(19)
(11) EP 2 407 746 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
30.11.2016  Patentblatt  2016/48

(21) Anmeldenummer: 11173806.8

(22) Anmeldetag:  13.07.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41H 5/013(2006.01)
F41H 5/02(2006.01)

(54)

Schutzausstattung zum Schutz eines Objekts gegen militärische Bedrohungen

Protection system for protecting an object against military threats

Système de protection d'un objet contre une menace militaire


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 14.07.2010 DE 102010036395

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.01.2012  Patentblatt  2012/03

(73) Patentinhaber: Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG
80997 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Bayer, Robert
    80997 München (DE)
  • Schwippl, Christian
    80997 München (DE)

(74) Vertreter: Feder Walter Ebert 
Patentanwälte Achenbachstrasse 59
40237 Düsseldorf
40237 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 10 339 615
FR-A- 865 964
FR-A1- 2 846 738
DE-A1- 19 609 502
FR-A- 888 358
US-A- 2 380 393
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzausstattung zum Schutz eines Objekts gegen militärische Bedrohungen mit ballistischen Schutzelementen, die über Auflager mit einem vorgegebenen Abstand an einer Außenfläche des zu schützenden Objekts angeordnet sind.

    [0002] Vielerlei Arten von Objekten, wie beispielsweise Container, Bunker und Fahrzeuge sind weltweit insbesondere in Krisengebieten militärischen Bedrohungen ausgesetzt. Zum Schutz solcher Objekte bzw. der in diesen Objekten befindlichen Personen werden die gefährdeten Objekte mit Schutzausstattungen versehen, die das Objekt gegen militärische Bedrohungen schützen sollen.
    Weit verbreitet sind ballistische Bedrohungen, die eher punktuell auf das zu schützende Objekt einwirken, beispielsweise ballistische Geschosse. Daneben sind vor allem auch Bedrohungen infolge von Explosionen weit verbreitet. Beispielsweise entwickeln sich bei einem Sprengstoffanschlag hohe Explosionsdrücke, aus denen auch als Blast bezeichnete Gasschwaden hoher kinetischer Energie erzeugt werden, die eher flächenhaft auf das zu schützende Objekt einwirken.
    Bei bekannten Schutzausstattungen werden die unterschiedlichen Bedrohungen, einerseits durch flächenhafte Blasteinwirkung und andererseits durch eher punktuell wirkende ballistische Bedrohungen, stets als voneinander isolierte Probleme betrachtet, die durch verschiedene Maßnahmen gelöst werden sollen.

    [0003] Eine Schutzausstattung ist aus der US2380393 bekannt. Zum Schutz vor ballistischen Bedrohungen werden üblicherweise Schutzausstattungen mit ballistischen Schutzelementen, beispielsweise aus massiven Panzerstahlplatten, verwendet, die über Auflager an der Außenfläche des zu schützenden Objekts angeordnet und dort beispielsweise durch Verschrauben lösbar befestigt werden. Die Anordnung der ballistischen Schutzelemente kann anliegend an der Außenfläche des zu schützenden Objekts oder unter einem vorgegebenen Abstand gegenüber der Außenfläche erfolgen.

    [0004] Zum Schutz gegen Blasteinwirkung können diese flächigen ballistischen Schutzelemente nur wenig beitragen, da sie unter dem Einfluss eines Blastdrucks nachgeben und sich in Richtung des zu schützenden Objekts durchbiegen. Um die gefährdeten Objekte auch vor Blasteinwirkung schützen zu können, werden daher oftmals aufwändige Zusatzmaßnahmen ergriffen, beispielsweise durch eine Versteifung der Gehäusestruktur eines militärischen Fahrzeugs durch eine entsprechende Verrippung.

    [0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schutzausstattung anzugeben, die zugleich einen ballistischen Schutz und einen gegenüber herkömmlichen Schutzausstattungen auf konstruktiv einfache Weise verbesserten Blastschutz ermöglicht.

    [0006] Diese Aufgabe wird bei einer Schutzausstattung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass zwischen zwei Auflagern ein Kopplungselement vorgesehen ist, über welches das Schutzelement und die Außenfläche gegeneinander druckentkoppelt und miteinander zuggekoppelt verbunden sind.

    [0007] Durch die Anordnung eines derartigen Kopplungselements zwischen zwei Auflagern der ballistischen Schutzelemente ergibt sich ein verbesserter Schutz des zu schützenden Objekts im Falle einer Blasteinwirkung, ohne dass hierdurch die ballistischen Schutzeigenschaften der Schutzelemente negativ beeinträchtigt würden. Es ist nicht erforderlich, das Objekt zum Schutz gegen Blasteinwirkung in konstruktiv aufwändiger Weise mit großflächig vorzusehenden Aussteifungen, beispielsweise in Form von Verrippungen, auszustatten.

    [0008] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das Schutzelement unter Blasteinwirkung im Bereich des Kopplungselements in Richtung der Außenfläche bis zur Kollision mit der Außenfläche elastisch frei durchbiegbar ist. Durch die frei durchbiegbare Anordnung des elastischen Schutzelements kann dieses sich infolge einer Blasteinwirkung elastisch in Richtung der darunter liegenden Außenfläche des zu schützenden Objekts verformen. Durch die Druckentkopplung werden dabei zunächst keine Kräfte auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts aufgebracht, so dass sich diese zunächst nicht durchbiegt, sondern sich nur das außerhalb des zu schützenden Objekts angeordnete Schutzelement verformt.

    [0009] In diesem Zusammenhang ist es ferner von Vorteil, wenn das Kopplungselement derart ausgestaltet ist, dass das Schutzelement beim Rückfedern über das Kopplungselement an der Außenfläche zieht, um einer Durchbiegung der Außenfläche nach Innen entgegenzuwirken. Nach erfolgter Kollision des elastisch verformten Schutzelements mit der Außenfläche bleibt dieses nach den Gesetzen der Impulsübertragung stehen, wobei es seine Energie auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts überträgt. Die Außenfläche beginnt sich in Richtung des Innenraums des zu schützenden Objekts zu verformen. Gleichzeitig beginnt das elastisch verformte Schutzelement in einer entgegengesetzt zur Deformationsrichtung der Außenfläche gerichteten Richtung zurückzufedern. Dabei wird über die Zugkopplung des Kopplungselements eine Zugkraft auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts aufgebracht, welche der Durchbeulung der Außenfläche des zu schützenden Objekts entgegen wirkt.

    [0010] Von Vorteil ist eine Ausgestaltung, bei welcher das Kopplungselement an der Außenfläche festgelegt ist und durch eine Öffnung des Schutzelements hindurchgeführt ist. Auf diese Weise ist es möglich, die Druckentkopplung und Zugkopplung des Schutzelements und der Außenfläche zu realisieren, ohne dass es hierzu erforderlich wäre, eine Öffnung in der Außenfläche des zu schützenden Objekts vorzusehen. Dies ist beispielsweise bei militärischen Fahrzeugen von Vorteil, deren Innenraum gegenüber dem Fahrzeugäußeren gasdicht abgeschlossen ist.

    [0011] Alternativ ist es möglich, dass das Kopplungselement an dem Schutzelement festgelegt ist und das andere Ende lose durch eine Öffnung der Außenfläche hindurch geführt ist.

    [0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass ein durch die Öffnung hindurchgeführtes Ende des Kopplungselements mit einem Hintergriff versehen ist. Der Hintergriff wirkt beim elastischen Rückfedern des Schutzelements als eine Art Mitnehmer, über welchen die Zugkraft auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts aufgebracht wird. Vorteilhaft ist der Hintergriff von flächiger Geometrie und weist einen größeren Durchmesser als die Öffnung auf. Zur Vermeidung ballistischer Schwachstellen deckt der Mitnehmer die Öffnung vorzugsweise vollflächig ab.

    [0013] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Hintergriff über ein Dämpfungselement gegenüber dem Schutzelement oder der Außenfläche abgestützt ist. Das Vorsehen eines Dämpfungselements bietet den Vorteil, dass ruckartige Überbelastungen auf das Kopplungselement, die zu einem Abreißen führen könnten, abgedämpft werden. Als Dämpfungselemente können beispielsweise Dämpfungselemente aus Elastomeren, Kunststoffen oder Drahtgeflechten verwendet werden. Auch besteht die Möglichkeit, die Dämpfungselemente aus Beulelementen aufzubauen, die vorzugsweise von einem oder mehreren stehenden Metallringen oder Metallspiralen gebildet werden. Die Beulelemente können derart dimensioniert sein, dass sie erst bei Überschreiten einer zulässigen Höchstzugspannung am Kopplungselement nachgeben.

    [0014] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass ein Ende des Kopplungselements von einer Gewindehülse gebildet wird, in welche ein das andere Ende tragender Schraubbolzen eingeschraubt ist, wodurch sich eine einfache Möglichkeit zur Montage des Kopplungselements ergibt.

    [0015] Von Vorteil ist ferner eine Ausgestaltung, nach welcher der Durchmesser der Gewindehülse kleiner ist, als der Durchmesser der Öffnung. Auf diese Weise kann die Gewindehülse bei der Verformung des Schutzelements in Richtung der Außenfläche in die Öffnung eintreten. Kollisionen mit dem Schutzelement und damit eine vorzeitige Übertragung von Druckkräften auf die Außenfläche werden vermieden.

    [0016] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Auflager in den Randbereichen des Schutzelements angeordnet sind, wodurch sich eine lange Biegestrecke ergibt.

    [0017] Vorteilhaft sind die Auflager im Bereich von Steifigkeitssprüngen des zu schützenden Objekts angeordnet. Derartige Steifigkeitssprünge des zu schützenden Objekts können beispielsweise im Bereich von Zwischenwänden oder an die Innenseite der Außenfläche angeschweißten Strukturen vorhanden sein. Durch das Vorsehen der Auflager in diesen Bereichen werden Durchbiegungen im Bereich der Auflager, wie diese infolge von Blasteinwirkungen auftreten können, auf ein Minimum reduziert.

    [0018] Weitere Einzelheiten und Vorteile der erfindungsgemäßen Schutzausstattung werden nachfolgend unter Zuhilfenahme der beigefügten Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels erläutert. Darin zeigen:
    Fig. 1
    in stark schematisierter Darstellung eine Ansicht eines militärischen Fahrzeugs, welches mit der erfindungsgemäßen Schutzausstattung versehen ist,
    Fig. 2
    eine vergrößerte Detailansicht der Schutzausstattung im Bereich eines Kopplungselements,
    Fig. 3
    eine perspektivische Darstellung eines mit einer Schutzausstattung versehenen Objekts und
    Fig. 4
    eine perspektivische Ansicht eines Auflagers.


    [0019] Die schematisch gehaltene Fig. 1 zeigt eine Seite eines zu schützenden Objekts 1, bei welchem es sich um ein militärisches Fahrzeug handelt. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf militärische Fahrzeuge beschränkt, sondern kann bei vielerlei Arten von Objekten zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Bunkern, Schiffen, Containern und dergleichen.

    [0020] Das zu schützende Objekt 1 weist ein als Fahrzeugwanne gestaltetes Gehäuse 8 auf, das zu Vermeidung von Durchbeulungen infolge von Blasteinwirkungen B in gewissen Bereichen versteift ausgebildet ist, beispielsweise in seinen Eckbereichen. In den Eckbereichen des Gehäuses 1 ergeben sich Steifigkeitssprünge, die unter Blasteinwirkung B kaum nachgeben.

    [0021] Anders verhält es sich in den mittleren Bereichen der Außenflächen des Gehäuses 8, beispielsweise der Außenfläche 5. Im Falle einer Blasteinwirkung B in Richtung einer großen Außenfläche 5 des Gehäuses 8 kann es aufgrund der erheblichen Drücke zu Durchbeulungen D der jeweiligen Außenfläche 5 in den Innenraum des Objekts 1 kommen. Durch diese Durchbeulungen D kann beispielsweise die sich im Inneren des Gehäuses 8 befindende Besatzung des militärischen Fahrzeugs erheblichen Schaden nehmen.

    [0022] Um derartige Durchbeulungen D zu minimieren ist die erfindungsgemäße Schutzausstattung mit einem Kopplungselement 6 versehen, was nachfolgend anhand der im Seitenbereich des Objekts 1 angeordneten Seitenfläche 5 beschrieben wird. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf Seitenwände beschränkt, sondern eignet sich auch zur Verwendung im Bereich von Dächern oder beispielsweise als Unterbodenschutz für militärische Fahrzeuge.

    [0023] Wie die Darstellung in Fig. 1 erkennen lässt, weist die Schutzausstattung ein ballistisches Schutzelement 2 auf. Das ballistische Schutzelement 2 ist als Schutzplatte ausgebildet und bildet die äußere Kontur des Objekts 1. Das Schutzelement 2 besteht aus einem metallischen Material, beispielsweise aus Panzerstahl, Titan oder ähnlichen Materialien.

    [0024] Das Schutzelement 2 ist an einer gegenüber der Außenfläche 5 um einen Abstand A beabstandeten Position über zwei Auflager 3, 4 festgelegt. Zwischen der Außenfläche 5 und dem Schutzelement 2 sind die Auflager 3, 4 vorgesehen, die eine Art Abstandshalter bilden, wodurch zwischen den Auflagern 3, 4 ein Verformungsraum 9 entsteht. Vorzugsweise liegt der Abstand A und damit die Höhe des Verformungsraums 9 in einem Bereich von 10 bis 50 mm. Beim Ausführungsbeispiel sind die Auflager 3, 4 in zwei gegenüberliegenden Randbereichen des plattenförmigen Schutzelements 2 angeordnet. Auch ist es möglich, dass insgesamt vier Auflager 3, 4 im Bereich der Kanten des Schutzelements 2 vorgesehen sind, die einen rahmenförmigen Abstandshalter bilden.

    [0025] Die Auflager 3, 4 können als an die Außenkontur des zu schützenden Objekts angepasste metallische Schienen, beispielsweise aus Aluminium-Stranggussprofilen ausgebildet sein. Im Bereich der Auflager 3, 4 liegt das Schutzelement 2 druckfest an der Außenfläche 5 des Objekts 1 an. Gemäß der Ausführung in Fig. 3 ist das Auflager 4 von im Wesentlichen rechteckförmigem Querschnitt, d. h. sowohl die dem Schutzelement 2 zugewandte, wie auch die der Außenfläche 5 zugewandte Seite des Auflagers 4 sind von ebener Geometrie. Anders verhält es sich mit dem im oberen Bereich des zu schützenden Objektes vorgesehenen Auflager 3. Bei diesem ist die dem Schutzelement 2 zugewandte Seite 3.1 von im Wesentlichen ebener Geometrie, wohingegen die der Außenfläche 5 zugewandte Seite 3.2 an eine dort vorgesehene Krümmung der Außenfläche 5 angepasst ist, vgl. auch die Darstellung in Fig. 4. Eine derartige Anpassung der Seiten 3.1, 3.2 des Auflagers 3 erlaubt eine druckfeste Abstützung zwischen dem Schutzelement 2 und der Außenfläche 5. Zur Befestigung des Schutzelements 2 an der Außenfläche 5 weist das Auflager 3 mehrere über dessen Länge verteilt angeordnete Halteösen 3.3 auf. Diese sind von laschenartiger Geometrie und weisen jeweils eine Öffnung 3.4 auf, durch welche ein Kopplungselement 6 hindurchgeführt ist. Die in diesem Bereich vorgesehenen Kopplungselemente 6 dienen hauptsächlich zum Festlegen des Schutzelementes 2 an der Außenfläche 5, tragen jedoch im Gegensatz zu dem im Mittelbereich zwischen den Auflagern 3, 4 vorgesehenen Kopplungselementen 6 aufgrund der in diesem Bereich deutlich geringeren Durchbiegung des Schutzelements 2 nicht wesentlich zur Verbesserung des Blastschutzes bei.

    [0026] Die Außenfläche 5 weist im Bereich der Auflager 3, 4 einen Steifigkeitssprung gegenüber der übrigen Fläche 5 auf, da in diesen Bereichen weitere Abschnitte des Gehäuses 8 gegenüber der Außenfläche 5 abgewinkelt verlaufen. Auch können diese Bereiche gehäuseinnenseitig mit Versteifungen beispielsweise in Form von Rippen versehen sein. Diese Bereiche geben infolge einer aus beispielsweise einer Minendetonation resultierenden Blasteinwirkung B nur wenig nach, d. h. die Durchbeulung D der Außenfläche 5 ist in diesen Bereichen gering.

    [0027] Wie in Fig. 1 weiter zu erkennen ist, ist im Bereich zwischen zwei Auflagern 3, 4 ein Kopplungselement 6 vorgesehen, dessen Einzelheiten nachfolgend unter Zuhilfenahme der vergrößerten Ansicht in Fig. 2 beschrieben werden.

    [0028] Das Kopplungselement 6 ist mittig zwischen den Auflagern 3, 4 vorgesehen. Bei längeren Flächen 5 ist es möglich, mehrere solcher Kopplungselemente 6 hintereinander anzuordnen, vgl. auch Fig. 3.

    [0029] Das Kopplungselement 6 ist im Bereich seines einen Endes 6.1 mit der Außenfläche 5 des Objekts 1 verbunden. Dieses Ende 6.1 ist beim Ausführungsbeispiel 1 als eine mit der Außenfläche 5 verschweißte Gewindehülse ausgebildet. In die Gewindehülse 6.1 ist ein Schraubbolzen 6.5 aus hochhartem Material eingeschraubt, der eine Öffnung 7 des Schutzelements 2 durchdringt. Das andere Ende 6.2 des Kopplungselements 6 wird von einer mit dem Schraubbolzen 6.5 einstückig verbundenen radialen Erweiterung beispielsweise in Form eines Schraubenkopfes gebildet. Ferner ist im Bereich des Endes 6.2 ein Hintergriff 6.3 vorgesehen, dessen Durchmesser größer ist als jener der Öffnung 7 des Schutzelements 2, durch welche der Schraubbolzen 6.5 hindurchgeführt ist. Der Hintergriff 6.3 deckt die Öffnung 7 zur Vermeidung ballistischer Schwachstellen vollflächig ab. Der Hintergriff 6.3 wird gebildet von einer Panzerstahlscheibe, die gegen das als Schraubkopf ausgebildete Ende 6.2 des Kopplungselements in axialer Richtung anliegt. Alternativ zu der in den Figuren dargestellten Ausführung ist es möglich, das Ende 6.2 als kegelförmigen Schraubenkopf auszubilden, der in eine korrespondierend gestaltete kegelförmige Senkung des Hintergriffs 6.3 eingreift, wodurch sich im Bereich des Kopplungselements 6 eine verringerte Bauhöhe ergibt.

    [0030] Zwischen dem Hintergriff 6.3 und dem Schutzelement 2 ist ein Dämpfungselement 6.4 vorgesehen. Dieses Dämpfungselement 6.4 kann beispielsweise aus einem Kunststoff oder Elastomermaterial bestehen. Auch ist es denkbar, dieses als Beulelement aus metallischen Elementen auszubilden.

    [0031] Die erfindungsgemäße Schutzausstattung lässt sich auf einfache Weise montieren und mit wenig Aufwand auch nachträglich bei bereits vorhandenen Schutzausstattungen als Nachrüstlösung realisieren. Hierzu wird zunächst das Ende 6.1 des Kopplungselements 6 an der entsprechenden Positionen der Außenfläche 5 angeordnet. Anschließend wird das Schutzelement 2 über die Auflager 3, 4 an dem zu schützenden Objekt 1 befestigt, wobei die Öffnung 7 und das Ende 6.1 miteinander fluchten. Schließlich wird der Schraubbolzen 6.5 von außen her in das Ende 6.1 eingeschraubt und über diesen der Hintergriff 6.3 und das Dämpfungselement 6.4 gegen die äußere Fläche des Schutzelements 2 gespannt.

    [0032] Die Funktionsweise der Schutzausstattung bzw. die bei Einwirkung eines Blasts B ablaufenden Vorgänge werden nachfolgend anhand sowohl der Darstellung in Fig. 1 als auch der Darstellung in Fig. 2 erläutert werden.

    [0033] In einer ersten Phase wirken aufgrund des Blastdrucks B extrem hohe Flächenkräfte auf das ballistische Schutzelement 2. Die Ränder des Schutzelements 2 leiten diese Kräfte über die Auflager 3, 4 an das Gehäuse 8 des Objekts weiter. In diesen Bereichen kommt es zu keiner nennenswerten Verformung des Gehäuses 8, da die Auflager 3, 4 im Bereich von Steifigkeitssprüngen des Gehäuses 8 angeordnet sind.

    [0034] Im mittleren Bereich des Schutzelements 2, d. h. jenem Bereich, in welchem sich das Kopplungselement 6 befindet, ist dieses in Richtung der Außenfläche 5 des Gehäuses 8 nicht abgestützt und beginnt sich infolge der Blasteinwirkung innerhalb des Verformungsraums 9 in Richtung der Außenfläche 5 elastisch zu verformen. Dabei werden aufgrund der Druckentkopplung zunächst keine Kräfte auf die Außenfläche 5 des Gehäuses 8 übertragen. Der über den Schraubbolzen 6.5 gegen die Außenseite des Schutzelements 2 verspannte Hintergriff 6.3 wie auch das Dämpfungselement 6.4 heben von der durchgebogenen Fläche des Schutzelements 2 ab. Bei hinreichend großer Verformung schlägt das Schutzelement 2 dann im Bereich seiner Öffnung 7, die zu diesem Zwecke einen größeren Durchmesser als die als Butzen ausgebildete Gewindehülse 6.1 aufweist, an der Außenfläche 5 des Gehäuses 8 an.

    [0035] Nach den Gesetzen der Impulsübertragung wird durch diesen Aufschlag die Gehäusewand und mit dieser auch deren Außenfläche 5 nach Fahrzeuginnen beschleunigt bzw. verformt, wobei die Außenfläche 6.5 das Kopplungselement 6 über dessen Ende 6.1 mitnimmt. Es ergibt sich eine Durchbeulung D.

    [0036] Während sich die Gehäusewand und mit dieser die Außenfläche 5 nach Innen verformt und die Durchbeulung D größer wird, beginnt das elastisch verformte Schutzelement 2 quasi gleichzeitig in seine Ausgangslage zurückzufedern. Diese Rückfederbewegung ist entgegen der Bewegung der sich durchbeulenden Außenfläche 5 gerichtet.

    [0037] Durch die Zugkopplung über das Kopplungselement 6 wird dabei eine Zugkraft auf die sich entgegengesetzt bewegende Außenfläche 5 ausgeübt, die der Durchbeulung der Außenfläche 5 entgegen wirkt. Die Zugkopplung wird erreicht über den Hintergriff 6.3, der als eine Art Mitnehmer für das sich rückverformende Schutzelement 2 dient. Überbelastungen des Schraubbolzens 6.5 werden durch eine Stauchung des Dämpfungselements 6.4 vermieden.

    [0038] Mit Hilfe der vorliegenden Schutzausstattung können ballistische Schutzelemente mit in den Btastschutz einbezogen werden. Es ergibt sich eine doppelte Funktionalität der die ballistischen Schutzelemente, die den Btastschutz wirkungsvoll unterstützen. Es ergeben sich Durchbeulungen, die sonst nur mit aufwändigen Versteifungen durch das Vorsehen großflächiger Verrippungen möglich wären.

    Bezugszeichen:



    [0039] 
    1
    Objekt
    2
    Schutzplatte
    3
    Auflager
    3.1
    Seite
    3.2
    Seite
    3.3
    Lasche
    3.4
    Öffnung
    4
    Auflager
    5
    Außenfläche
    6
    Kopplungselement
    6.1
    Ende
    6.2
    Ende
    6.3
    Hintergriff
    6.4
    Dämpfungselement
    6.5
    Schraubbolzen
    7
    Öffnung
    8
    Gehäuse
    9
    Verformungsraum
    A
    Abstand
    B
    Blast
    D
    Durchbeulung



    Ansprüche

    1. Schutzausstattung zum Schutz eines Objekts (1) gegen militärische Bedrohungen mit ballistischen Schutzelementen (2), die über Auflager (3, 4) mit einem vorgegebenen Abstand (A) an einer Außenfläche (5) des zu schützenden Objekts (1) angeordnet sind,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass zwischen zwei Auflagern (3, 4) ein Kopplungselement (6) vorgesehen ist, über welches das Schutzelement (2) und die Außenfläche (5) gegeneinander druckentkoppelt und miteinander zuggekoppelt verbunden sind, wobei das Schutzelement (2) unter dem Einfluss eines Blastdrucks im Bereich des Kopplungselements (6) in Richtung der Außenfläche (5) bis zur Kollision mit der Außenfläche (5) elastisch frei durchbiegbar ist und wobei das Kopplungselements (6) derart ausgestaltet ist, dass das Schutzelement (2) beim Rückfedern über das Kopplungselement (6) an der Außenfläche (5) zieht, um einer Durchbiegung der Außenfläche (5) entgegenzuwirken.
     
    2. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (6) an der Außenfläche (5) festgelegt ist und durch eine Öffnung (7) des Schutzelements (2) hindurch geführt ist.
     
    3. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (6) an dem Schutzelement (2) festgelegt ist und das andere Ende (6.2) lose durch eine Öffnung (7) der Außenfläche (5) hindurch geführt ist.
     
    4. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch die Öffnung (7) hindurch geführtes Ende (6.2) des Kopplungselements (6) mit einem Hintergriff (6.3) versehen ist.
     
    5. Schutzausstattung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hintergriff (6.3) über ein Dämpfungselement (6.4) gegenüber dem Schutzelement (2) oder der Außenfläche (5) abgestützt ist.
     
    6. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ende (6.1) des Kopplungselements (6) von einer Gewindehülle gebildet wird, in welche ein das andere Ende (6.2) tragender Schraubbolzen (6.5) eingeschraubt ist.
     
    7. Schutzausstattung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Gewindehülle (6.1) kleiner ist als der Durchmesser der Öffnung (7).
     
    8. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (3, 4) in mindestens einem Randbereich des Schutzelements (2) angeordnet sind.
     
    9. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (3, 4) im Bereich von Steifigkeitssprüngen des zu schützenden Objekts angeordnet sind.
     


    Claims

    1. Protection system for protecting an object (1) against military threats, comprising ballistic protective elements (2), which are arranged via supports (3, 4) at a predefined distance (A) on an outer surface (5) of the object (1) to be protected,
    characterized in that
    a coupling element (6), via which the protective element (2) and the outer surface (5) are connected to each other so as to be pressure-decoupled and tension-coupled, is provided between two supports (3, 4), wherein, under the influence of a blast pressure in the area of the coupling element (6), the protective element (2) can be deflected freely and elastically in the direction of the outer surface (5) as far as collision with the outer surface (5), and wherein the coupling element (6) is configured in such a way that the protective element (2), as it springs back, pulls on the outer surface (5) via the coupling element (6), in order to counteract deflection of the outer surface (5).
     
    2. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the coupling element (6) is fixed to the outer surface (5) and is led through an opening (7) in the protective element (2).
     
    3. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the coupling element (6) is fixed to the protective element (2) and the other end (6.2) is led loosely through an opening (7) in the outer surface (5).
     
    4. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that an end (6.2) of the coupling element (6) that is led through the opening (7) is provided with a rear grip (6.3).
     
    5. Protection system according to Claim 4, characterized in that the rear grip (6.3) is supported with respect to the protective element (2) or the outer surface (5) via a damping element (6.4).
     
    6. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that one end (6.1) of the coupling element (6) is formed by a threaded sleeve, into which a bolt (6.5) bearing the other end (6.2) is screwed.
     
    7. Protection system according to Claim 6, characterized in that the diameter of the threaded sleeve (6.1) is smaller than the diameter of the opening (7).
     
    8. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the supports (3, 4) are arranged in at least one edge region of the protective element (2).
     
    9. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the supports (3, 4) are arranged in the area of jumps in the rigidity of the object to be protected.
     


    Revendications

    1. Équipement de protection destiné à la protection d'un objet (1) contre des menaces militaires, comprenant des éléments de protection balistiques (2) qui sont disposés par le biais d'appuis (3, 4) à un écart (A) prédéfini sur une surface extérieure (5) de l'objet (1) à protéger,
    caractérisé en ce
    qu'un élément d'accouplement (6) se trouve entre deux appuis (3, 4), par le biais duquel l'élément de protection (2) et la surface extérieure (5) sont reliés avec découplage de pression l'un par rapport à l'autre et couplage de traction l'un à l'autre, l'élément de protection (2) pouvant fléchir librement par effet élastique sous l'influence d'une pression de souffle dans la zone de l'élément d'accouplement (6) en direction de la surface extérieure (5) jusqu'à la collision avec la surface extérieure (5), et l'élément d'accouplement (6) étant configuré de telle sorte que l'élément de protection (2), lors du rebond, exerce une traction sur la surface extérieure (5) par le biais de l'élément d'accouplement (6) afin de contrer une flexion de la surface extérieure (5).
     
    2. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (6) est fixé à la surface extérieure (5) et passe à travers une ouverture (7) de l'élément de protection (2).
     
    3. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (6) est fixé à l'élément de protection (2) et l'autre extrémité (6.2) passe de manière détachée à travers une ouverture (7) de la surface extérieure (5).
     
    4. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une extrémité (6.2) de l'élément d'accouplement (6) qui passe à travers l'ouverture (7) est munie d'une prise arrière (6.3).
     
    5. Équipement de protection selon la revendication 4, caractérisé en ce que la prise arrière (6.3) prend appui sur l'élément de protection (2) ou la surface extérieure (5) par le biais d'un élément d'amortissement (6.4).
     
    6. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une extrémité (6.1) de l'élément d'accouplement (6) est formée par une douille filetée dans laquelle est vissé un boulon à visser (6.5) portant l'autre extrémité (6.2).
     
    7. Équipement de protection selon la revendication 6, caractérisé en ce que le diamètre de la douille filetée (6.1) est inférieur au diamètre de l'ouverture (7).
     
    8. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les appuis (3, 4) sont disposés dans au moins une zone de bordure de l'élément de protection (2).
     
    9. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les appuis (3, 4) sont disposés dans la zone de pics de rigidité de l'objet à protéger.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente