[0001] Die Erfindung betrifft eine Fräsmeißelanordnung mit einer Verschleißscheibe gemäß
der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art. Die Erfindung betrifft ferner
eine Verschleißscheibe zur Verwendung in einer solchen Fräsmeißelanordnung, sowie
einen Fräsmeißel mit einer vormontierten Verschleißscheibe.
[0002] Fräsmeißelanordnungen der betreffenden Art gelangen an Bodenfräsmaschinen, wie beispielsweise
Straßen- und Grabenfräsen, insbesondere Kaltfräsen, Bodenstabilisierern/Recyclern,
sowie an Bergbaubohrern zum Einsatz und dienen dem Abtrag eines Bodenmaterials einer
Asphaltschicht o. ä. Typischerweise werden so genannte Rundschaftmeißel verwendet,
die aus einem Fräsmeißelkopf und einem runden Fräsmeißelschaft bestehen, der in einer
Meißelhalterbohrung eines Meißelhalters einsitzt, wodurch während des Fräsbetriebs
eine Rotation des Fräsmeißels um seine Längsachse ermöglicht wird. Für die Abstützung
des Fräsmeißelkopfs ist an dem Meißelhalter eine Anschlagfläche vorgesehen. Der Meißelhalter
ist seinerseits an einer Fräswalze befestigt, z. B. angeschweißt oder angeschraubt.
Während des Fräsbetriebs ist der Fräsmeißel einem hohen Verschleiß und Abrieb durch
das zu fräsende Boden-material unterworfen. Insbesondere ist auch die Anschlagfläche
am Meißelhalter durch den sich drehenden Fräsmeißel und das abrasiv wirkende Bodenmaterial
(z. B. Gesteinspulver) einem außerordentlichen Verschleiß ausgesetzt.
[0003] In der
DE 43 06 206 A1 wird daher vorgeschlagen, zwischen der Anschlagfläche des Meißelhalters und dem Fräsmeißelkopf
eine Verschleißscheibe anzuordnen. Diese Verschleißscheibe ist verdrehfest mit dem
Meißelhalter verbunden. Auf diese Weise wird erreicht, dass zwischen der Anschlagfläche
am Meißelhalter einerseits und der Verschleißscheibe andererseits keine zum Verschleiß
führende Relativbewegung stattfindet. Der Abrieb aufgrund des sich drehenden Fräsmeißels
erfolgt praktisch ausschließlich zwischen dem Fräsmeißel und der Verschleißscheibe.
Die Anschlagfläche am Meißelhalter bleibt somit weitgehend verschleißfrei.
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fräsmeißelanordnung der betreffenden Art
in Hinblick auf die Montage- und Wartungsfreundlichkeit zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Fräsmeißelanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Bevorzugte und vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand
der vom Anspruch 1 abhängigen Ansprüche. Die Lösung der Aufgabe erstreckt sich gemäß
den nebengeordneten Ansprüchen auch auf eine Verschleißscheibe zur Verwendung in einer
erfindungsgemäßen Fräsmeißelanordnung, sowie auf einen Fräsmeißel mit einer solchen
vormontierten Verschleißscheibe.
[0006] Eine erfindungsgemäße Fräsmeißelanordnung umfasst einen Meißelhalter, der an einer
Fräswalze befestigbar oder befestigt ist, einen am Meißelhalter befestigten Fräsmeißel,
der mit seinem Fräsmeißelschaft (in der Regel ein Rundschaft) in einer Meißelhalterbohrung
des Meißelhalters (Standardhalter oder Wechselhalter) einsitzt und der sich um seine
Längsachse drehen kann, und eine Verschleißscheibe, die verdrehsicher zwischen einer
Anschlagfläche des Meißelhalters und dem Fräsmeißelkopf des Fräsmeißels angeordnet
ist. Es ist vorgesehen, dass die Verdrehsicherung zwischen der Verschleißscheibe und
dem Meißelhalter durch wenigstens eine am Außenumfang bzw. Außenumriss der Verschleißscheibe
ausgebildete Nut bzw. Einkerbung und eine am Meißelhalter ausgebildete und in diese
Nut eingreifende Führung bewerkstelligt ist. Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Verschleißscheibe
am Außenumfang mehrere Nuten aufweist, in die jeweils eine korrespondierende Führung
am Meißelhalter eingreift.
[0007] Bezüglich des Außenumfangs der Verschleißscheibe hat eine Nut eine nach innen weisende
Orientierung (Hauptrichtung). Insbesondere hat eine Nut bezüglich der Längsachse des
Fräsmeißels oder bezüglich der zentralen Bohrung der Verschleißscheibe (für die Durchführung
des Fräsmeißelschafts) im Wesentlichen eine radiale Orientierung. Bevorzugt weist
die Nut in der Draufsicht eine zumindest angenäherte Trapezform auf, wobei sich die
seitlichen Nutflanken in etwa radial erstrecken.
[0008] Die erfindungsgemäße Fräsmeißelanordnung hat viele Vorteile. Ein wesentlicher Vorteil
ist eine sehr gute Montage- und Wartungsfreundlichkeit, was wesentlich auf das vorgeschlagene
System der korrespondierenden Formschlusselemente zurückzuführen ist. Ein weiterer
Vorteil ist z. B. in der kostengünstigen Herstellbarkeit der Verschleißscheibe zu
sehen.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Verschleißscheibe
bezüglich einer Grundfläche wenigstens einen außenliegenden Zusatzflächenbereich aufweist,
in dem wenigstens eine Nut ausgebildet ist. Die Grundfläche dient der Anlage der Verschleißscheibe
an die Anschlagfläche des Meißelhalters sowie der Auflage des Fräsmeißelkopfs auf
der gegenüberliegenden Seite. Die Grundfläche weist eine zentrale Bohrung auf, die
zur Durchführung des Fräsmeißelschafts vorgesehen ist, um diesen in die Meißelhalterbohrung
einstecken zu können. Bevorzugt ist die Grundfläche bezüglich einer Draufsicht in
etwa kreisringförmig ausgebildet.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass der wenigstens eine außenliegende
Zusatzflächenbereich der Verschleißscheibe als teilweiser oder vollständiger Kantenschutz
für die Anschlagfläche des Meißelhalters ausgebildet ist.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass der außenliegende Zusatzflächenbereich
der Verschleißscheibe bezüglich der Grundfläche abgewinkelt bzw. abgekantet ausgebildet
ist. Die Abwinklung erfolgt insbesondere entlang einer gekrümmten Linie. Ferner weist
der Zusatzflächenbereich insbesondere eine räumlich gekrümmte Fläche auf.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Grundfläche der Verschleißscheibe
mit einer Flächenwölbung (Bombierung) ausgebildet ist. Diese Flächenwölbung dient
einerseits zur Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen der Verschleißscheibe und der
Anschlagfläche des Meißelhalters, was zu einer niedrigeren Flächenpressung führt,
sowie andererseits auch zur vereinfachten Zentrierung der Verschleißscheibe an der
Anschlagfläche.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Verschleißscheibe
einen in die Meißelhalterbohrung des Meißelhalters eingreifenden Kragen aufweist.
Bevorzugt ist dieser Kragen als die zentrale Bohrung umlaufender Kragen ausgebildet,
der in die Meißelhalterbohrung des Meißelhalters eingreifen kann, worüber eine Zentrierung
der Verschleißscheibe relativ zum Meißelhalter bewerkstelligt werden kann. Bevorzugt
ist die Meißelhalterbohrung des Meißelhalters mit einer korrespondierenden Zentrierfase
versehen.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Verschleißscheibe
einstückig aus einem Federstahlmaterial gebildet ist. Insbesondere ist die Verschleißscheibe
als Blechformteil bzw. Stanzteil hergerichtet, was hinsichtlich der Festigkeit und
der Herstellungskosten vorteilig ist.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass wenigstens eine am Meißelhalter
ausgebildete und in eine Nut der Verschleißscheibe eingreifende Führung einen Verschleißabschnitt
aufweist, der sich insbesondere in einer Längsrichtung des Fräsmeißels erstreckt.
Dies wird nachfolgend im Zusammenhang mit den Figuren noch näher erläutert.
[0016] Im Rahmen der Erfindung wird auch für eine Verschleißscheibe gemäß den vorausgehenden
Ausführungen zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen Fräsmeißelanordnung gesondert
Schutz beansprucht.
[0017] Ferner wird im Rahmen der Erfindung auch für einen Fräsmeißel mit einer vormontierten
Verschleißscheibe gesondert Schutz beansprucht. Eine solche Montageinheit stellt sicher,
dass bei jedem Meißelwechsel die Verschleißscheibe automatisch mit ersetzt wird. Die
zumindest temporäre Fixierung der Verschleißscheibe auf dem Fräsmeißelschaft kann
insbesondere durch eine einteilige oder mehrteilige Hülse bewerkstelligt werden, durch
die die Verschleißscheibe verliersicher am Fräsmeißelschaft gehaltert wird.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der Figuren weiter beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- zwei Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Fräsmeißelanordnung, jeweils in
perspektivischer Ansicht;
- Fig. 2
- die im Ausführungsbeispiel der Fig. 1a verwendete Verschleißscheibe, in verschiedenen
Ansichten;
- Fig. 3
- weitere Ausführungsbeispiele von Verschleißscheiben, jeweils in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 4
- eine erfindungsgemäße Fräsmeißelanordnung mit einem unverschlissenen und einem verschlissenen
Meißelhalter, jeweils in einer Seitenansicht;
- Fig. 5
- eine erfindungsgemäße Fräsmeißelanordnung mit einem Wechselhalter für den Fräsmeißel,
in einer Seitenansicht; und
- Fig. 6
- eine fertig hergerichtete Montageinheit eines Fräsmeißels mit einer daran befestigten
Verschleißscheibe, in einer perspektivischen Ansicht.
[0019] Die Merkmale der in den Figuren gezeigten und nachfolgend erläuterten Ausführungsbeispiele
können im Rahmen der Erfindung miteinander kombiniert werden, sofern sich hieraus
kein technischer Widerspruch ergibt. Gleiche oder funktionsgleiche Komponenten sind
mit den selben Bezugszeichen benannt, wobei den Bezugzeichen vereinzelt zur Unterscheidung
der Ausführungsbeispiele unterschiedliche Buchstaben angehängt sind.
[0020] Fig. 1a zeigt eine insgesamt mit 100 bezeichnete Fräsmeißelanordnung. Die Fräsmeißelanordnung
100 umfasst einen Meißelhalter 10 der an einer nicht dargestellten Fräswalze (oder
einem Rotor) befestigt ist. Am Meißelhalter 10 ist ein Fräsmeißel 20 befestigt, von
dem nur der Fräsmeißelkopf 21 mit der Fräsmeißelspitze 22 sichtbar ist. Der Fräsmeißel
20 sitzt mit einem runden Fräsmeißelschaft (siehe Fig. 6) in einer Meißelhalterbohrung
des Meißelhalters 10 ein und kann sich um seine Längsachse L (siehe Fig. 4) drehen.
Der Fräsmeißelkopf 21 des Fräsmeißels 20 stützt sich hierbei an einer Anschlagfläche
des Meißelhalters 10 ab (siehe auch Fig. 4).
[0021] Zwischen dem Fräsmeißelkopf 21 und dieser Anschlagfläche ist eine verdrehsichere
Verschleißscheibe 30 angeordnet. Die Verdrehsicherung der Verschleißscheibe 30 wird
durch eine am Außenumfang der Verschleißscheibe 30 ausgebildete Nut bzw. Einkerbung
31 und eine am Meißelhalter 10 ausgebildete und formschlüssig in diese Nut 31 eingreifende
Führung 11 bewerkstelligt. Die Führung 11 ist als Erhebung bzw. Höcker ausgebildet
(siehe z. B. Fig. 5) und weist zwei gegenüberliegende Führungsflanken 12 auf, die
im oberen Bereich mit Fasen 13 versehen sind, um die Montage zu vereinfachen. Der
Meißelhalter 10 ist einstückig ausgebildet.
[0022] Fig. 2a zeigt eine perspektivische Ansicht der Oberseite der im Ausführungsbeispiel
der Fig. 1a verwendeten Verschleißscheibe 30. Die Verschleißscheibe 30 ist einstückig
aus einem Blechmaterial gebildeten. Die Verschleißscheibe 30 weist eine annährend
kreisringförmige Grundfläche 32 auf, die eine zentrale Bohrung 33 zur Durchführung
des Fräsmeißelschafts umschließt. Die Grundfläche 32 kann nach oben oder unten bombiert
sein (nicht dargestellt). An der Grundfläche 32 ist ein außenliegender Zusatzflächenbereich
34 angeordnet, in dem die Nut 31 ausgebildet ist, wobei sich die Nut 31 in radialer
Richtung bis in die Grundfläche 32 hineinerstreckt (siehe auch Fig. 2b). Der Zusatzflächenbereich
34 ist entlang einer gekrümmten bzw. bogenförmigen Linie 36 bezüglich der Grundfläche
32 nach unten (bezüglich einer bevorzugten Einbauposition) abgewinkelt (siehe auch
Fig. 4a). Mit 35 ist eine umlaufende Fase am oberen Rand der zentralen Bohrung 33
bezeichnet.
[0023] Fig. 2b zeigt eine Draufsicht auf die Verschleißscheibe 30. In dieser Darstellung
ist sehr gut die bevorzugte Trapezform der Nut 31 zu erkennen. Die Übergänge 37 der
seitlichen Nutflanken zum Nutgrund 38 sind mit einem Radius ausgebildet. Der Nutgrund
38 ist als Bogen ausgebildet, wobei der Bogen bezüglich des Außenumrisses der Grundfläche
32 einen kleineren Radius aufweist. Mit 39 ist die Orientierung (Hauptrichtung) der
Nut 31 in radialer Richtung zum Mittelpunkt der Bohrung 33 angegeben.
[0024] Fig. 2c zeigt eine perspektivische Ansicht der Unterseite der Verschleißscheibe 30.
In dieser Darstellung ist sehr gut ein an der Unterseite die zentrale Bohrung 33 umlaufender
und nach unten weisender Kragen 36 zu erkennen, der in die Meißelhalterbohrung des
Meißelhalters 10 eingreifen kann, worüber insbesondere bei der Montage eine Zentrierung
der Verschleißscheibe 30 relativ zum Meißelhalter 10 herbeigeführt werden kann. Bevorzugt
ist die Meißelhalterbohrung im Meißelhalter 10 mit einer zum Kragen 36 korrespondierenden
Zentrierfase ausgebildet.
[0025] Der Zusatzflächenbereich 34 an der Verschleißscheibe 30 dient auch als teilweiser
Kantenschutz für die die Anschlagfläche am Meißelhalter 10 umlaufende Kante. Dies
ergibt sich sehr anschaulich aus der Fig. 1a.
[0026] Fig. 3c zeigt in einer perspektivischen Ansicht der Unterseite ein Ausführungsbeispiel
einer Verschleißscheibe 30C, bei der der Zusatzflächenbereich 34 als ein die Grundfläche
32 vollständig umgebender kragenförmiger Flächenabschnitt ausgebildet ist, der lediglich
durch die Nut 31 unterbrochen ist. Die Verschleißscheibe 30 weist hierdurch annähernd
eine Tellerform auf. Durch den kragenförmigen Zusatzflächenbereich 34 kann ein vollständiger
Kantenschutz für die umlaufende Kante an der Anschlagfläche des Meißelhalters erzielt
werden.
[0027] Fig. 3a zeigt, ebenfalls in einer perspektivischen Ansicht der Unterseite, ein weiteres
Ausführungsbeispiel einer Verschleißscheibe 30A, die im wesentlichen spiegelsymmetrisch
zum Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ausgebildet ist und die zwei gegenüberliegende
Zusatzflächenbereich 34a und 34b mit jeweils einer darin ausgebildeten Nut 31 a und
31 b aufweist. Fig. 1b zeigt die zu dieser Verschleißscheibe 30A gehörende Fräsmeißelanordnung
100A. Der Meißelhalter 10A weist zwei Führungen 11a und 11 b mit daran angeordneten
Führungsflanken 12a und 12b auf. Die Führung 11 b ist im oberen Bereich ebenfalls
mit Fasen 13b versehen. Die Verschleißscheibe 30A ließe sich prinzipiell auch in der
Fräsmeißelanordnung 100 der Fig. 1a einsetzen.
[0028] Fig. 3b zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Verschleißscheibe 30B, ebenfalls
in einer perspektivischen Ansicht der Unterseite, bei der der Zusatzflächenbereich
34 verhältnismäßig klein und kompakt ausgebildet ist. Fig. 4 zeigt die zu dieser Verschleißscheibe
30B gehörende Fräsmeißelanordnung 100B, wobei sich die Verschleißscheibe 30B prinzipiell
auch in den Fräsmeißelanordnungen 100 und 100A der Fig. 1a und 1b einsetzen ließe.
[0029] Fig. 4a zeigt ein weiteres mit 100B bezeichnetes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Fräsmeißelanordnung, in die beispielhaft eine Verschleißscheibe 30B gemäß der Fig.
3b eingesetzt ist. Abweichend zum Ausführungsbeispiel der Fig. 1a ist hier die Führung
11 B am Meißelhalter 10B bezüglich des mit seiner Längsachse L geneigten Fräsmeißels
20 quasi unterhalb des Fräsmeißelkopfs 21 angeordnet. Ebenso könnte eine Führung 11B
bezüglich des Fräsmeißelkopfs auch seitlich am Meißelhalter 108 angeordnet sein, was
für alle Ausführungsbeispiele gilt.
[0030] Bei den in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemäßen Fräsmeißelanordnung
ist vorgesehen, dass die am Meißelhalter ausgebildete und in die Nut der Verschleißscheibe
eingreifende Führung mit einem definierten Verschleißabschnitt ausgebildet ist. Dies
wird nachfolgend anhand der Fig. 4 näher erläutert.
[0031] Wie in der Seitenansicht der Fig. 4a verdeutlicht, weist der Meißelhalter 10B einen
näherungsweise zylindrisch ausgebildeten Abschnitt 16 auf, an dessen oberen Ende die
Anschlagfläche 15 ausgebildet ist. Dieser als Verschleißabschnitt dienende Abschnitt
16 umfasst auch die Führung 11B. Der zulässige Verschleißweg (Sollverschleißweg) ist
mit S angegeben. Ein solcher Verschleißabschnitt 16 ist auch bei den anderen Ausführungsbeispielen
vorgesehen. Der Verschleißabschnitt 16 ermöglicht, dass z. B. auch herkömmliche mit
dem Fräsmeißel 20 mitdrehende Verschleißscheiben eingesetzt werden können, was dann
jedoch zu einem Verschleiß bzw. Abrieb (wie eingangs erläutert) des Verschleißabschnitts
16 führt. Innerhalb des Verschleißabschnitts 16 kann unabhängig vom momentanen Verschleißzustand
der Formschluss zwischen der Nut einer drehfesten Verschleißscheibe (gemäß den vorausgehenden
Erläuterungen) und der Führung 11B gewährleistet werden, falls eine solche drehfeste
Verschleißscheibe eingesetzt werden soll.
[0032] Fig. 4b zeigt die Fräsmeißelanordnung 100B mit 3aufgebrauchtem" Verschleißabschnitt
16, wobei die Fräsmeißelanordnung 100B immer noch mit der gezeigten verdrehsicheren
Verschleißscheibe 30B betrieben werden kann, wozu die Führung 11B entsprechend ausgebildet
ist, indem die Führungsflanken 12 bezüglich der Längsachse L bis unter die Anschlagfläche
15 ragen. Von dem Verschleiß ist ebenfalls die Führung 11B betroffen, wie in Fig.
4b gezeigt. Die Nut 31 der Verschleißscheibe 30B (selbiges gilt auch für die anderen
Ausführungsbeispiele) ist so ausgeführt, dass eine Kollision mit der verschlissenen
Oberkante der Führung 11B ausgeschlossen ist. Dies wird zum Teil auch durch die Abwinklung
des Zusatzflächenbereichs 34 bewerkstelligt. In der Fig. 4a ist diese Abwinklung gegenüber
der Grundfläche der Verschleißscheibe 30B bzw. gegenüber der Ebene der Anschlagfläche
15 am Meißelhalter 10B veranschaulicht (siehe Winkel Alpha). Die Abwinklung bzw. Neigung
führt auch zu einem besseren Eingriff der Führung 11A in die Nut, da die effektive
Eingriffslänge verlängert wird.
[0033] Fig. 5 zeigt eine erfindungsgemäße Fräsmeißelanordnung 100C bei der der Meißelhalter
als zweiteiliger Meißelwechselhalter 10a/10b ausgeführt ist. Die Anschlagfläche 15,
die Führung 11 und der Verschleißabschnitt 16 sind am wechselbaren Oberteil 10b angeordnet.
Das Oberteil 10b ist einstückig ausgebildet.
[0034] Fig. 6 zeigt eine fertig und insbesondere verkaufs- und/oder vertriebsfertig hergerichtete
Montageinheit eines Fräsmeißels 20 mit einer daran befestigten Verschleißscheibe 30,
in einer perspektivischen Ansicht. Der Fräsmeißelkopf ist mit 21 und der als Rundschaft
ausgebildete Fräsmeißelschaft ist mit 23 bezeichnet. Der Fräsmeißelkopf 21 weist eine
in der Regel aus einem Hartmetall gebildete Fräsmeißelspitze 22 auf. Auf dem Fräsmeißelschaft
23 ist die Verschleißscheibe 30 vormontiert und mittels einer Hülse 40 verliersicher
gehaltert. Hierdurch ist auch der Verlust der Verschleißscheibe 30 bei der Montage
bzw. beim Austausch des Fräsmeißels 20 ausgeschlossen.
1. Fräsmeißelanordnung (100) für eine Bodenfräse, beispielsweise eine Kaltfräse, einen
Bodenstabilisierer/Recycler oder einen Bergbaubohrer, umfassend:
- einen Meißelhalter (10), der an einer Fräswalze befestigbar oder befestigt ist,
- einen am Meißelhalter befestigten Fräsmeißel (20), der mit seinem Fräsmeißelschaft
(23) in einer Meißelhalterbohrung des Meißelhalters (10) einsitzt und sich um seine
Längsachse (L) drehen kann, und
- eine Verschleißscheibe (30), die verdrehsicher zwischen einer Anschlagfläche (15)
des Meißelhalters (10) und dem Fräsmeißelkopf (21) des Fräsmeißels (20) angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verdrehsicherung zwischen der Verschleißscheibe (30) und dem Meißelhalter (10)
durch wenigstens eine am Außenumfang der Verschleißscheibe (30) ausgebildete Nut (31)
und eine am Meißelhalter (10) ausgebildete und in diese Nut (31) eingreifende Führung
(11) bewerkstelligt ist.
2. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verschleißscheibe (30) bezüglich einer Grundfläche (32) wenigstens einen außenliegenden
Zusatzflächenbereich (34) aufweist, in dem wenigstens eine Nut (31) ausgebildet ist.
3. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der außenliegende Zusatzflächenbereich (34) als Kantenschutz für die Anschlagfläche
(15) des Meißelhalters (10) ausgebildet ist.
4. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der außenliegende Zusatzflächenbereich (34) bezüglich der Grundfläche (32) abgewinkelt
ausgebildet ist.
5. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Grundfläche (32) mit einer Flächenwölbung ausgebildet ist.
6. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verschleißscheibe (30) einen in die Meißelhalterbohrung des Meißelhalters (10)
eingreifenden Kragen (36) aufweist.
7. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verschleißscheibe (30) einstückig aus einem Federstahlmaterial gebildet ist.
8. Fräsmeißelanordnung (100) gemäß einem der vorausgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die am Meißelhalter (10) ausgebildete und in die Nut (31) der Verschleißscheibe (30)
eingreifende Führung (11) einen Verschleißabschnitt (S) aufweist.
9. Verschleißscheibe (30) mit den in einem der Ansprüche 1 bis 7 angegebenen Merkmalen,
zur Verwendung in einer Fräsmeißelanordnung (100) gemäß einem vorausgehenden Ansprüche.
10. Fräsmeißel (10) mit einer vormontierten Verschleißscheibe (30) gemäß den in einem
der Ansprüche 1 bis 7 angegebenen Merkmalen, wobei die vormontierte Verschleißscheibe
(30) mittels einer Hülse (40) am Fräsmeißelschaft (23) des Fräsmeißels (10) zumindest
temporär gehaltert ist.