten
Fördermittels besitzen eine gemeinsame Schnittlinie. Das Andrückelement ist vorteilhaft
zumindest annähernd im Bereich der Schnittlinie angeordnet. Aufgrund dieser Anordnung
des Andrückelements kann dieses relativ frühzeitig gegen ein in Richtung der Aufnahmefläche
des Übernahmebereichs der Wegführeinheit bewegtes Druckprodukt des Einzelstroms abgesenkt
werden. Zudem wird das Druckprodukt vorteilhaft etwa in seiner Mitte an die Aufnahmefläche,
d.h. an das zweite Fördermittel angedrückt, was eine relativ lange Verweildauer des
Andrückelements auf dem mittels des zweiten Fördermittels in Wegführrichtung transportierten
Druckprodukt zur Folge hat. Daher ist die im Zeitpunkt des Auftreffens des Druckprodukts
auf die Auflagefläche resultierende Relativgeschwindigkeit zwischen dem Druckprodukt
und dem zweiten Fördermittel vernachlässigbar gering und wird unmittelbar nach dem
Auftreffen zudem auf Null reduziert. Die beschriebene Anordnung des Andrückelements
gewährleistet somit eine noch schnelleres, schonenderes und sichereres Übergeben,
Umlenken und Wegfördern des Druckprodukts einschliesslich eventueller Beilagen.
[0011] Infolge einer höhenverstellbaren Ausbildung des Andrückelements kann dieses vorteilhaft
an die Dicke der zu verarbeitenden Druckprodukte angepasst werden.
[0012] Besonders vorteilhaft weist die Vorrichtung einen Antrieb für das erste Fördermittel,
einen Antrieb für das zweite Fördermittel, zumindest einen Antrieb für das Andrückelement,
eine Erkennungseinrichtung zum Detektieren eines in der Zuführeinheit transportierten
Druckprodukts sowie eine Steuerung auf, wobei die Steuerung zumindest sowohl mit den
genannten Antrieben als auch mit der Erkennungseinrichtung verbunden ist. Damit kann
das Absenken sowie Anheben des Andrückelements, gegenüber der Aufnahmefläche des Übernahmebereichs
der Wegführeinheit, mit einer Produktteilung des Einzelstroms der Druckprodukte auf
dem ersten Fördermittel und/oder mit einem Format der Druckprodukte synchronisiert
werden.
[0013] In einer Ausführungsform der Vorrichtung weist das Andrückelement zumindest eine
in Wegführrichtung drehbare Andrückrolle auf, ist an seinem Antrieb befestigt und
gemeinsam mit diesem absenkbar sowie anhebbar in einer Andrückeinheit angeordnet.
[0014] Das sich jeweils auf einer Wurfbahn befindliche Druckprodukt wird durch die Andrückrolle
von oben beaufschlagt, wobei die Oberseite des Druckprodukts am unteren Teil der Wirkfläche
der Andrückrolle reibt. Dadurch wird das auf der Wurfbahn befindliche Druckprodukt
in Zuführrichtung verzögert und seine Geschwindigkeitskomponente beim Auftreffen auf
das die Aufnahmefläche des Übernahmebereichs bildende zweite Fördermittel auf Null
abgebremst. Durch weiteres mit der Andrückrolle erfolgendes Andrücken des Druckprodukts
an die Aufnahmefläche wird dessen Reibung auf dem zweiten Fördermittel erhöht und
damit der Trägheit des zu diesem Zeitpunkt eine geringe Geschwindigkeitskomponente
in Wegführrichtung besitzenden Druckprodukts entgegengewirkt. Dadurch kann das Druckprodukt
sofort nach seinem Auftreffen auf der Aufnahmefläche des Übernahmebereichs in Wegführrichtung
ungelenkt und beschleunigt werden. Die in Wegführrichtung drehbare Ausbildung der
Andrückrolle gewährleistet dabei eine schonende Beschleunigung des Druckprodukts.
[0015] Der Antrieb ist vorteilhaft mit einem ersten, vertikal bewegbaren Schlitten verbunden,
wobei der erste Schlitten auf einem zweiten Schlitten in und entgegen der Zuführrichtung
verschiebbar angeordnet ist, wobei der zweite Schlitten auf einem dritten Schlitten
in und entgegen der Wegführrichtung verschiebbar an einem Gestell der Andrückeinheit
angeordnet ist. Aufgrund dieser Anordnung lassen sich das Andrückelement und dessen
Andrückrolle im dreidimensionalen Raum entsprechend den Erfordernissen zur Übergabe
und Umlenkung der Druckprodukte leicht positionieren.
[0016] Mit der Ausbildung des Antriebs für das Andrückelement als Linearmotor mit einem
festen oder mit einem variablen Hub kann eine sehr kurze Reaktionszeit des Andrückelements
und damit ein erhöhter Durchsatz an Druckprodukten erzielt werden. Dies liegt vor
allem in der hohen Dynamik von Linearmotoren, mit denen wesentlich grössere Beschleunigungen
als mit Drehstrommotoren möglich sind. Alternativ sind selbstverständlich auch Servomotoren,
pneumatische Zylinder oder andere dem Fachmann bekannten Antriebe verwendbar.
[0017] Vorteilhaft ist ein weiterer Antrieb angeordnet und mit einer Achse der Andrückrolle
verbunden. Der weitere Antrieb dient zum Erzeugen, Beschleunigen und/oder Abbremsen
einer Drehbewegung der Andrückrolle, wodurch die Beschleunigung des Druckprodukts
an die konkrete Arbeitssituation angepasst und optimiert werden kann.
[0018] In einer nächsten Ausführungsform der Vorrichtung weist das Andrückelement zumindest
einen mit seinem Antrieb mit einer Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels in Wegführrichtung
oder entgegen der Wegführrichtung bewegbar verbundenen Andrückstössel sowie eine Führungskurve
zum Absenken sowie Anheben des Andrückstössels auf. Bei dieser relativ einfachen und
kostengünstigen Lösung begleitet der Andrückstössel das Druckprodukt, dieses etwa
mittig gegen das zweite Fördermittel andrückend, über eine längere Strecke in Wegführrichtung.
Damit wird dem Verdrehen des Druckproduktes auf dem zweiten Fördermittel entgegengewirkt.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung weist das Andrückelement zumindest
einen mit seinem Antrieb absenkbaren sowie anhebbaren Andrückstössel auf und ist mit
einem weiteren Antrieb auf Führungselementen der Wegführeinheit in oder entgegen der
Wegführrichtung bewegbar verbunden. Durch eine Kombination des ersten mit dem zweiten
Antrieb können sowohl der Andrückzeitpunkt als auch die Andrückdauer des Andrückelements
gesteuert werden. Bei Verwendung eines Linearmotors mit variablem Hub kann zudem eine
automatische Dickeneinstellung realisiert werden. Dadurch können vorteilhaft aufeinanderfolgende
Druckprodukte mit unterschiedlichem Format verarbeitet werden. Ebenso kann ein Linearmotor
mit festem Hub verwendet werden, wobei dann jedoch eine andere Einstellung des Andrückelements
auf die Dicke der zu verarbeitenden Druckprodukte erforderlich ist, beispielsweise
mittels eines zusätzlichen Antriebs oder eines Stellrades.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung weist das Andrückelement eine mit
seinem Antrieb verbundene, stationäre und mit einer variablen Rotationsgeschwindigkeit
drehbare Scheibe sowie zumindest einen an der Scheibe starr befestigten und durch
Drehung der Scheibe gegenüber der Aufnahmefläche des Übernahmebereichs absenkbaren
sowie anhebbaren Andrückstössel auf. Durch Vergrössern des Scheibendurchmessers und
Erhöhen der Anzahl der an der Scheibe angeordneten Andrückstössel kann die Anzahl
der zu verarbeitenden Druckprodukte ohne wesentliche Zunahme der vertikalen Beschleunigung
deutlich erhöht werden.
[0021] Die Vorrichtung weist zumindest zwei in Wegführrichtung hintereinander angeordnete
Andrückelemente auf. Damit kann ein Verdrehen der Druckprodukte auf dem zweiten Fördermittel
ausgeschlossen werden.
[0022] Im Übergabebereich der Zuführeinheit ist vorteilhaft zumindest eine Druckrolle zum
Beaufschlagen der Druckprodukte angeordnet. Diese dient dem Beschleunigen oder Abbremsen
eines auf dem ersten Fördermittel transportierten Druckprodukts auf dessen Transportgeschwindigkeit.
[0023] Schliesslich ist auf einer dem Übergabebereich der Zuführeinheit gegenüberliegenden
Seite der Wegführeinheit eine Ausschleuseinheit für Druckprodukte angeordnet. Diese
erlaubt das Ausschleusen ausgewählter Druckprodukte aus deren Förderstrom in eine
von der Wegführrichtung abweichende Ausschleusrichtung. Dazu wird das Absenken sowie
Anheben des Andrückelements mittels der jeweiligen Antriebe unterdrückt. Diese Funktion
kann beispielsweise zur Qualitätskontrolle genutzt werden, um Stichproben von Druckprodukten
aus dem normalen Produktionsverlauf auszusondern und zu überprüfen, aber auch um qualitativ
schlechte Druckprodukte auszuschleusen.
[0024] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung mit Bezugnahme auf die Figuren. Es
zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform einer Vorrichtung zum Übergeben
von Druckprodukten,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer Zuführeinheit gemäss Fig. 1,
Fig. 3a eine perspektivische Ansicht einer Andrückeinheit gemäss Fig. 1,
Fig. 3b einen vergrösserten Ausschnitt der Fig. 3a,
Fig. 4a eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer Vorrichtung
zum Übergeben von Druckprodukten,
Fig. 4b einen vergrösserten Ausschnitt der Fig. 4a,
Fig. 5a eine perspektivische Ansicht einer dritten Ausführungsform einer Vorrichtung
zum Übergeben von Druckprodukten,
Fig. 5b einen vergrösserten Ausschnitt der Fig. 5a,
Fig. 6a eine perspektivische Ansicht einer vierten Ausführungsform einer Vorrichtung
zum Übergeben von Druckprodukten,
Fig. 6b einen vergrösserten Ausschnitt der Fig. 6a,
Fig. 6c eine vergrösserte Seitenansicht des in Fig. 6a dargestellten Andrückelements.
[0025] In den Figuren sind lediglich die für die Funktion wesentlichen Komponenten dargestellt
und mit Bezugszeichen versehen worden, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche bzw. gleich
wirkende Komponenten bezeichnen.
[0026] Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform einer Vorrichtung 1 zum Übergeben von in
Form eines Einzelstroms von Druckbogen zugeführten Druckprodukten 2 von einer ein
erstes Fördermittel 3 aufweisenden Zuführeinheit 4 auf eine ein zweites Fördermittel
5 aufweisende Wegführeinheit 6. Die Zuführeinheit 4 besitzt einen Übergabebereich
7 zur Abgabe der Druckprodukte 2 an einen Übernahmebereich 8 der Wegführeinheit 6,
wobei der Übergabebereich 7 oberhalb des Übernahmebereichs 8 angeordnet ist. Das zweite
Fördermittel 5 bildet eine Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 und erstreckt
sich ausgehend von dieser bis zum stromabwärtigen Ende der Wegführeinheit 6. Die Zuführeinheit
4 und die Wegführeinheit 6 sind auf einem Gestell 10 der Vorrichtung 1 befestigt und
ihre Fördermittel 3, 5 weisen jeweils einen Antrieb 11, 12 auf. Selbstverständlich
können die Zuführeinheit 4 und die Wegführeinheit 6 auch auf separaten Gestellen befestigt
sein, was einen leichteren Austausch ermöglicht. Dies kann beispielsweise vorteilhaft
sein, wenn Wartungsarbeiten an einer Einheit durchzuführen sind und ein möglichst
kurzer Produktionsstopp erreicht werden soll. Statt der als Förderbänder ausgebildeten
Fördermittel 3, 5 von Zuführeinheit 4 und Wegführeinheit 6 können natürlich auch andere
geeignete Fördermittel verwendet werden, wobei die Einheiten jeweils auch mehrere
Fördermittel 3, 5 besitzen können.
[0027] Im Folgenden werden zunächst die Bestandteile der Vorrichtung 1 beschrieben und anschliessend
wird der Weg eines Druckprodukts 2 von seiner Ankunft auf dem ersten Fördermittel
3 der Zuführeinheit 4 bis zu seiner Abgabe vom zweiten Fördermittel 5 der Wegführeinheit
6 an eine nachgeordnete, nicht dargestellte Weiterverarbeitungsmaschine erläutert.
[0028] Die Druckprodukte 2 werden von einer ebenfalls nicht dargestellten Verarbeitungsmaschine
in einer Zuführrichtung 4a der Zuführeinheit 4 auf das erste Fördermittel 3 abgegeben
und in Richtung des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6 transportiert. Der Übernahmebereich
8 ist auf dem zweiten Fördermittel 5, stromab des das Druckprodukt 2 an die Wegführeinheit
6 abgebenden Übergabebereichs 7 der Zuführeinheit 4 angeordnet. Der Übergabebereich
7 der Zuführeinheit 4 mündet somit oberhalb eines zur Zuführeinheit 4 ausgerichteten
seitlichen Rands der Wegführeinheit 6 in deren Übernahmebereich 8. Im Übergabebereich
7 der Zuführeinheit 4 sind vier Druckrollen 13 angeordnet, welche auf den Druckprodukten
2 abrollen und eine Korrektur der Geschwindigkeit der mit der Zuführeinheit 4 transportierten
Druckprodukte 2 bewirken, so dass diese die gleiche Geschwindigkeit wie das erste
Fördermittel 3 und damit die richtige Einschussgeschwindigkeit in die Wegführeinheit
6 aufweisen. Selbstverständlich ist Anzahl der Druckrollen 13 in Fig. 1 rein exemplarisch
gewählt, d.h. es können auch nur eine, zwei oder mehr als vier Druckrollen 13 verwendet
werden. Stromauf der Druckrollen 13 und oberhalb des ersten Fördermittels 3 ist an
einem Gestell 14 der Zuführeinheit 4 eine vorzugsweise als Lichtschranke ausgebildete
Erkennungseinrichtung 15 angeordnet, welche zum Detektieren der Ankunft eines Druckprodukts
2 im Übergabebereich 7 der Zuführeinheit 4 dient. Die Funktion der Druckrollen 13
und der Erkennungseinrichtung 15 werden im Zusammenhang mit der Erläuterung der in
Fig. 2 im Detail dargestellten Zuführeinheit 4 beschrieben.
[0029] Unterhalb der Wegführeinheit 6 ist eine Steuerung 16 zur Koordinierung der verschiedenen
Abläufe bei der Übergabe und der daran anschliessenden Umlenkung der Druckprodukte
2 und zur Einstellung zusätzlicher Parameter vorgesehen. Natürlich kann die Steuerung
16 auch an jeder anderen geeigneten Stelle der Vorrichtung 1 angeordnet sein.
[0030] Neben der Zuführeinheit 4 und der Wegführeinheit 6 umfasst die Vorrichtung 1 auch
eine oberhalb des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6 angeordnete Andrückeinheit
17. Letztere weist ein Gestell 18, einen Antrieb 19 und ein mit diesem verbundenes
Andrückelement 20 auf. Das gemäss Fig. 1 in einer Ruheposition oberhalb des Übernahmebereichs
8 befindliche Andrückelement 20 ist relativ zur Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs
8 in einer zumindest annähernd vertikalen Richtung zyklisch bewegbar, d.h. bei jedem
Druckprodukt 2 auf die Aufnahmefläche 9 absenkbar und von dieser anhebbar ausgebildet.
Die Andrückeinheit 17 besitzt zudem ein Stellrad 21 zur vertikalen Einstellung der
Ruheposition des Andrückelements 20. Die Ruheposition des Andrückelements 20 ist gleichzeitig
seine obere Position, welche die mit der Vorrichtung 1 maximal zu verarbeitende Dicke
der Druckprodukte 2 vorgibt. Natürlich kann die Bewegungsfunktion des Andrückelements
20 bei Bedarf auch abgeschaltet werden.
[0031] Das erste Fördermittel 3 weist eine gedachte, parallel zur Zuführrichtung 4a verlaufende
Mittellinie 3a auf und das zweite Fördermittel 5 besitzt eine gedachte, parallel zur
Wegführrichtung 6a verlaufende Mittellinie 5a. Eine erste vertikale Ebene durch die
Mittellinie 3a des ersten Fördermittels 3 sowie eine zweite vertikale Ebene durch
die Mittellinie 5a des zweiten Fördermittels 3 besitzen eine gemeinsame Schnittlinie
20a. Das Andrückelement 20 ist zumindest annähernd im Bereich dieser Schnittlinie
(20a) angeordnet.
[0032] Nach der Übernahme von der Zuführeinheit 4 wird das Druckprodukt 2 auf der Aufnahmefläche
9 des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6 in Wegführrichtung 6a umgelenkt und
auf dem zweiten Fördermittel 5 weiter transportiert, um schliesslich an eine nicht
dargestellte Weiterverarbeitungsvorrichtung abgegeben zu werden. Dabei ist das zweite
Fördermittel 5 rechtwinklig zum ersten Fördermittel 3 angeordnet, so dass die Umlenkung
der Druckprodukte 2 vorteilhaft rechtwinklig erfolgt. Natürlich ist bei entsprechender
Anordnung der Fördermittel 3, 5 auch eine Umlenkung in davon abweichender Richtung
möglich.
[0033] Es wird nun die grundsätzliche Arbeitsweise der Vorrichtung 1 am Beispiel eines von
der Zuführeinheit 4 an die Wegführeinheit 6 zu übergebenden Druckprodukts 2 erläutert.
Dabei werden nicht alle Aspekte und Einstellmöglichkeiten, sondern lediglich der Übergabe-
und Umlenkvorgang beschrieben. Weitere Aspekte werden bei einer genaueren Betrachtung
der Zuführeinheit 4, der Wegführeinheit 6 und der Andrückeinheit 17 im Zusammenhang
mit Fig. 1 bis Fig. 3b deutlich.
[0034] Das Druckprodukt 2 wird vom ersten Fördermittel 3 in Zuführrichtung 4a bis zum Übergabebereich
7 der Zuführeinheit 4 transportiert und anschliessend an die Wegführeinheit 6 übergegeben.
Aufgrund seiner Trägheit fällt das Druckprodukt 2 nach seinem Austritt aus der Zuführeinheit
4 nicht senkrecht nach unten, sondern beschreibt vielmehr eine Wurfbahn in Richtung
der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6. Sobald die Erkennungseinrichtung
15 die Hinterkante eines auf dem ersten Fördermittel 3 transportierten Druckprodukts
2 detektiert hat, gibt sie ein entsprechendes Signal an die Steuerung 16 weiter, welche
ihrerseits ein Signal zum Absenken des eine Andrückrolle 22 aufweisenden Andrückelements
20 aus seiner Ruheposition in Richtung des Übernahmebereichs 8 auslöst. Dadurch wird
das sich auf der Wurfbahn befindliche Druckprodukt 2 durch die Andrückrolle 22 von
oben beaufschlagt und somit seine Bewegung in Richtung der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs
8 unterstützt. Weil das Druckprodukt 2 zu diesem Zeitpunkt noch eine Geschwindigkeitskomponente
in Zuführrichtung 4a aufweist, reibt es mit seiner Oberseite am unteren Teil der Wirkfläche
der Andrückrolle 22. Dadurch wird bereits das auf der Wurfbahn befindliche Druckprodukt
2 in Zuführrichtung 4a verzögert und seine Geschwindigkeitskomponente beim Auftreffen
auf die Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 auf Null abgebremst. Auch danach
wird das Druckprodukt 2 von der Andrückrolle 22 des Andrückelements 20 weiter an die
Aufnahmefläche 9 und damit an das zweite Fördermittel 5 angedrückt. Dadurch wird der
Trägheit des zu diesem Zeitpunkt eine geringe Geschwindigkeitskomponente in Wegführrichtung
6a besitzenden Druckprodukts 2 entgegengewirkt. Ohne dieses Andrücken würde zwischen
dem Druckprodukt 2 und dem zweiten Fördermittel 5 zunächst eine unerwünschte Relativgeschwindigkeit
entstehen, bevor das Druckprodukt 2 durch die aufgrund seines Gewichts entstehende
Reibung auf die Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5 beschleunigt wird. Dies
ist natürlich umso problematischer, je leichter das Druckprodukt 2 ist. Bei einem
freien Flug des Druckprodukts 2 könnte sich ausserdem unmittelbar vor der Ablage auf
der Aufnahmefläche9 des Übernahmebereichs 8 ein Luftkissen zwischen dem Druckprodukt
2 und dem zweiten Fördermittel 5 bilden, mit der Gefahr eines unkontrollierten Wegrutschens
des Druckprodukts 2. Das beschriebene weitere Andrücken des Druckprodukts 2 erhöht
dessen Reibung auf dem zweiten Fördermittel 5, wodurch das Druckprodukt 2 sofort nach
seinem Auftreffen auf der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 in Wegführrichtung
6a umgelenkt und auf die Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5 beschleunigt
wird. Demnach kommt das Druckprodukt 2 bei der Übergabe von der Zuführeinheit 4 an
die Wegführeinheit 6 vorteilhaft bereits vor seinem Auftreffen auf den Übernahmebereich
8 mit der Andrückrolle 22 in Kontakt. Auch während der sich unmittelbar anschliessenden
Umlenkung wird das Druckprodukt 2 mittels der Andrückrolle 22 weiter gegen das zweite
Fördermittel 5 gedrückt, um die Beschleunigung auf dessen Geschwindigkeit zu unterstützen.
Dieser frühzeitige und ständige Kontakt der Andrückrolle 22 mit den Druckprodukten
2 gewährleistet eine geführte Übergabe der Druckprodukte 2 von der Zuführeinheit 4
an die Wegführeinheit 6 sowie ein kontinuierliches Umlenken aus der Zuführrichtung
4a in die Wegführrichtung 6a.
[0035] Nach einer bestimmten, mittels der Steuerung 16 einstellbaren Verweilzeit der Andrückrolle
22 in ihrer auf das Druckprodukt 2 abgesenkten Position, welche vorzugsweise solange
andauert, bis das Druckprodukt 2 die Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5 erreicht
hat, wird das Andrückelement 20 und damit auch die Andrückrolle 22 mittels des Antriebs
19 wieder die Ruheposition angehoben und damit das Druckprodukt für den weiteren Transport
auf dem zweiten Fördermittel 5 freigegeben. Die Wegführeinheit 6 ist damit bereit
zur Übernahme eines nachfolgenden Druckprodukts 2.
[0036] In Fig. 1 sind die Druckprodukte 2 mit losen Beilagen 23, wie beispielsweise Prospekten
oder anderen Einsteckprodukten versehen. Durch die Einwirkung der Andrückrolle 22
wird statt eines undefinierten, freien Flugs eine im Wesentlichen kontinuierliche
Führung der Druckprodukte 2 bei der Übergabe von der Zuführeinheit 4 an die Wegführeinheit
6 erreicht, so dass die Beilagen 23 nicht herausfallen oder herausgeschleudert werden
können und positionsgenau in den Druckprodukten 2 verbleiben. Bei bekannten Vorrichtungen
der gattungsgemässen Art, wie der zitierten
EP 2055660 A1, besteht dagegen bereits bei mittleren Verarbeitungsgeschwindigkeiten die Gefahr
des Verschiebens oder des Herausschleuderns von losen Beilagen 23.
[0037] Fig. 2 zeigt die Zuführeinheit 4 der Vorrichtung 1 gemäss Fig. 1. Das erste Fördermittel
3 weist in diesem Beispiel mehrere voneinander beabstandete, parallel zueinander angeordnete
und in Zuführrichtung 4a ausgerichtete Riemen auf, wobei es selbstverständlich auch
aus einem einzigen Band bestehen kann. Das erste Fördermittel 3 ist vorzugsweise teleskopierbar
ausgebildet, um die Vorrichtung 1 an die Übergabe von Druckprodukten 2 mit unterschiedlichen
Formaten anzupassen. Wird beispielsweise ein kleines Druckprodukt 2 befördert, so
kann das derart ausgebildete erste Fördermittel 3 im Übergabebereich 7 der Zuführeinheit
4 in Zuführrichtung 4a ausgefahren werden, um sicherzustellen, dass die Druckprodukte
2 bei der Übergabe an die Wegführeinheit 6 ausreichend weit in Zuführrichtung 4a auf
die Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 gefördert werden. Dabei kann der oberhalb
des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6 angeordnete Übergabebereich 7 der Zuführeinheit
4 ein Stück in die Wegführeinheit 6 hineinragen.
[0038] Im stromaufwärtigen Bereich der Zuführeinheit 4, sind beidseitig des ersten Fördermittels
3 Führungsbleche 24 angeordnet, welche eine Zentrierung der Druckprodukte 2 auf der
Zuführeinheit 4 bewirken.
[0039] Im Übergabebereich 7 der Zuführeinheit 4 sind bezogen auf die Zuführrichtung 4a zwei
nebeneinander angeordnete vordere und zwei ebenfalls nebeneinander angeordnete hintere,
auf den Druckprodukten 2 abrollende Druckrollen 13 angeordnet. Die Anzahl der Druckrollen
13 ist hier beispielhaft gewählt und kann je nach Auslegung der Vorrichtung 1 unterschiedlich
sein. Die Druckrollen 13 dienen dazu, den Druckprodukten 2 im Übergabebereich 7 der
Zuführeinheit 4 die Geschwindigkeit des ersten Fördermittels 3 aufzuprägen. Dadurch
können die Druckprodukte 2 nach ihrem Austritt aus der Zuführeinheit 4 im richtigen
Taktzeitpunkt an die Wegführeinheit 6 übergeben werden und kollidieren auf ihrer Wurfbahn
nicht mit der Andrückrolle 22 des Andrückelements 20.
[0040] Alternativ zu den Druckrollen 13 kann oberhalb des ersten Fördermittels 3 auch ein
nicht dargestelltes Oberband angeordnet sein. Sowohl die Druckrollen 13 als auch das
Oberband können von einem hier nicht dargestellten Motor angetrieben werden und weisen
stets die gleiche Geschwindigkeit wie das erste Fördermittel 3 auf.
[0041] Mit der am Gestell 14 der Zuführeinheit 4 angeordneten Erkennungseinrichtung 15,
werden die quer zur Zuführrichtung 4a verlaufenden Kanten der auf dem ersten Fördermittel
3 transportierten Druckprodukte 2 und damit die Produktteilung des Einzelstroms der
Druckprodukte 2 detektiert. Dabei wird insbesondere die in Zuführrichtung 4a hintere
Kante eines Druckprodukts 2 sowie die Vorderkante des nachfolgenden Druckprodukts
2 erfasst und daraus der Abstand der Kanten bzw. der Druckprodukte 2 voneinander ermittelt.
Auf dieser Grundlage kann der Absenk- und Anhebezeitpunkt des Andrückelements 20 bestimmt
und damit eine Kollision der Vorderkante des nachfolgenden Druckprodukts 2 mit der
Andrückrolle 22 vermieden werden. Abstandsmessungen mittels Lichtschranken sind hinreichend
bekannt und werden deshalb nicht weiter erläutert.
[0042] Fig. 3a zeigt die Andrückeinheit 17 der Vorrichtung 1 und Fig. 3b eine vergrösserte
Ansicht des Andrückelements 20 mit dessen Andrückrolle 22. Der Antrieb 19 trägt das
Andrückelement 20 und ist an einer Halterung 26 befestigt. Die Halterung 26 ist mit
einem ersten, vertikal bewegbaren Schlitten 27 verbunden. Der erste Schlitten 27 weist
ein an zwei Führungsstangen 28 verschiebbares Gleitstück 27a auf, welches über eine
Gewindestange 29 mit dem Stellrad 21 beaufschlagt werden kann. Je nach Dicke der zu
verarbeitenden Druckprodukte 2 und Beilagen 23 kann mit dem Stellrad 21 die Ruheposition
des Andrückelements 20 sowie des mit diesem verbundenen Antriebs 19 eingestellt werden.
Der erste Schlitten 27 wird seinerseits von einem zweiten Schlitten 30 getragen, der
ebenfalls ein Gleitstück 30a sowie zwei Führungsstangen 31 aufweist, wobei das Gleitstück
30a die Führungsstangen 28 des ersten Schlittens 27 aufnimmt und an den Führungsstangen
31 des zweiten Schlittens 30 sowohl in Zuführrichtung 4a als auch entgegen dieser
horizontal verfahrbar ist. Der zweite Schlitten 30 ist auf einem dritten Schlitten
32 angeordnet. Der dritte Schlitten 32 besitzt beidseitig jeweils ein auf einer Führungsstange
33 angeordnetes Gleitstück 32a mit denen er in dem mit der Wegführeinheit 5 verbundenen
Gestell 18 der Andrückeinheit 17 horizontal sowohl in Wegführrichtung 6a als auch
entgegen dieser bewegbar angeordnet ist. Dazu sind die Enden der Führungsstangen 31
des zweiten Schlittens 30 beidseitig auf dem jeweiligen Gleitstück 32a des dritten
Schlittens 32 angeordnet, so dass die Führungsstangen 31 gleichzeitig Bestandteil
des dritten Schlittens 32 sind. Mit dieser Anordnung lassen sich das Andrückelement
20 und dessen Andrückrolle 22 im dreidimensionalen Raum entsprechend den Erfordernissen
zur Übergabe und Umlenkung der Druckprodukte 2 leicht positionieren. Analog zur vertikalen
Einstellung der Ruheposition des Andrückelements 20 können mit ebenfalls nicht dargestellten
Stellrädern auch Basiseinstellungen des Andrückelements 20 und der Andrückrolle 22
in einer horizontalen, parallel zur Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 ausgerichteten
Ebene erfolgen. Natürlich können diese Einstellvorgänge auch mittels Schrittmotoren
automatisch durchgeführt werden, welche dazu mit der Steuerung 16 verbunden sind.
[0043] Indem ausser dem ersten Schlitten 27 auch der zweite und der dritte Schlitten 30,
32 mit der Steuerung 16 und mit weiteren Antrieben 25 verbunden sind, kann die Vorrichtung
1 vollautomatisch, d.h. wesentlich schneller eingerichtet und in Verbindung mit einer
automatischen Einstellung der Ruheposition des Andrückelements 20 auch zur Verarbeitung
von aufeinanderfolgende Druckprodukten 2 mit unterschiedlichem Format verwendet werden.
[0044] Am Gestell 18 der Andrückeinheit 17 ist ein vorzugsweise als Drehgeber ausgebildeter,
auf das zweite Fördermittel 5 ausgerichteter Sensor 34 zum Messen einer Beschleunigungszeit
und/oder eines Beschleunigungswegs des auf dem zweiten Fördermittel 5 transportierten
Druckprodukts 2 angeordnet. Dabei verdeutlicht die in Fig. 3a dargestellten Position
des Sensors 34 eine für die Messung geeignete Lage. Natürlich kann der Sensor 34 beispielsweise
auch an der Wegführeinheit 6 angeordnet werden.
[0045] Die Andrückrolle 22 des Andrückelements 20 ist drehbar an einer Achse 35 befestigt,
welche ihrerseits an jedem Ende an jeweils einem Haltebügel 36 angebracht ist. In
Wegführrichtung 6a stromab der Andrückrolle 22 ist eine ebenfalls an den Haltebügeln
36 befestigte Druckfeder 37 angeordnet. Diese dient zur Einstellung einer Andrückkraft
auf das Druckprodukt 2 und zum Ausgleich der Produktdicke, letzteres beispielsweise
wenn das Druckprodukt 2 keine Beilagen aufweist. Natürlich kann diese Einstellung
alternativ auch über den Antrieb 19 vorgenommen werden.
[0046] In ihrem bezogen auf die Wegführrichtung 6a stromaufwärtigen Bereich ist die Andrückrolle
22 über die Haltebügel 36 mittels eines Schwenkhebels 38 in Wegführrichtung 6a drehbar
an einem Hauptträger 39 und über diesen am Antrieb 19 befestigt. Zum Erzeugen, Beschleunigen
und/oder Abbremsen einer Drehbewegung der Andrückrolle 22 ist deren Achse 35 mit einem
weiteren, beispielsweise von der Steuerung 16 angesteuerten Antrieb 40 verbunden.
Der Vorteil einer solchen Lösung ist die aktive Unterstützung der Beschleunigung des
Druckprodukts 2 auf der Wegführeinheit 6 durch die von der angetriebenen Andrückrolle
22 in Verbindung mit der Andrückkraft erzeugte Reibung auf der Oberseite des Druckprodukts
2. Die Andrückrolle 22 muss jedoch nicht aktiv angetrieben werden. In diesem Fall
wird die Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5 beim Andrücken des Druckprodukts
2 auf die Andrückrolle 22 übertragen.
[0047] Die Andrückrolle 22 ist insbesondere gegen eine mit einer anderen Breite ihrer Wirkfläche
ausgestattete Andrückrolle 22 austauschbar. Dies hat den Vorteil, dass beim Abbremsen
des sich auf der Wurfbahn befindlichen Druckprodukts 2 bzw. beim Beschleunigen des
Druckprodukts 2 in Wegführrichtung 6a je nach Bedarf ein unterschiedlicher Reibungsgrad
erzeugt werden kann. Ferner kann die Andrückrolle 22 auch in Abhängigkeit von der
Oberfläche oder dem Gewicht des Druckprodukts 2 gewählt werden. Beispielsweise kann
für ein optimales Abbremsen eines Druckprodukts 2 mit einer sehr glatten Oberfläche
eine Andrückrolle mit einem höheren Reibkoeffizient gewählt werden, als bei einem
Druckprodukts 2 mit einer raueren Oberfläche.
[0048] Weitere Freiheitsgrade bei der Wahl einer geeigneten Andrückrolle 22 sind deren Material
und Masse. Bevorzugt wird eine Andrückrolle 22 aus einem weichen Material mit hohem
Reibungskoeffizient gewählt, um die Brems- bzw. Beschleunigungswirkung zu verstärken.
Ferner ist die Masse der Andrückrolle 22 und des gesamten, die Achse 35, die Haltebügel
36, den Schwenkhebel 38, den Hauptträger 39 und die Druckfeder 37 aufweisenden Andrückelements
20 gering zu halten. Damit kann die Dynamik des Antriebs 19, möglichst gut zur vertikalen
Bewegung der Andrückrolle 22 ausgenutzt und deren Trägheit beim Beschleunigen der
Druckprodukte 2 in Wegführrichtung 6a möglichst schnell überwunden werden.
[0049] Der Antrieb 19 für die vertikale Bewegung der Andrückrolle 22 ist als Linearmotor
mit festem Hub ausgebildet. In diesem Fall erfolgt die Einstellung der Andrückeinheit
17 auf die maximale Dicke der Druckprodukte 2 des zu bearbeitenden Auftrags und damit
die Fixierung der Ruheposition der Andrückrolle 22 entweder mit dem Stellrad 21 oder
mittels eines nicht dargestellten, zusätzlichen Antriebs. Statt eines zusätzlichen
Antriebs kann aber auch ein Linearmotor mit variablem Hub verwendet werden, mit dem
dann sowohl die vertikale Bewegung der Andrückrolle 22 als auch deren Einstellung
auf die Produktdicke erfolgt. Selbstverständlich können auch andere Arten von Antrieben,
wie z.B. Servomotoren oder pneumatische Zylinder verwendet werden. Mit den Antrieben
25 für den zweiten und den dritten Schlitten 30, 32, dem als Linearmotor mit variablem
Hub ausgebildeten Antrieb 19 für das Andrückelement 20 sowie für den ersten Schlitten
27 ist die Vorrichtung 1 vorteilhaft auch zur Verarbeitung von mit unterschiedlichem
Format aufeinander folgenden Druckprodukten 2 geeignet. Dies ist auch bei Verwendung
eines als Linearmotor mit festem Hub ausgebildeten Antriebs 19 möglich, dann jedoch
mit dem nicht dargestellten, zusätzlichen Antrieb.
[0050] Natürlich können statt einer auch zumindest zwei bezogen auf die Wegführrichtung
6a hintereinander angeordnete Andrückrollen 22 vorgesehen werden. Dazu können die
Andrückrollen 22 entweder in einem einzigen Andrückelement 20 oder in mehreren Andrückelementen
20 angeordnet sein. Die Verwendung von zumindest zwei Andrückrollen 22 hat den Vorteil,
dass weder beim Abbremsvorgangs des Druckprodukts 2 auf dessen Wurfbahn, noch bei
der anschliessenden Beschleunigung auf dem zweiten Fördermittel 5 ein Drehmoment des
Druckprodukts 2 entsteht. Dagegen kann ein solches Drehmoment bei Verwendung einer
einzigen Andrückrolle 22 durch eine nicht genau mittig auf das Druckprodukt 2 wirkende
Kraft der Andrückrolle 22 hervorgerufen werden. Dadurch kann es zu einer falschen
Ausrichtung des Druckprodukts 2 für den Weitertransport oder gar zu dessen Beschädigung
kommen.
[0051] Die Ruheposition des Andrückelements 20 bzw. der Andrückrolle 22 wird auf die oben
beschriebene Weise und in Abhängigkeit vom Format des Druckprodukts 2 eingestellt.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Andrückrolle 22 beim Absenken im Bereich einer
bezogen auf die Wegführrichtung 6a vorlaufenden Kante des Druckprodukts 2 in Zuführrichtung
4a etwa mittig auf diesem zu liegen kommen soll. Dadurch kann die Andrückrolle 22
beim anschliessenden, in Wegführrichtung 6a erfolgenden Beschleunigen des Druckprodukts
2 über eine maximale Strecke auf dieses einwirken. Die Einwirkung der Andrückrolle
22 erfolgt somit über nahezu die gesamte sich in Wegführrichtung 6a erstreckende Länge
des Druckprodukts 2, wodurch mehr Zeit zu dessen Beschleunigung auf die Geschwindigkeit
des zweiten Fördermittels 5 zur Verfügung steht. Dadurch kann das Beschleunigungsprofil
sanfter gestaltet und die Wahrscheinlichkeit von Markierungen auf dem Druckprodukt
2 reduziert werden. Vorzugsweise werden eine Beschleunigungszeit und/oder ein Beschleunigungsweg
des durch die die Andrückrolle 22 auf das zweite Fördermittel 5 angedrückten Druckprodukts
2 vom Sensor 34 gemessen. Das Andrückelement 20 und damit die Andrückrolle 22 wird
nach einer Soll-Beschleunigungszeit und/oder einem Soll-Beschleunigungsweg des Druckprodukts
2 angehoben. Mit anderen Worten wird die Andrückrolle 22 solange in einer Andrückposition
gehalten, bis der Sensor 34 eine voreingestellte Zahl von Inkrementen gezählt hat.
[0052] Ferner kann ein Kriterium bei der Einstellung der Ruheposition, d.h. insbesondere
der Höhenlage der Andrückrolle 22 bezogen auf das zweite Fördermittel 5, auch die
Höhenlage des Übergabebereichs 7 des ersten Fördermittels 3 sein. Die Höhenlage der
Andrückrolle 22 muss in ihrer Ruheposition in jedem Fall höher als die Höhenlage des
Übergabebereichs 7 sein, damit das Druckprodukt 2 während der Übergabe von der Zuführeinheit
4 an die Wegführeinheit 6 nicht an die Andrückrolle 22 anstösst.
[0053] Die Einstellung der Vorrichtung 1 auf die Dicke der zu übergebenden und umzulenkenden
Druckprodukte 2 kann mittels einer vertikalen Bewegung der Andrückeinheit 17 und damit
der Andrückrolle 22 oder auch durch eine entsprechende vertikale Verstellung des zweiten
Fördermittels 5 bzw. der gesamten Wegführeinheit 6 erfolgen.
[0054] Wie in Fig. 1 dargestellt, weist das zweite Fördermittel 5 der Vorrichtung 1 Vakuumlöcher
41 auf, welche dem Ansaugen der auf diesem Fördermittel 5 transportierten Druckprodukte
2 dienen. Sobald ein Druckprodukt 2 auf dem zweiten Fördemittel 5 liegt, wird mittels
einer in Fig. 1 lediglich angedeuteten, mit zweiten Fördemittel 5 verbundenen Vakuumquelle
42 ein Unterdruck erzeugt und über die Vakuumlöcher 41 auf eine Unterseite des Druckprodukts
2 aufgeprägt, wodurch dieses noch besser am zweiten Fördermittel 5 haften bleibt.
Mit Hilfe des derart aufgebrachten Vakuums wird die unmittelbar nach dem Auftreffen
auf den Übernahmebereich 8 erfolgende Beschleunigung der Druckprodukte 2 auf die Geschwindigkeit
des zweiten Fördermittels 5 unterstützt. Das Vakuum verhindert zudem auch die Ausbildung
von Luftpolstern zwischen den Druckprodukten 2 und dem zweiten Fördermittel 5, d.h.
die Ablage der Druckprodukte auf dem Übernahmebereich 8 erfolgt schneller. Solche
Vakuumbänder sind bekannt und werden hier daher nicht weiter beschrieben.
[0055] Fig. 4a zeigt eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.
Sowohl in dieser als auch in den nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen sind
lediglich die gegenüber der ersten Ausführungsform unterschiedlichen Bauteile der
Vorrichtung 1 dargestellt. In Fig. 4a ist als einziges Element der Zuführeinheit 4
das erste Fördermittel 3 gezeigt. Ein auf diesem Fördermittel 3 befindliches Druckprodukt
2 wird zunächst in Zuführrichtung 4a transportiert und anschliessend an das zweite
Fördemittel 5 übergeben, wo es in Wegführrichtung 6a weiter gefördert wird. Für die
vorgängig beschriebenen Schritte zur Übergabe und Umlenkung des Druckprodukts 2 wird
bei dieser Ausführungsform eine modifizierte Andrückeinheit 17 verwendet. Ausserdem
umfasst die Vorrichtung 1 eine zuschaltbare, auf einer dem Übergabebereich 7 des ersten
Fördermittels 3 gegenüberliegenden Seite des zweiten Fördermittels 5 angeordnete Ausschleuseinheit
43 zum Ausschleusen mindestens eines Druckprodukts 2. Die Ausschleuseinheit 43 ist
im Zusammenhang mit dieser Ausführungsform dargestellt und beschrieben, sie kann aber
selbstverständlich für alle anderen Ausführungsformen der Erfindung vorgesehen sein.
Sie erlaubt das Ausschleusen ausgewählter Druckprodukte 2 in eine Ausschleusrichtung
44. Diese Funktion kann beispielsweise zur Qualitätskontrolle genutzt werden, um Stichproben
von Druckprodukten 2 aus dem normalen Produktionsverlauf auszusondern und zu überprüfen,
aber auch um qualitativ schlechte Druckprodukte 2 auszuschleusen. Ausschleuseinheiten
sind an sich bekannt und werden hier nicht im Detail erläutert.
[0056] Aus Übersichtlichkeitsgründen zeigt Fig. 4b eine vergrösserte Darstellung der für
die Funktion relevanten Bauteile der Vorrichtung mit der modifizierte Andrückeinheit
17. In dieser zweiten Ausführungsform weist das Andrückelement 20 einen an einem Riementrieb
45 befestigten Andrückstössel 46 auf. An der freien Spitze des Andrückstössels 46
befindet sich ein gefedertes Druckstück 47. Über dieses Druckstück 47 kann die Andrückkraft
auf das Druckprodukt 2 eingestellt werden. Zudem können damit Dickenunterschiede ausgeglichen
werden, wie sie beispielsweise bei Druckprodukten 2 mit oder ohne Beilagen 23 entstehen.
Der Andrückstössel 46 wird mit dem aus einem um zwei Zahnräder 48 laufenden Riemen
49 bestehenden Riementrieb 45 umlaufend bewegt. Der Riementrieb 45 wird von einem
Antrieb 50 angetrieben, welcher beispielsweise als Servomotor oder auch als Schrittmotor
ausgebildet ist. Alternativ zum Riementrieb 45 kann auch ein Kettenantrieb vorgesehen
sein. In Fig. 4a und Fig. 4b ist der gemeinsam mit dem Riemen 49 um die Zahnräder
48 umlaufende Andrückstössel 46 in einer aktiven und in einer passiven Position gezeigt.
In seiner aktiven Position beaufschlagt der Andrückstössel 46 das Druckprodukt 2 im
Übernahmebereich 8 mit dem auf dieses ausgerichteten Druckstück 47. In seiner passiven
Position befindet sich der Andrückstössel 46 oberhalb des Übernahmebereichs 8 und
das Druckstück 47 ist von diesem weggerichtet. In seiner aktiven Position wird der
Andrückstössel 46 am unteren Trum des Riemens 49 in Wegführrichtung 6a der Wegführeinheit
6 bewegt und in seiner passiven Position am oberen Trum des Riemens 49 entgegen der
Wegführrichtung 6a. Während seines Transports am unteren Trum des Riemens 49 wird
der im Wesentlichen vertikal angeordnete Andrückstössel 46 gegen eine als Kurvenblech
ausgebildete Führungskurve 51 gefahren. Dabei wird das gefederte Druckstück 47 während
der in Wegführrichtung 6a erfolgenden Bewegung des Andrückstössels 46 gleichzeitig
gegen das Druckprodukt 2 gedrückt. Im Bereich der Führungskurve 51 kann das Andrückelement
20 über zusätzliche, nicht dargestellte Führungen verfügen. Das Andrückelement 20
kann zudem über ebenfalls nicht dargestellte Vorrichtungen vertikal verstellbar sein
und somit individuell auf unterschiedliche Produktdicken eingestellt werden. Alternativ
zur fest montierten Führungskurve 51 kann das Andrückelement 20 auch durch Verschiebung
in vertikaler Richtung aktiv zugeschaltet werden, beispielsweise mittels eines Pneumatikzylinders
oder eines Linearmotors.
[0057] Das Andrückelement 20 weist demnach einen mittels des Antriebs 50 mit einer Geschwindigkeit
des zweiten Fördermittels 5 in Wegführrichtung 6a oder entgegen dieser bewegbarer
und mittels der Führungskurve 51 anhebbaren bzw. absenkbaren Andrückstössel 46 auf,
der zunächst die Bewegung des auf der Wurfbahn befindlichen Druckprodukts 2 in Richtung
der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6 unterstützt und
das auf die Aufnahmefläche 9 abgelegte in Wegführrichtung 6a beschleunigte Druckprodukt
2 anschliessend an das zweite Fördermittel 5 andrückt.
[0058] Die mit Unterstützung der Andrückeinheit 17 erfolgende Übergabe des Druckprodukts
2 vom ersten Fördermittel 3 wird nachfolgend genauer erläutert. Das Druckprodukt 2
wird auf seiner Wurfbahn vom hier beispielhaft mechanisch gesteuerten Andrückstössel
46 beaufschlagt und damit die Bewegung des Druckprodukts 2 in Richtung der Aufnahmefläche
9 des Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 5 unterstützt. Dies findet in einem ersten
Bereich 51 a der Führungskurve 51 statt, in welchem sich der Andrückstössel 46 in
Richtung der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 bewegt. In einem zweiten Bereich
51 b der Führungskurve 51 bewegt sich der Andrückstössel 46 parallel zum zweiten Fördermittel
5 und drückt das mitlaufende Druckprodukt 2 während seiner Beschleunigung gegen das
Fördermittel 5. In einem dritten Bereich 51 c der Führungskurve 51 wird der Andrückstössel
46 wieder vom zweiten Fördermittel 5 abgehoben und verlässt damit seine aktive Position.
Die Zahnräder 48 werden beispielsweise mittels der Steuerung 16 und über den Antrieb
50 mit einer derartigen Umlaufgeschwindigkeit betrieben, dass der Andrückstössel 46
im zweiten Bereich 51 b der Führungskurve 51 im Wesentlichen die Geschwindigkeit des
zweiten Fördermittels 5 aufweist. In Wegführrichtung 6a gesehen wird der Andrückstössel
46 beim ersten Kontakt mit der Führungskurve 51 nach unten und somit das Druckprodukt
2 auf das zweite Fördermittel 5 gedrückt, dort in Zuführrichtung 4a abgebremst und
gleichzeitig in Wegführrichtung 6a beschleunigt. Selbstverständlich sind dabei die
Form und die Position der Führungskurve 51 entscheidend für die Bewegung des Andrucksstössels
46. Die Führungskurve 51 kann natürlich auch eine andere als die in Fig. 4b dargestellte
Form haben. Beispielsweise können die Ecken zwischen den vorgängig definierten Bereichen
51 a, 51 b, 51 c rund ausgeführt sein. Auch kann die Länge des Andrückvorgangs über
die Form und die Länge des zweiten Bereichs 51 b der Führungskurve 51 eingestellt
werden. Natürlich kann die Führungskurve 51 zur Anpassung an verschiedene Formate
des Druckprodukts 2 ausgetauscht werden. Je nach Breite bzw. Länge des Druckprodukts
2 kann dabei ein kürzerer oder ein längerer Andrückvorgang zur Verfügung stehen, welcher
über verschiedene Führungskurven 51 angepasst werden kann. Wird alternativ dazu, wie
oben angemerkt, ein aktives Element verwendet, so kann dieses über einen von der Steuerung
16 übermittelten Hoch- bzw. Hinunterfahrbefehl vorzugsweise vertikal verfahren werden,
um den Andrückzeitpunkt und die Andrückdauer einstellen zu können. Die Verwendung
eines aktiven Elements wird im Folgenden anhand der dritten Ausführungsform mit Hilfe
von Fig. 5a und Fig. 5b näher erläutert.
[0059] Fig. 5a zeigt eine perspektivische Ansicht einer dritten Ausführungsform der Erfindung.
Auf dem als einziges Element der Zuführeinheit 4 dargestellten ersten Fördermittel
3 wird ein Druckprodukt 2 in Zuführrichtung 4a transportiert, an die Wegführeinheit
6 abgegeben und auf dieser in Wegführrichtung 6a gefördert. Für die bereits vorgängig
beschriebene Übergabe sowie die Umlenkung des Druckprodukts 2 wird auch bei dieser
Ausführungsform eine modifizierte Andrückeinheit 17 verwendet.
[0060] Das Andrückelement 20 weist ebenfalls einen Andrückstössel 46' auf, welcher über
einen Riementrieb 45' oder alternativ über einen nicht dargestellten Kettenantrieb
angetrieben wird. Ein Riemen 49' und ein Zahnrad 48' des Riementriebs 45' werden mittels
eines Antriebs 52 bewegt, welcher beispielsweise ein Servomotor oder ein Kurbeltrieb
sein kann. Der Andrückstössel 46' ist mit einer Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels
5 auf stangeförmigen Führungselementen 53 in Wegführrichtung 6a oder entgegen dieser
horizontal bewegbar. Zudem ist der Andrückstössel 46' mittels eines Antriebs 54, beispielsweise
eines Linearmotors, eines Servomotors, eines pneumatischen Zylinders oder eines Kurbeltriebs
vertikal bewegbar. Wie in den vorherigen Ausgestaltungsformen unterstützt der Andrückstössel
46' zunächst die Bewegung des Druckprodukts 2 in Richtung der Aufnahmefläche 9 des
Übernahmebereichs 8 der Wegführeinheit 6 und drückt anschliessend das abgelegte Druckprodukt
2 beim Beschleunigen in Wegführrichtung 6a auf das zweite Fördermittel 5. Die Führungselemente
53 dienen auch zur Aufnahme der beim Andrücken des Druckprodukts 2 entstehenden Kräfte.
Es können selbstverständlich andere geeignete Führungselemente 53 zum Einsatz kommen.
[0061] Zu Beginn des Übergabevorgangs wird der Andrückstössel 46' aus einer Ruheposition
heraus abgesenkt, wodurch er das sich auf der Wurfbahn befindliche Druckprodukt 2
beaufschlagt und damit dessen Bewegung in Richtung der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs
8 unterstützt. Dabei führt der Andrückstössel 46' bevorzugt bereits eine Bewegung
in Wegführrichtung 6a aus. Diese Bewegung wird vom Antrieb 52 geregelt und erfolgt
im Wesentlichen mit der Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5. Anschliessend
drückt der Andrückstössel 46' das mitlaufende Druckprodukt 2 gegen das zweite Fördermittel
5. Der Andruckstössel 46' weist eine Spitze 55 auf, die analog dem Druckstück 47 des
Andruckstössels 46' der zweiten Ausführungsform gefedert gelagert ist. Am Ende des
Andrückvorgangs wird das Andrückelement 20 schnellstmöglich zum Stillstand gebracht,
der Andrückstössel 46' angehoben und das Andrückelement 20 in die Ruheposition zurückgebracht.
Dabei kann die Rückkehrgeschwindigkeit des Andrückelements 20 in die Ruheposition
von der Geschwindigkeit während des Andrückvorgangs verschieden, vorzugsweise höher
sein. Sie kann in Abhängigkeit der Produktteilung auf das erste Fördermittel 3 eingestellt
werden. Damit ergibt sich die Anforderung an den Antrieb 52, dass er den Riemen 49
abwechselnd in beide Richtungen drehen muss. Die Synchronisation des Bewegungsablaufs
sowie des damit verbundenen Geschwindigkeitsprofils wird von der Steuerung 16 übernommen.
Auch kann mittels der Steuerung 16 im Rahmen der Dynamik des gewählten Antriebs 52
festgelegt werden, wie schnell der Andrückstössei 46' bei der jeweiligen Bewegung
in Wegführrichtung 6a oder entgegen dieser beschleunigt wird. Die Einstellung der
Länge des Andrückwegs kann individuell über die Steuerung 16 erfolgen.
[0062] Bei allen Ausführungsform können auch zwei oder mehr in Wegführrichtung 6a hintereinander
angeordnete Andrückelemente 20 vorgesehen sein. Ihre Funktionsweise gleicht der in
Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform erläuterten Funktion.
[0063] Fig. 6a zeigt eine perspektivische Ansicht einer vierten Ausführungsform der Erfindung.
Auf dem wiederum als einziges Element der Zuführeinheit 4 dargestellten ersten Fördermittel
3 wird ein Druckprodukt 2 in Zuführrichtung 4a transportiert. Das Druckprodukt 2 wird
an den Übernahmebereich 8 der Wegführeinheit 6 abgegeben und auf deren zweiten Fördermittel
5 in Wegführrichtung 6a bewegt. Für die vorgängig beschriebene Übergabe und die Umlenkung
des Druckprodukts 2 wird auch bei dieser Ausführungsform eine modifizierte Andrückeinheit
17 verwendet, deren Andrückelement 20 in Fig. 6b vergrössert dargestellt ist.
[0064] Zwei Andrückelemente 20 sind an einer stationären und mittels eines Antriebs 56 mit
einer variierbaren Geschwindigkeit drehbaren Scheibe 57 starr befestigt und mit einem
durch Drehung um eine Kurvenscheibe 58 gegenüber der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs
8 anhebbaren sowie absenkbaren Andrückstössel 46" ausgestaltet. Jeweils einer der
Andrückstössel 46" beaufschlagt das Druckprodukt 2 von oben, unterstützt dessen Bewegung
in Richtung der Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 und drückt das abgelegte
Druckprodukt 2 anschliessend sowohl beim Umlenken als auch beim Beschleunigen in Wegführrichtung
6a an die Aufnahmefläche 9 bzw. das zweite Fördermittel 5 an.
[0065] Die Kurvenscheibe 58 ist an einer starren Achse 59 befestigt. Letztere ist an einem
Gleitstück 27a' eines Schlittens 27' angebracht, welches an zwei Führungsstangen 28'
in vertikaler Richtung abgesenkt oder angehoben und über eine Gewindestange 29' mittels
eines Stellrads 21' beaufschlagt werden kann. Die Einstellung kann aber selbstverständlich
auch automatisch mittels eines Motors geschehen. Die Scheibe 57 und damit auch der
Andruckstössel 46" werden ausgehend vom Antrieb 56 über einen Riementrieb 60 oder
auch mittels eines Kettentrieb in einer Drehrichtung 61 angetrieben. Die Andrückstössel
46" sind auf der der Zuführeinheit 4 zugewandten Fläche der Scheibe 57 angebracht.
Gemäss den Fig. 6a und 6b weist die Andrückeinheit 17 zwei Andrückstössel 46" mit
jeweils einem Druckstück 47" auf, welche vom Mittelpunkt der Scheibe 57 entlang einer
Durchmesserlinie angeordnet sind. Natürlich sind auch mehrer als zwei oder auch lediglich
ein einziger Andrückstössel 46" denkbar.
[0066] In den Andruckstösseln 46" ist jeweils ein mit einem Federelement 62 verbundenes
Druckstück 47" angeordnet und derart eingestellt, dass das Druckstück 47" bei der
in Drehrichtung 61 der Scheibe 57 erfolgenden Bewegung des Andruckstössels 46" vor
dem Erreichen des tiefsten Punkts das Druckprodukt 2 zum ersten Mal berührt. Bei seiner
weiteren Bewegung drückt das Druckstück 47" das Druckprodukt 2 solange gegen die Aufnahmefläche
9 des Übernahmebereichs 8, d.h. gegen das zweite Fördermittel 5, bis der Andruckstössel
46" in einem stromabwärtigen Bereich der Scheibe 57 wieder vom Druckprodukt 2 abhebt.
Ab dem ersten Kontakt mit dem Druckprodukt 2 wird das Federelement 62 zunehmend gespannt
und entspannt sich ab dem tiefsten Punkt des Druckstücks 47" bis zu dessen Abheben
(Fig. 6c).
[0067] Die Rotationsgeschwindigkeit der Scheibe 57 ist vorzugsweise variabel. Unter Betrachtung
der vom Andrückstössel 46" beschriebenen Bewegung soll die zur Wegführrichtung 6a
parallele Geschwindigkeitskomponente des Andrückstössels 46" beim ersten Kontakt des
Druckstücks 47" mit dem Druckprodukt 2 vorzugsweise kleiner als die Geschwindigkeit
des zweiten Fördermittels 5 sein. Bei der weiteren Drehung der Scheibe 57 wird deren
Rotationsgeschwindigkeit derart geregelt, dass der Betrag der Geschwindigkeitskomponente
des Andrückstössels 46" stetig bis zur Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5
ansteigt, solange der Andrückstössel 46" auf das Druckprodukt 2 einwirkt. Der Zeitpunkt,
zu dem der Andrückstössel 46" die Geschwindigkeit des zweiten Fördermittels 5 erreicht,
kann je nach Anforderungen variiert werden. Beispielsweise kann die Rotationsgeschwindigkeit
der Scheibe 57 zwischen dem ersten Kontaktpunkt des Druckstücks 47" mit dem Druckprodukt
2 bis zum tiefsten Punkt des Druckstücks 47" beibehalten werden, da der Andrückstössel
46" in diesem Zeitabschnitt durch den Kontakt mit dem Druckprodukt 2 ohnehin in Wegführrichtung
6a beschleunigt wird. Ab dem tiefsten Punkt des Druckstücks 47" bis zu dessen Abheben
wird die Rotationsgeschwindigkeit der Scheibe 57 erhöht, um der Abnahme der Geschwindigkeitskomponente
des Andrückstössels 46" in Wegführrichtung 6a entgegenzuwirken. Dieser zyklische Prozess
wird für jeden ein in den Übernahmebereich 8 gefördertes Druckprodukt 2 beaufschlagenden
Andrückstössel 46" wiederholt. Natürlich sind auch andere als die beschriebenen Gestaltungen
des Verlaufs der Rotationsgeschwindigkeit der Scheibe 57 denkbar. Insbesondere bei
der Verwendung eines einzigen Andrückstössels 46" kann vorgesehen sein, dass dieser
nach dem Abheben vom vorlaufenden Druckprodukt 2 bis zum ersten Kontakt des Druckstücks
47" mit dem nachfolgenden Druckprodukt 2 beschleunigt bzw. gebremst wird, um den anschliessenden
Arbeitsschritt an die Produktteilung auf dem ersten Fördermittel 3 anzupassen.
[0068] Auch bei der zweiten, dritten und vierten Ausführungsform ist die Andrückeinheit
17 an einem Gestell 18 befestigt. An diesem Gestell 18 kann die Ruheposition des jeweiligen
Andrückstössels 46, 46', 46" analog zur ersten Ausführungsform im Wesentlichen parallel
zur Aufnahmefläche 9 des Übernahmebereichs 8 derart eingestellt werden, dass das Druckprodukt
2 beim Absenken des Andrückstössels 46, 46', 46" im Bereich seiner in Wegführrichtung
6a vorlaufenden Kante zumindest annähernd mittig beaufschlagt wird.
[0069] Im Verlauf der Beschreibung der verschiedenen Ausführungsformen der Vorrichtung 1
wurde mehrfach auf die Steuerung 16 hingewiesen. Nachfolgend wird erläutert, wie die
einzelnen Elemente gesteuert werden und welche Entscheidungskriterien bei der Wahl
verschiedener Steueroptionen eine Rolle spielen.
[0070] Je nach Konfiguration der Vorrichtung 1 ist die Steuerung 16 mit dem Antrieb 11 des
ersten Fördermittels 3, dem Antrieb 12 des zweiten Fördermittels 5, mit zumindest
einem Antrieb 19, 40, 50, 52, 54, 56 des jeweiligen Andrückelements 20, mit den Druckrollen
13, der Erkennungseinrichtung 15 und dem Sensor 34 verbunden.
[0071] Eine zentrale Aufgabe der Steuerung 16 ist es, mittels des jeweiligen Antriebs 19,
50, 54, 56 die vertikalen Bewegungen des Andrückelements 20, d.h. dessen Absenken
gegen die Aufnahmefläche 9 oder gegen ein in Richtung der Aufnahmefläche 9 bewegtes
Druckprodukt 2 des Einzelstroms sowie dessen Anheben von der Aufnahmefläche 9 oder
von einem auf dieser befindlichen Druckprodukt 2 mit der Produktteilung des über das
erste Fördermittel 3 bereitgestellten Einzelstroms von Druckprodukten 2 zu synchronisieren.
Dies geschieht, indem der Zeitpunkt des Absenkens und/oder Anhebens des Andrückelements
20 abhängig von der Produktteilung dynamisch angepasst wird, wie nachfolgend anhand
der ersten Ausführungsform der Erfindung erläutert. Dabei werden zwei aufeinander
folgende Druckprodukte 2 betrachtet, wobei zum Beginn der Betrachtung das erste Druckprodukt
2 in den Übergabebereich 7 der Zuführeinheit 4 eintritt. Folgende Schritte sind zur
Synchronisierung vorgesehen:
- a) Zunächst registriert die als Lichtschranke ausgebildete Erkennungseinrichtung 15
den Eintritt eines ersten Druckprodukts 2 in ihren Wirkungsbereich. Dabei wird der
Zeitpunkt der Unterbrechung eines zwischen einer Lichtquelle und einem Empfänger der
Erkennungseinrichtung 15 vorhandenen Lichtstrahls durch die vorlaufende Kante des
Druckprodukts 2 festgehalten und ein entsprechendes erstes Signal an die Steuerung
16 weitergeleitet. Sobald der Lichtstrahl nicht mehr unterbrochen ist, übermittelt
die Erkennungseinrichtung 15 ein den Zeitpunkt der Ankunft der hinteren Kante desselben
Druckprodukts 2 betreffendes zweites Signal an die Steuerung 16. Nachdem sie zudem
auch die Geschwindigkeit des ersten Fördermittels 3 kennt, ermittelt die Steuerung
16 das entsprechende Format des Druckprodukts 2.
- b) Nach Erhalt des zweiten Signals der Erkennungseinrichtung 15, sendet die Steuerung
16 dem Antrieb 19 des Andrückelements 20 ein Signal zum Absenken. In Folge dessen
wird die Andrückrolle 22 aus ihrer oberhalb des Übernahmebereichs 8 befindlichen Ruheposition
abgesenkt, wodurch das sich mittlerweile auf seiner Wurfbahn befindliche Druckprodukt
2 von oben entsprechend beaufschlagt wird.
- c) Sobald die Erkennungseinrichtung 15 die vorlaufende Kante des dem ersten Druckprodukt
2 nachfolgenden Druckprodukts 2 detektiert hat, sendet sie ein entsprechendes weiteres
Signal an die Steuerung 16. Diese berechnet tatsächliche Produktteilung und vergleicht
sie mit der Soll-Produktteilung. Liegt der auf diese Weise ermittelte Abstand zum
nachfolgenden Druckprodukt 2 unter einem zuvor festgelegten Grenzwert, sendet die
Steuerung 16 dem Antrieb 19 des Andrückelements 20 ein Signal zum Anheben. In Folge
dessen wird die Andrückrolle 22 aus ihrer auf dem vorlaufenden Druckprodukt befindlichen
Arbeitsposition vorzeitig in die Ruheposition angehoben, wodurch eine Kollision des
Andrückelements 20 mit dem nachfolgenden Druckprodukt 2 vermieden werden kann.
[0072] Das beschriebene Steuerungsverfahren kann ebenfalls bei den anderen Ausführungsformen
der Erfindung angewendet werden. Werden in der vierten Ausführungsform jedoch mehrere
Andrückstössel 46" verwendet, müssen diese derart in Drehrichtung 61 bewegt werden,
dass das jeweils nachfolgende Druckprodukt 2 nicht behindert wird. Gegebenenfalls
muss die Scheibe 57 dazu kurzzeitig angehalten werden.
[0073] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuerung 16 mit dem Antrieb 12 des
zweiten Fördermittels 5 verbunden. Dabei ist die Transportgeschwindigkeit des zweiten
Fördermittels 5 derart einstellbar, dass mit den umgelenkten Druckprodukten 2 wahlweise
ein Schuppenstrom oder ein Einzelstrom gebildet werden kann. Ist die Transportgeschwindigkeit
des zweiten Fördermittels 5 geringer als die des ersten Fördermittels 3, kann auf
dem zweiten Fördermittel 5 ein Schuppenstrom gebildet werden. Durch eine entsprechende
Feineinstellung der Transportgeschwindigkeiten der Fördermittel 3, 5 ist auch der
Schuppenabstand einstellbar. Wird die Transportgeschwindigkeit des zweiten Fördermittels
5 grösser als die des ersten Fördermittels 3 gewählt, so entsteht ein Einzelstrom
von Druckprodukten 2. Je grösser dabei die Geschwindigkeitsdifferenz ist, desto grösser
ist die Produktteilung auf dem zweiten Fördermittel 5. Diese Einstellmöglichkeit hat
den Vorteil, dass die Vorrichtung 1 den Einzelstrom für eine nachfolgende Verarbeitungsmaschine
gleichzeitig mit der Umlenkung auch hinsichtlich seines Formats anpassen kann, wodurch
zwei Prozessschritte in einem einzigen zusammengefasst werden.
[0074] Obwohl vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung gezeigt und beschrieben werden,
ist die Erfindung nicht auf diese beschränkt, sondern sie kann im Rahmen des Geltungsbereiches
der folgenden Ansprüche auf andere Weise ausgeführt und angewendet werden.
1. Vorrichtung zum Übergeben von Druckprodukten (2) eines Einzelstroms von einer Zuführeinheit
(4) an eine Wegführeinheit (6), mit welcher die Druckprodukte (2) aus einer Zuführrichtung
(4a) in eine Wegführrichtung (6a) umgelenkt werden, wobei die Zuführeinheit (4) ein
erstes Fördermittel (3) sowie einen Übergabebereich (7) und die Wegführeinheit (6)
einen Übernahmebereich (8) mit einer Aufnahmefläche (9) für die Druckprodukte (2)
aufweist, und wobei der Übergabebereich (7) höher als der Übernahmebereich (8) angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wegführeinheit (6) ein zumindest die Aufnahmefläche (9) bildendes zweites Fördermittel
(5) aufweist, oberhalb der Aufnahmefläche (9) zumindest ein Andrückelement (20) angeordnet
und gegen die Aufnahmefläche (9) oder gegen ein in Richtung der Aufnahmefläche (9)
bewegtes Druckprodukt (2) des Einzelstroms absenkbar sowie von der Aufnahmefläche
(9) oder von einem auf dieser befindlichen Druckprodukt (2) anhebbar ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Fördermittel (3) eine gedachte, parallel zur Zuführrichtung (4a) verlaufende
Mittellinie (3a) aufweist, das zweite Fördermittel (5) eine gedachte, parallel zur
Wegführrichtung (6a) verlaufende Mittellinie (5a) aufweist, eine erste vertikale Ebene
durch die Mittellinie (3a) des ersten Fördermittels (3) sowie eine zweite vertikale
Ebene durch die Mittellinie (5a) des zweiten Fördermittels (3) eine gemeinsame Schnittlinie
(20a) besitzen und das Andrückelement (20) zumindest annähernd im Bereich der Schnittlinie
(20a) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (20) höhenverstellbar ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb (11) für das erste Fördermittel (3), ein Antrieb (12) für das zweite
Fördermittel (5), zumindest ein Antrieb (19, 50, 54, 56) für das Andrückelement (20),
eine Erkennungseinrichtung (15) zum Detektieren eines in der Zuführeinheit (4) transportierten
Druckprodukts (2) sowie eine Steuerung (16) angeordnet sind, wobei die Steuerung (16)
mit den Antrieben (11, 12, 19, 50, 54, 56) und mit der Erkennungseinrichtung (15)
verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (20) zumindest eine in Wegführrichtung (6a) drehbare Andrückrolle
(22) aufweist, an seinem Antrieb (19) befestigt und gemeinsam mit diesem absenkbar
sowie anhebbar in einer Andrückeinheit (17) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (19) mit einem ersten, absenkbaren sowie anhebbaren Schlitten (27) verbunden
ist, wobei der erste Schlitten (27) auf einem zweiten Schlitten (30) in und entgegen
der Zuführrichtung (4a) verschiebbar angeordnet ist, wobei der zweite Schlitten (30)
auf einem dritten Schlitten (32) in und entgegen der Wegführrichtung (6a) verschiebbar
an einem Gestell (18) der Andrückeinheit (17) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiterer Antrieb (40) angeordnet und mit einer Achse (35) der Andrückrolle (22)
verbunden ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (20) zumindest einen mit dem Antrieb (50) mit einer Geschwindigkeit
des zweiten Fördermittels (5) in Wegführrichtung (6a) oder entgegen der Wegführrichtung
(6a) bewegbar verbundenen Andrückstössel (46) sowie eine Führungskurve (51) zum Absenken
sowie Anheben des Andrückstössels (46) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (20) zumindest einen mit dem Antrieb (54) absenkbaren sowie anhebbaren
Andrückstössel (46') aufweist und mit einem Antrieb (52) auf Führungselementen (53)
der Wegführeinheit (6) in oder entgegen der Wegführrichtung (6a) bewegbar verbunden
ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch einem der Ansprüche 5, 6 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (19, 54) für das Andrückelement (20) als Linearmotor mit einem festen
oder mit einem variablen Hub ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (20) eine mit dem Antrieb (56) verbundene, stationäre und mit
einer variablen Rotationsgeschwindigkeit drehbare Scheibe (57) sowie zumindest einen
an der Scheibe (57) starr befestigten und durch Drehung der Scheibe (57) gegenüber
der Aufnahmefläche (9) des Übernahmebereichs (8) absenkbaren sowie anhebbaren Andrückstössel
(46") aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zumindest einen Andrückstössels (46") ein mit einem Federelement (62) verbundenes
Druckstück (47") angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Andrückelemente (20) in Wegführrichtung (6a) hintereinander angeordnet
sind.
14. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Übergabebereich (7) der Zuführeinheit (4) zumindest eine Druckrolle (13) zur Beaufschlagung
der Druckprodukte (2) angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer dem Übergabebereich (7) der Zuführeinheit (4) gegenüberliegenden Seite
der Wegführeinheit (6) eine Ausschleuseinheit (43) für Druckprodukte (2) angeordnet
ist.
16. Verfahren zum Übergeben von Druckprodukten (2) eines Einzelstroms von einer Zuführeinheit
(4) an eine Wegführeinheit (6), bei dem die Druckprodukte (2) von einem Übergabebereich
(7) der Zuführeinheit (4) an eine unterhalb des Übergabebereichs (7) angeordnete Aufnahmefläche
(9) eines Übernahmebereichs (8) der Wegführeinheit (6) übergeben und aus einer Zuführrichtung
(4a) in eine Wegführrichtung (6a) umgelenkt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckprodukte (2) bereits während der Übergabe in Zuführrichtung (4a) abgebremst
und während der Umlenkung an die Aufnahmefläche (9) angedrückt und in Wegführrichtung
(6a) beschleunigt werden.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die an die Wegführeinheit (6) übergebenen Druckprodukte (2) kontinuierlich aus der
Zuführrichtung (4a) in die Wegführrichtung (6a) umgelenkt werden.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass während der Übergabe eines Druckprodukts (2) ein Andrückelement (20) aus einer oberhalb
der Aufnahmefläche (9) des Übernahmebereichs (8) befindlichen Ruheposition abgesenkt
wird, dabei das Druckprodukt (2) von oben beaufschlagt und in Zuführrichtung (4a)
abgebremst sowie dessen Bewegung in Richtung der Aufnahmefläche (9) unterstützt, das
auf der Aufnahmefläche (9) abgelegte Druckprodukt (2) während seiner Umlenkung an
die Aufnahmefläche (9) angedrückt und in Wegführrichtung (6a) beschleunigt und schliesslich
das Andrückelement (20) vom Druckprodukt (2) angehoben wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Ruheposition des Andrückelements (20) abhängig von einem Format des Druckprodukts
(2) im Wesentlichen parallel zur Aufnahmefläche (9) des Übernahmebereichs (8) derart
eingestellt wird, dass das Druckprodukt (2) beim Absenken des Andrückelements (20)
im Bereich einer in Wegführrichtung (6a) vorlaufenden Kante zumindest annähernd mittig
beaufschlagt wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Absenken und/oder Anheben des Andrückelements (20) mit einer Produktteilung der
auf dem Übergabebereich (7) der Zuführeinheit (4) geförderten Druckprodukte (2) durch
dynamisches Anpassen eines Absenk-und/oder Anhebezeitpunkts in Abhängigkeit von der
Produktteilung synchronisiert wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Wegführeinheit (6) ein zumindest die Aufnahmefläche (9) bildendes zweites Fördermittel
(5) aufweist, wobei eine Transportgeschwindigkeit des zweiten Fördermittels (5) derart
eingestellt wird, dass mit den umgelenkten Druckprodukten (2) wahlweise ein Schuppenstrom
oder ein Einzelstrom gebildet wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beschleunigungszeit und/oder ein Beschleunigungsweg des auf der Wegführeinheit
(6) transportierten Druckprodukts (2) erfasst und das Andrückelement (20) nach einer
Soll-Beschleunigungszeit und/oder einem Soll-Beschleunigungsweg des Druckprodukts
(2) angehoben wird.