[0001] Die Erfindung betrifft eine Bürste nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie betrifft
insbesondere eine Reinigungsbürste.
[0002] Nach dem Stand der Technik sind derartige Bürsten allgemein bekannt. Sie bilden in
Kombination mit einem daran angebrachten Stiel beispielsweise einen Besen, einen Schrubber
oder dgl. In Kombination mit einem daran angebrachten kurzen Stiel bzw. Griff können
sie eine Malerbürste zum Auftragen von Farbe bilden.
[0003] Insbesondere bei Böden oder Wandverkleidungen, die z. B. aus mit einer Fuge verlegten
Holzbrettern gebildet sind, ist mit herkömmlichen Bürsten eine Reinigung oder ein
Farbauftrag im Bereich der Fuge schwierig und zeitaufwändig.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile nach dem Stand der Technik zu beseitigen.
Es soll insbesondere ein Bürste angegeben werden, welche einen verbesserten Eingriff
in Fugen ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 7.
[0006] Nach Maßgabe der Erfindung ist vorgesehen, dass an der Unterseite in einem der Aufnahmeeinrichtung
gegenüberliegenden Bereich ein zwischen den Längsseiten sich erstreckender Streifen
aus zweiten Borsten vorgesehen ist, deren zweite Überstandslänge größer als die erste
Überstandslänge der ersten Borsten ist. - Indem der aus den zweiten Borsten gebildete
Streifen gegenüberliegend der Aufnahmeeinrichtung vorgesehen ist, kann dieser besonders
präzise und einfach in eine Fuge eingeführt und in der Fuge entlanggeführt werden.
Der an der Oberseite angebrachte Stiel dient dabei gewissermaßen als "Visiereinrichtung",
welche die Anordnung des aus den zweiten Borsten gebildeten Streifens an der Unterseite
des Bürstenkörpers anzeigt. Mit der vorgeschlagenen Bürste ist es auf besonders einfache
Weise möglich, gleichzeitig eine Oberfläche, beispielsweise von Holzbrettern, sowie
eine dazwischen befindliche Fuge zu reinigen oder mit einem Farbanstrich zu versehen.
[0007] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die zweiten
Borsten einen größeren Durchmesser als die ersten Borsten aufweisen. D. h. die zweiten
Borsten können also eine größere Biegesteifigkeit als die ersten Borsten aufweisen.
Diese Ausgestaltung trägt dem Umstand Rechnung, dass ein Entlangführen der zweiten
Borsten innerhalb der Fuge meist entgegen einem größeren Widerstand erfolgt, als ein
Entlangführen der ersten Borsten auf einer im Wesentlichen ebenen Oberfläche.
[0008] Die ersten und die zweiten Borsten sind zweckmäßigerweise aus Nylon hergestellt.
Die ersten Borsten weisen vorteilhafterweise eine von den zweiten Borsten verschiedene
Farbe auf. Das erleichtert weiter das Erkennen der zweiten Borsten sowie das Einführen
der zweiten Borsten in eine Fuge.
[0009] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Streifen eine Breite im Bereich von 10 bis 40 mm aufweist. Zweckmäßigerweise liegt
die Breite des Streifens im Bereich von 15 bis 30 mm.
[0010] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung liegt eine Differenz zwischen der
ersten und der zweiten Überstandslänge im Bereich von 10 bis 30 mm, d. h. die zweiten
Borsten erstrecken sich über eine durch die Enden der ersten Borsten gedachte Fläche
um 10 bis 30 mm.
[0011] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung beträgt die erste Überstandslänge
40 bis 80 mm. Die zweite Überstandslänge kann 60 bis 100 mm betragen. Die vorgeschlagenen
Abmessungen der Borsten ermöglichen eine gute Reinigungswirkung oder auch einen gleichmäßigen
Farbauftrag.
[0012] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Seitenansicht einer Bürste,
- Fig. 2
- eine zweite Seitenansicht der Bürste gemäß Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Bürste gemäß den Fig. 1 und 2.
[0013] Bei der in den Fig. 1 bis 3 gezeigten Bürste besteht ein Bürstenkörper 1 vorzugsweise
aus Holz, vorzugsweise gewachstem Holz, oder Kunststoff. Der Bürstenkörper 1 ist quaderförmig
ausgebildet und weist an seiner Unterseite U eine Vielzahl von Bohrungen zur Aufnahme
von ersten Borsten 2 und zweiten Borsten 3 auf. Wie insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich
ist, ist an einer der Unterseite U gegenüberliegenden Oberseite O des Bürstenkörpers
1 ein Griff bzw. Stiel 4 in einer (hier nicht näher gezeigten) Aufnahmeeinrichtung
angebracht. Bei der Aufnahmeeinrichtung kann es sich beispielsweise um ein an der
Oberseite vorgesehenes Innengewinde, eine konische Ausnehmung, ein Bajonettadapter
oder dgl. handeln.
[0014] Die zweiten Borsten 3 sind in einem der Aufnahmeeinrichtung gegenüberliegenden Bereich
an der Unterseite U vorgesehen. Sie bilden dort einen Streifen, welcher sich zwischen
einer ersten Längsseite L1 und einer zweiten Längsseite L2 des Bürstenkörpers 1 erstreckt.
Die Schmalseiten des Bürstenkörpers 1 sind mit den Bezugszeichen S1 und S2 bezeichnet.
Der durch die zweiten Borsten 3 gebildete Streifen weist eine Breite B im Bereich
von 10 bis 40 mm auf. Eine erste Überstandslänge LB1 der ersten Borsten 2 beträgt
beispielsweise 55 bis 65 mm. Eine zweiten Überstandslänge LB2 der zweiten Borsten
3 beträgt beispielsweise 75 bis 85 mm. Die ersten Borsten 2 sind beispielsweise schwarz
gefärbt, wohingegen die zweiten Borsten 3 gelb oder weiß gefärbt sein können.
[0015] Wie aus den Figuren ersichtlich ist, sind die ersten Borsten 2 im Wesentlichen symmetrisch
zu dem von den zweiten Borsten 3 gebildeten Streifen angebracht. Die Bürste kann als
Reinigungsbürste, Malerbürste oder dgl. verwendet werden.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- Bürstenkörper
- 2
- erste Borsten
- 3
- zweite Borsten
- 4
- Stiel
- B
- Breite
- L1
- erste Längsseite
- L2
- zweite Längsseite
- LB1
- erste Überstandslänge
- LB2
- zweite Überstandslänge
- O
- Oberseite
- S1
- erste Schmalseite
- S2
- zweite Schmalseite
- U
- Unterseite
1. Bürste mit einem zwei einander gegenüberliegende Längsseiten (L1, L2) aufweisenden
Bürstenkörper (1), wobei erste Borsten (2) von einer Unterseite (U) des Bürstenkörpers
(1) mit einer ersten Überstandslänge (LB1) hervorstehen, und wobei in der Mitte einer
der Unterseite (U) gegenüberliegenden Oberseite (O) des Bürstenkörpers (1) eine Aufnahmeeinrichtung
zur Befestigung eines Stiels (4) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
an der Unterseite (U) in einem der Aufnahmeeinrichtung gegenüberliegenden Bereich
ein zwischen den Längsseiten (L1, L2) sich ersteckender Streifen aus zweiten Borsten
(3) vorgesehen ist, deren zweite Überstandslänge (LB2) größer als die erste Überstandslänge
(LB1) der ersten Borsten (2) ist.
2. Bürste nach Anspruch 1, wobei die zweiten Borsten (3) einen größeren Durchmesser als
die ersten Borsten (2) aufweisen.
3. Bürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die ersten Borsten (2) eine
von den zweiten Borsten (3) verschiedene Farbe aufweisen.
4. Bürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Streifen eine Breite (B)
im Bereich von 10 bis 40 mm aufweist.
5. Bürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Differenz zwischen der
ersten (LB1) und der zweiten Überstandslänge (LB2) im Bereich von 10 bis 30 mm liegt.
6. Bürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Überstandslänge (LB1)
der ersten Borsten (2) 40 bis 80 mm beträgt.
7. Bürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweite Überstandslänge (LB2)
der zweiten Borsten (3) 60 bis 100 mm beträgt.