[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung mit einem Scharnier und mit einem Antriebssystem
zum Öffnen und/oder Schließen des Scharniers mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1.
[0002] Die
WO 2007/035971 A1 zeigt ein Scharnier mit integriertem Scharniermotor, wobei verschiedene Ausführungen
des Scharniers und des Scharniermotors gezeigt sind, wobei der Scharniermotor aber
jeweils integraler Bestandteil des Scharniers ist. Ein separates Antriebssystem für
mittels eines Scharniers relativ zueinander verschwenkbar angelenkte Möbelteile, das
heißt die Antriebseinheit und das Scharnier sind gesonderte abgeschlossene Baueinheiten,
wird nicht gezeigt.
[0003] Sind nun Möbelteile mittels eines derartigen Scharniers verschwenkbar, ist im Falle
eines Defekts des Scharniermotors das gesamte Scharnier zu zerlegen oder gleich das
gesamte Scharnier mitsamt dem defekten Scharniermotor gegen ein Scharnier mit intaktem
Elektromotor auszutauschen. Ebenso ist ein Nachrüsten eines herkömmlichen, rein manuell
verschwenkbaren Scharniers mit einem Scharniermotor nicht möglich. Wiederum müsste
hierfür das komplette Scharnier gegen ein Scharnier mit integriertem Scharniermotor
getauscht werden.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, diese Probleme des Standes der Technik zu beheben.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0006] Dadurch wird es ermöglicht, dass das Antriebssystem auch dann an dem als abgeschlossene
Baueinheit vorliegenden Scharnier befestigbar ist, wenn das Scharnier bereits am Möbelkorpus,
das heißt an den relativ zueinander verschwenkbaren anzulenkenden Möbelteilen montiert
ist, wodurch auch der Austausch eines defekten Elektroantriebs ermöglicht wird, ohne
das Scharnier selbst von den Möbelteilen entfernen zu müssen. Dabei muss das Scharnier
für das Herstellen und gegebenenfalls auch das Lösen der Verbindung mit der Betätigungsvorrichtung
nicht zerlegt werden. Ebenso kann ein derartiges Nachrüsten möglich sein, ohne das
Scharnier selbst, beispielsweise durch den Einbau neuer Elemente, verändern zu müssen.
Herstellerseitig sind nur geringfügige Abänderungen üblicher Scharniere um diese mit
einem erfindungsgemäßen Antriebssystem nachzurüsten, wobei es auch vorgesehen sein
kann, die Befestigungsstelle so auszubilden, dass gar keine Abänderung der Scharniere
nötig ist. Das Antriebssystem kann dabei eine Vorrichtung zur Stromzufuhr, eine Vorrichtung
zur Befestigung des Antriebssystems auf einem der Möbelteile, den Elektroantrieb und
die Betätigungsvorrichtung umfassen.
[0007] Durch die Befestigungsstelle mit der die Betätigungsvorrichtung mit dem Scharnier
lösbar verbindbar ist, können bereits bestehende Scharnieranordnungen, das heißt mittels
eines einen Scharniertopf und einen Scharnierarm aufweisenden Scharniers verschwenkbar
angelenkte Möbelteile nachträglich mit einem derartigen Antriebssystem nachgerüstet
werden, wobei das Nachrüsten bereits im Werk erfolgen kann. Bei einer bereits werksmäßigen
Anbringung des Antriebssystems können bereits vorhandene Produktionslinien beibehalten
werden, sodass die Anbringung des Antriebssystems nur einen sehr geringen Aufwand
benötigt. Selbstverständlich kann auch durch einen Endkunden eine nachträgliche Montage
und/oder Demontage des Antriebssystems an bereits bestehenden Scharnieranordnungen
vorgenommen werden.
[0008] Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
definiert.
[0009] Gemäß der Erfindung ist die Betätigungsvorrichtung - ohne das Scharnier zu zerlegen
- mit dem Scharnier lösbar verbindbar. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Betätigungsvorrichtung
auch dann mir dem Scharnier lösbar verbindbar ist, wenn der Scharnierarm des Scharniers
über mindestens einen Gelenkhebel gelenkig mit dem Scharniertopf verbunden ist.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Betätigungsvorrichtung
werkzeuglos am Scharnier montierbar und/oder werkzeuglos am Scharnier demontierbar.
Dies kann beispielsweise durch eine Schnappverbindung erfolgen.
[0011] Es kann dabei vorgesehen sein, dass der Elektroantrieb als ein einziges abgeschlossenes
Bauteil ausgebildet ist, das auf einem der verschwenkbar angelenkten Möbelteile befestigbar
ist. Es ist aber auch möglich, dass der als abgeschlossenes Bauteil ausgebildete Elektroantrieb
mehrere Baueinheiten aufweist, die gegebenenfalls auf verschiedenen der verschwenkbar
angelenkten Möbelteile befestigbar sind, wodurch verschiedenen Scharniertypen Rechnung
getragen werden kann oder aber individuell auf den vorhandenen Platz im Inneren oder
im Äußeren der Möbelteile eingegangen werden kann.
[0012] Gemäß der Erfindung ist die Befestigungsstelle als mechanische Rastverbindung ausgebildet.
Dabei kann vorgesehen sein, dass die Befestigungsstelle oder die korrespondierende
Stelle am Scharnier mit der die Befestigungsstelle verbindbar ist, als Rastvorsprung
ausgebildet ist. Durch das Einrasten der mechanischen Rastverbindung kann eine kraftschlüssige
Verbindung des Scharniers mit der Betätigungsvorrichtung hergestellt werden, wodurch
die Betätigungsvorrichtung die vom Elektromotor zur Verfügung gestellte Kraft bzw.
das zur Verfügung gestellte Drehmoment auf das Scharnier übertragen kann und dadurch
die mit dem Scharnier gelenkig verbundenen Möbelteile relativ zueinander verschwenken
kann.
[0013] Die Befestigungsstelle kann dabei wenigstens ein Arretierelement aufweisen, das sich
in Montagelage am Scharnier abstützt. Dabei kann vorgesehen sein, dass das Arretierelement
federnd ausgebildet ist und in Montagelage mit einer am Scharnier ausgebildeten korrespondierenden
Öffnung in Eingriff steht und das durch Druck entgegen der Federwirkung des Arretierelements
von der Öffnung aus Eingriff bringbar ist. Mit einer derart ausgebildeten Befestigungsstelle
ist die Betätigungsvorrichtung als Schnappverbindung mit dem Scharnier lösbar verbindbar
und kann dabei werkzeuglos montiert und zusätzlich oder alternativ werkzeuglos demontiert
werden. Insbesondere ist mittels einer derart ausgebildeten Befestigungsstelle eine
lösbare Verbindung der Betätigungsvorrichtung mit dem Scharnier möglich, ohne das
Scharnier zerlegen zu müssen.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Betätigungsvorrichtung
als Befestigungsstelle mindestens einen im Wesentlichen starr ausgebildeten ersten
Stützteil und mindestens einen im Wesentlichen federnd oder federbelastet ausgebildeten
zweiten Stützteil auf, wobei der im Wesentlichen starr ausgebildete erste Stützteil
in einer Ausnehmung am Scharnier in Eingriff bringbar ist.
[0015] Der im Wesentlichen starr ausgebildete erste Stützteil kann dabei als fixer Anschlag
dienen, wobei die starre Ausbildung dabei so zu verstehen ist, dass auch bei starker
betriebsmäßiger Belastung, wenn die Betätigungsvorrichtung Druck und/oder Zug auf
das Scharnier ausübt, keine funktionsbehindernde Deformation erfolgt. Der federnd
ausgebildete bzw. federbelastete zweite Stützteil erlaubt es, die Betätigungsvorrichtung
mit dem Scharnier in Form einer Schnappverbindung einzurasten, wodurch eine mechanische
Rastverbindung ermöglicht wird. Die Lösung der Verbindung zwischen der Betätigungsvorrichtung
und dem Scharnier kann dabei erfolgen, indem der zweite Stützteil entgegen seiner
Federbelastung elastisch deformiert wird, wodurch die werkzeuglose Montierbarkeit
und werkzeuglose Demontierbarkeit ermöglicht wird.
[0016] Der erste Stützteil kann dabei im Wesentlichen hakenförmig ausgebildet sein oder
mindestens zwei Haken aufweisen. Der zweite Stützteil kann eine Federzunge aufweisen.
[0017] Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass die auf den zweiten Stützteil wirkende Federbelastung
in die vom ersten Stützteil wegweisende Richtung wirkt. Weitere Stützteile können
vorgesehen sein, um eine Positionsbegrenzung, insbesondere gegenüber seitliches Verschieben
oder Verschwenken der Betätigungsvorrichtung, zu ermöglichen.
[0018] Die Betätigungsvorrichtung selbst kann am Elektroantrieb, beispielsweise an dessen
Gehäuse, fixiert oder einstückig angeformt sein. Es kann dabei aber auch vorgesehen
sein, dass die Betätigungsvorrichtung über eine weitere Befestigungsstelle verfügt,
die wie oben dargelegt ausgebildet sein kann und mit der die Betätigungsvorrichtung
mit dem Elektroantrieb, beispielsweise als Schnappverbindung, lösbar verbindbar ist.
[0019] Gemäß der Erfindung umfasst ein Gehäuse des Elektroantriebs eine Führungsvorrichtung,
von welcher die Betätigungsvorrichtung verschiebbar geführt ist. Durch die verschiebbare
Führung der Betätigungsvorrichtung kann mittels der kraftschlüssigen Verbindung über
die Befestigungsstelle die vom Elektromotor bereitgestellte Kraft bzw. das bereitgestellte
Drehmoment zum Verschwenken der mittels eines Scharnier relativ zueinander verschwenkbar
angelenkten Möbelteile verwendet werden, indem dadurch eine Bewegungsbahn für die
Betätigungsvorrichtung und somit letztendlich auch für das Scharnier bzw. die damit
verbundenen Möbelteile vorgegeben ist. Dabei bedeutet verschiebbar, dass zumindest
eine translatorische Bewegungskomponente der Betätigungsvorrichtung während der Führung
vorhanden sein muss. Durch die translatorische Komponente kann das Antriebssystem
vorteilhaft und platzsparend, beispielsweise neben dem Scharnier angeordnet werden.
[0020] Dabei ist in einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass die Führungsvorrichtung
im montierten Zustand des Antriebssystems bezüglich einer der Möbelteile fest angeordnet
ist. Dadurch wird eine besonders stabile verschiebbare Führung ermöglicht, wodurch
auch schwere und große Möbelteile von dem erfindungsgemäßen Antriebssystem verschwenkt
werden können.
[0021] In einer Ausführungsform weist die Führungsvorrichtung mindestens ein Langloch auf,
welches im Gehäuse des Elektroantriebs oder in der Betätigungsvorrichtung angeordnet
ist. Zur Führung der Betätigungsvorrichtung greift dabei ein am jeweils anderen dieser
beiden Teile angebrachter Führungszapfen oder Führungsstift in das Langloch ein. Ist
also im Gehäuse des Elektroantriebs ein Langloch angeordnet, greift ein an der Betätigungsvorrichtung
angebrachter Führungszapfen oder Führungsstift in dieses Langloch ein und umgekehrt.
[0022] Gemäß der Erfindung ist die Betätigungsvorrichtung als Hebel ausgebildet, wodurch
besonders einfach Kräfte übertragen werden können. Ein Hebel zeichnet sich zudem als
platzsparendes Element zur Kraftübertragung aus. Dabei ist vorgesehen, dass eines
der Enden des Hebels in der Führungsvorrichtung verschwenkbar gelagert ist. Das diesem
gelagerten Ende gegenüberliegende Ende des Hebels weist dabei die Befestigungsstelle
auf, mit der die Betätigungsvorrichtung mit dem Scharnier lösbar verbindbar ist. Durch
diese Lagerung der als Hebel ausgebildeten Betätigungsvorrichtung sind die für die
Verschwenkbewegung notwendigen Erfordernisse hinsichtlich Kinematik und Geometrie
in einfacher Weise erfüllbar. Dabei kann weiters vorgesehen sein, dass der Hebel zweiarmig
ausgebildet ist, wodurch eine weitere Flexibilität erreicht wird. Es kann aber auch
vorgesehen sein, dass der Hebel zumindest in gewissen Teilbereichen elastisch ausgebildet
ist.
[0023] Obwohl vorgesehen sein kann, dass die Übertragung der vom Elektromotor zur Verfügung
gestellten Kraft bzw. des zur Verfügung gestellten Drehmoments auf das Scharnier direkt
über die Betätigungsvorrichtung erfolgt, sodass die Verschwenkung des Möbelteils über
den Elektromotor, die Betätigungsvorrichtung und das Scharnier erfolgt, ist bevorzugt
vorgesehen, den Elektroantrieb mit einem Getriebe zu versehen. Dadurch kann sowohl
ein Untersetzungs- als auch ein Übersetzungsmechanismus ausgebildet werden, wodurch
sich insbesondere schwere Möbelteile verschwenken und/oder besonders große Verschwenkungsbereiche
berücksichtigen lassen. Außerdem kann durch ein derartiges Getriebe eine Rotationsbewegung,
wie sie häufig von Elektromotoren erzeugt wird, in eine Linearbewegung der Betätigungsvorrichtung
umgewandelt werden.
[0024] Generell können für ein erfindungsgemäßes Antriebssystem sowohl Rotationsmotoren
als auch Linearmotoren verwendet werden, wobei diese sowohl als Gleichstrom- als auch
als Wechselstrommotoren ausgeführt sein können. Zum Verschwenken von herkömmlichen
Möbelteilen reichen zumeist geringe Betriebsspannungen, beispielsweise zwischen 5
Volt und 25 Volt aus. Dabei liegen die Motorleistungen zumeist zwischen 2 Watt und
30 Watt.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform weist der Elektromotor eine Motorachse auf, welche
über ein an ihr gelagertes Zahnrad und/oder ein Reibrad und/oder ein Schneckenrad
mit der Betätigungsvorrichtung in Wirkverbindung gebracht werden kann, indem diese
im Kraftstrang zwischen dem Elektromotor und der Betätigungsvorrichtung angeordnet
werden. Diese können dabei einen Teil des Getriebes bilden.
[0026] Dabei ist es bevorzugt, dass eine Zahnstange in der Führungsvorrichtung gelagert
ist, die einerseits mit der Betätigungsvorrichtung verbindbar ist und andererseits
mit dem Zahnrad und/oder dem Reibrad und/oder dem Schneckenrad und somit mit dem Elektromotor
in Wirkverbindung bringbar bzw. verbindbar ist. Durch eine derartige Zahnstange kann
die Betätigungsvorrichtung verschiebbar geführt werden. Eine Zahnstange ermöglicht
dabei besonders einfach eine Umwandlung von Rotationsbewegungen in Translationsbewegungen.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Elektromotor nicht nur
die Verschwenkbewegung der verschwenkbar angelenkten Möbelteile beim Öffnen und/oder
Schließen durchführen, sondern auch als Dämpfelement bzw. Abbremselement für die Öffnungs-
und/oder Schließbewegung verwendet werden.
[0028] Dabei kann vorgesehen sein, den Motor induktiv bzw. mit einem ohmschen Widerstand
zu belasten. Ein einfaches Kurzschließen des Elektromotors ist aber ebenso denkbar.
[0029] Es kann bevorzugt vorgesehen sein, dass zwischen dem Elektromotor und dem Getriebe
bzw. zwischen dem Elektromotor und der Betätigungsvorrichtung eine, vorzugsweise elektromagnetische,
Kupplung angeordnet ist, welche zumindest zwischen einem geschlossenen Zustand, in
dem sie eine Kraft- bzw. ein Drehmoment des Elektromotors überträgt, und einem geöffneten
Zustand, in dem sie keine Kraft bzw. kein Drehmoment des Elektromotors überträgt,
vorzugsweise elektrisch, schaltbar ist. Es sind aber auch mechanisch flexible Kupplungen,
beispielsweise Schlauchkupplungen möglich, welche die Antriebsgeräusche des Elektromotors
in geringerem Ausmaß auf das Getriebe übertragen. Zusätzlich oder alternativ zu einer
derartigen Kupplung ist in einer Ausführungsform der Erfindung ein, vorzugsweise an-
und abschaltbarer, Freilauf vorgesehen, wodurch die Möbelteile auch im Falle eines
Stromausfalles, wenn das Antriebssystem nicht einsetzbar ist, von Hand bewegbar sind.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Antriebssystem eine Steuer- und/oder
Regeleinrichtung zur Steuerung bzw. Regelung der Verschwenkbewegung, also beispielsweise
der Öffnungs- und Schließbewegungen der Möbelteile auf, die gegebenenfalls Positionsmesseinrichtungen
und weitere Messeinrichtungen wie z.B. Sensoren umfasst. Ein Beispiel einer derartigen
Steuer- und/oder Regeleinrichtung ist in der bereits genannten
WO 2007/035971 A1 (Seiten 6 bis 10) beschrieben und muss daher an dieser Stelle nicht näher erläutert
werden.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Elektromotor
durch eine Bewegung oder eine Druck- und/oder Zugbeaufschlagung der Möbelteile und
damit des Scharniers, beispielsweise der Anschlagteile des Scharniers, an- bzw. abschaltbar
ist, wodurch eine Touch-Latch-Funktionalität realisiert werden kann, bei welcher durch
die Einwirkung eines Benutzers auf die Möbelteile der Elektromotor zum Verschwenken
der Möbelteile ausgelöst und/oder gebremst wird. Zu diesem Zweck können schaltbare
Sensoren, wie beispielsweise Encoder oder Potentiometer oder andere Winkel oder Entfernung
messende Systeme, wie zum Beispiel optische Sensoren oder dergleichen, die auf eine
Bewegung oder Druck- und/oder Zugbeaufschlagung der Möbelteile reagieren, verwendet
werden. Ebenso können induktive Bewegungssensoren verwendet werden, die bei einer
Bewegung der Möbelteile, vorzugsweise richtungsabhängig, reagieren. Die derart erhaltenen
Messsignale können einer Steuer- bzw. Regeleinrichtung zugeführt werden, welche in
Abhängigkeit dieser Signale den Elektromotor steuert bzw. regelt. Es kann aber ebenfalls
ein von Hand betätigbarer Schalter vorgesehen sein, durch den der Motor aktiviert
bzw. deaktiviert wird.
[0032] Die Erfindung betrifft eine Anordnung umfassend ein Antriebssystem, welches wie oben
dargelegt ausgeführt ist und ein Scharnier mit einem Scharnierarm und einem Scharniertopf
zum schwenkbaren Verbinden von zumindest zwei Möbelteilen mit mindestens zwei jeweils
an einem Möbelteil befestigbaren Anschlagteilen. Die Anschlagteile sind über mindestens
eine Gelenkachse gelenkig miteinander verbindbar. Die Betätigungsvorrichtung des Antriebssystems
ist mit einem der Anschlagteile lösbar verbindbar.
[0033] Die Verbindung der Betätigungsvorrichtung mit einem der Anschlagteile ist dabei lösbar
verrastend, vorzugsweise durch eine Schnappverbindung, erfolgen, wobei die Betätigungsvorrichtung
mit dem Scharnier werkzeuglos verbindbar ist. Es kann zusätzlich oder alternativ vorgesehen
sein, dass auch die Demontage der Betätigungsvorrichtung vom Scharnier, d.h. dass
das Lösen der Verbindung werkzeuglos erfolgen kann.
[0034] Bei den Anschlagteilen des Scharniers handelt es sich um einen Scharniertopf und
einen Scharnierarm. Darüber hinaus sind aber auch Rahmenscharniere zum verschwenkbaren
Verbinden von Möbelteilen bekannt. Häufig sind die Anschlagteile auf eine an ein Möbelteil
montierbare Grundplatte aufklippsbar. Es existieren Möbelscharniere mit einem oder
mehreren Gelenkachsen, wobei besonders häufig Scharniere mit vier oder sieben Gelenkachsen
in Verwendung sind. Oftmals handelt es sich dabei um Scharniere mit zwei Gelenkhebeln,
wobei bei sogenannten Weitwinkelscharnieren mit sieben Gelenkachsen häufig vorgesehen
ist, dass mindestens ein Gelenkhebel zwei relativ zueinander über eine Gelenkachse
verschwenkbare Schenkel aufweist. Zur Verlängerung des Scharnierarms sind weiters
am Scharnierarm angeordnete Zwischenstücke, die ebenfalls gelenkig gelagert sind,
in Verwendung.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei das Antriebssystem ähnlich wie die
oben beschriebenen Scharniere auf einer Grundplatte befestigbar, vorzugsweise aufklippsbar.
Die Grundplatte des Antriebssystems und das Scharnier sind dabei gesonderte Bauteile.
Bevorzugt ist vorgesehen, das Antriebssystem neben einem der Anschlagteile, also beispielsweise
neben dem Scharnierarm zu befestigen. Es ist aber auch denkbar, das Antriebssystem
auf eines der Anschlagteile aufzusetzen, beispielsweise aufzuklippsen.
[0036] Damit die Verbindung der Betätigungsvorrichtung mit dem Scharnierarm oder einem am
Scharnierarm angeordneten Zwischenstück besonders stabil ist, kann in einer Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen sein, die Betätigungsvorrichtung mit einem U-förmigen Abschnitt
zu versehen, welcher den Scharnierarm oder ein am Scharnierarm angeordnetes Zwischenstück
übergreift.
[0037] Die Erfindung betrifft weiters ein Möbel mit einem Möbelkorpus und einer am Möbelkorpus
verschwenkbar gelagerten Möbeltür, wobei an diesem Möbelkorpus und an der Möbeltür
eine wie oben dargelegte Anordnung montiert ist.
[0038] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der Figurenbeschreibung
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen im Folgenden näher erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines an Möbelteilen montierten Scharniers mit nachgerüstetem
Antriebssystem,
- Fig. 2
- eine aufgebrochene Darstellung der perspektivischen Ansicht der Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Draufsicht des Scharniers mit nachgerüstetem Antriebssystem, wobei sich ein verschwenkbares
Möbelteil in teilweise geöffnetem Zustand befindet,
- Fig. 4
- eine Querschnittsdarstellung entlang der in Fig. 3 mit A-A markierten Schnittgeraden,
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf die Anordnung der Fig. 3, wobei sich das verschwenkbare Möbelteil
in weiter geöffnetem Zustand befindet,
- Fig. 6
- eine Querschnittsdarstellung entlang der in Fig. 5 mit B-B markierten Schnittgeraden
in Fig. 5,
- Fig. 7
- eine Draufsicht der Anordnung aus der Fig. 3, wobei sich das verschwenkbare Möbelt
in geschlossenem Zustand befindet,
- Fig. 8
- eine Querschnittdarstellung entlang der in Fig. 7 mit C-C markierten Schnittgeraden,
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht des auf einem Möbelkorpus befestigten gesonderten Antriebssystems
und des davon getrennten, auf einer Möbeltür befestigten Scharniers,
- Fig. 10
- eine perspektivische Ansicht des eAntriebssystems,
- Fig. 11
- eine Explosionsdarstellung eines Antriebssystems,
- Fig. 12
- eine Seitenansicht einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausführungsform eines Antriebssystems,
welches an einem Scharnier angeordnet ist, wobei sich ein verschwenkbares Möbelteil
in teilweise geöffnetem Zustand befindet,
- Fig. 13
- eine perspektivische Ansicht der Anordnung aus Fig. 12,
- Fig. 14
- eine weitere perspektivische Ansicht der Anordnung aus Fig. 12,
- Fig. 15
- eine Detailansicht des in Fig. 14 mit D markierten Ausschnitts,
- Fig. 16
- eine weitere perspektivische Ansicht der Anordnung der Fig. 12,
- Fig. 17
- eine Detailansicht des in Fig. 16 mit E markierten Ausschnitts, und
- Fig. 18
- eine Explosionsdarstellung der Anordnung der Fig. 12.
[0039] Fig. 1 zeigt zwei mittels eines als Weitwinkelscharnier ausgebildeten Scharniers
3 verschwenkbar angelenkte Möbelteile 1, 2, wobei eine Möbeltür 2 relativ zu einem
Möbelkorpus 1 verschwenkt wird. Das Scharnier 3 besteht aus zwei Anschlagteilen, einem
auf der Möbeltür 2 angeordneten Türflügelscharnierteil, welches einen Scharniertopf
14 umfasst und einem auf dem Möbelkorpus 1 angeordneten Korpusscharnierteil, welches
einen Scharnierarm 24 umfasst. Der Scharnierarm 24 ist dabei auf einer Grundplatte
28 angeordnet, die ihrerseits auf dem Möbelkorpus 1 montiert ist. Dabei kann es beispielsweise
vorgesehen sein, dass das Korpusscharnierteil bzw. der Scharnierarm 24 auf die Grundplatte
28 aufgeklippst wird. Natürlich sind auch andere Befestigungsmethoden denkbar. Ein
als Weitwinkelscharnier ausgebildetes Scharnier 3 erzielt dabei einen Öffnungswinkel
der größer als 90° ist. Häufig weisen derartige Weitwinkelscharniere einen maximalen
Öffnungswinkel von 170° bis 180° auf. Zur Verlängerung des Scharnierarms 24 ist zwischen
den eigentlichen Anschlagteilen ein Zwischenstück 16 über Gelenkhebel 17a, 17b und
weitere Gelenkhebel 26a, 26b bewegbar angeordnet. Dabei ist am Zwischenstück 16 der
Gelenkhebel 17a angelenkt, der über den Gelenkhebel 17b gelenkig mit dem Scharniertopf
14 in Verbindung steht. Die weiteren verschwenkbaren Gelenkhebel 26a, 26b dienen zur
Zwangsführung des Zwischenstücks 16 relativ zum Scharnierarm 24. Das als Weitwinkelscharnier
ausgebildete Scharnier 3 weist dabei sieben Drehachsen S
1, S
2, S
3, S
4, S
5, S
6 und S
7 auf, wobei die Drehachsen S
6 und S
7 innerhalb des Scharniertopfs 14 liegt.
[0040] Auf einer vom Scharnier 3 gesonderten Grundplatte 10, die ebenso wie die Grundplatte
28 auf dem Möbelkorpus 1 montiert ist, ist das erfindungsgemäße Antriebssystem 4 angeordnet.
Dabei kann das Antriebssystem 4 wiederum auf der Grundplatte 10, beispielsweise durch
Aufklippsen, lösbar verrastet werden. Ein im oder auf dem Möbelkorpus 1 angeordnetes
Kabel 13 führt in die Grundplatte 10 und dient zur Stromversorgung des Elektroantriebs
18. Dabei kann beispielsweise vorgesehen sein, dass bei der Verrastung des Antriebssystems
4 das Kabel 13 gepierct wird, wodurch ein Stromkontakt hergestellt wird. Der Elektroantrieb
18 besteht aus einem vom Scharnier 3 gesonderten Bauteil. Das Antriebssystem 4 selbst
ist dabei hinter dem Korpusscharnierteil des Scharniers 3 angeordnet und mittels eines
Befestigungselements 36, das mit einem auf der Grundplatte 10 angeordneten korrespondierenden
Element 43, vorzugsweise verrastbar, verbindbar ist, auf der Grundplatte 10 befestigt.
[0041] Die Betätigungsvorrichtung 8, die in diesem Fall als zweiarmiger Hebel ausgebildet
ist, dient zur Übertragung der vom Elektromotor 18 zur Verfügung gestellten Kraft
bzw. des zur Verfügung gestellten Drehmoments. Die Betätigungsvorrichtung 8 besteht
dabei aus den Hebelarmen 11 und 12, wobei diese über eine Gelenksachse 15 gegenseitig
verdrehbar sind. Im Gehäuse 5 der Antriebsvorrichtung ist zumindest ein Langloch 6
angeordnet, welches zur verschiebbaren Führung der Betätigungsvorrichtung 8 dient.
Ein Führungsstift 7 ist mit der Betätigungsvorrichtung 8 verbunden und steht mit dem
Antriebsstrang des Elektromotors 18 in Wirkverbindung. Zum Öffnen und Schließen des
Scharniers 3 wird der Führungsstift 7 im Langloch 6 vor und zurück verschoben. Die
Betätigungsvorrichtung 8 ist dabei mit einer auf dem Hebelarm 12 angeordneten Befestigungsstelle
9 mit dem Korpusscharnierteil, genauer gesagt, mit dem Zwischenstück 16 lösbar verbunden.
Dabei weist der Hebelarm 12 einen U-förmigen Abschnitt auf, der das Zwischenstück
16 übergreift. Natürlich ist genauso eine Verbindung mit dem Scharnierarm 24 selbst
denkbar.
[0042] In Fig. 1 ist die Möbeltür 2 bereits weit geöffnet, d.h. die Möbeltür 2 ist relativ
zum Möbelkorpus 1 weit verschwenkt. Wird nun der Elektromotor 18 zum Schließen der
Möbeltür 2 aktiviert, so wird dadurch der Führungsstift 7 in der Führungsvorrichtung,
das heißt im Langloch 6 nach hinten, das heißt in eine Richtung weg vom Scharnierarm
24 verschoben. Dadurch wird über die Betätigungsvorrichtung 8 Kraft auf das Scharnier
3 übertragen und die Möbeltür 2 in Richtung des Schließzustands verschwenkt.
[0043] In Fig. 2 ist eine aufgebrochene Darstellung der in der Fig. 1 gezeigten Anordnung
bestehend aus dem Antriebssystem 4 und dem als Weitwinkelscharnier ausgebildeten Scharniers
3, welches die Möbelteile 1 und 2 gelenkig miteinander verbindet, gezeigt. Das Befestigungselement
36 des Antriebsystems 4 bildet mit dem korrespondierenden Element 43 eine mechanische
Rastverbindung und dient zur Befestigung des Antriebssystems 4 auf der Grundplatte
10.
[0044] Die wesentlichen elektrischen Bauteile des Antriebsstranges des Elektroantriebs sind
in der Fig. 2 dargestellt. Der Elektromotor 18 treibt eine Motorachse 28 an, welche
ihrerseits mit Zahnrädern 20, 22, 29 über ein Schneckenrad 21 verbunden ist. Diese
Zahnräder 20, 22, 29 und das Schneckenrad 21 sind dabei Teil eines Getriebes. Eines
oder mehrere der Zahnräder 20, 22, 29 können auch als Reibräder ausgebildet sein.
Zwischen der Motorachse 27 und dem Getriebe oder zwischen dem Getriebe und der Betätigungsvorrichtung
8 kann dabei noch eine Kupplung angeordnet sein. Zusätzlich oder alternativ kann auch
ein Freilauf vorhanden sein, sodass die Möbeltür 2 auch manuell bewegbar ist, insbesondere
wenn das Antriebssystem deaktiviert ist. Die Zahnräder 20, 22, 29 treiben die Zahnstange
19 an, die eine Translationsbewegung durchführt. Somit kann die vom Elektromotor 18
erzeugte Rotationsbewegung in eine translatorische Bewegung umgewandelt werden. Die
Zahnstange 19 ist mit dem Führungsstift 7 und somit mit der Betätigungsvorrichtung
8 verbunden, welche von der Führungsvorrichtung, das heißt vom Langloch 6 zwangsgeführt
wird, sodass auch die Betätigungsvorrichtung 8 eine Translationsbewegung durchführt,
wodurch ein korrektes Verschwenken der Möbelteile 1 und 2 relativ zueinander gewährleistet
ist. Zusätzlich ist die Betätigungsvorrichtung 8 im Langloch 6 verschwenkbar gelagert,
sodass die Bewegung der Betätigungsvorrichtung 8 auch eine rotatorische Komponente
umfasst. In Fig. 2 sind weiters die Gelenksachsen S3, S4, S5, S6 und S7, ebenso wie
die unterhalb des Hebelarms 12 angeordnete Befestigungsstelle 9, dargestellt.
[0045] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die in den vorigen Figuren dargestellte Anordnung,
bestehend aus einem Scharnier 3 und einem nachrüstbaren Antriebssystem 4, welche über
die Betätigungsvorrichtung 8, bestehend aus Hebelarmen 11 und 12 miteinander lösbar
verbunden sind. In dem in Fig. 3 gezeigten Zustand ist die Möbeltür 2 teilweise geöffnet
und befindet sich etwa beim ersten Drittel des Öffnungswinkels zwischen dem Schließzustand
und dem ganz geöffneten Zustand. Dabei beträgt der Öffnungswinkel in diesem Ausführungsbeispiel
im ganz geöffneten Zustand ca. 170°.
[0046] In der Querschnittsdarstellung der Fig. 4 entlang der in Fig. 3 mit A-A markierten
Schnittgeraden sind wiederum die wesentlichen elektrischen Bauteile des Elektroantriebs
und des Antriebssystems 4 dargestellt. Mit einer Befestigungsvorrichtung 23 ist dabei
die Grundplatte 10, auf der der als abgeschlossener Bauteil ausgebildete Elektroantrieb
befestigt wird, auf dem Möbelkorpus 1 montiert. Dabei kann vorgesehen sein, den Elektroantrieb
auf die Grundplatte 10 mittels einer mechanischen Rastverbindung aufzuklippsen. Dazu
dient das Befestigungselement 36, das mit einem federnd ausgebildeten oder federbelasteten
korrespondierenden Element 43 der Grundplatte 10 verbunden wird. Natürlich sind auch
andere Arten wie beispielsweise eine Schraubverbindung möglich. In Fig. 4 ist auch
das Zahnrad 29, welches über die Schlauchkupplung 39 mit der Motorachse 27, zusammen
mit weiteren Zahnrädern 20 und 22, in Wirkverbindung steht und zur Kraftübertragung
auf die Betätigungsvorrichtung 8 dient. Die Möbeltür 2 befindet sich in teilweise
geöffnetem Zustand, wodurch auch der Führungsstift nicht an einem der Enden des Langlochs
6 anliegt. In diesem Fall befindet sich auch der Führungsstift 7 etwa in der Hälfte
der länglichen Ausdehnung des Langloches 6, obwohl sich der Öffnungswinkel etwa beim
ersten Drittel zwischen dem Schließzustand und dem ganz geöffneten Zustand befindet.
Der Grund dafür liegt in dem durch die Zahnräder 20, 22, 29 ausgebildeten Getriebe.
In Fig. 4 sind auch die restlichen Drehachse S1 und S2 des Weitwinkelscharniers zu
sehen, die in der Fig. 2 nicht erkennbar sind. Zwischen den Drehachsen S1 und S2 ist
ein weiterer verschwenkbarer Gelenkhebel 26a angeordnet, der gemeinsam mit einem weiteren
verschwenkbaren Gelenkhebel 26b eine Zwangsführung für das Zwischenstück 16 relativ
zum Scharnierarm 24 bildet. Der Scharnierarm 24 selbst ist auf einer Grundplatte 28
befestigt. Die weiteren, nicht mit Bezugszeichen versehenen Bauteile des Scharniers
3 und des Antriebssystems 4 sind an sich im Stand der Technik bekannt und müssen daher
nicht näher erläutert werden.
[0047] In der Draufsicht der Fig. 5 sowie in der Querschnittsdarstellung der Fig. 6, welche
einen Querschnitt entlang der in Fig. 5 mit B-B markierten Schnittgeraten zeigt, befindet
sich die durch Anordnung, bestehend aus dem Antriebssystem 4 und dem Scharnier 3 sowie
den mittels des Scharniers 3 gelenkig verbindbaren Möbelteilen 1 und 2, verschwenkte
Möbeltür 2 in weiter geöffnetem Zustand, d.h. das Scharnier 3 weist einen im Vergleich
zur Fig. 4 größeren Öffnungswinkel auf. Der Öffnungswinkel beträgt in diesem Beispiel
in etwa 140°, wobei der maximale Öffnungswinkel des als Weitwinkelscharnier ausgebildeten
Scharniers 3 ca. 170° beträgt. Aus diesem Grund ist der Führungsstift 7, mit dem sowohl
die Betätigungsvorrichtung 8 als auch der Antriebsstrang des Elektroantriebs verbunden
ist, in der Nähe jenes Endes des Langloches 6, das dem Scharnier 3 zugewendet ist.
Die Betätigungsvorrichtung 8 kann daher nur mehr um ein geringfügiges Stück weiter
in Richtung des Scharniers 3 bewegt werden. Dieses Stück entspricht dem restlichen
Öffnungswinkel, bis sich das Scharnier 3 in vollständig geöffnetem Zustand befindet.
Dabei kann vorgesehen sein, dass Bewegungssensoren oder Messeinrichtungen vorhanden
sind, die die jeweilige relative Position der Möbelteile 1 und 2 messen und einer
(nicht dargestellten) Steuer- bzw. Regeleinrichtung zuführen, die den Elektromotor
18 rechtzeitig deaktivieren. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass ein Sensor die
Position des Führungsstiftes 7 im Langloch 6 misst und dadurch rechtzeitig den Elektromotor
18 deaktiviert. Natürlich sind auch weitere, im Stand der Technik bekannte Möglichkeiten
zur Aktivierung bzw. Deaktivierung des Elektromotors 18 denkbar.
[0048] In der Draufsicht der Fig. 7 sowie in der Querschnittsdarstellung der Fig. 8, die
einen Querschnitt entlang der in Fig. 6 mit C-C markierten Schnittgeraden zeigt, befindet
sich die durch das Scharnier 3 mit dem Antriebssystem 4 verschwenkte Möbeltür 2 in
geschlossenem Zustand. Aus diesem Grund befindet sich der Führungsstift 7, mit dem
sowohl die Betätigungsvorrichtung 8 als auch der Antriebsstrang des Elektroantriebs
verbunden ist, am vom Scharnierarm 24 entfernten Ende des Langloches 6. Es gibt wiederum
verschiedene Möglichkeiten, wie der Elektromotor 18 zur Öffnung der Möbeltür 2 aktiviert
und wie der für den Schließvorgang aktivierte Elektromotor 18 deaktiviert wird.
[0049] Fig. 9 zeigt eine perspektivische Ansicht zweier korrespondierender Möbelteile 1,
2, die relativ zueinander verschwenkbar angelenkt werden sollen. In Fig. 9 sind die
Vorteile des erfindungsgemäßen Antriebssystems 4 unmittelbar ersichtlich. Die Grundplatte
28 für den Korpusscharnierteil, also insbesondere für den Scharnierarm 24, ist ebenso
wie die Grundplatte 10 des Antriebssystems 4 auf dem Möbelkorpus 1 montiert. Das Antriebssystem
4 selbst ist dabei auf der Grundplatte 10 befestigt, beispielsweise mittels einer
verrastenden Schnappverbindung. Das als Weitwinkelscharnier ausgebildete Scharnier
3 seinerseits ist am Türflügelscharnierteil, also insbesondere am Scharniertopf 14
mit der Möbeltür 2 montiert. Nun kann ausgehend von der hier dargestellten Situation
der Scharnierarm 24, wie bereits an sich im Stand der Technik bekannt, einfach auf
der Grundplatte 28 befestigt werden. Dazu können ebenfalls Rastmittel vorhanden sein,
sodass diese Befestigung beispielsweise dadurch realisiert wird, dass der Scharnierarm
24 auf der Grundplatte 28 aufgeklippst wird. Die Seitenteile 25', 25" des Gehäuses
5 des Elektroantriebs dienen hauptsächlich optischen Zwecken.
[0050] Ist das Scharnier 3 mit der Grundplatte 28 verbunden, kann die Betätigungsvorrichtung
8 lösbar mit dem Scharnier 3 verbunden werden. Zu diesem Zweck sind auf dem Zwischenstück
16 des Scharniers 3 Ausnehmungen 30', 30" angeordnet, in die eine auf der Unterseite
der Betätigungsvorrichtung 8 angeordnete Befestigungsstelle 9 eingreifen kann. Diese
Ausnehmungen 30', 30" sind dabei die einzigen Unterschiede gegenüber einem herkömmlichen
Weitwinkelscharnier, um die Nachrüstbarkeit mit dem erfindungsgemäßen Antriebssystem
4 zu realisieren. Dabei wird die als Hebel ausgebildete Betätigungsvorrichtung 8 auf
das mit der Grundplatte 28 verbundene Scharnier 3 gedrückt, wodurch die Befestigungsstelle
9 mit den Ausnehmungen 30', 30" in Eingriff kommt und dort einrastet. Durch die spezielle
Ausbildung der Befestigungsstelle 9 kann die Verbindung auch wieder gelöst werden.
[0051] In Fig. 10 ist eine perspektivische Ansicht des Antriebssystems 4 dargestellt, worin
die als zweiarmiger Hebel mit Hebelarmen 11, 12 ausgebildete Betätigungsvorrichtung
8 dargestellt ist. Die Hebelarme 11, 12 sind mittels einer Drehachse 15 relativ zueinander
verschwenkbar. Die Betätigungsvorrichtung 8 selbst ist mittels des Führungsstifts
7 in der Führungsvorrichtung, also im Langloch 6, verschwenkbar gelagert. Die Befestigungsstelle
9 weist dabei einen starr ausgebildeten ersten Stützteil 31 auf, der mit der Ausnehmung
30' in Eingriff bringbar ist. Ein federnder oder federbelastend ausgebildeter zweiter
Stützteil 32 ist mit der Ausnehmung 30" des Korpusscharnierteils in Eingriff bringbar.
Dabei wirkt die auf den zweiten Stützteil 32 wirkende Federkraft derart, dass sie
diesen zweiten Stützteil 32 in die vom ersten Stützteil 31 wegweisende Richtung belastet.
Die Befestigungsstelle 9 ist somit als mechanische Rastverbindung ausgebildet, wodurch
die Betätigungsvorrichtung 8 mit dem Scharnier 3 lösbar einrasten kann. Die genauen
Details des zweiten Stützteils 32 und des ersten Stützteils 31 sind dabei nicht dargestellt,
da derartige Stützteile an sich im Stand der Technik bekannt sind. So kann beispielsweise
der federnde oder federbelastet ausgebildete zweite Stützteil 32 als Federzunge ausgebildet
sein. Weitere als Anschläge wirkende Stützteile 33', 33", dienen zur Abstützung der
Betätigungsvorrichtung 8 am Scharnier 3, also beispielsweise am Scharnierarm 24 oder
am Zwischenstück 16, insbesondere dazu, dass das Antriebssystem 4 nicht verkanten
kann. Es kann auch vorgesehen sein, statt den zwei Stützteilen 33', 33", eine durchgängige
Stützleiste anzuordnen.
[0052] Statt des hier dargestellten Weitwinkelscharniers ist das obige Antriebssystem 4
natürlich auch mit anderen Scharniertypen verwendbar.
[0053] In Fig. 11 ist eine Explosionsdarstellung einer Ausführungsform des Antriebssystems
4 gezeigt. Der Elektroantrieb weist ein Gehäuse 5 auf, in dem ein Langloch 6 als Führungsvorrichtung
für eine Betätigungsvorrichtung 8, die als zweiarmiger Hebel ausgebildet ist, angeordnet
ist. Das Gehäuse 5 weist dabei weiters zwei seitliche Elemente 25, 25' auf, die als
Staubschutz und optischen Zwecken dienen. Innerhalb des Gehäuses 5 ist der Elektromotor
18, der eine Motorachse 27 aufweist, auf einer Lagerungsvorrichtung 40 gelagert. Die
Lagerungsvorrichtung 40 dient dabei zur Geräusch- und Vibrationsdämmung und weist
diesbezügliche Mittel auf. Der Elektromotor 18 wird unterhalb eines Gehäuses 38 angeordnet,
in bzw. an dem die als Getriebe ausgebildeten Zahnräder 20, 22, 29 angeordnet bzw.
gelagert sind. Weitere Bauteile dieses Getriebes sind an sich im Stand der Technik
bekannt und werden daher aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt bzw.
näher erläutert. Mit dem Getriebe ist eine Schnecke bzw. ein Schneckenrad 21 in Wirkverbindung,
welches über eine Schlauchkupplung 39 mit der Motorachse 27 verbunden ist und ebenfalls
im Gehäuse 38 gelagert ist. Die Schlauchkupplung 39 dient dabei unter anderem als
Geräuschdämmung sowie als Toleranzausgleich.
[0054] Die Bauteile 41 und 44 stellen Leiterplatten dar, die zu den an sich im Stand der
Technik bekannten elektronischen Bauteilen eines Elektromotors 18 bzw. zu dessen Steuerung
und/oder Regelung zählen. Das Bauteil 41 kann zudem zur Geräuschdämmung dienen. Eine
Steckverbindung 42 dient zur elektrischen Versorgung des Motors 18. Die Steckverbindung
42 sowie die Leiterplatten 41, 44 werden in bzw. an einem Gehäuse 45 angeordnet.
[0055] Die vom Elektromotor 18 zur Verfügung gestellte Kraft bzw. das zur Verfügung gestellte
Drehmoment wird über eine Zahnstange 19 auf einen mit der Zahnstange 19 verbundenen
Führungsstift 7 übertragen, der im Langloch 6 des Gehäuses 5 verschiebbar geführt
ist. Mit dem Führungsstift 7 ist der Hebelarm 11 der Betätigungsvorrichtung 8 verbunden.
Ein Bolzen 37 dient als Achse der Getriebeeinheit. Auf dem Möbelkorpus 1 ist eine
Grundplatte 10 für das Antriebssystem 4 angeordnet. Über Kabel 13 wird der Elektroantrieb
mit Strom versorgt. Das Antriebssystem 4 wird über ein Befestigungselement 36 an der
Grundplatte 10 befestigt. Dabei ist an der Grundplatte 10 ein korrespondierendes Element
43 angeordnet, welches federnd oder federbelastet ausgebildet sein kann und mit dem
Befestigungselement 36 eine mechanische Rastverbindung ausbilden kann.
[0056] In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Grundplatte 10 des Antriebssystems
und die Grundplatte 28 des Scharnierarms 24 nicht gesondert ausgebildet. Dadurch kann
die Nachrüstbarkeit mit dem erfindungsgemäßen Antriebssystem 4 weiter erleichtert
werden. Herstellerseitig kann vorgesehen sein, auf dem Möbelkorpus 10 die als eine
Gesamteinheit ausgebildeten Grundplatten 10 und 28 zu montieren und das Scharnier
3 mit dem Scharnierarm 24 auf der Grundplatte 28 zu befestigen. Ist nachträglich vom
Konsument gewünscht, das Scharnier 3 mit einem Antriebssystem 4 nachzurüsten, muss
dieses einfach wie oben beschrieben auf der Grundplatte 10 aufgesetzt werden, wobei
das Befestigungselement 36 mit dem korrespondierenden Element 43 verbunden wird. Anschließend
muss die Betätigungsvorrichtung 8 mit der am Hebelarm 12 angeordneten Befestigungsstelle
9 mit dem Scharnier lösbar verbunden werden. Es kann natürlich auch vorgesehen sein,
die Grundplatten 10 und 28 gesondert auszubilden, sodass bei einer nachträglichen
Nachrüstung des Scharniers 3 mit dem Antriebssystem 4 auch die Grundplatte 10 des
Antriebssystems 4 nachgerüstet werden muss.
[0057] In Fig. 12 ist eine nicht zur Erfindung gehörende Ausführungsform des Antriebssystems
4 gezeigt, wobei in diesem Fall eine Anordnung bestehend aus dem Antriebssystem 4
und einem als Viergelenksscharnier ausgebildeten Scharnier 3 dargestellt ist. Das
Scharnier 3 verbindet den Möbelkorpus 1 mit der Möbeltür 2 gelenkig, wobei am Scharnierarm
24 ein äußerer Gelenkhebel 34a und ein innerer Gelenkhebel 34b angeordnet ist, die
ihrerseits mit dem Scharniertopf 14 verbunden sind. In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
weist der Elektroantrieb zwei Baueinheiten 4a, 4b auf, wobei die Baueinheit 4a, welche
den Motor umfasst, korpusseitig angeordnet ist, während die Baueinheit 4b, die die
Führungsvorrichtung, die ein Langloch 6 umfasst, aufweist, türseitig angeordnet ist.
Die türseitige Baueinheit 4b des Elektroantriebs dient gleichzeitig als Betätigungsvorrichtung
8 und ist mit dem Scharniertopf 14 lösbar verbunden, beispielsweise mittels einer
Rastverbindung. Dazu kann vorgesehen sein, die Baueinheit 4b auf den Scharniertopf
14 aufzuklippsen.
[0058] Eine Zahnstange 19, die mit dem Antriebsstrang des Elektroantriebs verbunden ist,
dient zur Übertragung der vom Elektromotor 18 erzeugten Kraft auf die Betätigungsvorrichtung
8 und gegebenenfalls dazu, die von einem Rotationsmotor erzeugte Rotationsbewegung
in eine Translationsbewegung umzuwandeln. Im Gehäuse 5 der Baueinheit 4b ist zumindest
ein Langloch 6 angeordnet, in dem ein Führungsstift 7 gleitet, der einerseits mit
der Zahnstange 19 und andererseits mit der Baueinheit 4b, also mit der Betätigungsvorrichtung
8, verbunden ist. Bevorzugt ist es zwei symmetrisch angeordnete Langlöcher 6 in der
Baueinheit 4b anzuordnen, damit der Führungsstift 7 beidseitig verschiebbar geführt
ist. Durch ein Ein- und Ausfahren der Zahnstange 19 in und aus dem Gehäuse 5 der Baueinheit
4a gleitet der Führungsstift 7 in dem Langloch 6 oder in den Langlöchern 6 und zieht
dabei die Möbeltür 2 zu oder drückt die Möbeltür 2 auf. Dabei ist senkrecht zum Langloch
6 durch den Führungsstift 7 eine kraftschlüssige Verbindung aufgebaut, wodurch in
Richtung der Längsausdehnung der Zahnstange 19 Kräfte auf das Scharnier 3 und damit
die Möbeltür 2 übertragbar sind. In der Seitenansicht der Fig. 12 ist zu sehen, dass
die Möbeltür 2 sich in teilweise geöffnetem Zustand befindet, wobei das hier dargestellte
als Viergelenksscharnier ausgebildete Scharnier 3 über einen geringeren Öffnungswinkel
als ein Weitwinkelscharnier verfügt. Ebenso ist die Grundplatte 28 zu sehen, auf der
der Scharnierarm 24, beispielsweise durch aufklippsen, befestigt wird.
[0059] In der perspektivischen Darstellung der Fig. 13, die denselben Öffnungszustand wie
die Fig. 12 zeigt, ist ein Schlitz im Gehäuse 5 der Baueinheit 4a zu sehen, der die
Vor- und Zurückbewegung der Zahnstange 19 ermöglicht. Ebenso ist der Führungsstift
7 zu sehen, der über zumindest ein seitlich angebrachtes Anschlagelement 35 verfügt,
sodass der Führungsstift 7 nicht mit den Langlöchern 6 außer Eingriff bringbar ist.
Bevorzugt sind wiederum auf beiden Seiten des Führungsstiftes 7 Anschlagelemente 35
vorgesehen. Wie an der Position des Anschlagelementes 35 bzw. des Führungsstiftes
7 erkennbar ist, ist der noch zur Verfügung stehende Öffnungswinkel nicht mehr allzu
groß. In der vollständig geöffneten Stellung schlägt das Anschlagelement 35 an dem
vom Scharniertopf 14 entfernten Ende des Langlochs 6 an. Im Schließzustand jedoch
schlägt das Anschlagelement 35 an dem dem Scharniertopf 14 zugewendeten Ende des Langlochs
6 an.
[0060] Die weitere perspektivische Darstellung der Fig. 14 zeigt die Anordnung der Fig.
12 in dem dort gezeigten Öffnungszustand des Scharniers 2, wobei der mit D markierte
Ausschnitt in einer Detailansicht in Fig. 15 dargestellt ist. Zu erkennen sind insbesondere
der äußere Gelenkhebel 34a und der innere Gelenkhebel 34b, sowie der als Betätigungsvorrichtung
8 ausgebildete Bauteil 4b, der mit Scharniertopf 14 durch eine Rastverbindung lösbar
verbunden ist.
[0061] In Fig. 16 ist eine weitere perspektivische Darstellung der Anordnung der Fig. 12
dargestellt, wobei sich das Scharnier 3 wiederum im selben Öffnungszustand, wie in
Fig. 12 gezeigt, befindet.
[0062] Der in Fig.16 mit E markierte Ausschnitt ist in einer Detailansicht in Fig. 17 dargestellt.
Dabei ist erkennbar, wie der Führungsstift 7 mit dem seitlich angebrachten Anschlagelement
35 im Langloch 6 verschiebbar geführt ist. Des Weiteren ist zu sehen, dass das Scharnier
3 neben dem äußeren Gelenkhebel 34a einen inneren Gelenkhebel 34b aufweist. Über diese
Gelenkhebel 34a, 34b sind die Möbelteile 1 und 2 gelenkig miteinander verbunden Der
Scharnierarm 24 ist auf einer am Möbelkorpus 1 montierten Grundplatte 28 befestigt,
während der Bauteil 4b, der als Betätigungsvorrichtung 8 ausgebildet ist, mit dem
Scharniertopf 14 lösbar verbunden ist.
[0063] In Fig. 18 ist eine Explosionsdarstellung der Ausführungsform des Antriebssystems
4 dargestellt, die in den Fig. 12 bis 17 gezeigt ist. Aus Gründen der Übersichtlichkeit
wurde auf die Darstellung der elektrischen und elektronischen Bauteile, also beispielsweise
den Elektromotor 18 sowie die Getriebebauteile verzichtet. Diese können generell wie
zuvor beschrieben ausgebildet sein. Das als Viergelenksscharnier ausgebildete Scharnier
3 weist einen äußeren Gelenkhebel 34a sowie einen inneren Gelenkhebel 34b auf, über
die der Scharniertopf 14 mit dem Scharnierarm 24 gelenkig verbunden ist. Der Scharnierarm
24 ist auf einer Grundplatte 28 befestigbar, die ihrerseits auf einem Möbelkorpus
1 montierbar ist. Das Scharnier 3 weist dabei übliche Mittel zur Anpassung der relativen
Lager der verschwenkbar angelenkten Möbelteile 1 und 2, also beispielsweise zur Höhenverstellung
und Seitenverstellung auf. Der Bauteil 4a des Antriebssystems 4 ist auf dem Möbelkorpus
1 anordenbar, wobei im Bauteil 4a der Motor 18 sowie das Getriebe und weitere elektrische
und mechanische Bauteile angeordnet sind.
[0064] Der Bauteil 4b des Antriebssystems 4, der gleichzeitig als Betätigungsvorrichtung
8 dient, ist mit dem Scharniertopf 14 lösbar verbindbar. Die Befestigungsstelle 9
selbst ist dabei aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Diese ist wie
zuvor beschrieben als mechanische Rastverbindung ausgebildet. Im Bauteil 4b, also
im Gehäuse 5 der Betätigungsvorrichtung 8 sind zwei Langlöcher 6 symmetrisch angeordnet.
Von den Langlöchern 6 ist ein Führungsstift 7 verschiebbar geführt. Dabei ist zumindest
auf einem Ende des Führungsstifts 7 ein Anschlagelement 35 angeordnet, welches dazu
dient, dass der Führungsstift 7 mit dem Langloch 6 nicht außer Eingriff bringbar ist.
Der Führungsstift 7 seinerseits ist mit der Zahnstange 19 verbunden, wodurch die vom
Elektromotor 18 zur Verfügung gestellte Kraft bzw. das zur Verfügung gestellte Drehmoment
über die Zahnstange 19 und den Führungsstift 7 auf die Betätigungsvorrichtung 8 übertragen
werden kann und dadurch die Möbeltür 2, an welche der Scharniertopf 14 montiert ist,
aufgedrückt bzw. zugezogen werden kann.
[0065] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die gezeigten Beispiele, sondern umfasst
alle technischen Äquivalente, welche in die Reichweite der nachfolgenden Ansprüche
fallen können.
[0066] Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie zum Beispiel oben, unten,
seitlich, vorne, hinten usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur
bezogen und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
1. Anordnung, umfassend:
- ein Scharnier (3) zum schwenkbaren Verbinden von zumindest zwei Möbelteilen (1,
2), wobei das Scharnier (3) mindestens zwei jeweils an einem Möbelteil (1, 2) befestigbare
Anschlagteile aufweist, welche über mindestens eine Gelenkachse (S1, S2, S3, S4, S5,
S6, S7) gelenkig miteinander verbunden sind, wobei der erste Anschlagteil einen Scharniertopf
(14) und der zweite Anschlagteil einen Scharnierarm (24) aufweist,
- ein Antriebssystem (4) zum Öffnen und/oder Schließen des Scharniers (3), mit einem
als abgeschlossenen Bauteil ausgebildeten Elektroantrieb, wobei der Elektroantrieb
ein Gehäuse (5), einen Elektromotor (18) und eine Betätigungsvorrichtung (8) zur Kraft-
bzw. Drehmomentübertragung vom Elektromotor (18) auf das Scharnier (3) aufweist,
wobei das Gehäuse (5) des Elektroantriebes eine Führungsvorrichtung umfasst, von welcher
die Betätigungsvorrichtung (8) verschiebbar geführt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsvorrichtung (8) als Hebel ausgebildet ist, wobei eines der Enden des
Hebels in der Führungsvorrichtung verschwenkbar gelagert ist und das diesem Ende gegenüberliegende
Ende des Hebels eine Befestigungsstelle (9) aufweist, mit der die Betätigungsvorrichtung
(8) mit dem Scharnier (3) lösbar verbindbar ist, wobei die Befestigungsstelle (9)
in einer Ausnehmung (30', 30") des Scharniers (3) einrastbar ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsvorrichtung im montierten Zustand des Antriebssystems (4) bezüglich einem
der Möbelteile (1, 2) fest angeordnet ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsvorrichtung mindestens ein im Gehäuse (5) des Elektroantriebs oder in
der Betätigungsvorrichtung (8) angeordnetes Langloch (6) aufweist, in welches ein
am anderen dieser beiden Teile (5, 8) angebrachter Führungszapfen oder Führungsstift
(7) eingreift.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (18) eine Motorachse (27) aufweist, wobei die Motorachse (27) über
ein an ihr gelagertes Zahnrad (20, 22, 29) und/oder Reibrad und/oder Schneckenrad
(21) mit der Betätigungsvorrichtung (8) in Wirkverbindung bringbar ist, wobei eine
mit dem Zahnrad (20, 22, 29) und/oder Reibrad und/oder Schneckenrad (21) in Wirkverbindung
bringbare Zahnstange (19) in der Führungsvorrichtung gelagert ist, von der die Betätigungsvorrichtung
(8) verschiebbar geführt ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (18) dazu geeignet ist, die Relativbewegung der Möbelteile (1, 2)
zueinander, vorzugsweise in Abhängigkeit von mindestens einem Vorgabewert oder einer
Vorgabefunktion, bei einer Öffnungs- und/oder Schließbewegung zu dämpfen bzw. zu bremsen.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagteil, mit dem die Betätigungsvorrichtung (8) lösbar verbindbar ist, der
Scharnierarm (24) oder ein am Scharnierarm (24) angeordnetes Zwischenstück (16) oder
der Scharniertopf (14) ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (4) auf einer vom Scharnier (3) gesonderten Grundplatte (10) befestigbar,
vorzugsweise aufklippsbar, ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem (4) auf eines der Anschlagteile aufsetzbar oder neben einem der
Anschlagteile befestigbar ist.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsvorrichtung (8) einen U-förmigen Abschnitt aufweist, der den Scharnierarm
(24) oder ein am Scharnierarm angeordnetes Zwischenstück (16) übergreift.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel der Betätigungsvorrichtung (8) zweiarmig ausgebildet ist.
11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiarmige Hebel zwei Hebelarme (11, 12) aufweist, welche mittels einer Drehachse
(15) relativ zueinander verschwenkbar sind.
12. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebelarm (11) in der Führungsvorrichtung verschiebbar geführt ist und dass
der zweite Hebelarm (12) die Befestigungsstelle (9) aufweist, welche in der Ausnehmung
(30', 30") des Scharniers (3) einrastbar ist.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsstelle (9) mindestens einen im Wesentlichen starr ausgebildeten ersten
Stützteil (31) und mindestens einen im Wesentlichen federnd oder federbelastet ausgebildeten
zweiten Stützteil (32) aufweist, wobei der im Wesentlichen starr ausgebildete erste
Stützteil (31) in der Ausnehmung (30') im Scharnier (3) in Eingriff bringbar ist.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die auf den zweiten Stützteil (32) wirkende Federkraft den zweiten Stützteil (32)
in die vom ersten Stützteil (31) weg weisende Richtung belastet.
15. Möbel mit einem Möbelkorpus (1) und einer am Möbelkorpus (1) verschwenkbar gelagerten
Möbeltür (2), gekennzeichnet durch eine am Möbelkorpus (1) und an der Möbeltür (2) montierten Anordnung nach einem der
Ansprüche 1 bis 14.
1. An arrangement, including:
- a hinge (3) for pivotally connecting at least two furniture parts (1, 2), the hinge
(3) has at least two fitting portions each to be fixed to a furniture part (1, 2),
the fitting portions are hingedly connected to one another by at least one hinge axis
(S1, S2, S3, S4, S5, S6, S7), wherein the first fitting portion includes a hinge cup
(14) and the second fitting portion includes a hinge arm (24),
- a drive system (4) for opening and/or closing the hinge (3), the drive system (4)
includes an electric drive configured as a closed-off component, the electric drive
includes a housing (5), an electric motor (18) and an actuating device (8) for transmitting
a force or a torque from the electric motor (18) to the hinge (3),
- wherein the housing (5) of the electric drive includes a guiding device by which
the actuating device (8) is displaceably guided,
characterized in that the actuating device (8) is configured as a lever, wherein one of the ends of the
lever is pivotally supported in the guiding device, and the end opposing said end
of the lever has a fastening location (9) for releasably connecting the actuating
device (8) to the hinge (3), wherein the fastening location (9) can be locked in a
recess (30', 30") of the hinge (3).
2. The arrangement according to claim 1, characterized in that the guiding device, in a mounted condition of the drive system (4), is arranged stationarily
in relation to one of the furniture parts (1, 2).
3. The arrangement according to claim 1 or 2, characterized in that the guiding device includes at least one elongated hole (6) arranged on the housing
(5) of the electric drive or on the actuating device (8), wherein a guiding peg or
a guiding pin (7) arranged on the other of these two parts (5, 8) engages the elongated
hole (6).
4. The arrangement according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the electric motor (18) has a motor axis (27), the motor axis (27) can be operatively
connected to the actuating device (8) by a gear (20, 22, 29) arranged on the motor
axis (27) and/or by friction wheel and/or by a worm gear (21), wherein a toothed rack
(19) configured to be operatively connected to the gear (20, 22, 29) and/or friction
wheel and/or worm gear (21) is supported in the guiding device by which the actuating
device (8) is displaceably guided.
5. The arrangement according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the electric motor (18) is adapted to dampen or to decelerate a relative movement
of the furniture parts (1, 2) to one another, preferably in dependence on at least
predetermined value or a predetermined function, upon an opening and/or closing movement.
6. The arrangement according to one of the claims 1 to 5, characterized in that the fitting portion, to which the actuating device (8) can be releasably connected,
is the hinge arm (24) or an intermediate portion (16) arranged on the hinge arm (24)
or the hinge cup (14).
7. The arrangement according to one of the claims 1 to 6, characterized in that the drive system (4) is configured to be fixed, preferably clipped, to a base plate
(10) separate from the hinge (3).
8. The arrangement according to one of the claims 1 to 7, characterized in that the drive system (4) is configured to be set onto one of the fitting portions or
is configured to be fixed laterally beside one of the fitting portions.
9. The arrangement according to one of the claims 1 to 8, characterized in that the actuating device (8) includes a U-shaped portion overlapping the hinge arm (24)
or an intermediate portion (16) arranged on the hinge arm (24).
10. The arrangement according to one of the claims 1 to 9, characterized in that the lever of the actuating device (8) is configured as a two-armed lever.
11. The arrangement according to claim 10, characterized in that the two-armed lever has two lever arms (11, 12) which are pivotally relative to one
another by a pivoting axis (15).
12. The arrangement according to claim 11, characterized in that the first lever arm (11) is displaceably supported in the guiding device and that
the second lever arm (12) includes the fastening location (9) configured to be locked
in the recess (30', 30") of the hinge (3).
13. The arrangement according to one of the claims 1 to 12, characterized in that the fastening location (9) includes at least one first supporting portion (31) having
a substantially rigid configuration, and at least one second supporting portion (32)
configured to be resilient or spring-loaded, wherein the first supporting portion
(31) having a substantially rigid configuration can be engaged in the recess (30')
of the hinge (3).
14. The arrangement according to claim 13, characterized in that the spring force acting on the second supporting portion (32) pressurizes the second
supporting portion (32) in a direction away from the first supporting portion (31).
15. An item of furniture having a furniture carcass (1) and a furniture door (2) pivotally
mounted to the furniture carcass (1), characterized by an arrangement according to one of the claims 1 to 14 mounted to the furniture carcass
(1) and to the furniture door (2).
1. Dispositif comprenant:
- une charnière (3) pour relier de façon pivotante au moins deux parties de meuble
(1, 2), dans lequel la charnière (3) présente au moins deux parties formant butée
pouvant être fixées à une partie de meuble (1, 2), lesquelles sont reliées ensemble
de façon articulée par au moins un axe d'articulation (S1, S2, S3, S4, S5, S6, S7),
dans lequel la première partie formant butée présente une cuvette de charnière (14)
et la deuxième partie formant butée présente un bras de charnière (24),
- un système d'entraînement (4) pour ouvrir et / ou fermer la charnière (3), avec
une commande électrique conçue comme un élément fermé, dans lequel la commande électrique
présente un boîtier (5), un moteur électrique (18) et un dispositif d'actionnement
(8) pour la transmission d'une force ou d'un moment de couple du moteur électrique
(18) à la charnière (3),
- dans lequel le boîtier(5) de la commande électrique comprend un dispositif de guidage
d'où est guidé le dispositif d'actionnement (3) de façon déplaçable,
caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement (8) est conçu comme un levier, dans lequel l'une des
extrémités du levier est logée de façon pivotante dans le dispositif de guidage et
l'extrémité du levier, opposée à cette extrémité, présente une zone de fixation (9)
à laquelle le dispositif d'actionnement (8) peut être relié de façon détachable à
la charnière (3), la zone de fixation (9) pouvant être encliquetée dans un évidement
(30'; 30") de la charnière (3).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de guidage, dans l'état monté du système d'entraînement (4) est disposé
de façon fixe par rapport à l'une des parties de meuble (1, 2).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le dispositif de guidage présente au moins un trou longitudinal (6) disposé dans
le boîtier (5) de la commande électrique ou dans le dispositif d'actionnement (8),
dans lequel engrène un tourillon de guidage ou une broche de guidage (7) agencé(e)
sur l'autre de ces deux parties (5, 8).
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le moteur électrique (18) présente un axe de moteur (27), dans lequel l'axe de moteur
(27) peut être mis en relation active avec le dispositif d'actionnement (8) par une
roue dentée (20, 22, 29) et /ou une roue de friction et / ou une roue à denture hélicoïdale
(21) logée sur lui, dans lequel une crémaillère (19), pouvant être mise en relation
active avec la roue dentée (20, 22, 29) et /ou la roue de friction et / ou la roue
à denture hélicoïdale (21), est logée dans le dispositif de guidage, d'où est guidé
le dispositif d'actionnement (8) de façon déplaçable.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le moteur électrique (18) est approprié pour amortir ou pour freiner le mouvement
relatif des parties de meuble (1, 2) l'une par rapport à l'autre, de préférence en
fonction d'au moins une valeur prédéfinie ou d'une fonction prédéfinie, lors d'un
mouvement d'ouverture et / ou de fermeture.
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la partie formant butée à laquelle le dispositif d'actionnement (8) peut être relié
de façon détachable, est le bras de charnière (24) ou une pièce intermédiaire (16)
disposée sur le bras de charnière (24) ou la cuvette de charnière (14).
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le système d'entraînement (4) peut être fixé, de préférence clipsé, sur une plaque
de base (10) séparée de la charnière (3).
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le système d'entraînement (4) peut être posé sur l'une des parties formant butée
ou être fixé à côté de l'une des parties formant butée.
9. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement (8) présente une section en forme de U qui chevauche
le bras de charnière (24) ou une pièce intermédiaire(16) disposée sur le bras de charnière.
10. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le levier du dispositif d'actionnement (8) est conçu à deux bras.
11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que le levier à deux bras présente deux bras de levier (11, 12), lesquels peuvent pivoter
l'un par rapport à l'autre au moyen d'un axe de rotation (15).
12. Dispositif selon la revendication 11, caractérisé en ce que le premier bras de levier (11) est guidé de façon déplaçable dans le dispositif de
guidage et en ce que le deuxième bras de levier (12) présente la zone de fixation (9), laquelle peut s'encliqueter
dans l'évidement (30', 30") de la charnière (3).
13. Dispositif selon l'une des revendication 1 à 12, caractérisé en ce que la zone de fixation (9) présente au moins une première partie d'appui conçue essentiellement
de façon rigide (31) et au moins une deuxième partie d'appui (32) conçue essentiellement
de façon élastique ou sollicitée par ressort, dans lequel la première partie d'appui
conçue essentiellement de façon rigide (31) peut être mise en prise dans l'évidement
(30') de la charnière (3).
14. Dispositif selon la revendication 13, caractérisé en ce que la force du ressort agissant sur la deuxième partie d'appui (32) sollicite la deuxième
partie d'appui (32) dans le sens opposé à la première partie d'appui (31).
15. Meuble avec un corps de meuble (1) et une porte de meuble (2) logée de façon pivotante
sur le corps de meuble (1), caractérisé par un dispositif monté sur le corps de meuble (1) et sur la porte de meuble (2) selon
l'une des revendications 1 à 14.