[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Schalters,
insbesondere eines Relais, in einem Haushaltsgerät. Der Schalter weist ein bewegliches
Element - nämlich insbesondere ein bewegliches elektrisches Kontaktelement - und einen
Elektromagneten zum Bewegen des beweglichen Elements aus einer ersten Stellung in
eine zweite Stellung auf. Eine Spule des Elektromagneten wird mit einer elektrischen
Spannung beaufschlagt, so dass das bewegliche Element aus der ersten Stellung in die
zweite Stellung bewegt wird. Dann wird ein Mittelwert der elektrischen Spannung auf
einen Wert größer als Null reduziert, bei welchem das bewegliche Element in der zweiten
Stellung verbleibt. Die Erfindung bezieht sich außerdem auf ein Haushaltsgerät mit
einem elektrischen Schalter.
[0002] In Haushaltsgeräten werden eine Vielzahl von elektrischen Schaltern eingesetzt, nämlich
beispielsweise eine Vielzahl von Relais. Diese Schalter dienen in der Regel zur Ansteuerung
von elektrischen Verbrauchern des Haushaltsgerätes. Über den Schalter wird der elektrische
Verbraucher mit elektrischer Energie versorgt. Ein Relais beinhaltet ein bewegliches
Kontaktelement und ein ortsfestes Kontaktelement. Das bewegliche Kontaktelement kann
zwischen einer ersten Stellung, in welcher die Kontaktelemente voneinander elektrisch
getrennt sind, und einer zweiten Stellung bewegt werden, in welcher die Kontaktelemente
miteinander elektrisch kurzgeschlossen sind. Zum Anziehen des beweglichen Kontaktelementes
wird ein Elektromagnet verwendet. Eine Spule des Elektromagneten wird auf zwei verschiedene
Arten bestromt: Es wird an die Spule zunächst eine elektrische Gleichspannung angelegt,
um das bewegliche Element sicher anzuziehen. Während dieser ersten Betriebsphase wird
somit an den Elektromagneten relativ viel elektrische Leistung abgegeben, so dass
das bewegliche Element von der ersten Stellung in die zweite Stellung zuverlässig
bewegt werden kann. Befindet sich das bewegliche Kontaktelement in der zweiten Stellung,
so wird die an den Elektromagneten abgegebene elektrische Leistung reduziert. In einer
zweiten Betriebsphase des Schalters wird die elektrische Spannung, mit welcher die
Spule beaufschlagt wird, pulsweiten-moduliert. Auf diese Weise kann der Mittelwert
der elektrischen Spannung reduziert werden, nämlich auf einen solchen Wert, der für
die Aufrechterhaltung der zweiten Stellung des beweglichen Kontaktelements sorgt.
Man unterscheidet also zwischen der ersten Betriebsphase und der zweiten Betriebsphase
des Schalters: In der ersten Betriebsphase wird das bewegliche Element in die zweite
Stellung bewegt, und es wird eine hohe Leistung an den Elektromagneten abgeben, während
in der zweiten Betriebsphase die Leistung reduziert wird, und das bewegliche Kontaktelement
wird in der zweiten Stellung gehalten. Bei der Pulsweitenmodulation (PWM) der elektrischen
Spannung wird im Stand der Technik in der Regel ein konstantes Tastverhältnis (Duty
Cycle) eingestellt, beispielsweise auf einen Wert von etwa 60 %.
[0003] Die Druckschrift
DE 196 47 215 A1 beschreibt ein Verfahren zur Steuerung von Magnetventilen. Während eines vorgegebenen
Zeitintervalls wird eine Magnetspule mit einem elektrischen Anzugsstrom hoher Stromstärke
beaufschlagt. Nach Ablauf des vorgegebenen Zeitintervalls wird ein Haltestrom geringerer
Stromstärke erzeugt, nämlich mit Hilfe einer Stromtakteinrichtung. Eine Messeinrichtung
misst die Stromstärke des Stromes, welcher über die Magnetspule fließt. In Abhängigkeit
von der erfassten Stromstärke wird dann diese Stromstärke auf einen vorgegebenen Sollwert
geregelt.
[0004] Aus der Druckschrift
EP 1 198 885 B1 ist ein Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Schalters bekannt, nämlich eines
Schützes. Eine Antriebsspule des Schalters wird in einem Haltebetrieb mit einer pulsweiten-modulierten
Spannung beaufschlagt. Das Tastverhältnis der Spannung kann mithilfe einer elektronischen
Schaltung variiert werden. Und zwar kann die minimale Zeitdauer eines Spannungsimpulses
mithilfe dieser Schaltung auf einen solchen Wert eingestellt werden, der geringer
als die minimale Zeitdauer eines vom Mikrokontroller ausgegebenen Spannungsimpulses
ist. Somit kann die Zeitdauer eines Spannungsimpulses fein aufgelöst werden. Im Gegenstand
gemäß Druckschrift
EP 1 198 885 B1 erfolgt auch eine Temperaturkompensation. Es wird dabei ein Verstärkungsfaktor eines
Operationsverstärkers derart beeinflusst, dass eine gemessene Eingangsspannung mit
dem Kehrwert eines zur Temperatur direkt proportionalen Korrekturfaktors multipliziert
wird.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten Gattung sowie
ein Haushaltsgerät bereitzustellen, bei denen die an den Elektromagneten abgegebene
elektrische Leistung auf ein Minimum reduziert werden kann, wobei das bewegliche Element
sicher in der zweiten Stellung gehalten werden soll.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
1, wie auch durch ein Haushaltsgerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 5 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche
und der Beschreibung.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient zum Betreiben eines elektrischen Schalters,
nämlich insbesondere eines Relais, in einem Haushaltsgerät. Der Schalter umfasst ein
bewegliches Element sowie einen Elektromagneten, mittels welchem das bewegliche Element
aus einer ersten Stellung in eine zweite Stellung bewegt werden kann. Zum Bewegen
des beweglichen Elements aus der ersten Stellung in die zweite Stellung wird an eine
Spule des Elektromagneten eine elektrische Spannung angelegt. Aufgrund des durch die
angelegte Spannung hervorgerufenen Stromflusses durch die Spule des Elektromagneten
wird ein Magnetfeld erzeugt, durch welches das bewegliche Element aus der ersten Stellung
in die zweite Stellung bewegt wird. Befindet sich das bewegliche Element in der zweiten
Stellung, so wird ein Mittelwert der elektrischen Spannung auf einen Wert größer als
Null reduziert, bei welchem das bewegliche Element in der zweiten Stellung verbleibt.
Es wird eine Temperatur einer Umgebung des Schalters erfasst, und in der zweiten Stellung
des beweglichen Elements wird der Mittelwert der elektrischen Spannung in Abhängigkeit
von der Temperatur derart eingestellt, dass der Mittelwert bei einer höheren Temperatur
größer als bei einer geringeren Temperatur ist. Insbesondere wird der Mittelwert der
Spannung derart eingestellt, dass bei der erfassten Temperatur ein minimal notwendiger
Strom durch die Spule des Elektromagneten fließt, so dass durch das dadurch erzeugte
Magnetfeld das bewegliche Element in der zweiten Stellung gehalten wird.
[0008] Es kann also eine Temperatur der Umgebung des Schalters gemessen werden, und der
Mittelwert der Spannung kann so eingestellt werden, dass er bei einem geringeren ersten
Temperaturwert geringer als bei einem zweiten höheren Temperaturwert ist. Die Erfindung
beruht auf der Tatsache, dass ein Ohmscher Innenwiderstand der Spule des Elektromagneten
abhängig von der Umgebungstemperatur des Schalters ist. Es gilt die Beziehung, dass
der Innenwiderstand der Spule bei einer höheren Temperatur größer als bei einer geringeren
Temperatur ist. Im Stand der Technik wird der Mittelwert in der Regel auf einen solchen
Wert eingestellt, bei welchem das bewegliche Element auch bei einer angenommenen ungünstigsten
Temperatur (z.B. 85 °C) sicher in der zweiten Stellung gehalten werden kann. Bei einer
Temperatur von 85 °C beträgt der Innenwiderstand der Spule beispielsweise 300 Ω. Bei
einem Mittelwert der Spannung von zum Beispiel 5,4 V ergibt sich somit eine Stromstärke
des durch die Spule fließenden Stromes von etwa 18 mA. Die an den Elektromagneten
abgegebene Leistung beträgt in dem Fall 160 mW. Dies bedeutet, dass die zweite Stellung
des beweglichen Elements bei einer Stromstärke von 18 mA bzw. einer Leistung von 160
mW sicher aufrechterhalten werden kann. Sinkt nun die Umgebungstemperatur von 85 °C
auf 25 °C, so verringert sich auch der Innenwiderstand der Spule, nämlich von 300
Ω auf 250 Ω. Bei dem gleichen Wert der Spannung von 5,4 V ergibt sich nun eine Stromstärke
von etwa 22 mA und somit eine an den Elektromagneten abgegebene Leistung von 200 mW.
Wird also der Mittelwert der Spannung über der Temperatur konstant gehalten, so ergibt
sich eine relativ hohe Verlustleistung: Die Differenz zwischen der Leistung bei 85
°C und der Leistung bei 25 °C beträgt 40 mW.
[0009] Wird nun erfindungsgemäß der Mittelwert der elektrischen Spannung in Abhängigkeit
von der Umgebungstemperatur eingestellt, so kann die an den Elektromagneten abgegebene
Leistung eingespart werden, und das bewegliche Element kann dennoch sicher in der
zweiten Stellung gehalten werden. Wie oben dargestellt, benötigt das Relais lediglich
eine Stromstärke von 18 mA. Wird der Mittelwert der Spannung bei einer Umgebungstemperatur
von 25 °C zum Beispiel auf einen Wert von 4,5 V reduziert, so ergibt sich bei dem
Innenwiderstand der Spule von 250 Ω eine Stromstärke des Stromes von etwa 18 mA -
ausreichend für die Aufrechterhaltung der zweiten Stellung. Die elektrische Leistung
beträgt nun 160 mW und ist somit gleich der Leistung, die bei der Umgebungstemperatur
von 85 °C abgegeben wird. Es können somit bei einem einzelnen Schalter insgesamt 40
mW Leistung gespart werden, und die zweite Stellung des beweglichen Elements kann
dennoch sicher aufrechterhalten werden. Bei einer Stückzahl der insgesamt in Haushaltsgeräten
eingesetzten Schalter von mehreren Millionen ergibt sich somit insgesamt eine deutliche
Einsparung der elektrischen Energie.
[0010] Gegenüber einer reinen Regelung der Stromstärke eines Stromes, der über den Elektromagneten
fließt, hat die Einstellung des Mittelwertes der Spannung in Abhängigkeit von der
gemessenen Temperatur den Vorteil, dass gewisse Änderungen der Stromstärke des Stromes
zugelassen werden können. Solche geringfügigen Änderungen der Stromstärke über der
Temperatur können gegebenenfalls erforderlich sein, um das bewegliche Element sicher
in der zweiten Stellung halten zu können.
[0011] Unter einem Haushaltsgerät wird vorliegend ein Gerät verstanden, das zur Haushaltsführung
eingesetzt wird. Das kann ein Haushaltsgroßgerät sein, wie beispielsweise eine Waschmaschine,
ein Wäschetrockner, eine Geschirrspülmaschine, ein Gargerät, eine Dunstabzugshaube,
ein Kältegerät, eine Kühl-Gefrierkombination oder ein Klimagerät. Das kann aber auch
ein Haushaltskleingerät sein, wie beispielsweise ein Kaffeevollautomat oder eine Küchenmaschine.
[0012] Bevorzugt wird die elektrische Spannung pulsweiten-moduliert. Dann kann der Mittelwert
der Spannung in Abhängigkeit von der Temperatur dadurch eingestellt werden, dass ein
Tastverhältnis (Duty Cycle) der elektrischen Spannung - insbesondere bei einer konstanten
Frequenz - abhängig von der Temperatur verändert wird. Somit kann der Mittelwert der
elektrischen Spannung ohne viel Aufwand verändert werden.
[0013] In der zweiten Stellung des beweglichen Elements kann der Mittelwert der Spannung
in Abhängigkeit von der Temperatur derart eingestellt werden, dass eine durch den
Elektromagneten erzeugte Haltekraft, die das bewegliche Element in der zweiten Stellung
hält, betragsmäßig im Wesentlichen gleich einer Rückstellkraft ist, die auf das bewegliche
Element entgegen der Haltekraft wirkt. Bei dieser Ausführungsform kann die Haltekraft
also gleich oder aber ein wenig größer als die Rückstellkraft sein, nämlich beispielsweise
um 1 % oder 2 % oder 3 % oder 4 % oder 5 % größer. Auf diesem Wege gelingt es, einerseits
die an den Elektromagneten abgegebene elektrische Leistung auf ein Minimum zu reduzieren
und andererseits das bewegliche Element in der zweiten Stellung sicher zu halten.
Der Mittelwert der Spannung wird nämlich derart eingestellt, dass das bewegliche Element
gerade noch in der zweiten Stellung verbleiben kann.
[0014] In der zweiten Stellung des beweglichen Elements kann der Mittelwert in Abhängigkeit
von der gemessenen Temperatur derart eingestellt werden, dass durch die Spule - insbesondere
mit einer Genauigkeit von +/- 5 % - ein elektrischer Strom konstanter Stromstärke
fließt. Diese Stromstärke kann auf einen solchen Wert eingestellt werden, der sich
zur sicheren Aufrechterhaltung der zweiten Stellung des beweglichen Elements für eine
ungünstigste Umgebungstemperatur ergibt, nämlich beispielsweise aus Angaben des Herstellers
in einem Datenblatt für den Schalter. Wird diese Stromstärke über der Temperatur konstant
gehalten, so ist auf der einen Seite sichergestellt, dass diese Stromstärke ausreichend
für die Aufrechterhaltung der zweiten Stellung des beweglichen Elements ist; auf der
anderen Seite ergibt sich somit eine Einsparung der Leistung, nämlich insbesondere
bei geringeren Temperaturen.
Also kann in der zweiten Stellung des beweglichen Elements der Mittelwert in Abhängigkeit
von der Temperatur derart eingestellt werden, dass durch die Spule ein elektrischer
Strom mit einer solchen Stromstärke fließt, die sich für einen angenommenen ungünstigsten
Wert der Temperatur ergibt. Dieser ungünstigste Wert der Temperatur sowie ein Sollwert
für die Stromstärke bei dieser Temperatur können sich beispielsweise aus Angaben des
Herstellers ergeben, nämlich aus einem Datenblatt.
[0015] Ein erfindungsgemäßes Haushaltsgerät umfasst einen elektrischen Schalter, insbesondere
ein Relais, wie auch eine Steuereinrichtung zum Ansteuern des Schalters. Der Schalter
weist ein bewegliches Element und einen Elektromagneten auf, der zum Bewegen des beweglichen
Elements aus einer ersten Stellung in eine zweite Stellung dient. Die Steuereinrichtung
kann eine Spule des Elektromagneten mit einer elektrischen Spannung beaufschlagen,
um das bewegliche Element aus der ersten Stellung in die zweite Stellung zu bewegen.
Die Steuereinrichtung kann dann einen Mittelwert der elektrischen Spannung auf einen
Wert größer als Null reduzieren, bei welchem das bewegliche Element in der zweiten
Stellung verbleibt. Die Steuereinrichtung stellt in der zweiten Stellung des beweglichen
Elements den Mittelwert der elektrischen Spannung in Abhängigkeit von einer erfassten
Temperatur einer Umgebung des Schalters derart ein, dass der Mittelwert bei einer
höheren Temperatur größer als bei einer geringeren Temperatur ist.
[0016] Die mit Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren vorgestellten bevorzugten Ausführungsformen
und deren Vorteile gelten entsprechend für das erfindungsgemäße Haushaltsgerät.
[0017] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, den Figuren und der
Figurenbeschreibung. Alle vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen
sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren
alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils
angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder auch in Alleinstellung
verwendbar.
[0018] Die Erfindung wird nun anhand einzelner bevorzugter Ausführungsbeispiele, wie auch
unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung ein Haushaltsgerät mit einem elektrischen Schalter gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- einen zeitlichen Verlauf einer elektrischen Spannung, die an eine Spule eines Elektromagneten
angelegt wird, wie auch einen Verlauf einer Stromstärke eines elektrischen Stromes,
welcher auf Grund der angelegten Spannung über die Spule fließt;
- Fig. 3
- anhand eines Balkendiagramms die Abhängigkeit einer elektrischen Leistung, die an
den Elektromagneten abgegeben wird, von einer Temperatur einer Umgebung des Schalters;
und
- Fig. 4
- anhand eines Balkendiagramms die Abhängigkeit eines Tastverhältnisses der elektrischen
Spannung von einem Innenwiderstand der Spule.
[0019] In einem Haushaltsgerät 1, wie es in Fig. 1 in schematischer und höchst abstrakter
Darstellung gezeigt ist, befindet sich ein elektrischer Schalter 2, nämlich ein Relais.
Der Schalter 2 umfasst ein bewegliches Kontaktelement 3, wie auch ein ortsfestes Kontaktelement
4. Das bewegliche Kontaktelement 3 kann zwischen einer in Fig. 1 gezeigten ersten
Stellung, in welcher die Kontaktelemente 3, 4 voneinander elektrisch getrennt sind,
und einer zweiten Stellung bewegt werden, in welcher die beiden Kontaktelemente 3,
4 miteinander elektrisch kurzgeschlossen sind. Über die Kontaktelemente 3, 4 kann
beispielsweise ein elektrischer Verbraucher des Haushaltsgerätes 1 mit elektrischer
Energie versorgt werden. Zum Beispiel kann ein Antriebsmotor über die Kontaktelemente
3, 4 mit elektrischer Energie versorgt werden.
[0020] Zum Bewegen des beweglichen Kontaktelements 3 umfasst der Schalter 2 einen Elektromagneten
5, welcher eine Spule 6 aufweist. Der Elektromagnet 5 kann das bewegliche Kontaktelement
3 anziehen, nämlich aufgrund einer magnetischen Kraft. Parallel zur Spule 6 ist eine
Freilaufdiode 7 geschaltet, deren Kathode mit einem ersten Anschluss 8 der Spule 6
verbunden ist und deren Anode mit einem zweiten Anschluss 9 der Spule 6 verbunden
ist. Die Kathode 7 und der erste Anschluss 8 sind mit einem Anschluss 10 verbunden,
an welchem eine Gleichspannung U1 bereitgestellt ist, nämlich gegenüber einem Bezugspotential
11. An der Spule 6 fällt eine Spannung U
R ab.
[0021] Die Anode der Freilaufdiode 7 sowie der zweite Anschluss 9 der Spule 6 sind mit dem
Kollektor 12 eines NPN-Bipolartransistors 13 verbunden. Der Emitter 14 ist mit dem
Bezugspotential 11 verbunden. Der Steueranschluss 15 des Bipolartransistors 13 ist
mit einem Steuerausgang einer Steuereinrichtung 16 verbunden. Die Steuereinrichtung
16 kann beispielsweise einen Mikrokontroller beinhalten, wie auch einen digitalen
Signalprozessor. Anstelle des NPN-Bipolartransistors 13 können auch andere Transistorarten,
wie beispielsweise MOSFET, oder andere Halbleiterschalter verwendet werden.
[0022] Bezugnehmend nun auf Fig. 2 wird der Betrieb des Schalters 2 näher erläutert. Fig.
2 zeigt einen Verlauf der elektrischen Spannung U
R über der Zeit t, wie auch einen zeitlichen Verlauf der Stromstärke eines durch die
Spule 6 fließenden Stromes I
R. Der Betrieb des Schalters 2 ist in zwei verschiedene Betriebsphasen unterteilt.
In der ersten Betriebsphase - nämlich während eines Zeitintervalls t1 - wird die Spule
6 mit der konstanten Gleichspannung U1 beaufschlagt. Dies bedeutet, dass der Transistor
13 für die gesamte Zeitdauer der ersten Betriebsphase leitend geschaltet wird. Somit
ist die Stromstärke des Stromes I
R in der ersten Betriebsphase relativ groß. In der ersten Betriebsphase wird das bewegliche
Kontaktelement 3 durch den Elektromagneten 5 angezogen und in die zweite Stellung
bewegt, in welcher die Kontaktelement 3, 4 miteinander kurzgeschlossen sind. Befindet
sich das bewegliche Kontaktelement 3 in der zweiten Stellung, so wird in die zweite
Betriebsphase (Zeitintervall t2) übergegangen. Die Stromstärke des Stromes I
R kann nun reduziert werden. Dies wird dadurch erreicht, dass der Mittelwert der Spannung
U
R reduziert wird. Die Spannung U
R wird pulsweiten-moduliert, nämlich mit Hilfe des Transistors 13. Die Steuereinrichtung
16 schaltet nun den Transistor 13 abwechselnd zwischen einem leitenden und einem sperrenden
Zustand. Die Spannung U
R beinhaltet nunmehr Spannungsimpulse mit einer Zeitdauer t3. Ein zeitlicher Abstand
zwischen zwei nacheinander folgenden Spannungsimpulsen ist in Fig. 2 mit t4 bezeichnet.
Eine Periodendauer der Spannung U
R beträgt t5. Die Frequenz der Spannung U
R ist gleich 1/t5 und beträgt im Ausführungsbeispiel 16 kHz. Ein Tastverhältnis DC
der Spannung U
R ist gleich t3/t5.
[0023] Die Steuereinrichtung 16 empfängt Informationssignale, die eine Information über
die jeweils augenblickliche Temperatur T der Umgebung des Schalters 2 beinhalten.
Diese Temperatur T kann beispielsweise mit Hilfe eines Sensors - zum Beispiel eines
NTC-Sensors (Negative Temperature Coefficient) - gemessen werden. Die Steuereinrichtung
16 stellt das Tastverhältnis DC der Spannung U
R in der zweiten Betriebsphase des Schalters 2 in Abhängigkeit von dem jeweils augenblicklichen
Wert der gemessenen Temperatur T ein.
[0024] Im Ausführungsbeispiel werden somit für unterschiedliche Werte der Temperatur T unterschiedliche
Tastverhältnisse DC eingestellt, nämlich zum Beispiel stufenweise:
- T = 25°C → DC = 50%;
- T = 35°C → DC = 52%;
- T = 45°C → DC = 54%;
- T = 55°C → DC = 56%;
- T = 65°C → DC = 58%;
- T = 75°C → DC = 60%;
- T = 85°C → DC = 62%;
- T = 95 C → DC = 64%;
- T = 105°C → DC = 66%.
[0025] Durch eine solche Einstellung des Tastverhältnisses DC kann in der zweiten Betriebsphase
die Stromstärke des Stromes I
R im Prinzip auf einen konstanten Wert eingestellt werden, der ausreichend für die
Aufrechterhaltung der zweiten Stellung des beweglichen Kontaktelements 3 ist. Bei
dieser Stromstärke ist nämlich die Haltekraft, die der Elektromagnet 5 auf das bewegliche
Kontaktelement 3 ausübt, im Wesentlichen gleich oder ein wenig größer als eine Rückstellkraft,
die entgegen der Haltekraft wirkt. Die Rückstellkraft kann beispielsweise mit Hilfe
einer Feder erzeugt werden.
[0026] Durch die Einstellung des Tastverhältnisses DC in Abhängigkeit von der momentanen
Temperatur T wird elektrische Leistung eingespart, nämlich insbesondere bei geringeren
Temperaturen zwischen etwa 30 °C und 60 °C. Es wird die Tatsache zunutze gemacht,
dass sich der Innenwiderstand der Spule 6 mit der Temperatur T verändert. In der Regel
wird durch einen Hersteller des Schalters 2 angegeben, welches Tastverhältnis DC für
eine angenommene ungünstigste Temperatur T erforderlich ist, um das bewegliche Kontaktelement
3 in der zweiten Stellung sicher zu halten. Zum Beispiel kann der Hersteller ein Tastverhältnis
DC von 60 % bei einer Temperatur von 75 °C empfehlen. Verringert sich nun die Temperatur
T, so verringert sich auch der Innenwiderstand der Spule 6. Um eine Steigerung der
Stromstärke des Stromes I
R und somit eine Erhöhung der Leistung bei geringeren Temperaturen zu vermeiden, kann
das Tastverhältnis DC bei geringeren Temperaturen kleiner als bei höheren Temperaturen
eingestellt werden, wobei die Stromstärke über der Temperatur T auf einen solchen
konstanten Wert eingestellt werden kann, der sich für den genannten ungünstigsten
Fall ergibt.
[0027] Für unterschiedliche Werte der Temperatur T werden im vorliegenden Beispiel unterschiedliche
Mittelwerte bzw. unterschiedliche Tastverhältnisse der Spannung U
R eingestellt, so dass sich auch unterschiedliche Werte der abgegebenen Leistung P
ergeben:
UR,25°C = R25°C * IR = 250 Ω * 0.018 A = 4,5 V ≈ (50% DC) → P = 81 mW
UR,35°C = R35°C * IR = 260 Ω * 0.018 A = 4,68 V ≈ (52% DC) → P = 84 mW
UR,45°C = R45°C * IR = 270 Ω * 0.018 A = 4,86 V ≈ (54% DC) → P = 87 mW
UR,55°C = R55°C * IR = 280 Ω * 0.018 A = 5,04 V ≈ (56% DC) → P = 90 mW
UR,65°C = R65°C * IR = 290 Ω * 0.018 A = 5,22 V ≈ (58% DC) → P = 93 mW
UR,75°C = R75°C * IR = 300 Ω * 0.018 A = 5,4 V ≈ (60% DC) → P = 97 mW
UR,85°C = R85°C * IR = 310 Ω * 0.018 A = 5,58 V ≈ (62% DC) → P =100 mW
UR,95°C = R95°C * IR = 320 Ω * 0.018 A = 5,76 V ≈ (64% DC) → P = 103 mW
UR,105°C = R105°C * IR = 330 Ω * 0.018 A = 5,94 V ≈ (66% DC) → P = 106 mW
[0028] In Fig. 3 ist anhand eines Balkendiagramms die Abhängigkeit der an den Elektromagneten
5 abgegebenen Leistung P von der Temperatur T dargestellt. Der mit 17 bezeichnete
Bereich stellt denjenigen Bereich dar, in welchem in der Regel gearbeitet wird. Wie
aus Fig. 3 hervorgeht, steigt die Leistung P leicht mit der Temperatur T. Bei geringeren
Temperaturen T ist die Leistung P jedoch sehr gering.
[0029] In Fig. 4 ist ebenfalls anhand eines Balkendiagramms die Abhängigkeit des Tastverhältnisses
DC von dem Innenwiderstand R der Spule 6 dargestellt, die sich bei der Einstellung
des Tastverhältnisses abhängig von der Temperatur T ergibt.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Haushaltsgerät
- 2
- Schalter
- 3, 4
- Kontaktelemente
- 5
- Elektromagnet
- 6
- Spule
- 7
- Freilaufdiode
- 8
- erster Anschluss
- 9
- zweiter Anschluss
- 10
- Anschluss
- 11
- Bezugspotential
- 12
- Kollektor
- 13
- NPN-Bipolartransistor
- 14
- Emitter
- 15
- Steueranschluss
- 16
- Steuereinrichtung
- 17
- Arbeitsbereich
- U1
- Gleichspannung
- UR
- Spannung
- t
- Zeit
- IR
- Strom
- t1, t2, t3, t4, t5
- Zeitintervall
- T
- Temperatur
- DC
- Tastverhältnis
- P
- Leistung
- R
- Innenwiderstand
1. Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Schalters (2), insbesondere eines Relais,
in einem Haushaltsgerät (1), wobei der Schalter (2) ein bewegliches Element (3) und
einen Elektromagneten (5) zum Bewegen des beweglichen Elements (3) aus einer ersten
Stellung in eine zweite Stellung aufweist, mit den Schritten:
- Beaufschlagen einer Spule (6) des Elektromagneten (5) mit einer elektrischen Spannung
(UR) und hierdurch Bewegen des beweglichen Elements (3) aus der ersten Stellung in die
zweite Stellung und
- Reduzieren eines Mittelwertes der elektrischen Spannung (UR) auf einen Wert größer als Null, bei welchem das bewegliche Element (3) in der zweiten
Stellung verbleibt,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Temperatur (T) einer Umgebung des Schalters (2) erfasst wird und in der zweiten
Stellung des beweglichen Elements (3) der Mittelwert der elektrischen Spannung (U
R) in Abhängigkeit von der Temperatur (T) derart eingestellt wird, dass der Mittelwert
bei einer höheren Temperatur (T) größer als bei einer geringeren Temperatur (T) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Spannung (UR) pulsweiten-moduliert wird und der Mittelwert in Abhängigkeit von der Temperatur
(T) dadurch eingestellt wird, dass ein Tastverhältnis der elektrischen Spannung (UR) abhängig von der Temperatur (T) verändert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Stellung des beweglichen Elements (3) der Mittelwert in Abhängigkeit
von der Temperatur (T) derart eingestellt wird, dass eine durch den Elektromagneten
(5) erzeugte Haltekraft, die das bewegliche Element (3) in der zweiten Stellung hält,
betragsmäßig gleich einer Rückstellkraft ist, die auf das bewegliche Element (3) entgegen
der Haltekraft wirkt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Stellung des beweglichen Elements (3) der Mittelwert in Abhängigkeit
von der Temperatur (T) derart eingestellt wird, dass durch die Spule (6) ein elektrischer
Strom (IR) konstanter Stromstärke fließt.
5. Haushaltsgerät (1) mit einem elektrischen Schalter (2), insbesondere einem Relais,
und mit einer Steuereinrichtung (16) zum Ansteuern des Schalters (2), wobei der Schalter
(2) ein bewegliches Element (3) und einen Elektromagneten (5) zum Bewegen des beweglichen
Elements (3) aus einer ersten Stellung in eine zweite Stellung aufweist, und wobei
die Steuereinrichtung (16) dazu ausgelegt ist, eine Spule (6) des Elektromagneten
(5) mit einer elektrischen Spannung (UR) zu beaufschlagen, um das bewegliche Element (3) aus der ersten Stellung in die zweite
Stellung zu bewegen, und einen Mittelwert der elektrischen Spannung (UR) auf einen Wert größer als Null zu reduzieren, bei welchem das bewegliche Element
(3) in der zweiten Stellung verbleibt,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (16) dazu ausgelegt ist, in der zweiten Stellung des beweglichen
Elements (3) den Mittelwert der elektrischen Spannung (UR) in Abhängigkeit von einer erfassten Temperatur (T) einer Umgebung des Schalters
(2) derart einzustellen, dass der Mittelwert bei einer höheren Temperatur (T) größer
als bei einer geringeren Temperatur (T) ist.