[0001] Die Erfindung betrifft eine Bohrvorrichtung mit einem Bohrgerät zum Bohren innerhalb
eines Mantelrohres, wobei das Bohrgerät einen Tragrahmen mit einer Befestigungseinrichtung
zum Festlegen gegenüber dem Mantelrohr sowie ein Bohrwerkzeug aufweist, welches über
ein Teleskopgestänge mittels eines Bohrantriebes drehend angetrieben ist, welcher
am Tragrahmen angeordnet ist.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Bohrverfahren zum Erstellen einer Bohrung innerhalb
eines Mantelrohres, wobei ein Tragrahmen eines Bohrgerätes gegenüber dem Mantelrohr
festgelegt wird und mittels eines am Tragrahmen angeordneten Bohrantriebes über ein
Teleskopgestänge ein Bohrwerkzeug drehend angetrieben wird, wodurch Bodenmaterial
als Bohrklein innerhalb des Mantelrohres abgetragen und im Bohrwerkzeug aufgenommen
wird.
[0003] Eine derartige Bohrvorrichtung und ein derartiges Bohrverfahren sind aus der
EP 1 151 071 B1 bekannt. Zur Erstellung eines Bohrpfahles in weichem Untergrund wird zunächst ein
Mantelrohr mittels einer bekannten Einbringvorrichtung eingepresst oder eingedreht.
Anschließend wird zum Entfernen des Bodenmaterials innerhalb des Mantelrohres ein
Bohrgerät mit einem Tragrahmen über eine Kraneinrichtung eingesetzt. Dabei wird der
Tragrahmen am oberen Ende des Mantelrohres festgespannt. Als Bohrwerkzeug wird ein
Kastenbohrer verwendet, der mittels der Kranvorrichtung über ein teleskopierbares
Kellygestänge abgelassen wird. Das Bohrwerkzeug des Bohrgerätes wird über das Kellygestänge
von einem Bohrantrieb drehend angetrieben, welcher an dem festgespannten Tragrahmen
angeordnet ist.
[0004] Sobald der Aufnahmeraum des Kastenbohrers mit abgetragenem Bodenmaterial gefüllt
ist, wird das Bohrwerkzeug über die Kraneinrichtung wieder angehoben. Anschließend
wird der Tragrahmen vom Mantelrohr gelöst und das Bohrgerät insgesamt seitlich zum
Mantelrohr verschwenkt. In dieser Position wird der Kastenbohrer entleert.
[0005] Um den Bohrvorgang fortzusetzen, wird im Anschluss daran das Bohrgerät wieder auf
das Mantelrohr aufgesetzt, der Tragrahmen daran festgespannt und das Bohrgerät wieder
abgelassen.
[0006] lst der Vorgang des Bohrens abgeschlossen, wird das Bohrgerät insgesamt mittels der
Kraneinrichtung entfernt und der entstandene Hohlraum innerhalb des Mantelrohres kann
beispielsweise durch Einbringen eines Bewehrungskorbs aus Stahl und einer Betonmasse
zum Bilden eines Gründungspfahles befüllt werden.
[0007] Dieses Bohrverfahren ist insgesamt sehr ökonomisch, da das Bohrgerät nach Abschluss
des Bohrens über die Kraneinrichtung zu einem weiteren Mantelrohr bewegt werden kann,
so dass unmittelbar im Anschluss mit der nächsten Bohrung begonnen werden kann. Da
das Bohrgerät über eine Seilaufhängung an einer Kraneinrichtung schnell und effizient
bewegt werden kann, wird sozusagen ein "fliegendes Bohrgerät" geschaffen.
[0008] Das Aufsetzen des Bohrgerätes auf das Mantelrohr und das Festspannen des Tragrahmens
setzt bei ungünstigen Witterungsbedingungen, wie zum Beispiel bei schlechter Sicht
oder bei starken Winden, ein hohes Maß an Erfahrung und Geschick des Bedieners in
der Kraneinrichtung voraus. Schwankungsbewegungen des am Kranseil aufgehängten Bohrgerätes
können den Arbeitsablauf verzögern.
[0009] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Bohrvorrichtung und ein Bohrverfahren anzugeben, mit welchen ein effizientes
Erstellen einer Bohrung in einem Mantelrohr auch unter widrigen Witterungsverhältnissen
möglich ist.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bohrvorrichtung mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 beziehungsweise durch ein Bohrverfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
8 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0011] Die erfindungsgemäße Bohrvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Entleerstation
zum Anbringen am oberen Ende des Mantelrohres vorgesehen ist, wobei der Tragrahmen
des Bohrgerätes an der Entleerstation befestigbar ist, dass die Entleerstation zum
Entleeren des Bohrwerkzeugs von Bohrklein eine Entladeeinrichtung aufweist, welche
zur Aufnahme des Bohrkleins verstellbar ist, und dass die Entladeeinrichtung zum Abfördern
des Bohrkleins aus der Entleerstation ausgebildet ist.
[0012] Ein Grundgedanke der Erfindung liegt darin, dass das Bohrgerät während der Erstellung
der Bohrung, also beispielsweise zum Entleeren des Bohrwerkzeuges oder bei der Durchführung
von Mess- oder Wartungsvorgängen, nicht mehr vom Mantelrohr abgelöst werden muss.
Das Bohrgerät ist deswegen mit einer am oberen Ende des Mantelrohres angebrachten
Entleerstation verbunden. Die Entleerstation kann dabei über einen lösbaren Befestigungsmechanismus
mit dem Mantelrohr verbunden werden. Das Bohrgerät ist dabei axial zum Mantelrohr
in die Entleerstation in eine Halteposition verfahrbar. In dieser Stellung kann das
Bohrwerkzeug über eine in die Entleerstation integrierte Entladeeinrichtung entleert
werden, wobei die Entladeeinrichtung in eine Position zum Abfördern des Bohrkleins
gebracht wird.
[0013] Der Arbeitsablauf wird so insgesamt vereinfacht, da ein häufiges Lösen und erneutes
Justieren und Befestigen des Tragrahmens entfällt. Es wird ein Arbeiten möglich, das
weitgehend unabhängig von Witterungseinflüssen ist. Auf diese Weise kann die erfindungsgemäße
Bohrvorrichtung etwa auch im Offshore-Bereich zur Erstellung von Gründungspfählen
im Meeresboden eingesetzt werden. Starke Winde am Meer sowie Schwankungsbewegungen
einer auf einem Wasserfahrzeug angeordneten Kranvorrichtung haben somit kaum Einfluss
auf den Arbeitsablauf.
[0014] Grundsätzlich können verschiedenste Bohrwerkzeuge an dem Bohrgerät eingesetzt werden.
Besonders vorteilhaft sind nach der Erfindung diskontinuierlich arbeitende Bohrwerkzeuge,
wozu auch Schneckenbohrer zählen, die sich in den Boden eindrehen. Zum Arbeiten in
weichen Böden oder unter Wasser ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, dass das Bohrwerkzeug
als Kastenbohrer mit einem Boden ausgebildet ist, welcher zum Entleeren des Kastenbohrers
aufklappbar ist.
[0015] Eine erfindungsgemäße Weiterbildung besteht darin, dass die Entladeeinrichtung ein
Betätigungsorgan aufweist, durch welches beim Verstellen der Entladeeinrichtung in
und/oder aus der Entladeposition der Boden des Kastenbohrers geöffnet beziehungsweise
geschlossen wird. In bekannter Weise besitzt der klappbare Boden zunächst eine Öffnung
mit Schneideinrichtung, so dass Bodenmaterial abgetragen und über die Öffnung in den
zylindrischen Aufnahmeraum des Kastenbohrers gelangen kann. Innerhalb des Kastenbohrers
kann bei bestimmten Ausführungsformen als zusätzliche Fördereinrichtung eine Schnecke
angeordnet sein. Wenn der Aufnahmeraum gefüllt ist, wird die Öffnung durch Verdrehen
des Bodens verschlossen, so dass der Kastenbohrer mit dem abgetragenen Bodenmaterial
aus dem Mantelrohr in die Entleerstation zurückgezogen wird. Anschließend wird die
Entladeeinrichtung in eine zum Entleeren vorgesehene Position gebracht, wobei der
Boden des Kastenbohrers über das Betätigungsorgan aufgeklappt und entleert werden
kann. Das kann zum Beispiel dadurch realisiert werden, dass durch Verstellen der Entladeeinrichtung
der Kastenbohrer gegen einen Anschlag gefahren wird, wodurch sich durch Betätigen
eines Riegelmechanismus der Boden des Kastenbohrers öffnet. Sobald das Bohrklein aus
dem Kastenbohrer von der Entladeeinrichtung aufgenommen beziehungsweise abgefördert
wurde, ist durch Verstellen der Entladeeinrichtung aus der Entladeposition ein aufgeklappter
Boden des Kastenbohrers wieder verschließbar. Beispielsweise könnte die Entladeeinrichtung
als Betätigungsorgan ein rampenförmiges Stellelement aufweisen, das durch eine Verschiebebewegung
den aufgeklappten Boden wieder zurück in seine Schließstellung drückt, wobei sich
der Verschluss des Bodens wieder verriegelt. Im Anschluss daran kann das Bohrwerkzeug
durch das Teleskopgestänge wieder in das Mantelrohr abgelassen werden, und die Bohrung
kann fortgesetzt werden.
[0016] Grundsätzlich können die verschiedensten Formen einer Entladeeinrichtung in der Entleerstation
integriert werden. Die Entladeeinrichtung kann zum Beispiel als ein verstellbares
Förderband ausgebildet sein, auf dem abgetragenes Bohrgut wegtransportiert werden
kann. Es könnte auch eine Absaugeinrichtung zum Einsatz kommen, mit der das Bohrklein
aus dem Bohrwerkzeug abgesaugt wird.
[0017] Besonders bevorzugt ist es jedoch nach der Erfindung, dass die Entladeeinrichtung
eine Schütte aufweist, welche um eine Schwenkachse in eine Schrägstellung verschwenkbar
ist. Die Schütte kann zum Beispiel seitlich in der Nähe der Bohrachse an der Entleerstation
derart angebracht sein, dass sie unterhalb des Bohrwerkzeuges in eine Schrägstellung
gebracht werden kann und in dieser Position das Bohrklein aufnimmt.
[0018] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich dadurch, dass die
Schütte zwischen einer Rückzugsposition und der Entladeposition um die Schwenkachse
verschwenkbar ist, und dass die Schütte in der Entladeposition die Schrägstellung
aufweist, bei welcher das Bohrklein aus der Entleerstation ableitbar ist. Die Schütte
kann sich zum Beispiel in einer Halterung in der Nähe des Mantelrohres befinden. In
dieser Rückzugsposition kann die Fläche der Schütte etwa parallel zum Mantelrohr gelagert
sein. Das Bohrwerkzeug kann auf diese Weise ungehindert entlang der Bohrachse verfahren
werden. Sobald das Bohrwerkzeug nach einem Bohrschritt wieder aus dem Mantelrohr in
die Entleerstation verfahren wurde, kann die Schütte in eine Entladeposition verstellt
werden, in der sie sich unterhalb des Bohrwerkzeuges in einer Schrägstellung befindet.
Der Verstellvorgang kann zum Beispiel dadurch realisiert werden, dass die Schütte
an der unteren Kante über ein Drehgelenk mit der Entleerstation verbunden ist und
über dieses Drehgelenk in eine Schrägstellung unterhalb des Bohrwerkzeuges verschwenkt
wird.
[0019] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich dadurch, dass die
Entleereinrichtung einen Förderwagen aufweist, welcher zwischen der Entladeposition
und einer Abförderposition zum Abfördern des Bohrkleins aus der Entleerstation entlang
einer Bahn verfahrbar ist. Der Förderwagen könnte zum Beispiel über Rollen entlang
einer Schiene zwischen der Entladeposition und einer Abförderposition verfahrbar sein,
wobei der Antrieb des Wagens auf verschiedenste Weise realisiert werden kann. Der
Wagen könnte zum Beispiel einen eigenen Motor aufweisen, über den er sich selbst antreiben
kann. Es wären aber auch andere Antriebsformen möglich, bei denen der Wagen mit Hubwinde
und Seil gezogen oder bei kurzen Distanzen über einen Hydraulikzylinder entlang der
Bahn verfahren wird. Die Energie zur Betätigung kann entweder vom Bohrgerät abgeleitet
oder durch eine eigenständige Energieversorgung der Entleerstation bereitgestellt
werden. Der Förderwagen ist mit einer Ladefläche ausgebildet, mit der das Bohrklein
aus dem Bohrwerkzeug aufgenommen werden kann, wenn sich der Wagen in Entladeposition
befindet. Die Ladefläche könnte zum Beispiel in Form einer Kippmulde realisiert sein,
mit der das Bohrklein aus der Abförderstation weggekippt werden kann, sobald sich
der Förderwagen in Abförderposition befindet. Alternativ ist es auch möglich, dass
die Ladefläche des Förderwagens einen aufklappbaren Boden aufweist, über den das Bohrklein
in Abförderposition nach unten ausgekippt wird. Das ausgekippte Material könnte dann
von einem neben der Entleerstation befindlichen Entsorgungssystem aufgenommen werden.
Dieses könnte zum Beispiel ein Behälter, ein Lastkraftwagen, ein Förderband, ein Transportschiff
etc. sein.
[0020] Bevorzugt ist es nach der Erfindung, dass die Entleerstation eine Kopplungseinrichtung
zum Befestigen am Mantelrohr und eine Plattform aufweist, welche mittels einer Justiereinrichtung
gegenüber der Kopplungseinrichtung verstellbar ist. Die Kopplungseinrichtung ist dabei
über geeignete Befestigungseinrichtungen, etwa Spannklauen, lösbar mit dem Mantelrohr
verbunden. Die an der Kopplungseinrichtung angebrachte Plattform kann über die Justiereinrichtung
auf verschiedenste Weise bezüglich der Öffnung des Mantelrohres verstellt werden.
Dadurch kann beispielsweise die Plattform gegenüber dem Mantelrohr angewinkelt werden.
So kann etwa bei einer gegenüber der Vertikalen schrägen Bohrung die Plattform dennoch
in eine horizontale Position gebracht werden. Auch ein Anheben der Plattform gegenüber
dem Mantelrohr wäre dadurch realisierbar. Eine derartige Justiereinrichtung kann auch
als eigenständiger Erfindungsgedanke ohne oder nur mit einem Teil der vorgenannten
Merkmale gesehen und an anderen Aufsatzvorrichtungen an Mantelrohren verwendet werden.
[0021] Hinsichtlich des Bohrverfahrens ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass der
Tragrahmen des Bohrgerätes an einer Entleerstation befestigt wird, welche an einem
oberen Ende des Mantelrohres angeordnet wird, dass zum Entladen des Bohrkleins aus
dem Bohrwerkzeug dieses aus dem Mantelrohr in die Entleerstation verfahren wird, dass
eine Entladeeinrichtung an der Entleerstation in eine Entladeposition zur Aufnahme
des Bohrkleins aus dem Bohrwerkzeug verstellt wird, und dass das Bohrklein durch die
Entladeeinrichtung aus der Entleerstation abgefördert wird.
[0022] Wie zuvor beschrieben, wird durch die erfindungsgemäße Entleerstation eine Beschleunigung
und Vereinfachung des Arbeitsablaufes erreicht.
[0023] Ein bevorzugter Verfahrensablauf besteht erfindungsgemäß darin, dass durch Verfahren
des Bohrwerkzeuges, welches als Kastenbohrer mit aufklappbarem Boden ausgebildet ist,
in die Entleerstation gegen einen Anschlag der Boden des Kastenbohrers zum Entleeren
geöffnet wird. Der Kastenbohrer könnte dabei auch über eine Drehung einen Riegelungsmechanismus
aktivieren, bei dem der Boden des Kastenbohrers zum Entleeren geöffnet wird.
[0024] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung ist es, dass die Entladeeinrichtung
in der Entladeposition zur Aufnahme des Bohrkleins unterhalb des Bohrwerkzeugs angeordnet
wird. Diese Entladeposition der Entladeeinrichtung hat den Vorteil, dass der Entladevorgang
größtenteils über die Schwerkraft erfolgt und deshalb müssen in der Regel keine weiteren
aktiven Systeme zum Entleeren des Bohrwerkzeuges eingesetzt werden.
[0025] Weiterhin kann es nach der Erfindung vorteilhaft sein, dass die Entladeeinrichtung
eine Schütte aufweist, welche um eine Schwenkachse in eine Schrägstellung in der Entladeposition
geschwenkt wird, und dass über die schräg gestellte Schütte Bohrklein aus der Entleerstation
abgeleitet wird. Die Schütte kann auf verschiedenste Weise in die Entladeposition
gebracht werden. Es ist zum Beispiel möglich, dass die Schütte aus einer Ruheposition
in die Entladeposition ausgeklappt beziehungsweise verfahren wird oder dass sie bezüglich
einer Achse parallel zur Längsseite des Mantelrohres in die Entladeposition gedreht
wird. Das Abfördern des Bohrkleins wird durch die Schrägstellung der Schütte gegenüber
der Horizontalen bewirkt.
[0026] Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gegeben, dass die Entladeeinrichtung
einen Förderwagen aufweist, welcher zwischen der Entladeposition und einer Abförderposition
entlang einer Bahn verfahren wird, dass in der Entladeposition das Bohrklein aus dem
Bohrwerkzeug in den Förderwagen entleert wird und dass in der Abförderposition das
Bohrklein von dem Förderwagen aus der Entleerstation abgefördert wird. Der Förderwagen
wird über die vorgenannten Antriebsformen zwischen der Entladeposition und der Abförderposition
entlang der Bahn bewegt. Das Verfahren des Förderwagens und die Aufnahme beziehungsweise
das Abfördern des Bohrkleins kann sowohl automatisch als auch manuell gesteuert werden.
[0027] Weiter ist es nach der Erfindung vorgesehen, dass beim Verstellen der Entladeeinrichtung
in und/oder aus der Entladeposition ein Boden eines Kastenbohrers, welcher als Bohrwerkzeug
verwendet wird, geöffnet beziehungsweise geschlossen wird. Der Riegelungsmechanismus
des Bodens des Kastenbohrers könnte beispielsweise dadurch aktiviert werden, dass
die Schütte oder die Ladefläche des Förderwagens entlang des Bodens des Kastenbohrers
verfahren wird, und der Boden dabei geöffnet beziehungsweise geschlossen wird.
[0028] Ein weiterer bevorzugter Verfahrensablauf besteht erfindungsgemäß darin, dass die
Entleerstation mit einer Kopplungseinrichtung am Mantelrohr befestigt wird, und dass
eine Plattform der Entleerstation mittels einer Justiereinrichtung gegenüber der Kopplungseinrichtung
verstellt wird. Der Justiereinrichtung kommt dabei die Aufgabe zu, die Lage der Plattform
bezüglich des Mantelrohrs derart einzustellen, so dass für das Bohrverfahren günstige
Bedingungen geschaffen werden. Damit könnten zum Beispiel durch ein oder mehrere Stellzylinder
verschiedene Winkel zwischen der Plattform und der Querachse des Mantelrohres eingestellt
werden. Auch Verschiebungen der Plattform in horizontaler beziehungsweise vertikaler
Ebene könnten eingestellt werden.
[0029] Weiter ist es nach der Erfindung vorgesehen, dass das Mantelrohr in den Boden eingebracht,
insbesondere eingepresst wird. Hierfür kann eine bekannte Drückvorrichtung eingesetzt
werden. Weiter ist es erfindungsgemäß, dass die Entleerstation lösbar am Mantelrohr
befestigt wird, und dass in die erstellte Bohrung in dem Mantelrohr anschließend Betonmasse
gefüllt und ein Bohrpfahl gebildet wird.
[0030] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung umfasst diese eine Entleerstation mit einer
Kopplungseinrichtung zum Befestigen an einem Mantelrohr, einem Aufnahmeabschnitt zum
Aufnehmen und Halten eines Bohrgerätes mit Bohrwerkzeug und einer Entladeeinrichtung
zum Entleeren des Bohrwerkzeuges und Aufnehmen von Bohrklein aus dem Bohrwerkzeug,
wobei die Entladeeinrichtung zum Abfördern des Bohrkleins aus der Entladestation ausgebildet
ist. Diese Entleerstation ist insbesondere für die vorbeschriebene Bohrvorrichtung
und das vorgenannte Bohrverfahren einsetzbar, so dass die damit beschriebenen Vorteile
erreicht werden können.
[0031] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
beschrieben, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer ersten erfindungsgemäßen Entladestation;
- Fig. 2
- schematische Seitenansichten bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Bohrverfahrens
mit der Entladestation nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Seitenansicht einer zweiten erfindungsgemäßen Entladestation;
- Fig. 4
- schematische Seitenansichten eines weiteren erfindungsgemäßen Bohrverfahrens mit einer
Entladestation nach Fig. 3; und
- Fig. 5
- eine schematische Teilquerschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Bohrgerätes.
[0032] Eine erste erfindungsgemäße Entladestation 20 gemäß Fig. 1 weist eine aus Stahlprofilen
aufgebaute Plattform 30 auf. An der Unterseite der Plattform 30 ist eine Kopplungseinrichtung
34 zum lösbaren Befestigen an einem Mantelrohr 5 angeordnet. Die Kopplungseinrichtung
34 umfasst einen Hülsenkörper 40 mit unterer konischer Erweiterung, dessen Innendurchmesser
über hydraulische Spannzylinder 42 verengt werden kann. Auf diese Weise kann der Hülsenkörper
40 kraftschlüssig an den Außenumfang des Mantelrohres 5 angelegt und damit verbunden
werden.
[0033] Der hülsenförmige Körper 40 ist über ein Schwenkgelenk 44 schwenkbar um eine etwa
horizontale Achse an der Plattform 30 gelagert. Mit einem gegenüberliegend angeordneten
Schwenkzylinder 32 wird eine Justiereinrichtung 31 gebildet, mit welcher die Plattform
30 gegenüber der Kopplungseinrichtung 34 über das Schwenkgelenk 44 angewinkelt werden
kann.
[0034] An der Oberseite der Plattform 30 ist mittels vertikaler Stützen ein Rahmen 26 gebildet,
an dessen Oberseite eine hülsenförmige Aufnahme 70 angeordnet ist. Die hülsenförmige
Aufnahme 70 weist etwa den Durchmesser des Mantelrohres 5 auf, an dem die Entladestation
20 angebracht werden soll. Die hülsenförmige Aufnahme 70 dient zur Befestigung eines
Bohrgerätes, welches nachfolgend im Zusammenhang mit Fig. 5 beschrieben wird.
[0035] Weiterhin ist nach der Erfindung an der Plattform 30 eine Entladeeinrichtung 25 vorgesehen.
In der vorliegenden Ausführungsform weist diese eine Schütte 36 auf, welche über eine
Schwenkachse 38 mittels eines Stellzylinders 39 zwischen der dargestellten Rückzugsposition
und einer Entladeposition verschwenkbar ist.
[0036] Am Rahmen 26 ist weiterhin ein Anschlag 37 angeordnet, welcher zur Betätigung des
Bohrgerätes dient. Weiterhin ist eine Kranaufhängung 12 angeordnet, so dass die Entladestation
20 mittels eines Kranes zu und von dem Mantelrohr 5 transportierbar ist.
[0037] Gemäß Fig. 2 wird ein beispielhaftes erfindungsgemäßes Bohrverfahren anhand von acht
Arbeitsschritten schematisch dargestellt. Zunächst wird in bekannter Weise ein Mantelrohr
5, welches auch Stütz- oder Bohrrohr genannt werden kann, in bekannter Weise durch
Rüttler, Rammen oder Pressen in einen weichen Boden eingetrieben. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel wird das Mantelrohr 5 in einen Gewässergrund mit einem Schrägungswinkel
zur Vertikalen eingebracht. Über einen Kran 1, welcher für ein Arbeiten auf Gewässer
auf einem Ponton 2 angeordnet ist, wird die Entladestation 20 gemäß Fig. 1 an die
Oberseite des Mantelrohres 5 transportiert (Schritt 1.). Die Kopplungseinrichtung
34 mit einem erweiterten Durchmesser wird gemäß dem Arbeitsschritt 2. aufgesetzt.
Durch Zusammenziehen der Spannzylinder 42 erfolgt eine kraftschlüssige Verbindung
der Kopplungseinrichtung 34 mit dem oberen Ende des Mantelrohres 5. Die Justiereinrichtung
31 ist dabei so eingestellt, dass die Plattform 30 der Entleerstation 20 eine horizontale
Lage einnimmt, während der Hülsenkörper 40 koaxial zur Längsachse des Mantelrohres
5 angeordnet ist.
[0038] Anschließend wird gemäß Schritt 3. ein Bohrgerät 100 mit einem Kastenbohrer als Bohrwerkzeug
140 in die zylindrische Aufnahme 70 eingesetzt. Das Bohrgerät 100 wird nachfolgend
im Zusammenhang mit Fig. 5 noch näher erläutert.
[0039] Gemäß Arbeitsschritt 4. wird das Bohrgerät 100 über seinen Tragrahmen 110 am oberen
Rand der zylindrischen Aufnahme 70 festgespannt, so dass nunmehr über die Entladestation
20 mit der Kopplungseinrichtung 34 eine feste Verbindung mit dem Mantelrohr 5 besteht.
[0040] Nachfolgend wird gemäß Arbeitsschritt 5. die Justiereinrichtung 31 derart verstellt,
dass das Bohrgerät 100 aus seiner vertikalen Position in eine schräggestellte Position
gebracht wird, in welcher die Achse des Bohrgerätes 100 achsgleich mit der Längsachse
des Mantelrohres 5 angeordnet ist. Während dieser Arbeitsschritte befindet sich die
Entladeeinrichtung 25 in einer dargestellten Rückzugsposition, welche einen freien
Durchgang des Bohrwerkzeuges 140 des Bohrgerätes 100 durch die Entladestation 20 in
das Innere des Mantelrohres 5 zum Abtragen von Bodenmaterial ermöglicht ist.
[0041] Gemäß Arbeitsschritt 6. ist bereits der tiefste und damit letzte Bohrschritt am unteren
Ende des Mantelrohres 5 dargestellt. Sobald das als Kastenbohrer ausgebildete Bohrwerkzeug
140 mit abgetragenem Bodenmaterial innerhalb des Mantelrohres 5 gefüllt ist, wird
über den Kran 1 die teleskopierbare Kellystange 7 wieder eingefahren, bis das Bohrwerkzeug
140 in einer gewünschten Halteposition in der Entleerstation 20 gemäß Arbeitsschritt
7. angeordnet ist. Eine Schütte 36 der Entladestation 26 kann nunmehr in eine Entladeposition
gemäß Arbeitsschritt 7. geschwenkt werden. Durch Öffnen des Bohrwerkzeuges 140 kann
nunmehr Bohrklein aus dem Bohrwerkzeug 140 abgeführt werden. Dieses Bohrklein wird
über die schräggestellte Schütte 36 direkt unter Schwerkrafteinwirkung nach außerhalb
der Entladestation 20 zu einer Abfördereinrichtung 50 abgeleitet. Die Abfördereinrichtung
50 kann dabei ein Transportschiff sein. Durch Verdrehen des Bohrwerkzeuges 140 kann
unter Mitwirkung eines Anschlages 37 sowie durch die Rückzugsbewegung der Schütte
36 das Bohrwerkzeug 140 wieder geschlossen werden, wie in Arbeitsschritt 8. von Fig.
2 dargestellt ist. Anschließend könnte das Bohrwerkzeug 140 wieder in das Mantelrohr
5 zur Durchführung eines weiteren Bohrschrittes abgelassen werden.
[0042] Nach Abteufen der Bohrung zu der gewünschten Endtiefe wird das Bohrwerkzeug 140 wieder
zurückgezogen und die Bohrvorrichtung 10 mit der Entladestation 20 und dem Bohrgerät
100 kann vom Mantelrohr 5 entfernt werden. Der Hohlraum des Mantelrohres 5 kann anschließend
mit Bewehrungsstahl und Betonmasse zum Bilden eines Bohrpfahles gefüllt werden. Beim
Befüllen kann das Mantelrohr 5 gezogen und gegebenenfalls wiederverwendet werden.
Alternativ kann das Mantelrohr 5 auch im Boden verbleiben, so dass ein Bohrpfahl mit
Ummantelung gebildet ist.
[0043] Gemäß Fig. 3 ist eine zweite Entladestation 20' dargestellt. Diese weist ebenfalls
eine Plattform 30 mit einer Kopplungseinrichtung 34 auf, wie sie im Zusammenhang mit
der Entladestation 20 von Fig. 1 erläutert wurde. Weiterhin ist an der Oberseite der
Plattform 30 ein Rahmen 26 mit einer zylindrischen Aufnahme 70 zur Befestigung eines
Bohrgerätes vorgesehen.
[0044] Im Unterschied zu der Entladestation 20 gemäß Fig. 1 ist die hülsenförmige Aufnahme
70 der Entladestation 20' von Fig. 3 schwenkbar um eine Achse 72 am Rahmen 26 gelagert.
Die Verschwenkung der hülsenförmigen Aufnahme 70 erfolgt dabei über zwei seitliche
Schwenkzylinder 74, so dass die Schwenkbarkeit der Aufnahme 70 die Verschwenkung der
Justiereinrichtung 31 zur Ausrichtung der Entladestation 20 gegenüber einem eventuell
schräggestellten Mantelrohr verbessert wird.
[0045] Weiterhin ist im Unterschied zur Entladestation 20 gemäß Fig. 1 eine geänderte Entladeeinrichtung
25 vorgesehen.
[0046] Die Entladeeinrichtung 25 gemäß Fig. 4 umfasst einen Förderwagen 28, welcher entlang
einer durch Schienen gebildeten Bahn 29 an der Plattform 30 zwischen der dargestellten
Entladeposition und einer außen liegenden Abförderposition verfahrbar ist. Der Förderwagen
28 weist hierzu an seiner Unterseite Rollen 33 auf. Weiterhin ist der Aufnahmebereich
des Förderwagens 28 als Schütte 36 ausgebildet, welche mittels eines Verstellzylinders
35 betätigt werden kann.
[0047] Fig. 4 zeigt ähnlich Fig. 2 ein weiteres erfindungsgemäßes Bohrverfahren in acht
Arbeitsschritten mit der Entleerstation 20' von Fig. 3.
[0048] Die Entleerstation 20' wird entsprechend dem Bohrverfahren nach Fig. 2 am Mantelrohr
5 befestigt. Anschließend wird das Bohrgerät 100 an der zylindrischen Aufnahme 70
angekoppelt. Weiterhin wird der Förderwagen 28 in eine außen liegende Rückzugsposition
gemäß Arbeitsschritt 3. gefahren.
[0049] Die vertikal gerichtete zylindrische Aufnahme 70 wird durch Betätigen der Schwenkzylinder
74 achsgleich zur Achse des Mantelrohres 5 angewinkelt und ausgerichtet, wie Arbeitsschritt
4. zu entnehmen ist. Anschließend kann in mehreren Bohrschritten das Bohrwerkzeug
140 des Bohrgerätes 100 entsprechend der maximalen Länge L der Kellystange 7 abgeteuft
werden, wie in Arbeitsschritt 5. gezeigt ist.
[0050] Gemäß Arbeitsschritt 6. wird nach jedem Bohrschritt mit Füllung des Bohrwerkzeuges
140 dieses zurück in die Entleerstation 20' verfahren. Anschließend wird der Förderwagen
28 in die Entladeposition unterhalb des Bohrwerkzeuges 140 gefahren, wobei gleichzeitig
oder anschließend das Bohrwerkzeug 140 geöffnet und das Bohrklein aus dem Bohrwerkzeug
140 in den Förderwagen 28 entladen wird. Unter gleichzeitigem Schließen eines klappbaren
Bodens des Bohrwerkzeuges 140 durch ein Betätigungsorgan 22 am Förderwagen 28 gemäß
Arbeitsschritt 7. wird der Förderwagen 28 in eine Abförderposition außerhalb der Entleerstation
20' verfahren. In dieser Abförderposition wird dann eine Schütte 36 des Abförderwagens
28 gekippt, so dass das Bohrklein aus der Schütte 36 entfernt wird. Anschließend kann
gemäß dem Arbeitsschritt 8. ein weiterer Bohrschritt mit dem Bohrwerkzeug 140 durchgeführt
werden.
[0051] Ein bevorzugt vorgesehenes Bohrgerät 100 ist in Fig. 5 dargestellt. Das Bohrgerät
100 weist einen Tragrahmen 110 auf, der an seinem unteren Ende mit Querstreben 117
versehen ist. An der Unterseite der Querstreben 117 sind zum einen Aufsatzbügel 111
angeordnet, mit welchen das Bohrgerät 100 auf einen oberen Rand der hülsenförmigen
Aufnahme 70 der Entladestation 20 aufgesetzt werden kann. Versetzt zu den Aufsatzbügeln
111 sind ein oder mehrere Befestigungseinrichtungen 114 vorgesehen, welche hydraulisch
betätigbare Spannzangen aufweisen. Mit diesen Spannzangen kann der Tragrahmen 110
drehfest an der Aufnahme 70 befestigt werden.
[0052] Weiterhin ist am Tragrahmen 110 auch ein Bohrantrieb 116 zum drehenden Antreiben
des Bohrwerkzeuges 160 über ein Teleskopgestänge 130 angeordnet.
[0053] Bei der dargestellten Ausführungsform ist der Tragrahmen 110 zweiteilig mit einem
Tragrahmenunterteil 115 und einem darüber angeordneten Tragrahmenoberteil 113 ausgebildet.
Das Tragrahmenoberteil 113, welches über Hydraulikzylinder 112 mit Hydraulikzylinderkolben
112a gegenüber dem Tragrahmenunterteil 115 axial verstellbar ist, ist der Bohrantrieb
116 fest angeordnet.
[0054] Durch Lösen der Befestigungseinrichtung 114 kann das Bohrgerät 100 aus der Aufnahme
70 nach oben herausgezogen werden und anschließend auf eine Aufnahme einer anderen
Entleerstation aufgesetzt werden, um eine weitere Bohrung zu erstellen.
1. Bohrvorrichtung mit einem Bohrgerät (100) zum Bohren innerhalb eines Mantelrohres
(5), wobei das Bohrgerät (100) einen Tragrahmen (110) mit einer Befestigungseinrichtung
(114) zum Festlegen gegenüber dem Mantelrohr (5) sowie ein Bohrwerkzeug (140) aufweist,
welches über ein Teleskopgestänge (130) mittels eines Bohrantriebes (116) drehend
angetrieben ist, welcher am Tragrahmen (110) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Entleerstation (20) zum Anbringen am oberen Ende des Mantelrohres (5) vorgesehen
ist, wobei der Tragrahmen (110) des Bohrgerätes (100) an der Entleerstation (20) befestigbar
ist,
- dass die Entleerstation (20) zum Entleeren des Bohrwerkzeugs (140) von Bohrklein eine
Entladeeinrichtung (25) aufweist, welche zur Aufnahme des Bohrkleins verstellbar ist,
und
- dass die Entladeeinrichtung (25) zum Abfördern des Bohrkleins aus der Entleerstation (20)
ausgebildet ist.
2. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bohrwerkzeug (140) als Kastenbohrer mit einem Boden (142) ausgebildet ist, welcher
zum Entleeren des Kastenbohrers aufklappbar ist.
3. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entladeeinrichtung (25) ein Betätigungsorgan (22) aufweist, durch welches beim
Verstellen der Entladeeinrichtung (25) in und/oder aus der Entladeposition der Boden
(142) des Kastenbohrers geöffnet beziehungsweise geschlossen wird.
4. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entladeeinrichtung (25) eine Schütte (36) aufweist, welche um eine Schwenkachse
(38) in eine Schrägstellung verschwenkbar ist.
5. Bohrvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Schütte (36) zwischen einer Rückzugsposition und der Entladeposition um die Schwenkachse
(38) schwenkbar ist und
- dass die Schütte (36) in der Entladeposition die Schrägstellung aufweist, bei welcher
das Bohrklein aus der Entleerstation (20) ableitbar ist.
6. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entladeeinrichtung (25) einen Förderwagen (28) aufweist, welcher zwischen der
Entladeposition und einer Abförderposition zum Abfördern des Bohrkleins aus der Entleerstation
(20) entlang einer Bahn (29) verfahrbar ist.
7. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entleerstation (20) eine Kopplungseinrichtung (34) zum Befestigen am Mantelrohr
(5) und eine Plattform (30) aufweist, welche mittels einer Justiereinrichtung (31)
gegenüber der Kopplungseinrichtung (34) verstellbar ist.
8. Bohrverfahren zum Erstellen einer Bohrung innerhalb eines Mantelrohres (5), insbesondere
mittels einer Bohrvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei ein Tragrahmen
(110) eines Bohrgerätes (100) gegenüber dem Mantelrohr (5) festgelegt wird und mittels
eines am Tragrahmen (110) angeordneten Bohrantriebes (116) über ein Teleskopgestänge
(130) ein Bohrwerkzeug (140) drehend angetrieben wird, wodurch Bodenmaterial als Bohrklein
innerhalb des Mantelrohres (5) abgetragen und im Bohrwerkzeug (140) aufgenommen wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Tragrahmen (110) des Bohrgerätes (100) an einer Entleerstation (20) befestigt
wird, welche an einem oberen Ende des Mantelrohres (5) angeordnet wird,
- dass zum Entladen des Bohrkleins aus dem Bohrwerkzeug (140) dieser aus dem Mantelrohr
(5) in die Entleerstation (20) verfahren wird,
- dass eine Entladeeinrichtung (25) an der Entleerstation (20) in eine Entladeposition zur
Aufnahme des Bohrkleins aus dem Bohrwerkzeug (140) verstellt wird, und
- dass das Bohrklein durch die Entladeeinrichtung (25) aus der Entleerstation (20) abgefördert
wird.
9. Bohrverfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch Verfahren des Bohrwerkzeuges (140), welches als Kastenbohrer mit aufklappbarem
Boden (142) ausgebildet ist, in die Entleerstation (20) gegen einen Anschlag der Boden
des Kastenbohrers zum Entleeren geöffnet wird.
10. Bohrverfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entladeeinrichtung (25) eine Schütte (36) aufweist, welche um eine Schwenkachse
(38) in eine Schrägstellung in der Entladeposition geschwenkt wird, und dass über
die schräg gestellte Schütte (36) Bohrklein aus der Entleerstation (20) abgeleitet
wird.
11. Bohrverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Entladeeinrichtung (25) einen Förderwagen (28) aufweist, welcher zwischen der
Entladeposition und einer Abförderposition entlang einer Bahn (29) verfahren wird,
- dass in der Entladeposition das Bohrklein aus dem Bohrwerkzeug (140) in den Förderwagen
(28) entleert wird, und
- dass in der Abförderposition das Bohrklein von dem Förderwagen (28) aus der Entleerstation
(20) abgefördert wird.
12. Bohrverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Verstellen der Entladeeinrichtung (25) in und/oder aus der Entladeposition ein
Boden (142) eines Kastenbohrers, welcher als Bohrwerkzeug (140) verwendet wird, geöffnet
beziehungsweise geschlossen wird.
13. Bohrverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entleerstation (20) mit einer Kopplungseinrichtung (34) am Mantelrohr (5) befestigt
wird, und dass eine Plattform (30) der Entleerstation (20) mittels einer Justiereinrichtung
(31) gegenüber der Kopplungseinrichtung (34) verstellt wird.
14. Bohrverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Mantelrohr (5) in den Boden eingebracht wird,
die Entleerstation (20) lösbar am Mantelrohr (5) befestigt wird, und
dass in die erstellte Bohrung in dem Mantelrohr (5) anschließend Betonmasse gefüllt und
ein Bohrpfahl gebildet wird.
15. Entleerstation, insbesondere für eine Bohrvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 7 oder einem Bohrverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, mit
- einer Kopplungseinrichtung (34) zum Befestigen an einem Mantelrohr (5),
- einem Aufnahmeabschnitt (70) zum Aufnehmen und Halten eines Bohrgerätes (100) mit
Bohrwerkzeug (140) und
- einer Entladeeinrichtung (25) zum Entleeren des Bohrwerkzeugs (140) und Aufnehmen
von Bohrklein aus dem Bohrwerkzeug (25), wobei die Entladeeinrichtung (25) zum Abfördern
des Bohrkleins aus der Entladestation (20) ausgebildet ist.