Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Aggregatelager, vorzugsweise ein Motor- und Getriebelager.
Stand der Technik
[0003] Klassische Motorlager in Gummi-Metallausführung oder als Hydrolager mit metallischen
Lagerkemen erzeugen höhere Lagergewichte und somit Fahrzeuggewichte und damit höhere
Kosten durch Verwendung von Metallen für Lagerkerne.
[0004] Gleichzeitig leiten Metallteile, ganz besonders das meistens verwendete Aluminium,
die Motorwärme besonders gut in die Lager und damit zu den
[0005] Gummifedern, die darauf mit einer reduzierten Lebensdauer und stärkeren Verhärtung
reagieren.
[0006] Für die Befestigung des Motortragarms am Lager werden aus Montagegründen Schrauben
verwendet, deren Vorspannkraft nicht über den Kunststoff geleitet werden darf, da
Kunststoffe unter Zug besonders stark fließen, was bei erhöhten Temperaturen beschleunigt
wird.
[0007] Bei der oben genannten Veröffentlichung gibt es den Nachteil, dass nur geringe Auszugskräfte
realisiert werden können, während gleichzeitig erheblich höhere Kosten bei der Herstellung
des Hinterschnitts und des Polygons entstehen.
[0008] Wird eine solche Schraube in einen Kern mit einer Anschraubfläche auf einem hohen
Schaft, wie sie für Lager mit Zuganschlagfunktion über den Kern üblich sind, eingegossen,
kann die Schraube durch hohe Betriebskräfte leicht aus dem Kern herausgehebelt werden,
wodurch das Lager ausfällt. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Anschraubfläche
schräg ist.
[0009] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Aggregatelager zur Verfügung zu stellen, bei
welchem die Verbindung zwischen Schraube aus Metall und Lagerkern aus Kunststoff verbessert
wird, das Heraushebeln der Schraube aus dem Kunststoff vermieden wird und gleichzeitig
Gewicht und Kosten für den gesamten Lagerkern zu reduzieren.
Darstellung der Erfindung
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das im Anspruch 1 angegebene Aggregatelager
gelöst. Die abhängigen Ansprüche 2 bis 7 zeigen spezielle Ausführungsformen des Aggregatelagers
gemäß Anspruch 1.
[0011] Das erfindungsgemäße Aggregatelager hat einen Lagerkern, der den Gummitragkörper
eines Aggregatelagers über einen Aggregatetragarm mit einem Aggregat verbindet und
einen in dem Lagerkern verankerten Schraubbolzen aus Metall aufweist. Insbesondere
ist der Schraubbolzen ein erster Gewindebolzen mit einem Bund, auf dem sich der Aggregatetragarm
abstützt und an dem zu dem Bund spiegelsymmetrisch in Bezug auf die Anordnung des
ersten Gewindebolzens an dem Bund ein zweiter Gewindebolzen angeformt ist.
[0012] Bei dieser Ausgestaltung des Aggregatelagers der vorliegenden Erfindung übernimmt
der Bund, der den Aggregatetragarm abstützt, die Schraubenvorspannkräfte. Die Lagerkräfte
werden von dem ersten Gewindebolzen über den zum Bund spiegelsymmetrisch am Bund angeformten
zweiten Gewindebolzen weitergeleitet.
[0013] Die Konstruktion mit zwei Gewindebolzen bzw. als Doppelschraube hat ferner den Vorteil,
dass unter dem Bund relativ wenig Platz im Durchmesser benötigt wird. Besonders bei
schrägen Anschraubflächen die auf einem hohen Lagerkernschaft angeordnet sind, kann
man derartige Schrauben besonders gut umspritzen, ohne dass die Kunststoffwandstärken
zu gering werden. Außerdem ist ein langer Gewindebolzen besser geeignet, hohe Biegemomente
bei Querbelastung der Gummifeder aufzunehmen und in den Kern zu übertragen.
[0014] Vorzugsweise ist der Lagerkern aus Kunststoff, der um den zweiten Gewindebolzen gespritzt
ist.
[0015] Durch Umspritzen des zweiten Gewindebolzens mit Kunststoff wird eine feste Verbindung
zwischen Lagerkern und zweitem Gewindebolzen erzeugt und die Auszugskräfte werden
gegenüber dem Stand der Technik erhöht.
[0016] Der im Kern eingegossene zweite Gewindebolzen bringt durch die sehr hohen Festigkeiten
der eingegossenen Schraube noch eine Versteifung des Lagerkemschafts mit sich. Besonders
wirksam wird das bei Lagern mit Anschlaggehäusen, -glocken oder Töpfen, wenn eine
geometrische Überdeckung Bolzen/Zuganschlag bei Querbelastungen des Lagers existiert.
[0017] Bevorzugt hat der zweite Gewindebolzen dieselbe Länge und denselben Durchmesser wie
der erste Gewindebolzen. Der zweite Gewindebolzen könnte andere Längen und Durchmesser
als der erste Gewindebolzen haben, jedoch ist eine vollständig symmetrische Gestaltung
zum Bund vorzuziehen, weil so der zweite Gewindebolzen beim Umspritzen nicht orientiert
im Werkzeug eingelegt werden muss.
[0018] Vorzugsweise ist der Umfang des Bunds als Sechseck, Polygon, Torx oder Rändel auf
dem Rand ausgestaltet, durch welche Gestaltung des Umfangs des Bunds eine Versicherung
gegen Verdrehen des Schraubbolzens erfolgt.
[0019] Vorzugsweise ist der Schraubbolzen mit den zwei Gewindebolzen durch Umformen herstellbar.
So ist seine Herstellung besonders kostengünstig und hat auch noch den Nutzen einer
Festigkeitserhöhung durch die Kaltverfestigung des Stahlwerkstoffes beim Umformen.
[0020] Weiterhin kann der zweite Gewindebolzen zur Verankerung im Kunststoff derart ausgestaltet
sein, dass er kein eigentliches Gewinde, sondern einem Gewinde ähnliche Eigenschaften
aufweist, nämlich mehrere umlaufende Flächen, die einen Hinterschnitt erzeugen. Dabei
kann der Bolzen konisch oder abgestuft ausgeführt sein oder nur umlaufende Nuten ohne
Steigung eines Gewindes aufweisen. Auch diese Ausführungsform kann durch Umformen
kostengünstig hergestellt werden.
[0021] Die angegebenen und weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung werden einem
Fachmann auf dem Gebiet aus der folgenden detaillierten Beschreibung und den beigefügten
Zeichnungen klarer werden, die Merkmale der vorliegenden Erfindung anhand eines Beispiels
darstellen und wobei.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0022]
- Fig. 1
- eine Schnittansicht eines Aggregatelagers gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt;
und
- Fig. 2
- eine aufgeschnittene Schrägansicht eines Aggregatelagers gemäß der vorliegenden Erfindung
zeigt.
Ausführung der Erfindung
[0023] Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen detailliert erklärt.
[0024] Die Figur 1 zeigt eine Schnittansicht eines Aggregatelagers gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei ein Lagerkern (5) gezeigt ist, der den Gummitragkörper eines Aggregatelagers
über einen Aggregatetragarm mit einem Aggregat verbindet. In dem Lagerkern (5) ist
ein Schraubbolzen (6) aus Metall, vorzugsweise Stahl, verankert. Der Schraubbolzen
(6) weist einen ersten Gewindebolzen (6a) mit einem Bund (6c) auf, auf dem sich der
Aggregatetragarm abstützt. An dem Bund (6c) ist zu ihm spiegelsymmetrisch ein zweiter
Gewindebolzen (6b) angeformt.
[0025] Der zweite Gewindebolzen (6c) ist mit Kunststoff umspritzt, welcher den Lagerkern
(5) bildet, so dass sich eine feste Verbindung zwischen dem Lagerkern (5) und zweitem
Gewindebolzen (6b) ergibt.
[0026] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 sind die Längen und Durchmesser der beiden
Gewindebolzen (6a, 6b) jeweils gleich. Es ist offensichtlich, dass dies nicht so sein
muss und der zweite Gewindebolzen (6b) bezüglich seiner Dimensionen und der Ausgestaltung
seines Gewindes unterschiedlich zu dem ersten Gewindebolzen (6a) ausgebildet sein
kann.
[0027] In der Figur 2 ist das Aggregatelager gemäß der vorliegenden Erfindung als aufgeschnittene
Schrägansicht gezeigt. Auch hier ist ein Lagerkern (5) gezeigt, der den Gummitragkörper
eines Aggregatelagers Ober einen Aggregatetragarm mit einem Aggregat verbindet. In
dem Lagerkern (5) ist ein Schraubbolzen (6) aus Metall verankert. Der Schraubbolzen
(6) weist einen ersten Gewindebolzen (6a) mit einem Bund (6c) auf, auf dem sich der
Aggregatetragarm abstützt. An dem Bund (6c) ist zu ihm spiegelsymmetrisch ein zweiter
Gewindebolzen (6b) angeformt.
[0028] Der zweite Gewindebolzen (6c) ist mit Kunststoff umspritzt, welcher den Lagerkern
(5) bildet, so dass sich eine feste Verbindung zwischen dem Lagerkern (5) und zweitem
Gewindebolzen (6b) ergibt.
[0029] Auch bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 sind die Längen und Durchmesser der
beiden Gewindebolzen (6a, 6b) jeweils gleich. Zusätzlich ist in der Figur 2 deutlich
zu erkennen, dass der Umfang des Bunds (6c) als Sechseck ausgestaltet ist, wodurch
eine Versicherung gegen Verdrehen des Schraubbolzens im Lagerkern erfolgt. Hierfür
könnte der Umfang des Bunds beispielsweise auch als Polygon, Torx oder als Rändel
auf dem Rand ausgestaltet sein.
[0030] Der umspritzte zweite Gewindebolzen als Verankerung ist untyplsch aber sehr stabil
und erhöht die Festigkeit des gesamten Lagerkems bei Querbelastungen und hat sich
als besonders preiswert herausgestellt. Bei zum Bund symmetrischer Ausführung kann
die Schraube ohne Orientierung ins Spritzgusswerkzeug eingelegt werden, was ebenfalls
eine Kostenminimierung bei gleichzeitiger Erhöhung der Festigkeit des ganzen Kerns
bewirkt.
1. Aggregatelager mit einem Lagerkern (5), der den Gummitragkörper eines Aggregatelagers
über einen Aggregatetragarm mit einem Aggregat verbindet und einen in dem Lagerkern
(5) verankerten Schraubbolzen (6) aus Metall aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schraubbolzen ein erster Gewindebolzen (6a) mit einem Bund (6c) ist, auf dem
sich der Aggregatetragarm abstützt und an dem zu dem Bund (6c) spiegelsymmetrisch
in Bezug auf die Anordnung des ersten Gewindebolzens (6a) an dem Bund (6c) ein zweiter
Gewindebolzen (6b) angeformt ist.
2. Aggregatelager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerkern (5) aus Kunststoff ist, der um den zweiten Gewindebolzen (6b) gespritzt
ist.
3. Aggregatelager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Gewindebolzen (6b) dieselbe Länge und denselben Durchmesser wie der erste
Gewindebolzen (6a) hat.
4. Aggregatelager nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Gewindebolzen (6b) zur Verankerung im Lagerkern (5) einem Gewinde ähnliche
Eigenschaften, wie mehrere umlaufende Flächen, die einen Hinterschnitt erzeugen, aufweist.
5. Aggregatelager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Gewindebolzen (6b) konisch oder abgestuft ausgeführt ist oder nur umlaufende
Nuten ohne Steigung eines Gewindes aufweist.
6. Aggregatelager nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang des Bunds (6c) als Sechseck, Polygon, Torx oder Rändel auf dem Rand ausgestaltet
ist.
7. Aggregatelager nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schraubbolzen (6) mit den zwei Gewindebolzen (6a, 6b) durch Umformen herstellbar
ist.