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(11) |
EP 2 408 577 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.12.2012 Patentblatt 2012/50 |
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Anmeldetag: 18.03.2010 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2010/001700 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2010/105826 (23.09.2010 Gazette 2010/38) |
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UMFORMWERKZEUG, INSBESONDERE KNETWERKZEUG
FORMING TOOL, IN PARTICULAR A KNEADING TOOL
OUTIL DE FAÇONNAGE, EN PARTICULIER OUTIL DE PÉTRISSAGE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
18.03.2009 DE 102009013435 18.03.2009 DE 202009003703 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.01.2012 Patentblatt 2012/04 |
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Patentinhaber: Felss GmbH |
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75203 Königsbach-Stein (DE) |
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Erfinder: |
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- BINHACK, Fritz
75015 Bretten-Ruit (DE)
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| (74) |
Vertreter: Leitner, Waldemar |
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Leitner Zeiher
Patent- und Rechtsanwälte
Zerrennerstrasse 23-25 75172 Pforzheim 75172 Pforzheim (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Umformwerkzeug, insbesondere Knetwerkzeug, das einen Grundkörper
besitzt, in dem mindestens ein Umformelement angeordnet ist, welches unter einem ersten
Neigungswinkel zu einer Mittelachse des Umformwerkzeugs geneigt verläuft, wodurch
eine Einlaufschräge des Umformelements festgelegt ist.
[0002] Ein derartiges Umformwerkzeug ist aus der
DE 103 28 052 B4 der Anmelderin bekannt und wird zum Umformen, insbesondere zum Rundkneten, von Werkstücken
in einer Umformmaschine verwendet. Bei einem derartigen mittels des bekannten Umformwerkzeugs
durchgeführten Umformvorgang entstehen im so genannten Vorschubverfahren als auch
beim so genannten Einstechverfahren - abhängig vom ersten Neigungswinkel des Umformelements
des Umformwerkzeugs, welches das Werkstück in radialer Richtung beaufschlagt - erhebliche
auf das Werkstück in axialer Richtung wirkende Kräfte. Diese können in nachteiliger
Art und Weise zu Schadensbildern am Werkstück, die sich in Form von Aufbauchungen
oder Knickungen darstellen, führen. Die durch die Umformwerkzeuge hervorgerufene axiale
Kraft belastet darüber hinaus in nachteiliger Art und Weise sowohl die Umformmaschine
als auch das Vorschubsystem für das Werkstück und die das Werkstück haltende Spanneinrichtung,
da durch die vorgenannten Einrichtungen die beim Umformvorgang hervorgerufenen Axialkräfte
von diesen Einrichtungen kompensiert werden müssen. Um nun diesen Axialkräften entgegenzuwirken,
ist bei der
DE 103 28 052 B4 vorgesehen, dass auf der Oberfläche des Umformelements des Umformwerkzeugs eine erhabene,
reliefartige und wellenförmige Oberflächenstruktur vorgesehen ist, die eine Vielzahl
von Erhebungen aufweist. Durch diese erhabene Oberflächenstruktur auf der Oberfläche
des Umformelements wird ein Umformwerkzeug geschaffen, welches sich dadurch auszeichnet,
dass die mit diesem Umformwerkzeug bearbeiteten Werkstücke sich durch eine hohe Oberflächenqualität
des bearbeiteten Bereichs auszeichnen. Wünschenswert ist jedoch eine weitere Verringerung
der durch die Axialkräfte beim Umformvorgang auftretenden Belastungen.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Umformwerkzeug der eingangs genannten
Art so weiterzubilden, dass durch das erfindungsgemäße Umformwerkzeug eine Verringerung
der Axialkräfte erreicht wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in der Oberfläche des unter
dem ersten Neigungswinkel schräg verlaufenden Umformelements eine vertieft ausgebildete
Oberflächenstruktur ausgebildet ist, die mindestens eine Vertiefung mit einer abfallenden
Flanke besitzt, und dass die abfallende Flanke dieser Vertiefung, bezogen auf die
durch den ersten Neigungswinkel definierte Einlaufschräge des Umformelements, einen
zweiten Neigungswinkel aufweist, der zu dem ersten Neigungswinkel entgegengesetzt
orientiert und dessen Absolutbetrag größer oder gleich dem Absolutbetrag des ersten
Neigungswinkels ist.
[0005] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen wird in vorteilhafter Art und Weise erreicht,
dass in der Oberfläche des Umformelements mindestens eine, vorzugsweise aber eine
Vielzahl von Vertiefungen angeordnet sind, deren abfallende Flanke stärker geneigt
ist als das Umformelement und entgegengesetzt zu dessen Neigung orientiert ist. Hierdurch
wird bewirkt, dass beim Auftreffen von radialen Umformkräften auf das Werkstück die
abfallenden Flanken der Vertiefungen eine axiale Kraftkomponente aufnehmen, so dass
die auf die Vorschubeinrichtung der Umformmaschine einwirkenden, durch den Bearbeitungsvorgang
hervorgerufenen axialen Kräfte verringert werden.
[0006] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass mindestens eine Vertiefung,
vorzugsweise aber alle Vertiefungen der in die Oberfläche des Umformelements eingebrachten
Oberflächenstruktur orthogonal oder im wesentlichen orthogonal zu dessen Längserstreckung
angeordnet sind. Diese Maßnahmen besitzen den Vorteil, dass eine derartige Anordnung
der Vertiefungen der erfindungsgemäßen Oberflächenstruktur bewirkt, dass nur eine
äußerst geringe Torsionsbelastung auf das Werkstück aufgebracht wird, welche dadurch
entsteht, dass das laufende Umformwerkzeug während des Umformvorgangs sich um das
stillstehende Werkstück in Umfangsrichtung dreht. Die orthogonal zur Längserstreckung
und somit zur Vorschubrichtung des Werkstücks angeordneten Vertiefungen bewirken daher
in vorteilhafter Art und Weise nicht nur geringe Axialkräfte, sondern auch, dass das
Umformwerkzeug keine oder nur eine geringe Torsionskraft in das Werkstück einbringt.
[0007] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass mindestens
zwei Vertiefungen der Oberflächenstruktur des Umformelements des erfindungsgemäßen
Umformwerkzeugs parallel oder im wesentlichen parallel zueinander verlaufen. Eine
derartige Maßnahme besitzt wiederum im Hinblick auf eine geringe Torsionsbelastung
des vom erfindungsgemäßen Umformwerkzeugs zu bearbeitenden Werkstücks Vorteile, und
zwar insbesondere dann, wenn gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung vorgesehen ist, dass mindestens zwei Vertiefungen der Oberflächenstruktur
mindestens eines Umformelements einen im wesentlichen geradlinigen Verlauf besitzen.
[0008] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass mindestens
zwei Vertiefungen der Oberflächenstruktur des erfindungsgemäßen Umformwerkzeugs schräg
zur Längserstreckung des Umformelements angeordnet sind. Hierdurch wird zwar auf das
Werkstück eine größere Torsionsbelastung durch das erfindungsgemäße Umformwerkzeug
ausgeübt, als dies bei orthogonal zur Längserstreckung des Umformelements und somit
zur Vorschubrichtung des Werkstücks angeordneten Vertiefungen der Fall ist. Jedoch
besitzt die schräge Anordnung der Vertiefungen der Oberflächenstruktur den Vorteil,
dass bei Werkstücken, bei denen die auftretende Torsionsbelastung sich nicht störend
bemerkbar macht, dadurch eine weitere Reduzierung der auf die Vorschubeinrichtung
und somit entgegen derer Vorschubrichtung der Umformmaschine wirkenden Axialkräfte
erzielt wird.
[0009] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind dem Ausführungsbeispiel zu entnehmen,
das im folgenden anhand der Figuren beschrieben wird. Es zeigt:
- Figur 1:
- eine Vorderansicht des Ausführungsbeispiels,
- Figur 2:
- ein Längsschnitt durch das Umformwerkzeug der Figur 1 entlang der Line II-II
- Figur 3:
- eine schematische Darstellung der Oberflächenstruktur, und
- Figur 4:
- eine schematische Darstellung eines Werkzeugskopfs einer Rundknetmaschine mit dem
Umformwerkzeug der Figuren 1 bis 3.
[0011] Bevor nun im Detail das in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Ausführungsbeispiel eines
allgemein mit 12 bezeichneten Umformwerkzeugs beschrieben wird, sollen der leichteren
Verständlichkeit halber die grundlegenden Vorgänge bei einem Umformvorgang mittels
eines derartigen Umformwerkzeugs beschrieben werden: In Figur 4 ist nun ein allgemein
mit 1 bezeichneter Rundknetkopf einer Rundknetmaschine, also ein Werkzeugkopf einer
Umformmaschine, dargestellt, der bekanntermaßen eine Knetwelle 2 mit - im hier gezeigten
Fall - vier radial verschiebbaren Knetmodulen aufweist. Jedes Knetmodul besitzt einen
Knetstößel 10, der an seinem in radialer Richtung äußeren Ende eine Ablaufbahn 4 aufweist,
welche von in einem Rollenkäfig 5 gelagerten Druckrollen 6 periodisch beaufschlagt
werden, indem die Knetwelle 2 und/oder der Rollenkäfig 5 über einen Au-βenring 7 drehangetrieben
werden. Die Druckrollen 6 stützen sich hierbei an dem Außenring 7 ab. Die Knetmodule
weisen außer dem Knetstößel 10 noch eine Ausgleichsplatte 11 und jeweils das Umformwerkzeug
12 auf. Ein derartiger Rundknetkopf 1 ist an und für sich bekannt und muss daher nicht
mehr näher beschrieben werden.
[0012] Um nun aus einem rohr- oder stabförmigen Ausgangswerkstück ein Endprodukt zu schaffen,
welches in einem ersten Bereich weiterhin den nicht-reduzierten Ausgangsdurchmesser
des Ausgangswerkstücks, in einem zweiten Bereich einen gegenüber dem Ausgangsdurchmesser
durch das Umformen reduzierten Bereich und zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich
einen Übergangsbereich aufweist, in dem der Außendurchmesser des Werkstücks kontinuierlich
vom reduzierten Durchmesser auf den Ausgangsdurchmesser ansteigt, das also ein in
axialer Richtung schräg verlaufender Übergangsbereich bei dem Endwerkstück vorhanden
ist, wird bekanntermaßen derart vorgegangen, dass das Umformwerkzeug 12 - wie aus
Figur 2 ersichtlich - ein in einem Grundkörper 12' des Umformwerkzeugs 12 angeordnetes
Umformelement 21 besitzt, das unter einem definierten ersten Neigungswinkel α
1 zur Mittelachse M des Umformwerkzeugs 12 und somit zur Vorschubrichtung des Werkstücks
angeordnet ist. Auch ein derartig ausgebildetes Umformwerkzeug 12 ist an und für sich
bekannt und muss daher nicht mehr näher beschrieben werden. Es soll nur der Verständlichkeit
halber ausgeführt werden, dass die radiale Umformkraft, die von dem Umformwerkzeug
erzeugt wird, in Folge der schrägen Anordnung der Umformelemente 21 eine in axialer
Richtung des Werkstücks wirkende Kraft hervorruft, welche das Werkstück belastet und
von einer Vorschubeinrichtung (nicht gezeigt) der Umformmaschine, durch die das Werkstück
während des Umformvorgangs vorgeschoben wird, kompensiert werden muss.
[0013] Um nun diese Axialkräfte besser kompensieren und somit eine axiale Belastung des
Werkstücks, die zu Ausknickungen und Ausbauchungen führen kann, sowie der Vorschubeinrichtung
weiter verringern zu können, ist nun beim beschriebenen Umformwerkzeug 12 vorgesehen,
dass in die Oberfläche 21' des Umformelements 21 eine gegenüber der Oberfläche
21' vertieft angeordnete Oberflächenstruktur 22 vorgesehen ist, welche mindestens eine
Vertiefung 23, in der Regel aber eine Vielzahl von Vertiefungen 23, besitzt (siehe
dazu Figur 2). Die genaue Ausbildung der Oberflächenstruktur 22 wird nun anhand der
Figur 3 erläutert, in der ein exemplarisches Beispiel derselben dargestellt ist. Es
muss daher betont werden, dass die dort angegebenen Winkel, Radien und sonstigen Abmessungen
sowie der genaue Verlauf der Oberflächenstruktur 22 nur einen exemplarischen Charakter
besitzen und die nachfolgende Beschreibung die Allgemeingültigkeit der Erläuterungen
nicht beeinträchtigt:
[0014] Die Figur 3 zeigt nun einen Querschnitt durch die in Figur 2 dargestellte Oberflächenstruktur
22. Man erkennt die Oberfläche 21' des Umformelements 21 des Umformwerkzeugs 12 und
des weiteren, dass die Oberflächenstruktur 22 nicht - wie bei dem eingangs erläuterten
bekannten Umformwerkzeug - auf die Oberfläche 21' aufgesetzt, also erhaben ausgeführt
ist. Vielmehr ist vorgesehen, dass die Vertiefungen 23 in die Oberfläche 21' des Umformelements
21 eingebracht sind. In dem hier beschriebenen Fall ist die Einlaufschräge S des Umformelements
21, also der erste Neigungswinkel, α
1 = 10°, bezogen auf die Mittelachse M des Werkzeugs. Jede der Vertiefungen 23 besitzt
eine abfallende Flanke 23a und eine ansteigende Flanke 23b, wobei - wie ebenfalls
aus Figur 4 ersichtlich - die abfallende Flanke 23a einer Vertiefung 23 gegenüber
der Einlaufschräge S um einen zweiten Neigungswinkel von (hier:) α
2 = 29° geneigt verläuft. Die Neigung der Flanken 23a gegenüber der Mittelachse M besitzt
also den Wert α
2-α
1. Die Neigung der abfallenden Flanken 23a der Vertiefungen 23 ist entgegengesetzt orientiert
zu dem durch den ersten Neigungswinkel α
1 festgelegten schrägen Verlauf des Umformelements 21 und der Absolutbetrag des zweiten
Neigungswinkels α
2 ist hier also größer als derjenige des ersten Neigungswinkels α
1 des Umformwerkzeugs 12. Diese entgegengesetzte Orientierung der Neigung des Umformelements
21 und der abfallenden Flanken 23 a der Vertiefungen 23 bewirkt, dass axiale Kräfte,
die durch die Knetmodule hervorgerufen werden, teilweise von dem Umformwerkzeug 12
aufgenommen werden und daher nicht mehr auf das Werkstück und/oder die Vorschubeinrichtung
der Umformmaschine einwirken, da diese axialen Kräfte von den entgegengesetzt zur
Neigung des Umformelements 21 orientiert verlaufenden Flanken 23a aufgenommen werden.
Die abfallenden Flanken 23a der Vertiefungen 23 bilden somit eine Art Widerlager für
diese axialen Kräfte auf und leiten sie in das Umformwerkzeug 12 ab: Durch die Beaufschlagung
des Werkstücks 12 durch die Knetmodule 10 weichen die über den Vertiefungen 23 liegenden
Materialbereiche des Werkstücks in diese zurück, so dass dann die abfallenden Flanken
23a der Vertiefungen 23 das Werkstück in Vorschubrichtung beaufschlagen.
[0015] Dem Fachmann ist aus obiger Beschreibung klar ersichtlich, dass die hier beispielhaft
gewählten Werte des ersten Neigungswinkels von α
1 = 10° und des zweiten Neigungswinkels α
2 = 29° nur einen exemplarischen Charakter besitzen. Wesentlich ist nur, dass die Flanken
23a derart gegenüber der Einlaufschräge S abfallen, dass der Absolutwert des zweiten
Neigungswinkels α
2 größer oder gleich dem Absolutwert des ersten Neigungswinkels α
1 ist.
[0016] An dieser Stelle soll auch angemerkt werden, dass der in Figur 3 gezeigte wellenförmige
Verlauf der Oberflächenstruktur 22 nicht zwingend ist. Es ist z. B. auch möglich,
die Vertiefungen 23 sägezahnförmig auszubilden, wobei dann die geradlinig verlaufende
abfallende Flanke 23a eines derartigen Sägezahns die axialen Kräfte teilweise aufnimmt.
[0017] Wie nun aus der Figur 2 ersichtlicht ist, weist die Oberflächenstruktur 22 wenigstens
eine, in der Praxis aber eine Vielzahl von Vertiefungen 23 auf, die vorzugsweise parallel
oder im wesentlichen parallel zueinander und - wiederum vorzugsweise - im wesentlichen
orthogonal zur Längsrichtung des Umformwerkzeugs 12 und somit zur Vorschubrichtung
V des Werkstücks angeordnet sind. Es ist aber auch möglich, dass mindestens eine der
Vertiefungen 23 nicht - wie in den Figuren gezeigt - orthogonal zur Längsrichtung
des Umformwerkzeugs 12 verlaufend angeordnet ist, sondern in einem definierten Winkel
hierzu schräg verläuft.
[0018] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die beschriebene Ausgestaltung des Umformwerkzeugs
12 mit einer vertieft angeordneten Oberflächenstruktur 22 in Verbindung mit der beschriebenen
Ausbildung der Vertiefungen 23 und insbesondere derjenigen der abfallenden Flanken
23a ein Umformwerkzeug 12 geschaffen wird, welches sich dadurch auszeichnet, dass
eine deutliche Verringerung der auf das Werkstück und/oder die Vorschubeinrichtung
der Umformmaschine einwirkenden Axialkräfte erzielbar ist.
1. Umformwerkzeug, insbesondere Knetwerkzeug, das einen Grundkörper (12') besitzt, in
dem mindestens ein Umformelement (21) angeordnet ist, welches unter einem ersten Neigungswinkel
(α1) zu einer Mittelachse (M) des Umformwerkzeugs (12) geneigt verläuft, wodurch eine
Einlaufschräge (S) des Umformelements (21) festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der Oberfläche (21') des unter dem ersten Neigungswinkel (α1) schräg verlaufenden Umformelements (21) eine vertieft ausgebildete Oberflächenstruktur
(22) ausgebildet ist, die mindestens eine Vertiefung (23) mit einer abfallenden Flanke
(23a) besitzt, und dass die abfallende Flanke (23a) dieser Vertiefung (23), bezogen
auf die durch den ersten Neigungswinkel (α1) definierte Einlaufschräge (S) des Umformelements (21), einen zweiten Neigungswinkel
(α2) aufweist, der zu dem ersten Neigungswinkel (α1) entgegengesetzt orientiert und dessen Absolutbetrag größer oder gleich dem Absolutbetrag
des ersten Neigungswinkels (α1) ist.
2. Umformwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (22) wellenförmig ausgebildet ist.
3. Umformwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Vertiefung (23) sägezahnförmig ausgebildet ist.
4. Umformwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Vertiefungen (23) der Oberflächenstruktur (22) mindestens eines Umformelements
(21) des Umformwerkzeugs (12) im wesentlichen parallel zu einander angeordnet sind.
5. Umformwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Vertiefung (23) der Oberflächenstruktur (22) mindestens eines Umformelements
(21) des Umformwerkzeugs (12) im wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung des Umformwerkzeugs
(12) angeordnet ist.
6. Umformwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Vertiefung (23) der Oberflächenstruktur (22) mindestens eines Umformelements
(21) des Umformwerkzeugs (12) in einer zur Vorschubrichtung (V) des Werkstücks orthogonalen
Richtung im wesentlichen geradlinig verläuft.
7. Umformwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Vertiefung (23) der Oberflächenstruktur (22) mindestens eines Umformelements
(21) des Umformwerkzeugs (12) gekrümmt oder wellenförmig ausgebildet ist.
8. Umformwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Vertiefung (23) der Oberflächenstruktur (22) mindestens eines Umformelements
(21) des Umformwerkzeugs (12) schräg zur Längsrichtung des Umformwerkzeugs (12) angeordnet
ist.
9. Umformmaschine, insbesondere Rundknetmaschine, die ein Umformwerkzeug (12) zur radialen
Beaufschlagung eines Werkstücks aufweist, gekennzeichnet durch mindestens ein Umformwerkzeug (12) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
1. Forming tool, in particular a swaging tool, having a base body (12'), in which at
least one forming element (21) is provided, which is inclined at a first angle of
inclination (α1) to a central axis (M) of the forming tool (12), thereby determining an intake slope
(S) of the forming element (21), characterized in that in the surface (21') of the forming element (21) being inclined with the first angle
of inclination (α1) a recessed surface structure (22) is formed, having at least one recess (23) with
a declining slope (23a), and that the declining face (23a) of this recess (23) hast
got, in relation to the intake slope (S) of the forming element (21) defined by the
first angle of inclination (α1), a second angle of inclination (α2), which is orientated in the opposite direction with regard to the first angle of
inclination (α1) and the absolute value of which is larger than or equal to the absolute value of
the first angle of inclination (α1).
2. Forming tool according to claim 1, characterized in that the surface structure (22) is formed wave-like.
3. Forming tool according to claim 1, characterized in that at least one recess (23) is formed saw tooth-like.
4. Forming tool according to one of the previous claims, characterized in that at least two recesses (23) of the surface structure (22) of at least one forming
element (21) of the forming tool (22) are arranged essentially parallel to each other.
5. Forming tool according to one of the previous claims, characterized in that at least one recess (23) of the surface structure (22) of at least one forming element
(21) of the forming tool (12) is provided essentially orthogonal to the longitudinal
direction of the forming tool (12).
6. Forming tool according to one of the previous claims, characterized in that at least one recess (23) of the surface structure (22) of at least one forming element
(21) of the forming tool (12) runs essentially straight in a direction orthogonal
to the feed direction (V) of the work piece.
7. Forming tool according to one of the previous claims, characterized in that at least one recess (23) of the surface structure (22) of at least one forming element
(21) of the forming tool (12) is formed curved or wave-like.
8. Forming tool according to one of the previous claims, characterized in that at least one recess (23) of the surface structure (22) of at least one forming element
(21) of the forming tool (12) is arranged angled to the longitudinal direction of
the forming tool (12).
9. Forming machine, in particular a swaging machine, having a forming tool (12) for radially
impacting a work piece, characterized by a forming tool (12) according to one of the previous claims.
1. Outil de formage, en particulier outil de martelage, comportant un corps de base (12')
où est disposé au moins un élément de formage (21) s'étendant suivant une pente formant
un premier angle d'inclinaison (α1) avec un axe central (M) de l'outil de formage (12), une inclinaison d'entrée (S)
de l'élément de formage (21) étant définie, caractérisé en ce qu'une structure de surface (22) à évidements est formée sur la surface (21') de l'élément
de formage (21) s'étendant suivant une pente formant le premier angle d'inclinaison
(α1), laquelle comporte au moins un évidement (23) avec un flanc (23a) en pente descendante,
et en ce que le flanc (23a) en pente descendante dudit évidement (23) forme un deuxième angle
d'inclinaison (α2) avec l'inclinaison d'entrée (S) de l'élément de formage (21) définie par le premier
angle d'inclinaison (α1), lequel est d'orientation opposée au premier angle d'inclinaison (α1) et dont la valeur absolue est supérieure ou égale à la valeur absolue du premier
angle d'inclinaison (α1).
2. Outil de formage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure de surface (22) est réalisée avec une forme ondulée.
3. Outil de formage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins un évidement (23) est réalisé avec une forme en dent de scie.
4. Outil de formage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins deux évidements (23) de la structure de surface (22) d'au moins un élément
de formage (21) de l'outil de formage (12) sont disposés sensiblement parallèlement
l'un à l'autre.
5. Outil de formage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un évidement (23) de la structure de surface (22) d'au moins un élément de
formage (21) de l'outil de formage (12) est disposé orthogonalement à la direction
longitudinale de l'outil de formage (12).
6. Outil de formage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un évidement (23) de la structure de surface (22) d'au moins un élément de
formage (21) de l'outil de formage (12) s'étend sensiblement en ligne droite dans
une direction orthogonale à la direction d'avance (V) de la pièce.
7. Outil de formage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un évidement (23) de la structure de surface (22) d'au moins un élément de
formage (21) de l'outil de formage (12) est réalisé avec une forme incurvée ou ondulée.
8. Outil de formage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un évidement (23) de la structure de surface (22) d'au moins un élément de
formage (21) de l'outil de formage (12) est incliné par rapport à la direction longitudinale
de l'outil de formage (12).
9. Machine-outil de déformation plastique, en particulier machine à martelage rotatif
comportant un outil de formage (12) pour le martelage radial d'une pièce, caractérisée par au moins un outil de formage (12) selon l'une des revendications précédentes.
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