TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Türdichtung mit einem Befestigungselement
gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
STAND DER TECHNIK
[0002] Es sind die verschiedensten Bodendichtungen für Türen bekannt. Einfache Ausführungsformen
sind Schleifdichtungen, welche seitlich an der Tür oder in einer Türnut angebracht
sind. Des Weiteren sind magnetische Dichtungen bekannt. Bewährt haben sich zudem selbsttätig
bzw. automatisch absenkbare mechanische Türdichtungen, wie sie beispielsweise in
EP 0 338 974 beschrieben sind.
[0003] In
EP 1 122 394 ist eine derartige Absenkdichtung in einer Türnut angeordnet und an beiden Enden
mit einem Befestigungswinkel an die Tür angeschraubt. In
EP 2 055 888 ist ein Befestigungswinkel offenbart, welcher eine Rückhaltenase zum Eingriff in
eine Öffnung eines Gehäuses der Dichtung aufweist.
[0004] EP 1 486 639 offenbart ein Befestigungsmittel für eine Türdichtung, welches klammerartig ausgebildet
ist und mittels Nagelstiften in der Türnut befestigt wird.
[0005] Die bekannten Türdichtungen sind jeweils so in der Türnut angeordnet, dass ihre Enden
mit der entsprechenden Stirnseite des Türflügels fluchten. Bei geschlossenem Türflügel
existiert jedoch ein Abstand zwischen Türrahmen und Türflügel, das sogenannte Kammermass.
Dieser Bereich wird jeweils von den Türdichtungen nicht gedichtet. Insbesondere bei
PVC Profiltüren ist dieses Kammermass relativ gross. Typische Masse betragen 14 mm.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein Türdichtungssystem zu schaffen, welches
im Bereich des Kammermasses die Dichtung verbessert.
[0007] Diese Aufgabe löst ein Türdichtungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0008] Das erfindungsgemässe Türdichtungssystem weist eine Türdichtung mit einem Gehäuse
und ein Befestigungselement auf. Das Befestigungselement weist einen ersten Schenkel
zur Befestigung eines ersten Endbereichs des Gehäuses an einem Türflügel auf. Erfindungsgemäss
steht das Gehäuse im bestimmungsgemässen Zusammenbau mit diesem ersten Endbereich
dem ersten Schenkel vor.
[0009] Das Gehäuse lässt sich beispielsweise in einer Nut des Türflügels oder an einer Stirnseite
befestigen. Vorzugsweise liegt der erste Schenkel an einer seitlichen, vorzugsweise
der äussersten Stirnfläche des Türflügels an und ist an dieser befestigt.
[0010] Die Türdichtung lässt sich dem Türflügel vorstehend montieren und das Kammermass
kann mindestens teilweise überbrückt werden. Werden auf beiden Seiten der Türdichtung
derartige Befestigungselemente angeordnet, so steht sie auf beiden Seiten dem Türflügel
vor. Die zwei Befestigungselemente sind vorzugsweise identisch ausgebildet.
[0011] Die Türdichtung kann auch einseitig vorstehend ausgebildet sein, indem auf einer
Seite ein erfindungsgemässer Befestigungswinkel und auf der anderen Seite ein anderes
Befestigungsmittel verwendet wird, wie es beispielsweise aus dem oben genannten Stand
der Technik bekannt ist. Es ist auch möglich, anstelle eines ersten Befestigungsmittels
einen Anschlag im Sinne von
EP 2 055 888 zu verwenden.
[0012] Der erste Schenkel kann am Gehäuse befestigt oder an diesem einstückig angeformt
sein.
[0013] Vorzugsweise ist das Befestigungselement jedoch ein Befestigungswinkel mit zwei Schenkeln,
dem genannten ersten Schenkel und einem zweiten Schenkel, welcher im bestimmungsgemässen
Zusammenbau am Gehäuse gehalten ist. Er kann einfach eingeschoben, aufgesteckt oder
anderweitig befestigt sein. Vorzugsweise sind der erste und zweite Schenkel annähernd
rechtwinklig zueinander angeordnet.
[0014] Weist der erste Schenkel mindestens ein Loch für eine Schraube oder einen Nagel auf,
so lässt er sich auf einfache Art und Weise befestigen.
[0015] Der zweite Schenkel ist mit dem Gehäuse der Dichtung kraft- oder formschlüssig verbunden.
Beispielsweise kann er mit dem Gehäuse verschraubt sein. Er kann auch mit dem Gehäuse
verschweisst oder verklebt sein. Er kann auch eine Rückhaltenase gemäss
EP 0 255 888 aufweisen, welche in eine entsprechende Öffnung des Gehäuses der Dichtung eingreift.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist der zweite Schenkel jedoch einen oberen
und einen unteren Bügel auf, zwischen welchen eine Wand des Gehäuses gehalten ist.
Vorzugsweise ist diese Wand verschiebbar gehalten. Die zwei Bügel können jedoch auch
klemmend ausgebildet sein. Vorzugsweise sind die Bügel plattenförmig ausgebildet.
[0016] Vorzugsweise ist der Befestigungswinkel einstückig ausgebildet. Er kann aus Metall,
Kunststoff oder einem anderen geeigneten Material gefertigt sein.
[0017] Vorzugsweise besteht der Befestigungswinkel genau aus dem ersten und dem zweiten
Schenkel, wobei der erste Schenkel plattenförmig ausgebildet ist.
[0018] Dieses Türdichtungssystem kann eine Schleifdichtung oder eine Magnetdichtung aufweisen.
Vorzugsweise ist im Gehäuse jedoch eine relativ zum Gehäuse anhebbare und absenkbare
Dichtleiste vorhanden. Diese bewegt sich vorzugsweise selbsttätig beim Schliessen
und Öffnen des Türflügels, insbesondere mittels eines einseitig vorstehenden Betätigungsstabes.
[0019] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0020] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemässen Türdichtungssystems;
- Figur 2
- eine Seitenansicht des Türdichtungssystems gemäss Figur 1;
- Figur 3
- eine Darstellung im Bereich des Kammermasses im Grundriss;
- Figur 4
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Befestigungswinkels;
- Figur 5
- eine Ansicht des Befestigungswinkels gemäss Figur 4 und
- Figur 6
- eine perspektivische Darstellung des Befestigungswinkels gemäss Figur 4.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0021] In den Figuren ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel dargestellt. Eine Türdichtung
1 weist ein Gehäuse 10 in Form einer Führungsprofilschiene aus Metall, insbesondere
Aluminium, auf. In diesem Gehäuse 10 ist eine Dichtleiste angeordnet, welche bezüglich
des Gehäuses 10 selbsttätig anhebbar und absenkbar ist. Der entsprechende Betätigungsmechanismus
ist im Gehäuse 10 angeordnet und in den Figuren nicht sichtbar. Es lassen sich bekannte
Mechanismen verwenden. In Figur 2 ist ein einseitig vorstehender Betätigungsstab 13
sichtbar, welcher beim Schliessen des Türflügels am Türrahmen ansteht und so den Mechanismus
zum Absenken der Dichtleiste auslöst.
[0022] Die Dichtleiste weist eine Trägerprofilschiene 11 und ein daran angeordnetes elastomeres
Dichtungsprofil 12 auf. Die Türdichtung und insbesondere die Dichtleiste können auch
anders ausgebildet sein.
[0023] Erfindungsgemäss ist mindestens ein Halte- oder Befestigungswinkel 2 vorhanden, welcher
in einem Endbereich des Gehäuses 10 angeordnet ist. Hier sind in beiden Endbereichen
derartige Befestigungswinkel 2 angeordnet. Sie sind in diesem Beispiel identisch ausgebildet.
[0024] Der Befestigungswinkel 2 ist in den Figuren 4 bis 6 gut erkennbar. Er ist vorzugsweise
einstückig ausgebildet. Er weist einen ersten Schenkel 20 und einen zweiten Schenkel
21 auf. Die zwei Schenkel 20, 21 sind annähernd, vorzugsweise genau in einem rechten
Winkel zueinander angeordnet.
[0025] Der erste Schenkel 20 ist länglich und plattenförmig ausgebildet. In diesem Beispiel
weist er eine rechteckige Grundform auf. Er hat mindestens ein Loch, hier zwei Löcher
22 zur Befestigung an einer Stirnseite des Türflügels T (siehe Figur 3). Die Befestigung
erfolgt vorzugsweise mittels Schrauben oder Nägeln.
[0026] Der zweite Schenkel 21 kann ebenfalls plattenförmig ausgebildet sein und insbesondere
Löcher oder eine Rückhaltenase zur Befestigung mit einer oberen Wand 101 des Gehäuses
10 aufweisen. Vorzugsweise weist er jedoch einen oberen Bügel 210 und einen unteren
Bügel 211 auf, zwischen welchen die obere Wand 101 des Gehäuses 10 gehalten ist. Die
zwei Bügel 201, 211 verlaufen vorzugsweise mindestens annähernd parallel zueinander.
Der untere Bügel 21 ist in diesem Beispiel kürzer ausgebildet als der obere Bügel
210. Er kann jedoch auch gleich lang oder länger ausgebildet sein. Vorzugsweise weist
das Gehäuse 10 im Bereich der oberen Wand 101 und unterhalb dieser an beiden Innenseiten
der Seitenwände angeordnete Stege auf, welche sich vorzugsweise über die gesamte Länge
des Gehäuses 10 erstrecken. Dadurch ist eine Nut gebildet, welche ein Herausfallen
eines eingeschobenen Befestigungswinkels 2 verhindert. Dies ist insbesondere dann
vorteilhaft, wenn der zweite Schenkel 21 keine klemmende Wirkung aufweist.
[0027] In den Figuren 1 und 2 sind die Befestigungswinkel 2 auf dem Gehäuse 10 montiert
dargestellt. Der erste Schenkel 20 ist beabstandet zum jeweiligen Ende des Gehäuses
10 angeordnet, wobei das entsprechende Ende des Gehäuses 10 diesem ersten Schenkel
20 vorsteht. Die Breite des Türflügels ist in Figur 2 mit B bezeichnet. Das Gehäuse
10 steht somit dem Türflügel mindestens auf einer Seite, hier auf beiden Seiten vor.
Der Überstand entspricht dabei der Zurücksetzung des ersten Schenkels 20 bzw. der
Länge des oberen Bügels 210.
[0028] In Figur 3 ist erkennbar, dass dadurch das Gehäuse 10 in den Spalt zwischen Türflügel
T und Türrahmen R hineinragt und die Dichtleiste somit das Kammermass K bezüglich
der Dichtung reduziert.
[0029] Das erfindungsgemässe Türdichtungssystem ermöglicht somit eine verbesserte Dichtung
im Hohlraum zwischen Türflügel und Türahmen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0030]
- 1
- Türdichtung
- 10
- Gehäuse
- 101
- obere Wand
- 11
- Trägerprofilschiene
- 12
- Dichtungsprofil
- 13
- Betätigungsstab
- 2
- Befestigungswinkel
- 20
- erster Schenkel
- 21
- zweiter Schenkel
- 210
- oberer Bügel
- 211
- unterer Bügel
- 22
- Loch
- T
- Türflügel
- R
- Türrahmen
- K
- Kammermass
- B
- Breite des Türflügels
1. Türdichtungssystem mit einer Türdichtung (1), welche ein Gehäuse (10) aufweist, und
mit mindestens einem Befestigungselement (2), welches einen ersten Schenkel (20) zur
Befestigung eines ersten Endbereichs des Gehäuses (10) an einem Türflügel (T) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) in diesem ersten Endbereich dem ersten Schenkel (20) vorsteht.
2. Türdichtungssystem nach Anspruch 1, wobei der erste Schenkel (20) mindestens ein Loch
(22) für eine Schraube oder einen Nagel aufweist.
3. Türdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Befestigungselement
ein Befestigungswinkel (2) mit dem ersten Schenkel (20) und einem zweiten Schenkel
(21) ist, wobei der zweite Schenkel (21) am Gehäuse (1) gehalten ist.
4. Türdichtungssystem nach Anspruch 3, wobei der ersten und zweite Schenkel (20, 21)
annähernd rechtwinklig zueinander angeordnet sind.
5. Türdichtungssystem nach einem der Ansprüche 3 oder 4, wobei der zweite Schenkel (21)
einen oberen und einen unteren Bügel (210, 211) aufweist, zwischen welchen eine Wand
(101) des Gehäuses (10) gehalten ist.
6. Türdichtungssystem nach Anspruch 5, wobei die zwei Bügel (210, 211) annähernd parallel
zueinander verlaufen.
7. Türdichtungssystem nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei der Befestigungswinkel
(2) einstückig ausgebildet ist.
8. Türdichtungssystem nach einem der Ansprüche 3 bis 7, wobei der Befestigungswinkel
(2) genau aus dem ersten Schenkel (20) und dem zweiten Schenkel (21) besteht, wobei
der erste Schenkel (20) plattenförmig ausgebildet ist.
9. Türdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei zwei Befestigungselemente
(2) vorhanden sind, welche in je einem Endbereich der Türdichtung (1) angeordnet sind.
10. Türdichtungssystem nach Anspruch 9, wobei die zwei Befestigungselemente (2) identisch
ausgebildet sind.
11. Türdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Türdichtung (1) das
Gehäuse (10) und eine relativ zu diesem Gehäuse (10) anhebbare und absenkbare Dichtleiste
(11, 12) aufweist.
12. Türdichtungssystem nach Anspruch 11, wobei die Dichtleiste (11, 12) beim Schliessen
und Öffnen der Tür selbsttätig anhebbar bzw. absenkbar ist.