[0001] Die Erfindung betrifft eine Spritzvorrichtung mit einer Spritzpistole zum thermischen
Spritzen eines Spritzmaterials, sowie ein Verfahren zum Betreiben einer Spritzvorrichtung
gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie.
[0002] Spritzvorrichtungen mit einer Spritzpistole zum thermischen Flammspritzen eines Spritzmaterials
sind im Stand der Technik in vielen Varianten wohlbekannt. Beim Drahtflammspritzen
wird zum Beispiel ein drahtförmiges Spritzmaterial mit einer Brenngas Sauerstoff-Flamme
oder mit einem flüssigen Brennstoff mit Sauerstoff aufgeschmolzen und durch das Verbrennungsgas
allein oder mit gleichzeitiger Unterstützung durch ein Zerstäubergas, wie beispielsweise
Druckluft oder ein Inertgas, auf die Werkstoffoberfläche geschleudert. Der Spritzdraht
wird dabei bevorzugt zentrisch durch die Flamme geführt, wobei die Vorschubgeschwindigkeit
des Drahtes häufig bei einer konstanten Flammtemperatur vom Schmelzpunkt des Drahtes
und vom Drahtdurchmesser bestimmt ist. Die beim Schmelzen des Drahtes entstehenden
schmelzflüssigen Tropfen werden durch die Flammgeschwindigkeit und durch ein Transportgas
auf das zu beschichtende Werkstück geschleudert. Zum Flammspritzen werden dabei häufig
Brenngase wie Acetylen, Propan oder Wasserstoff eingesetzt.
[0003] Beim Flammspritzen mit Spritzpulver als Spritzmaterial wird das Spritzpulver mit
einer Brenngas Sauerstoff-Flamme oder mit einem flüssigen Brennstoff mit Sauerstoff
aufgeschmolzen und durch das Verbrennungsgas allein oder mit gleichzeitiger Unterstützung
durch ein Zerstäubergas, wie beispielsweise Druckluft oder ein Inertgas, auf die Werkstoffoberfläche
geschleudert.
[0004] Sonderformen des Flammspritzen werden unter anderem durch Spritzpistolen realisiert,
bei welchen in einer Brennkammer der flüssige oder gasförmige fluide Brennstoff mittels
Sauerstoff zu einem heissen Verbrennungsgas verbrannt wird, so dass in der Brennkammer
ein bestimmter Prozessdruck der heissen Verbrennungsgase generiert wird. Die heissen
Verbrennungsgase werden dann aus der Brennkammer über eine Austrittsöffnung, die häufig
in Form einer Düse ausgebildet ist, einer Schmelzzone zugeführt, in welcher Schmelzzone
das Spritzmaterial, das ein Spritzdraht oder auch ein Spritzpulver, in speziellen
Fällen sogar ein flüssiges oder gasförmiges Spritzmaterial oder Spritzzusatz sein
kann, durch das heisse Verbrennungsgas aufgeschmolzen wird und durch das unter Druck
stehende heisse Verbrennungsgas zum Beschichten eines Substrats auf die Oberfläche
des Substrats geschleudert wird.
[0005] Dabei sind auch Ausführungsformen bekannt, bei welchen das Spritzmaterial nicht erst
in einer Schmelzzone ausserhalb der Verbrennungskammer zugeführt wird. Sondern es
sind durchaus auch Systeme bekannt, bei welchen das Spritzmaterial, zum Beispiel ein
Spritzpulver oder ein flüssiges oder gasförmiges Spritzmaterial direkt in die Brennkammer
eingebracht wird.
[0006] Einer der vielen Vorteile dieser Flammspritzsysteme mit Brennkammer liegt unter anderem
darin, dass kein zusätzliches Zerstäubergas, wie beispielsweise Druckluft oder ein
Inertgas notwendig ist, um das geschmolzene Material auf die Werkstoffoberfläche zu
schleudern.
[0007] Hier ist zum Beispiel das sogenannte Kaltgasspritzen zu nennen, bei welchem mit relativ
niedrigen Temperaturen das Spritzmaterial nicht vollständig aufgeschmolzen wird. Häufig
wird bei diesem Verfahren das Spritzmaterial, zum Beispiel ein Spritzpulver nur bis
knapp auf oder an die Schmelztemperatur durch die Verbrennungsgase erhitzt, so dass
zum Beispiel die Pulverkörner mehr oder weniger plastisch werden und erst durch die
Aufprallenergie beim Aufprall auf das zu beschichtende Werkstück aufgeschmolzen werden
und so die Beschichtung bilden.
[0008] Beim sogenannten Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (High Velocity Oxygen Fuel, HVOF)
wird das aus der Verbrennungskammer kommende heisse Verbrennungsgas derart durch eine
Düse, im Speziellen durch eine Venturidüse geführt, dass der Beschichtungsstrahl umfassend
das ganz oder teilweise aufgeschmolzene Spritzmaterial, mit sehr hoher Geschwindigkeit,
in der Regel mit Überschallgeschwindigkeit auf das zu beschichtende Substrat geschleudert
wird.
[0009] Dabei sind dem Fachmann eine Vielzahl von weiteren Varianten bekannt, bei welchen
insbesondere auch verschiedene Merkmale bekannter Spritzvorrichtung für unterschiedliche
Anwendungen kombiniert sein können.
[0010] Bei den bekannten Spritzpistolen mit Brennkammer wird beispielweise der Brennstoff
unter relativ niedrigem Druck, in der Praxis häufig bei 10 - 15 bar durch eine Öffnung
in die Brennkammer gegen den Prozessdruck in der Brennkammer eingebracht, der in einer
ähnlichen Grössenordnung liegt.
[0011] Die Zerstäubung, wenn beispielweise ein flüssiger Brennstoff verwendet wird, wird
bis heute mit einem wenig effektiven Design der Einlassöffnungen bewerkstelligt, das
nur eine sehr eingeschränkte Kontrolle der räumlichen Verteilung des Brennstoffs in
der Brennkammer bzw. der Partikelgrösse der Brennstofftropfen erlaubt. Die in den
Brennraum eingebrachte Menge an Treibstoff wird dabei entweder über eine analog geregelte
Pumpe oder mit einem analogen Proportionalventil gesteuert.
[0012] Somit ist bei den aus dem Stand der Technik bekannten Systemen das Brennstoff Sauerstoffgemisch
nur bedingt an bestimmte Anforderungen bzw. Prozessparameter anpassbar und oft nicht
optimal. Im Einzelnen gibt es grosse Variationen in der Prozessqualität. So fluktuiert
z.B. das Lamba-Verhältnis und das Prozessverhalten insgesamt aufgrund eines nicht
stimmigen Verbrennungsverhaltens. Damit zusammenhängend resultiert ein viel zu hoher
Brennstoffverbrauch und eine unvollständige Verbrennung des in die Brennkammer eingebrachten
Treibstoffs. Aufgrund der unvollständigen Verbrennung oder zum Beispiel aufgrund eines
zu hohen Sauerstoffgehalts kann es zu Verschmutzungen mit nicht oder nur teilweise
verbranntem Brennstoff oder auch zu Oxidationsphänomen auf der zu beschichtenden Werkstückoberfläche
oder beim Beschichtungsmaterial kommen. Auch treten Probleme mit dem Start der Verbrennung
in der Brennkammer auf, was unter anderem zu sehr nachteiligen Materialbelastungen
der Spritzpistole als solches führen, wie mechanische Spannungen in oder zwischen
den Komponenten der Spritzpistole bis hin zu Rissen, zum Beispiel in der Brennkammerwand,
Korrosionsphänomene und vielen anderen dem Fachmann an sich bekannten schädigenden
Belastungen.
[0013] Aber auch die bekannten Komponenten, wie die analog arbeitende Pumpe zur Zuführung
des Brennstoffs in die Brennkammer oder die Durchflusssensoren zur Messung des in
die Brennkammer eingebrachten Treibstoffs sind bei den bekannten Spritzvorrichtungen
konstruktions- und verfahrensbedingt nur von begrenzter Genauigkeit und Zuverlässigkeit.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine neue Spritzvorrichtung sowie ein neues
Verfahren zum Betreiben einer Spritzvorrichtung bereitzustellen, das die aus dem Stand
der Technik bekannten Nachteile vermeidet und insbesondere eine bessere Verbrennung
bzw. eine verbesserte Kontrolle der Verbrennung in der Brennkammer ermöglicht.
[0015] Die diese Aufgaben in apparativer und verfahrenstechnischer Hinsicht lösenden Gegenstände
der Erfindung sind durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 14 gekennzeichnet.
[0016] Die jeweiligen abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0017] Die Erfindung betrifft somit eine Spritzvorrichtung mit einer Spritzpistole zum thermischen
Spritzen eines Spritzmaterials, wobei die Spritzpistole eine Brennkammer zur Verbrennung
eines fluiden Brennstoffs zu einem heissen Verbrennungsgas umfasst. Erfindungsgemäss
ist der Brennstoff unter einem vorgebbaren Einspritzdruck mittels einer von einer
Brennstoffversorgung gespeisten Injektionseinrichtung nach einem vorgebbaren Einspritzschema
in die Brennkammer einspritzbar.
[0018] Wesentlich für die Erfindung ist somit, dass der Brennstoff unter einem vorgebbaren
Einspritzdruck mittels einer von einer Brennstoffversorgung gespeisten Injektionseinrichtung
nach einem vorgebbaren Einspritzschema in die Brennkammer einspritzbar ist. Durch
die Apparatur bzw. durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung wird der Brennstoff
unter viel höherem Druck in die Brennkammer eingebracht, was unter anderem durch Verwendung
der Injektionseinrichtung ermöglicht wird. Durch Verwendung der Injektionseinrichtung
und des höheren Einspritzdrucks wird der Treibstoff weitaus besser und feiner zerstäubt.
Und zwar einerseits, weil der Treibstoff unter viel höherem Druck eingespritzt werden
kann und andererseits weil durch eine digitale Ansteuerung der Injektionseinrichtung
die Einspritzung optimal an den Verbrennungsprozess angepasst werden kann. Dadurch,
dass die Injektion des Brennstoffs mittels der Injektionseinrichtung digital nach
einem vorgegeben Schema gesteuert bzw. geregelt werden kann, kann die Einspritzung
des Treibstoffs optimal an die jeweiligen Prozessparameter wie zum Beispiel der Art
des verwendeten Treibstoffs, der Verbrennungstemperatur, dem Druck in der Brennkammer,
dem verwendeten Spritzmaterial usw. angepasst werden. Auch das Sauerstoff/Brennstoff
Verhältnis lässt sich im Brennraum optimal an die konkreten Bedingungen bzw. Anforderungen
einstellen bzw. steuern oder regeln.
[0019] Eine feinere Zerstäubung des Brennstoffs führt dazu, dass die für die Verbrennung
des Treibstoffs zur Verfügung stehende Oberfläche der Brennstofftropfen vergrössert
wird, wodurch die Verbrennung der Brennstofftropfen optimiert wird. Der Verbrennungsprozess
kann somit durch die vorliegende Erfindung letztlich viel präziser eingestellt bzw.
kontrolliert werden. Ausserdem wird das Aufstarten der Spritzpistole, also der Beginn
des Verbrennungsprozesses deutlich verbessert, da die Wahl der zu verwendenden Startparameter
erstmals in weiten Parameterbereichen frei wählbar ist.
[0020] Die digitale Steuerung bzw. Regelung der erfindungsgemässen Spritzvorrichtung macht
die gesamte Anlage darüber hinaus viel robuster gegenüber Störungen oder Langzeitschwankungen
in den Hardware Komponenten der Anlage, als dies bei der bekannten analogen Regelung
der Brennstoffeinspritzung der Fall ist. Daraus resultieren deutlich verlängerte Wartungsintervalle
und die im Stand der Technik notwendigen periodischen Kalibrierungen der Spritzvorrichtung
bzw. bestimmter Komponenten können deutlich reduziert werden und können in bestimmten
Fällen sogar vollständig entfallen. Daher ist die Erfindungsgemässe Spritzvorrichtung
insbesondere auch deutlich wirtschaftlicher in Bezug auf Wartungsarbeiten.
[0021] Besonders bevorzugt wird der Brennstoff getaktet während eines Injektionstakts in
die Brennkammer eingespritzt und während eines Sperrtakts nicht eingespritzt. Dadurch
kann zum Beispiel die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer eingespritzte Menge
an Brennstoff durch Einstellung der Länge des Injektionstakts im Verhältnis zur Länge
des Sperrtakts sehr zuverlässig und einfach vorgegeben werden. Alternativ oder gleichzeitig
ist es dabei aber auch möglich, dass die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer
eingespritzte Menge an Brennstoff durch Einstellung des Einspritzdrucks des Brennstoffs
vorgegeben wird.
[0022] In der Praxis ist dabei bevorzugt auch der zur Verbrennung des Treibstoffs notwendige
Sauerstoff unter einem vorgebbaren Speisedruck mittels einer von einer Sauerstoffversorgung
gespeisten Sauerstoffdüse nach einem vorgebbaren Schema in die Brennkammer einbringbar,
wobei im Speziellen die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer eingespritzte
Menge an Sauerstoff zum Beispiel durch Einstellung des Speisedrucks des Sauerstoffs
oder durch Regelung der Düse vorgebbar ist.
[0023] Zur Ansteuerung der Brennstoffversorgung und / oder der Sauerstoffversorgung ist
vorteilhaft eine Ansteuereinrichtung vorgesehen, so dass die Ansteuerung der Brennstoffeinspritzung
bzw. der Sauerstoffzufuhr individuell eingestellt werden kann, bzw. eine Steuerung
oder Regelung der Brennstoff- und Sauerstoffzufuhr ermöglicht wird. Dazu kann zum
Beispiel ein Betriebsparameter erfasst und der Ansteuereinheit zur Steuerung oder
Regelung des Verbrennungsprozesses zugeführt werden.
[0024] Insbesondere dann, wenn höchste Anforderungen an den Verbrennungsprozess im Betriebszustand
gestellt werden, kann zur Erfassung des Betriebsparameters ein Sensor vorgesehen sein,
wobei und Betriebsparameter beispielweise eine Temperatur in der Brennkammer und /
oder ein Verbrennungsdruck in der Brennkammer und / oder eine chemische Zusammensetzung
des Verbrennungsgases und / oder ein Sauerstoffgehalt in der Brennkammer ist. Der
Betriebsparameter kann aber auch der Einspritzdruck des Brennstoffs und / oder eine
in die Brennkammer zugeführte Menge an Brennstoff, und / oder der Betriebsparameter
kann der Speisedruck des Sauerstoffs und / oder eine in die Brennkammer zugeführte
Menge an Sauerstoff oder jeder andere Betriebsparameter sein, der zur Steuerung oder
Reglung der Verbrennung wesentlich ist.
[0025] Als Injektionseinrichtung zur Einspritzung des Brennstoffs in die Brennkammer wird
besonders vorteilhaft eine Einspritzdüse verwendet, im Speziellen eine handelsübliche
Einspritzdüse, wie sie zum Beispiel bei üblichen Verbrennungsmotoren in Fahrzeugen
verwendet wird.
[0026] Als Spritzmaterial kann je nach Ausführung der Spritzpistole ein Spritzdraht, ein
Spritzpulver oder sogar ein flüssiges oder gasförmiges Spritzmaterial verwendet werden,
wobei das Spritzmaterial zum Beispiel in an sich bekannter Weise über Spritzmaterialzuführung
in eine Schmelzzone eingebracht werden, die sich stromabwärts zur Brennkammer befindet,
so dass das Spritzmaterial durch das aus der Brennkammer in die Schmelzzone strömende
heisse Verbrennungsgas zum Beschichten eines Substrats ganz oder teilweise in der
Schmelzzone aufgeschmolzen wird.
[0027] In einem anderen Fall ist es natürlich auch möglich, das Spritzmaterial direkt in
die Brennkammer eingebracht wird, zum Beispiel wenn als Spritzmaterial ein Spritzpulver
oder ein flüssiges oder gasförmiges Spritzmaterial verwendet wird.
[0028] In einem für die Praxis besonders wichtigen Ausführungsbeispiel ist die Spritzpistole
eine an sich bekannte HVOF Spritzpistole.
[0029] Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Betreiben einer Spritzvorrichtung
der vorliegenden Erfindung, wobei in einer Brennkammer einer Spritzpistole der Spritzvorrichtung
ein fluider Brennstoff zu einem heissen Verbrennungsgas verbrannt wird. Erfindungsgemäss
wird der Brennstoff unter einem vorgebbaren Einspritzdruck von einer Brennstoffversorgung
einer Injektionseinrichtung zugeführt und nach einem vorgegeben Einspritzschema von
der Injektionseinrichtung in die Brennkammer eingespritzt.
[0030] Besonders bevorzugt wird als Brennstoff ein flüssiger Brennstoff verwendet und der
Brennstoff wird durch die Injektionseinrichtung, im Speziellen handelsübliche Einspritzdüse
für Flugzeug- oder Fahrzeugmotoren, beim Einspritzen in die Brennkammer zu Brennstofftropfen
von vorgegebener Grösse versprüht.
[0031] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand der schematischen Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Spritzvorrichtung.
[0032] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine erfindungsgemässe Spritzvorrichtung,
die im Folgenden gesamthaft mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet wird.
[0033] Die erfindungsgemässe Spritzvorrichtung 1 umfasst eine Spritzpistole 2 zum thermischen
Spritzen eines Spritzmaterials 3, wobei im vorliegenden Fall die Spritzpistole 2 eine
Spritzpistole zum Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (HVOF) mittels eines Spritzpulvers
3 ist.
[0034] Es versteht sich, dass die Darstellung der Spritzpistole gemäss Fig. 1 nur schematisch
zu verstehen ist und die Erfindung jegliche Arten von Spritzpistolen umfasst, die
über eine Brennkammer 4 verfügen. Insbesondere ist die Erfindung auch nicht auf das
Spritzen von Spritzpulvern allein beschränkt, sondern die Erfindung betrifft insbesondere
auch Spritzvorrichtungen 1, mit welchen als Spritzmaterial 3 auch Spritzdrähte 3 oder
auch fluide Spritzmaterialien 3 wie Flüssigkeiten oder Gase verspritzt werden können.
Insbesondere ist es auch möglich, dass das Spritzmaterial 3 direkt in die Brennkammer
4 eingebracht wird, und nicht wie im Beispiel der Fig. 1 in die Schmelzzone 8 stromabwärts
in Bezug auf die Brennkammer 4.
[0035] In der Spritzpistole 2 ist in an sich bekannter Weise die Brennkammer 4 zur Verbrennung
eines fluiden Brennstoffs 5, 51 zu einem heissen Verbrennungsgas 6 ausgebildet. Das
heisse Verbrennungsgas 6 ist dabei aus der Brennkammer 4, wie durch den Pfeil 6 angedeutet,
über eine Austrittsöffnung 7 einer Schmelzzone 8 zuführbar und das Spritzmaterial
3 wird gemäss dem Pfeil 3 über eine Spritzmaterialzuführung in die Schmelzzone 8 eingebracht,
in der das Spritzmaterial 3 durch das heisse Verbrennungsgas 6 zum Beschichten eines
Substrats 9 ganz oder teilweise aufgeschmolzen wird. Das zumindest teilweise aufgeschmolzene
Spritzmaterial 3 wird dann über eine Düsenöffnung 81 mit hoher Geschwindigkeit auf
eine Oberfläche des zu beschichtenden Substrats 9 zur Bildung einer Oberflächenbeschichtung
91 aufgebracht.
[0036] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird der Brennstoff 5 unter einem vorgebbaren Einspritzdruck
PE mittels einer von einer Brennstoffversorgung 10 gespeisten Injektionseinrichtung
11 nach einem vorgebbaren digitalen Einspritzschema 12 in die Brennkammer 4 eingespritzt.
Digitales Einspritzschema 12 bedeutet, dass die Steuerung bzw. Regelung der Brennstoffeinspritzung
in den Brennraum 4 nicht wie aus dem Stand der Technik bekannt analog erfolgt, sondern
digital.
[0037] Die Brennstoffversorgung 10 kann dabei in der Praxis unter anderem ein hier nicht
explizit dargestelltes Brennstoffreservoir, sowie dem Fachmann an sich bekannte elektronische
Komponenten zur Steuerung und oder Regelung bzw. zur Datenkommunikation mit der Ansteuereinheit
16 oder anderer Komponenten der Spritzvorrichtung 1 umfassen.
[0038] In dem für die Praxis besonders wichtigen speziellen Ausführungsbeispiel gemäss Fig.
1 wird der Brennstoff 5 getaktet, also digital während eines Injektionstakts 121 in
die Brennkammer 4 eingespritzt und während eines Sperrtakts 122 nicht eingespritzt.
D.h., während des Sperrtaktes 122 ist die Einspritzung in die Brennkammer 4 unterbrochen.
[0039] Bei dem speziellen erfindungsgemässen Ausführungsbeispiel der Fig. 1 kann dabei die
Menge an Treibstoff, die über ein vorgegebenes Zeitintervall in die Brennkammer 4
im Mittel eingespritzt wird, durch die Einstellung verschiedener Parameter beeinflusst
werden.
[0040] Einerseits kann die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer 4 eingespritzte
Menge an Brennstoff 5 durch Einstellung der Länge des Injektionstakts 121 im Verhältnis
zur Länge des Sperrtakts 122 vorgegeben werden.
[0041] Parallel dazu oder alternativ kann die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer
4 eingespritzte Menge an Brennstoff 5 aber auch durch Einstellung des Einspritzdrucks
PE des Brennstoffs 5 digital oder analog vorgegeben werden. Dazu werden bevorzugt
zwischen der Brennstoffversorgung 10 und der Ansteuereinheit 16 entsprechende Daten
über die Brennstoffdatenleitung 161 ausgetauscht, wie die Pfeile an der Brennstoffdatenleitung
161 andeuten sollen. Das heisst, über die Brennstoffdatenleitung 161 werden einerseits
Steuerbefehle an die Brennstoffversorgung 10 zur getakteten Brennstoffzuführung in
die Brennkammer 4 übermittelt. Anderseits können über die Brennstoffdatenleitung 161
auch Steuerbefehle zur Einstellung des Einspritzdrucks PE von der Ansteuereinrichtung
16 an die Brennstoffversorgung 10 übermittelt werden oder aber es können auch Daten,
insbesondere Betriebsdaten betreffend die aktuelle Brennstoffzuführung in die Brennkammer
4 von der Brennstoffversorgung 10 in umgekehrter Richtung an die Ansteuereinrichtung
16 übermittelt werden, so dass eine Steuerung und / oder Regelung der Brennstoffeinspritzung
in die Brennkammer 4 ermöglicht wird um eine optimale Verbrennung des Brennstoffs
5, 51 in der Brennkammer 4 zu ermöglichen.
[0042] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist dabei auch der für die Verbrennung notwendige
Sauerstoff 13 unter einem vorgebbaren Speisedruck PS mittels einer von einer Sauerstoffversorgung
14 gespeisten Sauerstoffdüse 15 nach einem vorgebbaren Schema in die Brennkammer 4
einbringbar, wobei die Zufuhr des Sauerstoffs 13 in die Brennkammer 4 selbstverständlich
nicht unbedingt nach dem gleichen Schema erfolgen muss, gemäss dem der Brennstoff
5, 51 in die Brennkammer 4 eingebracht wird. So kann der Brennstoff 5, 51 zum Beispiel
getaktet in die Brennkammer 4 eingebracht werden, während der Sauerstoff 13 im Spezielle
auch nicht nach einem getakteten Schema sondern nach einem kontinuierlichen, zum Beispiel
auch zeitlich kontinuierlich variierendem Schema, also mittels einer analogen Ansteuerung
in die Brennkammer 4 eingebracht werden kann.
[0043] Selbstverständlich kann die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer 4 eingespritzte
Menge an Sauerstoff 13 auch oder alternativ durch Einstellung des Speisedrucks PS
des Sauerstoffs 13 vorgegeben werden.
[0044] Wie in Fig. 1 schematisch dargestellt, kann die Ansteuereinheit 16 auch die Zufuhr
des Sauerstoffs 13 in die Brennkammer steuern und / oder regeln. Dazu werden bevorzugt
zwischen der Sauerstoffversorgung 14 und der Ansteuereinheit 16 entsprechende Daten
über die Sauerstoffdatenleitung 162 ausgetauscht, wie die Pfeile an der Sauerstoffdatenleitung
162 andeuten sollen. Das heisst, über die Sauerstoffdatenleitung 162 werden einerseits
Steuerbefehle an Sauerstoffversorgung 14 zur Brennstoffzuführung in die Brennkammer
4 nach einem vorgegeben Schema übermittelt. Dabei ist klar, dass auch der Sauerstoff
je nach Anwendungsfall nach einem getakteten Schema in die Brennkammer 4 einbringbar
ist. Anderseits können über die Sauerstoffdatenleitung 162 auch Steuerbefehle zur
Einstellung des Speisedrucks PS von der Ansteuereinrichtung 16 an die Sauerstoffversorgung
14 übermittelt werden oder aber es können auch Daten, insbesondere Betriebsdaten betreffend
die aktuelle Sauerstoffzuführung in die Brennkammer 4 von der Sauerstoffversorgung
14 in umgekehrter Richtung an die Ansteuereinrichtung 16 übermittelt werden, so dass
eine Steuerung und / oder Regelung der Zufuhr des Sauerstoffs 13 in die Brennkammer
4 ermöglicht wird, um eine optimale Verbrennung des Brennstoffs 5, 51 in der Brennkammer
4 zu sicherzustellen.
[0045] Zusätzlich kann, wie in Fig. 1 ebenfalls schematisch dargestellt, ein weiterer Betriebsparameter,
neben dem Speisdruck PS, dem Einspritzdruck PE, der Menge an Brennstoff 5 oder Sauerstoff
13, der in die Brennkammer eingebracht wird, erfasst werden und der Ansteuereinheit
16 zugeführt werden.
[0046] Besonders bevorzugt ist dabei zur Erfassung des Betriebsparameters ein Sensor 17
vorgesehen, der im Speziellen wie in Fig. 1 schematisch dargestellt ist, an der Brennkammer
4 installiert ist. Der vom Sensor 17 gemessene Betriebsparameter wird bevorzugt über
die Sensorleitung 171 an die Ansteuereinheit 16 zur Steuerung und / oder Regelung
der Brennstoffzufuhr und / oder der Sauerstoffzufuhr in die Brennkammer 4 weitergeleitet.
Der Betriebsparameter kann dabei zum Beispiel eine Temperatur in der Brennkammer 4
und / oder ein Verbrennungsdruck in der Brennkammer 4 und / oder eine chemische Zusammensetzung
des Verbrennungsgases 6 und / oder ein Sauerstoffgehalt in der Brennkammer 4 und /
oder jeder andere Betriebsparameter der erfindungsgemässen Spritzvorrichtung sein.
[0047] Insbesondere versteht es sich von selbst, dass die Datenleitungen 161, 162, 171 sowie
weitere eventuell vorhandene Kommunikationsleitungen auch beispielweise über eine
Funkverbindung realisiert sein können.
[0048] Wie bereits erwähnt, kann der Betriebsparameter natürlich auch der Einspritzdruck
PE des Brennstoffs 5 und / oder eine in die Brennkammer 4 zugeführte Menge an Brennstoff
5 und / oder der Speisedruck PS des Sauerstoffs 13 und / oder eine in die Brennkammer
4 zugeführte Menge an Sauerstoff 13 sein.
[0049] In der Praxis ist dabei die Injektionseinrichtung 11 eine Einspritzdüse, besonders
bevorzugt eine handelsübliche Einspritzdüse, wie sie zum Beispiel zum Einspritzen
von Kraftstoff in den Zylinder eines Verbrennungsmotors eine Autos oder eines anderen
Fahrzeugs verwendet wird.
[0050] Ebenso wird in der Praxis eine hier aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellte,
an sich bekannte Zündvorrichtung an der Brennkammer vorgesehen sein, mit welcher Zündvorrichtung
der Verbrennungsvorgang in der Brennkammer gestartet werden kann.
[0051] Als Brennstoff 5 kann zum Beispiel ein flüssiger Brennstoff 5, wie Kerosin, Benzin,
Alkohol oder ein andere flüssiger Brennstoff 5 verwendet werden, der durch Verwendung
einer handelsüblichen Einspritzdüse als Injektionseinrichtung 11 beim Einspritzen
in die Brennkammer 4 gezielt zur Bildung von Brennstofftropfen 51 von vorgegebener
Grösse versprüht werden kann, wodurch sich der Verbrennungsvorgang in der Brennkammer
4 noch weiter optimiert werden kann.
[0052] In ganz speziellen Fällen können auch an sich bekannte gasförmige Brennstoffe 5 verwendet
werden.
[0053] Es versteht sich, dass die vorliegende Erfindung nicht auf die im Rahmen dieser Anmeldung
explizit beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt ist, sondern insgesamt auch
alle Kombinationen umfasst, die der Fachmann in naheliegender Weise zur Ausbildung
weiterer Ausführungsbeispiele ohne weiteres versteht.
1. Spritzvorrichtung mit einer Spritzpistole (2) zum thermischen Spritzen eines Spritzmaterials
(3), wobei die Spritzpistole (2) eine Brennkammer (4) zur Verbrennung eines fluiden
Brennstoffs (5, 51) zu einem heissen Verbrennungsgas (6) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoff (5) unter einem vorgebbaren Einspritzdruck (PE) mittels einer von
einer Brennstoffversorgung (10) gespeisten Injektionseinrichtung (11) nach einem vorgebbaren
Einspritzschema (12) in die Brennkammer (4) einspritzbar ist.
2. Spritzvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der Brennstoff (5) getaktet während eines
Injektionstakts (121) in die Brennkammer (4) eingespritzt wird und während eines Sperrtakts
(122) nicht eingespritzt wird.
3. Spritzvorrichtung nach Anspruch 2, wobei die im Mittel pro Zeiteinheit in die Brennkammer
(4) eingespritzte Menge an Brennstoff (5) durch Einstellung der Länge des Injektionstakts
(121) im Verhältnis zur Länge des Sperrtakts (122) vorgebbar ist.
4. Spritzvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die im Mittel pro
Zeiteinheit in die Brennkammer (4) eingespritzte Menge an Brennstoff (5) durch Einstellung
des Einspritzdrucks (PE) des Brennstoffs (5) vorgebbar ist.
5. Spritzvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei Sauerstoff (13) unter
einem vorgebbaren Speisedruck (PS) mittels einer von einer Sauerstoffversorgung (14)
gespeisten Sauerstoffdüse (15) nach einem vorgebbaren Schema in die Brennkammer (4)
einbringbar ist.
6. Spritzvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die im Mittel pro
Zeiteinheit in die Brennkammer (4) eingespritzte Menge an Sauerstoff (13) durch Einstellung
des Speisedrucks (PS) des Sauerstoffs (13) vorgebbar ist.
7. Spritzvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Ansteuereinrichtung
(16) zur Ansteuerung der Brennstoffversorgung (10) und / oder der Sauerstoffversorgung
(14) vorgesehen ist.
8. Spritzvorrichtung nach Anspruch 7, wobei ein Betriebsparameter erfassbar und der Ansteuereinheit
(16) zuführbar ist.
9. Spritzvorrichtung nach Anspruch 8, wobei zur Erfassung des Betriebsparameters ein
Sensor (17) vorgesehen ist und der Betriebsparameter eine Temperatur in der Brennkammer
(4) und / oder ein Verbrennungsdruck in der Brennkammer (4) und / oder eine chemische
Zusammensetzung des Verbrennungsgases (6) und / oder ein Sauerstoffgehalt in der Brennkammer
(4) ist.
10. Spritzvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei der Betriebsparameter der
Einspritzdruck (PE) des Brennstoffs (5) und / oder eine in die Brennkammer (4) zugeführte
Menge an Brennstoff (5) ist.
11. Spritzvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei der Betriebsparameter der
Speisedruck (PS) des Sauerstoffs (13) und / oder eine in die Brennkammer (4) zugeführte
Menge an Sauerstoff (13) ist.
12. Spritzvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei die Zufuhr des Brennstoffs
(5) und / oder die Zufuhr des Sauerstoffs (13) in die Brennkammer (4) gesteuert oder
geregelt wird.
13. Spritzvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Injektionseinrichtung
(11) eine Einspritzdüse ist.
14. Verfahren zum Betreiben einer Spritzvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
13, wobei in einer Brennkammer (4) einer Spritzpistole (2) der Spritzvorrichtung (1)
ein fluider Brennstoff (5) zu einem heissen Verbrennungsgas (6) verbrannt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoff (5) unter einem vorgebbaren Einspritzdruck (PE) von einer Brennstoffversorgung
(10) einer Injektionseinrichtung (11) zugeführt und nach einem vorgegeben Einspritzschema
(12) von der Injektionseinrichtung (11) in die Brennkammer (4) eingespritzt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei als Brennstoff (5) ein flüssiger Brennstoff (5)
verwendet wird und der Brennstoff (5) durch die Injektionseinrichtung (11) beim Einspritzen
in die Brennkammer (4) zu Brennstofftropfen (51) von vorgegebener Grösse versprüht
wird.