(19)
(11) EP 2 405 231 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
16.11.2016  Patentblatt  2016/46

(21) Anmeldenummer: 11005431.9

(22) Anmeldetag:  02.07.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F42B 5/15(2006.01)
F42C 9/10(2006.01)
F42B 12/48(2006.01)

(54)

Nebelwurfkörper

Smoke projectile

Projectile fumigène


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 09.07.2010 DE 102010026641

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.01.2012  Patentblatt  2012/02

(73) Patentinhaber: Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG
88662 Überlingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Weis, Armin
    66386 St. Ingbert (DE)
  • Latour, Bartholomäus
    66606 St. Wendel (DE)
  • Klare, Manfred
    91245 Simmelsdorf (DE)

(74) Vertreter: Diehl Patentabteilung 
c/o Diehl Stiftung & Co. KG Stephanstrasse 49
90478 Nürnberg
90478 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 2 908 116
US-A- 1 875 985
DE-A1- 2 908 216
US-A- 2 529 318
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Nebelwurfkörper gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Derartige Nebelwurfkörper sind dazu vorgesehen, einen Nebelvorhang zu bilden, um damit Fahrzeuge oder Truppen gegen Entdeckung, Erfassung und Zielverfolgung zu schützen. Üblicherweise werden Nebelwurfkörper an einem gepanzerten Fahrzeug in einer Mehrzahl von Auswerferrohren mitgeführt und bei Bedarf durch Zünden einer Treibladung in einer Flugbahn, die durch die Winkeleinstellung des Auswerferrohrs festgelegt ist, ausgeschleudert. Nach Verlassen des Auswerferrohrs wird die pyrotechnische Wirkladung des Nebelwurfkörpers durch Initiierung der Zerlegerladung zerlegt und angezündet.

    [0002] Ein Nebelwurfkörper der Stand der Technik ist aus DE 29 08 116 A1 bekannt.

    [0003] Aus der WO 03/106913 A1 ist ein Nebelwurfkörper bekannt, der eine Mehrzahl von Lagen von Nebeltabletten aufweist, die über eine unterseitige pyrotechnische Wirkladung abgebrannt werden. Dies führt dazu, dass aufgrund der Stapelbildung die einzelnen, entzündeten Nebeltabletten einzeln zeitlich nacheinander entlang der ballistischen Flugbahn des Nebelwurfkörpers verbrennen. Das Problem besteht jedoch hierbei darin, dass aufgrund des Verbrennens der einzelnen Nebeltabletten sukzessive entlang der Flugbahn des Nebelwurfkörpers lediglich kleine Nebelschwaden erzeugt werden. Hinzukommt das Problem, dass die hierdurch gebildete Nebelwand eine vergleichsweise geringe Nebeldichte aufweist.

    [0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen neuartigen Nebelwurfkörper zur Verfügung zu stellen, bei dem auf einfache Weise nach dem Ausstoß des Nebelwurfkörpers die Nebelwirkmasse in einer vorgegebenen Entfernung vom zu schützenden Objekt direkt und ohne Beeinflussung von anströmender Luft zu einer voluminösen Nebelwand mit hoher Nebeldichte verteilt wird. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Aus- bzw. Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Nebelwurfkörpers sind in den Unteransprüchen beschrieben.

    [0005] Der erfindungsgemäße Nebelwurfkörper weist eine Nebelwirkmasse zur Erzeugung eines Tarnnebels und eine Zerlegerladung zum Zerlegen und Zünden der Nebelwirkmasse auf. Ferner ist eine Verzögerungsladung vorgesehen, welche ein verzögertes Wirksamwerden der Zerlegerladung bewirkt. Durch die erfindungsgemäße Verzögerungsladung ist es möglich, den Mechanismus zur Erzeugung des Tamnebels bereits bei Abschuss des Nebelwurfkörpers in Gang zu setzen, zugleich die eigentliche Ausbildung des Tamnebels auf einen vordefinierten Zeitpunkt nach Verlassen des Auswerferrohrs so zu verlagern, dass die Nebelausbildung zu einem optimalen Zeitpunkt und damit in einer optimalen Entfernung zum zu schützenden Objekt erfolgt.

    [0006] Die Nebelwirkmasse ist dabei vorzugsweise um die Zerlegerladung herum angeordnet. Dadurch kann die Nebelwirkmasse bei Initiierung der Zerlegerladung besonders effektiv großvolumig ausgebracht werden. Besonders bevorzugt ist die Zerlegerladung in einem Längskanal angeordnet, welcher sich im Bereich der Längsachse der Nebelwirkmasse befindet. Dadurch kann eine weitgehend radialsymmetrische Verteilung der Nebelwirkmasse erzielt werden.

    [0007] Die Verzögerungsladung ist vorzugsweise auch in diesem Längskanal angeordnet, und zwar im Anschluss an die Zerlegerladung. Dadurch ist gewährleistet, dass die mit der Zerlegerladung in Kontakt befindliche Verzögerungsladung nach ihrem Abbrand die Zerlegerladung initiieren kann.

    [0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist an dem Ende der Verzögerungsladung, welches dem der Zerlegerladung zugewandten Ende der Verzögerungsladung gegenüberliegt, ein Anzündelement angeordnet, welches eingerichtet ist, die Verzögerungsladung bei Abschuss des Nebelwurfkörpers anzuzünden. Dabei ist es insbesondere von Vorteil, wenn die Verzögerungsladung eine deflagrativ umsetzende Ladung umfasst. Wenn nämlich die Verzögerungsladung an dem der Kontaktstelle zwischen Verzögerungsladung und Zerlegerladung abgewandten Ende der Verzögerungsladung angezündet wird, brennt die Verzögerungsladung deflagrativ mit einer vorbestimmten Zeitkonstante in Richtung der Kontaktstelle zwischen Verzögerungsladung und Zerlegerladung ab. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass der Mechanismus der Nebelerzeugung bereits beim Abschuss des Nebelwurfkörpers initiiert werden kann, ohne dass nachfolgend noch weitere Maßnahmen notwendig wären, wie z. B. ein Signal zur Initiierung der Zerlegerladung vom Abschussmechanismus an den abgefeuerten Nebelwurfkörper oder ein aufwendiger Zeitzünder.

    [0009] Die Zerlegerladung des Nebelwurfkörpers umfasst eine sprengstoffbasierte Ladung. Dabei hat eine sprengstoffbasierte Zerlegerladung den Vorteil, dass die Nebelwirkmasse nicht nur sehr effektiv angezündet wird, sondern die Nebelwirkmasse auch sehr spontan und großvolumig verteilt wird, und zwar unabhängig von einer Verteilung der Nebelwirkmasse durch die den Nebelwurfkörper anströmende Luft. Diese Spontanität der Verteilung der Nebelwirkmasse ist in vorteilhafterweise noch dadurch gesteigert, dass die Nebelwirkmasse eine detonativ umsetzende Ladung umfasst.

    [0010] Bei dem erfindungsgemäßen Nebelwurfkörper wird bei den Teilen, die ausgestoßen werden, vorzugsweise auf Metallteile verzichtet, so dass beim Ausstoß des Nebelwurfkörpers keine Metallteile, die zu Verletzungen führen könnten, in den Bereich der eigenen Truppen verbracht werden.

    [0011] Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Nebelwurfkörpers ist in der anliegenden Zeichnung längsgeschnitten dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.

    [0012] Die Figur zeigt eine Ausbildung des Nebelwurfkörpers 1 mit einer Nebelwirkmasse 2 zur Erzeugung eines Tarnnebels und mit einer Zerlegerladung 3 zum Zerlegen und Zünden der Nebelwirkmasse 2. Der Nebelwurfkörper 1 weist eine Verzögerungsladung 4 auf, welche ein verzögertes Wirksamwerden der Zerlegerladung 3 bewirkt.

    [0013] Die Zerlegerladung 3 ist in einem im Bereich der Längsachse der Nebelwirkmasse 2 befindlichen Längskanal angeordnet. Die Nebelwirkmasse 2 ist zylinderförmig um die Zerlegerladung 3 herum angeordnet.

    [0014] Die Verzögerungsladung 4 ist in dem Längskanal im Anschluss an die Zerlegerladung 3 angeordnet. Dabei steht die Verzögerungsladung 4 mit der Zerlegerladung 3 derart in Wirkkontakt, dass bei einem Abbrennen der Verzögerungsladung 4 bis zur Kontaktstelle zwischen Verzögerungsladung 4 und Zerlegerladung 3 die Zerlegerladung 3 initiiert wird. Vorzugsweise erfolgt dieser Wirkkontakt bzw. die Wirkkopplung zwischen Verzögerungsladung 4 und Zerlegerladung 3 durch die Hitzeentwicklung beim Abbrennen der Verzögerungsladung 4.

    [0015] An dem Ende der Verzögerungsladung 4, welches dem der Zerlegerladung 3 zugewandtem Ende der Verzögerungsladung 4 gegenüberliegt, ist ein Anzündelement 5 angeordnet, welches eingerichtet ist, die Verzögerungsladung 4 bei Abschuss des Nebelwurfkörpers 1 anzuzünden.

    [0016] Über eine Variation der Länge der Verzögerungsladung 4 zwischen Anzündelement 5 und Kontaktstelle zwischen Verzögerungsladung 4 und Zerlegerladung 3 kann die Verzögerungszeitspanne zwischen Abschuss des Nebelwurfkörpers 1 und Zünden der Nebelwirkmasse 2 - und damit die Entfernung des Tarnnebels vom zu schützenden Objekt - in definierter Weise vorgegeben werden. Es ist beispielsweise auch denkbar, dass bei vorgegebener Länge der Verzögerungsladung 3 eine variabel einstellbare Verzögerungszeit dadurch erzielt werden kann, dass mehrere Anzündelemente 5 der Länge nach an der Verzögerungsladung 4 angeordnet sind. Wird eine kürzere Verzögerungszeit gewünscht, wird einfach ein Anzündelement 5 zum Anzünden der Verzögerungsladung 4 initiiert, welches der Kontaktstelle zwischen Verzögerungsladung 4 und Zerlegerladung 3 näher ist. Die Auswahl des jeweils erforderlichen Anzündelements 5 kann dabei im Rahmen einer vollautomatisierten, softwaregestützten Hochgeschwindigkeitslageeinschätzung automatisch erfolgen.

    Bezugszeichenliste



    [0017] 
    1
    Nebelwurfkörper
    2
    Nebelwirkmasse
    3
    Zerlegerladung
    4
    Verzögerungsladung
    5
    Anzündelement



    Ansprüche

    1. Nebelwurfkörper (1) mit einer Nebelwirkmasse (2) zur Erzeugung eines Tarnnebels und mit einer Zerlegerladung (3) zum Zerlegen und Zünden der Nebelwirkmasse (2),
    wobei eine Verzögerungsladung (4) vorgesehen ist, welche ein verzögertes Wirksamwerden der Zerlegerladung (3) bewirkt,
    wobei die Zerlegerladung (3) eine sprengstoffbasierte Ladung umfasst,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Nebelwirkmasse (2) eine detonativ umsetzende Ladung umfasst.
     
    2. Nebelwurfkörper (1) nach Anspruch 1,
    wobei die Nebelwirkmasse (2) um die Zerlegerladung (3) angeordnet ist.
     
    3. Nebelwurfkörper (1) nach Anspruch 2,
    wobei die Zerlegerladung (3) in einem im Bereich der Längsachse der Nebelwirkmasse (2) befindlichen Längskanal angeordnet ist.
     
    4. Nebelwurfkörper (1) nach Anspruch 3,
    wobei die Verzögerungsladung (4) in dem Längskanal im Anschluss an die Zerlegerladung (3) angeordnet ist.
     
    5. Nebelwurfkörper (1) nach Anspruch 4,
    wobei an dem Ende der Verzögerungsladung (4), welches dem der Zerlegerladung (3) zugewandten Ende der Verzögerungsladung (4) gegenüberliegt, ein Anzündelement (5) angeordnet ist, welches eingerichtet ist, die Verzögerungsladung (4) bei Abschuss des Nebelwurfkörpers (1) anzuzünden.
     
    6. Nebelwurfkörper (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    wobei die Verzögerungsladung (4) eine deflagrativ umsetzende Ladung umfasst.
     


    Claims

    1. Smoke grenade (1) having an active smoke compound (2) for production of a concealment smoke and having a break-up charge (3) for breaking up and firing the active smoke compound (2),
    wherein a delay charge (4) is provided, which results in the break-up charge (3) becoming effective with a delay,
    wherein the break-up charge (3) comprises a charge based on explosive,
    characterized in that
    the active smoke compound (2) comprises a charge with a detonation effect.
     
    2. Smoke grenade (1) according to Claim 1,
    wherein the active smoke compound (2) is arranged around the break-up charge (3).
     
    3. Smoke grenade (1) according to Claim 2,
    wherein the break-up charge (3) is arranged in a longitudinal channel, which is located in the area of the longitudinal axis of the active smoke compound (2).
     
    4. Smoke grenade (1) according to Claim 3,
    wherein the delay charge (4) is arranged in the longitudinal channel, adjacent to the break-up charge (3).
     
    5. Smoke grenade (1) according to Claim 4,
    wherein an initiation element (5) is arranged at that end of the delay charge (4) which is opposite that end of the delay charge (4) which faces the break-up charge (3), and said initiation element (5) is designed to initiate the delay charge (4) after the smoke grenade (1) has been launched.
     
    6. Smoke grenade (1) according to one of the preceding claims,
    wherein the delay charge (4) comprises a charge with a deflagration effect.
     


    Revendications

    1. Pot fumigène (1) comprenant une masse active fumigène (2) destinée à générer un brouillard de camouflage et comprenant une charge de fractionnement (3) destinée à fractionner et à allumer la masse active fumigène (2),
    une charge à retardement (4) étant présente, laquelle provoque une mise en activation retardée de la charge de fractionnement (3),
    la charge de fractionnement (3) comprenant une charge à base d'explosif,
    caractérisé en ce que
    la masse active fumigène (2) comprend une charge à mise en oeuvre détonante.
     
    2. Pot fumigène (1) selon la revendication 1, la masse active fumigène (2) étant disposée autour de la charge de fractionnement (3).
     
    3. Pot fumigène (1) selon la revendication 2, la charge de fractionnement (3) étant disposée dans un canal longitudinal se trouvant dans la zone de l'axe longitudinal de la masse active fumigène (2).
     
    4. Pot fumigène (1) selon la revendication 3, la charge à retardement (4) étant disposée dans le canal longitudinal à la suite de la charge de fractionnement (3).
     
    5. Pot fumigène (1) selon la revendication 4, un élément d'allumage (5) étant disposé à l'extrémité de la charge à retardement (4) qui se trouve à l'opposé de l'extrémité de la charge à retardement (4) qui fait face à la charge de fractionnement (3), lequel est conçu pour allumer la charge à retardement (4) lors du tir du pot fumigène (1).
     
    6. Pot fumigène (1) selon l'une des revendications précédentes, la charge à retardement (4) comprenant une charge à mise en oeuvre déflagrante.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente