[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmetauscher mit Einzelkomponenten aus Aluminiumlegierungsmaterial,
der eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit besitzt. Des Weiteren umfasst die Erfindung
ein Verfahren zur Herstellung eines korrosionsbeständigen Wärmetauschers und seine
Verwendung.
[0002] Wärmetauscher im Automobilbereich bestehen heutzutage fast ausschließlich aus Aluminiummaterial.
Die Lebensdauer und Haltbarkeit der Wärmetauscher wird wesentlich durch ihre Korrosionsbeständigkeit
beeinflusst. Die meisten Aluminiumlegierungen weisen aufgrund ihrer natürlichen Oxidschicht
zwar eine Korrosionsbeständigkeit auf, diese ist jedoch für viele Anwendungszwecke
nicht ausreichend, insbesondere wenn die Bauteile aus Aluminiummaterial stark sauren
bzw. stark basischen Medien ausgesetzt sind. Solche Medien können Umwelteinflüsse
sein oder die Bauteile kommen mit solchen Substanzen im Herstellungsprozess in Berührung.
Unter anderem werden Einzelkomponenten des Wärmetauschers, wie beispielsweise die
von dem Wärmeaustauschmedium durchströmten Flachrohre und die den Wärmeaustausch verbessernden
Lamellen, miteinander durch Hartlöten verbunden. Hierzu werden diese Einzelkomponenten
des Wärmetauschers mit Lot und Flussmittel beschichtet, wobei nach dem Hartlöten das
Flussmittel auf den Wärmetauscherkomponenten verbleibt. Zur Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit
wurden daher verbesserte Lot/Flussmittelmischungen entwickelt, insbesondere nichtkorrosive
Flussmittel, wie beispielsweise Lithiumkryolith. Eine andere Entwicklungsrichtung
zielte in der Vergangenheit auf verbesserte Werkstoffe mit einer höheren Korrosionsbeständigkeit.
Dabei handelt es sich insbesondere um Aluminiumlegierungen mit hohen Gewichtsanteilen
an Mangan (> 0,4 Gew%) sowie hohen Anteilen an Kupfer (> 0,1 Gew%). Bei diesen verbesserten
Aluminiumwerkstoffen wird die höhere Korrosionsbeständigkeit jedoch mit einer schlechteren
Extrudierbarkeit erkauft. Durch die schlechtere Extrudierbarkeit erhöht sich der Werkstoffverschleiß
beim Strangpressen, was neben den höheren Werkstoffkosten auch zu höheren Werkzeugkosten
führt.
[0003] Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass die aus dem Automobilbau bekannten Wärmetauscher
nicht ausreichend korrosionsbeständig für eine Anwendung bei der Gebäudeklimatisierung
sind. Insbesondere bei großen Gebäuden, wie beispielsweise Hotels, befinden sich solche
Klimaanlagen auf dem Dach. Diese Klimaanlagen sind starken Umweltbelastungen ausgesetzt,
zum einen durch Industriestäube, die edlere Metalle wie Eisen, Kupfer oder Titan enthalten
können und damit bei dem unedleren Werkstoff Aluminium Korrosion bewirken. Zum anderen
kann aber auch eine Chlorbelastung, welche durch gechlortes Wasser der Hotelpools
hervorgerufen wird, Korrosionsursache sein.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es einen Wärmetauscher mit einer höheren Korrosionsbeständigkeit
und damit größeren Anwendungsbreite zur Verfügung zu stellen.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Wärmetauscher mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erfüllt.
Dieser neue Wärmetauscher besitzt Einzelkomponenten aus Aluminiumlegierungsmaterial,
wobei die Einzelkomponenten oder zumindest ein Teil der Einzelkomponenten in bekannter
Weise durch Hartlöten miteinander verbunden sind. Des Weiteren besitzt dieser Wärmetauscher
zusätzlich eine äußere Korrosionsschutzschicht, welche die verlöteten Einzelkomponenten
abdeckt und an den Einzelkomponenten haftet. Diese Korrosionsschutzschicht enthält
im Wesentlichen Siliciumdioxid. Diese äußere Korrosionsschutzschicht enthält mindestens
50 Gew% Siliciumdioxid, vorzugsweise mehr als 50 Gew% Siliciumdioxid. Das Siliciumdioxid
liegt vorzugsweise als kolloidales Siliciumdioxid vor und kann noch kieselsäurehaltige
Verbindungen enthalten. Die Korrosionsschutzschicht hat einen lackartigen Charakter
und ist gegen Säuren und Alkalien stabil.
[0006] Durch diese äußere Korrosionsschutzschicht werden Teile oder alle Einzelkomponenten
des Wärmetauschers abgedeckt. Bei einer bevorzugten Ausführungsform besteht die gesamte
äußere Oberfläche des Wärmetauschers aus dieser Korrosionsschutzschicht. Damit werden
vor allen Dingen auch die verlöteten Einzelkomponenten geschützt. Das nach dem Verlöten
auf den Einzelkomponenten verbliebende Flussmittel und die Lötstellen werden von der
Korrosionsschutzschicht abgedeckt und bieten damit keine Angriffspunkte für chemische
Reaktionen mit Substanzen, mit welchen der Wärmetauscher durch Umweltbelastungen in
Berührung kommt.
[0007] Zum Hartlöten werden in der Regel die Grundprofile, wie beispielsweise Rohre oder
flache Hohlprofile, mit einem Lotmittel bestehend aus Lot, Flussmittel und gegebenenfalls
einem Binder beschichtet. Die Bindersubstanz trägt dazu bei, dass Lot und Flussmittel
besser an dem Grundprofil aus Aluminiumlegierungsmaterial haften. Als Lot wird in
der Regel ein Lot aus einer Aluminium-Silicium-Legierung (AlSi-Lot) oder ein Lot aus
Silicium (Si-Lot) verwendet. Das Lot stellt beim Hartlöten die stoffschlüssige Verbindung
zwischen dem Aluminiumlegierungsmaterial der Einzelkomponenten her und das Flussmittel
bewirkt, dass an den zu lötenden Stellen, die bestehende Oxidschicht auf den aus Aluminiummaterial
bestehenden Einzelkomponenten entfernt wird und eine Neubildung der Oxidschicht während
des Lötvorgangs verhindert wird. Als nichtkorrosive Flussmittel werden insbesondere
Kaliumfluorid (KF), Lithiumfluorid (LiF), Calciumfluorid (CaF
2), Zinkfluorid (ZnF2), Aluminiumfluorid (AlF
3), Siliciumfluorid (SiF
4), Kaliumzinkfluoride (KZnF3, KZnF
4) oder Mischungen aus diesen Komponenten verwendet. Weitere Lotmittel sind einsetzbar.
[0008] Bei einer Ausführungsform eines Wärmetauschers werden gleichzeitig mehrere parallel
zueinander angeordnete Flachrohre mit zwischen den Flachrohren vorgesehenen Lamellen
durch Hartlöten verbunden. Die Flachrohre, durch die das Wärmeaustauschmedium strömt,
münden endseitig in Sammelbehältern. Auch diese Verbindung zwischen den Flachrohren
und den Sammelbehältern kann durch Hartlöten erzielt werden. Darüber hinaus sind verschiedene
Verbindungsmöglichkeiten von Wärmetauscherprofilen mit weiteren Teilen des Wärmetauschers,
wie beispielsweise Anschlussstücken und anderen Einzelkomponenten, über andere Verbindungsverfahren
möglich. Zur Vorbereitung der Hartverlötung werden in der Regel die Flachrohre mit
dem Lotmittel beschichtet, insbesondere bevorzugt unmittelbar nach dem Strangpressen
eines Hohlprofilstrangs. Der aus den Einzelkomponenten zusammengebaute Wärmetauscher
wird in bekannter Weise einem Lötprozess zugeführt, wobei vorzugsweise gleichzeitig
alle Lötverbindungen durch Hartlöten gebildet werden. Das nicht verbrauchte Flussmittel
verbleibt auf den Einzelkomponenten des Wärmetauschers. Der Binder wird beim Hartlöten
zersetzt.
[0009] Bei den Grundprofilen kann es sich um Rohre oder Hohlprofile mit einem rechteckigen,
ovalen oder anderen beliebigen Querschnitt handeln, vorzugsweise werden die Grundprofile
stranggepresst. Neben Rohren und Hohlprofilen, die ausschließlich einen medienführenden
Kanal besitzen, sind auch Mehrkammerhohlprofile, Verbundprofile oder Koaxialrohre
als Einzelkomponenten des Wärmetauschers einsetzbar. Die Grundprofile werden nach
dem Einsatzzweck des Wärmetauschers ausgewählt. In den Kanälen der Rohre oder Hohlprofile
können rippenartige kurze abragende Stege vorgesehen sein, die durch Strangpressen
erzeugt werden und den Wärmeaustausch verbessern. Abhängig von dem Medium, dass die
Grundprofile des Wärmetauschers durchströmt und mit der Innenwandung in Berührung
kommt, ist es auch möglich, die Innenwandung dieser Grundprofile mit einer Korrosionsschutzschicht,
die im Wesentlichen aus Siliciumdioxid besteht, zu versehen. Auf diese Weise wird
auch die Korrosionsbeständigkeit des Wärmetauschers gegenüber diesen Medien erhöht.
[0010] Der besondere Vorteil der zusätzlichen Korrosionsschutzschicht auf dem Wärmetauscher
besteht zum einen in der erhöhten Korrosionsbeständigkeit und der damit einhergehenden
längeren Haltbarkeit des Wärmetauschers. Als zusätzlicher Vorteil kann des Weiteren
herausgestellt werden, dass die Grundprofile aus gut verformbaren Aluminiumlegierungen
hergestellt werden können, insbesondere aus preiswerteren Standard-Aluminiumlegierungen,
wie EN1050 oder EN5102, also Aluminiumlegierungen mit geringeren Anteilen an Mangan
(höchstens 0,4 Gew%) und geringen Anteilen an Kupfer (höchstens 0,1 Gew%). Diese Aluminiumlegierungen
sind gut extrudierbar, so dass sich der Werkstoffverschleiß gegenüber den korrosionsbeständigeren
Aluminiumlegierungen mit höheren Mangan- und Kupfergehalten wesentlich verringert.
[0011] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass Wärmetauscher
mit diesen Korrosionsschutzschichten aus Siliciumdioxid einen breiteren Anwendungsbereich
haben, nämlich zum einen für die Gebäudeklimatisierung, da sie den bekannten Umweltbelastungen,
wie beispielsweise den Industriestäuben oder den Chlorbelastungen in der Nähe von
Hotelpools, standhalten können.
[0012] Darüber hinaus eröffnet sich die Möglichkeit, solche Wärmetauscher aus Aluminiummaterial
auch für Abgaskühler von Kraftfahrzeugen zu verwenden. Diese Abgaskühler haben die
Aufgabe, das aus dem Kraftfahrzeug abgeführte Abgas zu kühlen und zurückzuführen.
Bisher werden hierfür im Wesentlichen Wärmetauscher aus teurem Edelstahl verwendet,
da Edelstahl gegenüber den aggressiven Kondensaten eine ausreichende Korrosionsbeständigkeit
besitzt. In seltenen Fällen wurden bereits Aluminiumguss-Wärmetauscher als Abgaskühler
eingesetzt, die eine ausreichende Lebensdauer nur aufgrund sehr hoher Wanddicken haben.
Damit wird jedoch nicht der wesentliche Vorteil des Einsatzes von Aluminiummaterialien,
nämlich deren geringes Gewicht, ausgenutzt. Ein erfindungsgemäßer Wärmetauscher mit
Schutzschichten aus Siliciumdioxid kann auch für Abgaskühler eingesetzt werden, ohne
dass für die Grundprofile des Wärmetauschers erhöhte Wanddicken vorgesehen werden
müssen. Damit steht für die Abgaskühlung ein gegenüber dem Edelstahl-Wärmetauscher
leichterer Aluminium-Wärmetauscher zur Verfügung, der darüber hinaus günstiger in
der Herstellung ist.
[0013] Der vorbeschriebene korrosionsbeständige Wärmetauscher wird in folgender Weise erhalten.
Die aus Aluminiumlegierungsmaterial bestehenden Einzelkomponenten, wie beispielsweise
Grundprofile, Lamellen, Sammelbehälter, werden zu einem Wärmetauscher vormontiert.
Insbesondere die Grundprofile weisen für die Hartlötverbindung eine Lotmittelbeschichtung
auf. Selbstverständlich ist es auch möglich, andere oder sämtliche Einzelkomponenten
mit einer entsprechenden Lotmittelbeschichtung zu versehen. Nach dem Zusammenbau der
metallischen Einzelkomponenten zu einem Wärmetauscher erfolgt der Hartlötprozess,
in der Regel in einem entsprechenden Ofen. Bei diesem Hartlötprozess werden die zu
verlötenden Einzelkomponenten fest zu einem stabilen Wärmetauscher verbunden, wobei
das Lotmittel eine stoffschlüssige Verbindung zwischen den aus Aluminiummaterial bestehenden
Einzelkomponenten herbeiführt. Nach dem Hartlötprozess befindet sich das für den Hartlötprozess
notwendige Flussmittel noch auf der Oberfläche des Wärmetauschers. Es ist nicht notwendig,
dieses Flussmittel vom Wärmetauscher zu entfernen. Es wird unmittelbar auf die Oberfläche
des Wärmetauschers eine festhaftende Schicht aufgebracht. Diese Schicht deckt die
äußere Oberfläche des Wärmetauschers teilflächig oder vollständig ab.
[0014] Bei der Beschichtungssubstanz handelt es sich um Substanzen, die Siliciumdioxid enthalten
oder um Substanzen, die zu Siliciumdioxid umgewandelt werden können. Letztere sind
beispielsweise Substanzen aus der Gruppe der Kleselsäuren, Polysiloxane, Silikonharze
oder Siliconate. Aus Monokieselsäure Si(OH)
4. Dikieselsäure (HO)
3Si-O-Si(OH)
3, Trikieselsäure (HO)
3Si-O-Si(OH)
2-O-Si(HO)
3 oder Polykieselsäure H
2n+
2SinO
3n+1) kann durch Kondensation, d.h. Wasserabspaltung, Siliciumdioxid gebildet werden.
Polysiloxane lassen sich im wässrigen Medium unter Alkoholabspaltung in Siliciumdioxid
umwandeln. Siliconharze werden bei erhöhter Temperatur katalytisch in Kieselsäure
umgewandelt und Siliconate lassen sich in sauren Medien in Silicone bzw. Kieselsäure
umwandeln, so dass sämtliche vorgenannte Beschichtungssubstanzen in nachfolgenden
Verfahrensschritten, insbesondere bei erhöhter Temperatur, dem sogenannten "Einbrennen"
eine Siliciumdioxid-Schutzschicht auf der Oberfläche des beschichteten Wärmetauscher
ergeben.
[0015] Die vorgenannten Beschichtungssubstanzen können durch Aufsprühen, durch Aufspritzen,
durch einen Tauchvorgang oder durch Bestreichen auf die Oberflächen der Einzelkomponenten
des Wärmetauschers aufgebracht werden. Es ist auch möglich, den Wärmetauscher in einem
kontinuierlichen Beschichtungsprozess durch einen Beschichtungsvorhang zu fahren.
Die Beschichtungssubstanz kann allein oder mit weiteren Substanzen als Mischung aufgetragen
werden. Die Beschichtungssubstanz allein wird als Dispersion, als Lösung oder als
Gel aufgetragen.
[0016] Bei der aufgetragenen oder entstehenden Siliciumdioxid-Schutzschicht handelt es sich
um eine Korrosionsschutzschicht, die klar bis opak ist. Bei geringen Schichtdicken
beeinflusst die Korrosionsschutzschicht den Wärmeübergang, beispielsweise zwischen
einem durch ein Grundprofil eines Wärmetauschers strömendes Wärmeaustauschmedium mit
der Umgebungsluft, nicht nachweisbar.
[0017] Es hat sich herausgestellt, dass eine gleichmäßig auf der gesamten Außenoberfläche
des Wärmetauschers verteilte Korrosionsschutzschicht mit einer geringen Schichtdicke
von bereits wenigen Mikrometern eine wesentliche Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit
zeigt.
[0018] Zur Erhöhung der Haftfestigkeit der Schutzschicht kann der Wärmetauscher nach dem
Hartlöten mit Wasserdampf behandelt werden, so dass sich an der Oberfläche des aus
Aluminiumlegierungsmaterial bestehenden Wärmetauschers eine Böhmitschicht bildet.
Es hat sich gezeigt, dass diese Böhmitschicht eine bessere Anhaftung der nachfolgenden
Beschichtung ermöglicht.
[0019] Auch das nach dem Löten auf den Aluminiumkomponenten des Wärmetauschers verbleibende
Flussmittel trägt zur Haftfestigkeit der Schutzschicht bei. Es ist daher günstig,
wenn die Flussmittelbeschichtung auf den Einzelkomponenten gleichmäßig war, vorzugsweise
im Bereich von 2 bis 7 g/m
2 liegt.
[0020] Bei einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird nach dem Hartlöten des Wärmetauschers
dieser, bevor die Beschichtung zur Bildung der Schutzschicht vorgenommen wird, einer
Behandlung mit alkalischen oder sauren Medien unterzogen. Bei dieser Behandlung, die
zu fettfreien Oberflächen der aus Aluminiummaterial bestehenden Einzelkomponenten
des Wärmetauschers führt, hat sich wiederum herausgestellt, dass sich die Benetzbarkeit
bei der nachfolgenden Beschichtung verbessert.
1. Wärmetauscher mit Einzelkomponenten jeweils aus Aluminiumlegierungsmaterial, wobei
zumindest ein Teil der Einzelkomponenten durch Hartlöten miteinander verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest die miteinander verlöteten Einzelkomponenten eine äußere Korrosionsschutzschicht
aus mindestens 50 Gew% Siliciumdioxid besitzen.
2. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrosionsschutzschicht gleichmäßig verteilt über die gesamte Außenoberfläche
des Wärmetauschers vorliegt.
3. Wärmetauscher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Grundprofile mit mindestens einem Strömungskanal für ein Wärmeaustauschmedium, Lamellen
und gegebenenfalls Sammelbehälter als Einzelkomponenten des Wärmetauschers eingesetzt
sind, wobei die Grundprofile mit den Lamellen und/ oder den Sammelbehältern durch
1-Hartlöten verbunden sind.
4. Wärmetauscher nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwandung der Sammelbehälter und/ oder die Innenwandung der Kanäle der Grundprofile
zusätzlich mit einer Korrosionsschutzschicht aus mindestens 50 Gew% Siliciumdioxid
versehen ist.
5. Wärmetauscher nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass Rohre oder Hohlprofile als Grundprofile eingesetzt sind, vorzugsweise stranggepresste
Hohlprofile, stranggepresste Mehrkammerprofile, stranggepresste Verbundprofile oder
stranggepresste Koaxialrohre.
6. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundprofile aus einer gut verformbaren Aluminiumlegierung bestehen, wobei der
Anteil an Mangan in der Legierung höchstens 0.4 Gew% und der Anteil an Kupfer in der
Legierung höchstens 0.1 Gew% beträgt.
7. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Reste des Lotmittels, welches der Hartverlötung von Einzelkomponenten des Wärmetauschers
diente, von der Korrosionsschutzschicht abgedeckt sind, wobei das Lotmittel ein Lot
und ein nichtkorrosiven Flussmittel ist, vorzugsweise ein AlSi-Lot oder ein Si-Lot
sowie ein Flussmittel ausgewählt aus Kaliumfluorid (KF), Lithiumfluorid (LiF), Calciumfluorid
(CaF2), Zinkfluorid (ZnF2), Aluminiumfluorid (AlF3), Siliciumfluorid (SiF4), Kaliumzinkfluoride (KZnF3, KZnF4) und Mischungen daraus.
8. Verwendung eines Wärmetauschers nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zur Kühlung und Klimatisierung
von Kraftfahrzeugen und Gebäuden, beispielsweise als Kühler, als Verdampfer, als inneren
Wärmetauscher einer Klimaanlage oder als Abgaskühler.
9. Verfahren zur Herstellung eines korrosionsbeständigen Wärmetauschers aus Einzelkomponenten
aus Aluminiumlegierungsmaterial,
gekennzeichnet durch nachfolgende Verfahrensschritte:
- Bereitstellung der aus Aluminiumlegierungsmaterial bestehenden Einzelkomponenten
eines Wärmetauschers, wobei zumindest ein Teil der Einzelkomponenten mit einem Lotmittel
zum Hartverlöten beschichtet ist,
- Zusammenbau der Einzelkomponenten des Wärmetauschers,
- Durchführung eines Hartlötprozesses, um die Einzelkomponenten zu einem stabilen
gelöteten Wärmetauscher zu verbinden,
- teilflächiges oder ganzflächiges Aufbringen einer Schutzschicht einer Beschichtungssubstanz
auf die Oberfläche des gelöteten Wärmetauschers, wobei die Beschichtungssubstanz ausgewählt
ist aus der Gruppe der Kieselsäuren, Polysiloxane, Silikonharze, Silikonate oder eine
Siliciumdioxid enthaltenen Beschichtungsmischung ist,
- Wärmebehandlung zur Bildung einer festhaftenden Siliciumdioxid-Schutzschicht auf
der Oberfläche des Wärmetauschers.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungssubstanz durch Aufsprühen, durch Aufspritzen, durch Tauchen, durch
Bestreichen oder mittels eines Beschichtungsvorhangs erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Hartlöten der Wärmetauscher mit Wasserdampf behandelt wird, so dass sich
an der Oberfläche der aus Aluminiumlegierungsmaterial bestehenden Einzelkomponenten
des Wärmetauschers eine Böhmitschicht bildet, welche die Anhaftung der nachfolgenden
Beschichtung der Schutzschicht unterstützt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Hartlöten der Wärmetauscher einer Behandlung mit alkalischen oder sauren
Medien unterzogen wird, wodurch sich die Benetzbarkeit für die nachfolgende Beschichtung
mit der Schutzschicht verbessert.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lotmittelbeschichtung ein Lot und ein nichtkorrosives Flussmittel enthält, vorzugsweise
ein AlSi-Lot oder ein Si-Lot sowie ein Flussmittel ausgewählt aus KF, LiF, CaF2, ZnF2,
AlF3, SiF4, KZnF3, KZnF4 oder Mischungen daraus.