[0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzausstattung zum Schutz eines Objekts gegen militärische
Bedrohungen mit ballistischen Schutzelementen, die über Auflager mit einem vorgegebenen
Abstand an einer Außenfläche des zu schützenden Objekts angeordnet sind.
[0002] Vielerlei Arten von Objekten, wie beispielsweise Container, Bunker und Fahrzeuge
sind weltweit insbesondere in Krisengebieten militärischen Bedrohungen ausgesetzt.
Zum Schutz solcher Objekte bzw. der in diesen Objekten befindlichen Personen werden
die gefährdeten Objekte mit Schutzausstattungen versehen, die das Objekt gegen militärische
Bedrohungen schützen sollen.
Weit verbreitet sind ballistische Bedrohungen, die eher punktuell auf das zu schützende
Objekt einwirken, beispielsweise ballistische Geschosse. Daneben sind vor allem auch
Bedrohungen infolge von Explosionen weit verbreitet. Beispielsweise entwickeln sich
bei einem Sprengstoffanschlag hohe Explosionsdrücke, aus denen auch als Blast bezeichnete
Gasschwaden hoher kinetischer Energie erzeugt werden, die eher flächenhaft auf das
zu schützende Objekt einwirken.
Bei bekannten Schutzausstattungen werden die unterschiedlichen Bedrohungen, einerseits
durch flächenhafte Blasteinwirkung und andererseits durch eher punktuell wirkende
ballistische Bedrohungen, stets als voneinander isolierte Probleme betrachtet, die
durch verschiedene Maßnahmen gelöst werden sollen.
[0003] Eine Schutzausstattung ist aus der
US2380393 bekannt. Zum Schutz vor ballistischen Bedrohungen werden üblicherweise Schutzausstattungen
mit ballistischen Schutzelementen, beispielsweise aus massiven Panzerstahlplatten,
verwendet, die über Auflager an der Außenfläche des zu schützenden Objekts angeordnet
und dort beispielsweise durch Verschrauben lösbar befestigt werden. Die Anordnung
der ballistischen Schutzelemente kann anliegend an der Außenfläche des zu schützenden
Objekts oder unter einem vorgegebenen Abstand gegenüber der Außenfläche erfolgen.
[0004] Zum Schutz gegen Blasteinwirkung können diese flächigen ballistischen Schutzelemente
nur wenig beitragen, da sie unter dem Einfluss eines Blastdrucks nachgeben und sich
in Richtung des zu schützenden Objekts durchbiegen. Um die gefährdeten Objekte auch
vor Blasteinwirkung schützen zu können, werden daher oftmals aufwändige Zusatzmaßnahmen
ergriffen, beispielsweise durch eine Versteifung der Gehäusestruktur eines militärischen
Fahrzeugs durch eine entsprechende Verrippung.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schutzausstattung anzugeben, die
zugleich einen ballistischen Schutz und einen gegenüber herkömmlichen Schutzausstattungen
auf konstruktiv einfache Weise verbesserten Blastschutz ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Schutzausstattung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass zwischen zwei Auflagern ein Kopplungselement vorgesehen ist, über welches
das Schutzelement und die Außenfläche gegeneinander druckentkoppelt und miteinander
zuggekoppelt verbunden sind.
[0007] Durch die Anordnung eines derartigen Kopplungselements zwischen zwei Auflagern der
ballistischen Schutzelemente ergibt sich ein verbesserter Schutz des zu schützenden
Objekts im Falle einer Blasteinwirkung, ohne dass hierdurch die ballistischen Schutzeigenschaften
der Schutzelemente negativ beeinträchtigt würden. Es ist nicht erforderlich, das Objekt
zum Schutz gegen Blasteinwirkung in konstruktiv aufwändiger Weise mit großflächig
vorzusehenden Aussteifungen, beispielsweise in Form von Verrippungen, auszustatten.
[0008] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das Schutzelement
unter Blasteinwirkung im Bereich des Kopplungselements in Richtung der Außenfläche
bis zur Kollision mit der Außenfläche elastisch frei durchbiegbar ist. Durch die frei
durchbiegbare Anordnung des elastischen Schutzelements kann dieses sich infolge einer
Blasteinwirkung elastisch in Richtung der darunter liegenden Außenfläche des zu schützenden
Objekts verformen. Durch die Druckentkopplung werden dabei zunächst keine Kräfte auf
die Außenfläche des zu schützenden Objekts aufgebracht, so dass sich diese zunächst
nicht durchbiegt, sondern sich nur das außerhalb des zu schützenden Objekts angeordnete
Schutzelement verformt.
[0009] In diesem Zusammenhang ist es ferner von Vorteil, wenn das Kopplungselement derart
ausgestaltet ist, dass das Schutzelement beim Rückfedern über das Kopplungselement
an der Außenfläche zieht, um einer Durchbiegung der Außenfläche nach Innen entgegenzuwirken.
Nach erfolgter Kollision des elastisch verformten Schutzelements mit der Außenfläche
bleibt dieses nach den Gesetzen der Impulsübertragung stehen, wobei es seine Energie
auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts überträgt. Die Außenfläche beginnt
sich in Richtung des Innenraums des zu schützenden Objekts zu verformen. Gleichzeitig
beginnt das elastisch verformte Schutzelement in einer entgegengesetzt zur Deformationsrichtung
der Außenfläche gerichteten Richtung zurückzufedern. Dabei wird über die Zugkopplung
des Kopplungselements eine Zugkraft auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts
aufgebracht, welche der Durchbeulung der Außenfläche des zu schützenden Objekts entgegen
wirkt.
[0010] Von Vorteil ist eine Ausgestaltung, bei welcher das Kopplungselement an der Außenfläche
festgelegt ist und durch eine Öffnung des Schutzelements hindurchgeführt ist. Auf
diese Weise ist es möglich, die Druckentkopplung und Zugkopplung des Schutzelements
und der Außenfläche zu realisieren, ohne dass es hierzu erforderlich wäre, eine Öffnung
in der Außenfläche des zu schützenden Objekts vorzusehen. Dies ist beispielsweise
bei militärischen Fahrzeugen von Vorteil, deren Innenraum gegenüber dem Fahrzeugäußeren
gasdicht abgeschlossen ist.
[0011] Alternativ ist es möglich, dass das Kopplungselement an dem Schutzelement festgelegt
ist und das andere Ende lose durch eine Öffnung der Außenfläche hindurch geführt ist.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass ein durch die Öffnung
hindurchgeführtes Ende des Kopplungselements mit einem Hintergriff versehen ist. Der
Hintergriff wirkt beim elastischen Rückfedern des Schutzelements als eine Art Mitnehmer,
über welchen die Zugkraft auf die Außenfläche des zu schützenden Objekts aufgebracht
wird. Vorteilhaft ist der Hintergriff von flächiger Geometrie und weist einen größeren
Durchmesser als die Öffnung auf. Zur Vermeidung ballistischer Schwachstellen deckt
der Mitnehmer die Öffnung vorzugsweise vollflächig ab.
[0013] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Hintergriff über ein Dämpfungselement
gegenüber dem Schutzelement oder der Außenfläche abgestützt ist. Das Vorsehen eines
Dämpfungselements bietet den Vorteil, dass ruckartige Überbelastungen auf das Kopplungselement,
die zu einem Abreißen führen könnten, abgedämpft werden. Als Dämpfungselemente können
beispielsweise Dämpfungselemente aus Elastomeren, Kunststoffen oder Drahtgeflechten
verwendet werden. Auch besteht die Möglichkeit, die Dämpfungselemente aus Beulelementen
aufzubauen, die vorzugsweise von einem oder mehreren stehenden Metallringen oder Metallspiralen
gebildet werden. Die Beulelemente können derart dimensioniert sein, dass sie erst
bei Überschreiten einer zulässigen Höchstzugspannung am Kopplungselement nachgeben.
[0014] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass ein Ende des Kopplungselements
von einer Gewindehülse gebildet wird, in welche ein das andere Ende tragender Schraubbolzen
eingeschraubt ist, wodurch sich eine einfache Möglichkeit zur Montage des Kopplungselements
ergibt.
[0015] Von Vorteil ist ferner eine Ausgestaltung, nach welcher der Durchmesser der Gewindehülse
kleiner ist, als der Durchmesser der Öffnung. Auf diese Weise kann die Gewindehülse
bei der Verformung des Schutzelements in Richtung der Außenfläche in die Öffnung eintreten.
Kollisionen mit dem Schutzelement und damit eine vorzeitige Übertragung von Druckkräften
auf die Außenfläche werden vermieden.
[0016] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Auflager in den Randbereichen des Schutzelements
angeordnet sind, wodurch sich eine lange Biegestrecke ergibt.
[0017] Vorteilhaft sind die Auflager im Bereich von Steifigkeitssprüngen des zu schützenden
Objekts angeordnet. Derartige Steifigkeitssprünge des zu schützenden Objekts können
beispielsweise im Bereich von Zwischenwänden oder an die Innenseite der Außenfläche
angeschweißten Strukturen vorhanden sein. Durch das Vorsehen der Auflager in diesen
Bereichen werden Durchbiegungen im Bereich der Auflager, wie diese infolge von Blasteinwirkungen
auftreten können, auf ein Minimum reduziert.
[0018] Weitere Einzelheiten und Vorteile der erfindungsgemäßen Schutzausstattung werden
nachfolgend unter Zuhilfenahme der beigefügten Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in stark schematisierter Darstellung eine Ansicht eines militärischen Fahrzeugs, welches
mit der erfindungsgemäßen Schutzausstattung versehen ist,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Detailansicht der Schutzausstattung im Bereich eines Kopplungselements,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung eines mit einer Schutzausstattung versehenen Objekts
und
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines Auflagers.
[0019] Die schematisch gehaltene Fig. 1 zeigt eine Seite eines zu schützenden Objekts 1,
bei welchem es sich um ein militärisches Fahrzeug handelt. Die vorliegende Erfindung
ist jedoch nicht auf militärische Fahrzeuge beschränkt, sondern kann bei vielerlei
Arten von Objekten zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Bunkern, Schiffen, Containern
und dergleichen.
[0020] Das zu schützende Objekt 1 weist ein als Fahrzeugwanne gestaltetes Gehäuse 8 auf,
das zu Vermeidung von Durchbeulungen infolge von Blasteinwirkungen B in gewissen Bereichen
versteift ausgebildet ist, beispielsweise in seinen Eckbereichen. In den Eckbereichen
des Gehäuses 1 ergeben sich Steifigkeitssprünge, die unter Blasteinwirkung B kaum
nachgeben.
[0021] Anders verhält es sich in den mittleren Bereichen der Außenflächen des Gehäuses 8,
beispielsweise der Außenfläche 5. Im Falle einer Blasteinwirkung B in Richtung einer
großen Außenfläche 5 des Gehäuses 8 kann es aufgrund der erheblichen Drücke zu Durchbeulungen
D der jeweiligen Außenfläche 5 in den Innenraum des Objekts 1 kommen. Durch diese
Durchbeulungen D kann beispielsweise die sich im Inneren des Gehäuses 8 befindende
Besatzung des militärischen Fahrzeugs erheblichen Schaden nehmen.
[0022] Um derartige Durchbeulungen D zu minimieren ist die erfindungsgemäße Schutzausstattung
mit einem Kopplungselement 6 versehen, was nachfolgend anhand der im Seitenbereich
des Objekts 1 angeordneten Seitenfläche 5 beschrieben wird. Die vorliegende Erfindung
ist jedoch nicht auf Seitenwände beschränkt, sondern eignet sich auch zur Verwendung
im Bereich von Dächern oder beispielsweise als Unterbodenschutz für militärische Fahrzeuge.
[0023] Wie die Darstellung in Fig. 1 erkennen lässt, weist die Schutzausstattung ein ballistisches
Schutzelement 2 auf. Das ballistische Schutzelement 2 ist als Schutzplatte ausgebildet
und bildet die äußere Kontur des Objekts 1. Das Schutzelement 2 besteht aus einem
metallischen Material, beispielsweise aus Panzerstahl, Titan oder ähnlichen Materialien.
[0024] Das Schutzelement 2 ist an einer gegenüber der Außenfläche 5 um einen Abstand A beabstandeten
Position über zwei Auflager 3, 4 festgelegt. Zwischen der Außenfläche 5 und dem Schutzelement
2 sind die Auflager 3, 4 vorgesehen, die eine Art Abstandshalter bilden, wodurch zwischen
den Auflagern 3, 4 ein Verformungsraum 9 entsteht. Vorzugsweise liegt der Abstand
A und damit die Höhe des Verformungsraums 9 in einem Bereich von 10 bis 50 mm. Beim
Ausführungsbeispiel sind die Auflager 3, 4 in zwei gegenüberliegenden Randbereichen
des plattenförmigen Schutzelements 2 angeordnet. Auch ist es möglich, dass insgesamt
vier Auflager 3, 4 im Bereich der Kanten des Schutzelements 2 vorgesehen sind, die
einen rahmenförmigen Abstandshalter bilden.
[0025] Die Auflager 3, 4 können als an die Außenkontur des zu schützenden Objekts angepasste
metallische Schienen, beispielsweise aus Aluminium-Stranggussprofilen ausgebildet
sein. Im Bereich der Auflager 3, 4 liegt das Schutzelement 2 druckfest an der Außenfläche
5 des Objekts 1 an. Gemäß der Ausführung in Fig. 3 ist das Auflager 4 von im Wesentlichen
rechteckförmigem Querschnitt, d. h. sowohl die dem Schutzelement 2 zugewandte, wie
auch die der Außenfläche 5 zugewandte Seite des Auflagers 4 sind von ebener Geometrie.
Anders verhält es sich mit dem im oberen Bereich des zu schützenden Objektes vorgesehenen
Auflager 3. Bei diesem ist die dem Schutzelement 2 zugewandte Seite 3.1 von im Wesentlichen
ebener Geometrie, wohingegen die der Außenfläche 5 zugewandte Seite 3.2 an eine dort
vorgesehene Krümmung der Außenfläche 5 angepasst ist, vgl. auch die Darstellung in
Fig. 4. Eine derartige Anpassung der Seiten 3.1, 3.2 des Auflagers 3 erlaubt eine
druckfeste Abstützung zwischen dem Schutzelement 2 und der Außenfläche 5. Zur Befestigung
des Schutzelements 2 an der Außenfläche 5 weist das Auflager 3 mehrere über dessen
Länge verteilt angeordnete Halteösen 3.3 auf. Diese sind von laschenartiger Geometrie
und weisen jeweils eine Öffnung 3.4 auf, durch welche ein Kopplungselement 6 hindurchgeführt
ist. Die in diesem Bereich vorgesehenen Kopplungselemente 6 dienen hauptsächlich zum
Festlegen des Schutzelementes 2 an der Außenfläche 5, tragen jedoch im Gegensatz zu
dem im Mittelbereich zwischen den Auflagern 3, 4 vorgesehenen Kopplungselementen 6
aufgrund der in diesem Bereich deutlich geringeren Durchbiegung des Schutzelements
2 nicht wesentlich zur Verbesserung des Blastschutzes bei.
[0026] Die Außenfläche 5 weist im Bereich der Auflager 3, 4 einen Steifigkeitssprung gegenüber
der übrigen Fläche 5 auf, da in diesen Bereichen weitere Abschnitte des Gehäuses 8
gegenüber der Außenfläche 5 abgewinkelt verlaufen. Auch können diese Bereiche gehäuseinnenseitig
mit Versteifungen beispielsweise in Form von Rippen versehen sein. Diese Bereiche
geben infolge einer aus beispielsweise einer Minendetonation resultierenden Blasteinwirkung
B nur wenig nach, d. h. die Durchbeulung D der Außenfläche 5 ist in diesen Bereichen
gering.
[0027] Wie in Fig. 1 weiter zu erkennen ist, ist im Bereich zwischen zwei Auflagern 3, 4
ein Kopplungselement 6 vorgesehen, dessen Einzelheiten nachfolgend unter Zuhilfenahme
der vergrößerten Ansicht in Fig. 2 beschrieben werden.
[0028] Das Kopplungselement 6 ist mittig zwischen den Auflagern 3, 4 vorgesehen. Bei längeren
Flächen 5 ist es möglich, mehrere solcher Kopplungselemente 6 hintereinander anzuordnen,
vgl. auch Fig. 3.
[0029] Das Kopplungselement 6 ist im Bereich seines einen Endes 6.1 mit der Außenfläche
5 des Objekts 1 verbunden. Dieses Ende 6.1 ist beim Ausführungsbeispiel 1 als eine
mit der Außenfläche 5 verschweißte Gewindehülse ausgebildet. In die Gewindehülse 6.1
ist ein Schraubbolzen 6.5 aus hochhartem Material eingeschraubt, der eine Öffnung
7 des Schutzelements 2 durchdringt. Das andere Ende 6.2 des Kopplungselements 6 wird
von einer mit dem Schraubbolzen 6.5 einstückig verbundenen radialen Erweiterung beispielsweise
in Form eines Schraubenkopfes gebildet. Ferner ist im Bereich des Endes 6.2 ein Hintergriff
6.3 vorgesehen, dessen Durchmesser größer ist als jener der Öffnung 7 des Schutzelements
2, durch welche der Schraubbolzen 6.5 hindurchgeführt ist. Der Hintergriff 6.3 deckt
die Öffnung 7 zur Vermeidung ballistischer Schwachstellen vollflächig ab. Der Hintergriff
6.3 wird gebildet von einer Panzerstahlscheibe, die gegen das als Schraubkopf ausgebildete
Ende 6.2 des Kopplungselements in axialer Richtung anliegt. Alternativ zu der in den
Figuren dargestellten Ausführung ist es möglich, das Ende 6.2 als kegelförmigen Schraubenkopf
auszubilden, der in eine korrespondierend gestaltete kegelförmige Senkung des Hintergriffs
6.3 eingreift, wodurch sich im Bereich des Kopplungselements 6 eine verringerte Bauhöhe
ergibt.
[0030] Zwischen dem Hintergriff 6.3 und dem Schutzelement 2 ist ein Dämpfungselement 6.4
vorgesehen. Dieses Dämpfungselement 6.4 kann beispielsweise aus einem Kunststoff oder
Elastomermaterial bestehen. Auch ist es denkbar, dieses als Beulelement aus metallischen
Elementen auszubilden.
[0031] Die erfindungsgemäße Schutzausstattung lässt sich auf einfache Weise montieren und
mit wenig Aufwand auch nachträglich bei bereits vorhandenen Schutzausstattungen als
Nachrüstlösung realisieren. Hierzu wird zunächst das Ende 6.1 des Kopplungselements
6 an der entsprechenden Positionen der Außenfläche 5 angeordnet. Anschließend wird
das Schutzelement 2 über die Auflager 3, 4 an dem zu schützenden Objekt 1 befestigt,
wobei die Öffnung 7 und das Ende 6.1 miteinander fluchten. Schließlich wird der Schraubbolzen
6.5 von außen her in das Ende 6.1 eingeschraubt und über diesen der Hintergriff 6.3
und das Dämpfungselement 6.4 gegen die äußere Fläche des Schutzelements 2 gespannt.
[0032] Die Funktionsweise der Schutzausstattung bzw. die bei Einwirkung eines Blasts B ablaufenden
Vorgänge werden nachfolgend anhand sowohl der Darstellung in Fig. 1 als auch der Darstellung
in Fig. 2 erläutert werden.
[0033] In einer ersten Phase wirken aufgrund des Blastdrucks B extrem hohe Flächenkräfte
auf das ballistische Schutzelement 2. Die Ränder des Schutzelements 2 leiten diese
Kräfte über die Auflager 3, 4 an das Gehäuse 8 des Objekts weiter. In diesen Bereichen
kommt es zu keiner nennenswerten Verformung des Gehäuses 8, da die Auflager 3, 4 im
Bereich von Steifigkeitssprüngen des Gehäuses 8 angeordnet sind.
[0034] Im mittleren Bereich des Schutzelements 2, d. h. jenem Bereich, in welchem sich das
Kopplungselement 6 befindet, ist dieses in Richtung der Außenfläche 5 des Gehäuses
8 nicht abgestützt und beginnt sich infolge der Blasteinwirkung innerhalb des Verformungsraums
9 in Richtung der Außenfläche 5 elastisch zu verformen. Dabei werden aufgrund der
Druckentkopplung zunächst keine Kräfte auf die Außenfläche 5 des Gehäuses 8 übertragen.
Der über den Schraubbolzen 6.5 gegen die Außenseite des Schutzelements 2 verspannte
Hintergriff 6.3 wie auch das Dämpfungselement 6.4 heben von der durchgebogenen Fläche
des Schutzelements 2 ab. Bei hinreichend großer Verformung schlägt das Schutzelement
2 dann im Bereich seiner Öffnung 7, die zu diesem Zwecke einen größeren Durchmesser
als die als Butzen ausgebildete Gewindehülse 6.1 aufweist, an der Außenfläche 5 des
Gehäuses 8 an.
[0035] Nach den Gesetzen der Impulsübertragung wird durch diesen Aufschlag die Gehäusewand
und mit dieser auch deren Außenfläche 5 nach Fahrzeuginnen beschleunigt bzw. verformt,
wobei die Außenfläche 6.5 das Kopplungselement 6 über dessen Ende 6.1 mitnimmt. Es
ergibt sich eine Durchbeulung D.
[0036] Während sich die Gehäusewand und mit dieser die Außenfläche 5 nach Innen verformt
und die Durchbeulung D größer wird, beginnt das elastisch verformte Schutzelement
2 quasi gleichzeitig in seine Ausgangslage zurückzufedern. Diese Rückfederbewegung
ist entgegen der Bewegung der sich durchbeulenden Außenfläche 5 gerichtet.
[0037] Durch die Zugkopplung über das Kopplungselement 6 wird dabei eine Zugkraft auf die
sich entgegengesetzt bewegende Außenfläche 5 ausgeübt, die der Durchbeulung der Außenfläche
5 entgegen wirkt. Die Zugkopplung wird erreicht über den Hintergriff 6.3, der als
eine Art Mitnehmer für das sich rückverformende Schutzelement 2 dient. Überbelastungen
des Schraubbolzens 6.5 werden durch eine Stauchung des Dämpfungselements 6.4 vermieden.
[0038] Mit Hilfe der vorliegenden Schutzausstattung können ballistische Schutzelemente mit
in den Btastschutz einbezogen werden. Es ergibt sich eine doppelte Funktionalität
der die ballistischen Schutzelemente, die den Btastschutz wirkungsvoll unterstützen.
Es ergeben sich Durchbeulungen, die sonst nur mit aufwändigen Versteifungen durch
das Vorsehen großflächiger Verrippungen möglich wären.
Bezugszeichen:
[0039]
- 1
- Objekt
- 2
- Schutzplatte
- 3
- Auflager
- 3.1
- Seite
- 3.2
- Seite
- 3.3
- Lasche
- 3.4
- Öffnung
- 4
- Auflager
- 5
- Außenfläche
- 6
- Kopplungselement
- 6.1
- Ende
- 6.2
- Ende
- 6.3
- Hintergriff
- 6.4
- Dämpfungselement
- 6.5
- Schraubbolzen
- 7
- Öffnung
- 8
- Gehäuse
- 9
- Verformungsraum
- A
- Abstand
- B
- Blast
- D
- Durchbeulung
1. Schutzausstattung zum Schutz eines Objekts (1) gegen militärische Bedrohungen mit
ballistischen Schutzelementen (2), die über Auflager (3, 4) mit einem vorgegebenen
Abstand (A) an einer Außenfläche (5) des zu schützenden Objekts (1) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen zwei Auflagern (3, 4) ein Kopplungselement (6) vorgesehen ist, über welches
das Schutzelement (2) und die Außenfläche (5) gegeneinander druckentkoppelt und miteinander
zuggekoppelt verbunden sind, wobei das Schutzelement (2) unter dem Einfluss eines
Blastdrucks im Bereich des Kopplungselements (6) in Richtung der Außenfläche (5) bis
zur Kollision mit der Außenfläche (5) elastisch frei durchbiegbar ist und wobei das
Kopplungselements (6) derart ausgestaltet ist, dass das Schutzelement (2) beim Rückfedern
über das Kopplungselement (6) an der Außenfläche (5) zieht, um einer Durchbiegung
der Außenfläche (5) entgegenzuwirken.
2. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (6) an der Außenfläche (5) festgelegt ist und durch eine Öffnung
(7) des Schutzelements (2) hindurch geführt ist.
3. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (6) an dem Schutzelement (2) festgelegt ist und das andere Ende
(6.2) lose durch eine Öffnung (7) der Außenfläche (5) hindurch geführt ist.
4. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch die Öffnung (7) hindurch geführtes Ende (6.2) des Kopplungselements (6)
mit einem Hintergriff (6.3) versehen ist.
5. Schutzausstattung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hintergriff (6.3) über ein Dämpfungselement (6.4) gegenüber dem Schutzelement
(2) oder der Außenfläche (5) abgestützt ist.
6. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ende (6.1) des Kopplungselements (6) von einer Gewindehülle gebildet wird, in
welche ein das andere Ende (6.2) tragender Schraubbolzen (6.5) eingeschraubt ist.
7. Schutzausstattung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Gewindehülle (6.1) kleiner ist als der Durchmesser der Öffnung
(7).
8. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (3, 4) in mindestens einem Randbereich des Schutzelements (2) angeordnet
sind.
9. Schutzausstattung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (3, 4) im Bereich von Steifigkeitssprüngen des zu schützenden Objekts
angeordnet sind.
1. Protection system for protecting an object (1) against military threats, comprising
ballistic protective elements (2), which are arranged via supports (3, 4) at a predefined
distance (A) on an outer surface (5) of the object (1) to be protected,
characterized in that
a coupling element (6), via which the protective element (2) and the outer surface
(5) are connected to each other so as to be pressure-decoupled and tension-coupled,
is provided between two supports (3, 4), wherein, under the influence of a blast pressure
in the area of the coupling element (6), the protective element (2) can be deflected
freely and elastically in the direction of the outer surface (5) as far as collision
with the outer surface (5), and wherein the coupling element (6) is configured in
such a way that the protective element (2), as it springs back, pulls on the outer
surface (5) via the coupling element (6), in order to counteract deflection of the
outer surface (5).
2. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the coupling element (6) is fixed to the outer surface (5) and is led through an
opening (7) in the protective element (2).
3. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the coupling element (6) is fixed to the protective element (2) and the other end
(6.2) is led loosely through an opening (7) in the outer surface (5).
4. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that an end (6.2) of the coupling element (6) that is led through the opening (7) is provided
with a rear grip (6.3).
5. Protection system according to Claim 4, characterized in that the rear grip (6.3) is supported with respect to the protective element (2) or the
outer surface (5) via a damping element (6.4).
6. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that one end (6.1) of the coupling element (6) is formed by a threaded sleeve, into which
a bolt (6.5) bearing the other end (6.2) is screwed.
7. Protection system according to Claim 6, characterized in that the diameter of the threaded sleeve (6.1) is smaller than the diameter of the opening
(7).
8. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the supports (3, 4) are arranged in at least one edge region of the protective element
(2).
9. Protection system according to one of the preceding claims, characterized in that the supports (3, 4) are arranged in the area of jumps in the rigidity of the object
to be protected.
1. Équipement de protection destiné à la protection d'un objet (1) contre des menaces
militaires, comprenant des éléments de protection balistiques (2) qui sont disposés
par le biais d'appuis (3, 4) à un écart (A) prédéfini sur une surface extérieure (5)
de l'objet (1) à protéger,
caractérisé en ce
qu'un élément d'accouplement (6) se trouve entre deux appuis (3, 4), par le biais duquel
l'élément de protection (2) et la surface extérieure (5) sont reliés avec découplage
de pression l'un par rapport à l'autre et couplage de traction l'un à l'autre, l'élément
de protection (2) pouvant fléchir librement par effet élastique sous l'influence d'une
pression de souffle dans la zone de l'élément d'accouplement (6) en direction de la
surface extérieure (5) jusqu'à la collision avec la surface extérieure (5), et l'élément
d'accouplement (6) étant configuré de telle sorte que l'élément de protection (2),
lors du rebond, exerce une traction sur la surface extérieure (5) par le biais de
l'élément d'accouplement (6) afin de contrer une flexion de la surface extérieure
(5).
2. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (6) est fixé à la surface extérieure (5) et passe à travers
une ouverture (7) de l'élément de protection (2).
3. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'accouplement (6) est fixé à l'élément de protection (2) et l'autre extrémité
(6.2) passe de manière détachée à travers une ouverture (7) de la surface extérieure
(5).
4. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une extrémité (6.2) de l'élément d'accouplement (6) qui passe à travers l'ouverture
(7) est munie d'une prise arrière (6.3).
5. Équipement de protection selon la revendication 4, caractérisé en ce que la prise arrière (6.3) prend appui sur l'élément de protection (2) ou la surface
extérieure (5) par le biais d'un élément d'amortissement (6.4).
6. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une extrémité (6.1) de l'élément d'accouplement (6) est formée par une douille filetée
dans laquelle est vissé un boulon à visser (6.5) portant l'autre extrémité (6.2).
7. Équipement de protection selon la revendication 6, caractérisé en ce que le diamètre de la douille filetée (6.1) est inférieur au diamètre de l'ouverture
(7).
8. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les appuis (3, 4) sont disposés dans au moins une zone de bordure de l'élément de
protection (2).
9. Équipement de protection selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les appuis (3, 4) sont disposés dans la zone de pics de rigidité de l'objet à protéger.