[0001] Die Erfindung betrifft ein Hausgerät mit einer Trommel mit einem Mantel zur Aufnahme
von Wäsche, insbesondere für einen Waschvorgang, wobei in das Innere der Trommel Flüssigkeit,
wie Waschflotte oder Spülflüssigkeit einbringbar ist, sowie dass die Trommel in einem
ersten Drehzahlbereich einschließend die Drehzahl Null, der insbesondere für den Waschvorgang
vorgesehen ist und in einem zweiten Drehzahlbereich, der insbesondere für das Schleudern
der Wäsche zwischen dem Waschvorgang und einem Spülvorgang vorgesehen ist, betreibbar
ist, wobei die Trommel so beschaffen ist, dass in dem ersten Drehzahlbereich die Trommel
die eingebrachte Flüssigkeit relativ dicht aufnimmt und in dem zweiten Drehzahlbereich
Flüssigkeit aus dem Inneren der Trommel abführbar ist.
[0002] Ein solches Hausgerät geht hervor aus der
CH 327 248 A.
[0003] Ein ähnliches Hausgerät des Standes der Technik, wie dargestellt in der Offenlegungsschrift
DE 199 62 252 A1 und entsprechend den überwiegend derzeit im praktischen Einsatz befindlichen Hausgeräten,
wie Waschmaschinen, weist meist eine Trommel mit im Wesentlichen horizontal ausgerichteter
Trommel auf, die bezüglich ihrer einer Bedienseite des Hausgerätes gegenüberliegender
Wand eine Lagerung aufweist, wobei diese Lagerung gegenüber dem Gehäuse des Hausgerätes
schwingend gehaltert ist. Die gesamte Trommel ist von einem Laugenbehälter umgeben,
der genauso und gleichermaßen wie die Lagerung der Trommel gegenüber dem Gehäuse des
Hausgerätes schwingend gelagert ist. Die zu behandelnde Wäsche ist im Inneren der
Trommel eingebracht. Durch Drehbewegungen, auch reversierende Drehbewegungen der Trommel,
wird die eingebrachte Wäsche mittels Rippen an der Innenseite der Trommel angehoben
und fällt dann bedingt durch die Schwerkraft wieder in die Ausgangslage herunter.
Damit kann bei einem Waschvorgang die in die Trommel eingebrachte Wäsche durch die
im Laugenbehälter befindliche Waschflotte benetzt und durchströmt werden, wobei Schmutz
aus der Wäsche gelöst wird. Dabei wirkt die Flotte über im Mantel der Trommel befindliche
Löcher auf die eingebrachte Wäsche ein. Es findet also ein laufender Austausch von
Flotte des Laugenbehälters zum Innenbereich der Trommel und vom Innenbereich der Trommel
zurück zum Laugenbehälter statt. Für den eigentlichen Waschvorgang ist jedoch nur
die innerhalb der Trommel befindliche Flotte wirksam. Im unteren Bereich des Laugenbehälters
hinführend zur Abpumpeinrichtung des Hausgerätes entsteht zudem ein Flotten-Sumpf
bzw. ein Sumpf aus verdünnter Flotte, der sich bei einem, einem Waschvorgang ausschließenden
Spülvorgang, ausbildet. Die Flotte außerhalb der Trommel wird auch als tote Flotte
bezeichnet.
[0004] Bei diesem Stand der Technik wird es als nachteilig angesehen, dass für den Waschvorgang
mehr Flotte bzw. Wasser mit Waschmittel in die Anordnung von Laugenbehälter und Trommel
eingeleitet werden muss, als für den eigentlichen Waschvorgang erforderlich ist. Ferner
ist auch mehr Wasser für einen Spülvorgang zuund abzuführen, um die Waschflotte geeignet
verdünnen und abführen zu können.
[0005] Zum Stand der Technik gehören auch sogenannte Eintrommel-Waschmaschinen, wie beschrieben
in den Schriften
CH 327 248 A und
AT 259 494 B. Bei jeder dieser Eintrommel-Waschmaschinen ist insbesondere nur eine einzige drehbare
Trommel vorgesehen, die nicht nur die zu behandelnde Wäsche aufnimmt, sondern auch
die Waschlauge; ein die Trommel umgebender Laugenbehälter ist jeweils nicht vorgesehen.
Soweit die
CH 327 248 A betrachtet wird, ist zwar schon eine Möglichkeit geschaffen, die eingebrachte Wäsche
zu entwässern, indem ein durch Federkraft auf einer Außenfläche der Trommel gehaltener
Deckring bei ausreichend hoher Drehzahl von der Außenfläche abhebt und Öffnungen freigibt,
durch welche Waschlauge oder Spülflüssigkeit austreten kann, jedoch ist dieses Entwässern
nicht als ausreichend effektiv anzusehen, da nur wenige Öffnungen an einen schmalen
Rand der Trommel beim Entwässern bzw. Schleudern durchgängig geöffnet werden. Es kommt
hinzu, dass die räumliche Beziehung zwischen dem Deckring und der Trommel undefiniert
ist, wenn der Deckring von der Außenfläche der Trommel abhebt; insbesondere ist nicht
auszuschließen, dass sich der Deckring dann gegen die Trommel verdreht oder verschiebt.
Deshalb wird die Konfiguration gemäß
CH 327 248 A nicht als Grundlage einer realen Waschmaschine anzusehen sein.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein Hausgerät, insbesondere für einen
Waschvorgang anzugeben, das ein geringes Volumen an Flotte für einen Waschvorgang
einzuhalten gestattet und dabei ein effektives Entwässern der Wäsche ermöglicht. Es
soll eine Trommel in einer Größenordnung, wie bei derzeit üblichen Frontlader-Hausgeräten
vorliegend, eingesetzt werden können. Der Aufwand für das Abführen von Flüssigkeit
beim Schleudern der Wäsche soll gering gehalten werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird mittels eines Hausgerätes nach dem unabhängigen Patentanspruch
gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben,
wobei mehrere bevorzugte Weiterbildungen auch dann im Rahmen der Erfindung miteinander
kombiniert werden können, wenn dies hierin nicht explizit angegeben ist.
[0008] Demgemäß ist das erfindungsgemäße Hausgerät mit einer Trommel mit einem Mantel zur
Aufnahme von Wäsche, insbesondere für einen Waschvorgang, wobei in das Innere der
Trommel Flüssigkeit, wie Waschflotte oder Spülflüssigkeit einbringbar ist, sowie dass
die Trommel in einem ersten Drehzahlbereich einschließend die Drehzahl Null, der insbesondere
für den Waschvorgang vorgesehen ist und in einem zweiten Drehzahlbereich, der insbesondere
für das Schleudern der Wäsche zwischen dem Waschvorgang und einem Spülvorgang vorgesehen
ist, betreibbar ist, wobei die Trommel so beschaffen ist, dass in dem ersten Drehzahlbereich
die Trommel die eingebrachte Flüssigkeit relativ dicht aufnimmt und in dem zweiten
Drehzahlbereich Flüssigkeit aus dem Inneren der Trommel abführbar ist, insbesondere
dadurch ausgezeichnet, dass die Trommel über ihren gesamten Mantel verteilte Löcher
aufweist, deren jedem ein Verschlusselement zugeordnet ist, welches Verschlusselement
das Loch beim Betreiben der Trommel im ersten Drehzahlbereich verschließt und beim
Betreiben der Trommel im zweiten Drehzahlbereich freigibt.
[0009] Gegenüber dem Stand der Technik nach der
CH 372 248 A ist eine wesentliche größere Anzahl von Löchern in der Trommel vorhanden, um in die
Wäsche eingebrachte Flüssigkeit bei einem Schleudervorgang abführen zu können. Die
Verteilung der Löcher im Mantel der Trommel erfolgt mit einer gewissen Struktur, quasi
musterartig, im Wesentlichen über die gesamte zur Verfügung stehende Außenfläche der
Trommel. Eine optimale Struktur wird meist über praktische Versuche ermittelt.
[0010] Es liegt im Rahmen der Erfindung, jedem Loch ein eigenes Verschlusselement oder jeweiligen
Mehrzahlen von Löchern gemeinsame Verschlusselemente zuzuordnen. Dazu sind beispielsweise
die jeweiligen funktionellen Vorteile abzuwägen gegen die jeweiligen konstruktiven
Aufwände.
[0011] Für eine Weiterentwicklung der Trommel mit einer besonders vorteilhaften Möglichkeit
zum Verschließen von deren Löchern für einen Waschvorgang hat es sich als besonders
günstig erwiesen, dass mindestens der Mantel der Trommel aus ferromagnetischem nichtrostendem
Stahl besteht, wobei nichtrostender Stahl allgemein ein zur Herstellung von Trommeln
für Hausgeräte bekanntes Material ist. Dies ist eine günstige Voraussetzung dafür,
dass auf der Außenseite des Mantels der Trommel Verschlusselemente aus einem hartmagnetischen
Material angebracht werden können, welche beim Betrieb der Trommel im ersten Drehzahlbereich
an dieser festhaften und sich im Betrieb im zweiten Drehzahlbereich von dieser lösen.
Derart ist die Trommel im ersten Drehzahlbereich weitgehend flüssigkeitsdicht, im
zweiten Drehzahlbereich aber flüssigkeitsdurchlässig. Somit ist zwischen den Verschlusselementen,
die dem Kreisbogen des betreffenden Umfangsabschnitts der Trommel entsprechen, und
der Trommel selbst eine Magnetkraft wirksam, so dass die Verschlusselemente die Löcher
im Mantel der Trommel im ersten Drehzahlbereich sicher verschließen können.
[0012] Sodann ist es vorteilhaft, wenn die Verschlusselemente aus Kunststoffformteilen oder
Kunststofffolien bestehen, wobei die Kunststoffteile eingelagerte hartmagnetische
Partikel enthalten. Solche Formteile und Folien sind generell handelsüblich und werden
insbesondere verwendet als Kennzeichen, die an Formteilen aus Stahlblech wie Kraftfahrzeugkarosserien
angebracht werden. Diese Formteile und Folien sind mehr oder weniger gut verformbar,
dabei insbesondere leicht verbiegbar, und können sich somit Oberflächen, die in eine
Ebene abwickelbar sind, gut anpassen. Sie haften aufgrund des flächigen Kontakts dann
auch sehr gut an solchen Oberflächen. Diese Kunststoffteile bzw. Kunststofffolien
lassen sich thermisch, insbesondere durch Spritzgießen, sehr leicht formen. Bei einem
solchen Herstellungsprozess lassen sich die hartmagnetischen Partikel in einem geeigneten
Herstellungsschritt ziemlich genau einbringen und ausrichten, damit ein Bauteil mit
einem quasi eingebauten permanenten Magnetismus entsteht.
[0013] Da es zur Lehre nach der Erfindung gehört, dass mit den Verschlusselementen nicht
nur eine die Löcher des Mantels der Trommel verschließende Stellung einnehmbar sein
soll, sondern auch eine die Löcher des Mantels der Trommel freigebende Stellung erreichbar
sein soll, ist es erforderlich, dass die Segmente gegenüber der Trommel angelenkt
sind. Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Verschlusselemente jeweils
an einer linienförmigen Befestigung am Mantel der Trommel gehaltert sind, wobei insbesondere
die Befestigungen im Wesentlichen parallel zu einer Drehachse der Trommel ausgerichtet
sind.
[0014] Im Fall biegsamer Verschlusselemente, wie es bei Verschlusselementen aus besagten
hartmagnetischen Kunststoffformteilen oder Kunststofffolien der Fall sein kann, können
in sich unbewegliche Befestigungen wie Klebe- und Nietverbindungen genügen. Die Befestigungen
sind in vorteilhafter Weise einem Raum an der Rückseite von Mitnehmerrippen zugeordnet,
da dieser Bereich ohnehin nicht aktiv für das Abführen von Flüssigkeit bei einem Schleudervorgang
nutzbar ist. Somit gelangt man auch zu der bevorzugten Dimensionierungsvorschrift,
dass die Anzahl der Verschlusselemente der Anzahl der gewählten Mitnehmerrippen der
Trommel entsprechen sollte. Da die Mitnehmerrippen meist gleichmäßig über den Umfang
der Trommel verteilt sind, führt dies auch dazu, dass die Verschlusselemente jeweils
eine gleiche Umfangslänge bezogen auf den Mantel der Trommel aufweisen. Es sind jedoch
im Rahmen der Erfindung auch davon abweichende Dimensionierungen möglich.
[0015] Es hat sich als günstig und bevorzugt erwiesen, dass die durch die Verschlusselemente
freigebende Stellung der Löcher des Mantels der Trommel durch jeweilige Anschläge
oder Zugelemente festlegbar ist.
[0016] Im Falle biegsamer Verschlusselemente, die sich im ersten Drehzahlbereich flächig
und haftend an die Außenseite des Mantels der Trommel anlegen, erfolgt beim Drehen
der Trommel außerhalb des ersten Drehzahlbereiches die Ablösung der Verschlusselemente
vom Mantel nicht vollständig, so weit dies die Befestigungen der Verschlusselemente
erlauben, sondern graduell und beginnend an einem von der jeweiligen Befestigung weitest
entfernten freien Ende. Dabei wickelt sich ein Verschlusselement nach und nach von
dem Mantel ab und gibt somit, entsprechend der Drehzahl der Trommel und der daraus
resultierenden Zentrifugalkraft die im ersten Drehzahlbereich noch vollständig bedeckte
Fläche des Mantels mehr oder weniger frei. Dieser Effekt kann durch geeignete Wahl
der Formen der Verschlusselemente oder der Verteilung der hartmagnetischen Materials
in den Verschlusselementen, gegebenenfalls auch durch das Vorsehen von Verdickungen,
Ballastgewichten oder dergleichen auf den Verschlusselementen, variiert und den Anforderungen
jedes Einzelfalls angepasst werden.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Hausgeräts ist die Trommel
von einem Laugenbehälter umgeben, welcher aus der Trommel austretende Flüssigkeit
aufnimmt.
[0018] Da ein Laugenbehälter bei der Erfindung jedenfalls nicht dauernd aktiv in den Waschvorgang
eingebunden ist, kann vorgesehen sein, dass der Laugenbehälter fest mit dem Gehäuse
des Hausgerätes verbunden ist und gegenüber der schwingenden Lagerung der Trommel
in Bezug auf das Gehäuse entkoppelt ist. Somit ergeben sich konstruktive Vereinfachungen
betreffend der Anbringung des Laugenbehälters in Bezug auf das Gehäuse des Hausgerätes.
[0019] Im Rahmen einer besonders bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Hausgeräts
ist dieses eine Waschmaschine oder ein Waschtrockner.
[0020] Da ein Hausgerät in der Ausbildung als Waschtrockner eine auf dem Markt für Hausgeräte
begehrte Variante darstellt, soll auch noch aufgezeigt werden, dass die erläuterte,
erfindungsgemäße Trommel mit den Verschlusselemente auch hierfür einsetzbar ist. Es
ist lediglich hierfür Sorge zu tragen, dass die Verschlusselemente nicht nur bei Vorliegen
des zweiten Drehzahlbereiches in ihrer Stellung festlegbar sind, sondern auch bei
einem geringeren Drehzahlbereich, wie dem ersten Drehzahlbereich entsprechend. Es
ist also eine beispielweise automatisch auszulösende, einrastende Stellung der die
Löcher der Trommel freigebenden Stellung der Verschlusselemente vorzusehen.
[0021] In den folgenden Figuren wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles schematisch
genauer beschrieben. Die Figuren werden zunächst kurz erläutert:
Fig. 1 zeigt als Schnittdarstellung in Querschnittsansicht eine Trommel mit eingebrachter
Wäsche, wobei die Trommel von einem Laugenbehälter umgeben ist;
Fig. 2 zeigt auch eine Schnittdarstellung der Trommel, wobei Verschlusselemente auf
Außenseite der Trommel in deren halbgeöffnetem Zustand dargestellt sind;
Fig. 3 zeigt wie Fig. 1 eine Querschnittsansicht der Trommel ohne die eingebrachte
Wäsche, wobei die Verschlusselemente sich in einem Übergangszustand für die erneute
Anlage an die Außenseite der Trommel befinden; und
Fig. 4 zeigt eine Einzelheit aus Fig. 3 in Querschnittsansicht bezüglich eines Zugelementes
zwischen der Trommel und einem Verschlusselement.
[0022] Ein hier nur mit den vorliegend wesentlichen Einzelheiten dargestelltes Hausgerät
weist zunächst gemäß Fig. 1 eine im wesentlichen horizontal ausgerichtete Trommel
1 auf, die an einer der Bedienseite des Hausgerätes gegenüberliegenden Seite, also
mit einer geschlossenen Trommelseitenwand mit daran mittig angebrachter Achse (nicht
dargestellt), vorzugsweise schwingend gegenüber dem Gehäuse des Hausgerätes gelagert
ist und angetrieben wird. Die Trommelseitenwand (nicht dargestellt), die zur Bedienseite
des Hausgerätes gerichtet ist, weist eine im Wesentlichen kreisrunde Öffnung (nicht
dargestellt) auf, die an den Rahmen der Öffnungstür des Hausgeräts angepasst ist.
Ferner wird an die Trommel 1, anschließend an diese Öffnung, hinführend zum Rahmen
der Öffnungstür eine übliche Manschette eingesetzt. Ein Mantel 2 der Trommel weist
Durchbrechungen bzw. Löcher 3 auf, die gleichmäßig über den Trommelmantel 2, wie einer
bestimmten Struktur entsprechend, verteilt sind. Auf der Innenseite der Trommel 1,
sind Mitnehmerrippen 4, hier vorzugsweise drei Mitnehmerrippen 4, die gegenüber dem
Achszentrum winkelmäßig ungefähr gleich verteilt sind, angebracht. Diese Rippen 4
weisen im einfachsten Falle eine glatte, geschlossene Oberfläche auf. Es sind auch
besondere Abwandlungen möglich, die zu Ausbildungen, wie Schöpfrippen 4 führen, die
an sich bekannt sind. Vorliegend ist das Querschnittsprofil der Mitnehmerrippen 4
ungefähr dreieckförmig, wobei die nach Innen zum Achszentrum ragende Spitze abgerundet
sein kann. Die Rippen 4 können aus einem Kunststoff bestehen und werden mit ihrer
Rückseite unlösbar mit der Innenseite des Mantels 2 der Trommel 1, z. B. durch Schweißen
oder Kleben, verbunden. Vorliegend kann es vorteilhaft sein, dass nicht die gesamte
Rückseite einer Mitnehmerrippe 4 mit dem Mantel 2 verbunden ist, sondern ein Raum
5 frei bleibt, der nachfolgend bezüglich seiner Bedeutung noch beschrieben wird.
[0023] Auf der Außenseite des Mantels 2 sind Verschlusselemente 6 angebracht, die der Anzahl
der eingesetzten Mitnehmerrippen 4 entsprechen können. Als Material für den Mantel
2 wird vorliegend ferromagnetischer rostfreier Stahl, geläufig als "Edelstahl" bezeichnet,
gewählt. Somit ist es möglich, dass die erwähnten Verschlusselemente 6 der meist kreisrunden
Querschnittsform der Trommel 1 angepasst sind, insbesondere dann einen haftenden Verschluss
der Außenseite des Mantels 2 abzugeben vermögen, wenn sie aus einem biegsamen Material
mit einer hartmagnetischen Eigenschaft gebildet sind. Die Löcher 3 des Mantels 2 können
mittels der Verschlusselemente 6 flüssigkeitsdicht verschlossen werden. Als besonders
geeignet hat sich ergeben, dass die Verschlusselemente 6 aus einem Kunststoffmaterial
ausgebildet werden, in das durch Berücksichtigung eines entsprechenden Herstellungsschrittes
hartmagnetische Partikel eingelagert und ausgerichtet werden und sodann ein Kunststoffformteil
mit diesen eingeschlossenen hartmagnetischen Partikeln geschaffen wird. Es können
auch entsprechende Kunststofffolien, gegebenenfalls auch mehrlagig, eingesetzt werden,
die dann durch Klebung oder Vernetzung untereinander verbunden werden. Dabei werden
auch die erwähnten hartmagnetischen Partikel eingebracht. Die Zuordnung des ferromagnetischen
Materials zur Trommel 1 und die Zuordnung des hartmagnetischen Materials zu den klappenartigen
Segmenten 6 ist für die offenbarte Lehre nicht bindend; es ist auch eine umgekehrte
Zuordnung möglich, wenn auch die hier beschriebene Zuordnung aus praktischen Gründen
bevorzugt ist.
[0024] Im Falle biegsamer Verschlusselemente 6, die sich im ersten Drehzahlbereich flächig
und haftend an die Außenseite des Mantels 2 der Trommel 1 anlegen, erfolgt beim Drehen
der Trommel 1 außerhalb des ersten Drehzahlbereiches die Ablösung der Verschlusselemente
6 vom Mantel 2 nicht vollständig, so weit dies die Befestigung 5' der Verschlusselemente
6 erlaubt, sondern graduell und beginnend an einem von der Befestigung 5' weitest
entfernten freien Ende. Dabei wickelt sich ein Verschlusselement 6 nach und nach von
dem Mantel 2 ab und gibt somit, entsprechend der Drehzahl der Trommel 1 und der daraus
resultierenden Zentrifugalkraft die im ersten Drehzahlbereich noch vollständig bedeckte
Fläche des Mantels 2 mehr oder weniger frei. Dieser Effekt kann durch geeignete Wahl
der Formen der Verschlusselemente 6 oder der Verteilung der hartmagnetischen Materials
in den Verschlusselementen 6, gegebenenfalls auch durch das Vorsehen von Verdickungen,
Ballastgewichten oder dergleichen auf den Verschlusselementen 6, variiert und den
Anforderungen jedes Einzelfalls angepasst werden.
[0025] Wie vorab dargestellt, können die Verschlusselemente 6 den Mantel 2 flüssigkeitsdicht
verschließen. Es ist jedoch auch vorgesehen, dass die Löcher 3 des Mantels 2 geöffnet
werden. Im Bereich des beschriebenen Raumes 5 ist daher vorgesehen, dass Befestigungen
5' einerseits ortsfest in Bezug auf die Trommel 1 ausgerichtet sind und andererseits
an jeweils einem Ende der Verschlusselemente 6 diese jeweils an dem Mantel 2 befestigen.
Die Befestigungen 5' sind im bevorzugten Falle, dass die Verschlusselemente 6 biegsame
Folien oder Formteile sind, lineare feste Verbindungen wie Klebungen oder Nietreihen;
sie können auch Scharniere sein und in gewissem Umfange ein Verschwenken der Verschlusselemente
6 gegen den Mantel 2 am jeweiligen Ort einer Befestigung 5' erlauben. Die Verschlusselemente
6 können somit jedenfalls gegenüber ihrer die Löcher 3 des Mantels 2 verschließenden
Stellung aufklappen. Die Löcher 3 sind dann freigegeben. Für die Begrenzung der die
Löcher 3 freigebenden Stellung können Anschläge oder Zugelemente 10, ausgehend von
dem Trommelmantel 3, diesen verbindend mit dem anderen Ende eines Verschlusselements
6, vorgesehen sein, vgl. Fig. 4. Der Übergang von der die Löcher 3 verschließenden
Stellung zu der die Löcher 3 freigebenden Stellung erfolgt durch die den magnetischen
Kräften zwischen Verschlusselementen 6 und dem Mantel 2 entgegenwirkende Zentrifugalkraft
beim Drehen der Trommel 1. Bezogen auf einen Waschvorgang im Hausgerät ist vorgesehen,
dass ein erster Drehzahlbereich einschließend die Drehzahl Null für den eigentlichen
Waschvorgang vorgesehen ist. Hierfür nehmen die Verschlusselemente 6 ihre die Löcher
3 des Mantels 2 verschließende Stellung ein. Bei einem zweiten Drehzahlbereich, der
insbesondere für das Schleudern von Wäsche zwischen dem Waschvorgang und einem Spülvorgang
oder zum Abschluss des Waschvorgangs vorgesehen ist, nehmen die Verschlusselemente
6 jeweils ihre die Löcher 3 freigebende Stellung ein. Dabei wird berücksichtigt, dass
bei Vorliegen des zweiten Drehzahlbereichs die auf die Verschlusselemente 6 einwirkende
Zentrifugalkraft größer ist als die Magnetkraft, die zwischen den Verschlusselementen
6 und dem Mantel 2 wirkt.
[0026] Der beschriebene Aufbau der Trommel 1 mit deren Verschlusselementen 6, die die Löcher
3 des Trommelmantels 2 verschließen können, ist in den Figuren 1 bis 4 dargestellt.
Die Trommel 1 ist noch von einem Gehäuse 7 umgeben, das als Laugenbehälter 7 bezeichnet
wird, jedoch keine Lauge bzw. Waschflotte bei dem eigentlichen Waschvorgang aufnimmt,
sondern lediglich die Funktion übernimmt, bei einem Schleudervorgang, bei dem die
Löcher 3 durch Öffnung der Verschlusselemente 6 freigegeben sind, die austretende
Lauge bzw. Flüssigkeit aufzunehmen und für eine Abführung durch eine Pumpe (nicht
dargestellt) zu sammeln.
[0027] Die Funktionsweise des Hausgerätes mit der beschriebenen Trommel 1 wird nun in Bezug
auf die Figuren 1 bis 4, die unterschiedliche Betriebszustände bei einem Waschvorgang
schematisch darstellen, beschrieben.
[0028] In Fig. 1 befindet sich die Trommel 1 in der die Löcher 3 mittels der Verschlusselemente
6 verschlossenen Stellung. Es sind Wäschestücke 8 eingebracht, die von einer Waschflotte
9 umgeben sind. Während des Waschvorganges wird die Trommel 1 hin- und her, also auch
reversierend, bewegt, jedoch wird dabei der erste Drehzahlbereich von bis zu 200 U/min
nicht überschritten. Dieser Drehzahlbereich kann auch als ein Drehzahlbereich bezeichnet
werden, bei dem eine Anlagedrehzahl nicht überschritten wird und bei der die Verschlusselemente
6 eindeutig am Mantel 2 anliegen bzw. dessen Löcher 3 verschließen. Es wird deutlich
erkennbar, dass in der Trommel 1 ein wesentlich kleineres Volumen an Waschflotte befindlich
ist, als dies bei herkömmlichen Waschtrommeln der Fall ist, bei denen die Waschflotte
bis in den Bereich des Laugenbehälters 7 sich erstreckt.
[0029] In Fig. 2 ist ein Schleudervorgang dargestellt, der nach einem Waschvorgang bzw.
nach einem Spülvorgang durch das Programm des Hausgerätes ausgelöst wird. Hierbei
dreht sich die Trommel 1 in einem zweiten Drehzahlbereich, der bei 500U/min bis 1400U/min,
insbesondere bei 800U/min oder höher liegt. Bei einer solchen Drehzahl n wird die
in der gewaschenen Wäsche (nicht dargestellt) aufgenommene Flüssigkeit herausgeschleudert.
Es ist erkennbar, dass die Verschlusselemente 6 teilweise nach außen aufgeklappt sind,
sich also vom Mantel 2 abgelöst haben, da bei Einhaltung einer Drehzahl entsprechend
dem zweiten Drehzahlbereich die Zentrifugalkraft die zwischen den Verschlusselementen
6 und der Trommel 1 wirksame Magnetkraft übersteigt. Die Trommel dreht sich dabei
mit einer die Anlegedrehzahl sicher überschreitenden Drehzahl n. Die Löcher 3 des
Mantels 2 sind daher mehr oder weniger freigegeben und die aus der Wäsche geschleuderte
Flüssigkeit kann aus dem Mantel 2 ungehindert heraustreten und über den Laugenbehälter
7 abgeführt werden. Je schneller sich die Trommel 1 dreht, desto mehr heben die Verschlusselemente
6 sich vom Mantel 2 ab, um schließlich die Löcher 3 ganz freizugeben.
[0030] In Fig. 3 ist ein Übergangszustand dargestellt, der sich nach dem Schleudern einstellt.
Die Drehzahl n der Trommel 1 nimmt ab, so dass die auf die Verschlusselemente 6 wirkende
Zentrifugalkraft abnimmt und die zwischen den Verschlusselementen 6 und der Trommel
2 wirkende Magnetkraft überwiegt. Somit legen sich die Verschlusselemente 6 wieder
an den Mantel 2 an. Die Anlegedrehzahl wird unterschritten. Diese Tendenz wird in
Fig. 3 mit je einem Pfeil a für den Übergangszustand der Verschlusselemente 6 dargestellt.
[0031] In Fig. 4 ist bezüglich dieses Übergangszustandes insbesondere zu erkennen, dass
das beispielsweise dargestellte Zugelement nicht mehr straff gespannt ist.
[0032] Da die in die Trommel 1 eingebrachte Flotte 9 keine thermische Verbindung zu einem
im Laugenbehälter 7 evtl. befindlichen Heizstab mehr innezuhaben vermag, ist es erforderlich,
in die Trommel 1 einzubringende, mit Waschmittel versetzte Flüssigkeit bzw. Flotte
zuvor aufzuwärmen und sodann direkt in die Trommel 1 einzubringen. Zum Aufwärmen kann
ein Durchlauferhitzer verwendet werden. Es können jedoch auch andere Heizsysteme,
wie induktive Beheizung oder Wärmewellen, die in das Innere der Trommel 1 hineinzuwirken
vermögen, eingesetzt werden. Wird jedoch außerhalb der Trommel 1 der Beheizungs-Vorgang
vorgenommen, so kann die Einspülung der Flüssigkeit beispielsweise über die zwischen
der Öffnungstür und der Trommel 1 mittelbar befindliche, aus einem Elastomer gebildete
Manschette, erfolgen. Jedoch ist es auch möglich, wie in der
DE 199 62 252 A1 offenbart, über eine koaxial zur Achse der Trommel 1 befindliche Eingangsleitung
die Flüssigkeit, nach Bedarf aufgeheizt und mit Waschmittel versetzt, in das Innere
der Trommel 1 einzuleiten. Diese Art der Einleitung von Flüssigkeit kann auch dann
erfolgen, wenn während des Waschvorganges durch Leckage Flüssigkeit bzw. Flotte 9
aus der Trommel 1 heraustreten sollte und im Laugenbehälter 7 aufgefangen und abgepumpt
wird. Somit kann dieser Anteil von Flotte 9 wieder dem Waschvorgang zugeführt werden.
[0033] Da des Weiteren der Laugenbehälter 7 am Waschvorgang nicht teilnimmt ist es möglich,
den Laugenbehälter 7 getrennt von der schwingenden Lagerung der Trommel 1 in Bezug
auf das Gehäuse des Hausgerätes zu lagern. Dabei ist auch wichtig festzuhalten, dass
der Laugenbehälter 7, welcher eben nicht am Waschvorgang teilnimmt, in der Dimensionierung
relativ frei ist und so für andere Zwecke, z. B. zum Puffern von Spülwasser oder Flotte
9, herangezogen werden kann. Auch Spezialprozeduren, wie ein besonders intensiver
Waschvorgang, können geeignet realisiert werden.
[0034] Sofern das mit der vorab beschriebenen Trommel 1 ausgerüstete Hausgerät auch als
Waschtrockner eingesetzt werden soll, so sind die Verschlusselemente 6 auch bei geringen
Drehzahlen, wie bei dem ersten Drehzahlbereich, in eine die Löcher 3 der Trommel 1
freigebende Stellung zu bringen. Hierbei sind die Anschläge, die die Verschlusselemente
6 in der geöffneten Stellung festlegen, geeignet weiterzubilden.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Trommel
- 2
- Trommelmantel
- 3
- Löcher
- 4
- Mitnehmerrippen
- 5
- Raum (für Befestigungen 5')
- 5'
- Befestigung
- 6
- Verschlusselement
- 7
- Laugenbehälter
- 8
- Wäschestücke
- 9
- Flotte
- 10
- Zugelement
- N
- Drehzahl für Trommelumdrehung
- A
- Tendenzpfeil für Übergang von 6 zum Wiederanlegen an 2
- E
- Einzelheit aus Fig. 3, dargestellt in Fig. 4
1. Hausgerät mit einer Trommel (1) mit einem Mantel (2) zur Aufnahme von Wäsche, insbesondere
für einen Waschvorgang, wobei in das Innere der Trommel Flüssigkeit, wie Waschflotte
(8) oder Spülflüssigkeit einbringbar ist, sowie dass die Trommel (1) in einem ersten
Drehzahlbereich einschließend die Drehzahl Null, der insbesondere für den Waschvorgang
vorgesehen ist und in einem zweiten Drehzahlbereich, der insbesondere für das Schleudern
der Wäsche zwischen dem Waschvorgang und einem Spülvorgang vorgesehen ist, betreibbar
ist, wobei die Trommel (1) so beschaffen ist, dass in dem ersten Drehzahlbereich die
Trommel (1) die eingebrachte Flüssigkeit relativ dicht aufnimmt und in dem zweiten
Drehzahlbereich Flüssigkeit aus dem Inneren der Trommel (1) abführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommel (1) über ihren gesamten Mantel (2) verteilte Löcher (3) aufweist, deren
jedem ein Verschlusselement (6) zugeordnet ist, welches Verschlusselement (6) das
Loch (3) beim Betreiben der Trommel (1) im ersten Drehzahlbereich verschließt und
beim Betreiben der Trommel (1) im zweiten Drehzahlbereich freigibt.
2. Hausgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens der Mantel (2) der Trommel (1) aus ferromagnetischem nichtrostendem Stahl
besteht.
3. Hausgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusselemente (6) auf der Außenseite des Mantels (2) der Trommel (1) angebracht
sind und aus einem hartmagnetischen Material bestehen.
4. Hausgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusselemente (6) aus Kunststoffformteilen oder Kunststofffolien bestehen,
wobei die Verschlusselemente (6) eingelagerte hartmagnetische Partikel enthalten.
5. Hausgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusselemente (6) mittels jeweiliger Befestigungen (5') am Mantel (2) der
Trommel (1) gehaltert sind, die im Wesentlichen parallel zu einer Drehachse der Trommel
(1) ausgerichtet sind.
6. Hausgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Verschlusselemente (6) freigebende Stellung der Löcher (3) des Mantels
(2) durch jeweilige Anschläge oder Zugelemente (10) festlegbar ist.
7. Hausgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommel (1) von einem Laugenbehälter (7) umgeben ist, welcher aus der Trommel
(1) austretende Flüssigkeit aufnimmt..
8. Hausgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Laugenbehälter (7) von einer die Trommel (1) halternden und gegenüber einem Gehäuse
des Hausgerätes schwingfähigen Lagerung entkoppelt ist, also insbesondere der Laugenbehälter
(7) relativ fest mit dem Gehäuse des Hausgerätes verbindbar ist.
9. Hausgerät nach einem der vorigen Ansprüche, welches eine Waschmaschine oder ein Waschtrockner
ist.
10. Hausgerät nach Anspruch 9, bei dem in Ausbildung als Waschtrockner die Verschlusselemente
(6) auch bei dem ersten Drehzahlbereich in eine geöffnete Stellung bringbar sind.