[0001] Die Erfindung betrifft eine Beschichtungsvorrichtung für langgestreckte Werkstücke.
[0002] Zur Beschichtung langgestreckter Werkstücke ist es bekannt eine Beschichtung mit
Hilfe von Vakuumkammern durchzuführen. Hierbei wird das Werkstück meist kontinuierlich
durch eine Absaugkammer, in der Unterdruck herrscht, geführt. Die Einlass- und die
Auslassöffnung der Ansaugkammer, durch die dass Werkstück geführt wird, weist hierbei
vorzugsweise eine Matrize auf. Die Matrize ist der Außenkontur des Werkstücks nachgebildet,
so dass zwischen der Matrizenöffnung und dem Werkstück ein geringer Spalt verbleibt.
Die Absaugkammer ist mit einer Vakuumpumpe verbunden, um innerhalb der Absaugkammer
Unterdruck zu erzeugen. Hierbei wird Umgebungsluft durch den Spalt zwischen Matrize
und Werkstück in die Absaugkammer eingesaugt. Zur allseitigen Beschichtung der Werkstücke
ist es bekannt, in der Absaugkammer einen Nebel aus Beschichtungsmaterial zu erzeugen.
Hierzu wird Beschichtungsmaterial wie beispielsweise Lack der Absaugkammer zugeführt,
wobei aufgrund der beim Lufteintreten in die Kammer auftretenden Verwirbelungen ein
entsprechendes Verwirbeln des Beschichtungsmediums und somit das Erzeugen eines Nebels
hervorgerufen wird.
[0003] Ferner ist es aus
DE 43 37 438 bekannt, innerhalb der Absaugkammer einen Spritzrahmen vorzusehen. Der Spritzrahmen
weist eine Öffnung auf, durch die das Werkstück hindurchgeführt wird. Der Querschnitt
der Öffnung ist dem Profil des Werkstücks nachgebildet, so dass ein Spalt zwischen
Werkstück und Spritzrahmen ausgebildet ist. Innerhalb des Spritzrahmens sind mehrere
Bohrungen vorgesehen, die entweder horizontal oder vertikal ausgerichtet sind. Die
Bohrung weist in Richtung des Werkstücks und dient als Düse. Durch den innerhalb der
Absaugkammer vorgesehenen Beschichtungsrahmen erfolgt somit ein gezieltes Zuführen
des Beschichtungsmaterials. Dies ist insbesondere bei komplexen Profilen mit Nuten
etc., wie beispielsweise Fensterrahmenprofilen zweckmäßig, um ein vollständiges allumfassendes
Beschichten des Werkstückes sicherzustellen. Das Vorsehen des Beschichtungsrahmens
innerhalb der Absaugkammer weist jedoch den Nachteil auf, dass weiterhin ein Beschichtungsnebel
in der Absaugkammer entsteht und hierdurch eine Ablagerung des Beschichtungsmaterials
auf dem Beschichtungsrahmen selbst erfolgt. Das Wechseln des Beschichtungsrahmens
ist ferner äußerst aufwendig, da hierzu die Absaugkammer geöffnet werden muss. Ferner
ist das Vorsehen eines Beschichtungsrahmens in der Absaugkammer nur für eine vollständige
Beschichtung des Werkstücks an allen Oberflächen geeignet, da in der Absaugkammer
ein Beschichtungsnebel entsteht.
[0004] Ferner besteht die Anforderung, dass ein langgestrecktes Werkstück wie ein Holzbrett
unterschiedlich stark beschichtet ist, d.h. unterschiedlich dicke Schichten aufweist.
Beispielsweise muss ein Holzbrett, das der Witterung ausgesetzt ist, an den der Witterung
ausgesetzten Oberflächen eine dickere Schicht aufweisen als an einer der Witterung
nicht ausgesetzten Oberfläche. Andererseits soll das Holz auf dieser Oberfläche nicht
unbehandelt bleiben. Die aufzutragende Schichtdicke richtet sich nach dem Stand der
Technik nach der maximal erforderlichen Schichtdicke, so dass eine beispielsweise
nicht der Witterung ausgesetzte Oberfläche eine auf die Anforderungen zu dicke Beschichtung
aufweist. Unterschiedliche Schichtdicken könnten dadurch erzeugt werden, dass die
einzelnen Oberflächen nacheinander in gesonderten Beschichtungsprozessen erfolgen.
Dies ist jedoch sehr aufwendig und steht nur bei sehr teuren Beschichtungsmitteln
in Relation zu der eingesparten Menge an Beschichtungsmittel.
[0005] Aufgabe der Erfindung es, eine einfache und kostengünstige Beschichtungsvorrichtung
für langgestreckte Werkstücke zu schaffen.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0007] Die erfindungsgemäße Beschichtungsvorrichtung für langgestreckte Werkstücke, bei
denen es sich insbesondere um langgestreckte Profile aus Holz oder Kunststoff handelt,
weist eine Fördereinrichtung zum Bewegen des Werkstücks in Längsrichtung auf. Bei
der Fördereinrichtung handelt es sich beispielsweise um ein Förderband, mehrere angetriebene
und nicht angetriebene Förderrollen und dergleichen. Ferner weist die Beschichtungsvorrichtung
eine Absaugkammer auf, durch die das Werkstück hindurchgeführt wird. Die Absaugkammer
dient hierbei vorzugsweise zum Abführen überschüssigen Beschichtungsmaterials. Hierzu
ist die Absaugkammer vorzugsweise mit einer Absaugeinrichtung verbunden. Durch die
Absaugeinrichtung kann Unterdruck in der Absaugkammer erzeugt werden.
[0008] Die Absaugkammer weist eine Einlassöffnung sowie eine Auslassöffnung auf, durch die
das Werkstück hindurchgeführt wird. In der Einlass- und/oder der Auslassöffnung ist
vorzugsweise eine Matrize angeordnet. Die Matrize weist vorzugsweise eine Matrizenöffnung
auf, deren Querschnitt im Wesentlichen dem Profil des Werkstücks entspricht, wobei
zwischen dem Werkstück und der Matrizenöffnung ein Spalt ausgebildet ist. Hierbei
kann die Einlass- und/oder die Auslassöffnung selbst derart gewählt sein, dass sie
im Wesentlichen im Querschnitt des Profils des Werkstücks entspricht, so dass eine
Matrize nicht unbedingt erforderlich ist. Das Vorsehen von Matrizen hat jedoch den
Vorteil, dass die Beschichtungsvorrichtung zur Beschichtung unterschiedlicher Profile
eingesetzt werden kann und hierzu lediglich die Matrizen eingewechselt bzw. angepasst
werden müssten.
[0009] Ferner weist die Beschichtungsvorrichtung eine Auftrageinrichtung zum Auftragen eines
Beschichtungsmediums auf zumindest einer vorzugsweise mehrerer Oberflächen des Werkstücks
auf. Erfindungsgemäß weist die Beschichtungsvorrichtung eine Abblaseinrichtung auf.
Durch Vorsehen einer Abblaseinrichtung ist es möglich, einen Teil des auf einer Oberfläche
aufgebrachten Beschichtungsmediums wieder zu entfernen. Bei einem Werkstück, bei dem
beispielsweise alle Oberflächen beschichtet sind, kann mit Hilfe einer Abblaseinrichtung
eine der Oberflächen abgeblasen werden, so dass die Beschichtungsdicke an dieser Oberfläche
verringert ist. Hierdurch ist eine erhebliche Einsparung an Beschichtungsmaterial
auf einfache Weise möglich. Beispielsweise kann somit die Rückseite eines Werkstücks,
die nach dem Verbauen des Werkstücks nicht sichtbar ist oder keiner/geringerer Belastung
ausgesetzt ist, mit einer geringeren Schichtdicke versehen werden. Dies hat eine erhebliche
Einsparung an Beschichtungsmaterial zur Folge und gewährleistet dennoch einen Schutz
der Werkstückoberfläche. Durch die erfindungsgemäße Abblaseinrichtung wird somit ein
Teil des von der Auftragseinrichtung insbesondere auf eine Werkstückoberfläche aufgebrachten
Beschichtungsmediums wie Lack wieder entfernt.
[0010] Die Ablasseinrichtung kann zusätzlich oder anstatt dem Verringern einer gesamten
Schichtdicke einer Oberfläche auch eingesetzt werden, um zu gewährleisten, dass keine
zu dicke Schicht in bestimmten Bereichen des Werkstücks entsteht. Durch die Abblaseinrichtung
können somit Bereiche, in denen sich Beschichtungsmaterial sammelt, abgeblasen werden.
Beispielsweise kann es sich hierbei um enge bzw. schmale Spalten handeln, die ebenfalls
vom Beschichtungsmaterial zugesetzt werden oder in denen sich zu viel Beschichtungsmaterial
ansammelt. Auch kann die Abblaseinrichtung zum Entfernen von Beschichtungsmaterial
aus Ausnehmungen wie Bohrungen u.dgl. eingesetzt werden.
[0011] In besonders bevorzugter Ausführungsform weist die Abblaseinrichtung eine Düse auf,
mittels der vorzugsweise Luft auf das Werkstück geblasen wird. Die Düse ist über eine
Zuführleitung mit einer Pumpe oder einem Kompressor verbunden. Es ist auch möglich
durch die Düse andere Gase als Luft zuzuführen. Hierbei kann es sich beispielsweise
um Gase handeln, die mit dem Beschichtungsmaterial reagieren, um die Eigenschaften
des Beschichtungsmaterials wie die Ausgestaltung der Oberflächenstruktur zu beeinflussen.
[0012] Besonders bevorzugt ist es, dass die Abblaseinrichtung eine Spaltdüse aufweist, wobei
sich der Spalt beim Abblasen einer Oberfläche vorzugsweise quer zu dieser und somit
insbesondere quer zur Transportrichtung erstreckt.
[0013] Vorzugsweise ist die Abblaseinrichtung innerhalb der Absaugkammer angeordnet. Hierbei
ist es in einfacher Weise möglich, das abgeblasene Beschichtungsmedium wieder dem
Beschichtungsprozess zuzuführen. Dies erfolgt zusammen mit dem übrigen überschüssigen
Beschichtungsmedium, das aus der Absaugkammer über eine insbesondere eine Vakuumpumpe
aufweisende Absaugeinrichtung abgeführt und gegebenenfalls nach einem Reinigungs-
und/oder Filterungsprozess wieder der Auftragseinrichtung zugeführt wird. Somit wird
ein Zurückführen des Beschichtungsmediums beispielsweise in ein Vorratsreservoir der
Auftraseinrichtung ermöglicht.
[0014] Das erfindungsgemäße Vorsehen einer Abblaseinrichtung kann somit neben der Einstellung
der Schichtdicke aller beschichteten Oberflächen ein Verringern der Schichtdicke vorgegebener
Bereiche des Werkstücks insbesondere einer der Oberflächen erfolgen. Die Herstellung
der Schichtdicke in nicht abgeblasenen Bereichen erfolgt hierbei vorzugsweise durch
die Auftragseinrichtung die mehrere Sprühdüsen aufweist, über den Sprühdruck sowie
über die Höhe des in der Absaugkammer herrschenden Unterdrucks.
[0015] Die Auftrageinrichtung ist vorzugsweise im Bereich der Einlass- und/oder der Auslassöffnung
angeordnet. Besonders bevorzugt ist es hierbei, dass die Auftragseinrichtung in die
Einlassmatrize und/oder die Auslassmatrize integriert ist. Hierdurch ist es auf einfache
Weise möglich, die Auftragseinrichtung beispielsweise zum Reinigen verstopfter Düsen
etc. auszutauschen.
[0016] Insbesondere bei in die Matrize integrierten Auftragseinrichtungen und/oder Abblaseinrichtungen
ist ein Umbauen der Beschichtungsvorrichtung für Werkstücke mit anderem Querschnitt
schneller möglich. Dies liegt darin begründet, dass gleichzeitig mit dem Austauschen
der Matrizen ein Austauschen der Auftragseinrichtung und/oder Abblaseinrichtung erfolgt.
Es ist somit nicht erforderlich, eine beispielsweise innerhalb der Absaugkammer angeordnete
Auftrageinrichtung zusätzlich zu einer Einlass- und Auslassmatrize auszutauchen.
[0017] Vorzugsweise weist die Auftragseinrichtung in die Absaugkammer weisende Düsen auf.
Durch die insbesondere als Schlitzdüsen ausgeführten Düsen wird Beschichtungsmaterial
wie ein Beschichtungslack in Richtung des Werkstücks und auch in Richtung des Inneren
der Absaugkammer abgegeben. Nicht zur Beschichtung der Werkstückoberfläche genutztes
Beschichtungsmaterial wird somit über die Absaugkammer abgeführt.
[0018] Die in besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung in die Einlass- und/oder
Auslassmatrize integrierte Auftrageinrichtung weist vorzugsweise mehrere Düsen auf.
Diese können um den gesamten Umfang der Matrizenöffnung angeordnet sein, so dass ein
Beschichten aller Werkstückoberflächen möglich ist. Insbesondere ist es jedoch auch
möglich, nur an einzelnen Seiten der Matrizenöffnung eine oder mehrere Düsen vorzusehen
oder je nach Beschichtungsanforderung einzelne Düsen auszuschalten bzw. nicht mit
Beschichtungsmaterial zu versorgen. Insbesondere durch die Möglichkeit einzelne Düsen
auszuschalten oder zu verschließen, ist es möglich, mit einer Matrize je nach Ansteuerung
der Düsen unterschiedliche Oberflächen des Werkstücks zu beschichten. Hierzu ist es
bevorzugt, dass jede Düse oder eine Gruppe von Düsen mit jeweils einer gesonderten
Zuführleitung, zur Zufuhr von Beschichtungsmaterial verbunden ist. Durch Abschalten
oder Schließen eines entsprechenden Ventils in der Zuführleitung ist es somit möglich,
einzelne oder Gruppen von Düsen abzuschalten.
[0019] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist unabhängig davon, ob die
Auftragseinrichtung in die Einlass- und/oder Auslassmatrize integriert ist, die Abblaseinrichtung
in die Einlass- und/oder Auslassmatrize integriert. Dies hat insbesondere den Vorteil,
dass die Abblaseinrichtung zum Anschließen einer Zuführleitung für Luft oder andere
Gase gut zugänglich ist und durch die Abblaseinrichtung weniger mit Beschichtungsmaterial
beschmutzt wird, als bei einem Anordnen der Abblaseinrichtung innerhalb der Absaugkammer.
Weiter bevorzugt ist es hierbei, dass die Düse einer Abblaseinrichtung, bei der es
sich vorzugsweise um eine Spalt- oder Schlitzdüse handelt, in die Absaugkammer weist.
Die Blasrichtung der Abblaseinrichtung weist somit in die Absaugkammer hinein. Insbesondere
trifft der Luft- bzw. Gasstrahl auf die abzublasende Oberfläche in der Nähe der Ein-
und/oder Austrittsmatrize. In diesem Bereich tritt auch der durch den Spalt zwischen
Werkstück und Matrize eintretende Luftstrom in die Absaugkammer ein. Die beiden Strömungen
sind je nachdem ob die Abblaseinrichtung in der Einlassmatrize oder der Auslassmatrize
angeordnet ist gleichgerichtet oder entgegengerichtet. Hierdurch kann die Menge des
abgeblasenen Beschichtungsmediums beeinflusst werden. Dies kann auch durch das Einstellen
eines Abstandes zwischen der Abblaseinrichtung insbesondere der Düse und der abzublasenden
Oberfläche und/oder des Abblasdrucks erfolgen.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Abblaseinrichtung
mit einer Steuereinrichtung verbunden. Durch die Steuereinrichtung kann insbesondere
die Abblasleistung gesteuert werden, die insbesondere durch Variieren des Abblasdrucks
erfolgt. Auch könnte über die Steuereinrichtung eine Veränderung des Abstandes zwischen
Abblaseinrichtung und Werkstück erfolgen, indem die Abblaseinrichtung beispielsweise
mit einem Stellmotor verbunden ist. Es ist somit eine entsprechende Steuerung möglich,
um Einzelbereiche einer Oberflächen stärker oder weniger stark abzublasen und somit
auch variierende Schichten zu erzeugen. Insofern können durch die Steuereinrichtung
auch zeitliche Abblasphasen vorgegeben werden. In den einzelnen Phasen kann der Druck
verändert und durch die Abblaseinrichtung auch vollständig abgeschaltet werden. Hierdurch
ist es beispielsweise möglich, nur einzelne Stellen wie Bohrungen u.dgl. abzublasen,
um eine ungewünschte Materialanhäufung in diesen Bereichen zu vermeiden.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht der Beschichtungsvorrichtung im Schnitt, und
- Fig. 2
- eine schematische Schnittansicht in Richtung der Linie II-II in Fig. 1 bzw. eine schematische
Draufsicht auf eine Rückseite einer Matrize mit Abblasdüse.
[0023] Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Beschichtungsvorrichtung
weist eine Absaugkammer 10 auf, die mit einer nicht dargestellten Saugeinrichtung,
wie einer Vakuumpumpe verbunden ist. Die Absaugung der Luft aus der Absaugkammer 10
erfolgt durch seitlich, beispielsweise an einer Seitenwand der Absaugkammer angeordnete
Absaugöffnungen 12. Die beispielsweise quaderförmig ausgebildete Absaugkammer weist
eine Eintrittsöffnung 14 sowie eine Austrittsöffnung 16 auf. Durch die beiden Öffnungen
14, 16 erfolgt ein Hindurchbewegen eines Werkstücks 18 in Richtung des Pfeils 20.
[0024] Der Transport des Werkstücks 18, bei dem es sich beispielsweise um ein Brett handelt,
erfolgt durch eine Fördereinrichtung 22, bei der es sich im dargestellten Ausführungsbeispiel
um zumindest teilweise angetriebene Rollen handelt.
[0025] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist sowohl an der Einlassöffnung 14 als auch
an der Auslassöffnung 16 eine Matrize 24 angeordnet.
[0026] Die Matrize 24 weist einen Matrizenöffnung auf. Der Querschnitt der Matrizenöffnung
entspricht dem Querschnitt des zu beschichtenden Werkstücks 18, wobei der Querschnitt
der Matrizenöffnung etwas größer ist, so dass zwischen dem Werkstück 18 und einer
Innenseite der Matrizenöffnung ein Spalt ausgebildet ist. Durch diesen Spalt wird
von der mit der Absaugkammer 10 verbundenen Saugeinrichtung Umgebungsluft, wie durch
die Pfeile 30 (Fig. 1) angedeutet, in die Absaugkammer eingesaugt. Durch das Einsaugen
von Luft in die Absaugkammer ist ein Austreten von Beschichtungsmedium wie Lack aus
der Absaugkammer vermieden.
[0027] Im dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt das Beschichten aller Oberflächen 31,32,33
des Werkstücks 18 auf der Seite der Ausgangsöffnung 16 der Absaugkammer 10, das heißt
kurz vor dem Austritt des Werkstücks 18 aus der Absaugkammer 10. Hierzu sind in der
Matrize 24 Düsen angeordnet, die insbesondere als Schlitzdüsen 36, 38, 40 (Fig. 2)
ausgebildet sind. Die in der Matrize vorgesehenen Schlitzdüsen sind ggf. mit mehreren
Zuführleitungen 42 verbunden. Die Zuführleitungen 42 sind mit einem nicht dargestellten
Vorratsbehälter für das Beschichtungsmittel wie den Lack verbunden. Ferner sind die
Zuführleitungen mit einer Pumpe zum Zuführen des Beschichtungsmaterials zu den Schlitzdüsen
36, 38, 40 verbunden.
[0028] In der dargestellten besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine
Abblaseinrichtung 44 in die Austrittsmatrize 24 integriert. Die Abblaseinrichtung
44 ist über eine Leitung 46 mit einer Pumpe zur Luftzufuhr verbunden. Durch die Abblaseinrichtung
44 wird somit Luft in Richtung eines Pfeils 48 auf die Unterseite 33 des Werkstücks
18 geblasen. Hierdurch wird ein Teil des auf die Oberfläche 33 aufgebrachten Beschichtungsmediums
wieder abgeblasen. Dies wird in der bevorzugten Ausführungsform vorzugsweise durch
eine eine Schlitzdüse 50 (Fig. 2) aufweisende Abblaseinrichtung 44 erreicht. Bei dieser
bevorzugten Ausführungsform der Abblaseinrichtung 44 bei der die Austrittsmatrize
24 integriert ist, erfolgt das Beschichten der Unterseite 33 wie durch einen Pfeil
52 (Fig. 1) dargestellt. Selbstverständlich kann das Beschichten der Oberflächen 31,32,33
insbesondere der Unterseite 33 auch durch eine entsprechend ausgebildete Eintrittsmatrize
24 erfolgen. Hier kann sogar ggf. eine weitere Beschichtung, wie durch den Pfeil 52
dargestellt, entfallen,
[0029] Bei der bevorzugten integrierten Ausführungsform in der in der Matrize 24 sowohl
die Auftragseinrichtung als auch die Abblaseinrichtung integriert ist, erfolgt das
Zuführen vom Beschichtungsmedium wie Lack durch die Schlitzdüsen 36,38,40 (Fig. 2).
Das Abblasen der Oberseite 33 erfolgt durch Zuführen eines Luftstroms durch die Schlitzdüse
50.
[0030] Je nachdem welche der Seiten des Werkstücks 18 beschichtet werden soll, ist es möglich
einzelne Zuführleitungen 42 zu den Schlitzdüsen 36, 38, 40 zu unterbrechen bzw. die
entsprechenden Zuführventile zu schließen. Hierdurch ist es auf einfache Weise möglich,
nur eine einzige Oberfläche zu beschichten, wobei aufgrund der erfindungsgemäßen Anordnung
der Auftragseinrichtung, das heißt im wesentlichen der Düsen und der dazugehörigen
Bauteile innerhalb der Matrize ein Beschichten der übrigen Oberflächen durch Beschichtungsnebel
oder Spritzer vermieden ist. Überflüssiges Beschichtungsmaterial wird durch die obere
Absaugöffnung 12 (Fig. 1) absaugt, so dass es nicht auf andere Oberflächen des Werkstückträgers
18 gelangt.
[0031] Ferner ist es möglich, einzelne Schlitzdüsen 36,38,40 von der Zufuhrleitung 42 mit
der Beschichtungsmaterial zugeführt wird, zu trennen und stattdessen mit der Luft-Zuführleitung
46 zu verbinden. Hierdurch ist es möglich, die entsprechenden Düsen als Abblasdüsen
zu verwenden. Dies ist beispielsweise zweckmäßig, wenn die Beschichtung über die Eintrittsmatrize
und ein Abblasen im Bereich der Austrittsmatrize erfolgt.
1. Beschichtungsvorrichtung für langgestreckte Werkstücke, mit
einer Fördereinrichtung (22) zum Bewegen des Werkstücks (18) in Längsrichtung (20),
einer Absaugkammer (10), durch die das Werkstück (18) hindurch geführt wird, und
einer Auftrageinrichtung (36, 38, 40, 42, 44) zum Auftragen eines Beschichtungsmediums
auf zumindest eine Oberfläche (32) des Werkstücks (18),
gekennzeichnet, durch
eine Abblaseinrichtung (44) zum Entfernen eines Teils des Beschichtungsmediums insbesondere
an einer von mehreren beschichteten Oberflächen (33).
2. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abblaseinrichtung (44) eine insbesondere als Spaltdüse (50) ausgebildete Düse
aufweist, die vorzugsweise Luft auf das Werkstück (18) bläst.
3. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abblaseinrichtung (44) innerhalb der Absaugkammer (10) angeordnet ist.
4. Beschichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine an einer Einlassöffnung (14) und/oder einer Auslassöffnung (16) der Absaugkammer
(10) angeordneten Matrize (24),
5. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abblaseinrichtung (44) in die Einlass- und/oder Auslassmatrize (24) integriert
ist.
6. Beschichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abblaseinrichtung (44) einen in die Absaugkammer weisende Abblasrichtung (48)
aufweist.
7. Beschichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragseinrichtung (36, 38, 40, 42, 44) in die Absaugkammer (10) weisende Düsen
(36, 38, 40) aufweist, die vorzugsweise als Schlitzdüsen ausgebildet sind.
8. Beschichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der mehreren Düsen (36, 38, 40) mit mindestens einer Zuführleitung
(42) verbunden ist.
9. Beschichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abblaseinrichtung (44) mit einer Steuereinrichtung zum Steuern der Abblasleistung
und/oder von zeitlichen Abblasphasen verbunden ist.
10. Beschichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugkammer (10) mit einer Saugeinrichtung zur Unterdruckerzeugung verbunden
ist.