[0001] Die Erfindung betrifft ein Messverfahren für einen Penetratorzünder mit wenigstens
einem Sensor zur Detektion von Verzögerungen während der Zielpenetration und einer
Zündelektronik zur Auswertung der Sensorsignale und Erzeugung eines Zündsignals in
Abhängigkeit von der Abfolge und Art der Sensorsignale, wobei der Zünder Teil eines
Penetrators ist, welcher von einem Waffenträger in die Nähe eines Ziels verbracht
wird.
[0002] Für die Zündung von penetrierenden Gefechtsköpfen ist es sinnvoll, den geeigneten
Ort für die Initiierung der Sprengladung mittels Echtzeit-Auswertung der Verzögerungen
während der Zielpenetration zu bestimmen. Diese Verzögerung kann in Abhängigkeit von
den Eigenschaften des Ziel materials stark variieren. Es können bei weichen Zielmaterialien,
wie beispielsweise Erde oder Sand, oder bei Freiflugphasen innerhalb des Ziels zeitlich
relativ lange Penetrationsphasen mit niedrigen Beschleunigungswerten auftreten. Andererseits
sind bei sehr harten Zielen, wie beispielsweise Beton oder Fels, die nur kurzzeitig
auftretenden Beschleunigungswerte sehr hoch.
[0003] Aus der
EP 0 961 099 A2 ist eine Zündeinrichtung für Penetratoren bekannt geworden, welche axiale Beschleunigungsaufnehmer
aufweist, deren Signale bei der Bewertung mit Signalschwellen verglichen werden, bei
deren Überschreitung Ausgangssignale erzeugt werden. Dies erfolgt in fortlaufend sich
wiederholenden Messzyklen. Die Bewertung der Signale erfolgt durch logische Verknüpfung
zeit- und ereignisbezogen um daraus letztlich ein Zündsignal zu gewinnen. Es wird
jedoch in dieser Druckschrift kein Hinweis darauf gegeben wie die Genauigkeit im Fall
stark variierender Zieleigenschaften so weit gesteigert werden kann, dass eine exakte
Geschwindigkeits- und Positionsbestimmung während der Penetration möglich ist.
[0004] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung Beschleunigungssignale der Sensoren eines Penetratorzünders
unabhängig von deren Amplitude sehr exakt zu erfassen.
[0005] Diese Aufgabe wird entsprechend der Erfindung dadurch gelöst, dass die Verarbeitung
der vom Sensor abgegebenen Signale in der Zündelektronik in wenigstens zwei Messbereichen
erfolgt, deren Auflösung sich wenigstens um einen Faktor m = 2 oder um einen Faktor
2
n (n ist eine natürliche Zahl) unterscheidet, wobei aufgrund der ermittelten Amplitude
der Signale bestimmt wird, welcher Messbereich jeweils zur weiteren Bewertung der
Signale und für die Erzeugung eines Zündsignals genutzt wird.
[0006] Damit ist es möglich, kleine Beschleunigungen sehr viel genauer aufzulösen als große.
Durch die Zuweisung des Signals zu einem der Messbereiche, der genau diesen Amplitudenbereich
optimal aufzulösen vermag, erhöht sich die Genauigkeit der Signalbewertung erheblich.
Die wertmäßigen Quantisierungsstufen sind somit nicht gleich groß. Man wählt für kleine
Beschleunigungen enger beieinander liegende Quantisierungsstufen als bei großen Beschleunigungen.
Aufgrund dieser Art der Abtastung könne für die weitere Signalverarbeitung Standard-A/D-Wandler
mit begrenzter Auflösung verwendet werden. Dennoch wird eine hohe Auflösung für die
Geschwindigkeits- und Positionsbestimmung erreicht.
[0007] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Verstärkung der Messsignale in den einzelnen
Messbereichen in Abhängigkeit von der festgestellten Amplitude des Messsignals erfolgt.
Somit erhält man im Messbereich für kleine Beschleunigungswerte deutlich besser aufgelöste
Messwerte. Da sich Fehler besonders stark aufsummieren, wenn ungenaue Signale über
längere Zeit auftreten, stellt dies eine Lösung zur Vermeidung der Driftproblematik
dar, weil bei der Anwendung in Penetratoren über längere Zeiten auch nur kleine Beschleunigungen
auftreten können.
[0008] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass der Unterschied der Verstärkung
in benachbarten Messbereichen nicht linear verläuft. Gerade durch die Wahl einer progressiven
Zunahme der Verstärkung zwischen benachbarten Messbereichen wird die Bewertung eines
Sensorsignals erleichtert und die Genauigkeit erhöht.
[0009] Eine vorteilhafte Variante der Erfindung besteht darin, dass die vom Sensor abgegebenen
analogen Signale in der Zündelektronik einem Verstärker mit degressiver Kennlinie
zugeleitet werden, dessen digitalisiertes Ausgangssignal zur Erzeugung eines Zündsignals
weiterverarbeitet wird. Hierbei kann der schaltungstechnische Aufwand dadurch verringert
werden, dass ein Verstärker mit degressiver Kennlinie es ermöglicht, zeitnah Signale
mit unterschiedlichsten Amplituden zu verarbeiten. Die Geschwindigkeits- und Positionsberechnung
für den Penetratorzünder findet auf die gleiche Weise wie oben beschrieben statt.
[0010] Zwei der möglichen Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren der Zeichnung
schematisch vereinfacht dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben. Es
zeigen:
- Fig. 1:
- eine Signalverarbeitungsschaltung mit paralleler Signalverarbeitung,
- Fig. 2:
- eine einkanalige Signaldatenverarbeitung.
[0011] Entsprechend dem Ausführungsbeispiel aus Figur 1 wird das Ausgangssignal AS des Beschleunigungssensors
S)parallel über zwei Verstärker V1, V2 und denen nachgeschaltete Analog/Digital-Wandler
(kurz: A/D-Wandler) (AD1, AD2) geleitet. Letztere dienen der digitalen Abtastung der
der Sensorsignale. Es stehen dann unterschiedlich stark aufgelöste digitale Ausgangswerte
ein und desselben analogen Sensorsignals zur Verfügung. Damit ergeben sich Bereiche
unterschiedlicher Auflösung. Die Auflösung innerhalb eines Bereichs ist jedoch konstant.
Übersteigt T das Signal DS den Messbereich eines höher verstärkenden A/D-Wandlers
AD2, so wird das Signal des A/D-Wandlers mit der nächst niedrigeren Verstärkung verwendet.
Die so digitalisierten Werte werden zu einem Ergebnis SR mit maximaler Auflösung zusammengeführt.
Die wertmäßigen Quantisierungsstufen dieser neuen Werte sind höchstens so groß wie
diejenigen der A/D-Wandlung mit größter Verstärkung.
[0012] Es hat sich als günstig herausgestellt die Verstärkungen so zu wählen, dass sie sich
untereinander um mindestens den Faktor m= 2 unterscheiden. Vorteilhaft sind Werte
von m mit dem Faktor 2
n (n ist dabei eine natürliche Zahl größer als 0) unterscheiden. Dann ist es nämlich
im Binärsystem möglich, die einzelnen Digitalwerte ohne weiteren Rechenaufwand und
somit ohne Prozessorauslastung durch eine Bitverschiebung in eine einzige serielle
Wertenotation SR mit erhöhter Auflösung zusammenzuführen.
[0013] Diese gekoppelte Wertenotation SR ist im unteren Teil der Figur 1 dargestellt und
steht im Lauf der weiteren Datenverarbeitung in den Zündalgorithmen wie beispielsweise
Integration und Schichtenerkennung zur Verfügung. Die benötigten unterschiedlichen
Verstärkungen werden hier durch die zwei dargestellten, parallel betriebenen Verstärker
V1, V2 erzielt. Natürlich ist es als Variante auch möglich das bereits vorverstärkte
Signal des Verstärkers über einen weiteren Verstärker zum A/D-Wandler zu führen.
[0014] Ein weiteres Beispiel für eine adaptive Signalverarbeitung ist in der Figur 2 dargestellt.
Die analogen Sensorsignale S werde hier über einen Verstärker VD mit einer nichtlinearen
degressive Kennlinie geführt. Das Übertragungsverhalten dieser Verstärkung ist im
Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach Figur 1 nicht sprunghaft sondern ändert sich
stetig in Abhängigkeit von der Amplitude des Sensorsignals S. Es genügt bei dieser
Ausführungsform ein einziger A/D-Wandler AD. Die Weiterverarbeitung der digitalen
Signale ist jedoch aufwändiger als beim Beispiel nach Figur 1, da die vom A/D-Wandler
erfassten Digitalwerte niedriger Auflösung erst wieder entsprechend der Verstärkerkennlinie
in digitale Werte umgerechnet werden müssen, die wertmäßig den Sensorsignalen entsprechen.
Diese Werte haben dann aber ebenfalls eine höhere Auflösung als der A/D-Wandler. Dies
wird in der Signalverarbeitung SV des Mikrorechners MP durchgeführt. Dessen hoch aufgelöste
Ausgangsignale werden schließlich der Zündelektronik Z zugeleitet, die ein entsprechendes
Zündsignal für den Penetrator generiert.
1. Messverfahren für einen Penetratorzünder mit wenigstens einem Sensor zur Detektion
von Verzögerungen während der Zielpenetration und einer Zündelektronik zur Auswertung
der Sensorsignale und Erzeugung eines Zündsignals in Abhängigkeit von der Abfolge
und Art der Sensorsignale, wobei der Zünder Teil eines Penetrators ist, welcher von
einem Waffenträger in die Nähe eines Ziels verbracht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitung der vom Sensor (S) abgegebenen Signale (AS) in der Zündelektronik
in wenigstens zwei Messbereichen (M1 ,M2, ..., Mn) erfolgt, deren Auflösung sich wenigstens um einen Faktor m = 2 oder um einen Faktor
2n (n = 1, 2, 3, ...) unterscheidet, wobei aufgrund der ermittelten Amplitude der Signale
(AS) bestimmt wird, welcher Messbereich (M1 ,M2) jeweils zur weiteren Bewertung (MP) der Signale und für die Erzeugung eines Zündsignals
genutzt wird.
2. Messverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (V1, V2) der Messsignale in den einzelnen Messbereichen (M1, M2) in Abhängigkeit von der festgestellten Amplitude (AS) erfolgt.
3. Messverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterschied der Verstärkung in benachbarten Messbereichen (M1, ..., Mn ) nicht linear verläuft.
4. Messverfahren für einen Penetratorzünder mit wenigstens einem Sensor zur Detektion
von Verzögerungen während der Zielpenetration und einer Zündelektronik zur Auswertung
der Sensorsignale und Erzeugung eines Zündsignals in Abhängigkeit von der Abfolge
und Art der Sensorsignale, wobei der Zünder Teil eines Penetrators ist, welcher von
einem Waffenträger in die Nähe eines Ziels verbracht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die vom Sensor abgegebenen analogen Signale (AS) in der Zündelektronik einem Verstärker
(VD) mit degressiver Kennlinie zugeleitet werden, dessen digitalisiertes Ausgangssignal
(DS) zur Erzeugung eines Zündsignals (SV, Z) weiterverarbeitet wird.
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