Beschreibung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Möbel mit wenigstens zwei gegenüber mindestens einem ersten
Möbelteil motorisch bewegbaren weiteren Möbelteil gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
Stand der Technik
[0002] Solche Möbel sind in vielfältiger Weise bereits bekannt. Beispielsweise beschreibt
die
DE 699 06 299 T2 ein Möbel mit einer Mehrzahl von Schubladen, die motorisch verschiebbar in dem Möbelkorpus
gelagert sind. Das dortige Möbel ist dabei mit einem Bussystem ausgestattet, über
welches die Energieversorgung zum Verfahren der einzelnen Schubladen gesteuert wird.
Dazu wird mittels eines Computers ein integrierter Schaltkreis angewiesen, bestimmte
Operationen auszuführen. Die Energieversorgung erfolgt dabei zentral über eine dem
Computer zugeordnete Stromversorgungseinrichtung.
[0003] Die
EP 1 374 732 A1 offenbart eine Anordnung mit wenigstens einem bewebaren Möbelteil, insbesondere einer
Schublade, mit wenigstens einer Antriebseinheit und mit wenigstens einer Regeleinrichtung
zur Regelung der wenigstens einen Antriebseinheit.
[0005] Die
US 6,371,584 B1 offenbart eine Schublade für eine Waage, welche unter einen Schrank montierbar ist.
Gemäß einer dargestellten Ausführungsform kann die Schublade mittels eines Motors
elektrisch angetrieben sein, wozu diese eine Stromversorgungseinrichtung aufweist.
[0006] Bei diesem bekannten Möbel mit den verschiedenen vertikal und horizontal benachbarten
Schubladen besteht auch die Gefahr, dass es beim Öffnen oder Schließen zu Verletzungen,
insbesondere zu Quetschungen von Fingern des Bedieners führen kann. Beispielsweise
können solche Verletzungen beim Öffnen einer Schublade auftreten, wenn eine vertikal,
horizontal oder diagonal benachbarte Schublade bereits geöffnet ist. Verfährt nämlich
die weitere zu öffnende Schublade über den Öffnungszustand der bereits geöffneten
Schublade hinaus oder zumindest genauso weit aus, wie diese Schublade, können bei
unachtsamer Bedienung zwischen den beiden Frontteilen der Schubladen Finger des Bedieners
eingeklemmt werden.
Aufgabenstellung
[0007] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Funktionsweise des
erfindungsgemäßen Möbels zu optimieren.
Erfindung und vorteilhafte Wirkungen
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Möbel mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.
[0009] Nach der Erfindung ist bei einem Möbel mit Merkmalen des Obergriffs des Anspruchs
1 eine Steuereinrichtung vorgesehen, die ein Bewegen eines bewegbaren Möbelteils von
einer Ausgangsposition in eine Endposition unterbindet, wenn sich in dessen Bewegungsbahn
bereits ein bewegbares Möbelteil befindet beziehungsweise die ein Bewegen eines bewegbaren
Möbelteils von einer Ausgangsposition in eine Endposition stoppt, bevor es so weit
bewegt wurde, wie ein direkt benachbartes bewegbares Möbelteil, welches sich bereits
in einer Öffnungsposition befindet.
[0010] Unter einer Ausgangsposition ist typischerweise entweder eine Schließposition oder
eine Öffnungsposition zu verstehen. Gleichermaßen kann unter der Endposition ebenfalls
eine Schließ- oder Öffnungsstellung des Möbelteils verstanden werden. Jedenfalls werden
mit Ausgangs- und Endposition diejenigen Positionen des Möbelteils vor und nach einem
Bewegungsvorgang bezeichnet.
[0011] Die Steuereinrichtung ist zur Ansteuerung und zur motorischen Verstellung beider
beweglicher Möbelteile ausgebildet. Sind die zu bewegenden Möbelteile beispielsweise
als ausziehbare Schubladen vorgesehen, so bewirkt die Steuereinrichtung, dass die
jeweiligen Auszugspositionen benachbarter Schubladen stets an verschiedenen räumlich
nicht miteinander überlappenden Orten sind.
[0012] Insbesondere ist während einer Verfahrbewegung vorgesehen, dass die Auszugsposition
eines Möbelteils stets größer als diejenige eines benachbarten Möbelteils ist und
auch größer als diese bleibt. Umgekehrt kann auch vorgesehen werden, dass zwei sich
an ungleichen Auszugspositionen befindliche Schubladen nur derart mittels der Steuereinrichtung
beweglich sind, dass Abstand zueinander in Richtung der Verfahrbewegung stets oberhalb
eines unteren Grenzwertes liegt. Dieser kann beispielsweise in der Größenordnung von
Abmessungen menschlicher Gliedmaßen, wie etwa einer Fingerdicke liegen. Die Steuereinrichtung
ist derart ausgebildet, dass dieser voreingestellte minimale Abstand zwischen zwei
benachbarten Möbelteilen nicht unterschritten werden kann. Somit wird ein effektiver
Einklemmschutz zur Verfügung gestellt, bevor ein Einklemmfall überhaupt auftreten
kann.
[0013] Die Steuereinrichtung kann ein Bewegen eines bewegbaren Möbelteils von seiner Schließposition
in eine Öffnungsposition stoppen, bevor es soweit bewegt wurde, wie ein direkt benachbartes
bewegbares Möbelteil, welches sich bereits in einer Öffnungsposition befindet.
[0014] Dadurch ist wirkungsvoll Verletzungen vorgebeugt, da sich Bewegungsbahnen zu keinem
Zeitpunkt überschneiden bzw. da benachbarte bewegbare Möbelteile nie so weit bewegt
werden, dass eine Verletzungsgefahr, beispielsweise durch Quetschungen der Finger,
besteht. Weiterhin ist dadurch vermieden, dass Kollisionen und damit Beschädigungen
einzelner bewegbarer Möbelteile auftreten. Bei den bewegbaren beziehungsweise angetriebenen
Möbelteilen kann es sich um Schubladen, Türen und/oder Klappen handeln. Die bewegbaren
Möbelteile können einem gemeinsamen ersten Möbelteil, insbesondere Korpus, oder getrennt
voneinander mehreren ersten Möbelteilen beziehungsweise Korpussen zugeordnet sein.
[0015] Insbesondere hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Steuereinrichtung dazu
ausgebildet ist, ein
aufeinanderfolgendes Verfahren direkt horizontal, vertikal oder diagonal benachbarter
Schubladen bis zum gleichen Verfahrweg zu unterbinden. Durch diese Maßnahme kann es
beim Verfahren der Schubladen nie zu einem Einquetschen von Körperteilen, insbesondere
von Fingern, des Bedieners kommen, da das Verfahren der Schublade gestoppt wird, bevor
Quetschungsgefahr eintreten kann.
[0016] Nach einem anderen Gedanken der Erfindung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die
Steuereinrichtung dazu auszubilden, ein Verfahren einer Schublade zu unterbinden,
wenn sich in deren Fahrweg bereits eine geöffnete Schublade befindet. Diese Ausgestaltung
der Erfindung ist insbesondere bei Möbeln vorteilhaft, die "über Eck" gestellt sind
und Schubladen aufweisen, deren Verfahrweg auf gleicher Höhe in einem Winkel # 0 Grad
zueinander verlaufen. So ist sichergestellt, dass ein Öffnen einer Schublade vermieden
ist, wenn sich eine weitere Schublade in gleicher Höhe bereits in einer Öffnungsposition
befindet. Weiterhin ist dadurch ebenfalls vermieden, dass Kollisionen und damit Beschädigungen
einzelner Schubladen auftreten.
[0017] Vorteilhafterweise kann dabei eine Steuereinheit für das gesamte Möbel mit seinen
bewegbaren Möbelteilen vorgesehen sein. In diesem Fall findet eine zentrale Steuerung
statt, die alle Bewegungen der bewegbaren Möbelteile kontrolliert beziehungsweise
koordiniert.
[0018] Alternativ kann es natürlich auch vorgesehen sein, dass für jedes bewegbare Möbelteil
des Möbels eine eigene Steuereinheit vorgesehen ist. In diesem Fall ist eine Auswerteeinheit
vorgesehen, mit welcher die Steuereinheiten der einzelnen bewegbaren Möbelteile kommunizieren,
so dass durch die Auswerteeinheit die Bewegungen der einzelnen bewegbaren Möbelteile
koordiniert werden.
[0019] Nach einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Steuereinrichtung
des Möbels bzw. die Steuereinrichtungen der einzelnen Schubladen dazu ausgebildet,
ein gleichzeitiges und gleichmäßiges Öffnen oder Schließen vertikal, horizontal oder
diagonal direkt benachbarter Schubladen zu gestatten. In diesem Fall werden die Schubladen
gleichmäßig, das heißt, mit gleicher Geschwindigkeit, verfahren, so dass die Frontabdeckungen
dieser benachbarten Schubladen immer auf gleicher Höhe sind und somit die Verletzungsgefahr
durch Quetschungen ausgeschlossen ist.
[0020] Sofern es sich bei der Schublade um eine so genannte Außenschublade handelt, deren
Front sich mindestens bis zur Front wenigstens einer benachbarten Schublade erstreckt,
ist es nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Steuereinrichtung
des Möbels bzw. die Steuereinrichtung der einzelnen Schubladen dazu ausgebildet ist
bzw. sind, dass die Außenschublade der wenigstens einen benachbarten Schublade beim
Öffnen vorauseilt und vorzugsweise beim Schließen nacheilt. Hierdurch ist sichergestellt,
dass es zu keiner Kollision der Außenschublade mit der wenigstens einen benachbarten
Schublade, welche auch als Innenschublade bezeichnet wird, stattfindet.
[0021] Nach einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann es bei einer Außenschublade,
deren Front sich mindestens bis zur Front wenigstens einer benachbarten Schublade
erstreckt, vorgesehen sein, dass die Steuereinrichtung des Möbels bzw. die Steuereinrichtungen
der einzelnen Schubladen dazu ausgebildet ist bzw. sind, dass die Außenschublade in
ihre Öffnungsposition gebracht ist, bevor ein Öffnen bzw. Schließen der wenigstens
einen benachbarten Schublade stattfindet. Auch durch diese Maßnahme kann ein Kollidieren
der Außenschublade mit der wenigstens einen benachbarten Schublade vermieden werden.
[0022] Dabei bietet es sich an, dass die Steuereinrichtung des Möbels bzw. die Steuereinrichtungen
der einzelnen Schubladen auch dazu ausgebildet sind, dass die Außenschublade erst
in ihre Schließposition gebracht wird, wenn sich die wenigstens eine benachbarte Schublade
bereits in ihrer Schließposition befindet. Durch das Bewegen der wenigstens einen
benachbarten Schublade erst, wenn die Außenschublade sich in ihrer Öffnungsposition
bzw. Schließposition befindet, ist auf besonders einfache technische Weise vermieden,
dass es zu Kollisionen zwischen den Schubladen kommt.
[0023] Nach einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist mindestens eine
Lichtsteuereinheit für die bewegbaren Möbelteile vorgesehen. Dadurch kann, je nach
Öffnungs- oder Schließzustand die Schublade zur besseren Inaugenscheinnahme beleuchtet
werden. Diese Maßnahme kann auch als eigenständiger Gedanke der Erfindung realisiert
sein.
[0024] Dabei bietet es sich an, für jedes bewegbare Möbelteil eine separate Lichtsteuerung
vorzusehen. Dadurch kann das jeweilige Möbelteil in besonders flexibler Art und Weise
hinsichtlich seiner Beleuchtung gesteuert werden.
[0025] Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Lichtsteuerungen für die bewegbaren
Möbelteile an den bewegbaren Möbelteilen selbst anzuordnen.
[0026] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Lichtsteuerung der einzelnen
bewegbaren Möbelteile Schnittstellen zum Anschluss eines Leuchtmittels aufweisen.
Durch diese Maßnahme ist der Verkabelungsaufwand an dem bewegbaren Möbelteil zum Ausleuchten
des bewegbaren Möbelteils minimiert.
[0027] Vorteilhafterweise ist die Lichtsteuerung beim Öffnen des bewegbaren Möbelteils zum
Einschalten und beim Schließen des bewegbaren Möbelteils zum Ausschalten des Lichts
ausgebildet, wenn das bewegbare Möbelteil eine vorgegebene Wegstrecke bewegt wurde.
Durch diese Maßnahme wird das bewegbare Möbelteil erst dann ausgeleuchtet, wenn es
so weit bewegt wurde, dass ein Entnehmen oder Ablegen oder Gegenständen aus bzw. in
dem Möbelteil möglich ist. Beim Schließen wird die Beleuchtung hingegen frühzeitig
ausgeschaltet. Auch hierdurch ist der Energieverbrauch nochmals minimiert.
[0028] Ebenfalls zur Minimierung des Energieverbrauchs ist es vorgesehen, die Lichtsteuerung
mit einem Dämmungssensor zu versehen. Ist eine externe Lichtquelle nämlich ausreichend,
um eine sichere und ausreichende Inaugenscheinnahme zu gewährleisten, ist es nicht
nötig, die Lichtquelle anzuschalten.
[0029] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Lichtsteuerung mit einer Dimmeinrichtung
zu versehen, so dass kein plötzliches Einschalten der Lichtquelle auftreten kann,
was zu einem Blenden des Benutzers führen könnte.
[0030] Die Energieversorgungseinrichtung, insbesondere die elektrische Stromversorgungseinrichtung
bei einem Möbel kann an dem ersten Möbelteil, insbesondere an dem Korpus des Möbels
angeordnet sein, wodurch gewährleistet ist, dass die Stromversorgung in der Nähe des
zu bewegenden Möbelteils, insbesondere in der Nähe der verschiebbaren Schublade, angeordnet
ist. Insoweit ist der Verkabelungsaufwand minimiert. Treten nun Fehlfunktionen zwischen
der elektrischen Stromversorgungseinrichtung und dem bewegbaren Möbelteil auf, ist
die Analyse der Fehlfunktion durch den geringen Verkabelungsaufwand ebenfalls minimiert.
Bei dem bewegbaren beziehungsweise angetriebenen Möbelteil kann es sich auch um eine
Tür oder eine Klappe handeln.
[0031] Die Verwendung einer elektrischen Stromversorgungseinrichtung als Energieversorgungseinrichtung
bietet sich insbesondere deshalb an, da heutzutage nahezu alle privaten Haushalte,
sowie gewerblich genutzten Gebäuden an entsprechende Energiezufuhr aufweisen.
[0032] Um die Energie- bzw. Stromversorgungseinrichtung vor äußeren Einflüssen zu schützen,
ist es vorgesehen, die Energie- oder Stromversorgungseinrichtung in einem gesonderten
Gehäuse an dem ersten Möbelteil, im Fall eines Möbelkorpus in einer daran angeordneten
Wanne, anzuordnen.
[0033] Als vorteilhaft dabei hat sich erwiesen, die Energie- oder Stromversorgungseinrichtung
in der Wanne im Boden des ersten Möbelteils anzuordnen. Bei einer Wartung oder Reparatur
der Energie- oder Stromversorgungseinrichtung ist diese dort einfach zugänglich. Um
an die Energieversorgungsvorrichtung zu gelangen, muss nämlich nicht das gesamte Möbel
bewegt werden, es ist ausreichend, die Frontabdeckung am Boden des ersten Möbelteils
abzunehmen.
[0034] Alternativ ist es natürlich möglich, die Energie- oder Stromversorgungseinrichtung
an der Rückwand des ersten Möbelteils anzuordnen. Durch diese Maßnahme ist es in Gebrauchsstellung
des Möbels ebenfalls nicht sichtbar angeordnet.
[0035] Dabei kann es sich anbieten, die Energieversorgungseinrichtung zwischen der Rückwand
des ersten Möbelteils und dem verschiebbaren, zweiten Möbelteil anzuordnen. In diesem
Fall wäre die beispielsweise zu Wartungs- oder Reparaturarbeiten ebenfalls in einfacher
Weise zugänglich, indem das verschiebbare beziehungsweise bewegbare zweite Möbelteil
aus dem ersten Möbelteil, insbesondere eine Schublade aus einem Möbelkorpus, herausgenommen
wird.
[0036] Die Wanne ist bevorzugt feuchtigkeitsdicht gegenüber dem ersten Möbelteil ausgebildet.
Durch diese Maßnahme ist die Energieversorgungseinrichtung, insbesondere in Feuchträumen,
vor Spritzwasser beziehungsweise anderen Feuchtigkeitsquellen geschützt.
[0037] Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, zwischen der Wanne und dem ersten Möbelteil
in einfacher Weise eine Dichtung anzuordnen.
[0038] DieEnergie- bzw. Stromversorgungseinrichtung weist bevorzugt einen Energiespeicher,
insbesondere einen Akkumulator, auf. Durch diese Maßnahme ist gewährleistet, dass
im Falle eines Ausfalls der Energieversorgung, insbesondere eines Ausfalls des Stromnetzes,
weiterhin die bewegbaren zweiten Möbelteile motorisch innerhalb des ersten Möbelteils
bewegt werden können.
Ausführungsbeispiele
[0039] Weitere Ziele, Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele anhand der
Zeichnungen. Dabei bilden sämtliche beschriebenen und/oder bildlich dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren
Rückbeziehung. Es zeigen:
- Figur
- 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Möbels mit an dessen Boden angeordneten
- Figur 2
- Stromversorgungseinrichtungen in einer Frontansicht ohne den dazugehörigen Möbelsockel,
das Möbel gemäß Figur 1 in einer Rückansicht,
- Figur 3
- eine Schublade des erfindungsgemäßen Möbels gemäß den Figuren 1 und 2,
- Figur 4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Möbels mit einer Außenschublade
und einer Innenschublade in schematischer Darstellung und
- Figur 5
- eine schematische Darstellung eines anderen Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Möbels mit in rechtem Winkel zueinander angeordneten Möbelteilen als Draufsicht.
[0040] In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Möbels 11 dargestellt.
Das Möbel 11 besteht dabei im Wesentlichen aus dem Korpus 1 sowie den darin verschiebbar
gelagerten Schubladen 2. Zum Verschieben der Schubladen sind elektrische Antriebe
3 vorgesehen, die mittels Schaltnetzteilen 4, welche in einem feuchtigkeitsdichten
Gehäuse untergebracht sind, mit elektrischer Energie zum Verschieben der Schubladen
versorgt werden. Die Schaltnetzteile 4 werden dabei über eine Netzleitung 5 mit elektrischer
Energie gespeist. Um bei einem Stromausfall die Schubladen weiterhin motorisch verfahren
zu können, sind innerhalb des Gehäuses des Schaltnetzteiles 4 fakultativ auch Akkumulatoren
untergebracht.
[0041] Mittels eines in Figur 2 dargestellten Kabelbaumes 6 sind die elektrischen Antriebe
3 mit den Schaltnetzteilen 4 bzw. den Akkumulatoren verbunden. Der Kabelbaum kann
dabei auch als Bussystem ausgebildet sein.
[0042] Weiterhin ist eine nicht dargestellte Steuereinrichtung vorgesehen, die das Verschieben
der Schubladen koordiniert. Durch die Steuereinrichtung ist dabei derart ausgebildet,
dass ein aufeinanderfolgendes Verfahren direkt horizontal, diagonal oder vertikal
benachbarter Schubladen bis zum gleichen Verfahrweg unterbunden wird. Dadurch ist
gewährleistet, dass zwei horizontal, vertikal oder diagonal benachbarte Schubladen
nie nacheinander bis zur gleichen Öffnungsposition verfahren werden. Dadurch ist die
Verletzungsgefahr des Bedieners durch Quetschungen zwischen Frontabdeckungen 8 benachbarter
Schubladen wirkungsvoll vermieden.
[0043] Anstatt einer zentralen Steuereinheit kann auch für jede Schublade eine separate
Steuereinheit vorgesehen sein, welche mit einer zentralen Auswerteeinheit kommunizieren.
Auch in diesem Fall ist das ordnungsgemäße Funktionieren des erfindungsgemäßen Möbels
11 gewährleistet.
[0044] Auswerteeinheit und Steuereinheit können dabei genauso wie die Energieversorgungseinrichtungen
an ein bestehendes nicht dargestelltes Bussystem angeschlossen. Das Bussystem kann
dabei einen Datenbus und einen Leistungsbus aufweisen.
[0045] Wie den Figuren, insbesondere Figur 3, zu entnehmen ist, ist für jede Schublade 2
ein eigener Antrieb 3 vorgesehen. Dieser Antrieb 3 wirkt auf eine in einer Führungsschiene
9 der Schublade 2 angeordneten Schubstange 10.
[0046] Um ein gleichmäßiges Verfahren der Schublade 2 innerhalb des Korpusses 1 ohne ein
Verkanten zu gewährleisten, treibt der Antrieb 3 die Schublade sowohl an der rechten
als auch linken Führungsschiene der Schublade an. Mittels einer Antriebswelle 12 wird
die Bewegung des Antriebs gleichmäßig auf beide Führungsschienen 9 bzw. Schubstangen
10 verteilt.
[0047] Innerhalb der Schubladen 2 können Lichtsteuerungen angeordnet sein, welche ebenfalls
über das nicht dargestellt Bussystem angesteuert werden können. Die Lichtsteuerungen
können über entsprechende Schnittstellen mit verschieden Leuchtmitteln bestückt werden.
Dies können beispielsweise energiesparende Leuchtdioden, lichtstarke Halogenlampen
oder dergleichen Leuchtmittel sein.
[0048] Figur 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Möbels 11'
mit wenigstens 3 gegenüber einem Korpus 16 verschiebbaren Schubladen 13, 14, 15, wobei
zumindest die Schubladen 13 und 14 motorisch bewegbar sind. Bei der Schublade 13 handelt
es sich um eine so genannte Außenschublade, deren Front 17 sich bis mindestens zur
Front der auch als Innenschublade bezeichneten Schublade 14 erstreckt. Um nun ein
Kollidieren der Innenschublade 14 mit der Außenschublade 13 beim Öffnen bzw. Schließen
zu vermeiden, ist die (hier nicht dargestellte) Steuereinrichtung des Möbels 11' bzw.
sind die (hier nicht dargestellten)
[0049] Steuereinrichtungen der beiden Schubladen 13 und 14 dazu ausgebildet, dass die Außenschublade
13 der Innenschublade 14 beim Öffnen vorauseilt und beim Schließen nacheilt.
[0050] Alternativ kann die (nicht dargestellte) Steuereinrichtung des Möbels 11' bzw. können
die (nicht dargestellten) Steuereinrichtungen der beiden Schubladen 13, 14 dazu ausgebildet
sein, dass die Außenschublade 13 in ihre Öffnungsposition gebracht ist, bevor ein
Öffnen bzw. Schließen der Innenschublade 14 stattfindet. Darüber hinaus wird die Außenschublade
13 erst in ihre Schließposition gebracht, wenn sich die Innenschublade 14 bereits
in ihrer Schließposition befindet.
[0051] Die Schublade 15 kann dabei unabhängig von der Außenschublade 13 verschoben werden,
da die Front 17 der Außenschublade 13 nicht in den Verfahrweg der Schublade 15 ragt
und es insofern zu keiner Kollision zwischen den beiden Schubladen kommen kann. Um
aber der Gefahr von Verletzungen, wie beispielsweise Quetschungen der Finger, beim
Öffnen bzw. Schließen der Schubladen 13 und 15 zu vermeiden, ist die (nicht dargestellte)
Steuereinrichtung für die Schubladen 13, 15 derart ausgebildet, dass ein Öffnen bzw.
Bewegen entsprechend der Schubladen 2 des Ausführungsbeispiels gemäß Figur 1 ausgeführt
wird.
[0052] Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Möbels 11''. Dieses
Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem Möbel 11 gemäß Figur 1 unter anderem
dadurch, dass wenigstens zwei Schubladen 19, 20 in einem rechten Winkel zueinander
angeordnet sind, wobei die Schubladen 19, 20 jeweils in einem Korpus 21, 22 verschiebbar
vorliegen. Darüber hinaus weist das Möbel 11'' benachbart zu dem Korpus 22 einen weiteren
Korpus 23 mit wenigstens einer Schublade 24 auf, wobei der Korpus 23 direkt an den
Korpus 22 angrenzt. Durch die hier gewählte Anordnung der Schubladen 19, 20 und 24
könnte es beim Öffnen zu einer Kollision der Schubladen 19 und 20 bzw. 19 und 24 kommen.
Um dies zu verhindern, ist die (nicht dargestellte) Steuereinrichtung des Möbels 11"
bzw. sind die (nicht dargestellten) Steuereinrichtungen der einzelnen Schubladen 19,
20, 24 dazu ausgebildet, ein Verfahren der Schublade 19 zu unterbinden, wenn sich
in deren Verfahrweg bereits die Schublade 20 oder die Schublade 24 in einer Öffnungsstellung
befindet. Auch wird ein Verfahren der Schubladen 20 und 24 unterbunden, wenn sich
in deren Fahrweg bereits die Schublade 19 befindet.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Korpus
- 2
- Schublade
- 3
- Antrieb
- 4
- Schaltnetzteil
- 5
- Netzzuleitung
- 6
- Kabelbaum
- 8
- Schubladenfront
- 9
- Führungsschiene
- 10
- Schubstange
- 11, 11', 11''
- Möbel
- 12
- Antriebswelle
- 13
- Schublade, Außenschublade
- 14
- Schublade, Innenschublade
- 15
- Schublade
- 16
- Korpus
- 17
- Schubladenfront
- 18
- Schubladenfront
- 19
- Schublade
- 20
- Schublade
- 21
- Korpus
- 22
- Korpus
- 23
- Korpus
- 24
- Schublade
1. Möbel mit wenigstens zwei gegenüber mindestens einem ersten Möbelteil motorisch bewegbaren
weiteren Möbelteilen, insbesondere mit wenigstens zwei gegenüber mindestens einem
Korpus (1; 16; 21, 22, 23) verschiebbaren Schubladen (2; 13, 14, 15; 19, 20, 24),
und mit mindestens einer Antriebseinrichtung für die wenigstens zwei bewegbaren Möbelteile,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die ein Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
von einer Ausgangsposition in eine Endposition unterbindet, wenn sich in dessen Bewegungsbahn
bereits ein bewegbares Möbelteil befindet.
2. Möbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, ein aufeinander folgendes Verfahren direkt
horizontal oder vertikal benachbarter Schubladen bis zum gleichen Verfahrweg zu unterbinden.
3. Möbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, ein Verfahren einer Schublade (19; 20,
24) zu unterbinden, wenn sich in deren Verfahrweg bereits eine geöffnete Schublade
(20, 24; 19) befindet.
4. Möbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinheit für das gesamte Möbel mit seinen bewegbaren Möbelteilen vorgesehen
ist.
5. Möbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für jedes bewegbare Möbelteil des Möbels eine eigene Steuereinheit vorgesehen ist.
6. Möbel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Auswerteeinheit vorgesehen ist, mit welcher die Steuereinheiten der
einzelnen bewegbaren Möbelteile kommunizieren.
7. Möbel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung des Möbels beziehungsweise die Steuereinrichtungen der einzelnen
Schubladen dazu ausgebildet ist bzw. sind, ein gleichzeitiges und gleichmäßiges Öffnen
oder Schließen vertikal oder horizontal direkt benachbarter Schubladen zu gestatten.
8. Möbel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Außenschublade (13), deren Front (17) sich mindestens bis zur Front (18)
wenigstens einer benachbarten Schublade (14) erstreckt, die Steuereinrichtung des
Möbels (11') beziehungsweise die Steuereinrichtungen der einzelnen Schubladen (13,
14) dazu ausgebildet ist bzw. sind, dass die Außenschublade (13) der wenigstens einen
benachbarten Schublade (14) beim Öffnen vorauseilt und vorzugsweise beim Schließen
nacheilt.
9. Möbel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Außenschublade (13), deren Front (17) sich mindestens bis zur Front (18)
wenigstens einer benachbarten Schublade (14) erstreckt, die Steuereinrichtung des
Möbels (11') beziehungsweise die Steuereinrichtungen der einzelnen Schubladen (13,
14) dazu ausgebildet ist bzw. sind, dass die Außenschublade (13) in ihrer Öffnungsposition
gebracht ist, bevor ein Öffnen beziehungsweise Schließen der wenigstens einen benachbarten
Schublade (14) stattfindet.
10. Möbel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung des Möbels (11') beziehungsweise die Steuereinrichtungen der
einzelnen Schubladen (13, 14) dazu ausgebildet ist bzw. sind, dass die Außenschublade
(13) erst in ihre Schließposition gebracht wird, wenn sich die wenigstens eine benachbarte
Schublade (14) bereits in ihrer Schließposition befindet.
11. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Lichtsteuereinheit für die bewegbaren Möbelteile vorgesehen ist.
12. Möbel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass für jedes bewegbare Möbelteil eine Lichtsteuerung vorgesehen ist.
13. Möbel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtsteuerungen an den bewegbaren Möbelteilen angeordnet sind.
14. Möbel nach Anspruch131, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtsteuerungen Schnittstellen zum Anschluss eines Leuchtmittels aufweisen.
15. Möbel nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtsteuerung zum Einschalten des Lichts ausgebildet ist, wenn das bewegbare
Möbelteil eine vorgegebene Wegstrecke oder eine vorgegebene Zeit bewegt wurde.