[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen von Ampullen umfassend einen Außenbehälter,
in dem eine geschlossene Ampulle mit einem Ampullenkörper und einem Ampullenkopf angeordnet
ist, und umfassend einen Hohlraum im Bereich des Ampullenkopfs, wobei der Hohlraum
zumindest eine Öffnung und eine Verbindung zur Ampulle umfasst.
[0002] Damit stellt die Erfindung eine robuste Vorrichtung zur Lagerung und zum Öffnen von
Monomerampullen von Vakuumzementiersystemen für Polymethylmethacrylat-Knochenzemente
bereit, die mit Zementpulver und Monomerflüssigkeit vorgefüllt sind und als Full-Prepack-Vakuumzementiersysteme
dem medizinischen Anwender zur Verfügung gestellt werden.
[0003] PMMA-Knochenzemente sind seit Jahrzehnten bekannt und gehen auf die grundlegenden
Arbeiten von Sir Charnley zurück (
Charnley, J.: Anchorage of the femoral head prosthesis of the shaft of the femur.
J. Bone Joint Surg. 42 (1960) 28-30.). Der Grundaufbau der PMMA-Knochenzemente ist seit dem prinzipiell gleich geblieben.
PMMA-Knochenzemente bestehen aus einer flüssigen Monomerkomponente und einer Pulverkomponente.
Die Monomerkomponente enthält im Allgemeinen das Monomer Methylmethacrylat und einen
darin gelösten Aktivator (N,N-Dimethyl-p-toluidin). Die Pulverkomponente besteht aus
einem oder mehreren Polymeren, die auf Basis von Methylmethacrylat und Comonomeren,
wie Styren, Methylacrylat oder ähnlichen Monomeren durch Polymerisation, vorzugsweise
Suspensionspolymerisation, hergestellt sind, einem Röntgenopaker und dem Initiator
Dibenzoylperoxid. Beim Vermischen der Pulverkomponente mit der Monomerkomponente entsteht
durch Quellung der Polymere der Pulverkomponente im Methylmethacrylat ein plastisch
verformbarer Teig. Bei dem Vermischen der Pulverkomponente mit der Monomerkomponente
reagiert der Aktivator N,N-Dimethyl-p-Toluidin mit Dibenzoylperoxid unter Bildung
von Radikalen. Die gebildeten Radikale initiieren die radikalische Polymerisation
des Methylmethacrylates. Mit fortschreitender Polymerisation des Methylmethacrylates
erhöht sich die Viskosität des Zementteigs bis dieser erstarrt.
[0004] Polymethylmethacrylat-Knochenzemente können in geeigneten Mischbechern mit Hilfe
von Spateln durch Vermischen des Zementpulvers mit der Monomerflüssigkeit vermischt
werden. Nachteilig ist an dieser Vorgehensweise, dass Lufteinschlüsse im gebildeten
Zementteig vorhanden sein können, die später eine Destabilisierung des Knochenzementes
verursachen können. Aus diesem Grund wird das Vermischen von Knochenzementpulver mit
der Monomerflüssigkeit in Vakuummischsystemen bevorzugt, weil durch Mischen im Vakuum
Lufteinschlüsse aus dem Zementteig weitgehend entfernt werden und damit eine optimale
Zementqualität erreicht wird (
Breusch SJ et al.: Der Stand der Zementiertechnik in Deutschland. Z Orthop. 1999,
137: 101-07). Im Vakuum gemischte Knochenzemente haben eine deutlich verringerte Porosität und
zeigen daher verbesserte mechanische Eigenschaften. Es wurden eine Vielzahl von Vakuumzementiersystemen
offen gelegt, von denen exemplarisch folgende genannt sind:
US 5,624,184,
US 4,671,263,
US 4,973,168,
US 5,100,241,
WO 99/67015 A1,
EP 1 020 167 A2,
US 5,586,821,
EP 1 016 452 A2,
DE 36 40 279 A1,
WO 94/26403 A1,
EP 0 692 229 A1,
EP 1 005 901 A2,
US 5,344,232.
[0005] Eine Weiterentwicklung stellen Zementiersysteme dar, in denen sowohl das Zementpulver
als auch die Monomerflüssigkeit bereits in separaten Kompartimenten der Mischsysteme
verpackt sind und erst unmittelbar vor der Zementapplikation im Zementiersystem miteinander
vermischt werden (
US 5,997,544,
EP 0 692 229 A1,
US 6,709,149 B1). Problematisch ist bei diesen Systemen die Überführung der Monomerflüssigkeit in
das Zementpulver und die vollständige Vermischung dieser beiden Komponenten, damit
eine homogener Zementteig erhalten wird, der insbesondere keine Nester an nicht von
der Monomerflüssigkeit benetzten Zementpulver enthalten darf. Bei dem gegenwärtig
in Europa auf dem Markt befindlichen Full-Prepack-Mischsystem Optipac™ (Biomet Switzerland)
wird durch einfache Röhren, die seitlich im unteren Teil der Kartusche angebracht
sind, welche die Kartuschenwand durchstoßen, die Monomerflüssigkeit ungefähr in der
Mitte des Zementpulvers durch Einwirkung von Vakuum aus Aluminiumverbundbeuteln in
das Zementpulver eingesaugt.
[0006] Aluminiumverbundbeutel sind für die Verpackung und Lagerung von Monomerflüssigkeit
erst seit wenigen Jahren bekannt. Sehr gute Erfahrungen hinsichtlich der Lagerfähigkeit
von Monomerflüssigkeit liegen mit Glasampullen vor. Glasampullen werden seit Jahrzehnten
für konventionelle Polymethylmethacrylat-Knochenzemente mit gutem Erfolg eingesetzt.
Glasampullen haben neben der perfekten Dichtigkeit auch den Vorteil, dass sie in großen
Stückzahlen zu niedrigen Preisen gefertigt werden können. Daher ist es sinnvoll, Glasampullen
zur Verpackung und Lagerung von Monomerflüssigkeit in Prepack-Vakuumzementiersystemen
einzusetzen.
[0007] In der
DE 195 32 015 A1 ist eine Vorrichtung zum Mischen und Ausbringen von Mehrkomponentenprodukten beschrieben.
Dabei wird eine Vorrichtung zum Öffnen von Ampullen vorgeschlagen, die darauf beruht,
dass an der Außenseite der Zementkartusche eine Lagerbuchse ausgebildet ist, um die
sich drehbar ein Ampullenhalter bewegen kann. Der Kopf der Ampulle befindet sich im
Inneren der Lagerbuchse. Bei der Drehung des Ampullenhalters um die Lagerbuchse wird
der Ampullenkopf vom Ampullenkörper abgeschert. Dann kann die Flüssigkeit aus der
Ampulle in die Kartusche durch eine Öffnung in der Kartuschenwand überführt werden.
[0008] In der
WO 97/18031 A1 wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, bei der eine Ampulle am Boden durchstoßen wird
und die Monomerflüssigkeit danach durch den hohlen Mischstab in die Zementkartusche
fließen kann.
[0009] Ein System zum Öffnen von Ampullen bei Zementiersystemen wird in der
EP 1 031 333 A1 offen gelegt. Bei diesem System wird durch eine Bewegung des Mischstabs gegen eine
keilförmige Vorrichtung im Kartuschenkopf der Ampullenkopf schräg gegen die Ampullenachse
bewegt, wobei der Ampullenkopf vom Ampullenkörper abgeschert wird. Problematisch sind
hierbei der relativ komplexe Aufbau der Öffnungsvorrichtung und die Gefahr des Verklemmens
der keilförmigen Vorrichtung.
[0010] In der
WO 2010/012114 A1 ist eine Vorrichtung zum Öffnen von Ampullen beschrieben. Dabei handelt es sich analog
zur
DE 195 32 015 A1 um einen Drehmechanismus zum Abscheren des Ampullenkopfs. Der einzige Unterschied
zur
DE 195 32 015 A1 besteht darin, dass eine Drehbuchse gegen den Ampullenhalter bewegt wird und nicht
wie bei der
DE 195 32 015 A1 der Ampullenhalter gegen die Drehbuchse.
[0011] Der wesentliche Nachteil der in den zitierten Offenlegungsschriften dargestellten
Öffnungsvorrichtungen besteht darin, dass bewegte mechanische Teile notwendig sind,
die verklemmen können und deren Fertigung hinsichtlich der Fertigungstoleranzen relativ
hohen Ansprüchen genügen müssen, um eine Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.
[0012] Aus der
EP 0 079 983 A1 ist eine gattungsgemäße Öffnungsvorrichtung bekannt, bei der eine Glasampulle in
einem druckfesten Außenbehälter gelagert ist und der Kopf der Glasampulle durch die
Bewegung eines in den Außenbehälter greifenden Sicherheitsventils abgeschert werden
kann. Dazu umfasst das Sicherheitsventil eine elastische Dichtungsmanschette und einen
topfartigen Unterteil, der in den Kopf der Ampulle greift, um diese zuverlässig abscheren
zu können. Zusätzlich umfasst das Sicherheitsventil an seinem Auslasskanal Handhaben,
wie zum Beispiel eine Schraubenfeder, zur Betätigung des Sicherheitsventils.
[0013] Obwohl das Öffnen der Ampulle durch diesen Aufbau sehr einfach ist, ist der komplexe
Aufbau des Sicherheitsventils mit der Vielzahl an Einzelkomponenten nachteilig. Zum
einen führt dies zu erhöhten Kosten bei der Fertigung einer solchen Öffnungsvorrichtung,
zum anderen kann bei der Fertigung der Öffnungsvorrichtung die Ampulle versehentlich
geöffnet werden.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung ist die Entwicklung einer robusten, möglichst einfachen
Vorrichtung zur Lagerung und zum Öffnen von Monomerampullen von Vakuumzementiersystemen
für Polymethylmethacrylat-Knochenzemente, die bereits mit Zementpulver und Monomerflüssigkeit
vorgefüllt sind und als Prepac-Vakuumzementiersysteme dem medizinischen Anwender zur
Verfügung gestellt werden können. Die Vorrichtung soll aus einer minimalen Anzahl
von Teilen bestehen und kostengünstig zu fertigen sein. Die Fertigung soll zudem zuverlässig
ohne die Gefahr der Zerstörung der Ampullen möglich sein. Vom Anwender ohne spezielle
Vorkenntnisse muss die Vorrichtung schnell und sicher zur Öffnung von Monomerampullen
eingesetzt den können. Es darf bei der Vorrichtung keine Verklemmung während des Öffnens
der Ampulle möglich sein.
[0015] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Ampullenkopf zumindest bereichsweise
in der Verbindung des Hohlraums zur Ampulle angeordnet ist und die Wände des Außenbehälters
wenigstens einen verformbaren Bereich umfassen oder komplett aus einem verformbaren
Material bestehen, wodurch ein Verkippen der Ampulle gegen die Verbindung ermöglicht
ist, und der Durchmesser der Verbindung derart an die Abmessungen des Ampullenkopfs
angepasst ist, dass der Ampullenkopf bei einem Verkippen der Ampulle gegen die Verbindung
zerbrechbar oder vom Ampullenkörper abbrechbar ist.
[0016] Dabei kann vorgesehen sein, dass der verformbare Bereich den gesamten Umfang des
Außenbehälters umschließt.
[0017] Auch kann vorgesehen sein, dass der Innendurchmesser der Verbindung gleich groß oder
größer, vorzugsweise 0,5 - 1,5 mm größer und insbesondere 1 mm größer, als der Außendurchmesser
des Ampullenkopfs ist.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich, wenn die Höhe'und
der Querschnitt des Hohlraums mindestens so groß wie die Höhe des Ampullenkopfs bis
zur Bruchkante der Ampulle sind.
[0019] Es ist auch vorteilhaft, wenn am Boden des Hohlraums über der Öffnung ein Filter
und/oder ein Sieb angeordnet ist.
[0020] Ferner kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung durch Anlegen von Vakuum bis 90
mbar Unterdruck nicht visuell erkennbar deformierbar ist.
[0021] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Außenbehälter
an einem Hohlkörper befestigt ist, in dem der Hohlraum ausgebildet ist, wobei der
Hohlkörper die Öffnung umfasst und aus einem festen nicht mit Hand verformbaren Material
besteht.
[0022] Dabei kann vorgesehen sein, dass der insbesondere zylindrische Hohlkörper auf der
Oberseite durch eine Ampullenauflage begrenzt ist, in der die Verbindung angeordnet
ist.
[0023] Ferner kann vorgesehen sein, dass der Außenbehälter kraftschlüssig und/oder formschlüssig,
insbesondere mit einem Gewinde und/oder einer Schnappung, am Hohlkörper befestigt
ist.
[0024] Für erfindungsgemäße Vorrichtungen wird auch vorgeschlagen, dass die Ampulle an der
Verbindung des Ampullenkörpers zum Ampullenkopf eine Sollbruchstelle aufweist.
[0025] Bevorzugt ist auch, dass der Außenbehälter aus gummielastischem Kunststoff ausgebildet
ist und/oder dass der Außenbehälter zumindest in einem Bereich balgartig ausgeformt
ist.
[0026] Um die Fertigung weiter zu vereinfachen kann ferner vorgesehen sein, dass der Außenbehälter,
die Ampulle und/oder die Verbindung rotationssymmetrisch, insbesondere zylindrisch
sind. Eine weitere, besonders einfache Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
der Außenbehälter ein beidseitig offener Zylindermantel, insbesondere ein Schrumpfschlauch,
ist, der die Ampulle und den Hohlkörper gasdicht miteinander verbindet.
[0027] Mit der Erfindung wird zudem ein Kartuschensystem umfassend eine Vorrichtung nach
einem der vorangehenden Ansprüche und eine Zementkartusche, die mit der Öffnung über
eine Leitung verbunden ist, vorgeschlagen.
[0028] Dabei kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung und die Zementkartusche an einem
Fußteil angeordnet sind und die Vorrichtung derart auf dem Fußteil befestigt ist,
dass Flüssigkeit aufgrund der Schwerkraft und/oder aufgrund eines Differenzdrucks
aus der geöffneten Ampulle durch den Hohlraum und die Öffnung in die Leitung im Fußteil
fließt.
[0029] Der Erfindung liegt also die überraschende Erkenntnis zugrunde, dass ein beweglicher
Außenbehälter dazu genutzt werden kann, um eine darin gelagerte Ampulle zu öffnen,
wenn der Ampullenkopf gegen die Bewegung des Außenbehälters fixiert ist. Dadurch wird
auf einfachste Weise erreicht, dass der der Ampullenkörper gegen den Ampullenkopf
bewegt werden kann, wodurch der Ampullenkopf zerbricht oder vom Ampullenkörper abbricht.
[0030] In ihrer einfachsten Ausgestaltung steckt eine Ampulle mit dem Ampullenkopf lose
in einer Halterung mit einer zylindrischen Bohrung unter der sich ein größerer Hohlraum
mit einem Loch befindet. Ein flexibler Außenbehälter wird über die Ampulle und die
Halterung gestülpt und zumindest an der Halterung gasdicht fixiert. Die dichte Fixierung
an der Halterung reicht aus, wenn der flexible Außenbehälter ein einseitig geschlossener
Hohlzylinder ist. Ist der Außenbehälter ein beidseitig offener Zylinder, wie beispielsweise
ein Schrumpfschlauch, muss auch eine dichte Fixierung des Außenbehälters an der Ampulle
vorgesehen sein.
[0031] Der Aufbau ist dadurch besonders einfach und kostengünstig zu realisieren. Gleichzeitig
ist die Bedienung aber einfach und sicher. Auch in schwierigen Umständen, wie bei
chirurgischen Operationen, ist die Anwendung einfach und auch von ungelerntem Hilfspersonal
ohne weiteres möglich.
[0032] Um ein ungewolltes umknicken und damit eine unerwünschte Öffnung der Ampulle zu verhindern,
kann vorgesehen sein, dass eine steife Hülse über den flexiblen Bereich der Außenhülle
angeordnet ist.
[0033] Diese Hülse verhindert ein Verkippen der Ampulle und muss vor der Benutzung abgezogen
werden.
[0034] Die Fixierung des Ampullenkopfs kann fest mit einem Kartuschensystem verbunden sein,
so dass ein Anwender des Kartuschensystems, der dieses in einer Hand hält, die Ampulle
leicht mit der anderen Hand durch Verkippen des Außenbehälters, beziehungsweise der
Ampulle öffnen kann. Dadurch wird das gesamte Kartuschensystem einsatzbereit.
[0035] Als Hohlraum im Sinne der vorliegenden Erfindung ist auch eine einfache Leitung zu
verstehen, die nicht notwendig groß genug sein muss, um den abgebrochenen Ampullenkopf
aufzunehmen. Der Übergang vom Hohlraum zur Öffnung kann dann nicht mehr unterschieden
werden. Auch der Übergang von der Verbindung zum Hohlraum kann stufenlos sein. Es
muss lediglich darauf geachtet werden, dass der abgebrochene Ampullenkopf das Auslaufen
des Inhalts der Ampulle nicht vollständig verhindert. Ein Hohlraum, der ausreichend
dimensioniert ist, um den Ampullenkopf aufzunehmen, oder der sogar dazu geeignet ist,
eine Drehung des abgebrochenen Ampullenkopfs im Hohlraum zu ermöglichen, ist jedoch
besonders vorteilhaft, da dann auch der flüssige Inhalt des abgebrochenen Ampullenkopfs
ausströmen kann und so zur weiteren Verwendung nutzbar ist.
[0036] Die Verbindung dient hauptsächlich der Fixierung des Ampullenkopfs gegen eine Kippbewegung
der Ampulle. Zudem soll eine Fluidverbindung zum Hohlraum, beziehungsweise zu der
Öffnung und der gegebenenfalls angeschlossenen Leitung hergestellt werden.
[0037] Über die Öffnung kann auch ein Unterdruck im Hohlraum und im Inneren des Außenbehälters
erzeugt werden. Dadurch kann der Inhalt der Ampulle auch durch die Öffnung gesaugt,
beziehungsweise genauer durch den höheren Druck in der Ampulle oder von außen gedrückt
werden. Zudem kann bei geeigneter Stellung der Vorrichtung auch die Schwerkraft genutzt
werden, um den Inhalt der Ampulle durch die Verbindung, den Hohlraum und die Öffnung
fließen zu lassen.
[0038] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von vier schematisch
dargestellten Zeichnungen erläutert. Dabei zeigt:
- Figur 1:
- eine schematische Querschnittansicht in Längsrichtung einer erfindungsgemäßen Vor-
richtung mit verschlossener Ampulle;
- Figur 2:
- eine schematische Querschnittansicht in Längsrichtung einer alternativen erfindungs-
gemäßen Vorrichtung mit geöffneter Ampulle;
- Figur 3:
- eine schematische Querschnittansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach Figur
2 mit herabgefallenem Ampullenkopf; und
- Figur 4:
- eine schematische Querschnittansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, in einem
erfindungsgemäßen Kartuschensystem.
[0039] Figur 1 zeigt eine schematisch dargestellte Querschnittansicht einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit einer Verbindung (1), in der ein Ampullenkopf (2) angeordnet ist,
wobei die Verbindung (1) einen Hohlraum (3) mit einem Bereich verbindet, in dem eine
Ampulle (4) angeordnet ist. Die Ampulle (4) kann beispielsweise aus Glas, Keramik
oder einem anderen Material bestehen. Auf der der Verbindung (1) gegenüberliegenden
Seite des Hohlraums (3) ist eine Öffnung (5) vorgesehen. Die Verbindung (1) ist beispielsweise
eine zylindrische Bohrung in einer Ampullenauflage (6). Die Ampullenauflage (6) ist
Teil eines zylindrischen Hohlkörpers, in dessen Bodenfläche sich die Öffnung (5) befindet.
Um die Ampulle (4) und den zylindrischen Hohlkörper herum ist ein Außenbehälter (7)
angeordnet. Der Außenbehälter (7) ist über ein Gewinde (8) mit dem zylindrischen Hohlkörper,
beziehungsweise mit der Ampullenauflage (6) verbunden. Dazu ist am zylindrischen Hohlkörper
ein Außengewinde (8) und am Außenbehälter (7) ein Innengewinde vorgesehen.
[0040] Die Außenbehälter (7) ist als einseitig geschlossener zylindrischer Hohlkörper ausgebildet,
der aus einem flexiblen Material, wie beispielsweise Gummi, besteht. Der zylindrische
Hohlkörper mit der Ampullenauflage (6) besteht dagegen aus einem steifen, festen Material,
wie beispielsweise Kunststoff. Die Ampulle (4) ist kopfüber in der Vorrichtung angeordnet,
so dass ein flüssiger Inhalt der Ampulle (4) aus dieser heraus läuft, wenn der Ampullenkopf
(2) abgebrochen wird.
[0041] Der Anwender einer solchen Vorrichtung kann die Ampulle (4) öffnen, indem er den
oberen Bereich des Außenbehälters (7) gegen die Ampullenauflage (6) kippt beziehungsweise
verbiegt. Da der Ampullenkopf (2) nicht aus der Verbindung (1) heraus gekippt werden
kann, bleibt er in der Verbindung (1) stecken und bricht schließlich ab oder zerbricht
ganz. Dazu kann an der Verbindung vom Ampullenkopf (2) zum Ampullenkörper eine Sollbruchstelle
vorgesehen sein, in der beispielsweise das Material, aus dem die Ampulle (4) gefertigt
ist, besonders dünn oder angeritzt ist. Der abgebrochene Ampullenkopf (2) fällt in
den Hohlraum (3). Idealerweise ist der Ampullenkopf (2) derart geformt und gewichtet,
dass er sich beim abfallen dreht, so dass der Inhalt des Ampullenkopfs (2) aus diesem
heraus laufen kann.
[0042] Gleichzeitig ergießt sich auch der Inhalt der Ampulle (4) in den Hohlraum (3), da
der Hohlraum (3) unterhalb der Ampulle (4) angeordnet ist. Anschließend läuft die
Flüssigkeit aus dem Hohlraum (3) durch die Öffnung (5) und steht dem Anwender zur
Verfügung.
[0043] Im vorliegenden Fall dient die Vorrichtung dazu, dass die in der Ampulle (4) enthaltene
Flüssigkeit anschließend mit einem Zement in einer Zementkartusche (nicht gezeigt)
mischbar ist. Dazu kann die Vorrichtung fest mit einem Kartuschensystem (nicht gezeigt)
verbunden sein.
[0044] Figur 2 zeigt eine alternative Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
in schematischer Darstellung. Bei dieser Vorrichtung ist ein Bereich (19) eines Außenbehälters
(17) flexibel, während der Rest des Außenbehälters (17) unflexibel ist. Eine Ampulle
(14) steckt im oberen Teil des Außenbehälters (17). Die gezeigte Vorrichtung wurde
bereits durch eine Krafteinwirkung verformt, die in der Figur von links am oberen
Ende des Außenbehälters (17) angreift. Durch die Verformung ist ein Ampullenkopf (12)
der Ampulle (14) abgebrochen. Der Ampullenkopf (12) konnte der Bewegung der Ampulle
(14) nicht folgen, da er in einer Verbindung (11) von einem Hohlraum (13) zum oberen
Teil des Außenbehälters (17) steckt.
[0045] Die Verbindung (11) ist eine Ausnehmung in einer Ampullenauflage (16), die wiederum
Teil eines Hohlkörper ist, der unterhalb der Ampulle (40) angeordnet ist. Der Hohlkörper
weist eine weitere Öffnung (15) auf. Der Außenbehälter (17) ist mit dem Hohlkörper
über eine Schnappung (18) verbunden.
[0046] Damit der Ampullenkopf (12) nicht schon bei der Fertigung oder beim Transport abbricht,
kann eine steife Hülse (nicht gezeigt) vorgesehen sein, die um den Außenbehälter (17)
herum angeordnet ist. Diese Hülse muss dann vor dem öffnen der Ampulle (14) entfernt
werden. Der flexible Bereich (19) kann aus einem anderen Material bestehen als der
Rest des Außenbehälters (17). Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass sowohl der
flexible Bereich (19) als auch der Außenbehälter (17) aus dem gleichen Material bestehen,
wobei die Stärke des Materials im flexiblen Bereich (19) geringer ist als in den Wänden
des Außenbehälters (17) und dadurch eine bessere Verformbarkeit im flexiblen Bereich
(19) gegeben ist.
[0047] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung der Vorrichtung nach Figur 2, nachdem
der Ampullenkopf (12) nach unten in den Hohlraum (13) gefallen ist. Beim Fallen hat
sich der Ampullenkopf (12) aufgrund seiner Form und Beschaffenheit gedreht, so dass
der Inhalt des Ampullenkopfs (12) aus diesem heraus in den Hohlraum (13) läuft und
schließlich durch die Öffnung (15) aus der Vorrichtung ausläuft. Auch der Inhalt der
Ampulle (14) läuft aus dieser in den Hohlraum (13), wie durch den oberen Pfeil angedeutet.
Anschließend läuft die Flüssigkeit aus der geöffneten Ampulle (14) auch durch die
Öffnung (15) aus dem Hohlraum (13) heraus, wie durch den unteren Pfeil angedeutet.
[0048] Der obere Teil der Vorrichtung (Außenbehälter (17) mit Ampullenkörper) befindet sich
noch immer in Schräglage. Der flexible Bereich (19) hat sich also plastisch verformt.
Ebenso könnte bei elastischer Verformbarkeit des flexiblen Bereichs (19) bei nur kurzzeitiger
Krafteinwirkung der obere Teil aber auch wieder in seine Ausgangsposition (wie bei
dem Ausführungsbeispiel nach Figur 1 gezeigt) zurückkehren und es würde dennoch der
Inhalt der Ampulle (14) auslaufen. Damit der Ampullenkopf (12) nicht in der Verbindung
(11) in der Ampullenauflage (16) stecken bleibt, kann der Innendurchmesser der Verbindung
etwas größer sein, als der Außendurchmesser des Ampullenkopfs (12).
[0049] Eine geeignete Form der Verbindung kann unterstützen, dass sich der abgebrochene
Ampullenkopf (12) im Hohlraum (13) so dreht, dass der Inhalt des Ampullenkopfs (12)
ausläuft. Der Hohlraum (13) muss in Bezug auf den Ampullenkopf (12) ausreichend groß
sein, damit der Ampullenkopf (12) sich im Hohlraum (13) drehen kann. Der Ampullenkopf
(12) kann dazu, im Gegensatz zu den in den Figuren gezeigten Ampullenköpfen, spitz
und länglich geformt sein. Ebenso kann vorgesehen sein, dass der Ampullenkopf (12)
nicht nur an einer, sondern an mehreren Stellen bricht, so dass sich der Inhalt aus
den Scherben des Ampullenkopfs (12) in den Hohlraum (13) ergießt.
[0050] Damit keine Scherben durch die Öffnung (15) austreten, kann oberhalb der Öffnung
(15) im Hohlraum (13) ein Sieb oder ein Filter (nicht gezeigt) angeordnet sein.
[0051] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit
einer ungeöffneten Ampulle (24), die in einem erfindungsgemäßen Kartuschensystem angeordnet
ist.
[0052] Die geschlossene Ampulle (24) ist in im oberen Teil eines Außenbehälters (27) gelagert,
der über ein Gewinde (28) mit einem Hohlkörper verbunden ist, der fest auf einem Fußteil
(50) des Kartuschensystems angeordnet ist. Das Fußteil (50) und der Hohlkörper der
Vorrichtung können auch als ein gemeinsames Formteil, beispielsweise aus Kunststoff
aufgebaut sein.
[0053] In dem Hohlkörper ist ein Hohlraum (23) angeordnet. Ein Ampullenkopf (22) der Ampulle
(24), die kopfüber in der Vorrichtung gelagert ist, ist in einer Verbindung (21) vom
Hohlraum (23) zur Ampulle (24) angeordnet. Die Verbindung (21) erstreckt sich durch
eine Ampullenauflage (26), die den Hohlraum (23) nach oben zur Ampulle (24) hin begrenzt.
Am Boden des Hohlraums (23) ist ein Filter (60) über einer Öffnung (25) angeordnet,
der feste Teile, wie beispielsweise Scherben, von dem flüssigen Inhalt der Ampulle
(24) trennen soll. Der Außenbehälter (27) hat einen, den gesamten Umfang umfassenden
flexiblen Bereich (29), an dem der Außenbehälter (27) verformbar ist. Dadurch ist
es möglich, den Ampullenkopf (22) abzubrechen, indem der obere Bereich des Außenbehälters
(27) mit dem Körper der Ampulle (24) verkippt, beziehungsweise senkrecht zur Symmetrieachse
der Ampulle (24) gedreht wird.
[0054] Die Öffnung (25) ist mit einer Leitung (53) im Fußteil (50) verbunden, die die erfindungsgemäße
Vorrichtung mit einer Zementkartusche (51) verbindet. Die Flüssigkeit aus der Ampulle
(24) kann mit Hilfe eines Unterdrucks durch die Leitung (53) in die Zementkartusche
(51) gefördert werden. Dort mischt sich die Flüssigkeit mit dem Zementpulver und die
Mischung kann mit Hilfe eines Förderkolbens (52) aus der Zementkartusche (51) ausgetrieben
und der Zement so appliziert werden. Die Bewegung des Förderkolbens kann auch durch
Beaufschlagung mit Druckluft erzwungen werden.
[0055] Der flexible Bereich (29) kann auch durch einen Faltenbalg realisiert werden.
[0056] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Lagerung und zum Öffnen von Monomerampullen
von Vakuumzementiersystemen kann also dadurch gekennzeichnet sein, dass eine hohlzylinderförmige
Ampullenauflage (6, 16, 26) eine Verbindung (1, 11, 21) bildet, deren Innendurchmesser
gleich oder größer dem Ampullenkopf (2, 12, 22) ist, dass unterhalb der Ampullenauflage
(6, 16, 26) bzw. der Verbindung (1, 11, 21) ein Hohlraum (3, 13, 23) vorhanden ist,
dessen Höhe mindestens gleich der Länge des Ampullenkopfs (2, 12, 22) bis zur Bruchkante
der Ampulle (4, 14, 24) ist und dessen Querschnitt so groß ist, dass der von der Ampulle
(4, 14, 24) am abgebrochene Ampullenkopf (2, 12, 22) horizontal auf der Unterseite
des Hohlraums (3, 13, 23) liegen kann, dass an der Unterseite des Hohlraums (3, 13,
23) eine Öffnung (5, 15, 25) angeordnet ist, die den Hohlraum (3, 13, 23) mit der
Zementkartusche (51) verbindet, und dass ein in Längsrichtung elastisch verformbarer
als einseitig geschlossener Hohlzylinder ausgebildeter Außenbehälter (7, 17, 27) mit
der Ampullenauflage (6, 16, 26) so verbunden ist, dass sich der Ampullenkopf (2, 12,
22) in der Verbindung (1, 11, 21) über dem Hohlraum (3, 13, 23) in der Ampullenauflage
(6, 16, 26) befindet. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung durch Anlegen
von Vakuum bis 90 mbar Unterdruck nicht visuell erkennbar deformiert wird.
[0057] Der Außenbehälter (7, 17, 27) ist in Längsrichtung elastisch durch mechanische Krafteinwirkung
verformbar. Das bedeutet, dass das der Ampullenauflage (6, 16, 26) abgewandte verschlossene
Ende des Außenbehälters (7, 17, 27) durch einfache Bewegung senkrecht zu seiner Achse
um einige wenige Grad bewegbar ist. Die im Außenbehälter (7, 17, 27) befindliche Ampulle
(4, 14, 24) wird damit zwangsweise mit bewegt. Der Ampullenkopf (2, 12, 22) befindet
sich in der hohlzylinderförmigen Verbindung (1, 11, 21) der Ampullenauflage (6, 16,
26). Die Ampullenauflage (6, 16, 26) ist nicht gummielastisch. Das bedeutet, der Ampullenkörper
wird durch Bewegung des Außenbehälters (7, 17, 27) gegen den sich nicht mitbewegenden
Ampullenkopf (2, 12, 22) geschert. Der Innendurchmesser der hohlzylinderfömigen Ampullenauflage
(6, 16, 26) ist größer als der Ampullenkopf (2, 12, 22). Der abgescherte Ampullenkopf
(2, 12, 22) fällt durch die Ampullenauflage (6, 16, 26) in den Hohlraum (3, 13, 23)
und gibt die Verbindung (1, 11, 21) der Ampullenauflage (6, 16, 26) für die nachströmende
Monomerflüssigkeit frei. Dieser Hohlraum (3, 13, 23) hat eine Höhe größer als die
gesamte Länge des abgetrennten Ampullenkopfs (2, 12, 22). Der Querschnitt des Hohlraums
(3, 13, 23) ist so groß, dass der abgescherte Ampullenkopf (2, 12, 22) horizontal
am Boden des Hohlraums (3, 13, 23) liegen kann. Die Höhe des Hohlraums (3, 13, 23)
ist wichtig, damit der abgetrennte Ampullenkopf (2, 12, 22) bei seinem Fall durch
die Verbindung (1, 11, 21) in der Ampullenauflage (6, 16, 26) sich so drehen kann,
dass er horizontal auf dem Boden des Hohlraums (3, 13, 23) liegen kann. Dadurch kann
das in dem Ampullenkopf (2, 12, 22) befindliche Volumen an Monomerflüssigkeit auslaufen.
Es muss jedoch beachtet werden, dass in Abhängigkeit von der Oberflächenspannung der
jeweiligen Monomerflüssigkeit der Querschnitt der Bruchstelle zwischen dem Ampullenkopf
(2, 12, 22) und dem Ampullenkörper so dimensioniert wird, dass ein problemloses Auslaufen
der Ampulle (4, 14, 24) bei Einwirkung von Schwerkraft auf die Monomerflüssigkeit
gewährleistet wird. Die Geometrie der Ampulle (4, 14, 24) muss der Oberflächenspannung
der Monomerflüssigkeit angepasst sein. Der Abfluss des Monomers wird durch die im
Boden des Hohlraums (3, 13, 23) angeordnete Öffnung (5, 15, 25) ermöglicht.
[0058] Der Anwender muss nur kurz das Ende des Außenbehälters (7, 17, 27) um wenige Grad
senkrecht gegen die Zylinderachse bewegen, um die Ampulle (4, 14, 24) zu öffnen. Das
Brechen der Ampulle (4, 14, 24) kann problemlos durch das Berstgeräusch verfolgt werden,
ist aber auch durch die plötzliche Überwindung des Widerstands spürbar. Es ist nicht
wesentlich, in welche Richtung der Außenbehälter (7, 17, 27) senkrecht zur Zylinderachse
bewegt wird. Wesentlich ist nur, dass eine relative Bewegung des oberen Endes des
Außenbehälters (7, 17, 27) senkrecht zur Ampullenachse erfolgt.
[0059] Wesentliche Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung bestehen darin, dass keine
drehbaren oder verschiebbaren mechanischen Teile notwendig sind, dass kein Verklemmen
oder Verkanten der Vorrichtung möglich ist und dass für die Fertigung keine hohen
Ansprüche hinsichtlich der Fertigungstoleranzen eingehalten werden müssen. Es ist
nur ein Minimum an Teilen notwendig. Die Bedienung ist extrem vereinfacht und kann
auch von ungeschulten Anwendern problemlos durchgeführt werden.
[0060] Der Außenbehälter (7, 17, 27) kann eine Rippung an der Innenseite parallel zur Zylinderachse
besitzen. Dadurch ist eine zusätzliche Stoßdämpfung der Ampulle (4, 14, 24) während
des Transports möglich.
[0061] Es ist auch vorteilhaft, dass die Ampullenauflage (6, 16, 26) nicht gummielastisch
deformierbar ist.
[0062] Vorteilhaft ist ferner, dass der Außenbehälter (7, 17, 27) kraftschlüssig und/oder
formschlüssig mit der Ampullenauflage (6, 16, 26) verbunden ist. Der Außenbehälter
(7, 17, 27) kann durch ein einfaches Gewinde (8, 28) mit der Ampullenauflage (6, 16,
26) verbunden sein. Ebenfalls ist es möglich eine Verschnappung (18) an dem Außenbehälter
(7, 17, 27) auszubilden, der mit einem umlaufenden Steg an der Ampullenauflage (6,
16, 26) verschnappt werden kann. Es ist auch möglich, den Außenbehälter (7, 17, 27)
auf die Ampullenauflage (6, 16, 26) zu stülpen, so dass eine Fixierung durch die Rückstellkraft
des gummielastischen Außenbehälters (7, 17, 27) bewirkt wird.
[0063] Der Außenbehälter (7, 17, 27) ist bevorzugt aus gummielastischem Kunststoff ausgebildet.
Der Außenbehälter (7, 17, 27) kann gegebenenfalls balgartig ausgeformt sein. Der Außenbehälter
(7, 17, 27) kann aus gummielastischem Material so ausgebildet sein, dass nur in der
Höhe des Bruchstelle der Ampulle (4, 14, 24) eine so dünne Wandung (19, 29) vorhanden
ist, dass diese gummielastisch ist und dass der übrige Außenbehälter (7, 17, 27) eine
dickere Wandung besitzt, die nicht mehr elastisch verformbar ist. Die verformbaren
Bereiche (19, 29) sind dann dünner als die Wände des Außenbehälters (7, 17, 27).
[0064] Erfindungsgemäß ist auch ein Verfahren zum Öffnen von Ampullen, das dadurch charakterisiert
ist, dass der Außenbehälter (7, 17, 27) mit der geschlossenen Ampulle (4, 14, 24)
aus seiner Zylinderachse durch Bewegung des der Ampullenauflage (6, 16, 26) gegenüber
liegenden Endes des Außenbehälters (7, 17, 27) so bewegt wird, dass der Ampullenkörper
gegen den im Inneren der Ampullenauflage (6, 16, 26) fixierten Ampullenkopf (2, 12,
22) bewegt wird, wodurch der Ampullenkopf (2, 12, 22) vom Ampullenkörper gebrochen
wird.
[0065] Die in der voranstehenden Beschreibung, sowie den Ansprüchen, Figuren und Ausführungsbeispielen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln, als auch in jeder beliebigen
Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen
wesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 1, 11, 21
- Verbindung
- 2, 12, 22
- Ampullenkopf
- 3, 13, 23
- Hohlraum
- 4, 14, 24
- Ampulle
- 5, 15, 25
- Öffnung
- 6, 16, 26
- Ampullenauflage
- 7, 17, 27
- Außenbehälter
- 8, 28
- Gewinde
- 18
- Schnappung
- 19, 29
- verformbarer Bereich
- 50
- Fußteil
- 51
- Zementkartusche
- 52
- Förderkolben
- 53
- Leitung
- 60
- Filter
1. Vorrichtung zum Öffnen von Ampullen umfassend einen Außenbehälter (7, 17, 27), in
dem eine geschlossene Ampulle (4, 14, 24) mit einem Ampullenkörper und einem Ampullenkopf
(2, 12, 22) angeordnet ist, und umfassend einen Hohlraum (3, 13, 23) im Bereich des
Ampullenkopfs (2, 12, 22), wobei der Hohlraum (3, 13, 23) zumindest eine Öffnung (5,
15, 25) und eine Verbindung (1, 11, 21 ) zur Ampulle (4, 14, 24) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass
der Ampullenkopf (2, 12, 22) zumindest bereichsweise in der Verbindung (1, 11, 21)
des Hohlraums (3, 13, 23) zur Ampulle (4, 14, 24) angeordnet ist und die Wände des
Außenbehälters (7, 17, 27) wenigstens einen verformbaren Bereich (19, 29) umfassen
oder komplett aus einem verformbaren Material bestehen, wodurch ein Verkippen der
Ampulle (4, 14, 24) gegen die Verbindung (1, 11, 21) ermöglicht ist, und der Durchmesser
der Verbindung (1, 11, 21) derart an die Abmessungen des Ampullenkopfs (2, 12, 22)
angepasst ist, dass der Ampullenkopf (2, 12, 22) bei einem Verkippen der Ampulle (4,
14, 24) gegen die Verbindung (1, 11; 21) zerbrechbar oder vom Ampullenkörper abbrechbar
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der verformbare Bereich (9, 19, 29) den gesamten Umfang des Außenbehälters (7, 17,
27) umschließt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Innendurchmesser der Verbindung (1, 11, 21) gleich groß oder größer, insbesondere
1 mm größer, als der Außendurchmesser des Ampullenkopfs (2, 12, 22) ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe und der Querschnitt des Hohlraums (3, 13, 23) mindestens so groß wie die
Höhe des Ampullenkopfs (2, 12, 22) bis zur Bruchkante der Ampulle (4, 14, 24) sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Boden des Hohlraums (3, 13, 23) über der Öffnung (5, 15, 25) ein Filter (60) und/oder
ein Sieb angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung durch Anlegen von Vakuum bis 90 mbar Unterdruck nicht visuell erkennbar
deformierbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenbehälter (7, 17, 27) an einem Hohlkörper befestigt ist, in dem der Hohlraum
(3, 13, 23) ausgebildet ist, wobei der Hohlkörper die Öffnung (5, 15, 25) umfasst
und aus einem festen nicht mit Hand verformbaren Material besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
der insbesondere zylindrische Hohlkörper auf der Oberseite durch eine Ampullenauflage
(6, 16, 26) begrenzt ist, in der die Verbindung (1, 11, 21) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass
der Außenbehälter (7, 17, 27) kraftschlüssig und/oder formschlüssig, insbesondere
mit einem Gewinde (8, 28) und/oder einer Schnappung (18), am Hohlkörper befestigt
ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ampulle (4, 14, 24) an der Verbindung des Ampullenkörpers zum Ampullenkopf (2,
12, 22) eine Sollbruchstelle aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Außenbehälter (7, 17, 27) aus gummielastischen Kunststoff ausgebildet ist und/oder
dass der Außenbehälter (7, 17, 27) zumindest in einem Bereich (19, 29) balgartig ausgeformt
ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Außenbehälter (7, 17, 27), die Ampulle (4, 14, 24) und/oder die Verbindung (1,
11, 21) rotationssymmetrisch, insbesondere zylindrisch sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenbehälter (7, 17, 27) ein beidseitig offener Zylindermantel, insbesondere
ein Schrumpfschlauch, ist, der die Ampulle (4, 14, 24) und den Hohlkörper gasdicht
miteinander verbindet.
14. Kartuschensystem umfassend eine Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche
und eine Zementkartusche (51), die mit der Öffnung (5, 15, 25) über eine Leitung (53)
verbunden ist.
15. Kartuschensystem nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung und die Zementkartusche (51) an einem Fußteil (50) angeordnet sind
und die Vorrichtung derart auf dem Fußteil (50) befestigt ist, dass Flüssigkeit aufgrund
der Schwerkraft und/oder aufgrund eines Differenzdrucks aus der geöffneten Ampulle
(4, 14, 24) durch den Hohlraum (3, 13, 23) und die Öffnung (5, 15, 25) in die Leitung
(53) im Fußteil (50) fließt.