[0001] Die Erfindung betrifft eine für eine Flechtmaschine vorgesehene kreisförmige Schlittenbahnführung
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Es handelt sich also bei der Flechtmaschine
um eine sogenannte Rotationsflechtmaschine.
[0002] Flechtmaschinen werden insbesondere zum Flechten von Draht- oder Textilgeweben verwendet
und weisen zumindest zwei Sätze von Lieferspulen auf. Die Lieferspulen dienen zur
Aufnahme der sogenannten Kett- und Schussfäden. Damit der Schussfaden durch ein von
den Kettfäden gebildetes Fach hindurchgeführt werden kann, müssen zugehörige Sätze
von Trägern, an denen die Lieferspulen befestigt sind, eine Relativbewegung zueinander
um eine Rotationsachse der Maschine ausführen. In der Regel führen sowohl die Spulenträger
für den Schussfaden als auch die Spulenträger für den Kettfaden jeweils eine Drehbewegung
um die Maschinenrotationsachse aus, wobei die Drehbewegungen entgegengesetzt zueinander
sind. Die Schussfadenspulen können sowohl in einem geringeren als auch in einem größeren
Radius als die Kettfadenspulen zu der Rotationsachse angeordnet sein, welche zusätzlich
eine im Wesentlichen vertikale Bewegung zur Fachbildung beim Flechten ausführen. Der
sogenannte Flechtpunkt, an dem das Gewebe entsteht, befindet sich normalerweise auf
der Maschinenrotationsachse.
[0003] Aus der
DE 10 2005 058 223 A1 ist eine gattungsgemäße kreisförmige Schlittenbahnführung bekannt. Dabei sind zum
äußeren radialen Führen der Spulenträger entlang der Führungsbahn Drehlager angeordnet,
deren Drehlagerachsen zumindest annähernd parallel zur Rotationsachse der Maschine
verlaufen. Zum inneren radialen Führen der Schlitten ist jedoch eine Gleitführung
vorgesehen. Und zwar gleiten die Schlitten mit einer inneren Oberfläche an einem oberen
und an einem unteren Ende entlang eines Absatzes bzw. Kragens einer oberen und einer
unteren Führungsplatte, zwischen denen die äußeren Wälzlager zum äußeren radialen
Führen angeordnet sind. Ferner sind auch zum axialen Führen der Spulenträger Gleitflächen
vorgesehen. Über diese Gleitflächen bzw. diese Gleitführung wird somit die Gewichtskraft
des Schlittens und des an diesem befestigten Spulenträgers samt aufgewickeltem Fadenmaterial
aufgenommen.
[0004] Nachteilig bei dieser bekannten Schlittenbahnführung ist, dass die besagte Gewichtskraft
nicht gleichmäßig über die Gleitführung aufgenommen werden kann. Der Grund dafür liegt
darin, dass die Spulenträger seitlich versetzt zu dem Schlitten an diesem befestigt
sind, so dass mit der Gewichtskraft eine Hebelwirkung verbunden ist. Das so entstehende
Drehmoment, welches aufgrund dieser üblichen Anordnung der Spulenträger auch nicht
zu vermeiden ist, sorgt dafür, dass das Gleiten des Schlittens verstärkt an Kanten
des Schlittens stattfindet. Eine damit gegebene Pressung von Kanten des Schlittens
gegen die korrespondierenden Gleitflächen der beiden Führungsplatten verursacht eine
besonders starke Reibung und macht es erforderlich, eine hohe Menge an Schmierstoff
zu verwenden, die zudem auch schwer zu kontrollieren ist. Ein wesentliches Problem
des solchermaßen verwendeten Schmierstoffs ist, dass er sich innerhalb der Flechtmaschine
verteilen kann und insbesondere die Fäden und somit das zu erzeugende Gewebe verschmutzen
kann.
[0005] Ferner ist mit der beschriebenen Kantenpressung das Problem eines hohen Verschleißes
an den Gleitflächen verbunden, soweit dies nicht durch eine ausreichende Beölung der
Flächen ausgeglichen werden kann. Die ausreichende Beölung und eine durch die Kantenpressung
gegebene Verbiegung sind mit eine Ursache für die Maschinen- und Produktkontamination.
[0006] Das gesamte aus Spule, Spulenträger, äußerer und innerer Stütze des Führungslagers
bestehende System muss durch das Kettfadenfach hindurch geführt werden können, wobei
insbesondere der Durchmesser der Spulenflansche und die Ausdehnung des Führungslagers
entscheidende Größen sind. Es besteht nämlich die wesentliche Anforderung in Bezug
auf eine minimierte radiale Ausdehnung eines Führungslager für einen Schlitten, dass
der Winkel der Fachöffnung nur so groß zu sein braucht, dass der Spulenträger samt
seines Fadenleitblechs durch das Fach hindurchpasst. Die Bauteile des Führungslagers
hingegen sollen darüber hinaus keinen größeren Fachöffnungswinkel erfordern, sondern
vielmehr sozusagen im Schatten des Fadenleitschides verbleiben. Die Fachweite soll
also lediglich durch den Spulenträger, aber nicht durch die Führungseinrichtung des
Spulenträgers bestimmt werden. Üblich ist eine Fachöffnungsweite von ca. 170 bis 185
mm für einen Spulenflansch mit einem Durchmesser von 80 mm.
[0007] Je größer die Ausdehnung des Systems der Spulenträgerführung in Richtung Maschinenmittelpunkt
ist, umso weiter muss der Fachöffnungswinkel sein. Dem könnte zwar durch eine Vergrößerung
des Maschinendurchmessers, die auch eine größere Fachweite bewirken würde, entgegengewirkt
werden. Jedoch soll eine Durchmesservergrößerung vermieden werden, da sie bei gleicher
Drehzahl zu einer Erhöhung der Gleit- und Rollgeschwindigkeit mit den entsprechenden
Nachteilen der höheren Zentrifugalbelastung des kompletten Systems und damit insbesondere
wieder zu einem höheren Schmierstoffverbrauch führen würde.
[0008] Bei der bekannten Schlittenbahnführung ist der erforderliche Bauraum durch die Verwendung
einer Gleitlagerung verkürzt worden, wobei jedoch deren oben beschriebene Nachteile
in Kauf genommen werden müssen.
[0009] Über die innere radiale Gleitführung hinaus ist bei der bekannten Schlittenbahnführung
auch sehr nachteilig, dass das Gewicht von Schlitten und Spulenträger durch die Gleitführung,
welche mit dem Problem der Reibung verbunden ist, aufgefangen wird. Dieser Umstand
trägt erheblich zu dem Schmierstoffproblem bei.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Schlittenbahnführung
zur Verfügung zustellen, bei der Gleitreibung nur in einem relativ geringen Maße auftritt.
[0011] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die kreisförmige Schlittenbahnführung
ist für eine Flechtmaschine, die mindestens zwei Sätze von Lieferspulenträgern aufweist,
vorgesehen. Die Lieferspulen dienen dazu, das zum Flechten verwendete Fadenmaterial
durch ein entsprechendes Abwickeln während des Flechtvorgangs für diesen zu liefern,
wodurch die Spulen über die Zeitdauer des Flechtvorgangs leichter werden. Das Gewicht
eines einzelnen Spulenträgers mit vollständig aufgewickeltem Fadenmaterial kann zum
Beispiel ca. 5 kg betragen. Die Spulenträger sind jeweils an einem Schlitten der kreisförmigen
Schlittenbahnführung befestigt. Die Schlitten müssen radial sowohl außen zur Aufnahme
der Zentrifugalkraft als auch innen geführt werden. Ferner müssen die Schlitten natürlich
aufgrund ihres Eigengewichtes und des Gewichtes der Spulenträger axial geführt werden.
[0012] Zum äußeren radialen Führen weist die Schlittenbahnführung einen Satz äußerer Rollen
auf. Diese sind so auf einer im Wesentlichen kreisförmigen Tragplatte der Schlittenbahnführung
befestigt, dass der jeweilige Schlitten, der mit einem entsprechenden Radius über
seinen Umfang gekrümmt ist, mit einer Außenfläche auf einer drehbar gelagerten Oberfläche
der jeweiligen äußeren Rolle abrollbar ist. Die Drehbarkeit der Rollenoberfläche wird
durch den Einsatz von Wälzlagern erreicht.
[0013] Auch für das innere radiale Führen der Schlitten ist entsprechend ein Satz innerer
Rollen an der Tragplatte befestigt. Mit einer Innenfläche rollen die Schlitten beim
Flechten somit auch auf der drehbar gelagerten Oberfläche bzw. Rollfläche der inneren
Rollen ab. Auch bei diesen Rollen werden Wälzlager verwendet. Im Folgenden werden
die Wälzlager der inneren Rollen als "innere" und die Wälzlager der äußeren Rollen
als "äußere" Wälzlager und die zum Abrollen der Schlittenflächen dienenden Oberflächen
der inneren bzw. äußeren Rollen als "Rollflächen" bezeichnet.
[0014] Ferner zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, dass die Gewichtskraft der Spulenträger
und der Schlitten über mindestens eines der inneren und äußeren Wälzlager aufgenommen
wird.
[0015] Aufgrund der radial sowohl außen als auch innen mittels Rollen verwirklichten Schlittenführung
tritt hier im Wesentlichen nur eine Rollreibung auf. Es ist nur ein geringer Anteil
an Gleitreibung gegeben. Dieser resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich die Drehgeschwindigkeit
der Rollen nach dem Passieren eines Schlittens verlangsamt, beispielsweise um 10 %,
und die Rollen wieder in ihrer Drehgeschwindigkeit beschleunigt werden, wenn sie erneut
ein Schlitten erreicht. Bei der Beschleunigung, die beispielsweise acht Mal pro Maschinenumdrehung
stattfinden kann, tritt in einem gewissen Maße ein Gleiten der Innen- bzw. Außenfläche
des jeweiligen Schlittens und der Rollflächen und damit eine Gleitreibung auf. Deren
Anteil ist jedoch im Vergleich zur Rollreibung sehr gering. Ein sehr geringer Anteil
an Gleitreibung kann noch aufgrund einer grundsätzlich in der Praxis durch Pressung
bewirkten Verformung auftreten, indem aufgrund der Verformung geringe Geschwindigkeitsunterschiede
entstehen und dadurch kein reines Abrollen stattfinden kann.
[0016] Indem mindestens ein Wälzlager der jeweiligen Rolle so beschaffen ist, dass es einer
axialen Belastung ausgesetzt werden kann und damit einen Teil der Gewichtskraft des
Spulenträgers samt zugehörigem Schlitten aufnehmen kann, ist erreicht, dass dieses
Gewicht sich im Wesentlichen nur in Form von Rollreibung auswirkt und nur in einem
relativ geringen Maße in Form von Gleitreibung. Die Vorteile einer möglichst geringen
Gleitreibungskraft sind oben beschrieben und basieren kurz gefasst darauf, dass nur
wenig Schmierstoff verwendet werden muss und dass zudem dessen Menge gut kontrollierbar
ist.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schlittenbahnführung
sind die Rollflächen bei zumindest einem Rollensatz zylinderförmig, wobei diese Rollen
an einem oberen Ende einen Verschleißring aufweisen. Dieser Verschleißring ist so
angeordnet, dass ein Kragenabschnitt des jeweiligen Schlittens mit der eigenen und
der Gewichtskraft des Spulenträgers darauf liegt, wenn der Schlitten mit seiner Innen-
bzw. Außenfläche auf der Rollfläche abrollt. Der Kragenabschnitt des Schlittens ist
so ausgebildet, dass sich ein Absatz im Wesentlichen radial von der Innen- bzw. Außenfläche
nach innen bzw. nach außen erstreckt. Vorzugsweise ist ein solcher Kragenabschnitt
in beiden radialen Richtungen vorgesehen und entsprechend vorgesehen, dass sowohl
die inneren Rollen als auch die äußeren Rollen eine zylinderförmige Rollfläche und
einen Verschleißring aufweisen.
[0018] Zwischen den miteinander in Berührung kommenden Flächen des Verschleißrings und des
Kragenabschnitts tritt jeweils ein Anteil an Rollreibung und an Gleitreibung auf.
Aufgrund der Drehbewegung des Verschleißrings um die eigene Achse ist der Rollreibungsanteil
jedoch beträchtlich, so dass der verbleibende Gleitreibungsanteil im Vergleich zu
der oben beschriebenen bekannten Schlittenbahnführung gering ist.
[0019] Die zylindrischen Rollflächen sorgen dafür, dass aufgrund des oben beschriebenen
vorhandenen Drehmoments kaum Kantenpressung auftritt, sondern vielmehr das Drehmoment
möglichst gleichmäßig über die zylindrischen Rollflächen hinweg aufgefangen wird.
[0020] Vorzugsweise ist der Verschleißring mittels einer Klemmschraube befestigt. Die Klemmschraube
wird von oben in einen Rumpfabschnitt der Rolle geschraubt und drückt den Verschleißring
mit einem Schraubenkopf an einem inneren Rand der oberen freien Verschleißringfläche
fest. Mittels einer solchen Klemmschraube kann der Verschleißring einfach und zeitsparend
ausgewechselt werden, wenn er einen vorbestimmten Abnutzungsgrad erreicht hat.
[0021] Der Verschleißring kann aus verschiedenen Materialien hergestellt sein, insbesondere
aus Keramik. Die Vorteile von Keramik sind eine hohe Verschleißfestigkeit, Formbeständigkeit
und Temperaturwechselbeständigkeit.
[0022] Vorzugsweise sind das Material des Verschleißrings und das des jeweiligen Kragenabschnitts
aufeinander abgestimmt.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schlittenbahnführung kann
auch vorgesehen sein, dass die Gewichtskraft des Schlittens und des Spulenträgers
durch Formschluss zwischen der Innen- und/oder Außenfläche des Schlittens und der
Rollfläche auf die inneren und/oder äußeren Rollen übertragen wird. Insbesondere dann,
wenn diese Gewichtskraftübertragung vollständig durch einen Formschluss stattfindet,
kann der Gleitreibungsanteil auf ein sehr geringes Maß reduziert werden. Dieses wird
im Wesentlichen nur noch durch die oben beschriebene Beschleunigung der Rollen beim
Passieren eines Schlittens bewirkt.
[0024] Insbesondere kann die Rollfläche bei zumindest einem der Rollensätze, vorzugsweise
aber sowohl bei den inneren als auch den äußeren Rollen, konvex gewölbt sein und die
zugehörige darauf abrollende Innen- bzw. Außenfläche der Schlitten konkav gewölbt
sein. Bei einem solchen Formschluss wird es in der Praxis so sein, dass zwei kreisförmige
Kontaktlinien entstehen, auf denen das Abrollen stattfindet. Dies bedeutet, dass in
der Praxis keine gleichmäßige Berührung der aufeinander abrollenden Flächen gegeben
ist. Die beiden Kontaktlinien bedeuten jedoch nicht einen besonders hohen Materialverschleiß.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Ausführungsform besteht darin, dass davon ausgegangen
werden kann, dass sich im Laufe der Abwicklung des Fadenmaterials von der Spule und
der damit verbundenen Verringerung des Spulenträgergewichts die Kontaktlinien geringfügig
in ihrer axialen Position verändern können. Es wird also im Vergleich zum Stand der
Technik vermieden, dass die sich verändernde Gewichtskraft sich spürbar auf das Laufverhalten
der Schlitten bzw. der Rollen auswirkt.
[0025] Es ist natürlich auch möglich, dass die Rollfläche konkav und die Innen- bzw. Außenfläche
des Schlittens konvex gewölbt ist.
[0026] Sowohl bei der Ausführungsform mit zylinderförmigen Rollflächen als auch der Ausführungsform
mit gewölbten Rollflächen können die inneren und äußeren Wälzlager ein oder mehrere
Radial-Rillenkugellager aufweisen. Diese nehmen im Wesentlichen die Gewichtskraft
des Schlittens und des Spulenträgers samt Fadenmaterial auf. Der Vorteil eines solchen
Kugellagers besteht darin, dass es zusätzlich zu der radialen Belastung eine relativ
große axiale Belastung aufnehmen kann. Bei der erfindungsgemäßen Schlittenbahnführung
kann die gesamte Gewichtskraft des jeweiligen Schlittens und des zugehörigen Spulenträgers
aufgenommen werden. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass bei der Ausführungsform
mit gewölbten Rollflächen diese Rollflächen die Oberfläche eines Drehkranzes darstellen,
der mittels eines jeweiligen oben und unten angeordneten Radial-Rillenkugellagers
drehbar gelagert ist. In diesem Fall kann die Rolle mittels eines unterhalb der Rollfläche
angeordneten Schafts in einer Bohrung der Tragplatte fixiert sein.
[0027] Vorzugsweise handelt es sich bei dem Radial-Rillenkugellager um ein doppelt gedichtetes
Bundkugellager. Dieses bietet den Vorteil, dass eine Lebensdauerschmierung möglich
ist und dadurch insbesondere vermieden werden kann, dass Schmierstoff auf das zu flechtende
Material gelangt.
[0028] Es ist auch möglich, dass die inneren und äußeren Wälzlager zusätzlich zu einem Radial-Rillenkugellager
ein Radial-Nadellager aufweisen. Ein wesentlicher Vorteil eines solchen Nadellagers
gegenüber einem Kugellager besteht darin, dass es eine höhere maximale Drehzahl aufgrund
günstigerer Massenverhältnisse erlaubt. Dadurch wird wiederum eine höhere Maschinendrehzahl
möglich. Die Gewichtskraft wird dabei von dem Radial-Rillenkugellager aufgenommen.
Bei dem Nadellager kann es sich insbesondere um ein zweireihiges Radial-Nadellager
handeln. Bei diesem sind jeweils zwei nadelförmige Wälzkörper axial übereinander angeordnet.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Nadellager über einen Schmiernippel nachgeschmiert
werden kann. Ein weiterer Vorteil eines Nadellagers besteht darin, dass es tendenziell
weniger Platz beansprucht als ein Kugellager. Das die Gewichtskraft auffangende Radial-Rillenkugellager
kann unterhalb des Nadellagers angeordnet sein. Da das Nadellager vollständig die
radiale Belastung aufnimmt, dient das Radial-Rillenkugellager hauptsächlich zum Auffangen
der Gewichtskraft. Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass sich das Rillenkugellager
in seinem Winkelverhältnis zu dem Nadellager etwas einstellen kann, um eine Überbestimmung
bei der Befestigung der Rolle in der Tragplatte zu vermeiden.
[0029] Sowohl bei der Ausführungsform der Schlittenbahnführung mit der gewölbten Rollfläche
als auch der Ausführungsform mit der zylinderförmigen Rollfläche kann vorgesehen sein,
dass die die Rollfläche aufweisende Komponente der jeweiligen Rolle drehbar gegenüber
der Tragplatte in dieser gelagert ist. In diesem Fall kann insbesondere die beschriebende
Kombination aus einem Radial-Nadellager und einem Radial-Rillenkugellager vorgesehen
sein. Möglich sind jedoch auch zwei übereinander innerhalb der Tragplatte angeordnete
Radial-Rillenkugellager. Die innere Lauffläche des Nadellagers kann durch einen Schaft
der jeweiligen Rolle gegeben sein. Der oberhalb der Tragplatte angeordnete Rumpfabschnitt
der Rolle weist die Rollfläche auf. Vorzugsweise besitzt der Rumpfabschnitt zur Verringerung
der sich drehenden Masse im Inneren einen Hohlraum. In diesem Hohlraum kann insbesondere
die oben beschriebene Klemmschraube eingeschraubt sein.
[0030] Die Rollen können so angeordnet sein, dass ein Schlitten gleichzeitig überwiegend
mit drei äußeren Rollen in Kontakt ist, kurzzeitig aber auch nur mit zwei äußeren
Rollen. Die Gruppe von inneren und äußeren Rollen, die zwischen zwei zur Fachbildung
durch den Kettfaden erforderlichen, spaltartigen Ausnehmungen der Tragplatte angeordnet
sind, wird hier zusammmen mit einem zwischen den Ausnehmungen befindlichen Tragplattenabschnitt
als Führungseinheit bezeichnet. Eine Führungseinheit kann beispielsweise drei innere
und vier äußere Rollen aufweisen.
[0031] Gemäß Anspruch 11 ist erfindungsgemäß insbesondere eine Flechtmaschine vorgesehen,
die eine erfindungsgemäße Schlittenbahnführung aufweist.
[0032] Erfindungsgemäß kann insbesondere eine Flechtmaschine mit 6 bis 48 Lieferspulen vorgesehen
sein.
[0033] Im Folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert,
wobei auf die Figuren Bezug genommen wird. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Teilansicht eines Schussfadenträgers, der innere und äußere
Rollen mit einer zylinderförmigen Rollfläche aufweist,
Fig. 2 eine Teildraufsicht auf den Schussfadenträger gemäß Fig. 1,
Fig. 3 die Schnittansicht gemäß Linie III-III in Fig. 2,
Fig. 4 eine Seitenansicht einer inneren bzw. äußeren Rolle der Fig. 1,
Fig. 5 die Schnittansicht gemäß Linie V-V in Fig. 4,
Fig. 6 eine Draufsicht auf die Rolle gemäß Fig. 4,
Fig. 7 eine perspektivische Ansicht eines Schlittens der Schlittenbahnführung gemäß
Fig. 1,
Fig. 8 eine perspektivische Teilansicht eines Schussfadenträgers, der innere und äußere
Rollen mit einer gewölbten Rollfläche aufweist,
Fig. 9 eine Schnittansicht des Schussfadenträgers gemäß Fig. 8 entsprechend Linie
III-III in Fig. 2,
Fig. 10 eine Draufsicht auf eine innere bzw. äußere Rolle der Fig. 8,
Fig. 11 die Schnittansicht gemäß Linie XI-XI in Fig. 10,
Fig. 12 eine perspektivische Ansicht eines Schlittens der Schlittenbahnführung gemäß
Fig. 8.
[0034] Fig. 1 zeigt einen Schussfadenträger 2, der Teil einer nicht gezeigten, auch als
Flechtkopf bezeichneten Zentraleinheit einer Flechtmaschine ist. Der Schussfadenträger
2 besitzt eine Tragplatte 4, auf der ein Satz äußerer Rollen 6 und ein Satz innerer
Rollen 8 befestigt sind. Die beiden Rollensätze erstrecken sich im Wesentlichen über
den gesamten Umfang der Tragplatte 4 und sind mittels einer Klemmplatte 10 der Tragplatte
4 an dieser befestigt. Die Tragplatte 4 weist acht spaltartige Ausnehmungen 12 auf,
die dazu dienen, die Kettfäden zur Fachbildung über und unter die Tragplatte 4 zu
führen. Die Kettfäden werden von Spulenträgern geliefert, die auf einem ebenfalls
zur Zentraleinheit gehörenden, unterhalb des Schussfadenträgers angeordneten Kettfadenträger
(nicht gezeigt) im Wesentlichen vertikal verfahrbar befestigt sind. Ein Tragplattenabschnitt
zwischen zwei Ausnehmungen 12, auf dem insgesamt vier äußere Rollen 6 und drei innere
Rollen 8 angeordnet sind, wird als Führungseinheit 14 bezeichnet. Der Schussfadenträger
2 weist insgesamt acht solche Führungseinheiten 14 auf.
[0035] Ferner weist der Schussfadenträger 2 acht Spulenträger 16 mit Lieferspulen 18 auf,
von denen der Übersichtlichkeit halber jeweils nur ein Exemplar dargestellt ist. Die
Spulenträger 16 sind jeweils an einem Schlitten 20 (siehe Fig. 7) befestigt. Der jeweilige
Schlitten 20 (nur einer ist dargestellt) wird durch die äußeren und inneren Rollen
6, 8 sowohl radial nach außen als auch radial nach innen und ferner senkrecht zur
Tragplatte 4 geführt, wie im Folgenden noch detailliert beschrieben wird. Der Spulenträger
16 weist eine Reihe von an sich bekannten Mitteln zur Führung des Schussfadens auf,
auf die hier im Detail nicht weiter eingegangen werden soll und zu denen beispielsweise
eine Rolle 22 und zwei weitere Rollen 24 und 26 gehören. Ein Fadenleitschild, welcher
zwischen den Rollen 22 und 24 angeordnet ist, ist nicht dargestellt.
[0036] Die Tragplatte 4 wird mittels einer nicht gezeigten Getriebewelle und fünf Zahnrädern
28 gedreht. Ferner werden die Schlitten 20 über ein Invertierungsgetriebe angetrieben,
welches ein auf der Welle befestigtes Zahnrad 30, eine Reihe von durch dieses angetriebenen
Zahnrädern 32 (von denen in Fig. 1 nur zwei dargestellt sind) und einen jeweiligen
mit den Zahnrädern 32 zusammenwirkenden Zahnabschnitt 34 des Spulenträgers 16 aufweist.
In der Draufsicht auf den Schussfadenträger 2 in Fig. 2 ist das Zahnrad 30 der Übersichtlichkeit
halber nicht gezeigt, hingegen in der Schnittansicht der Fig. 3.
[0037] In Fig. 4 ist beispielhaft eine der äußeren Rollen 6 gezeigt. Diese sind baugleich
mit den inneren Rollen 8. Die Rolle 6 weist eine zylinderförmige Rollfläche 38 auf
und wird daher im Folgenden der Einfachheit halber als "Zylinderrolle" bezeichnet.
Die Rollfläche 38 ist aus einem gehärteten Stahl hergestellt. Oberhalb der Rollfläche
38 befindet sich ein Verschleißring 36 aus beispielsweise Keramik. Wie aus Fig. 5
ersichtlich ist, besitzt eine Rollenkomponente 40, die die Rollfläche 38 aufweist,
einen Schaft 42. Der Schaft 42, und damit die gesamte Rollenkomponente 40, ist mittels
eines zweireihigen Radial-Nadellagers 44 drehbar gelagert. Das Nadellager 44 weist
nadelförmige Wälzkörper 46 auf. Das Nadellager 44 ist abgedichtet und weist zur Nachschmierung
einen Schmierstoffkanal 50 und einen Schmiernippel 52 auf.
[0038] Unterhalb des Nadellagers 44 ist ein Radial-Rillenkugellager 54 mit einem Bund 56
angeordnet. Das Kugellager 54 ist mittels Dichtungen 58 doppelt gedichtet, und seine
Kugeln 60 sind in einem Käfig 62 angeordnet.
[0039] Die Zylinderrolle 6 ist mit dem Nadellager 44 und dem Kugellager 54 in der Tragplatte
4 angebracht, wobei das Kugellager 54 in der Klemmplatte 10 befestigt ist. Das Kugellager
54 dient dazu, die durch die gesamte Gewichtskraft gegebene axiale Belastung aufzunehmen.
Die Gewichtskraft setzt sich zusammen aus Eigengewicht der Zylinderrolle 6 sowie den
Gewichtskräften des Schlittens 20 und des Spulenträgers 16 samt darauf aufgewickeltem
Fadenmaterial (nicht dargestellt). Um eine Überbestimmung bei der Befestigung der
Zylinderrolle 6 in der Tragplatte 4 zu vermeiden, kann sich das Kugellager 54 geringfügig
in seinem Winkel gegenüber dem Nadellager 44 einstellen.
[0040] Die Rollenkomponente 40 weist in einem oberen, die Rollfläche 38 aufweisenden Rumpfabschnitt
63 einen Hohlraum 64 auf, um die sich drehende Masse möglichst gering zu halten. In
dem Hohlraum 64 ist eine Klemmschraube 66 angeordnet, die dazu dient, durch geringfügige
Überlappung mit dem Verschleißring 36 diesen zu befestigen.
[0041] Wie insbesondere in Fig. 7 zu sehen ist, besitzt der jeweilige Schlitten 20, der
in Umfangsrichtung eine der Krümmung der Schlittenbahnführung entsprechende Krümmung
aufweist, eine Innenfläche 68 und eine Außenfläche 70, die an die Rollflächen 38 angepasst
sind, sich also in axialer Richtung nicht verändern. Oberhalb der Flächen 68, 70 ist
ein Kragenabschnitt 72 angeordnet, der sowohl radial nach innen als auch radial nach
außen über die Flächen 68, 70 ragt. Entsprechend ist unterhalb der Flächen 68, 70
ein unterer Kragenabschnitt 74 angeordnet. Auch der Kragenabschnitt 74 ragt radial
nach innen und außen über die Flächen 68, 70. Der Schlitten 20 weist in dem Kragenabschnitt
72 drei Gewindebohrungen 76 auf, die zum Festschrauben des Spulenträgers 16 an dem
Schlitten 20 dienen. Mit dem oberen Kragenabschnitt 72 liegt der Schlitten 20 mit
dem vorangehend beschriebenen Gesamtgewicht auf den Verschleißringen 36 auf. Der untere
Kragenabschnitt 74 greift unter den unteren Rand der Rollfläche 38 und dient lediglich
zur Sicherung hinsichtlich einer axialen Bewegung des Schlittens 20 nach oben in einem
möglichen Störfall.
[0042] In allen Figuren sind gleiche Merkmale mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet. Insbesondere
sind bei dem Schussfadenträger gemäß Fig. 8 die Merkmale, die mit Merkmalen aus Fig.
1 gleich sind, mit gleichen Bezugszeichen versehen. Im Wesentlichen unterscheidet
sich der mit dem Bezugszeichen 2' bezeichnete Schussfadenträger der Fig. 8 von dem
Schussfadenträger 2 dadurch, dass er äußere Rollen 6' und innere Rollen 8' aufweist,
die eine konkav gewölbte Rollfläche 38' besitzen. Eine Tragplatte 4' besitzt im Gegensatz
zu der Tragplatte 4 keine Klemmplatte. Die Spulenträger 16 sind jeweils an einem auf
die Rollflächen 38' abgestimmten Schlitten 20' (siehe Fig. 12) befestigt. Der jeweilige
Schlitten 20' wird durch die äußeren und inneren Rollen 6',8' sowohl radial nach außen
als auch radial nach innen und ferner senkrecht zur Tragplatte 4' geführt. Anders
als bei dem Schussfadenträger 2 sind bei dem Schussfadenträger 2' die Zahnräder 28
und das Zahnrad 30 nur in der Schnittansicht gemäß Fig. 9 dargestellt. Hingegen sind
in Fig. 1 Bohrungen 78 für die Zahnräder 28 zu sehen und auch eine Bohrung 80 für
die Getriebewelle, die in Fig. 9 dargestellt und mit dem Bezugszeichen 82 bezeichnet
ist. Ferner ist in Fig. 8 ein Fadenleitschild 85 gezeigt.
[0043] In den Fig. 10 und 11 ist beispielhaft eine der äußeren Rollen 6' gezeigt. Diese
sind baugleich mit den inneren Rollen 8'. Die gewölbte Rollfläche 38' ist ebenfalls
aus einem gehärteten Stahl hergestellt. Im Folgenden wird die Rolle 6' der Einfachheit
halber als "Tonnenrolle" bezeichnet. Sie weist lediglich aus fertigungstechnischen
Gründen in der Mitte einen schmalen ringförmigen Bereich 84 auf (siehe Fig. 8 und
9), der nicht gewölbt und in Fig. 11 der Einfachheit halber nicht dargestellt ist.
Die Tonnenrolle 6' ist mit einem Schaft 86 einer nicht drehbaren Rollenkomponente
88 in der Tragplatte 4' befestigt. An einem oberen Abschnitt der Rollenkomponente
88 ist mittels zweier Radial-Rillenkugellager 92 und 94 ein die Rollfläche 38' aufweisender
Drehkranz 96 gelagert. Die beiden Kugellager 92, 94 sind baugleich. Ihre Kugeln 60
sind in einem Käfig 62 gehalten. Die Kugellager 92, 94 sind mittels zweier Dichtungen
58 doppelt gedichtet und beinhalten eine Lebensdauerschmierung. Die Kugellager 92,94
sind in Ausnehmungen des Drehkranzes 96 gepresst und liegen jeweils mit einem Bund
56 gegen diesen an. Mittels eines Sicherungsringes 98 und einer Sicherungsschraube
100 sind die Kugellager 92, 94 gesichert.
[0044] Wie in Fig. 12 zu sehen ist, besitzt der jeweilige Schlitten 20', der eine der Krümmung
der Schlittenbahnführung entsprechende Krümmung in Umfangsrichtung aufweist, eine
Innenfläche 68' und eine Außenfläche 70', die zur Anpassung an die Rollflächen 38'
in axialer Richtung konkav gekrümmt sind. Der Schlitten 20' weist an einer oberen
Stirnseite drei Gewindebohrungen 76 auf, die zum Festschrauben des Spulenträgers 16
an dem Schlitten 20' dienen. Das Gesamtgewicht des Schlittens 20' und des Spulenträgers
16 mit Spule 18 und Fadenmaterial und Rolleneigengewicht werden durch den Formschluss
zwischen den äußeren bzw. inneren Tonnenrollen 6', 8' und der Außenfläche 70' bzw.
der Innenfläche 68' aufgenommen. Es kann davon ausgegangen werden, das sich in der
Praxis bei einem solchen Formschluss die jeweilige Rollfläche 38' und die Außen- bzw.
Innenfläche 70', 68' nur in zwei kreisförmigen Kontaktlinien berühren.
Bezugszeichenliste:
[0045]
| 2,2' |
Schussfadenträger |
56 |
Bund der Kugellager |
| 4,4' |
Tragplatte |
58 |
Dichtung der Kugellager |
| 6,6' |
äußere Rollen |
60 |
Kugeln der Kugellager |
| 8,8' |
innere Rollen |
62 |
Käfig der Kugellager |
| 10 |
Klemmplatte |
63 |
Rumpfabschnitt von Zylinderrolle |
| 12 |
Ausnehmungen |
64 |
Hohlraum |
| 14 |
Führungseinheit |
66 |
Klemmschraube |
| 16 |
Spulenträger |
68,68' |
Innenfläche der Schlitten |
| 18 |
Lieferspulen |
70,70' |
Außenfläche der Schlitten |
| 20,20' |
Schlitten |
72 |
oberer Kragenabschnitt |
| 22 |
Rolle von Spulenträger |
74 |
unterer Kragenabschnit |
| 24 |
Rolle von Spulenträger |
76 |
Gewindebohrungen |
| 26 |
Rolle von Spulenträger |
78 |
Bohrungen für Zahnräder |
| 28 |
Zahnräder |
80 |
Bohrung für Getriebewelle |
| 30 |
Zahnrad |
82 |
Getriebewelle |
| 32 |
Zahnräder |
83 |
Rotationsachse |
| 34 |
Zahnabschnitt |
84 |
nicht gewölbter Bereich von 38' |
| 36 |
Verschleißring |
85 |
Fadenleitschild |
| 38,38' |
Rollfläche |
86 |
Schaft von Tonnenrolle |
| 40 |
drehbare Rollenkomponente |
88 |
nicht drehbare Rollenkomponente |
| 42 |
Schaft von Zylinderrolle |
92 |
Radial-Rillenkugellager |
| 44 |
zweireihiges Radial-Nadellager |
94 |
Radial-Rillenkugellager |
| 46 |
nadelförmige Wälzkörper |
96 |
Drehkranz von Tonnenrolle |
| 50 |
Schmiermittelkanal |
98 |
Sicherungsring |
| 52 |
Schmiernippel |
100 |
Sicherungsschraube |
| 54 |
Radial-Rillenkugellager |
|
|
1. Kreisförmige Schlittenbahnführung für eine mindestens zwei Lieferspulenträgersätze
aufweisende Flechtmaschine, wobei die Lieferspulenträgersätze beim Flechten um eine
Rotationsachse (83) der Maschine eine Relativbewegung zueinander ausführen und die
Spulenträger (16) eines der Spulenträgersätze durch die Schlittenbahnführung geführt
sind,
wobei die Schlittenbahnführung für jeden Spulenträger (16) zu dessen Befestigung einen
Schlitten (20;20') aufweist und
wobei die Schlittenbahnführung zum äußeren radialen Führen der Schlitten (20;20')
einen Satz äußerer Rollen (6;6') aufweist, die an einer Tragplatte (4;4') der Schlittenbahnführung
derartig befestigt sind, dass der jeweilige Schlitten (20;20') mit einer Außenfläche
(70;70') auf einer mittels mindestens eines Wälzlagers (44,54;92,94) drehbar gelagerten
Oberfläche (38;38') der äußeren Rolle (6;6') abrollbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlittenbahnführung zum inneren radialen Führen der Schlitten (20;20') einen
Satz innerer Rollen (8;8') aufweist, die an der Tragplatte (4;4') derartig befestigt
sind, dass der jeweilige Schlitten (20;20') mit einer Innenfläche (68;68') auf einer
mittels mindestens eines Wälzlagers (44,54;92,94) drehbar gelagerten Oberfläche (38;38')
der inneren Rolle (8;8') abrollbar ist,
und dass die Gewichtskraft des Schlittens (20;20') und des durch diesen befestigten
Spulenträgers (16) über mindestens eines der Wälzlager (44,54;92,94) aufgenommen wird.
2. Schlittenbahnführung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (38) der Rollen zumindest eines der Rollensätze (6,8) zylinderförmig
ist und diese Rollen (6,8) an einem oberen Ende einen Verschleißring (36) derartig
angeordnet aufweisen, dass ein Kragenabschnitt (72) des jeweiligen Schlittens (20)
mit der eigenen und der Gewichtskraft des Spulenträgers (16) darauf liegt, wenn der
Schlitten (20) an der Rolle (6,8) abrollt.
3. Schlittenbahnführung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verschleißring (36) mittels einer Klemmschraube (66) befestigt ist.
4. Schlittenbahnführung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verschleißring (36) aus Keramik hergestellt ist.
5. Schlittenbahnführung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtskraft des Schlittens (20') und des Spulenträgers (16) durch Formschluss
zwischen der Innen- oder Außenfläche (68',70') des Schlittens (20') und der Rollenoberfläche
(38') auf die inneren oder äußeren Rollen (8',6') übertragen wird.
6. Schlittenbahnführung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (38') der Rollen zumindest eines der Rollensätze (6',8') konvex gewölbt
ist und die zugehörige darauf abrollende Schlittenfläche (70',68') konkav gewölbt
ist, oder dass die Rollenoberfläche konkav und die Schlittenfläche konvex gewölbt
ist.
7. Schlittenbahnführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eines oder mehrere der Wälzlager mindestens ein Radial-Rillenkugellager (54;92,94)
aufweist bzw. aufweisen, welches im Wesentlichen die Gewichtskraft des Schlittens
(20;20') und des Spulenträgers (16) aufnimmt.
8. Schlittenbahnführung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Radial-Rillenkugellager ein doppelt gedichtetes Bundkugellager (54;92,94) ist.
9. Schlittenbahnführung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass eines oder mehrere der Wälzlager (54) zusätzlich mindestens ein Radial-Nadellager
(44) aufweist bzw. aufweisen.
10. Schlittenbahnführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass diejenige Rollenkomponente (40;88), die die Oberfläche (38;38') aufweist, auf der
der Schlitten (20;20') abrollbar ist, drehbar gegenüber der Tragplatte (4) gelagert
ist und im Inneren einen Hohlraum (64) besitzt.
11. Flechtmaschine mit mindestens zwei beim Flechten um eine Rotationsachse (83) der Maschine
eine Relativbewegung zueinander ausführenden Lieferspulenträgersätzen, wobei die Spulenträger
(16) eines der Spulenträgersätze durch eine kreisförmige Schlittenbahnführung gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 10 geführt sind.