[0001] Die Erfindung betrifft eine Ladevorrichtung zum Laden einer Waffe mit geteilter Munition,
mit einer Ansetzfläche zum Ansetzen eines Geschosses in dessen Ansetzstellung im Ladungsraum
der Waffe. Weitere Gegenstände der Erfindung bilden ein Geschütz mit einer einen Ladungsraum
aufweisenden Waffe und einer Ladevorrichtung zum Laden der Waffe sowie ein Verfahren
zum Laden einer Waffe mit einer Ladevorrichtung.
[0002] Geschütze mit Waffen größeren Kalibers, wie beispielsweise Artilleriegeschütze, Haubitzen
usw., werden häufig mit geteilter Munition bestehend aus dem eigentlichen Geschoss
und den zur Beschleunigung des Geschosses zündbaren Treibladungen betrieben. Im Gegensatz
zu patronierter Munition werden das Geschoss und die Treibladungen getrennt voneinander
in den Ladungsraum der Waffe eingebracht, so dass die Treibladungsmenge durch die
Anzahl der verwendeten Treibladungen situationsabhängig variiert werden kann.
[0003] Zum Laden der Waffe wird zunächst das Geschoss über eine oftmals als Ansetzer bezeichnete
Ladevorrichtung in eine Ansetzstellung im Ladungsraum der Waffe befördert. Hierzu
wird das Geschoss zunächst in eine Position hinter der Waffe verbracht und anschließend
über eine Ansetzfläche des Ansetzers in den Ladungsraum der Waffe befördert. Nachdem
das Geschoss in den Ladungsraum befördert wurde, wird der Ansetzer aus dem Ladungsraum
zurückgezogen und anschließend in einem weiteren Schritt die Treibladungen hinter
dem Geschoss angeordnet.
[0004] In diesem Zusammenhang hat es sich hinsichtlich der erreichbaren Kadenzen als nachteilig
erwiesen, dass zunächst die Ladevorrichtung aus dem Ladungsraum der Waffe herausgezogen
werden muss und erst dann die Treibladungen in den Ladungsraum eingebracht werden
können, was mit einem vergleichsweise großen Zeitaufwand verbunden ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Ladevorrichtung, ein Geschütz sowie ein Verfahren der
eingangs genannten Art hinsichtlich der erreichbaren Kadenzen zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Ladevorrichtung der eingangs genannten Art durch eine
Treibladungsaufnahme zur Aufnahme einer oder mehrerer Treibladungen
gelöst.
[0007] Durch die an der Ladevorrichtung vorgesehene Treibladungsaufnahme ist es möglich,
beim Ansetzen eines Geschosses gleichzeitig auch die Treibladungen in den Ladungsraum
der Waffe zu befördern. In der Treibladungsaufnahme können mehrere Treibladungen angeordnet
werden, die beim Ansetzen des Geschosses in einem Schritt gemeinsam mit dem Geschoss
in den Ladungsraum der Waffe eingebracht werden, wodurch sich die Waffe rasch aufmunitionieren
und eine erhöhte Kadenz bzw. schnelle Schussfolge realisieren lässt.
[0008] In konstruktiver Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die Ansetzfläche an einer
Stirnseite der Treibladungsaufnahme angeordnet ist. Die Stirnseite der Treibladungsaufnahme
kann im Wesentlichen quer zu der Rohrseelenachse der Waffe ausgerichtet sein und eine
Druckfläche zum Ansetzen des Geschosses bilden.
[0009] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Ansetzfläche an der in Ansetzrichtung betrachtet
vorderen Stirnseite der Treibladungsaufnahme angeordnet ist. Mit Hilfe dieser Lösung
befinden sich die Treibladungen in einer Position nahe jener des Geschossbodens. Die
Ansetzfläche kann ferner derart ausgebildet sein, dass sie zum Ansetzen des Geschosses
in dessen Ansetzstellung in den Ladungsraum der Waffe einbringbar ist. Mit einer an
der vorderen Stirnseite der Treibladungsaufnahme angeordneten Ansetzfläche kann das
Einbringen des Geschosses in den Ladungsraum der Waffe nach Art eines Druckstempels
erfolgen.
[0010] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Treibladungsaufnahme
schalenförmig ausgebildet ist. Bei einer nach oben offenen, schalenförmigen Treibladungsaufnahme
können die Treibladungen von oben her in die Treibladungsaufnahme eingesetzt werden.
Durch die Schalenform kann eine definierte Lage der Treibladungen in der Treibladungsaufnahme
erreicht werden. In einem Aufnahmeraum, der sich entlang der Innenseite der Treibladungsaufnahme
erstreckt, können die Treibladungen aufgenommen werden.
[0011] In diesem Zusammenhang wird weiter vorgeschlagen, dass die Außenkontur der Treibladungsaufnahme
die Form eines Kreisbogens aufweist. Die Kreisbogenkontur kann an die Innenkontur
des Ladungsraums der Waffe angepasst sein. Beispielsweise kann die Anpassung derart
gewählt sein, dass sich zwischen der Außenkontur und der Innenkontur in der Endstellung
der Ladervorrichtung über deren Länge betrachtet im Wesentlichen gleich bleibende
Spalte ergeben. Die Treibladungsaufnahme kann als teilzylindrische Schale bzw. teilzylindrisches
Rohr ausgestaltet sein.
[0012] Bevorzugt ist die Innenkontur der Treibladungsaufnahme an die Außenkontur der Treibladung
angepasst. Insbesondere kann die Anpassung derart gewählt sein, dass die Treibladung
flächig an der Innenkontur der Treibladungsaufnahme anliegt, wodurch sich eine definierte
Lage der Treibladung ergibt.
[0013] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Innenkontur der Treibladungsaufnahme die Form
eines Kreisbogens aufweist. Der Radius dieses Kreisbogens kann im Wesentlichen dem
Radius der Treibladungen entsprechen.
[0014] Von konstruktivem Vorteil ist eine Ausgestaltung der Treibladungsaufnahme, bei der
der Radius der Innenkontur kleiner ist als der Radius der Außenkontur. Ebenfalls von
konstruktivem Vorteil ist eine Ausgestaltung, bei der die Kreismittelpunkte der Außen-
und Innenkontur derart gegeneinander versetzt angeordnet sind, dass der Querschnitt
der Treibladungsaufnahme sichelförmig ist. Eine im Querschnitt sichelförmige Treibladungsaufnahme
ermöglicht an ihrer Breitseite eine größere konstruktive Freiheit. An dieser materialstärkeren
Seite können insbesondere weitere Anbauteile oder Verbindungen zu solchen angeordnet
werden.
[0015] In diesem Zusammenhang wird weiter vorgeschlagen, dass die Ansetzfläche zumindest
teilweise von einem Ansetzriegel gebildet wird. Durch einen bewegbar angelenkten Ansetzriegel
kann die stirnseitige Ansetzfläche vergrößert werden. Die Treibladungsaufnahme kann
durch Bewegen des Ansetzriegels zum Ladungsraum der Waffe hin geöffnet werden, so
dass die Treibladungen aus der Treibladungsaufnahme in den Ladungsraum befördert werden
können. Im geschlossenen Zustand kann der Ansetzriegel zum Ansetzen eines Geschosses
in dessen Ansetzstellung Verwendung finden.
[0016] In diesem Zusammenhang wird weiter vorgeschlagen, dass das eine Ende des Ansetzriegels
über ein Scharnier schwenkbar, insbesondere an einer Stirnseite der Treibladungsaufnahme
angelenkt ist. Von konstruktivem Vorteil ist eine Ausgestaltung, bei der das Scharnier
an der Breitseite der sichelförmigen Treibladungsaufnahme angeordnet ist.
[0017] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Treibladungsaufnahme ein Gegenlager zur druckfesten
Abstützung des anderen Endes des Ansetzriegets umfasst. Bevorzugt ist das Gegenlager
an der Schmalseite der im Querschnitt sichelförmigen Treibladungsaufnahme angeordnet.
[0018] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Gegenlager an der Treibladungsaufnahme
dem Scharnier diametral entgegengesetzt angeordnet ist. Es ergibt sich eine Zwei-Punkt-Lagerung
gebildet aus Scharnier und Gegenlager.
[0019] In Bezug auf ein Geschütz der eingangs genannten Art wird zur
Lösung der vorstehend genannten Aufgabe vorgeschlagen, dass die Ladevorrichtung derart ausgestaltet
ist, dass diese zum Laden der Waffe in den Ladungsraum der Waffe einführbar ist.
[0020] Durch die in den Ladungsraum der Waffe einführbare Ladevorrichtung ist es möglich,
beim Ansetzen eines Geschosses in einem Schritt auch die Treibladungen in den Ladungsraum
der Waffe zu befördern. Zum Einbringen der Treibladungen ist es nicht erforderlich,
die Ladevorrichtung zunächst aus dem Ladungsraum zu entfernen. Sowohl das Geschoss
als auch die Treibladungen können quasi zeitgleich in den Ladungsraum der Waffe eingebracht
werden, wodurch sich eine erhöhte Kadenz realisieren lässt.
[0021] Von konstruktivem Vorteil ist eine Ausgestaltung, nach welcher die Außenkontur der
Ladevorrichtung an die Innenkontur des Ladungsraums angepasst ist. Mit einer solchen
Ausgestaltung können die benachbarten Flächen aneinander entlang gleiten, wodurch
sich eine Führung der Ladevorrichtung innerhalb des Ladungsraums erreichen lässt,
wodurch sich letztlich eine verbesserte Reproduzierbarkeit beim Ansetzen des Geschosses
ergibt.
[0022] Bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der der Ladungsraum in Richtung der Rohrselenachse
der Waffe aufweitet, wobei die Außenkontur der Ladevorrichtung an die Aufweitung der
Waffe angepasst ist. Eine derartig an die Innenkontur des Ladungsraums angepasste
Ladevorrichtung kann durch Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raums materialstärkere
Außenwände aufweisen, wodurch die Ladevorrichtung stabiler und steifer ausgebildet
werden kann.
[0023] Ferner wird vorgeschlagen, dass das Geschütz einen Rückhalter aufweist, der hinter
den Aufnahmeraum der Treibladungsaufnahme bewegbar ist. Ein derartiger Rückhalter
kann in den Bereich hinter den Treibladungen gebracht werden, so dass die Treibladungen
beim Zurückziehen der Ladevorrichtung aus dem Ladungsraum über den Rückhalter innerhalb
des Ladungsraums der Waffe gehalten werden. Der Rückhalter kann in den Ladungsraum
der Waffe einführbar sein. Alternativ kann der Rückhalter aber auch vor das ladeseitige
Ende des Ladungsraums bewegbar sein. Der Rückhalter kann auch durch einen Verschlusskeil
der Waffe gebildet werden, der zumindest teilweise vor das ladeseitige Ende des Waffenrohrs
gefahren ist.
[0024] In Bezug auf ein Verfahren der eingangs genannten Art wird zur
Lösung der vorstehend genannten Aufgabe vorgeschlagen, dass die Ladevorrichtung in den Ladungsraum
der Waffe eingeführt wird.
[0025] Da die Treibladungen beim Einführen der Ladevorrichtung in den Ladungsraum gemeinsam
mit dem Geschoss in diesen eingebracht werden, lässt sich bei einem derartigen Verfahren
eine verbesserte Kadenz erzielen. Es ist nicht erforderlich, zunächst einen Ansetzer
aus dem Ladungsraum der Waffe zu entfernen, um erst dann die Treibladungen einbringen
zu können. Vielmehr können die Treibladungen und das Geschoss in einem Schritt eingebracht
werden.
[0026] Bevorzugt ist ein Verfahren, beim dem die Treibladungen beim Ansetzen des Geschosses
in den Ladungsraum eingebracht werden. Das Geschoss und die Treibladungen lassen sich
quasi zeitgleich in einer Bewegung in den Ladungsraum der Waffe einbringen.
[0027] Besonders vorteilhaft ist ein Verfahren, bei dem die Treibladungen beim Rückzug der
Ladungsvorrichtung aus dem Ladungsraum über den Rückhalter in dem Ladungsraum gehalten
werden. Da der Rückhalter lediglich die Treibladungen, nicht aber die Ladevorrichtung
hält, können die Treibladungen beim Rückzug der Ladungsvorrichtung aus dem Ladungsraum
im Ladungsraum gehalten werden. Es ergibt sich eine Relatiwerschiebung der Treibladungen
gegenüber der Ladervorrichtung. Die Ladevorrichtung kann unter den Treibladungen hinweg
aus dem Ladungsraum der Waffe herausgezogen werden kann, während die Treibladungen
an dem Rückhalter anliegend im Ladungsraum der Waffe verbleiben.
[0028] In weiterer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass sich der Ansetzriegel beim Rückzug
der Ladevorrichtung aus dem Ladungsraum durch die über den Rückhalter gehaltenen Treibladungen
öffnet. Beim Herausziehen der Ladevorrichtung aus dem Ladungsraum kann der Ansetzriegel
dabei derart geöffnet werden, dass er flach an der Wand des Ladungsraums der Waffe
anliegt und an den über den Rückhalter ortsfest gehaltenen Treibladungen vorbeigezogen
werden kann.
[0029] Damit sich der Ansetzriegel beim Rückzug der Ladevorrichtung aus dem Ladungsraum
der Waffe selbsttätig öffnen kann, wird weiter vorgeschlagen, dass im Ladungsraum
zwischen dem Boden des Geschosses und der Ansetzfläche der Ladevorrichtung ein Freiraum
vorhanden ist, in welchen der sich öffnende Ansetzriegel einschwenken kann. In weiterer
Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die axiale Lange dieses Freiraums zumindest
gleich der Länge des Ansetzriegels ist.
[0030] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen von Ausführungsbeispielen erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine Ladevorrichtung mit einem Geschoss und mehreren Treibladungen in perspektivischer
Ansicht,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Teilansicht der Ladevorrichtung gemäß der Darstellung in Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch die in der Fig. 1 dargestellte Ladevorrichtung und den Ladungsraum
der Waffe,
- Fig. 4
- eine Ladevorrichtung mit geschlossenem Ansetzriegel,
- Fig. 5
- eine Ladevorrichtung mit teilweise geöffnetem Ansetzriegel,
- Fig. 6
- die Ladevorrichtung aus Fig. 5 in einer Draufsicht,
- Fig. 7
- eine Schnittansicht einer Waffe im aufmunitionierten Zustand und
- Fig. 8
- eine Schnittansicht einer unmunitionierten Waffe.
[0031] Fig. 1 zeigt in perspektivischer Ansicht eine erfindungsgemäße Ladevorrichtung 2
zum Laden einer Waffe mit geteilter Munition bestehend aus einem Geschoss 1 und einer
Anzahl von beim Ausführungsbeispiel insgesamt sechs Treibladungen 4.
[0032] Die Ladevorrichtung 2 besteht aus einer Ansetzfläche 3 zum Ansetzen des Geschosses
1 und einer in baulicher Einheit dahinterliegend angeordneten Treibladungsaufnahme
8, worauf nachfolgend im Einzelnen eingegangen werden wird.
[0033] Die Ansetzfläche 3 ist stirnseitig an der Treibladungsaufnahme 8 angeordnet und dient
nach Art eines Druckstempels zum Ansetzen des Geschosses 1 in dessen Ansetzstellung
im Ladungsraum 10 einer Waffe 11, vgl. auch Fig. 8. Über die Ansetzfläche 3 wird ein
Ansetzdruck auf den Boden des Geschosses 1 aufgebracht und das Geschoss 1 auf diese
Weise in dessen Ansetzstellung innerhalb des Ladungsraums 10 befördert.
[0034] Wie insbesondere die vergrößerte Darstellung in Fig. 2 erkennen lässt, ist die Ansetzfläche
3 als ein ebener Ansetzriegel 9 ausgebildet, welcher über ein Scharnier 7 schwenkbar
an der Stirnseite der Treibladungsaufnahme 8 angelenkt ist.
[0035] In Ansetzrichtung betrachtet hinter der Ansetzfläche 3 erstreckt sich die Treibladungsaufnahme
8, die einen Aufnahmeraum zur Aufnahme einer oder mehrerer Treibladungen 4 aufweist.
Der Aufnahmeraum der Treibladungsaufnahme 8 ist in der Darstellung gemäß Fig. 2 frontseitig
über den Ansetzriegel 9 geschlossen. Das hintere Ende des Aufnahmeraums ist offen
gestaltet.
[0036] Die Treibladungsaufnahme 8 ist nach Art einer nach oben offenen, teilzylindrische
Auflageschale gestaltet, auf deren Oberseite die Treibladungen 4 in axialer Richtung
verschiebbar aufliegen. Der Radius R der Außenkontur der Treibladungsaufnahme 8 ist
größer als der Radius r der Innenkontur bzw. der Auflagefläche der Treibladungsaufnahme
8. Die Kreismittelpunkte der Außenkontur und der Innenkontur sind gegeneinander versetzt
angeordnet, vgl. Fig. 3. Durch diesen Versatz der Kreismittelpunkte ergibt sich ein
sichelförmiger Querschnitt der Treibladungsaufnahme 8 mit einer materialstärkeren
Breitseite und einer materialschwächeren Schmalseite.
[0037] Der als Scharnier ausgebildete Ansetzriegel 9 ist auf der materialstärkeren Breitseite
Treibladungsaufnahme 8 frei schwenkbar angelenkt. Auf der diametral gegenüberliegenden
Schmalseite der Treibladungsaufnahme 8 befindet sich ein Gegenlager 6, an welchem
sich das frei schwenkbare Ende des geschlossenen Riegels 9 druckfest abstützt. Das
Gegenlager 6 und das Scharnier 7 befinden sich in einer horizontalen Ebene, die durch
den Mittelpunkt des Querschnitts der Treibladungsaufnahme 8 verläuft. Somit erstreckt
sich der Ansetzriegel 9 in seiner geschlossenen Stellung entlang einer Mittelpunktsgeraden
vom Scharnier 7 über den Kreismittelpunkt der Außenkontur der Treibladungsaufnahme
8 hin zum Gegenlager 6.
[0038] Der Ansetzriegel 9 ist von insgesamt balkenförmiger Geometrie und weist eine Dicke
auf, die im Wesentlichen der Dicke der Breitseite der Treibladungsaufnahme 8 entspricht.
Daher kann der Ansetzriegel 9 derart aufgeschwenkt werden, dass er in seiner Offenstellung
in Ansetzrichtung betrachtet nicht über die Breitseite der Treibladungsaufnahme 8
hervorsteht. Der Ansetzriegel 9 liegt in seiner Offenstellung verdeckt hinter dem
Material der Breitseite.
[0039] Wie die Darstellung in Fig. 3 weiter erkennen lässt, ist die Auflagefläche der Treibladungsaufnahme
8 derart an die zylindrische Geometrie der Treibladungen 4 angepasst, dass diese flächig
auf der Aufnahmefläche aufliegen. Dabei sind die Treibladungen 4 auf der Treibladungsaufnahme
8 exzentrisch zur Rohrseelenachse A der Waffe positioniert, vgl. auch Fig. 8.
[0040] Wie die Darstellungen in den Fign. 7 und insbesondere 8 erkennen lassen, weitet sich
der Ladungsraum 10 entlang der Rohrselenachse A in Richtung des ladeseitigen Endes
der Waffe 11 auf. Dementsprechend ist der Rohrdurchmesser D1 an einer Stelle im Inneren
des Ladungsraums 10 kleiner als der Rohrdurchmesser D2 im Bereich des ladeseitigen
Endes des Ladungsraums 10, vgl. Fig. 8. Um auch hohe Ansetzkräfte übertragen zu können,
folgt der Querschnitt der Treibladungsaufnahme 8 dieser Aufweitung. Durch diese Anpassung
der Außenkontur der Ladevorrichtung 2 an die Innenkontur des Ladungsraums 10 wird
eine erhöhte Druckfestigkeit der Treibladungsaufnahme 8 erreicht.
[0041] In der Fig. 7 sind Teile eines Geschützes mit einer Waffe 11 dargestellt, die einen
über einen Verschlusskeil 12 schließbaren Ladungsraum 10 aufweist. Innerhalb des Ladungsraums
10 sind ein Geschoss 1 und sechs Treibladungen 4 zu erkennen. Der Verschlusskeil 12
befindet sich in seiner geschlossenen Stellung, in der er den Ladungsraum 10 ladeseitig
vollständig abschließt, so dass das Geschoss 1 verschossen werden kann.
[0042] Anhand der Figuren 4 bis 7 soll im Folgenden ein Verfahren zum Laden einer Waffe
11 mit der Ladevorrichtung 2 näher erläutert werden.
[0043] In einem ersten Schritt werden die Treibladungen 4 in die Treibladungsaufnahme 8
der Ladevorrichtung 2 eingebracht. Dazu werden die Treibladungen 4 von oben in den
Aufnahmeraum der Treibladungsaufnahme 8 eingelegt, so dass sie auf der Auflagefläche
13 aufliegen. Dabei können die Treibladungen 4 an der Rückseite des Ansetzriegels
9 anliegen oder aber in einem Abstand zu diesem angeordnet werden.
[0044] Das Geschoss 1 wird vor der Ansetzfläche 3, insbesondere vor dem Ansetzriegel 9,
der Ladevorrichtung 2 positioniert. Anschließend wird die Ladevorrichtung 2 einschließlich
der darin aufgenommenen Treibladungen 4 sowie das Geschoss 1 in eine Stellung hinter
dem Ladungsraum 10 verbracht, in der sie sich in axialer Fluchtung mit der durch den
Ladungsraum 10 verlaufenden Rohrseelenachse A befinden.
[0045] In einem nächsten Schritt wird die Ladevorrichtung 2 zum Ansetzen des Geschosses
1 mit großer Geschwindigkeit in den Ladungsraum 10 der Waffe 11 eingeführt. Dabei
beschleunigt die Ladevorrichtung 2 über den Ansetzriegel 9 das Geschoss 1 in Richtung
seiner Ansetzstellung innerhalb des Ladungsraums 10. Die Ladevorrichtung 2 wird dabei
soweit in den Ladungsraum der Waffe eingeführt, dass auch die Treibladungen 4 in den
Ladungsraum 10 der Waffe 11 eingebracht werden.
[0046] Nach dem Ansetzen wird die Ladevorrichtung 2 aus dem Ladungsraum 10 entfernt, wobei
sowohl das Geschoss 1 als auch die Treibladungen 4 im Ladungsraum verbleiben. Hierzu
wird die Ladevorrichtung 2 unter den Treibladungen 4 hindurch aus dem Ladungsraum
10 herausgezogen. Um eine Mitnahme der auf der Treibladungsaufnahme 8 aufliegenden
Treibladungen 4 zu verhindern, werden die Treibladungen 4 über einen Rückhalter 12
in dem Ladungsraum 10 gehalten. Der Rückhalter 12 kann, wie in Fig. 7 dargestellt,
durch den Verschlusskeil der Waffe 11 gebildet werden, der vor dem Rückzug der Ladevorrichtung
2 aus dem Ladungsraum 10 in eine Stellung verfahren wird, in welcher dieser das ladeseitige
Ende des Ladungsraums 10 zumindest teilweise verschließt. Die verbleibende Öffnung
des Laderaums 10 ist derart bemessen, dass sich die Ladevorrichtung 2 durch die Öffnung
aus dem Ladungsraum entfernen lässt, die Treibladungen 4 hingegen innerhalb des Ladungsraums
10 gehalten werden. In einer alternativen Ausgestaltung können die Treibladungen 4
anstelle des Verschlusskeils 12 auch durch einen separaten Rückhalter im Ladungsraum
10 der Waffe 11 gehalten werden.
[0047] Nachdem die Ladevorrichtung 2 aus dem Ladungsraum 10 entfernt wurde, kann der Verschlusskeil
12 der Waffe 11 vollständig geschlossen werden. Dazu kann der Verschlusskeil 12 von
der teilweise geschlossenen Stellung zum Entfernen der Ladevorrichtung 2 aus dem Ladungsraum
10 in eine vollständig geschlossene Stellung überführt werden, in der er das ladeseitige
Ende des Ladungsraums 10 vollständig abdichtet. Dieser aufmunitionierte Zustand der
Waffe 11 ist in Fig. 7. dargestellt.
[0048] Wie in Fig. 5 dargestellt, wird der Ansetzriegel 9 beim Rückzug der Ladevorrichtung
2 aus dem Ladungsraum 10 durch den Druck der über den Rückhalter 12 gehaltenen Treibladungen
4 auf die Innenseite des Ansetzriegels 9 selbsttätig aufgeschwenkt. Die Treibladungen
4 werden beim Rückzug der Ladevorrichtung 2 über den Rückhalter 12 im Ladungsraum
10 gehalten, wodurch sich eine Relativbewegung zwischen der Ladevorrichtung 2 und
den Treibladungen 4 ergibt. Die Treibladungen 4 verbleiben im Ladungsraum 10 und schwenken
dabei den Ansetzriegel 9 auf.
[0049] Bei vollständig aufgeschwenktem Ansetzriegel 9 liegt dieser seitlich an der Wand
des Ladungsraums 10 an und die Ladevorrichtung 2 kann unter den Treibladungen 4 hindurch
aus dem Ladungsraum 10 herausgezogen werden. Zu diesem Zweck ist die Dicke des Ansetzriegels
kleiner oder gleich der Dicke der Treibladungsaufnahme 8 auf der Seite des Scharniers
7. Daher kann der Ansetzriegel 9 ebenso wie die Treibladungsaufnahme 8 zwischen den
Treibladungen 4 und der Innenkontur des Ladungsraums 10 aus dem Ladungsraum 10 gleiten
während das Geschoss 1 und die Treibladungen 4 in ihrer Ansetzstellung im Ladungsraum
10 verbleiben.
[0050] Um den Ansetzriegel 9 in dessen Offenstellung überführen zu können, ist es erforderlich,
dass der Abstand X zwischen dem Boden des Geschosses 1 und den zurückgehaltenen Treibladungen
4 größer oder gleich der Länge L des Ansetzriegels 9 ist, vgl. Fig.6. Nur wenn ein
ausreichender Freiraum für das Aufschwenken den Ansetzriegels 9 vorhanden ist, kann
dieser soweit geöffnet werden, dass er, verdeckt hinter dem Material der Breitseite,
an der Innenkontur des Ladungsraums 10 anliegt.
[0051] Die vorstehend beschriebene Ladevorrichtung für geteilte Munition, sowie das diese
Ladevorrichtung umfassende Geschütz und das Verfahren zum Laden einer Waffe mit dieser
Ladevorrichtung ermöglichen das Ansetzen des Geschosses und der Treibladungen in einer
Bewegung. Dadurch wird eine hohe Schussfrequenz der Waffe ermöglicht. Es ist nicht
erforderlich, die zum Ansetzen des Geschosses 1 genutzte Ladevorrichtung 2 zunächst
aus dem Ladungsraum 10 zu entfernen, bevor dann die Treibladungen eingebracht werden
können, so dass ein rasches Aufmunitionieren der Waffe möglich ist.
Bezugszeichen:
[0052]
- 1
- Geschoss
- 2
- Ladevorrichtung
- 3
- Ansetzfläche
- 4
- Treibladung
- 6
- Gegenlager
- 7
- Scharnier
- 8
- Treibladungsaufnahme
- 9
- Ansetzriegel
- 10
- Ladungsraum
- 11
- Waffe
- 12
- Rückhalter
- 13
- Auflagefläche
- A
- Rohrseelenachse
- D1
- Rohrdurchmesser
- D2
- Rohrdurchmesser
- L
- Länge des Ansetzriegels
- R
- Radius der Außenkontur
- r
- Radius der Innenkontur
- X
- Abstand
1. Ladevorrichtung zum Laden einer Waffe (11) mit geteilter Munition, mit einer Ansetzfläche
(3) zum Ansetzen eines Geschosses (1) in dessen Ansetzstellung in einem Ladungsraum
(10) der Waffe (11), gekennzeichnet durch
eine Treibladungsaufnahme (8) zur Aufnahme einer oder mehrerer Treibladungen (4).
2. Ladevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansetzfläche (3) an einer Stirnseite der Treibladungsaufnahme (8) angeordnet
ist.
3. Ladevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur der Treibladungsaufnahme (8) die Form eines Kreisbogens aufweist.
4. Ladevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenkontur der Treibladungsaufnahme (8) an die Außenkontur der Treibladung (4)
derart angepasst ist, dass die Treibladung (4) flächig an der Innenkontur der Treibladungsaufnahme
(8) anliegt.
5. Ladevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenkontur der Treibladungsaufnahme (8) die Form eines Kreisbogens aufweist.
6. Ladevorrichtung nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreismittelpunkte der Außen- und Innenkontur derart gegeneinander versetzt angeordnet
sind, dass der Querschnitt der Treibladungsaufnahme (8) sichelförmig ist.
7. Ladevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansetzfläche (3) zumindest teilweise von einem Ansetzriegel (9) gebildet wird,
insbesondere wobei das eine Ende des Ansetzriegels (9) insbesondere über ein Scharnier
(7) schwenkbar insbesondere an einer Stirnseite der Treibladungsaufnahme (8) angelenkt
ist.
8. Ladevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladungsaufnahme (8) ein Gegenlager (6) zur druckfesten Abstützung des anderen
Endes des Ansetzriegels (9) umfasst, insbesondere wobei das Gegenlager (6) dem Scharnier
(7) insbesondere diametral entgegengesetzt angeordnet ist.
9. Geschütz mit einer einen Ladungsraum (10) aufweisenden Waffe (11) und einer Ladevorrichtung
(2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ladevorrichtung (2) derart ausgestaltet ist, dass diese zum Laden der Waffe (11)
in den Ladungsraum (10) der Waffe (11) einführbar ist.
10. Geschütz nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsraum (10) in Richtung der Rohrseelenachse (A) der Waffe (11) aufweitet,
wobei die Außenkontur der Ladevorrichtung (2) an die Aufweitung der Waffe (11) angepasst
ist.
11. Geschütz nach einem der Ansprüche 9 bis 10, gekennzeichnet durch einen Rückhalter (12), der hinter dem Aufnahmeraum der Treibladungsaufnahme (8) bewegbar
ausgebildet ist.
12. Verfahren zum Laden einer Waffe (11) mit einer Ladevorrichtung (2) nach einem der
Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ladevorrichtung (2) in den Ladungsraum (10) der Waffe (11) eingeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladungen (4) beim Ansetzen des Geschosses (1) in den Ladungsraum (10) eingebracht
werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladungen (4) beim Rückzug der Ladungsvorrichtung (2) aus dem Ladungsraum
(10) über einen Rückhalter (12) in dem Ladungsraum (10) gehalten werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Ansetzriegel (9) beim Rückzug der Ladungsvorrichtung (2) aus dem Ladungsraum
(10) durch die über den Rückhalter (12) gehaltenen Treibladungen öffnet.